HANSEFUTURE

 HANSE FUTURE MAGAZIN

www.hansefuture.de

Die norddeutschen Bundesländer sind geprägt von traditionellen Branchen, wie Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion, Tourismus und Kreuzfahrten, Schiffbau und Werften, Häfen und internationalem Handel. Dazu kommt ein starker Medizinsektor an Hochschulstanorten und in Ballungsräumen.

Neben der maritimen Branche an Ost- und Nordsee sind die Regionen Bremen und Hamburg maßgebliche Standorte der deutschen und europäischen Luft- und Raumfahrindustrie - mit Airbus, Arianespace und OHB sowie tausenden mittelständischen Zulieferbetrieben.

Mit den VV-Werken in Emden, Hannover, Osnabrück und Wolfsburg, den Komponentenfabriken in Braunschweig und Salzgitter, Daimler-Fabriken in Bremen und Hamburg und der Autologistik in Bremerhaven, Emden und Hamburg ist der Norden eine führende Autoregion Deutschlands. 

Flächendeckende Glasfaser- und 5G-Vernetzung. Digitale Bildung und Weiterbildung, Grundlagen- und Anwendungsforschung für KI und Robotik, Smart Farming in Mecklenburg-Vorpommern und im Oldenburger Land, Vernetzte Mobilität in Hamburg und rund um Braunschweig - die digitale Zukunft zieht im Norden ein. 

Das Hanse Future Magazin stellt die aktuellen Zukunftsstrategien und digitalen Innovationsprogramme der fünf norddeutschen Bundesländer und ihrer vier Metropolregionen rund um Bremen, Hamburg, Hannover und Stettin vor.


In alphabetischer Reihenfolge der norddeutschen Bundesländer (wenn vorhanden):
Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein

LAND BREMEN
mit Freie Hansestadt Bremen, Seestadt Bremerhaven und Metropolregion Nord-West:

Norddeutsche Bundesländer planen gemeinsame Innovations- und Digitalisierungsstrategie.

Bremen nimmt die Zukunft der KI in Norddeutschland in die Hand.
Foto: Gerd Altmann, Pixabay

Bremen, 15.04.2021: Unter Leitung der Bremischen Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt soll ab November d. J. in der gemeinsamen Wirtschaftsministerkonferenz der fünf norddeutschen Bundesländer nach dem Vorbild der "Norddeutschen Wasserstoffstrategie" eine gemeinsame "Norddeutsche Innovations- und Digitalisierungsstrategie" erarbeitet werden. Das sagte die LINKE-Spitzenpolitikerin in einer Video-Pressekonferenz zur Vorstellung der "Bremen KI-Strategie 2021/2022" auf Rückfrage des Hanse Digital Magazins.

Die für Wirtschaft, Arbeit und Häfen im Land Bremen zuständige Senatorin Kristina Vogt betonte gegenüber HANSEVALLEY: "Wir müssen unsere Kompetenzen in Norddeutschland bündeln". Die Spitzenpolitikerin pointierte: "Gemeinsam kommt man weiter." Bislang gibt es keine Zusammenarbeit der Nordländer bei Innovations- und Digitalisierungsthemen. Künftig soll mit einem gemeinsamen KI-Cluster im Norden ein besonderes Augenmerk auf der koordinierten Vergabe von Forschungsgeldern liegen.

Als Vorbild nannte die Bremer Wirtschaftssenatorin das abgestimmte Vorgehen bei der Förderung von Wasserstoffprojekten für eine umweltfreundliche Luftfahrt. Durch die Abstimmung der Luftfahrt-Standorte Bremen, Hamburg und Stade in Niedersachsen konnten die drei beteiligten Landesregierungen eine effektive Forschungsförderung gegenüber "Airbus" durchsetzen.

Die Verkündung einer gemeinsamen Digitalstrategie für den Hanseraum fand im Rahmen der Vorstellung der neuen "Bremen KI"-Strategie statt. Der rot-grün-rote Senat des Landes unterstützt den führenden KI-Standort an der Weser bis Mitte kommenden Jahres mit weiteren 900.000,- €. Damit stockt Bremen die KI-Förderung nach 3,1 Mio. € aus dem Bremen-Fonds für die Forschungsprojekte des DFKI an der Weser noch einmal auf.

Die 900.000,- € sollen als Grundlagenfinanzierung für die beiden KI-Transfer-Hubs im "Digital Hub Industry" an der Universität Bremen (für Großprojekte) und an der Hochschule Bremerhaven (für den KMU-Transfer) dienen. Ab Mitte kommenden Jahres sollen die Fördergelder durch Bundes- und Europamittel gehebelt werden - u. a. im Rahmen des EU-EFRE-Programms.

An den beiden Transfer-Zentren der Hochschulen in Bremen und Bremerhaven sind Showrooms für KI-Demonstrationen und Info-Veranstaltungen für die Öffentlichkeit geplant. Dazu kommt eine virtuelle Plattform für Videoevents, Weiterbildungen und Fördermaßnahmen.

Kristina Vogt erklärte: "KI ist ein wichtiger Motor der Wirtschaft im 21. Jahrhundert. Daraus ergibt sich ihre Bedeutung für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort und eine funktionierende Gesellschaft. Der Ausbau Bremens als KI-Standort steigert dessen Attraktivität für Unternehmen, schafft und sichert Arbeitsplätze und stärkt die ganze Region. Das Ziel unserer KI-Strategie ist es, das Know-how aus der bremischen Forschungslandschaft und den Unternehmen noch stärker zusammenzubringen.

Die neue Strategie mit den vier Schwerpunkten 1. Wirtschaft, 2. Wissenschaft, 3. Gesellschaft und 4. Qualifizierung wurde von mehr als 70 Beteiligten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden, Kammern, Gewerkschaften und Verwaltung in über einjähriger Abstimmung erarbeitet. Auf Senatsseite haben die beiden Ressorts für Wirtschaft und Wissenschaft die bereits Ende 2020 verabschiedete Strategie zu verantworten.

Aktuell arbeiten allein am DFKI-Standort Bremen mit den Forschungsschwerpunkten Robotik und Medizin rd. 200 Mitarbeiter. Mit Unterstützung der Corona-Mittel aus dem Bremen-Fonds sollen sie bis 2024 auf rd. 350 aufgestockt werden. Das KI-Engagement der beiden KI-Institute "IAI" und "TZI" an der Universität Bremen und des DFKI-Standorts mit den Instituten "AI-Center for Space Robotics" und "AI-Center for Health Care" haben bis heute allein Forschungsprojekte mit einem Volumen von rd. 500 Mio. € möglich gemacht. Bislang hat der Senat nach eigenen Angaben insgesamt 4,3 Mrd. € in den KI-Standort Bremen investiert - ergänzt durch Bundes- und Europamittel.

Die KI-Strategie "Bremen KI" für Bremen und Bremerhaven ist auf www.ki-in-bremen.de nachzulesen. Die Broschüre mit allen Details der Strategie gibt es hier als PDF-Download.

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Bremen investiert 60 Mio. € in die digitale Transformation der Hansestadt nach Corona.

Bremen investiert für die digitale Zukunft nach Corona.
Foto: WFB

Bremen, 02.02.2021: Die Wesermetropole investiert in die Überwindung der Corona-Pandemie und den Neustart von Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in einem ersten Schritt 181 Mio. € aus dem milliardenschweren "Bremen Fonds". Einer der Schwerpunkte ist die "Digitale Transformation" in der Hansestadt mit einem Volumen von 60 Mio. €.

Bremen will seine Stärke als KI-Standort in Grundlagen- und Anwendungsforschung für die ganze Freie Hansestadt ausbauen. Dafür stehen jetzt weitere 3 Mio. € zur Verfügng. Für den Ausbau des "DFKI"-Standortes sind dies allein 1,14 Mrd. €, für das "AI-Center for Space Robotics" ergänzend rd. 875.000,- € und das "AI-Center for Health Care" rd. 532.000 €. Für die Unterstützung mit Fachkräften für klein- und mittelständische KI-Unternehmen investiert der Senat rd. 1 Mrd. € und für den neuen Innovationshub "IMARI" rd. 785.000,- €.

Als bundesweiter Vorreiter hat der Bremer Senat nach dem ersten Lockdown und dem flächendeckend notwendigen Homeschooling in Bremen und Bremerhaven die Ausstattung aller Schüler und Lehrer an allen allgemeinbildenden Schulen mit Tablets beschlossen - über die vom Bund hinausgehende Finanzierung im Rahmen des "Digitalpakts Schule" mit seinem Sofortprogramm. Das Bremer Engagement hat ein Gesamtvolumen von allein 60 Mio. € einschl. Bundesmitteln.

Im Rahmen der weiteren Digitalisierung des Stadtstaates werden u.a. die Hochschulen und ihre Rechenzentren unterstützt, um die Handlungsfähigkeit in Pandemiesituation zu sichern. Das Förderprogramm "ReStart" für kleine und mittlere Unternehmen sowie finanzielle Hilfen für Freiberufler für Investitionen in die Digitalisierung setzen bei der Bremischen Wirtschaft und ihrer Entwicklung nach dem Lockdown an.

Bremen fördert auch die Einführung eines digitalen Bauantragsverfahrens, der das zersplitterte Verfahren für Bauherren bündeln, koordinieren und digitalisieren soll. Bremen hat gemeinsam mit dem Rivalen Hamburg in den vergangenen Jahren bereits die einfache, digital-gestützte Ausstellung der Geburtsurkunde von Neugeborenen und damit verbunden die Beantragung des Kindesgeldes organisiert. Bremens Bürgermeister und Präsident des Senats, Andreas Bovenschulte, erklärte:

"Unser Ziel ist es, gestärkt aus der Corona-Krise herauszukommen. Und für die Zukunft besser gewappnet zu sein. Dafür wurde der insgesamt 1,2 milliardenschwere Bremen-Fonds eingerichtet. Kurzfristig wurden bereits viele Maßnahmen ergriffen, die der akuten unmittelbaren Krisenbekämpfung dienen wie beispielsweise die Beschaffung von Schutzmasken, Corona-Soforthilfen für die Wirtschaft, Testungen und Impfungen."

Insgesamt haben sich die Arbeitsgruppen bei der Entwicklung des 181 Mio. €-Pakets an den übergeordneten Zielen

  • Wissenschaft und Technologie
  • Innovative, produktive und vernetzte Unternehmen
  • Qualifikation und Bildung
  • Erhöhung der Wohnort- und Arbeitsmarktattraktivität und
  • Moderne Verwaltung orientiert.

Eine ausführliche Meldung mit Details der 4 Aktionsprogramme zu den Themen "Digitale Transformation", "Ökologische Transformation", "Wirtschaftsstrukturelle Transformation" und "Soziale Kohäsion (Bildung, Beschäftigung, Care)" sowie das Sonderprogramm "Krankenhäuser und öffentliches Gesundheitswesen gibt es auf den Seiten des Bremer Senats. Hier sind auch Links zu dem ausführlichen Senatsbeschluss und den Projekten zu finden.

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Innovationsstudie zeigt Bremens digitale Zukunft nach Corona auf.

Bremer Wissenschaftler haben die Zukunft
der Hansestadt nach Corona untersucht.
Foto: Senatspressestelle Bremen

Bremen, 18.11.2020: Die Universität Bremen hat mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut "HWWI" aus Hamburg, den Hochschulen Bremen und Bremerhaven und der "Jacobs University" den Strukturwandel und die Entwicklung von Innovationen im Land Bremen vor und während der Corona-Pandemie untersucht. Die am Mittwoch vorgestellte Studie "Struktureller Umbruch durch COVID-19: Implikationen für die Innovationspolitik im Land Bremen“ beleuchtet u. a. die Themen Innovationen, Stadtentwicklung und Finanzierung.

Als Schlüsselthemen für die Entwicklung von Bremen und Bremerhaven während und nach der COVID 19-Krise sehen die Forscher in der selbständig initiierten Studie vor allem die beiden Schlüsselfaktoren 1. Digitalisierung und 2. Quartiersentwicklung. In einer gemeinsamen Pressekonferenz stellten die Herausgeber - die Bremer Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dr. Jutta Günther und Jan Wedemeier, Leiter des Bereichs "Ökonomie der Städte und Regionen" des "HWWI" - die Fakten vor.

Im 12-seitigen Einstiegsthema "Innovation und Gründungsgeschehen" der 130-seitigen Studie analysieren die Wissenschaftler die Ergebnisse der neuartigen empirischen Grundlage für die Mikroanalyse zum Land Bremen: Die inhaltliche Auswertung von journalistischen Nachrichtentexten zu Bremen und Innovationen über 12 Monate - davon 6 Monate während der Corona-Krise - führte zu insgesamt 6 konkreten Innovationsthemen an der Weser:

Zu den maßgeblichen Innovationen zählen neues, digital unterstütztes Arbeiten und Leben in den Stadtteilen (vgl. "Kellogg-Quartier", Kornstraße und "Tabak-Quartier"), innovative Bauvorhaben (vgl. "Digital Hub Industry" inkl. "KI-Transfer-Zentrum") und die Digitalisierung sowie der Einsatz smarter Technologien. Prof. Günther mahnte gegenüber HANSEVALLEY, neben der in Bremen starken Grundlagenforschung den praktischen Einsatz digitaler Technologien zu forcieren.

Als digitales Leuchtturm-Thema zählt in der Freien Hansestadt die Künstliche Intelligenz mit der Grundlagenforschung an der städtischen Universität sowie die Anwendungsforschung an der Uni Bremen und dem Bremer Standort des DFKI. Als zu intensivierende Einsatzfelder nennen die Experten von "HWWI" und Universität die öffentlichen Bereiche Bildungs- und Gesundheitswesen sowie die Dienstleistungsbranchen.

Zu den Bremischen Industrien mit großem Potenzial durch KI gehören die Logistik rund um die Bremer Häfen, die Raumfahrt im Kontext "Arianespace" und "OHB" sowie vernetzte Formen der Mobilität inkl. ÖPNV und Mikroservices von E-Scooter bis Carsharing sowie autonomes Fahren. 
Beim Thema vernetzte Mobilität gilt Bremens Rivale Hamburg mit aktuell über 200 Verkehrsprojekten - davon 170 "ITS-Projekten" - zu intelligent-vernetzter Mobilität auf Straße und Schiene in Norddeutschland federführend zu sein. 

Neben der Digitalisierung ist das Thema Wasserstoff eines der Zukunftsthemen für das Land Bremen. so ein weiteres Schlüsselergebnis der Innovationsstudie. Prof. Dr. Jutta Günther stellte am Mittwoch das Testfeld Offshore-Elektroanalyse sowie Hybridkraftwerke mit dem "Fraunhofer Institut IWES" in Bremerhaven heraus. Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Luneort - der Halbinsel "Luneplatte" - entsteht für insgesamt 20 Mio. € aus Bundes- und Landesmitteln das Bremer Leuchtturmprojekt "Wasserstoff - grünes Gas für Bremerhaven“.

Die Bremer Innovationsstudie ist beim "HWWI" kostenfrei abrufbar. (PDF-Download).

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FREIE UND HANSESTADT HAMBURG
mit Metropolregion Hamburg:

Die Handeslkammer Hamburg erarbeitet gemeinsam mit Wirtschaft und Hamburger Stadtgesellschaft eine Strategie "Hamburg 2040".

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Hamburg als einziges Nordland beim Wettbewerb der Startupstandorte vorn dabei.

Hamburg rutscht als Startupstandort auf Platz 5 immer weiter ab.
Grafik: Startupdetector

Hamburg/Berlin, 12.04.2021: Als einziges Bundesland im Norden kann sich Hamburg im Wettbewerb um Neugründungen zukunftsweisender Startups platzieren. Die Freie und Hansestadt liegt jedoch - im Gegensatz zu offiziellen Statements Hamburger Politiker - mit 23,5 Gründungen je 100.000 Einwohner nur auf einem mittlerweile abgeschlagenen zweiten Platz - hinter Berlin mit 35,6 Gründungen. Auch bei der absoluten Zahl von Neugründungen, der Schnelligkeit der Registergerichte und den Businessmodellen erreicht die Elbmetropole keinen Spitzenplatz im Wettbewerb mit Berlin, München und NRW.

Die norddeutsche Wirtschaftsmetropole verharrt mit 220 Gründungen im ersten Pandemiejahr weiterhin auf Platz Fünf - mit lediglich acht Startups mehr als 2019. Hier brillieren Berlin (681 Gründungen), Bayern (546 neue Startups), NRW (478 Jungunternehmen) sowie Baden-Württemberg (321 neue Firmen). Niedersachsen rangiert auf Platz Sieben mit 112 Gründungen, Schleswig-Holstein auf Platz Elf mit 45 Gründungen, Bremen mit 21 auf Platz 14 und Mecklenburg-Vorpommern auf Platz 15 mit 13 neuen Hoffnungsträgern.

Bei den Schwerpunkten neuer Startups in Ballungszentren liegt Hamburg mit 220 Gründungen auf einem dritten Platz - hinter Berlin mit 681 und München mit 352 Handelsregistereintragungen. Auf Hamburg folgen im Ranking Stuttgart mit 141, Köln mit 119 sowie Mannheim mit 101 Eintragungen. Unter den norddeutschen Großstädten kommt nur noch Hannover mit 48 Gründungen auf einen elften unter den ersten 20 Plätzen.

Bei der Verteilung der Businessmodelle junger, aufstrebender Unternehmen liegt Hamburg mit dem Saarland, Berlin und NRW bei einem stärkeren Schwerpunkt für Endverbaucher (B2C). Niedersächsische Jungunternehmen tendieren mit fast 60 % in Richtung B2B-Angebote, einen starken Geschäftskunden-Fokus gibt es bei Gründern in Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Lediglich in Sachsen-Anhalt ist der Fokus noch stärker auf B2B-Branchen gerichtet.

Bei der Dauer bis zur Eintragung junge Firmen in das Handelsregister glänzt unter den Nordländern nur Hamburg (Platz Drei mit 24 Tagen). Auch in MV (28 Tage/Platz 6) und SH (31,5 Tage/Platz 7) liegt man unter dem Bundesdurchschnitt von 33 Tagen. Weniger rühmlich unterwegs sind hier Bremen (35 Tage/Platz 10) und Niedersachsen (39,5 Tage/Platz 13). Sie rangieren im Mittelfeld zusammen mit den Startuphochburgen Berlin (37 Tage/Platz 11) und NRW (39 Tage/Platz 12). Spitzenreiter ist Montabaur (8 Tage/Platz 1). Unter den Schlusslichtern rangieren aus dem Norden Lübeck (48 Tage) und die niedersächsischen Städte Tostedt (49 Tage), Braunschweig, Hildesheim und Walsrode (jeweils 57 Tage).

Beim Frauenanteil unter den Mitgliedern der Geschäftsführung junger Firmen ist MV im Nord-Osten auf niedrigem Gesamtniveau der Spitzenreiter (Fünf von Acht Startups mit mind. einer Frau in der Geschäftsleitung), gefolgt von Bremen auf Platz Zwei (Fünf von 16) und Berlin auf Platz Drei (157 von 524). Mit Anteilen leicht über dem Bundesdurchschnitt (19 %) können auch Schleswig-Holstein auf Platz Fünf (10 von 35) und Hamburg auf Platz Sieben (43 von 177) mithalten. Schlusslicht der Länder auf Platz 16 ist hier Niedersachsen mit nur 16 von 96 Startups.

Neben der regionalen Heimat in Metropolen und Bundesländern, dem Schwerpunkt der Geschäftsmodelle und der Beteiligung von Gründerinnen spielt die Finanzierung der jungen, wachsenden Firmen eine wichtige Rolle. Im Jahr 2020 konnten mit Berlin 477 Startups, Bayern mit 369 und NRW mit 234 Startups drei der großen Startupstandorte auch die meisten Finanzierungsrunden für sich verbunden. Hamburg rangiert auf einem vierten Platz mit 141 finanzierten Startups in 2020. Lediglich Niedersachsen konnte mit 50 Finanzierungen auf Platz Acht mithalten, Mecklenburg-Vorpommern kommt auf niedriger Gesamtzahl an Startups auf 15 Finanzierungen (Platz 13), Bremen auf 12 Investments (Platz 15) und Schleswig-Holstein mit 11 Investitionen auf den letzten Platz.

Bei der Verteilung der Investoren ergibt sich im Ländervergleich im ersten Pandemiejahr ein ganz anderes Bild: In Mecklenburg-Vorpommern kommt nahezu jeder zweite investierte Euro von der staatlichen MBG Beteiligungsgesellschaft. Auch in Sachsen und Thüringen kommen große Anteile der Investitionen von den staatlichen Investmentarmen der Förderbanken. Die vier Nordländer Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg rangieren auf den Plätzen 11 bis 15 am Ende der staatlichen Finanzierer in Relation zu den Investments. Größter Finanzierer sind bundesweit Businessangel mit rd. 50 bis über 60 % der geschulterten Investitionen.

In 2020 wurden in Deutschland laut Auswertung der Handelsregistereinträge durch den "Startupdetector" insgesamt 2.857 Startups neu gegründet - 318 mehr als im Jahr zuvor. 1.690 Jungunternehmen erhielten trotz Pandemie eine Finanzierung. Die größten Investoren deutscher Startups waren im vergangenen Jahr 1. der High-Tech-Gründerfonds Bonn mit 66 Finanzierungen, 2. Atlantic Labs Berlin mit 37 Investitionen, 3. IBB Ventures der Berliner Förderbank mit 28 Runden, 4. Bayern Kapital München mit 28 Investments sowie der Technologiegründerfonds Sachsen in Leipzig mit 24 Beteiligungen.

Der gesamte Startup-Report für 2020 kann bei "Startupdetector" kostenlos abgerufen werden. 

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HANSESTATEMENT: Rot-Grün: Digitalstrategie? Echt jetzt?

Das Rathaus ist politischer Mittelpunkt der Freien und Hansestadt Hamburg.
Foto: HANSEVALLEY

Die Strategie "Digitale Stadt“ aus dem Jahr 2015 war eine auf Versuch und Irrtum basierende Reihe von Einzelmaßnahmen, deren gesamtstädtische Auswirkungen, nun ja, eher überschaubar waren. Kurz vor den Wahlen stümpert man 2020 erneut hektisch vor sich hin. Der Hinweis auf die Fortsetzung der 5 Jahre dauernden Versuchsreihe lässt nichts Gutes erahnen. Willkommen bei den - Zitat - "Digitalstrategischen Leitlinien für die kommenden Jahre" - vorgestellt von Hamburgs Erstem Wahlkämpfer Peter Tschentscher. Ein Hanse Digital Statement von Landeskorrespondent Gerd Kotoll.

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LAND MECKLENBURG-VORPOMMERN
mit Regiopolregion Rostock und Metropolregion Stettin:

MV-Expertenrat schlägt nachhaltig-vernetztes Zukunftsprogramm vor.

Der Nord-Osten nutzt die Digitalisierung auf dem Land.
Grafik: TMV

Schwerin, 22.03.2021: Ein 49-köpfiger "Zukunftsrat" aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Bildung, Kultur und Sport hat für Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen sechs Monaten ein umfassendes Zukunftskonzept zu den drei gesellschaftlichen Leitthemen 1. "Globalisierung". 2. "Klimakrise" und 3. "Digitalisierung" erarbeitet. Die Vorsitzenden des von der rot-schwarzen Landesregierung in Schwerin eingesetzten "MV Zukunftsrates" - die Leiterin des Greifswalder "Moor Centrums" Franziska Tanneberger und der Direktor des Hamburger Marktforschungsinstituts "HWWI" Prof. Henning Vöpel - stellten die Eckpunkte am Freitag der Öffentlichkeit vor.

Zum Schwerpunkt "Digitale Gesellschaft" stellen die Autoren zusammenfassend fest: "Menschen vernetzen sich kreativ, kooperativ und produktiv, gewinnen gleichberechtigt Zugang zu Ressourcen und Netzwerken. In MV mit seiner großen Weite, geringen Bevölkerungsdichte und seinem drohenden Fachkräftemangel stellt die vernetzte Gesellschaft ein enormes Entwicklungspotenzial dar: Digitale Innovationen können die Wertschöpfung erhöhen und Ankerpunkte eines vernetzten Lebens und Arbeitens bilden." 

Die "Digitale Gesellschaft" verstehen die Macher des "Zukunftsrats" als Verbindung zwischen wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung. So können sich durch die digitale Erschließung der 6.000 Dörfer mit 5G und Breitband Menschen produktiv und kreativ vernetzen, ortsunabhängig Ressourcen für Bildung (z. B. digitales Lernen) und Gesundheitsversorgung (z. B. Video-Sprechstunden) nutzen und ortsunabhängig arbeiten - z. B. in digitalen Genossenschaften. Dazu kommt die digitale Vernetzung von Hochschulen und Branchen, digitale Geschäftsmodelle und regionale Plattformen mit der Chance für Startups.

Die digitale Infrastruktur soll Aufgabe der öffentlichen Hand sein und vom Land umgesetzt werden. Der "MV Zukunftsrat" sieht die digitale Teilhabe als Grundrecht für alle und als Querschnittsaufgabe für Ministerien und Behörden. Eckpfeiler sind die Themen Bildung, Datenschutz, Datensicherheit und Medienkompetenz. Kooperative Zentren für die digitale Zukunft im Land sollen öffentliche Hand, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenbringen. Vorbild sind die "Einstein-Zentren". Die Teilnehmer des "Zukunftsrates" schlagen weitergehend "Smart Villages" und "Innovation-Hubs" im Land als Ankerpunkte des digitalen Lebens und Arbeitens in MV vor.

Ein Zukunftsfonds soll die Entwicklung von neuen Industrie-Clustern und Innovationszentren finanziell unterstützen. Ziel: Eine wissensbasierte, nachhaltige Wirtschaftskultur und Förderung der Kooperation zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Eine Wissenschafts- und Technologiestrategie soll das Forschungsprofil des Landes in den Zukunftsthemen Gesundheit, Green Energy, Greentech-Industrie, Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Smart Farming schärfen. Dazu kommt eine internationale, digital-ausgerichtete Fachkräfteinitiative.

Zusammenfassend stellten die Autoren des Zukunftsprogramms mahnend fest: "Gestalten wir die digitale Gesellschaft, um Digitalisierung zu einer Quelle des sozialen und ökonomischen Fortschritts zu machen. Sie ist eine Chance für Teilhabe und Produktivität. Aber die digitale Gesellschaft ist an Voraussetzungen gebunden, die durch entsprechende Weichenstellungen geschaffen werden müssen, etwa einem Grundrecht auf Zugang zu digitaler Infrastruktur". 

Die Industrie- und Handelskammern im Nord-Osten waren ebenso explizit nicht an dem Zukunftskonzept beteiligt, wie Vertreter der Landwirtschaftslobby. Eine Zusammenfassung zu den weiteren Vorschlägen des "Zukunftskonzeptes" - wie dem Ausbau des grünen Wassestoffes in MW - gibt es bei den Kollegen des "NDR". Das gesamte Zukunftskonzept kann bei HANSEVALLEY abgerufen werden. Die Mitglieder des "MV Zukunftsrates" können hier nachgeschlagen werden.

Ein ausführlicher Überblick zur Arbeit des "MV Zukunftsrates", den Schwerpunkten für eine digitale Gesellschaft im Nord-Osten ist im Hanse Digital Magazin HANSEVALLEY erschienen.

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LAND NIEDERSACHSEN
mit Metropolregionen Hamburg, Hannover und Nord-West:

Expertenkommission stellt Zukunftsstrategie für Niedersachsen 2030 vor.

Niedersachsen hoch zu Roß auf dem Weg in die digital-vernetzte Zukunft.
Foto: PxHere, Lizenz: CC0

Hannover, 29.03.2021: Eine 11-köpfige Expertenkommission hochrangiger Wissenschaftler aus Deutschland und der Schweiz hat einen 75-seitigen Empfehlungskatalog zur Zukunft des größten norddeutschen Bundeslandes vorgestellt. "Niedersachsen 2030" beleuchtet die Herausforderungen, Chancen und Optionen für das wirtschaftlich vor allem durch Automobilproduktion, Landwirtschaft und Tourismus geprägte Küstenland mit 5 Mio. Einwohnern. 

Die Kommissionsmitglieder aus Demografie, Migration, Sozialforschung und Psychologie, Klimaforschung und Umweltsysteme, Stadt- und Raumplanung, Wirtschaft und Innovationen sowie Künstlicher Intelligenz und Robotik gehen in ihren Forderungen auf die Themen Demografie und Generationen, Zuwanderung und Diversität, Arbeit, Beschäftigung und Weiterbildung, Gesundheit und Pflege, Energie und Klimawandel, Agrar- und Ernährungswirtschaft, Mobilität sowie die digital relevanten Bereiche Forschung und Innovationen, Hightech-Strategie, Robotik und KI sowie der Digitalisierung ein.

Eine Kernforderung der seit Juli 2019 unter Vorsitz von Prof. Dietmar Harhoff vom Max-Planck-Institut für Innovationen und Wettbewerb in München entstandenen Thesen ist: die Digitalisierung einschl. digitaler Infrastruktur, Cybersicherheit, Datenzugangs- und Plattformstrategie müssen zentral von der Landesregierung im Rahmen einer Digitalisierungsstrategie geregelt werden. Dazu muss die Zuständigkeit für die Digitalisierung in einem Ministerium gebündelt werden, und nicht zwischen CDU-Wirtschafts- und SPD-Innenministerium aufteilt sein.

Als Grundlage muss das Land den Breitbandausbau und die 5G-Versorgung zentral in die eigene Hand nehmen. Die Landesregierung soll dafür verantwortlich werden, die digitale Infrastruktur sicherzustellen. Ein weiterer Schlüsselaspekt ist die Regelung zur Nutzung von Plattformen des Landes (Service-Portale), der Kommunen (Smart City-Portale) und internationaler Plattformen von Microsoft, Google Co. Hier fordern die Autoren eine einheitliche Strategie des Landes - unter Berücksichtigung von digitaler Souveränität aller Einwohner und des Datenschutzes für die regionale Wirtschaft. Parallel dazu sollte das Land ein schlagkräftiges Cyberabwehrzentrum einrichten.

Um eine digitale Gesellschaft zu erreichen, fordern die Wissenschaftler bereits bei der digitalen Bildung in den Schulen nachzulegen. So sollen alle Schüler im Land einen direkten Zugang zu digitalen Lernmitteln haben, z. B. Laptops, Lernportalen und WLAN-Anbindung in den Klassenräumen. Die Experten fordern dazu, die notwendigen Mittel an die Hand zu nehmen. Ein zentrales Augenmerk richten die Zukunftsforscher im Auftrag der Landesregierung auf die großen Wirtschaftsthemen im Agrar- und Autoland zwischen Nordsee und Harz.

Im Bereich Agrarwirtschaft setzen die Experten die digitalen Themen Präzisionslandwirtschaft und -bewässerung, autonome Landmaschinen, ein digitales Emissionsmonitoring oder die vernetzte Humusbilanzierung auf die Tagesordnung. Einen Absatz widmen die Forscher aus Deutschland und der Schweiz der intelligent-vernetzten Mobilität mit anbieterübergreifenden Plattformen. Sie fordern die Bereitstellung von Infrastrukturdaten der öffentlichen Verwaltung ebenso, wie mobilitätsbezogener Datenbestände der öffentlichen Verkehrsbetriebe und ihrer Kommunen.

Bei der Spitzenforschung fokussieren die international renommierten Wissenschaftler für das Land Niedersachsen vor allem auf die Themen Künstliche Intelligenz und Robotik. Für eine landesweite "Robonatives-Community" soll die Landesregierung flächendeckende Investitionen bereitstellen. Die Spannbreite beginnt in der digitalen Bildung an den Schulen, geht über den Ausbau der MINT-Fächer an weiterbildenden Schulen und reicht bis zur Weiterbildung der Bürger und der Gewinnung künftiger Fachkräfte.

Ein ausführlicher Magazinbeitrag zum digital-vernetzen Niedersachsen 2030 mit Details, Hintergründen und weiteren Fakten und Zahlen ist erschienen im Hanse Digital Magazin unter

Die Arbeitsergebnisse der Expertenkomission und den Download des Gutachtens und der Kernforderungen gibt es bei der Staatskanzlei in Hannover unter

"Niedersachsen 2030 - Potenziale und Perspektiven".


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Land Schleswig-Holstein
mit Metropolregion Hamburg, Hansebelt- und Fehmanbelt-Region:

Wissenschaftler in der Fehmarnbelt-Region arbeiten immer enger zusammen.

Die Wissenschaft in der Fehmarnbelt-Region kooperiert immer stärker.
 Grafik: Caspar via Wikipedia, gemeinfrei

Lübeck, 07.04.2021: Die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern in der Fehmarnbelt-Region wird immer enger. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Publikationen von Forschern, die zwischen der Metropolregion Hamburg und der Öresund-Region kooperieren, erneut gestiegen. Das belegt ein jetzt vorgelegte "Teilindex Wissenschaft" des "Fehmarnbelt Index" ("FBx"), den die Hochschule Stralsund für das "Fehmarnbelt Business Council" ("FBBC") erarbeitet hat.

Der Index "Wissenschaft, Technologie und Innovation“ hat sich vom Ausgangsjahr 2008 bis zum Jahr 2017 fast verdoppelt. Vor allem wissenschaftliche Publikationen haben sich im betrachteten Zeitraum mehr als verdreifacht. Auch die gemeinsame Projekttätigkeit in von der EU geförderten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben entwickelt sich stetig weiter. Der geografische Schwerpunkt liegt auf deutscher Seite in der Hansestadt Hamburg und auf dänischer Seite im Großraum Kopenhagen. 

Zwischen Hamburg und Kopenhagen-Malmö arbeiten innovative und kreative Geister aus Deutschland und Skandinavien schon jetzt eng zusammen. Die hier entstehende Wissenschaftsregion wird Wachstum und Wohlstand fördern und zur weiteren internationalen Profilierung des Standorts beitragen“, zeigt sich der "FBBC"-Vorsitzende Dr. Arno Probst überzeugt.

Rund acht Jahre vor der geplanten Fertigstellung des Fehmarnbelt-Tunnels sei das eine gute Nachricht und der Aufschwung in der Region durch die positive Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts im November 2020 für den Bau der Querung könne weiter an Fahrt aufnehmen, so die Autoren in in einer aktuellen Meldung.

Einziger Wehrmutstropfen: Die Anzahl der Patente aus der Region zwischen Hamburg und Kopenhagen-Malmö hat sich seit 2008 nicht erhöht und bleibt schwach. Das grenzüberschreitende Gremium "FBBC" will noch im ersten Halbjahr d. J. deutsche und dänische Unternehmen und Institutionen zu diesem Index befragen, Herausforderungen und Chancen zu Patententwicklung sichtbar zu machen.

Das "FBBC" entschloss sich 2017, die bisherigen Effekte des Zusammenwachsens entlang der Fehmarnbelt-Achse zu messen. Damit will es herausfinden, wie stark die Kooperation und das Zusammenwachsen von Märkten in der Fehmarnbelt-Region ist. Eine ausführliche Auswertung der Ergebnisse ist auf den Seiten des Business Councils "FBBC" nachzulesen.

Das Business Council "FBBC" ist ein Zusammenschluss von Handelskammer Hamburg, Handwerkskammer Schleswig-Holstein, IHK Schleswig-Holstein, Industrie- und Handelskammer zu Schwerin, Kaufmannschaft zu Lübeck, Unternehmensverband Nord, Dansk Industri, Dansk Erhverv, Deutsch-Dänische Handelskammer, HanseBelt e.V. sowie der Industrie- und Handelskammer Südschweden. Mit seinen elf Mitgliedsorganisationen repräsentiert es über 400.000 Unternehmen aus Deutschland, Dänemark und Schweden.

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