Montag, 7. Dezember 2020

HANSESTATEMENT: METRO Marktplatz - Abzocken, Abwimmeln, Abtauchen.

Ein Hanse Digital Statement von
- Chefredakteur Thomas Keup -
* Update 14.12.2020 *

+++ Sie liefern beschädigte Ware aus. +++ Sie verweigern die Nachbesserung. +++ Sie verweigern die Rücknahme. +++ Sie drohen mit der juristischen Keule. +++ Sie planen, uns mundtot zu machen. +++ Sie lernen ihre Lektion einfach nicht. +++ 

Warum Sie als Kunde bei "Metro Markets" der Verlierer sind. 

 Früher waren "Metro" Cash & Carry-Märkte einmal erste Adresse.
Foto: Lite, Lizenz: GNU FDL 1.2

HANSEVALLEY-Chefredakteur Thomas Keup ist leidenschaftlicher Online-Shopper mit mehr als 2.000,- € Umsatz im Jahr bei "Amazon.de" und "Diamant-Kundenstatus" aus über 300 Bestellungen seit 2014 bei "Aliexpress.com". Neben internationalen Marktplätzen kauft der Early Adaptor auch bei deutschen und europäischen Online-Händlern ein, wie "Asos" aus Großbritannien oder "Baur" aus Franken. Dabei setzt der gebürtige Mecklenburger auf Bequemlichkeit bei der Bestellung, Sicherheit bei der Lieferung und Attraktivität bei den Preisen für Geschäft und Haushalt. 

Mitte Oktober d. J. testete der Wahl-Berliner nach einer Werbe-Mail den neuen Marktplatz des B2B-Händlers "Metro" - genannt "Metro Markets". Im Rahmen einer Renovierung bestellte der Unternehmer eine Deckenlampe mit getönter Glaskugel von einer bekannten Marke und zu einem attraktiven Preis. Die schnell gelieferte Ware stellte sich bei der Montage durch einen Handwerker gut vier Wochen nach Erhalt erschrenkender Weise als zerkratzte, verschmierte und mit Einschlüssen mangelhafte "C bis Z"-Ware heraus. 

Nach Reklamation des nur zur Entsorgung geeigneten Ausschuss-Artikels musste der Journalist und PR-Spezialist erleben, wie die "Metro" mit ihrem neuen Marktplatz kundenfeindlich agiert und jeglichen Mangel versucht, abzuwimmeln. Statt - wie gesetzlich vorgeschrieben - den Mangel des technischen Artikels durch Umtausch zu beseitigen oder den Kauf zurück abzuwickeln, leugneten Kundendienst wie Pressestelle der "Metro" in Düsseldorf ihre Verantwortung für den ihrerseits verkauften, mangelhaften technischen Artikel.

Ein Hanse Digital Statement von HANSEVALLEY-Chefredakteur Thomas Keup:

Bei Amazon haben Sie als Kunde im Rahmen der "A-bis-z Garantie" 60 Tage Zeit, um einen mangelhaften Artikel von "Amazon" oder einem Marktplatz-Händler zurückzugeben. Der Kundendienst-Mitarbeiter wird sich bei Ihnen entschuldigen, dass Sie einen defekten Artikel geliefert bekommen haben, Marktplatz-Händler auffordern, innerhalb von drei Tagen eine Lösung vorzuschlagen und Sie werden Ihr Geld zurückbekommen. Das nennt man einen sicheren, vertrauensvollen Einkauf. Dessen konnte ich mir im Corona-Jahr 2020 bei mittlerweile über 100 gekauften Artikeln auf "Amazon.de" sicher sein. Das ist die weltweite Referenz für E-Commerce.

Die 23 Rücksendungen auf Grund von Garantiefällen, mangelhafter Ware, falscher Angaben oder nicht passender Größe sind für den mit weltweit 100+ Mrd. $ - davon über 10 Mrd. € allein in Deutschland - führenden Online-Händler und Marktplatz kein Problem. Ganz im Gegenteil: Ein rundherum zufriedener Kunde - und das heißt in erster Linie sicherer Kunde - kommt wieder, und zwar von selbst. Denn noch wichtiger als der niedrigste Preis im Netz ist die Gewissheit, kein Schiffbruch mit der Bestellung, der Bezahlung, der Lieferung und der Ware zu erleben. Niemand will mehr oder meist weniger hilfsbereiten Kundendienst-Mitarbeitern hinterherlaufen, 
wie zum Beispiel bei "Otto.de" (Supporter*innen-Zitat: "Sie müssen ja nicht bei uns einkaufen!").

"Metro Markets" bricht geltendes Recht auf Wandlung.

Der Düsseldorfer Handelsriese "Metro" will im bommenden Geschäftsfeld von Online-Marktplätzen á la "Amazon", "Ebay" & Co. mitspielen. Die Idee ist erstmal nicht dumm, denn Gastronomen, Handwerker oder Mittelständler ersparen sich die lästige Fahrt in die "Metro". Leider versaut es der frühere Besitzer der zuletzt bankrotten Handelsketten "Kaufhof" und "Real" sowie Haupteigner der seit Jahren schlingernden Elektromärkte "Media Markt" und Saturn" ("Ceconomy") 3 Jahre nach Start des Marktplatzes und in der Expansion mit Pauken und Trompeten. Damit schließt sich "Metro" dem Online-Händler "Otto.de" an, der über drei Jahre an einem eigenen Marktplatz erfolglos herumschraubt - "Marktplatz-Kompetenz - Made in Germany".


Gefährliche Falle für gutgläubige Kunden: "Metro Markets"
Screenshot: HANSEVALLEY

Der entscheidende Dreh- und Angelpunkt: "Metro Markets" bricht geltendes Recht: Statt einen mangelhaften Artikel zurückzunehmen, umzutauschen oder zu erstatten, verweist der Kundendienst von "Metro Markets" schriftlich und damit für jedermann nachlesbar auf den 14-tägigen Widerruf im Rahmen des Verbraucherrechts (Stichwort: Abwimmeln). Zudem bricht "Metro" eine gesetzte Frist für eine konkret eingeforderte Lösung (Stichwort: Abtauchen). Während wir bei "Amazon" einen gekauften Artikel innerhalb von 60 Tagen reklamieren können, versteckt sich "Metro" bei einem Kunden, der gar kein Verbraucher sondern Geschäftskunde ist, hinter dem Verbraucherrecht gemäß Haustürgeschäften. 

"Metro"-PR reagiert mit "Zickenkrieg" und Drohungen statt Lösung.

Sie und ich können nicht gelieferte oder defekte Waren bei Problemen mit einem Händler über den "Paypal Käuferschutz" innerhalb von 180 Tagen - sprich 6 Monaten - reklamieren, wenn sie mit "Paypal" bezahlt haben. Auch wenn "Paypal" alles versuchen wird, Ihren Fall abzuwimmeln, wie ich hautnah mit einem China-Handy erleben musste. Wir können Käufe - beschädigt oder nicht - bei "Amazon" innerhalb von 60 Tagen ohne Diskussion zurückgeben. Jeder Kunde kann Käufe auf "Ebay" innerhalb von 30 Tagen über den "Ebay Käuferschutz" reklamieren, sollte ein Händler mangelhafte Ware liefern. Sie und ich sind jedoch der "A.sch vom Dienst", wenn Sie bei "Metro Markets" einen defekten (z. B. zerkratzten) oder gebrauchten (z. B. verschmierten) Artikel geliefert bekommen.

Made by Metro Markets: Produkte - verkratzt, verschmiert, mangelhaft.
Foto: Thomas Keup

Nicht nur der Kundendienst von "Metro Markets" bricht das Recht auf Nachbesserung, Wandlung und Garantie. Die verantwortliche Pressesprecherin zeigt in ihrer Antwort auf die Reklamation, wessen Kind sie, ihre Kollegen und ihr Handelsbetrieb offenbar sind. Zwar leitet die junge, verantwortliche laut "Linkedin" "Head of Media Relations" die Reklamation an den Kundendienst weiter. Die nach offizieller Berufsangabe für "Heading Innovation, Digitalization and Service Communication" (Stichwort Buzzword-Bingo) zuständige Sozialwissenschaftlerin Sirin Emre-Flender kann es sich jedoch nicht verkneifen, ihre E-Mail mit Kritik an unseren offen kritischen Worten und einem Verweis auf unseren Redaktionskodex in bester "Metro"-Arroganz aufzumachen.

PR’lerinnen sollten eigenen Berufskodex kennen.

Die frühere PR-Beraterin (u. a. für Reputationsmanagement), PR-Leiterin einer Fitnesskette (die für ihre Kundenfreundlichkeit aus eigener Erfahrung nicht bekannt ist), Senior Expertin für Brief- und anschließend interne Kommunikation bei der "Deutschen Post DHL" (das ist der Staatsbetrieb, dessen Kundendienstler bei "DHL" gern mal den Telefonhörer auflegen) vergisst aus meiner Sicht in ihrer Antwort die Professionalität als PR-Fachfrau und "zickt" stattdessen gleich zu Beginn gegen ihren Kunden - sprich Journalisten - an. In diversen Beiträgen auf "Deutsche Startups", "Gründermetropole Berlin" und HANSEVALLEY habe ich aus 22+ Jahren PR-Background erläutert, wie ein kommunikativer Störfall erfolgreich gelöst werden kann:

Die vier Schritte der "Image Restoration Strategy" lauten 1. Abbitte leisten und demütig verhalten, 2. Korrektiv handeln und eine Lösung anbieten, 3. die Ursache erläutern und um Verständnis bitten und erst als 4. Schritt die eigene Position verteidigen und mögliche unfaire Argumente zurückweisen. Frau Doppelname stellt sich jedoch in bester deutscher Manier und 12+ Jahren PR-Erfahrung gleich zu Beginn über ihren "Kunden", um anschließend nicht etwa eine Lösung des Problems anzubieten. Die Rheinländerin verweist in ihrer Presse-Antwort stattdessen auf die parallele, abwimmelnde Antwort des Kundendienstes - inkl. der Schutzbehauptung des lediglich 14-tägigen Widerrufs als Verbraucher.

Vom Produktmangel mit Volldampf in die Falle.

Die erste Ansprechpartnerin für Journalisten zu den (ihr wie auch immer geläufigen) Themen Digitalisierung (seit über vier Jahren unser Kernthema) sowie Service-Kommunikation (oder das, was die "Metro" in der Lage ist, nicht zu erbringen) tappt in eine selbst gewählte Falle, u. z. die der moralisch angreifbaren Kommunikation als rechthaberisch wirkende PR-Frau. Wir könnten jetzt ein "Fass aufmachen" und mit Skandalisierung, Personalisierung und Systemausschluss aus einer PR-Mitarbeiterin der 2. Reihe eine "verwerfliche Person" machen. Das Verhalten von "Metro"-Kundendienst und Pressestelle spricht jedoch eine eindeutige Sprache, so dass jeder Leser und jedes potenzielle "Opfer" des Marktplatzes sich sein eigenes Urteil über "Metro" und "Metro Markets" bilden kann - zuletzt bestätigt mit dem Hinweis des PR-Chefs, uns mit der juristische Keule treffen zu wollen (s. u.).

Lassen wir die "Metro" selbst zu Wort kommen: In Punkt 1 der Compliance-Richtlinien stellt das Handelsunternehmen unter der Überschrift "Wir trennen strikt persönliche Interessen von denen des Unternehmens" fest, sich professionell zu verhalten. Mit ihrem unfairen "Anzicken" zu Beginn der Kommunikation hat die Pressereferentin Sirin Emre-Flender den Grundsatz des Unternehmens aus unserer Sicht gebrochen. In Punkt 5 stellt die "Metro" heraus: "Wir respektieren die Regeln des fairen Wettbewerbs". Gegenüber Kunden agiert sie durch Verweigerung von Mangelbeseitigung und Wandlung allerdings alles andere als fair. Mit Punkt 8 zementieren die Düsseldorfer ihren Rechtsbruch: "Wir achten das geltende Recht". So, so ...

Unsere Fragen an die verantwortlichen Manager für Einkauf, Vertrieb und Kundendienst:
  • Wie kann es passieren, dass von Ihnen ein Ausschuss-Artikel ausgeliefert werden kann?
  • Wieso verweigern Sie die gesetzliche Nachbesserung von Mängeln bzw. den Umtausch?
  • Welche Gier nach "Geiz ist geil" treibt Sie aktuell an, Geschäftskunden zu übervorteilen?
  • Mit welchem Recht "zickt" Ihre Pressesprecherin Journalisten bei einer Beschwerde an?
  • Wann löschen Sie die von Ihnen hier vorsätzlich gebrochenen Compliance-Richtlinien?

Am Montag nach unserer Pressebespreche hat die zuständige Vorgesetzte der "Digital-Sprecherin" - Frau Hülya Dagli - erstmals seit Bestellung des mangelhaften Lampenschirms zunächst einigermaßen professionell reagiert: Sie bot an, den Kaufpreis ohne wenn und aber zurückzuerstatten, um damit unter Beweis zu stellen, wie "kundenfreundlich" die "Metro" sei. Um einen Satz später fröhlich eine PR-Keule rauszuholen und zu schwingen. Zitat: "Die Darstellung unserer Mitarbeiterin in Ihrem Bericht können wir keinesfalls tolerieren." 

Statt - wie von uns gemäß Redaktionskodex schriftlich angeboten - eine Stellungnahme zu mangelhafter Lieferung und kritisierenswertem Kundendienst abzugeben, leitet die Director External Communications der "Metro AG" offen eine Drohung ein, uns einen Anwalt wegen möglicher "ehrverletzender Äußerungen" auf den Hals hetzen-wollen-zu können. Damit ist die "Kundenfreundlichkeit" der "Metro" eher ein kundenfeindliches und kundenbedrohendes System, dass nicht nur mit Abzocken, Abwimmeln und Abtauchen reagiert. Jetzt wissen wir, dass auch Kunden abmahnen dazu gehört. 

Das geht aus unserer Sicht grundsätzlich gar nicht und wir weichen keinen Millimeter von unserem Recht ab, kritisierenswerte Umstände als solche zu benennen. Das sollte jeder wissen, sei es in einem Fachbeitrag oder in einer persönlichen Meinung als Betroffener. Die Pressedamen der "Metro" zeigen, wessen Geist in der Düsseldorfer Zentrale weht. Und der ist für Kunden aus eigenem Erleben schädlich, wenn man nicht spurt und sich den - Zitat eines Kollegen - "PR-Dominas" unterordnet. Ich werde mein Geld heute wie in Zukunft bei Online-Händlern ausgeben, die mich als Kunden offen, ehrlich und fair behandeln. Die "Metro"-Karte werde ich zurückgeben.

Update 14.12.2020: 

Metro AG: Sie verstehen es einfach nicht.

Keine 5 Minuten, nachdem wir den verantwortlichen Pressesprechern der "Metro" am Montag, den 14.12.20 den Beitrag zur Kenntnis gegeben haben, bekommen wir in cc eine Nachricht von Gerd Koslowski, Global Director Corporate Communications der "Metro AG". Darin versucht der auf Linkedin freundlich lächende PR-Fachmann, seine von uns cc informierten Vorstände Olaf Koch und Raphael Gasset zu beruhigen, indem er ankündigt - Zitat:

"We check legal steps"

Offensichtlich können und wollen Sie es nicht verstehen: Ein kommunikatives Problem - in diesem Fall das Abwimmeln und das Drohen seitens der Kolleginnen von Gerd Koslowski sowie die juristische Keule, um uns mundtot zu machen, ist zum Scheitern verurteilt. Wir werden die geeignete öffentliche Antwort auf eine juristische Bedrohung durch die "Metro AG" unmissverständlich formulieren und verweisen auf den Hanse Digital Codex.

*  *  *

 Hanse Digital Recherche:
*Update*

Linkedin: Gerd Koslowski, Metro AG Presse

Linkedin: Hülya Dagli, Metro AG Presse
Linkedin: Sirin Emre-Flender, Metro AG Presse

Slideshare: Thomas Keup Präsentation "Die moralische Falle"

 Hanse Digital Background: 


Deutsche Startups: Gastbeitrag "Nur ein sicherererer Kunde ist ein guter Kunde"
HANSEBUSINESS: Assets statt Anstand - Der tiefe Fall des Otto-Versands.
amazon.de/

Donnerstag, 3. Dezember 2020

HANSECHAMPIONS: Die TECHDIDE Digital-Konferenz LIVE aus Hannover

HANSE DIGITALE CHAMPIONS

Die TECHTIDE ist die Digitalkonferenz in Niedersachsen.
Foto: Deutsche Messe

"Das spannenste Schulfach wäre Zukunft."
Bernd Althusmann, Digitalminister Niedersachsen

Das mit 8 Mio. Einwohnern größte Bundesland in Norddeutschland fördert die Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft im Rahmen des "Masterplans Digitalisierung" mit 1 Mrd. €. Das Kompetenzzentrum 4.0 "Mit uns digital" in Hannover hat bis heute gemeinsam mit Partnern rd. 60 Digitalprojekte niedersächsischer Unternehmen ermöglicht.

Der "Digitalbonus Niedersachsen" ist mit bis zu 10.000,- € und 50 % Zuschuss für kleine und mittlere Unternehmen das erfolgreichste KMU-Förderprogramm in Niedersachsen und Norddeutschland. Bis heute wurden 3.700 Betriebe im Land mit 27 Mio. € gefördert und das Land stockt die Förderung um weitere 20 Mio. € auf.

Bis 2025 alle Haushalte und Betriebe im Land gigabitfähige Internetzugänge bekommen.  Außerdem plant die Landesregierung in Hannover, alle Schulen im Land gigabitfähgig zu vernetzen und unterstützt die Entwicklung mit 460 Mio. € Fördermitteln.

"Die TECHDIDE ist die Zukunftsmesse der kommenden Jahre."
Bernd Althusmann, Digitalminister Niedersachsen

Die TECHTIDE aus dem neuen, digitalen "H'Up" in der Halle 18 der Deutschen Messe zeigt 2020 zum 2. Mal Best Practices und Perspektiven für die Digitalisierung von Unternehmen in Niedersachsen und in den norddeutschen Metropolregionen Hannover Braunschweig Göttingen sowie Nord-West mit Bremen, Oldenburg und Osnabrück. 

An zwei Tagen präsentieren und diskutieren über 70 Sprecher in 20 Sessions auf 5 Bühnen in Hannover Laatzen und digital im Netz den Status Quo und Chancen für das digitale Niedersachsen mit Blick auf die digital-vernetzte Zukunft im Jahr 2030. Hier ist der Live-Stream auf der Hauptbühne:


Donnerstag, 26. November 2020

HANSEBLOC - Smarte Services für eine smarte Logistik im digitalen Norden.

HANSE DIGITAL BLOCKCHAIN
- Ein Gastbeitrag von Jan C. Rode - 

Test des neuen HANSEBLOC-Systems Anfang September d. J.
Foto: Logistik-Initiative Hamburg


Alle reden über die Blockchain – doch produktive Lösungen sind kaum sichtbar. Das "HANSEBLOC"-Konsortium aus Bremen und Hamburg hat für kleine und mittlere Unternehmen der Logistikbranche eine echte Blockchain-Lösung entwickelt – und mit eigenem "Transaction Service" eine echte Neuheit für den praktischen Einsatz geschaffen, die Sicherheit in der Logistik schafft. 

Mit digitalen Frachtpapieren können Speditionen in Zukunft Ladungspapiere fälschungssicher in Echtzeit digital über eine gemeinsame Plattform weitergeben. Unter der Haube arbeitet die dezentrale Datenbank-Technologie und sorgt dafür, dass jeder genau das sieht, was für seinen Auftrag wichtig ist. Das beschleunigt auch die grenzübergreifende Abfertigung beim Zoll.

Heute stellt die Gruppe innovativer Unternehmen im Rahmen der "Do.Innovation"-Konferenz online die Ergebnisse aus fast drei Jahren Entwicklung und Zusammenarbeit rund um die Blockchain in Norddeutschland vor. Das Besondere: Über ein eigenes Sensornetzwerk werden auch Transportdaten z. B. von Kühltransporten digital erhoben und bereitgestellt.

Das Hanse Blockchain Magazin HANSEBLOCKCHAIN hat die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten vorab. Ein Gastbeitrag von Jan C. Rode:

Seit Sommer 2018 forschen zehn kleine und mittlere Unternehmen aus dem Netzwerk der Logistik-Initiative Hamburg im Rahmen des vom Bundesforschungsministerium geförderten "KMU-NetC"-Programms am Einsatz der Blockchain-Technologie im Mittelstand. Zu Beginn des Projektes ging es noch gar nicht um Technik, sondern um Kommunikation und Aufbau eines gegenseitigen Verständnisses zwischen vier IT-Unternehmen, vier Logistikdienstleistern und zwei Hochschulen. Im Zentrum von "HANSEBLOC" steht die fälschungssichere Dokumentation von Gefahrenübergängen.

Ambitioniertes Blockchain-Projekt in der Logistik.
Grafik: HANSEBLOC

Große Herausforderungen bei Blockchain-Projekten

Bevor die Vision erreicht werden konnte, mussten die Logistiker drei wesentliche Herausforderungen meistern: Erstens, die digitale Transformation der Logistik. „Die Teilnahme an HANSEBLOC ermöglicht es uns, unternehmensinterne Prozesse, die von IT-Unternehmen aus einer anderen Perspektive hinterfragt werden, zu überdenken und zu optimieren“, sagt Martin Araman, Geschäftsführer der Sovereign Speed GmbH stellvertretend für die Logistiker im Projekt . 

Zweitens mussten die Teilnehmer sich verstärkt mit dem Phänomen beschäftigen, dass Blockchain-Projekte mehr als nur technische Lösungen brauchen, sondern auch zwingend Business-Entscheidungen einfordern: Wer bestimmt, ob und wann neue Partner oder Kunden auf das "HANSEBLOC"-System kommen? Wie soll überhaupt Konsens hergestellt werden? Wer trägt die Kosten für den Betrieb der Infrastruktur? 

Dritte wesentliche Herausforderung in dem norddeutschen Projekt war das Zusammenspiel von der Wahrung der logistischen Geschäftsgeheimnisse sowie der Blockchain-immanenten Transparenz. Mit dem „Transport  Service“ für Smart Contracts (das sind selbstablaufende Programme auf der Blockchain, die Businesslogiken und vertragsähnliche Prozesse nachbilden können) hat "HANSEBLOC" eine eigene herausragende Antwort für die Logistikwirtschaft entwickelt.

Die technische Übersicht zum HANSEBLOC-Projekt.
Grafik: Logistik-Initiative Hamburg

Smarte Lösung aus und für den Mittelstand

Ein großes Problem bleibt die Qualität und Richtigkeit der Daten, die abgespeichert werden. Mit Daten, die durch eine Blockchain abgesichert werden, aber möglicherweise falsch sind, kann keiner etwas anfangen. Mit der „Sensorchain“ verfügt "HANSEBLOC" über eine eigene, verlässliche Datenquelle: „Wir haben die Möglichkeit, Sensoren in Palettenböden zu integrieren. Dort sind sie gut vor Manipulation geschützt und wir können heutige Europaletten einfach um diese „smarte“ Komponente erweitern. 

"Hier sind je nach Ware und Anwendungsfall zahlreiche Möglichkeiten denkbar“, erläutert Julian Kakarott von der HAW Hamburg das "Sensorchain"-Konzept. An der Fracht angebrachte Sensoren erzeugen selbst ein lokales DLT-Netzwerk (DLT für Distributed Ledger Technologie - ein übergeordneter Begriff für Blockchain) und tauschen sich untereinander über Bluetooth aus. Etwaige Abweichungen – wie etwa Erschütterungen oder Temperaturunterschreitungen – können via Sensorik in Echtzeit auf der Blockchain gespeichert werden.

Neben der "Sensorchain" verfügt "HANSEBLOC" über weitere Schnittstellen: Per Web-Frontend und App können Nutzer auf Benutzerverwaltung, Auftragserfassung sowie Dispositions- oder Abrechnungstools zugreifen – bei Bedarf können bei der Auftragsabwicklung zwischen Transportpartnern diese Parameter schon verschlüsselt auf der Blockchain abgelegt und gelesen werden.

„Neben der internen Kommunikation gibt es weitere Schnittstellen zu Drittsystemen, um zum Beispiel als Spediteur meine eigenen Aufträge aus meinem Transport Management System (TMS) zur weiteren Verarbeitung in das HANSEBLOC-System zu übernehmen oder meinen Kunden über den Zustand der Ware während eines Transportes zu informieren“, erläutert Matthias Menz von der HEC GmbH aus Bremen die Systemarchitektur.

Mit 1,9 Mio. € vom Bundesforschungsministerium unterstützt:
Das "HANSEBLOC"-Projekt mit Partnern aus Bremen und Hamburg.
Logo: Logistik-Initiative Hamburg

Blockchain & Logistik: Was bringt die Zukunft?

Bevor das "HANSEBLOC"-Projekt 2020 zu seinem offiziellen Ende kommt, berichten alle Projektpartner im Rahmen der „Do.Innovation 2020“ über ihre Ergebnisse. Soviel steht schon fest: Die Aufgaben bleiben herausfordernd: In Zukunft werden die Kunden den Logistikdienstleister auswählen, der wertvolle Services aus einer Hand anbietet oder die beste Daten-Verbindung zu den eigenen Schnittstellen herstellen kann. Plattformen und Intermediäre geraten durch die Blockchain-Technologie aber ihrerseits unter Druck.

DLT-Plattformen wie "HANSEBLOC" erscheinen als Gebot der Stunde – denn hier werden die Vorzüge der Blockchain-Technologie - wie verteilter Datenbestand, gemeinsame Governance und Nachverfolgbarkeit - mit den speziellen Anforderungen der Logistikwirtschaft (Wahrung von Geschäftsgeheimnissen sowie Verfügbarkeit von Daten für die unmittelbar am nächsten Transportabschnitt Beteiligten) von und für die mittelständische Logistikwirtschaft vereint.

Das HANSEBLOC-Konsortium aus Bremen und Hamburg.
Foto: Logistik-Initiative Hamburg

Nun gilt es für "HANSEBLOC" weitere Partner aus der Logistik zu finden und diese von den Vorzügen der Blockchain sowie einer engeren Zusammenarbeit auch unter Wettbewerbern zu überzeugen. Darüber hinaus soll das Angebot für die Luft- und Schifffahrtsbranche geöffnet sowie weitere Drittanbieter – etwa aus den Bereichen Versicherung und Finanzierung – eingebunden werden.

„Für KMU, die selten über eigene Ressourcen für Forschung und Entwicklung verfügen, sind Konsortien wie HANSEBLOC und Förderprogramme wie KMU-NetC ein hervorragendes Vehikel, um die Zukunft der eigenen Branche aus Mittelstands-Perspektive mitzugestalten“, fasst Carmen Schmidt, Geschäftsführerin der Logistik-Initiative Hamburg Management GmbH, die Chancen von "HANSEBLOC" für die digitale Zukunft norddeutscher Mittelständler zusammen.

*  *  *

Ein Gastbeitrag von Jan C. Rode, Projektmanager der Logistik-Initiative Hamburg. Die inhaltliche Verantwortung des Autorenbeitrags liegt beim Urheber.

 Hanse Digital Background: 

Das "HANSEBLOC"-Projekt wird im Zeitraum April 2018 bis Dezember 2020 durch das Bundeforschungsministerium im Rahmen des Bundesprogrammes "Förderung von strategischen KMU-Innovationsverbünden in Netzwerken und Clustern" ("KMU-NetC" ) mit 1,9 Mio. € unterstützt. Das Gesamtbudget des 2,5-jährigen Technologieprojekts beträgt rd. 3,1 Mio. €.
Das 'HANSEBLOC"-Projekt bei der Logistik-Initiative Hamburg:

01.10.2020: Prototyp auf Herz und Nieren getestet.

Das Hanse Blockchain Magazin
Das Hanse Blockchain Magazin:
www.hanseblockchain.de

Donnerstag, 12. November 2020

HANSEINVESTIGATION: Startup-Förderung in Hamburg - Die Stunde der Wahrheit!

Ein HANSE DIGITAL INVESTIGATIV von
- Landeskorrespondent Gerd Kotoll -

Oder: Wer plündert hier das Hamburger Steuersäckel? 

Den Schein wahren ... und manchmal auch die Scheinchen:
Der rot-grüne Hamburger Senat 2020-2025
Foto: Senatskanzlei Hamburg

Knapp 50 Mio. € Fördersumme für staatliche Startup-Förderprojekte in gerade einmal drei Jahren. Fast 60 Experten für Beratung, Ausgründung, Transfer und Finanzierung von Startups und ihren Innovationen an Alster und Elbe. Aber: Ein “Innovations- und Wachstumsfonds” mit geplanten 100 Mio. € Volumen, der nach fast 5 Jahren abgeblasen wird. Willkommen im Startup-Universum hinterm Deich.

Was ist aus der 2014 für dieses Jahr versprochenen “Innovationsregion” des SPD-geführten Senats geworden? Warum musste der viel beschworene Investitionsfonds für Startups scheitern? Wie hat sich eine Startup-Unit mit 1,5 Mitarbeitern zum Fixstern des Hamburger Gründeruniversums aufschwingen können, und welche neue Idee hat sich die staatliche Förderbank IFB ausgedacht, um doch noch Investoren das Geld abzunehmen? Landeskorrespondent Gerd Kotoll mit den Fakten:


Auf welches Ergebnis kommen Sie?

Grob überschlagen sind es rd. 50 Mio. Euro, die aus dem Hamburger Haushalt seit gut 3 Jahren in die Strukturen der (halb)staatlichen Förder- und Beratungseinheiten geflossen sind und weiter üppig fließen. Auch hier gilt: Unsere Aufzählung ist sicher weder in Bezug auf die Anzahl der Institutionen noch auf die aus dem Steuersäckel zur Verfügung gestellten Summen vollständig.

Anders formuliert: Seit dem Zeitpunkt des Bürgerschaftsbeschlusses zur Einrichtung des “Innovations- und Wachstumsfonds” im Januar 2016 hat die Stadt Hamburg durch den Senat rund die Hälfte des Volumens des jetzt abgeblasenen Fonds in den Aufbau von Strukturen, Stellen und Zuständigkeitswirrwarr gesteckt - ohne dass ein Startup mit einem einzigen Euro direkt gefördert wurde. Die Stadt hätte also eigenhändig einen Fonds auf den Weg bringen können, ohne private Kapitalgeber mitzunehmen.

Die hatten übrigens aufgrund der für sie unattraktiven Konstruktion des geplanten Fonds kein Interesse an einer Beteiligung, wie wir aus dem Umfeld des beauftragten Initiators erfuhren - womit dann auch der wahre Grund dieses Fiaskos genannt ist. Dabei hatte man die Hamburger Senatsgesandten auf ihrer Investorensuche in Berlin bereits 2016 unverrichteter Dinge zurück in die schönste Stadt der Welt geschickt. Aber man wollte ja nicht hören.

Nicht hören möchte man in diesem Zusammenhang auch die Aussagen aus der Finanzbehörde, die es als nicht vermittelbar ansieht, wenn durch einen mit 100% aus Steuermitteln ausgestatteten Fonds finanzielle Risiken eingegangen werden, die zum Totalverlust führen können. Stimmt, möchte man reflexartig meinen. Aber ist das Schaffen redundanter Strukturen sinnvoller? In Bezug auf das eingesetzte Steuergeld sicher nicht, denn das ist in jedem Fall weg. Bei gleichzeitig noch niedrigerer Renditeerwartung.

Und die Strukturen der Beratungsinstitutionen? Die sind ja alle noch da. Haben Sie mitgezählt? Auf wie viele sind Sie gekommen? Mehr als zehn? Mehr als fünfzehn? Wir hatten Sie im ersten Teil gewarnt: Hefte raus, Mathe-Klausur (auch im Corona-Lockdown)! Genannt haben wir zwölf - denke ich. Dabei ist die Aufzählung - wie gesagt - in keinem Fall vollständig oder abschließend. Gerade deswegen drängt sich aber folgende Frage auf:

Wozu braucht eine Stadt mehr als ein Dutzend Gründungsberatungsstellen? Wohlgemerkt: eine Stadt, die einen Startup-Förderfonds nicht auf die Beine gestellt bekommt. Eine Stadt, die aber noch im Dezember 2018 von sich behauptete, auf dem Weg zur “Innovationshauptstadt Europas(!) ein gutes Stück vorangekommen” zu sein (Spoiler: Dank der IFB). Wir konnten das auch kaum glauben, haben es aber schwarz auf weiß. Und jetzt?

Was haben Sie übersehen? Na? Entschuldigung, die Frage war gemein, denn Sie konnten gar nichts sehen. Weil es sie nicht gibt, z. B. die Mittel für die Schaffung bzw. den Ausbau von Entrepreneurship-Professuren an den Hamburger Hochschulen. Vielfach gefordert, von der zuständigen Senatorin freundlich-unverbindlich als wichtige Aufgabe öffentlich bekräftigt, ist in Sachen Entrepreneuship an Hamburgs Hochschulen … nichts passiert. Außer ein “Startup Dock” und ein “Startup Port” in Harburg - u. a. dank üppiger “EXIST”-Mittel des Bundes.

Falsche Prioritäten - fehlgeleitete Mittelverwendung!

Genau das würden die Programmbetreuer der IFB Innovationsstarter GmbH den sich bewerbenden Startups wohl vorhalten - und dann eine Förderung ablehnen. Diese Erkenntnis fehlt dem Senat aber. Für einen Senat mit einem derart hohen Anspruch ist das alles zusammen ein niederschmetterndes Ergebnis. Senat? Geht es nicht ‘ne Nummer kleiner? Die Wirtschaftsförderung ist ja “nur” bei der Wirtschaftsbehörde aufgehängt. Ja, genau. Und dort strampelt sie weitgehend ohne Bodenkontakt vor sich hin.

Wie wir darauf kommen? Schauen Sie sich doch mal an, wie viele Menschen bei “Hamburg-Invest” für Immobilien zuständig sind, und dann wie viele für die Startup-Förderung? (Und ziehen Sie den gern mehrfach verkauften Pressesprecher bitte ab). Ach so?! Das geht trotzdem, meinen Sie, weil es ja die vielen anderen Startup-Beratungs-Förderungs-Vernetzungs- und (nur nicht) Finanzierungs-Dingens gibt? Jaja. Nur sagt “Hamburg-Invest” dazu Folgendes (Zitat, entnommen aus dem unten genannten Artikel):

“Mit der Bündelung unterschiedlicher Services unter dem Dach der Hamburg Invest professionalisieren wir das rasant wachsende Startup-Ökosystem zwischen Elbe und Alster.” (Hervorhebung durch die Redaktion) 

Soso. Wenn das mit der aktuellen Personalzahl der Startup-Unit (1 Leiterin + 1 Aushilfe) bei “Hamburg-Invest” funktioniert, dann kann man die anderen rd. 60 gezählten Akteure wohl in der Tat als unprofessionell bezeichnen (z. B. “Be your pilot”: 11 Team-Mitglieder, “IFB Innovationsstarter”: 11 Finanzierungsprofis, “Ahoi.digital”: 8 Hochschul-Koordinatoren, Handelskammer: 5 Gründungsprofis, “HEI Hamburg”: 4 Gründungsprofis, “IKS Hamburg”: 4 Transferprofis, “DESY Startup Office”: 4 Gründungsberater). Vielleicht sieht man sich deswegen auch nicht als Konkurrenz, wie es in dem Artikel weiter heißt.

Dennoch bleibt es ein Problem das ganzen Senats, da sich auch die Wissenschaftsbehörde nicht mit Ruhm bekleckert: zu wenig Ausgründungen (2018: 14 in Hamburg zu 59 in Lüneburg), zu wenig MINT-Studenten (200 neue zu 1.500 mit “Ahoi digital” geplanten), zu wenig Entrepreneurship-Kurse. Alles im “Deutschen Startup-Monitor” 2019 und 2020 für Hamburg belegt. Wenn in einer Stadt erheblich mehr Lehrstühle für Genderstudies als für Entrepreneurship an den staatlichen Universitäten finanziert werden, wundert es nicht, dass es keine Hamburger Hochschule unter die Top Ten der Gründer-Unis schafft, im Gegensatz zu Bremen ...

Solange universitäre Exzellenz im Elfenbeim-Turm der wissenschaftlichen Unantastbarkeit verharrt, solange werden teure Programme wie “Ahoi digital” erfolglos bleiben - mit allen negativen Konsequenzen für die Stadt. Pro-Tipp: Suchen Sie den Begriff “Ahoi digital” doch mal im aktuellen Koalitionsvertrag. Ist ja ein Programm, was über fünf Jahre aufgelegt wurde.*

Bestimmt konnte man weder bei “Hamburg-Invest” noch bei der Wirtschaftsbehörde Anfang September d. J. ahnen, dass das mit dem “Innovations- und Wachstumsfonds” nach fast fünf Jahren nun doch nichts wird. Wie sonst ist es zu erklären, dass in einem Interview - nachzulesen auf der Homepage von “Nextmedia Hamburg” - auf die Frage, was den Hamburger Gründungsstandort so besonders macht, folgende Antwort von “Hamburg-Invest” kommt. Zitat:

“Es gibt hier viele mittelständische und familiengeführte Gesellschaften, die unternehmerisch denken und sich als Business Angel für Startups engagieren.” 

Für ein finanzielles Engagement beim Innovations- und Wachstumsfonds reichte die Überzeugungskraft dann wohl doch nicht aus. Das erklärt sicher auch, warum die neueste Idee der "IFB" - das “Hamburger Investorennetzwerk” - erst einmal getagt hat - aber mit einem eigenen Mitarbeiter bei der Förderbank glänzt. Insgeheim hofft man in der Wirtschaftsbehörde an der Wexstrasse jetzt wohl auf den Startup-Fonds des Bundes. Der ist 10 Mrd. Euro schwer, und davon könnte doch in Hamburg was vom Laster fallen.

“Weil wir Hamburg sind” - so lautet der neue Hamburger Werbeclaim. Und der bekommt mit dem aktuellen Wissen aus mehr als einem Dutzend staatlicher Startup-Förderer einen ganz neuen, allerdings eher peinlichen Klang. Denn er ist offensichtlich mehr Schein als Sein. Früher war das in der ehrbaren Kaufmannsstadt mal umgekehrt.

Apropos “Jaja”. Sie wissen was “Jaja” bedeutet? Genau: ‘Klei mi an de Feut!’

*  *  *

 Hanse Digital Investigation: 

HANSEINVESTIGATION:
Startup-Förderung in Hamburg Teil 1 - Wer sagt hier die Unwahrheit?

 Hanse Digital Background: 

* “Ahoi digital” im Koalitionsvertrag (Seite 90): 
hamburg.de/senatsthemen/koalitionsvertrag/

Bericht des Haushaltsausschusses: Nr. 21/12652
buergerschaft-hh.de/

Kleine Anfrage der Bürgerschaft an den Senat: Nr. 21/13117
buergerschaft-hh.de/

Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft: Nr. 21/15571
buergerschaft-hh.de/

Öffentlich zugängliche Information genannter Institutionen:
ahoi.digital/

und weitere Recherchen und mathematisch gelöste Aufgaben. 

 Hanse Digital Recherche: 

HANSEINVESTIGATION:
Der Fuchs im Hühnerstall.

HANSEINVESTIGATION: 
Ein Startup Port für Hamburg.
HANSESTATEMENT: 

Mittwoch, 28. Oktober 2020

HANSEINVESTIGATION: Startup-Förderung in Hamburg - Wer sagt hier die Unwahrheit?

Ein HANSE DIGITAL INVESTIGATIV von
- Landeskorrespondent Gerd Kotoll -

Oder: Die Fehlgeburt des Hamburger Innovations- und Wachstumsfonds. 

Wirtschaftssenator Michael Westhagemann gibt den Startschuss für "Be your pilot".
Foto: Hamburg Innovation


100 Mio. € für einen Innovationsfonds, der nie kommen wird. Mehr als 50 Mio. € in den vergangenen drei Jahren, die die Stadt für ihre Beratungs- und Förderangebote ausgegeben hat. Dazu fast 60 Mitarbeiter und Experten, die über 1.300 Hamburger Startups im Zweifelsfall ratlos ohne finanzielle Hilfe alleine lassen. Das sind die Fakten des nur noch drittgrößten Startup-Standorts der Republik.

HANSEVALLEY hat die Aussagen von staatlichen Vertretern und die öffentlichen Zahlen und Daten einem erhellenden Faktencheck unterzogen. Ergebnis: Mindestens einer sagt hier die Unwahrheit - und produziert womöglich Hamburger Fakenews. Landeskorrespondent Gerd Kotoll öffnet die Kellertüren von mehr als einem Dutzend staatlich subventionierten Startup-Initiativen - mit erstaunlichen Ergebnissen:

Anfang Oktober 2020, ein Donnerstag-Abend: Via Zoom vermittelt die Wirtschaftsfördergesellschaft “Hamburg-Invest” Einblicke in die Gedankenwelt amerikanischer Investoren, die sich auf den Gesundheitsmarkt spezialisiert haben und bietet gleichzeitig ausgewählten Startups aus Hamburg eine Präsentationsmöglichkeit. Eine der zentralen Aussagen:

‘Es ist genug Geld im Markt, so viel wie nie zuvor, besonders für Gesundheitsthemen.’

Nur gut eine Woche zuvor, Ende September d. J.: Die zuständige Wirtschaftsbehörde teilt per Pressemeldung in wenigen dürren Sätzen mit, dass der Anfang 2016(!) von der Bürgerschaft beschlossene “Innovations- und Wachstumsfonds” das Licht der Welt niemals erblicken wird. Das “aktuelle wirtschaftliche Umfeld” (seit 2016?, Frage der Redaktion) habe das Fundraising deutlich erschwert. Auch sei vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie die Bereitschaft der Investoren, risikoreiche Investments einzugehen, weiter gesunken. Soso.

Wer sagt hier in Hamburg nicht die Wahrheit?

Ganz anders lesen sich die Erfolgsmeldungen von “Hamburg-Invest”: Diese verkünden allein in den zurückliegenden drei Monaten Investitionen in junge Hamburger Unternehmen mit einem Volumen von über 100 Mio. Euro. Also ziemlich exakt die Summe, die der Hamburger Senat in vier Jahren nicht zusammen bekommen hat. Damit bestätigt sich, dass trotz des “aktuellen wirtschaftlichen Umfelds” und des Bedauerns seitens der Behörde zum gescheiterten Fonds mehr als 100 Mio. Euro nach Hamburg geflossen sind - sogar während der Corona-Pandemie. Wirklich.

Zur Einordnung: “Hamburg-Invest” ist die staatliche Wirtschaftsförderungsgesellschaft in Hamburg und der Wirtschaftsbehörde des Senats direkt unterstellt.

Klappern gehört zum Handwerk - eigentlich ...

Meldungen über erfolgreiche Finanzierungen gehören zu den Aufgaben von Wirtschaftsförderern, ganz klar. Das ist Teil des Standortmarketings - und vielleicht sogar dessen vornehmste Aufgabe. Quasi das Klappern, das zum Handwerk gehört: ‘Seht her, in Hamburg gibt es Geld!’ Welche Botschaft könnte ein Wirtschaftsförderer verkünden, die noch schöner wäre?

Während also ein Teil der Hamburger Wirtschaftsbehörde - trotz wirtschaftlich herausfordernder Zeiten durch Corona - mit hübscher Regelmäßigkeit erfolgreiche Fundings vermeldet, kommt aus dem gegenüberliegenden Häuserblock der gleichen Behörde kleinlaut die Aussage ‘Nö, das klappt aktuell nicht.’ HANSEVALLEY übersetzt das gerne für Sie: ‘Wir kriegen das nicht hin’. Dass heisst auch, dass damit ein Beschluss von Regierungsfraktionen und bürgerlicher Opposition der Hamburger Bürgerschaft nicht umgesetzt wird.

Anders formuliert: ‘Hier gibt es kein Geld!’ ist jetzt die offizielle Hamburger Positionierung. Vermutlich ist den handelnden Personen gar nicht bewusst, welchen Schaden sie jungen, begeisterten Unternehmern, in Hamburg entwickelten Innovationen und dem Startup-Standort anrichten. Stellt sich die Frage, ob sich die Startuphauptstadt (Berlin), die Technologiehauptstadt (München) und die Medienmetropole (Köln) jetzt heimlich ins Fäustchen lachen, dass Hamburg für sie Standort-Marketing betreibt.

Mitzählen und Mitrechnen - versuchen Sie es mal!

Um von dieser Peinlichkeit abzulenken, verweist die besagte Pressemeldung eilig auf andere ‘attraktive Fördermöglichkeiten’ - und zwar aus dem Haus der Investitions- und Förderbank, kurz: IFB. Diese versorgt - als nach eigenen Angaben aktivster Finanzierer der Stadt - innovative und wachstumsträchtige Startups seit 2012 u. a. mit Geld aus dem “Innovationsstarterfonds”. Natürlich nicht zum Nulltarif: So müssen Gründer Anteile ihrer GmbH abgeben. Zusätzlich fließen rund 600.000,- Euro pro Jahr als Honorar an die IFB, pauschal rd. 20% der Fördersumme - u. a. für 11 Mitarbeiter.

Eine Verknüpfung an den Erfolg der Förderung ist damit nicht verbunden. Das erscheint uns doch recht … üppig - und erklärt im Nachhinein auch die so tadellos geputzten Schuhe unseres hauptverantwortlichen Gesprächspartners der Hamburger Förderbank, was seinerzeit so gar nicht zum Schmuddel-Wetter passte. Tja, man hält eben was auf sich. Ganz Hamburg-typisch, den Schein wahren. Mit Verlaub: Hier sind es wohl eher viele Scheine.

Das aktuelle Umfeld: 3 Mio. € Crowdfunding in 300 Min.

Machen wir weiter mit den Zahlen: Ausweislich der eigenen Landingpage hat die IFB mit ihren drei Programmen rund 175 Gründerteams Geld gegeben, seit 2012 rd. 25 Mio. €. Das macht pro Jahr rund 3 Millionen aus. Mmmh. Jaja, das ist Hamburgs aktivster Gründungsfinanzierer... Lesen Sie jetzt oben doch gern nochmal nach, wie viel Investitionskapitial von privater Seite “Hamburg-Invest” für die letzten drei Monate(!) für die Hansestadt veröffentlicht hatte (kleiner Tipp: vorn eine Eins und dann zwei Nullen).

Psst! Das Hamburger Banking-Startup “Tomorrow” warb die Jahresleistung des “Innovationsstarterfonds” i. H. v. 3 Mio. Euro gerade per Crowdfunding allein für sich ein - innerhalb von 300 Minuten! Und, ganz unter uns: Eigentlich wollte man nur 2 Mio. Euro reinholen, aber weil das so gut lief, hat man sich breitschlagen lassen, das Ziel um 50% zu erhöhen. Das muss dieses ‘aktuell wirtschaftliche Umfeld’ und die Corona-Pandemie sein, von der in der Pressemitteilung des Wirtschaftssenators die Rede ist.

Offenbar ist niemandem in Hausleitung, Fachabteilung und Pressestelle der Wirtschaftsbehörde bewusst, dass mit jeder weiteren Finanzierungsmeldung die Aussagen aus der eigenen Pressemitteilung immer weiter ins Absurde abgleiten. Weil es eben auch nur Ausreden sind. Womit die Frage beantwortet wäre, wer in der schönsten Stadt die schönsten Märchen erzählt - aber nicht weitersagen ...

Übrigens, wo wir gerade über Investitionen im Krisenjahr 2020 sprechen: Der BVK - also der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften - bestätigt in seiner aktuellen Statistik, dass es im ersten Halbjahr 2020 zu keinem massiven Einbruch bei Investitionen in innovative Unternehmen gekommen ist. Im Gegenteil zeige sich gerade der Bereich der frühphasigen Beteiligungen unverändert stark. Sieh an, sieh an.

Die (weiteren) “Bruchpiloten” des Hamburger Senats:

Quasi hausintern hat sich eine Konkurrenz aufgebaut, die sich ebenfalls über einen reichen Geldsegen aus dem Hamburger Haushalt freuen durfte (aka: Schein(e) wahren): “Be your pilot”. Hier ist nicht nur die Namensgebung bereits unglücklich, sondern auch die Erfolgsbilanz eher dürftig - mit ganzen 15 “EXIST”-Förderungen von 2019 bis 2020, wie die Protagonisten über Twitter stolz vermelden. Ganz im Gegenteil zum Funding:

Über 10 Mio. Euro hat der Senat hier über fünf Jahre zur Verfügung gestellt für…. ja, für was eigentlich? Laut eigener Homepage wird in vielen Worten die Förderung wissensbasierter (Aus-)Gründungen staatlicher Hamburger Hochschulen gefördert - mit allem, was man meint, heutzutage anbieten zu müssen. Man könnte also verführt sein zu denken, dass es sich hier um innovative Gründungen handeln muss. Ach nee, die werden ja von der IFB gefördert.

Apropos “dürftige Erfolgsbilanz”: Da geht noch was!

Ahoi! Wie bitte? Ja, ahoi! Und zwar digital. Also: “Ahoi digital”. Die Namensgebung ist eine weitere kognitive Herausforderung, bei der es hinterher wieder niemand gewesen sein will, aber sei’s drum, es kommt ja auf die Inhalte an. Und die haben es in sich! Also, sie hätten es in sich haben sollen. Denn die Initiative “Ahoi digital” sollte das Informatik-Profil der vier beteiligten Hamburger Hochschulen schärfen, 35 Professuren schaffen und gut 1.500 zusätzliche Studenten für IT-Fächer gewinnen.

Gute 30 Mio. Euro war das Projekt dem Senat 2017 wert, das die Hafen- und Handelsstadt in die wissenschaftliche Champions League von Data Science & Co. katapultieren sollte. Bis Ende 2019 waren gerade 4 (in Worten: vier) Professoren-Stellen besetzt und keine 200 Studenten hatten sich für die Zukunfts-Wissenschaften mehr eingeschrieben. Bonus-Gag: Werfen Sie gern mal einen Blick auf die Instagram-Seite unter @ahoi_digital. Geht schnell, versprochen. Die ist nämlich leer. Passt irgendwie zu der am 1. Januar 2018 gestarteten Initiative, oder?

Übrigens: Wussten Sie, dass die Wissenschaftsbehörde mit der Handelskammer die “Innovationskontaktstelle” - kurz: IKS - eingerichtet hat und aus EU- und Landesmitteln bezahlt? So ist es die Aufgabe der IKS, Gründer von (staatlichen) Hamburger Hochschulen mit Unternehmen zu vernetzen, sie zu fördern und zu unterstützen - genau jenen Hochschulen von “Ahoi digital”. Laut Gründungsmitteilung von 2011 sollte die IKS die Hansestadt bis 2020 zu einer ‘führenden Innovationsmetropole Europas’ machen. Jaja.

Und, nein, wir fassen uns jetzt nicht an den Kopf, dass es für 105 Mio. € inkl. Bau und Betrieb (davon 95 Mio. Bundesmittel) 
über 2 Gebäude eine weitere Einrichtung dieser Art im neuen Epizentrum der Hamburger High-Tech-Wissenschaften - der 2025 teilweise fertigen “Science City Bahrenfeld” - geben soll. Ganz wichtig: Gründer-Förderung. Und natürlich GründerInnen-Förderung. Dazu wurde (heute) schon mal über 2,5 Stunden der Startschuss online feierlich schöngeredet. Okay, ein kleiner verzweifelter Griff an den Kopf passiert jetzt doch. 

Während die “DESY Innovation Factory” zumindest ein wenig Klang im Namen hat, ist das mit dem “Startup-Port” (nicht zu verwechseln mit dem “Startup-Dock” für Harburg, das ist zwei Türen weiter - also der selbe Betreiber) wieder die eher “Was mit Hafen”-Nummer. Immerhin gab es 3,5 Mio. Euro (in diesem Fall vom Bund) für…. ja, genau, für die Förderung der Startup-Gründung aus der Wissenschaft. Man wünscht sich sogar noch den Austausch mit Wirtschaft und Gesellschaft - und das ganze sogar in der Metropolregion (die aber auch nur bis Wedel und Lüneburg reicht).

Wo wir gerade so schön beim Buddeln sind ...

By the way: Die Anzahl der - vom Bund “EXIST”-geförderten - Gründungen aus allen staatlichen Hamburger Hochschulen wurde in 2018 mit 14 (in Worten: vierzehn) gezählt. Von 2019 auf 2020 sind es laut “Be your pilot” auch nur 15. Von 2012 bis einschließlich 2017 hat die IFB ihrerseits gerade einmal 35 Startups unterstützt - von aktuell gut 1.300 Startups. In gut fünf Jahren. Jaja, Hamburgs aktivster… ach, lassen wir das. Und hinter dem Deich, in der Metropolregion? Wissen Sie, wie viele “EXIST”-Ausgründungen es 2017 an der “Leuphana” in Lüneburg gab? 55. Und 2018? 59. An einer einzigen mittelgroßen Universität.

Hoppla! Hätten Sie es beinahe auch übersehen, das Gründerzentrum der Handelskammer? Auch an dieses können sich Gründer selbstverständlich wenden, werden auch dort natürlich mit dem Ökosystem vernetzt - z. B. mit den Wirtschaftsjunioren der altehrwürdigen Kammer. Die verleihen jährlich den “Hamburger Gründerpreis”, was aber in der Stadt kaum bekannt ist. Diesbezügliche Ähnlichkeiten mit dem umso lauter promoteten Gründer-Preis von Abendblatt und Haspa sind nur rein zufällig. Bestimmt. Nicht.

Jaja, alles klar strukturie ... Nee. Nochmal, so ist’s richtig: So vielfältig ist die Gründerförderung in Hamburg! Jaajaa, denn außerdem gibt es ja auch noch die “H.E.I.” Gründerberatung der staatlichen Bürgschaftsbank und die “TU Tech Innovation” und ihre Schwester “Hamburg Innovation”, die den “Hamburg Innovation Summit” veranstaltet. Ganz ordentlich getrennt in öffentlich finanzierten GmbHs. Dazu kommen diverse privat-wirtschaftliche Initiativen mit ähnlicher Stoßrichtung. Haben Sie damit alles im Blick, also: die ganze (Gründer-)Stadt?

Nicht? Macht nichts. Der Wahlkampf-Slogan ist bei Politik und Verwaltung auch längst im Schredder gelandet. So hat man auch aus der fundierten Kritik, die Anfang März d. J. bei der Vorstellung des 2019er Startup-Monitors vor mehreren hundert Hamburger Jungunternehmern, Förderern und Journalisten vorgebracht wurde, wenig gelernt. Und die 2020er Zahlen manifestieren es: In den relevanten Kennzahlen und Messgrößen ist Hamburg niemals unter den Top 3 - also in der Realität völlig anders, als offenbar in der eigenen Wahrnehmung und den Verlautbarungen des Hamburger Senats.

So schneidet das oben - im Zweifel unvollständig - aufgezählte Ökosystem bei den örtlichen Startups mit der geringsten Zufriedenheit ab; im Vergleich finden in keiner anderen Metropole Startups die Unterstützung so schwach wie in Hamburg. Und: Der Anteil derer, die dazu nichts sagen können oder wollen und deshalb “neutral” angekreuzt haben, macht fast die Hälfte der befragten Gründer aus. Übrigens war ”Hamburg-Invest” Mit-Gastgeber der Vorstellung des Startup-Monitors im Frühjahr d. J. ... Jaja.

Damit kommen wir zu einer kleinen Bitte an Sie: Merken Sie sich bitte die genannten Zahlen und Fakten - für den Schnack mit Ihren Freunden - und für unseren zweiten Teil. Da fragen wir sie nochmal ab. Stichwort: Hefte raus, Mathe-Klausur auf HANSEVALLEY. Das meinen wir ernst!

Wie viele Mitarbeiter durch die Subventionen von Startup-, Beratungs-, Ausgründungs-, Transfer- und Finanzierungs-Institutionen in Hamburg ihr Lohn und Brot aktuell verdienen, wie sich eine der staatlichen Einrichtungen mit ganzen 1,5 Mitarbeitenden selbst zum Mittelpunkt des Startup-Universums kürt und warum der “Innovations- und Wachstumsfonds” wirklich geplatzt ist - und platzen musste.

Lesen Sie hier, wer in Hamburg noch die Unwahrheit sagt:


NACHTRAG: 


Per Vibrationsalarm meldet sich am Montag, den 2. November ‘20 gegen 17.00 Uhr das Handy, dass es einen neuen, einen ersten Instagram-Beitrag gibt. Und zwar auf dem Account von @ahoi_digital. Ist das bemerkenswert? An sich ... nicht. 


Nachdem wir am Freitag-Mittag zuvor per HANSELETTER über die Fehlgeburt des Innovations- und Wachstumsfonds (nach über vier Jahren in den Wehen), aber äußerst ineffiziente und wirkungsarme Mittelzuwendungen u. a. bei “Ahoi digital” berichtet haben, kommt nun also das erste Bildchen bei Instagram. 


Origami-Giraffen statt 35 Informatik-Professuren und 1.500 -Studenten?
Quelle: Instagram @ahoi_digital

Die bisherige inhaltliche Leere hatten wir dankbar mit dem verwaisten Instagram-Account von @ahoi_digital versinnbildlichen können. Damit Sie nicht erst zu Instagram wechseln müssen: Das besagte Bildchen zum Thema Informatik an den staatlichen Hamburger Hochschulen zeigt … eine Origami-Papier-Giraffe (s. o.). 


Das scheint irgendwie Informatik zu sein, findet man bei “Ahoi digital”. Wir können unsererseits feststellen: HANSEVALLEY wird nicht nur gelesen, man reagiert auch ganz hektisch darauf und fühlt sich womöglich ein klitzekleines Bisschen aus dem Tiefschlaf gerissen. Und sei es nur bei den eigenen, beispielhaften Social Media-Aktivitäten. Na dann ... 


*  *  *
 Hanse Digital Investigativ: 

HANSEINVESTIGATION:
Startup-Förderung in Hamburg Teil 2 - Die Stunde der Wahrheit!

 Hanse Digital Background: 

* “Ahoi digital” im Koalitionsvertrag (Seite 90): 
hamburg.de/senatsthemen/koalitionsvertrag/

Bericht des Haushaltsausschusses: Nr. 21/12652
buergerschaft-hh.de/

Kleine Anfrage der Bürgerschaft an den Senat: Nr. 21/13117
buergerschaft-hh.de/

Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft: Nr. 21/15571
buergerschaft-hh.de/

Öffentlich zugängliche Information genannter Institutionen:
ahoi.digital/

und weitere Recherchen und mathematisch gelöste Aufgaben. 

 Hanse Digital Recherche:

HANSEINVESTIGATION:
Der Fuchs im Hühnerstall.

HANSEINVESTIGATION: 
Ein Startup Port für Hamburg.
HANSESTATEMENT: