HANSEQUANTUM

 HANSE QUANTEN MAGAZIN

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"Quantentechnologie ist eine Zukunftstechnologie, und zwar eine, auf die sich die Verantwortlichen in den Chefetagen strategisch vorbereiten sollten."
- Matthias Frerichs, Leiter Unit Digital Banking, Sopra Steria, Hamburg -

Quantencomputing ist nach künstlicher Intelligenz und autonomen Fahren das nächste Metathemen in der digitalen Welt. Das Land Niedersachsen fördert die Entwicklung eines ersten Quantencomputers im "Quantum Valley Silicon Saxony" rund um Braunschweig und Hannover mit 25 Mio. € aus Mitteln der "Volkswagen-Stiftung". Die Freie und Hansestadt Hamburg hat bekundet, seine Hochschulen bei Forschung und Entwicklung rund um das Thema Quantencomputing mit Fördermitteln aus dem Innovationsetats des Senats zu fördern.

HANSEQUANTUM ist das Hanse Quanten Magazin im Norden.


Zukunftsthema Quantencomputing in der verarbeitenden Industrie bereits angekommen.

Quantencomputing: Ab 2025 wirds spannend.
Infografik: Sopra Steria

Hamburg, 22.11.2021: Rund die Hälfte der Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen in Deutschland beobachtet den Markt für Quantencomputing. Strategien zur Nutzung der zukunftsweisenden Technologie sind allerdings noch rar gesät. Daran wird sich in den kommenden drei Jahren nicht viel ändern, so die vorherrschende Meinung von rd. 160 befragten Top-Level-Entscheidern aus Wirtschaft und Verwaltung im Auftrag der Hamburger Technologieberatung "Sopra Steria". Nur eine Minderheit plant in der Befragung durch das "FAZ-Institut" eigene Forschung, richtet interne Arbeitsgruppen ein oder sucht heute bereits passende Fachkräfte.
Bereits 2025 dürfte der Einfluss in Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen jedoch spürbar werden. Davon geht knapp ein Viertel (24 %) der befragten Entscheider aus. 64 % der interviewten Führungskräfte des "Managementkompass Quantencomputing" erwartet, dass Quantencomputing mittelfristig bis 2030 einen deutlichen Einfluss auf Unternehmen haben wird. 57 % erwarten, dass Quantencomputing völlig neue Geschäftsmodelle eröffnen sowie Wirtschaft und Gesellschaft auf lange Sicht stark verändern wird. 
Konkrete Vorbereitungen für die Zeit des Quantencomputing sind noch selten. Hauptproblem: Es fehlt das notwendige Know-how. In zwei von drei Firmen und Verwaltungen sind bislang nur geringe oder gar keine Kenntnisse zum Thema vorhanden. Die verarbeitende Industrie ist Vorreiter, so die Studie. Ein Viertel der Befragten aus Industrieunternehmen schätzt den Kenntnisstand als hoch oder sehr hoch ein. Zum Vergleich: Bei Banken und Versicherern sind es 16 %, in der öffentlichen Verwaltung fünf Prozent.
"Es klafft noch eine gewaltige Lücke zwischen der Rolle, die Quantentechnologie künftig spielen wird, der Erwartungshaltung der Unternehmen und ihren eigenen Vorbereitungen. Quantentechnologie ist eine Zukunftstechnologie, und zwar eine, auf die sich die Verantwortlichen in den Chefetagen strategisch vorbereiten sollten“, sagt Matthias Frerichs, Leiter der Unit Digital Banking bei Sopra Steria und zuständig für das Thema Quantencomputing. Tatsächlich berücksichtigen derzeit allerdings gerade einmal 17 Prozent der befragten Unternehmen und Verwaltungen Quantencomputing in ihrem Strategieplan.
Im Juni 2021 hat IBM den ersten universellen Quantencomputer in Deutschland eingeweiht. Quantum System One ist der bisher leistungsstärkste Quantencomputer in Europa. Quantentechnologie gilt als wichtige Zukunftstechnologie und soll dabei helfen, komplexe Probleme zu lösen. Im Oktober 2020 hat ein von der Bundesregierung berufenes Beratergremium eine Roadmap für die weitere Entwicklung des Quantencomputing in Deutschland erarbeitet. Diese sieht für die kommenden Jahre den Aufbau eines kompletten Ökosystems in Deutschland vor.
Bis 2030 sollen in das neue Forschungsthema Quantencomputing allein in Niedersachsen mehr als 1,5 Mrd. € Förderung fließen. Das hat der Forschungsverbund "Quantum Valley Lower Saxony" in Hannover bekannt gegeben. Als erster Schritt soll bis 2025 für 25 Mio. € ein eigener, skalierbarer 50-Qubit-Forschungscomputer namens "QVLS-Q1" in Betrieb genommen werden. In den vergangenen 10 Jahren investierte das Land bereits 220 Mio. € in die Erforschung der Quantenphysik. Jetzt will das größte norddeutsche Bundesland zum führenden Standort für Quantencomputing werden.
Für die „Potenzialanalyse Quantencomputing“ hat das F.A.Z.-Institut im September 2021 im Auftrag von "Sopra Steria" 158 Entscheider online befragt. Der Großteil der Befragten arbeitet in den Branchen Finanzdienstleistungen, verarbeitendes Gewerbe sowie öffentliche Verwaltung & Versorgungsunternehmen. Die Teilnehmer der Umfrage gaben Auskunft zu ihren Vorbereitungen für die Nutzung von Quantencomputing und ihrer Erwartungshaltung im Hinblick auf diese Technologie.
Weitergehende Informationen zur Entwicklung von Quantencomputing gibt es auf dem Corporate Blog "Digitale Exzellenz".
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Niedersachsen will führende Region für Quantencomputing werden.

Niedersachsen will bis 2025 einen eigenen Quantencomputer bauen.
Foto: IBM Research

Hannover, 02.09.2021 : Bis 2030 sollen in das neue Forschungsthema Quantencomputing in Niedersachsen mehr als 1,5 Mrd. € Förderung fließen. Das hat der Forschungsverbund "Quantum Valley Lower Saxony" in Hannover bekannt gegeben. Als erster Schritt soll bis 2025 für 25 Mio. € ein eigener, skalierbarer 50-Qubit-Forschungscomputer namens "QVLS-Q1" in Betrieb genommen werden. In den vergangenen 10 Jahren investierte das Land bereits 220 Mio. € in die Erforschung der Quantenphysik. Jetzt will das größte norddeutsche Bundesland zum führenden Standort für Quantencomputing werden.
Mit Quantencomputern können große Datenmengen schneller und effizienter ausgewertet werden, als mit aktuellen (Big Data-)Möglichkeiten. Niedersachsens CDU-Wissenschaftsminister Björn Thümler betonte anlässlich der Bekanntgabe, das Wissenschaft wie Industrie auf die neue Ionen-Technologie angewiesen seien, da diese in immer kürzerer Zeit immer komplexere Rechenoperationen bewältigen können. Bisherige Rechner stoßen zunehmend an ihre physikalischen Grenzen, weshalb mit Quantencomputing ein neuer Ansatz auf Grundlage der Quanten- und Grafitationsphysik erarbeitet wird.
Ein Großteil der Finanzierung soll aus Bundesmitteln zur Quantenforschung kommen. Die Bundesregierung hatte im Frühjahr d. J. zwei Programme präsentiert, um eine Abhängigkeit von amerikanischen Anbietern, wie "Amazon", "Google" und "IBM" zu verhindern. 1,1 Mrd. € kommen bis 2025 aus dem Bundesforschungsministerium für die Erforschung der Technologie und den Aufbau eines deutschen Netzwerks aus Wissenschaft und Wirtschaft.
Weitere 878 Mio. € kommen aus dem Wirtschaftsministerium - vor allem für das Deutsche Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR). Für 740 Mio. € sollen zwei Konsortien aus Industrie sowie Startups entstehen, die einen eigenen Quantencomputer bauen sowie dazu gehörende Software und Anwendungen entwickeln wollen. Das Entwicklungsprojekt in der Metropolregion Hannover soll vor allem aus diesen Bundesmitteln finanziert werden.
Das Netzwerk "QVLS" ist ein wissenschaftliches Ökosystem rund um die Leibniz-Universität Hannover, die Technische Universität Braunschweig, die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig, das Max-Planck-Institut für Gravitationstechnik (Albert-Einstein-Institut) in Hannover, das DLR-Institut für Satellitengeodäsie und Inertialsensorik in Hannover, der "Satorius AG" in Göttingen, den Verband der Metallindustriellen Niedersachsens in Hannover und dem Unternehmen "QubeDot" in Braunschweig.
Weitere Informationen zum Thema Quantencomputing in Niedersachsen gibt es auf den Seiten von "QVLS". Ein ausführliches Video ist auf "YouTube" veröffentlicht.
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Hamburger Senat verabschiedet Innovationsstrategie für Wirtschaft und Wissenschaft.


Im Vergleich der Nordländer ist es in Hamburg "Fünf vor Zwölf" bei Innovationen.
(Foto: Liggraphy, Pixabay)

Hamburg, 18.05.2021: Der rot-grüne Senat hat eine über 100-seitige Innovationsstrategie für die Freie und Hansestadt verabschiedet. Die noch nicht veröffentlichte Zukunftsplanung zu den fünf Schwerpunktbereichen 1. Gesundheit, 2. Klima und Energie, 3. Mobilität, 4. Data Science und Digitalisierung sowie 5. Materialwissenschaften und Neue Materialien soll die Voraussetzungen dafür schaffen, ein "starkes Commitment" für Innovation in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft rund um Alster und Elbe zu platzieren und Ideen zu neuen Geschäftsmodellen und sozialen Aspekten, zu Technologien und Prozessen sowie zu Produkten und Dienstleistungen "groß zu denken" und damit eine "mutige Innovationskultur" zu schaffen.
In Sachen digitaler Zukunftsinvestitionen hat der Senat mit einem "Sonderfonds Innovation" aus dem "Hamburg Wirtschaftsstabilisierungsprogramm - HWSP" bereits 10 Mio. € u. a. für einen aus der EU über 3+ Jahre zu 50 % mitfinanzierten "European Innovation Hub" mit dem Themenschwerpunkt Künstliche Intelligenz eingeplant. Im Kontext Startup-Förderung soll das wegen seiner Erfolglosigkeit in die Kritik geratene staatliche von "Hamburg Innovation" in Harburg gemanagte Programm "Beyourpilot" für Ausgründungen von Jungunternehmen und die "Startup-Unit" mit 1,5 Mitarbeitern bei der Wirtschaftsförderung "Hamburg Invest" fortgesetzt werden.
Neben einem europäischen Digital Innovation-Hub konzentriert sich der Hamburger Senat mit 35 Mio. € Förderung aus Corona-Mitteln auf einen "Tech-Hub" mit 10.000 Quadratmetern in der künftigen "Science City Bahrenfeld" - mit Schwerpunkten u. a. in Materialforschung und Medizintechnik. Ab 2025 sollen in den 60 % Laboren inkl. Shared Labs, Büros inkl. Open Spaces sowie Eventflächen Innovationen entwickelt und Unternehmen ausgegründet werden. Künstliche Intelligenz soll laut SPD-Finanzsenator Andreas Dressel auch im "Tech-Hub" in Nachbarschaft zur "DESY"-eigenen "Innovation Factory" II ein Thema sein.
Im Bereich der durch Brüssel zu 55% kofinanzierten "EFRE"-Programme will der Senat seinerseits weitere 29,6 Mio. € für die Förderprogramme der Förderbank IFB bereitstellen - u. a. für Verbundprojekte von Wissenschaft und Wirtschaft ("Profi Transfer Plus"), einen weiteren "Innovationsstarterfonds" und eine Fortsetzung von "Innostarter". Unter die Mittel fällt auch die Finanzierung des Zukunftsthemas Quantencomputing an den Hamburger Hochschulen. Bei der Wissenschaftsbehörde sollen 13 Mio. € für die Innovationsförderung in den Jahren 2021/2022 zur Verfügung stehen, u. a. für Personal-Scouting, "Seed-money-Facilities" und einen Transferpreis.
Im Bereich Forschung und Wissenschaft plant der Senat mit dem Geld außerdem, sogenannte Wissenschaftscluster zu schaffen. Diese sollen auf die fünf Innovationsthemen aufbauen. Dabei sollen Exzellenzthemen mit besonderem Transferpotenzial im Fokus stehen. Drumherum beabsichtigt die Landesregierung gemäß des "Cambrigde-Modells" wirtschaftliche Innovations-Ökosysteme mit Technologiezentren und Transfereinrichtungen, Tech-Startups sowie Unternehmensvertretungen einzurichten, z. B. in den Leitthemen Infektionsforschung (UKE) und Materialforschung (DESY). In den kommenden 2 Jahren stehen dafür aus den 13 Mio. € Innovationsmitteln rd. 3 Mio. € zur Verfügung. 
An der Erarbeitung der Innovationsstrategie für alle in Hamburg als relevant deklarierten Gesellschafts- und Zukunftsbereiche waren mehr als 300 Vertreter aus Hamburger Wirtschaft und Gesellschaft, Forschung und Wissenschaft sowie der Kultur beteiligt. Der Hamburger Senat hat die regionale Innovationsstrategie u. a. geschaffen, da diese Voraussetzung für die Inanspruchnahme von EU-Strukturfondsmitteln ist.
Die Senatoren für Finanzen und Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft sowie Kultur und Medien sowie der Chef der Senatskanzlei wollen sich einmal im Jahr über Innovationen und deren Finanzierung austauschen. Eine Begleitgruppe soll die Innovationsförderung konkretisieren, kontrollieren und messen. Zudem sollen Experten "nach Bedarf" Input für neue Entwicklungen liefern und den Senat sowie die Begleitgruppe beraten.
Eine Präsentation zur neuen Hamburger Innovationsstrategie kann auf den Internetseiten des Senats abgerufen werden. 

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