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Neuer Digitalbonus für kleine und mittlere Unternehmen in Life Science und E-Health aus Niedersachsen.

Die niedersächsische Förderbank N-Bank managt das neue Programm.
(Foto: N-Bank)

Hannover, 13.06.2024: Unter dem Titel "Digitalbonus.Niedersachsen-innovativ" startet in Kürze der neue "Digitalbonus". Ab 25. Juni '24 können die Fördergelder zur weiteren Digitalisierung der Wirtschaft aus dem mit der N-Bank aufgelegten Programm beantragt werden. Der neue "Digitalbonus" soll Investitionen in innovative Projekte zur Einführung oder Verbesserung von Hard- und Software sowie der IT-Sicherheit bei kleinen und mittleren Unternehmen in Niedersachsen fördern. Ziel des Programms ist es, die digitale Transformation von KMU zu beschleunigen, um Wertschöpfung zu heben und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. 
„Die neue Förderung tritt die Nachfolge des erfolgreichen "Digitalbonus"-Programms an, das erste Digitalisierungsschritte von kleinen und mittleren Unternehmen vorangetrieben hatte", erläutert Niedersachsens Wirtschafts- und Digitalminister Olaf Lies. „Hier sind wir maßgeblich weitergekommen und konnten viele KMU in Niedersachsen in herausfordernden Zeiten auf ihrem Weg der Digitalisierung unterstützen. Der jetzt neu aufgelegte Digitalbonus.Niedersachsen-innovativ schließt daran an. Er fördert Digitalisierungsprojekte, die die digitale Transformation der Betriebe weiter voranbringen und damit neue Wertschöpfungspotenziale erschließen".
Projekte, die mit dem neuen Digitalbonus gefördert werden sollen, müssten einen maßgeblichen Digitalisierungsfortschritt und Innovationsgehalt aufweisen. „Wir haben mit dem ersten Digitalbonus einen breiten Anreiz verfolgt, um die Digitalisierung in unseren Betrieben voranzutreiben", erklärte Lies. „Das war das richtige Programm zur richtigen Zeit, denn viele KMU konnten so während der Corona-Krise entscheidende Schritte weiterkommen. Die neue Förderung geht nun noch weiter in die Tiefe."
Die Förderung erfolgt als einmaliger, nicht rückzahlbarer Zuschuss von bis zu 35 % bei kleinen Unternehmen und bis zu 20 % bei mittelgroßen Unternehmen. Die Förderhöhe beträgt mindestens 3.000,- € und max. 50.000,- €. Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft oder des Handwerks sowie freiberuflich Tätige, die Investitionen im Bereich Life Sciences oder E-Health tätigen, mit Sitz oder Betriebsstätte in Niedersachsen.
Weitere Informationen zum neuen "Digitalbonus" in Niedersachsen gibt es nach Inkrafttreten des Förderprogramms auf den Seiten der "N-Bank"
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Versicherte der AOK bekommen zusätzlich digitale Gesundheits-ID für Zugriff auf E-Rezept und Patientenakte.

Für AOK-Versicherte wird es ab 2025 technisch noch komplizierter.
Grafik: AOK-Verbund


Berlin/Bonn, 04.06.2024: Der Verbund der 11 Allgemeinen Ortskrankenkassen hat den "Telekom"-Großkundendienstleister "T-Systems" mit der Bereitstellung und Verwaltung von sicheren digitalen Identitäten für 27 Millionen AOK-Versicherten beauftragt. Die "GesundheitsID" wird künftig der Zugang zu sämtlichen digitalen Angeboten der AOK sein – von der elektronischen Patientenakte (ePA) über das E-Rezept bis zu den Services der Online-Geschäftsstellen.

Die von "T-Systems" zusammen mit dem Anbieter digitaler Identifikationsmöglichkeiten "Verimi" entwickelte "GesundheitsID" soll im Frühjahr kommenden Jahres verfügbar sein. Die Zusammenarbeit ist zunächst auf vier Jahre ausgelegrt und kann um weitere vier Jahre verlängert werden. Die bereits verfügbaren digitalen Identitäten der AOK, die seit Januar 2024 beim Login für die elektronischen Patientenakte „AOK Mein Leben“ im Einsatz sind, werden Anfang 2025 in einen einheitlichen Zugangs-Service für alle digitalen Angebote der AOK überführt.
In Norddeutschland werden ab Anfang kommenden Jahres die Versicherten der AOK Bremen/Bremerhaven, der AOK Niedersachsen, der AOK Nord-Ost in Mecklenburg-Vorpommern,der AOK Nord-West in Schleswig-Holstein sowie der AOK Rheinland/Hamburg an Alster und Elbe die neue, zentrale "GesundheitsID" nutzen.
„Die technische Lösung von "T-Systems" erfüllt die strengen Sicherheitsvorgaben der staatlichen Gesundheitsagentur "Gematik". So sollen sich die Versicherten darauf verlassen können, dass ihre sensiblen Gesundheits- und Sozialdaten vor dem Zugriff Unbefugter geschützt sind, betont Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes.
Ferri Abolhassan, "T-Systems"-CEO und Vorstandsmitglied der "Deutsche Telekom AG", sagt: „Mit den Versicherten der AOK und einer weiteren Krankenkasse wird künftig 50 Prozent aller gesetzlich Versicherten unsere digitale Identität zur Verfügung stehen. Die Technologie kann z. B. auch Bürgerdienste, Bankgeschäfte oder Reisen einfacher und sicherer machen." Neben den AOKn nutzt auch die Barmer die "Telekom"-Lösung für ihre rd. 8,7 Mio. Versicherten.
Die gesetzlichen Krankenkassen sind mit dem Digitale Versorgungs- und Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG) zur Einführung von sicheren digitalen Identitäten in Ergänzung zur bisherigen Identifikation mittels elektronischer Gesundheitskarte (eGK) verpflichtet. Die eGK bekommt damit einen „digitalen Zwilling“ auf dem Smartphone, der Zugriff auf Daten und Anwendungen ermöglicht. Die "GesundheitsID" soll wie die Gesundheitskarte auch als Versicherungsnachweis dienen.
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Krankenhauspatienten sind Vorab-Informationen zu Klinik, Spezialisierungen und Behandlungen wichtig.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - das gilt auch beim Krankenhaus-Besuch.
(Foto:
 National Cancer Institute, Unsplash)

Hannover, 30.05.2024: Die Bundesregierung hat ein neues Vergleichsportal zur Kliniksuche vorgestellt: den Bundes-Klinik-Atlas. Dass Versicherte ein hohes Interesse an Informationen vor einem Krankenhausaufenthalt haben, hat eine "Forsa-Umfrage" im Auftrag der Kaufmännische Krankenkasse aus Hannover bestätigt. Demnach sind 87 % der Befragten vor einer stationären Behandlung Informationen zu den Fachrichtungen, auf die sich das jeweilige Krankenhaus spezialisiert hat, zumindest wichtig – für 40 % sogar sehr wichtig.
Jeweils 72 % möchten im Vorfeld wissen, bei wie viel Prozent aller Patienten es bei der jeweiligen Behandlung zu Komplikationen kam bzw. wie viele Operationen bei bestimmten Behandlungen erbracht werden. Dass Sorgen vor einem Klinikaufenthalt bestehen, zeigte die "Forsa-Umfrage" ebenfalls. 2023 äußerte gut jeder Vierte (27 %) Ängste vor einem Krankenhausaufenthalt, damit war das Vor-Corona-Niveau (2019: 29 %) fast wieder erreicht. Während der akuten Corona-Krise war der Anteil der Besorgten auf 17 Prozent (2020) gesunken.
Mehr Transparenz im Sinne einer besseren Versorgung ist grundsätzlich sinnvoll“, bewertet Andreas Theil, Leiter des Krankenhausfallmanagements bei der KKH, den neuen Klinik-Atlas der Bundesregierung. „Allerdings haben wir als KKH frühzeitig auf den hohen Informationsbedarf unserer Versicherten reagiert und ein eigenes Krankenhaus-Vergleichsportal etabliert. Viele Informationen sind also bereits vorhanden gewesen.
Die KKH Krankenhaussuche unter https://www.kkh.de/krankenhaussuche bietet die Möglichkeit, sich im Vorfeld eines Krankenhausaufenthaltes über behandelte Fallzahlen, Spezialisierungen und Qualitätsindikatoren zu informieren. Anhand einer Umkreissuche von den Kliniken und den dort durchgeführten Eingriffen können Versicherte und deren Angehörige einen Vergleich der Häuser durchführen.
Darüber hinaus stehen wir auch bei weiteren Fragen rund um Zweitmeinung, Behandlungsmethode oder Anschluss-Reha persönlich zur Verfügung. Wir wissen, was Gesundheit ausmacht und geben unseren Versicherten Orientierung, um eine selbstbestimmte und qualitätsorientierte Auswahlentscheidung für den jeweiligen Eingriff treffen zu können“, so der Referatsleiter.
Das Marktforschungsinstitut "Forsa" hat im Auftrag der KKH seit 2019 jährlich bundesweit repräsentativ ca. 1.000 Personen im Alter von 18 bis 70 Jahren telefonisch zum Thema Patientensicherheit befragt – zuletzt vom 8. bis 11. August 2023.
Mit rund 1,6 Millionen Versicherten, einem Haushaltsvolumen von 7,5 Milliarden Euro und rund 4.000 Mitarbeitern zählt die KKH eine der größten bundesweiten Krankenkassen zu sein. 
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Erster sicherer Messenger im Gesundheitswesen wird in Hamburg getestet.

Der TI-Messenger Famedly bietet sichere Kommunikation.
Grafik: Famedly

Berlin, 09.04.2024: In Deutschland gibt es einen ersten, sicheren "IT-Messenger" speziell für das Gesundheitswesen. "Famedly" aus Berlin hat von der bundeseigenen Gesundheitsagentur "Gematik" als erster Anbieter die Zulassung für den Betrieb in der zentralen Telematik-Infrastruktur (TI) des Gesundheitssektors erhalten. Damit können Ärzte, Pfleger, Apotheker und andere Berufsgruppen des Gesundheitswesens datenschutzkonform miteinander chatten.
Mit dem DSGVO-konformen Messenger können Ärzte, Apotheker und Pfleger Text- und Audio-Botschaften sowie Bilder direkt ausgetauscht werden. Dies ist vor allem für den Austausch von Arztbriefen, Röntgenbildern und Zweitmeinungen hilfreich sein. Später sollen auch Krankenkassen und Patienten den "Famedly"-Messenger für ihren Kontakten Zu Ärzten & Co. nutzen können.
Die DSGVO-konforme Software-Lösung wird zunächst in der Hamburger Modellregion für digitale Gesundheit unter Regie des "ÄrzteNetzes Hamburg" getestet und aktiv eingesetzt. Nach dem Testlauf in Hamburg soll "Famedly" bundesweit verfügbar und einsetzbar sein. Die "Gematik" erwartet weitere Messenger im Wettbewerb, die aufgrund des gemeinsamen Standards untereinander kompatibel sein sollen.
Mit der Zulassung unseres TI-Messengers gehen wir einen entscheidenden Schritt in die Digitalisierung des Gesundheitswesens. „Unser TI-Messenger erfüllt nicht nur die hohen Datenschutzanforderungen, sondern ist benutzerfreundlich und integrierbar in bestehende IT-Systeme, um Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten“, so die Gründer von Famedly.
Eine ausführliche Meldung zum Thema ist bei der "Gematik" nachzulesen. Informationen zum neuen TI-Messenger gibt es direkt bei "Famedly".
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Apps auf Rezept in Mecklenburg-Vorpommern noch kaum ein Thema.

Apps spielen bei der medizinischen Behandlung in MV eine geringe Bedeutung.
Foto: Mateusz Dach, Pexels)

Schwerin, 27.03.2024: Digitale Gesundheitsanwendungen werden in Mecklenburg-Vorpommern so gut wie gar nicht genutzt. Das ist ein Ergebnis eines aktuellen Barmer-Arztreports. Seit Herbst 2020 können Ärzte "Apps auf Rezept" auf Kassenkosten verordnen. Im Arztreport wurden die Verordnungsdaten von 2020 bis 2022 ausgewertet und auf die gesamte Bevölkerung in MV hochgerechnet.
Demnach wurde in Mecklenburg-Vorpommern nur 5.400-mal eine App auf Rezept verordnet. Allerdings hat sich die Gesamtzahl der Verordnungen im Nordosten von etwa 1.800 im Jahr 2021 auf 3.580 im Folgejahr nahezu verdoppelt. Laut Barmer nicht das Thema immerhin an Fahrt auf.
„Ziel der digitalen Helfer ist es, Erkrankungen und damit verbundene Beschwerden zu lindern. Die Verordnungszahlen zeigen jedoch, dass DiGA noch nicht in der medizinischen Versorgung angekommen sind“, resümiert Henning Kutzbach, Landesgeschäftsführer der Barmer in Mecklenburg-Vorpommern.
Zum Vergleich: Die Gesamtzahl der Verordnungen innerhalb von drei Jahren ist nicht einmal halb so groß wie die Zahl der jährlich zur Krebsfrüherkennung durchgeführten Darmspiegelungen in (im Schnitt rd. 13.000 pro Jahr). Die Zahl der Verordnungen fällt laut Analyse nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, sondern bundesweit gering aus.
Dennoch zeigen sich zwischen den einzelnen Bundesländern große Unterschiede. So wurden in MV im Jahr 2022 bezogen auf 100.000 Einwohner 220 "DiGA" beantragt. Es zeigt sich, dass "DiGA" in ländlichen Gebieten seltener verordnet werden als in Städten. Die Verordnungen im Nord-Osten sind die bundesweit niedrigste Rate nach dem Saarland mit 188 Verordnungen je 100.000. Die häufigsten Verordnungen gab es dagegen in Berlin und Hamburg mit 337 bzw. 328 je 100.000.
Laut Arztreport entfällt ein Großteil der DiGA-Verordnungen mit rd. 70 % in MV auf Frauen. Überwiegend werden Apps auf Rezept im Alter von ca. 25 bis 59 Jahren beantragt. Fast die Hälfte aller Verordnungen in MV (45 %) entfielen 2022 auf die Indikationen Tinnitus und Adipositas. Dem folgen Depressionen und Schlafstörungen (jeweils 11 %). Am häufigsten verordnet werden die Apps auf Rezept mit knapp 43 % von Hausärzten.
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Neue Mobile App für pflegende Angehörende in Schleswig-Holstein.


Kiel, 26.03.2024: Pflegende Angehörige fühlen sich in der Pflege oft alleingelassen und isoliert. Aus diesem Grund hat der Bundesverband Wir pflegen e.V. die App "in.kontakt" entwickelt. Die App ermöglicht pflegenden Angehörigen und Selbsthilfegruppen einen Austausch im geschützten Netzwerk, um sich zu informieren und gegenseitig zu unterstützen - und dies zu jeder Zeit, an jedem Ort und zu jeder Frage.
In der App können sich pflegende Angehörige in Chat-Kanälen mit anderen Angehörigen und Betroffenen austauschen. Dazu stehen offene Chat-Kanäle zur Verfügung wie „Pflegende Angehörige von Demenz-erkrankten Menschen“, „Pflegende Eltern“ oder „Pflegen auf Distanz“ und weitere andere Themen. 
Die Nutzung der App sowie des Chats sind kostenfrei und können durch Nutzung eines Nicknames anonymisiert erfolgen. Auch der private Austausch mit anderen Nutzern ist im 1:1-Chat möglich. Das ganz funktioniert zudem DS-GVO-konform.
„Gerade für pflegende Angehörige ist der Austausch mit anderen, die in ähnlichen Situationen sind, sehr wichtig. Die App "in.kontakt" bietet einen niederschwelligen Zugang zu Information und Selbsthilfe", sagt Anette Langner, Sprecherin des Vorstands des Forums Pflegegesellschaft e.V.
Die App ist eine Ergänzung zu den digitalen Pflegebistros, die der Verein seit 2023 anbietet. Die App "in.kontakt" kann kostenlos im App Store oder im Google Play Store heruntergeladen und mit Smartphone oder Tablet genutzt werden.
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Helios-Kliniken setzen KI für die Darmkrebs-Früherkennung ein.

Bei Helios zieht die KI in der Darmspiegelung ein.
(Foto: Helios Kliniken)

Berlin, 19.03.2023: Dickdarmkrebs ist die dritthäufigste Krebsart bei Frauen und Männern. Durch regelmäßige Vorsorge lässt sich das Risiko deutlich senken, da die Vorstufen von Darmkrebs, sogenannte Polypen, oft über viele Jahre unbemerkt heranwachsen. Bei Polypen handelt es sich um zunächst gutartige Schleimhautvorwölbungen, die im Laufe der Zeit entarten können. Bei einer Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt, sollten diese daher zuverlässig erkannt werden.
Aufgrund ihrer unterschiedlichen Form ist es mitunter schwierig, Polypen sicher zu diagnostizieren. Denn besonders kleine, flache oder versteckte Polypen können trotz gründlicher Untersuchung übersehen werden. Hier kommt bei den "Helios Kliniken" ab sofort auch Künstliche Intelligenz ins Spiel.
Während einer laufenden Darmspiegelung erkennt die KI-Software auffällige Polypen in der Darmschleimhaut und alarmiert sofort den untersuchenden Arzt. Die Besonderheit: Die KI identifiziert Polypen in der Regel schneller als das menschliche Auge und basiert auf einem Computeralgorithmus, der selbst kleinste Auffälligkeiten eigenständig erkennen kann.
Dieser Algorithmus funktioniert wie ein Bilderkennungsprogramm und wird durch Tausende von endoskopischen Bildern trainiert, um zu lernen, welche Strukturen normal und welche problematisch sind. Das Gute daran: Die erfahrenen Gastroenterologen werden nicht durch die KI ersetzt, sondern lediglich wie von einem „Assistenten“ unterstützt, die Untersuchung noch genauer durchzuführen.
Die KI ist für uns eine Bereicherung, denn sie hat das Potenzial, mehr zu erkennen als das bloße Auge. Sie funktioniert wie ein zusätzlicher Betrachter, der immer konzentriert ist und den Untersuchenden unterstützt, relevante Krebsvorstufen noch besser zu erkennen“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Ulrich Halm, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie im Helios Park-Klinikum Leipzig.
Bei der Erkennung von Krebsvorstufen spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, darunter eine ausreichende Untersuchungszeit. Die KI kann diese Faktoren noch nicht gänzlich ersetzen. Mit diesem Wissen und einem Verständnis dieser Technologie als nützliches Hilfsmittel können jedoch zusätzliche Läsionen identifiziert und rechtzeitig erkannt werden.
Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 23.000 Menschen an Darmkrebs, und es gibt rund 55.000 Neuerkrankungen. "Die sicherste Methode, Darmkrebs und seine Vorstufen zu erkennen, ist die Koloskopie. Rund 90 Prozent aller Darmkrebserkrankungen entwickeln sich aus Darmpolypen. Die präventive Dickdarmspiegelung wird in Deutschland für Männer ab dem 50. und für Frauen ab dem 55. Lebensjahr empfohlen. Personen mit familiärer Vorbelastung sollten bereits ab dem 40. Lebensjahr untersucht werden.
Der Darmkrebsmonat März soll das öffentliche Bewusstsein für die Prävention und Früherkennung von Darmkrebs schärfen. Eine ausführliche Meldung ist im "Presseportal" nachzulesen. 
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Apotheker laufen Sturm gegen Einlösung des E-Rezepts über Versandapotheken-Apps.
DocMorris steht in Lauerstellung, um endlich mehr E-Rezepte zu bekommen.
(Foto: Instagram/DocMorris)
Berlin, 15.03.2024: Der Spitzenverband der Apotheken in Deutschland - ABDA - läuft Sturm gegen eine, vierte neue Möglichkeit, das E-Rezept einzulösen. Im Mittelpunkt steht das "Card-Link"-Verfahren, mit dem Patienten Rezepte von der Gesundheitskarte ihrer Krankenkasse mithilfe der RFID-Funktion auf dem Smartphone in die Mobile Apps der Online-Apotheken, wie "Apotal, "Doc Morris" mit ihrem Ableger "Medplex", "Sanicare", "Shop Apotheke" und anderen direkt hochladen können.
Am gestrigen Donnerstag (14.03.24) hat das Gesundheitsministerium in Berlin gegen die Warnungen von Apotheken und Ärzten, Krankenkassen und Kliniken in der Gesellschafterversammlung der staatlichen Gesundheitsagentur "Gematik" mit seiner 51 % Mehrheit den technischen Standard durchgesetzt. Damit droht den niedergelassenen Apotheken ein massiver Einbruch in ihrem existenziell entscheidenden Geschäftsfeld der Vor-Ort-Versorgung mit rezeptpflichtigen Medikamenten.
ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening erklärte: „Das ‚CardLink-Verfahren‘ bringt für die Patientinnen und Patienten erhebliche Sicherheitsrisiken mit sich, wird das erst kürzlich ausgerollte E-Rezept-System angreifbarer machen und verbessert die Arzneimittelversorgung an keiner Stelle! Die in Deutschland sichere Arzneimittelversorgung darf nicht über unsichere Smartphone-Apps gefährdet werden." Die stationären Apotheken sehen durch die neue, leichtere Möglichkeit, E-Rezepte in die Apps der Versandapotheken hochzuladen, ihre Fälle wegschwimmen.
In der öffentlichen Diskussion argumentieren sie jedoch vor allem mit Sicherheitsrisiken der "Card-Link"-Technologie, da Patienten keine PIN mehr brauchen, um ihr Rezept weiterzugeben. Bislang müssen Kunden der Versandapotheken ihre Rezepte vom Arzt ausdrucken lassen, den QR-Code abfotografieren oder einscannen und auf den Seiten bzw. Apps der Versender mühsam wieder hochladen. Das spielt den Vor-Ort-Apotheken in die Hände.
Ein Jahr nach Einführung des E-Rezepts wollen die Versandapotheken mit dem RFID-Upload via Handy ihrerseits leichter Kunden mit verschreibungspflichtigen Medikamenten gewinnen. Der Spitzenverband der Versandapotheken - BVDVA - meldete Mitte Februar d. J., mit dem Hamburger Technikdienstleister "Akquinet" eine apothekenunabhängige Lösung für das E-Rezept via Handy bereitstellen zu lassen.
Die Apothekervertretung wirft dem Gesundheitsministerium ihrerseits vor, die Interessen der internationalen Apotheken-Konzerne, wie "Doc Morris", zu unterstützen. Die europäischen Versandanbieter "Zur Rose" ("Doc Morris") und "Redcare" ("Shop Apotheke") hatten laut Medienberichten gegenüber dem Gesundheitsministerium mit Klage gedroht.
Eine Umfrage des Bitkom aus dem Jahr 2021 zeigt, dass bereits mehr als 60 % der Bundesbürger regelmäßig vor allem rezeptfreie Arzneimittel - wie Erkältungsmedizin - online kaufen und sich nach Hause schicken lassen. Hauptgrund sind vor allem deutlich günstige Preise von bis zu 40 % Ersparnis und mehr. In Deutschland sind mehr als 100.000 Medikamente zugelassen - rd. die Hälfte von ihnen ist verschreibungspflichtig - das Kerngeschäft der Apotheken vor Ort mit rd. 3 MIo. € Umsatz pro Apotheke und 6 % Gewinnmarge.
Im Jahr 2021 wurden von Apotheken mit allen Medikamenten zusammen rd. 66 Mrd. € erwirtschaftet. Im selben Jahr wurden 705 Mio. Packungen verschreibungspflichtiger Medikamente im Wert von 52,5 Mrd. € allein an die gut 73,5 Mio. gesetzlich Versicherten herausgegeben. Von diesem Kuchen wollen die Versandapotheken nach Umsetzung der "Card-Link"-Technik über die Versandapotheken-Apps profitieren.
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Apotheken alarmiert nach massiven Problemen mit dem E-Rezept.

Immer wieder Ärger mit dem E-Rezept. Diesesmal sind es die Signaturen.
(Foto: ABDA)

Berlin, 13.03.2024: Die Apotheken in Deutschland haben aktuell z. T. erhebliche Probleme bei der Einlösung von E-Rezepten. Das meldet der Spitzenverband ABDA in Berlin. Die Branchenvertretung kritisiert teilweise stundenlange Ausfälle bei der digitalen Infrastruktur des staatlichen Technologie-Dienstleisters "Gematik". Vor allem in den Morgenstunden zwischen 8.00 und 9.00 Uhr können Apotheker und ihre Mitarbeiter die E-Rezeptdaten nicht abrufen und dringend benötigte Medikamente daher nicht aushändigen.
Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), erklärt: "Immer häufiger und insbesondere in den Morgenstunden kommt es dazu, dass der Zugang zum E-Rezept-System nicht möglich ist. Unsere Patientinnen und Patienten, die teilweise schnell lebensnotwendige Arzneimittel benötigen, müssen wir in diesen Fällen vertrösten. Das ist ein inakzeptabler Zustand, der sofort gelöst werden muss."
Die staatliche Gesundheitsagentur "Gematik" meldet, dass der E-Signatur-Dienstleister "Medisign" für die Probleme verantwortlich ist. So kommt es sowohl bei der Signatur der E-Rezepte durch die ausstellenden Ärzte, als auch beim Abrufen der Daten aus dem System der Telematik-Infrastruktur und von den Gesundheitskarten der Patienten zu den Problemen. Verantwortlich sind dabei die Heilberufsausweise von Ärzten und Apothekern mit Signaturen von "Medisign".
Obwohl die "Gematik" direkt und indirekt für die Zusammenarbeit mit "Medisign" verantwortlich ist, schiebt der staatliche Technnologie-Dienstleister jede Verbindung zum Signaturanbieter von sich: "Medisign ist einer von vier zugelassenen Anbietern für elektronische Heilberufsausweise und Praxis- und Institutionsausweise und kein direkt beauftragter Dienstleister der Gematik.Perfide: Die "Gematik" empfiehlt ebenso wie ihr Dienstleister "Medisign" den betroffenen Apotheken, die Gesundheitskarte mehrfach hintereinander einzustecken. Dies könnte helfen. Das Bundesgesundheitsministerium spielt unterdessen "toter Käfer".
Die aktuellen Ausfälle sind laut Apothekerverband nicht das einzige Problem mit dem E-Rezept: Vielmehr verordnen immer noch zahlreiche Arztpraxen mit der sogenannten Stapelsignatur, was dazu führt, dass Patienten ihre Arzneimittel erst sehr viel später in den Apotheken abholen können. Die Krankenkassen weigerten sich laut Apothekerverband, trotz einer Einführungsphase Praxen die Erstattung von Arzneimitteln zu verweigern, wenn diese die veraltete Methode weiter nutzten. 
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Jede 2. Apotheke kämpft weiterhin mit technischen Problemen beim E-Rezept.
Erfolgsfaktor beim E-Rezept ist die gute alte Gesundheitskarte.
(Foto: ABDA)

Berlin, 05.03.2024: Das E-Rezept ist innerhalb weniger Wochen zum festen Bestandteil der Arzneimittelversorgung geworden. Gleichzeitig zeigt sich aber, dass es weiterhin große technische Umsetzungsprobleme gibt, die die Versorgung der Patienten verzögern und die Apothekenteams belasten. Das zeigt eine von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in Auftrag gegebene, repräsentative Umfrage unter rund 1.100 Apothekeninhabern.
Während im Dezember '23 der allergrößte Teil der Arzneimittelverordnungen über die rosa Formulare in die Apotheken kam, gaben schon einen Monat später rund 40 % der befragten Apotheken an, einen E-Rezept-Anteil von 51 bis 70 % zu haben, weitere 39 % sogar über 70 %. Daraus lässt sich klar herauslesen, dass vor allem die Einlösung über die elektronische Gesundheitskarte ein erfolgsbringender Faktor für das E-Rezept ist.
Die Umfrage zeigt auch, dass es weiterhin große Probleme mit dem E-Rezept gibt, die sowohl die Patienten als auch die Apothekenteams bei ihrer Arbeit belasten: Fast die Hälfte der Apotheken hatte bei bis zu 20 % der E-Rezepte ein Problem. Ein gutes Drittel gab an, dass sogar bei 21 bis zu 40 % der E-Rezepte Schwierigkeiten auftauchten. Eindrucksvoll sind die Ergebnisse zur schwerwiegendsten Problemlast in den Apotheken:
Knapp 70 % gaben an, dass der Fall „Patient ist da, aber E-Rezept noch nicht“ am meisten Mehrarbeit in der Apotheke erzeuge. Dieses Problem führt zwangsweise zu einer verspäteten Versorgung der Patienten. Hintergrund dieses Problems ist, dass zahlreiche Arztpraxen noch mit der sogenannten „Stapelsignatur“ arbeiten, bei der die E-Rezepte erst verspätet und gebündelt für die Abgabe in der Apotheke freigegeben werden.
Jede zehnte Apotheke nannte auch die langen Antwortzeiten in der Telematikinfrastruktur als größtes Problem – hierdurch ergeben sich für die Apothekenteams und ihre Patienten unnötige Wartezeiten, die es vor dem E-Rezept nicht gegeben hatte. Insgesamt sieht fast die Hälfte der Befragten derzeit noch erhebliche technische Mängel bei der Implementierung des E-Rezeptes.
Immerhin: Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, dass langsame Verbesserungen bei der elektronischen Verordnung wahrzunehmen seien. Ein knappes Sechstel erklärt sogar, dass man das E-Rezept schon bald nicht mehr als neu wahrnehmen werde. Allerdings: Ein Viertel der Befragten bleibt pessimistisch und befürchtet, dass es schwierig bleibt. Die Zusammenarbeit zwischen Arztpraxen und Apotheken sehen die meisten Inhaberinnen und Inhaber nicht in Gefahr.
Weitere Informationen zum E-Rezept gibt es u. a. auf den Serviceseiten der Gematik.
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DAK startet für alle gesetzlich Versicherten Service-Portal zur digital-vernetzten Gesundheitsversorgung.
Die Gesundheitsversorgung wird immer digital-vernetzter.
(Foto: DAK/iStock)

Hamburg, 01.03.2024: Mit „digital.kompetent“ bietet die DAK als erste große Kasse eine kostenlos nutzbare Online-Lernplattform, die an einem Ort wichtige digitale Gesundheitsinformationen bündelt. Angebote wie zum Beispiel das E-Rezept, die elektronische Patientenakte oder die Gesundheits-ID werden gut nachvollziehbar erklärt und deren Nutzung mit Videos veranschaulicht.
Seit dem 1. Januar ist das elektronische Rezept (E-Rezept) für alle Praxen verpflichtend. Neu ist außerdem die Gesundheits-ID. Mit dieser digitalen Identität ist mit nur einer einzigen Registrierung und Identifizierung eine Anmeldung in der App von Krankenkassen möglich.
Acht frei zugängliche Selbstlernkurse ermöglichen Versicherten aller Krankenkassen, sich flexibel jederzeit Grundlagen und tiefergehende Kenntnisse zur digital-vernetzen Gesundheitsversorgung anzueignen. Dabei informiert die neue Online-Plattform der Krankenkasse kompakt und zugleich unterhaltsam.
Weitere Kurse gibt es zu digitalen Präventionskursen, Online-Coaching oder telemedizinischen Angeboten. Der Kurs „Das passiert im Hintergrund“ informiert über Zukunftsthemen und Rahmenbedingungen, z. B. das Krankenhauszukunftsgesetz und das Digitale-Versorgungs-Gesetz. Auch Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit werden behandelt.
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist für viele Menschen noch wie ein Dschungel“, erkennt DAK-Vorstandschef Andreas Storm. „Unsere Plattform soll für mehr Durchblick sorgen und den Nutzerinnen und Nutzern Kompetenz und Sicherheit bei der Anwendung digitaler Angebote geben.“ Auf diese Weise soll die Fähigkeit gestärkt werden, digitale Gesundheitsinformationen und -angebote besser bewerten, einordnen und nutzen zu können. 
Die freie Angebot für alle gesetzlich Versicherten ist zu finden unter www.dak.de/digital.kompetent
Pflegeeinrichtungen rufen Fördergelder zur Digitalisierung nur schleppend ab.
Bislang läuft vieles in der Pflege mit händischen Formularen und Tabellen.
(Foto: DAK-Gesundheit/GettyImages-1314076199)

Hamburg, 19.02.2024: Bis zu 12.000,- € können Pflegeeinrichtungen durch das Pflegepersonalstärkungsgesetz für ihre digitale Ausstattung erhalten. Gefördert werden können bis zu 40 % der durch die Pflegeeinrichtung notwendigen Kosten. Seit 2019 wurde bei der DAK-Pflegekasse erst ein Drittel der Fördermittel abgerufen. Bei der DAK-Pflegekasse in Hamburg wurden konkret nur 65,7 Mio. € abgerufen – das sind lediglich 32 Prozent. Insgesamt sind bei der DAK bis Mitte Januar 2024 16.405 Förderanträge eingegangen, von denen 95 % bewilligt wurden.
Am häufigsten wurden Fördermittel für die Digitalisierung der Pflegedokumentation beantragt. An zweiter Stelle standen Förderanträge für Anschaffungen im Zusammenhang mit der vernetzten Dienst- und Tourenplanung, dicht gefolgt vom internen Qualitätsmanagement. Ab sofort ist auch die Implementierung von Software, die die IT- und Cybersicherheit der Pflegeeinrichtungen betrifft, zuschussfähig.
Zu den Fördermöglichkeiten zählen neben dem Erwerb von Software (z. B. Lizenzen für Betriebssysteme oder Dokumentationssoftware), dem Erwerb von Hardware (etwa Laptops, Bildschirme, Tastaturen), dem Einrichten von IT-Arbeitsplätzen und dem Einrichten eines Mitarbeiterportals (Dienstpläne, Urlaubsanträge etc.) auch die Umstellung von analoger auf digitale Abrechnungssoftware.
Außerdem soll die Digitalisierung zur Verbesserung der pflegerischen Versorgung sowie zur Stärkung der Teilhabe der Pflegebedürftigen beitragen. So wird nunmehr Bewohnerinnen und Bewohnern einer stationären Pflegeeinrichtung ein geförderter Zugang zu Internet- oder WLAN-Anschluss ermöglicht.
Wir brauchen offensichtlich eine Informationsoffensive, damit deutlich mehr Pflegeeinrichtungen die Fördergelder nutzen“, sagt DAK-Vorstandschef Andreas Storm. „In weniger als 18 Monaten wird die Anbindung aller Pflegeeinrichtungen an die Telematikinfrastruktur verpflichtend, danach folgt bis Ende 2026 die vollelektronische Abrechnung der pflegerischen Leistungen." 
Jetzt wurde die Fördermöglichkeit bis Ende 2030 verlängert. Die Fördermöglichkeit ist für Pflegeeinrichtungen, insbesondere mit Blick auf die verpflichtende Anbindung an die Telematikinfrastruktur des deutschen Gesundheitswesens, interessant. Bis Ende 2026 muss auch die Abrechnung der Pflegestationen und -dienste digitalisiert werden – ein nicht unerheblicher Kostenfaktor, der mithilfe der Fördermöglichkeit abgefedert werden kann.
AOK und DAK haben mit Ihren Pflegekassen die bundesweite Beantragung und Bearbeitung übernommen. Dies unterscheidet sich für das Antrags- und Auszahlungsverfahren je nach Bundesland. Die Pflegekasse der DAK hat für 48 Prozent der Einrichtungen bundesweit die Prüfung der Anträge und das Auszahlungsverfahren übernommen.
Weitere Informationen und Hilfestellung rund um die Fördermittel für Digitalisierungsprojekte sind unter dak.de/ppsg-8 zu finden. 
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Online-Vorsorge-Verfügungen stark nachgefragt - praktische Hilfen in Hamburg und SH.
Die Verbraucherzentralen helfen, vorzusorgen - auch online.
(Foto: Kampus Productions, Pexels)

Hamburg/Kiel, 02.02.2024: Mehr als 236.000 Mal haben sich Ratsuchende im Laufe des vergangenen Jahres in Deutschland eine Vorsorgevollmacht, eine Betreuungsverfügung oder eine Patientenverfügung mit dem Online-Service der Verbraucherzentralen erstellt. Mit rund 117.000 erstellten Dokumenten wählten die Nutzer das Online-Angebot zur Patientenverfügung besonders oft aus.
Vorsorgevollmachen wurden über 106.000 Mal abgefasst und Betreuungsverfügungen etwa 13.000 Mal. Das entspricht der Lebensrealität vieler Menschen, denn eine Betreuungsverfügung ist nur erforderlich, wenn es keine Vertrauensperson gibt, die man mit einer Vorsorgevollmacht beauftragen kann, im eigenen Namen zu handeln oder wenn man möchte, dass die gewählte Person vom Amtsgericht beaufsichtigt wird, so die Experten der Verbraucherzentralen.
"Die starke Nutzung der Online-Angebote zeigt, wie wichtig den Menschen die eigene Vorsorge ist und dass interaktive Anwendungen dabei helfen können, sich auch mit diesen schwierigen und zum Teil emotional belastenden Themen zu beschäftigen", erklärt Jochen Sunken von der Verbraucherzentrale Hamburg.
Seit 2023 können in Notsituationen Ehepartner - allerdings nicht die eigenen Kinder - für eine gewisse Zeit vertretungsbefugt werden und Entscheidungen wie ein Vorsorge-Bevollmächtigter oder Betreuer treffen. Bleibt der Partner entscheidungsunfähig, muss eine gesetzliche Betreuung eingerichtet werden. Existiert eine gültige Vorsorgevollmacht, wird das Gericht in der Regel kein Betreuungsverfahren einleiten.
Wer sichergehen möchte, dass eine nahestehende Person im Ernstfall die rechtliche Vertretung übernimmt und sich den Umweg über das Gericht sparen will, sollte eine Vorsorgevollmacht aufsetzen, so die Verbraucherzentralen. Mit einer Patientenverfügung wiederum wird bestimmt, welche medizinischen Behandlungen bei schweren Krankheiten gewünscht sind oder abgelehnt werden.
Mit dem Online-Angebot der Verbraucherzentralen lassen sich alle drei Vorsorgedokumente erstellen - kostenfrei und bequem am heimischen Rechner. Erklärtexte und Hinweise helfen, die Tragweite der eigenen Entscheidungen zu verstehen. Am Ende erhalten die Nutzer auf sie abgestimmte, individualisierte Vorsorgedokumente, die nur noch ausgedruckt und unterschrieben werden müssen, damit sie wirksam werden.

Die VZ SH hat zudem Erklärvideos angefertigt, die Ratsuchende bei dem Ausfüllen der Patientenverfügung und der Vorsorgevollmacht helfen sollen. Die Videos sind sowohl auf der Website als auch auf dem YouTube-Kanal der VZSH aufrufbar.

Grundlage für den Service sind die Textbausteine und Formulare des Bundesministeriums der Justiz. Der Online-Service ist kostenfrei über die Website der Verbraucherzentrale Hamburg unter www.vzhh.de/vorsorge, in Schleswig-Holstein über  www.verbraucherzentrale.sh/selbstbestimmt
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Barmer und Asklepios bauen Telemedizin-Versorgung für Hamburger Herzpatienten auf.
Gemeinsam helfen Barmer und Asklepios Herzpatienten in der Region.
(Foto: Asklepios Kliniken)

Hamburg, 31.01.2024: Die Barmer Krankenkasse und die "Asklepios-Kliniken" in Hamburg bauen gemeinsam eine telemedizinische Versorgung für Herzpatienten in Hamburg und der Metropolregion aus. So wird die Aufnahme von Patienten mit schwerer chronischer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) in das Programm der Fernüberwachung erleichtert.
Im Rahmen der Betreuung melden Teilnehmer mit Herzschwäche täglich verschiedene Parameter elektronisch und verschlüsselt an das von den kardiologischen Kliniken der "Asklepios"-Gruppe getragene Telemedizin-Zentrum in der Asklepios-Klinik Nord - Heidberg.
Werden auffällige Werte festgestellt, erfolgt eine Rückmeldung an den niedergelassenen Kardiologen, der dann mit dem Patienten Therapieoptionen bespricht. Bei akuten Vorkommnissen meldet sich das Zentrum beim Patienten, der dann für genauere Untersuchungen direkt die Klinik oder einen niedergelassenen Kardiologen aufsuchen kann.
Ziel ist es, eingeschränkte Herzleistungen durch gezielte Überwachung der Herzfunktion frühzeitig zu entdecken und dadurch Klinikaufenthalte und deren Dauer zu verringern sowie die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern. Dies beinhaltet ein zwischen der Barmer in Hamburg und den Asklepios Kliniken der Hansestadt geschlossener Selektivvertrag.
"Bei einer Herzschwäche ist es entscheidend, eine mögliche Verschlechterung schnell zu erkennen und die Behandlung entsprechend anzupassen bzw. einzuleiten. Die telemedizinische Überwachung durch Fachkrankenschwestern und Fachärzte führt für die betroffenen Patienten zu einer deutlich höheren medizinischen Sicherheit", sagt Prof. Dr. Stephan Willems, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin der Asklepios Klinik St. Georg.
Vorbild ist ein Vertrag und eine Studie der Barmer mit der Berliner Charité für Brandenburg, der bereits seit gut drei Jahren besteht. In der Studie wurde festgestellt, dass die telemedizinische Betreuung von Herzinsuffizienzpatienten zu weniger und kürzeren Krankenhausaufenthalten führt und die Sterblichkeit verringert.
Nach Daten des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung leiden im Bundesschnitt etwa 392 von 10.000 Einwohnern an einer Herzinsuffizienz, in Hamburg sind es mit 255 je 10.000 deutlich weniger, in Schleswig-Holstein sind 350 von 10.000 Einwohnern betroffen. 
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Gefahr für Jugendliche, Oper von Cyber-Mobbing zu werden, steigt weiter an.
Der Trend geht leider hin zu mehr Cyber-Mobbing ggü. Jugendlichen.
Grafik: Sinus, Barmer

Hamburg/Kiel, 25.01.2024: Junge Menschen in Deutschland sind immer stärker von Cyber-Mobbing betroffen. Mehr als jeder zweite Jugendliche hat im vergangenen Jahr im direkten Umfeld mitbekommen, dass jemand persönlich Ziel von Cyber-Mobbing war. Im Jahr 2021 lag dieser Wert noch bei 43 Prozent. Das geht aus der aktuellen Sinus-Jugendstudie im Auftrag der Barmer-Krankenkasse hervor, für die von September bis Anfang Oktober 2023 bundesweit rd. 2.000 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren befragt wurden. Demnach waren zuletzt mehr als 16 Prozent der Heranwachsenden selbst Opfer von Cyber-Mobbing und damit zwei Prozent mehr als im Jahr 2021.
Wie aus der aktuellen Sinus-Jugendstudie hervorgeht, haben 52 Prozent der betroffenen Heranwachsenden Cyber-Mobbing über "WhatsApp" erlebt. Dahinter folgen "Tik Tok" und "Instagram" mit 34 beziehungsweise 33 Prozent. 74 Prozent der Betroffenen waren dabei Mobbing in Form von Beleidigungen ausgesetzt, gefolgt vom Verbreiten von Gerüchten und dem Ausschluss aus Gruppen. 32 Prozent beklagten das Posten von peinlichen Bildern und Videos. Dass nur 28 Prozent der Mädchen und Jungen keinerlei Erfahrungen mit Cyber-Mobbing gemacht hätten, sei ein erschreckend niedriger Wert, so die Experten.
Cyber-Mobbing ist kein Kavaliersdelikt, sondern kann für die Betroffenen zur Tortur werden. Es ist eine alarmierende Entwicklung, dass diese Form des Mobbings bei Jugendlichen immer weiter zunimmt. Je schneller die Opfer vertrauenswürdige Hilfe bei Eltern, Freunden, Schulen, Polizei oder Beratungsstellen bekommen, desto besser“, sagt Dr. Susanne Klein, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Hamburg. 15 Prozent der befragten Betroffenen hätten zuletzt eigenen Angaben zufolge keinerlei Hilfe bei Cyber-Mobbing-Attacken erhalten. Dieser Wert sei zwar niedriger als in den Vorjahren, aber immer noch zu hoch.
Weitere Informationen zur Jugenstudie 2023/204 der "Barmer" sowie Hilfestellung zu Cyber-Mobbing gibt es auf den Seiten der Krankenkasse.
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Medizinische Hochschule in Hannover startet Gesprächstherapie für Glücksspiel-Süchtige.
Online-Glücksspiele werden zu einer immer größeren Gefahr für Spieler.
(Foto: KarinKaiser/MHH)

Hannover. 16.01.2024: Die Medizinische Hochschule in Hannover hat eine eigene Ambulanz für Menschen mit Glücksspiel-Problemen eröffnet. Im Mittelpunkt des Angebots der Psychologen an der MHH steht eine Gruppentherapie. Bei den Treffen setzen sich die Teilnehmer mit ihrer Wahrnehmung und den Ursachen ihres erfolgreichen oder erfolglosen Handelns auseinander. Übergeordnetes Ziel des Angebots ist es, dass sich Süchtige besser selbst kontrollieren und Spiel-Exzesse vermeiden können.
Die Uni-Klinik spricht Suchtgefährdete und Süchtige in allen Phasen gleichermaßen an, sich in der MHH Hilfe zu suchen. Die Therapie besteht aus acht Modulen mit einem sogenannten metakognitiven Training. „Bei dem Training geht es darum, die eigenen Denkverzerrungen aufzudecken und zu korrigieren“, erklärt Gruppenleiterin Christiane Kraft. Die ambulante Therapie für Erwachsene findet einmal pro Woche statt und dauert insgesamt acht Wochen. 
Das Angebot an Glücksspielen u. a. mit Lotto, Fußballwetten, Geldspielautomaten, Poker und Casino ist enorm. Mit Änderung des Glücksspielstaatsvertrags im Jahr 2021 sind auch Online-Poker, Online-Casinos und Online-Automatenspiele erlaubt und entsprechende Seiten können genehmigt werden. Vorher waren Glücksspiele im Internet mit wenigen Ausnahmen in und aus Schleswig-Holstein verboten.
Psychologe Dr. Alexander Glahn von der Medizinischen Hochschule in Hannover warnt vor der Ausdehnung von Spielmöglichkeiten auf das Internet: „Es gibt aber grundsätzlich einen Zusammenhang zwischen dem Angebot an Glücksspielen und der Häufigkeit von Suchtfällen. Steigt das Angebot, werden auch die Risiken der Abhängigkeit größer.“
Mit Online-Glücksspielen haben Nutzer praktisch uneingeschränkte Möglichkeiten, immer und überall zu spielen, beispielsweise auf dem Handy. Laut "Glücksspielatlas 2023“ des Bundesdrogenbeauftragten nahmen 30 % der Menschen in Deutschland im Jahr 2021 an Glücksspielen teil. Diese Spiele haben ein hohes Suchtpotenzial. 7,7 % aller Glücksspieler haben eine sogenannte Glücksspielstörung, das heißt, sie sind süchtig.
Glücksspielsucht gibt es in allen Altersstufen und sozialen Schichten. Besonders häufig tritt sie bei Männern zwischen 20 und 30 Jahren auf. Die Erkrankung entwickelt sich schleichend und beherrscht immer mehr das Leben. Sie kann Familien zerstören und in den finanziellen Ruin führen. Es gibt zwar eine Reihe von Selbsthilfegruppen, aber kaum medizinische Therapieangebote. Das gilt besonders für Erwachsene.
Interessierte können sich für eine mögliche Behandlung im Zusammenhang mit einer Glücksspielsucht ohne vorherige Terminvereinbarung, aber mit einer Überweisung vom Hausarzt in der psychiatrischen Poliklinik der MHH vorstellen. Dies ist montags, mittwochs und freitags von 9.00 bis 11.00 Uhr möglich. Weitere Informationen gibt es telefonisch unter (0511) 532-9190. 
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Neues E-Rezept sorgt bei Patienten und Apothekern für neuen Ärger.
Das E-Rezept sorgt für mächtig Ärger bei Patienten Apothekern.
Grafik: Verbraucherzentrale.de

Pinneberg/Hamburg/Berlin Das zum 1. Januar d. J verpflichtende E-Rezept für alle Patienten der gesetzlichen Krankenkassen sorgt für mächtig Ärger. Seit Jahresbeginn können die 73,63 Mio. Bundesbürger verschreibungspflichtige Medikamente nur noch mit einem Barcode in der offiziellen E-Rezept-App, mit der Gesundheitskarte der Krankenkasse oder einem Ausdruck abholen. Dabei häufen sich bereits in den ersten zwei Wochen Probleme vor allem bei Versicherten und Apotheken.
Auf Versichertenseite sorgt vor allem die neue E-Rezept-App auf dem Smartphone für mächtig Ärger: Die im "Apple App-Store" mit 2,2 von 5,0 Punkten durchgefallene und im Google Play Store gar nicht verfügbare Mobile App der staatlichen Gesundheits-Agentur "Gematik" verlangt zur Aktivierung eine Verbindung zur digitalen Service-App der Krankenkasse. Das Problem: Nur wenige der 95 in Deutschland aktiven Krankenkassen bietet diesen Service an.
Alternativ ermöglicht der Berliner IT-Dienstleister "Gematik" die Anmeldung mit der Gesundheitskarte und einem dazu beantragten PIN. Dieser wird per Briefpost von der Krankenkasse verschickt. Die Anmeldung erfordert dann, die Gesundheitskarte auf dem Display zu platzieren, damit die App über das Handy die Daten abgleichen kann. Dies passiert im Zweifelsfall bei jeder Anmeldung. Für ältere und technisch nicht versierte Nutzer eine nahezu unüberwindbare Hürde.
Die von Patienten am häufigsten genutzte Möglichkeit der Rezept-Einlösung per Gesundheitskarte statt Handy-App sorgt in den Apotheken für Ärger. So kostet es einen Apotheker bei 200 Patienten am Tag im Schnitt bis zu 2 Stunden mehr, die Gesundheitskarte auszulesen und die Daten in das eigene System zu übertragen. Häufigster Fallstrick bei dieser Möglichkeit der Rezept-Einlösung: Die Daten mit dem notwendigen QR-Code sind nicht abrufbar. Der Patient ist gezwungen, noch einmal in die Praxis zu gehen.
Um den technischen Pannen aus dem Weg zu gehen, drucken viele Ärzte das E-Rezept automatisch aus und geben ihren Patienten den QR-Code auf einem DIN A5-Formular mit. Damit wird das E-Rezept wieder zu einem Papier-Rezept. Bis zum 10. Januar d. J. wurden laut "Gematik" in Deutschland bereits 25,7 Mio. € Rezepte ausgestellt oder oft auch ausgedruckt. 73.000 Praxen und Versorgungszentren stellten bereits ein digitales oder gedrucktes E-Rezept aus.
Sinn macht das E-Rezept vor allem für chronische Patienten in dauerhafter Behandlung. Dies sind in Deutschland rd. 40-45 Prozent der Bevölkerung, vor allem Erwachsene und hier zumeist ältere Patienten mit mehrfachen Erkrankungen. Sie können künftig ihre Medikamente mit einer digitalen Mehrfach-Verordnung regelmäßig einfach in Ihrer Apotheke abholen. Das Verschicken von Folgerezepten per Briefpost kann im besten Fall entfallen.
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