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Donnerstag, 26. November 2020

HANSEBLOC - Smarte Services für eine smarte Logistik im digitalen Norden.

HANSE DIGITAL BLOCKCHAIN
- Ein Gastbeitrag von Jan C. Rode - 

Test des neuen HANSEBLOC-Systems Anfang September d. J.
Foto: Logistik-Initiative Hamburg


Alle reden über die Blockchain – doch produktive Lösungen sind kaum sichtbar. Das "HANSEBLOC"-Konsortium aus Bremen und Hamburg hat für kleine und mittlere Unternehmen der Logistikbranche eine echte Blockchain-Lösung entwickelt – und mit eigenem "Transaction Service" eine echte Neuheit für den praktischen Einsatz geschaffen, die Sicherheit in der Logistik schafft. 

Mit digitalen Frachtpapieren können Speditionen in Zukunft Ladungspapiere fälschungssicher in Echtzeit digital über eine gemeinsame Plattform weitergeben. Unter der Haube arbeitet die dezentrale Datenbank-Technologie und sorgt dafür, dass jeder genau das sieht, was für seinen Auftrag wichtig ist. Das beschleunigt auch die grenzübergreifende Abfertigung beim Zoll.

Heute stellt die Gruppe innovativer Unternehmen im Rahmen der "Do.Innovation"-Konferenz online die Ergebnisse aus fast drei Jahren Entwicklung und Zusammenarbeit rund um die Blockchain in Norddeutschland vor. Das Besondere: Über ein eigenes Sensornetzwerk werden auch Transportdaten z. B. von Kühltransporten digital erhoben und bereitgestellt.

Das Hanse Blockchain Magazin HANSEBLOCKCHAIN hat die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten vorab. Ein Gastbeitrag von Jan C. Rode:

Seit Sommer 2018 forschen zehn kleine und mittlere Unternehmen aus dem Netzwerk der Logistik-Initiative Hamburg im Rahmen des vom Bundesforschungsministerium geförderten "KMU-NetC"-Programms am Einsatz der Blockchain-Technologie im Mittelstand. Zu Beginn des Projektes ging es noch gar nicht um Technik, sondern um Kommunikation und Aufbau eines gegenseitigen Verständnisses zwischen vier IT-Unternehmen, vier Logistikdienstleistern und zwei Hochschulen. Im Zentrum von "HANSEBLOC" steht die fälschungssichere Dokumentation von Gefahrenübergängen.

Ambitioniertes Blockchain-Projekt in der Logistik.
Grafik: HANSEBLOC

Große Herausforderungen bei Blockchain-Projekten

Bevor die Vision erreicht werden konnte, mussten die Logistiker drei wesentliche Herausforderungen meistern: Erstens, die digitale Transformation der Logistik. „Die Teilnahme an HANSEBLOC ermöglicht es uns, unternehmensinterne Prozesse, die von IT-Unternehmen aus einer anderen Perspektive hinterfragt werden, zu überdenken und zu optimieren“, sagt Martin Araman, Geschäftsführer der Sovereign Speed GmbH stellvertretend für die Logistiker im Projekt . 

Zweitens mussten die Teilnehmer sich verstärkt mit dem Phänomen beschäftigen, dass Blockchain-Projekte mehr als nur technische Lösungen brauchen, sondern auch zwingend Business-Entscheidungen einfordern: Wer bestimmt, ob und wann neue Partner oder Kunden auf das "HANSEBLOC"-System kommen? Wie soll überhaupt Konsens hergestellt werden? Wer trägt die Kosten für den Betrieb der Infrastruktur? 

Dritte wesentliche Herausforderung in dem norddeutschen Projekt war das Zusammenspiel von der Wahrung der logistischen Geschäftsgeheimnisse sowie der Blockchain-immanenten Transparenz. Mit dem „Transport  Service“ für Smart Contracts (das sind selbstablaufende Programme auf der Blockchain, die Businesslogiken und vertragsähnliche Prozesse nachbilden können) hat "HANSEBLOC" eine eigene herausragende Antwort für die Logistikwirtschaft entwickelt.

Die technische Übersicht zum HANSEBLOC-Projekt.
Grafik: Logistik-Initiative Hamburg

Smarte Lösung aus und für den Mittelstand

Ein großes Problem bleibt die Qualität und Richtigkeit der Daten, die abgespeichert werden. Mit Daten, die durch eine Blockchain abgesichert werden, aber möglicherweise falsch sind, kann keiner etwas anfangen. Mit der „Sensorchain“ verfügt "HANSEBLOC" über eine eigene, verlässliche Datenquelle: „Wir haben die Möglichkeit, Sensoren in Palettenböden zu integrieren. Dort sind sie gut vor Manipulation geschützt und wir können heutige Europaletten einfach um diese „smarte“ Komponente erweitern. 

"Hier sind je nach Ware und Anwendungsfall zahlreiche Möglichkeiten denkbar“, erläutert Julian Kakarott von der HAW Hamburg das "Sensorchain"-Konzept. An der Fracht angebrachte Sensoren erzeugen selbst ein lokales DLT-Netzwerk (DLT für Distributed Ledger Technologie - ein übergeordneter Begriff für Blockchain) und tauschen sich untereinander über Bluetooth aus. Etwaige Abweichungen – wie etwa Erschütterungen oder Temperaturunterschreitungen – können via Sensorik in Echtzeit auf der Blockchain gespeichert werden.

Neben der "Sensorchain" verfügt "HANSEBLOC" über weitere Schnittstellen: Per Web-Frontend und App können Nutzer auf Benutzerverwaltung, Auftragserfassung sowie Dispositions- oder Abrechnungstools zugreifen – bei Bedarf können bei der Auftragsabwicklung zwischen Transportpartnern diese Parameter schon verschlüsselt auf der Blockchain abgelegt und gelesen werden.

Neben der internen Kommunikation gibt es weitere Schnittstellen zu Drittsystemen, um zum Beispiel als Spediteur meine eigenen Aufträge aus meinem Transport Management System (TMS) zur weiteren Verarbeitung in das HANSEBLOC-System zu übernehmen oder meinen Kunden über den Zustand der Ware während eines Transportes zu informieren“, erläutert Matthias Menz von der HEC GmbH aus Bremen die Systemarchitektur.

Mit 1,9 Mio. € vom Bundesforschungsministerium unterstützt:
Das "HANSEBLOC"-Projekt mit Partnern aus Bremen und Hamburg.
Logo: Logistik-Initiative Hamburg

Blockchain & Logistik: Was bringt die Zukunft?

Bevor das "HANSEBLOC"-Projekt 2020 zu seinem offiziellen Ende kommt, berichten alle Projektpartner im Rahmen der „Do.Innovation 2020“ über ihre Ergebnisse. Soviel steht schon fest: Die Aufgaben bleiben herausfordernd: In Zukunft werden die Kunden den Logistikdienstleister auswählen, der wertvolle Services aus einer Hand anbietet oder die beste Daten-Verbindung zu den eigenen Schnittstellen herstellen kann. Plattformen und Intermediäre geraten durch die Blockchain-Technologie aber ihrerseits unter Druck.

DLT-Plattformen wie "HANSEBLOC" erscheinen als Gebot der Stunde – denn hier werden die Vorzüge der Blockchain-Technologie - wie verteilter Datenbestand, gemeinsame Governance und Nachverfolgbarkeit - mit den speziellen Anforderungen der Logistikwirtschaft (Wahrung von Geschäftsgeheimnissen sowie Verfügbarkeit von Daten für die unmittelbar am nächsten Transportabschnitt Beteiligten) von und für die mittelständische Logistikwirtschaft vereint.

Das HANSEBLOC-Konsortium aus Bremen und Hamburg.
Foto: Logistik-Initiative Hamburg

Nun gilt es für "HANSEBLOC" weitere Partner aus der Logistik zu finden und diese von den Vorzügen der Blockchain sowie einer engeren Zusammenarbeit auch unter Wettbewerbern zu überzeugen. Darüber hinaus soll das Angebot für die Luft- und Schifffahrtsbranche geöffnet sowie weitere Drittanbieter – etwa aus den Bereichen Versicherung und Finanzierung – eingebunden werden.

Für KMU, die selten über eigene Ressourcen für Forschung und Entwicklung verfügen, sind Konsortien wie HANSEBLOC und Förderprogramme wie KMU-NetC ein hervorragendes Vehikel, um die Zukunft der eigenen Branche aus Mittelstands-Perspektive mitzugestalten“, fasst Carmen Schmidt, Geschäftsführerin der Logistik-Initiative Hamburg Management GmbH, die Chancen von "HANSEBLOC" für die digitale Zukunft norddeutscher Mittelständler zusammen.

*  *  *

Ein Gastbeitrag von Jan C. Rode, Projektmanager der Logistik-Initiative Hamburg. Die inhaltliche Verantwortung des Autorenbeitrags liegt beim Urheber.

 Hanse Digital Background: 

Das "HANSEBLOC"-Projekt wird im Zeitraum April 2018 bis Dezember 2020 durch das Bundeforschungsministerium im Rahmen des Bundesprogrammes "Förderung von strategischen KMU-Innovationsverbünden in Netzwerken und Clustern" ("KMU-NetC" ) mit 1,9 Mio. € unterstützt. Das Gesamtbudget des 2,5-jährigen Technologieprojekts beträgt rd. 3,1 Mio. €.
Das 'HANSEBLOC"-Projekt bei der Logistik-Initiative Hamburg:

01.10.2020: Prototyp auf Herz und Nieren getestet.

Das Hanse Blockchain Magazin
Das Hanse Blockchain Magazin:
www.hanseblockchain.de

Montag, 11. Mai 2020

HANSESTATEMENT: Nach Kahrs und Corona: Hamburgs Vertreibung aus dem Paradies.

HAMBURG DIGITAL STATEMENT
- von Chefredakteur Thomas Keup -
* Update 06.06.2020 *


So hat sich Hamburg noch 2016 in Göteborg selbst vermarket.
Foto: Hamburg Marketing Mediaserver / Hamburg Convention Bureau

Er geht. Johannes Kahrs will und darf nicht mehr. Der SPD-Strippenzieher nimmt seinen Hut. Eine viel diskutierte Personalie ist Geschichte. Ich habe den Geldbeschaffer für SPD-Prestigeprojekte nie persönlich kennengelernt. Ich hatte auch kein Bedürfnis dazu. Denn Johannes Kahrs gehört zu einer Kategorie Politiker, die in der Hauptstadt mit dem Mauerfall vor 30 Jahren ihre Bedeutung verloren hat. Als Berliner kannte ich Peter Kittelmann, Bundestagsabgeordneter aus Tiergarten, Geldbeschaffer für CDU-Prestigeprojekte, graue Eminenz hinter einem Regierenden Bürgermeister mit "fliegenden" Kreisverbänden. Kahrs wie Kittelmann stehen für eine Generation von Strippenziehern in Hinterzimmern. 

Als ich im Sommer 2016 nach Hamburg kam, ahnte ich eines nicht: Bis zur Corona-Krise funktionierte die Freie und Hansestadt wie die Mauerstadt Berlin. Eine Einheitsgemeinde, in der sich Lokalpolitiker, Baulöwen, Banker und Polizeipräsidenten im Puff trafen. Als Redakteur beim einflussreichsten Radiosender der Neunziger war ich mittendrin, nicht nur dabei: Pressetermin in genau jenem Puff am Olympiastadion, Audienz bei genau jenem Banker, der Immobilienkredite auf Empfehlung des "Regierenden" vergab und mit politischen "Freunden", die schon mal eine Pressekonferenz verschoben, bis das Hauptstadtradio auch da war. Willkommen im Dorf.

Hamburg im Wachkoma. Norddeutschland auf dem Weg.


Hamburg vom Stadtpark aus der Luft betrachtet.
Foto: Hamburg Marketing Mediaserver / Doublevision

Anfang diesen Jahres begannen wir, HANSEVALLEY zu relaunchen: Seit Januar 2020 berichten wir aus dem ganzen Norden - aus beiden Freien (und) Hansestädten und allen drei norddeutschen Flächenländern. Die Entwicklung hat uns Recht gegeben: Die täglich drei Hanse Digital Nachrichten haben bundesweite Qualität, Niedersachsen und Schleswig-Holstein laufen digital vorne weg, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen holen auf. Und Hamburg? Anfang des Jahres fragte ich mich: Was muss passieren, damit Helmut Schmidts "schlafende Schöne" aus ihrem digitalen Wachkoma kommt? Für mich war das "Digitale Hamburg" Anfang 2020 mehr oder weniger - sagen wir mal - "relativiert".

Plötzlich ist nichts mehr, wie es war: Die alten Geschäfte stehen still. Die alten Lieferketten brechen auseinander. Die alten Seilschaften funktionieren nicht mehr. Die feinen Kaufleute können gar nicht schnell genug nach der Soforthilfe greifen. Und wie im Rest der Republik rufen Wirtschaftsverbände an Alster und Elbe nach einer schnellen Öffnung. Nur das übliche Unternehmerjammern wie in der Finanzkrise? Nur eine oft geübte Show, um möglichst viele Staatsgelder möglichst billig abzugreifen? Bei einigen sicherlich. Aber der Shutdown von Wirtschaft und Gesellschaft hat noch einen anderen Effekt: Die Beschleunigung der globalen Veränderungen - mit Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Nichts lag näher als geschlossene Haspa-Filialen.

Fernab gefühlt hunderter mehr oder weniger inhaltsgeschwängerter Podcasts von mehr oder weniger interessanten "Sabbelbacken" und digital-verpacktem Marketing-"Gedödel" passiert in Hamburg gerade einiges, das wir die kommenden 10, 20, 30 Jahre nicht vergessen werden. Da bröckelt der schöne Schein einer "Haspa" und das Branchenmedium "Finanz-Szene" offenbart, dass die größte deutsche Sparkasse alles andere als gut dasteht. Nicht wegen Corona - sondern auf Grund des weggebrochenen Zinsgeschäfts, eines nicht mehr funktionierenden Kreditersatzgeschäfts und fehlender Dynamik beim Umbau zum Digitalplayer der nächsten Generation.


Mit Papier und Schließfächern gegen Challenger Banken.
Foto: HANSEVALLEY

Schon im Herbst vergangenen Jahres fragten wir uns in der Redaktion: Kann eine Stadtteil-App "Kiekmo" mit angeschlossenen Lokal-Events den digitalen Trend eines durch die Bankenkrise zerrütteten, durch Regularien konsolidierten sowie digitalisierten Bankenmarkts aufhalten? Kann eine Jugend-App "Aino" den Trend zu Challenger- aka Neobanken wie "N26" und "Revolut" oder "Kontist" und "Penta" bei Privat- wie Geschäftskunden verhindern? Und wir fragten uns, wo die "Haspa" all die Milliarden von Euro verdient? Mit dem Corona-Lockdown dürfte das bislang funktionierende Immobilien- und Handelsgeschäft weitere Probleme mit sich bringen.

100% Hamburg - und schön den Schein wahren. 

Die "Haspa" steht für eine Kultur, eine Stadt und ihre Wirtschaft: 100% Hamburg, 150% engagiert - und bloß nicht durchscheinen lassen, dass etwas nicht stimmen könnte. Genauso geben sich der "Erste" und seine Senatoren bei der wöchentlichen Pressekonferenz im Rathaus: 'Wir haben in Hamburg schon sehr früh reagiert. Wir sind in Hamburg - auch im internationalen Vergleich  - führend'. Diese "Großkotzigkeit" hat mich schon die letzten 1,5 Jahre bei Senator "Westwasserstoffman" angewidert. Ein Blick auf den ganzen Norden zeigt: Hamburg ist in der Corona-Krise überhaupt nicht "führend" - manchmal sogar Wochen hinterher. Gerade hat das Land Berlin mit der "Soforthilfe IV" ein Finanzpaket über 30 Mio. € für Kulturbetriebe angeschoben - mit bis zu 500.000,- € pro Betrieb. Und Niedersachsen unterstützt kleine Kulturbetriebe mit insgesamt 2,5 Mio. €. Und Sie, Herr Brosda? Ach, vergessen wir's ...

Wenn man seit dem 9. März - und damit seit nunmehr rd. 2 Monaten - im Home Office sitzt, täglich mehrere hundert Pressemeldungen aus ganz Nord-/Deutschland sichtet, Fotos aus 540 Themen aussucht, wöchentlich 18 Hanse Digital Nachrichten bringt und die Chance hat, Hamburg mit wohlwollender Sympathie zu vergleichen, komme ich immer wieder zu einem Ergebnis: Hamburg ist wie das alte (West-)Berlin: nach außen verschlossen - sei es durch eine Berliner Mauer oder eine Mauer in den Köpfen. Hamburg wird wie das alte (West-)Berlin regiert: von einem Club Lokalpolitiker, die sich im Bezirk Mitte über Jugendhilfemittel Seilschaften gesponnen haben (vgl. Johannes K.) und auf PR-Events Quietschentchen angeln (Nicht wahr, lieber Andy?!).

Die "OMR" - Ein Mittelpunkt des digitalen Universums?


Hamburg vom Steinweg-Terminal aus der Luft gesehen.
Foto: C. Steinweg 

Keine Frage: Lokalpolitiker und Provinzfürsten gibt es zwischen Nord- und Ostsee mehr, als wir befürchten. Aber ich spreche von einer Stadt mit fast 2 Mio. € Einwohnern und 1 Mio. Angestellter. Ich spreche von einer Stadt mit überalterter Wirtschaft in traditionellen Dienstleistungsbranchen, von einer Stadt, in der Digitalisierung gern als Feigenblatt in Sonntagsreden missbraucht wird, in der man die "Online Marketing Rockstars" für den Mittelpunkt des digitalen Universums hält, sich als "digitaler Vorreiter" im Kammer-Magazin abfeiern lässt und mit - ich wiederhole mich - sinnbefreiten Podcasts selbst beweihräuchert. Schließlich sind wir in der deutschen Podcast-Hauptstadt. Und das ist wirklich ein schlechter Scherz.

Die Corona-Kehrseite außerhalb des bisherigen Paradieses der "Vermögensillustion" Stand Mai 2020: 84.400 Menschen ohne Arbeit, eine auf 7,9% gekletterte Arbeitslosenquote - im Norden nur knapp hinter Mecklenburg-Vorpommern. 23.000 Betriebe an Alster und Elbe haben Kurzarbeit beantragt, fast 349.000 Angestellte sind betroffen, haben nur noch 60% ihres Lohns in einer der teuersten Städte Deutschlands in der Tasche. Das sind rd. 29% aller Angestellten in der schönsten Arbeitslosenstadt der Welt. Und die Krise ist gerade mittendrin. Das laufende Quartal wird das ganze Ausmaß offenbaren und Ende September d. J. läuft der Kündigungsschutz aus. Vor 2021 wird es kaum einen Aufschwung geben, sagt HWWI-Chefökonom Prof. Dr. Henning Vöpel.

Otto Group eingekeilt zwischen Amazon und Alibaba.

Die Lage der Hamburger Wirtschaft ist dramatisch“, betont Prof. Norbert Aust, neuer Präses der Handelskammer Hamburg. 3/4 der rd. 160.000 Hamburger Gewerbebetriebe befürchten Einbrüche durch die Corona-Krise. Das sind 120.000 Betriebe. Der Geschäftsklimaindex ist auf 38,6 Punkte abgestürzt - gegenüber 108,3 zum Jahreswechsel 2019/2020. Selbst in der Finanzkrise lag der Index mit 72,2 doppelt so hoch. Im Klartext: Einbruch in der Logistik von 80,4 auf 24,4 Punkte und - unfassbar - im Gastgewerbe von 115,8 auf 4,8. 55% der Gastronomen müssen laut Umfrage der Universität Osnabrück auch privat den Euro 2x umdrehen. Womit wir bei der Frage sind: Wie wird Hamburg die Krise überstehen?

Um einen Ausblick wagen zu können, bedarf es einer schonungslosen Analyse:


Der Online-Händler ist mitten im Umbau zum Digital-Player.
Foto: HANSEVALLEY

1. Die Handelsmetropole bekommt den rauen Wind amerikanischer und asiatischer Plattformen zu spüren. Die "Otto Group" hat außer dem Inkasso-Dienstleister "EOS" kaum zukunftsfähige "Assets", wie die BWL-"Fuzzis" in Bramfeld die Geschäftsbereiche nennen. Der Paketsklaven-Treiber - pardon - Paketdienst "Hermes" steht zum Verkauf, womöglich an "Fedex". "Otto.de" kämpft mit der Öffnung als Plattform und bekommt neben "Amazon" und "Ebay" nun auch chinesische Player wie "Aliexpress" als Konkurrenten. Aus zahlreichen Ländern hat sich "Otto" bereits zurückgezogen, die Töchter "Heine" und "Schwab" werden fusioniert. Der Lack ist ab.

Die Zukunft der Logistik findet nicht in Hamburg statt.

2. Ein drittklassiger europäischer Hafen mit gefälschter Freihandels-Urkunde ist kein Grund zum Ab-/Feiern. Unabhängig von nicht beförderten oder halbleeren Containern in der Corona-Krise rutscht der "Hamburg Port" im Wettbewerb mit Rotterdam und Antwerpen seit Jahren ab - nicht durch Verluste, sondern durch fehlendes Wachstum. Das gern gefeierte Terminal Altenwerder ist aus Sicht hoch digitalisierter Brücken und Warehouses in den Niederlanden und Belgien lächerlich. Und da man für Steinwerder-Süd auf Intervention der "HHLA" die Chinesen mit "CCCC", "ZPMC" und "Alibaba" nicht haben wollte, zieht die Zukunft halt weiter - Bremen wartet schon. Da helfen leider auch keine Zukäufe osteuropäischer Terminals.

3. Der "Airbus"-Standort mit allein 15.000 Beschäftigten droht angesichts eines Zusammenbruchs des internationalen Luftverkehrs massiv zu schrumpfen, wie die Drohungen von Airbus-Chef Guillaume Faury gegenüber seiner Belegschaft ahnen lassen. Zusammen mit "Lufthansa Technik" und rd. 300 Zulieferern hängen in der Metropolregion mehr als 40.000 Jobs an der Luftfahrt. Allein die "Lufthansa" streicht 10% ihrer Flieger. Die Branche wird nach Expertenschätzungen erst in rd. 10 Jahren das Niveau vor Corona zurückgewinnen können. Damit steht das industrielle Standbein der Hansestadt zur Disposition, wie das "Hamburger Abendblatt" Ende April d. J. testierte.

Gastronomie und Tourismus vor Corona-Kollaps.


Schluss mit Lustig: Hamburg in Schwierigkeiten.
Foto: HANSEVALLEY
4. Die "sündigste Meile der Welt" als Sinnbild für den durch Kreuzfahrer seit Jahren steigenden Tages- und Stadttourismus vermisst in Zeiten des Shutdowns wohl kaum einer. Allerdings: rd. 100.000 Jobs in 11.000 vornehmlich kleinen und mittleren Betrieben hängen an Tourismus und Gastronomie rund um Alster und Elbe. Sie trifft es mit am Härtesten. Die Handelskammer fordert einen Masterplan Tourismus und Freizeitwirtschaft, um der hart getroffenen Branche das Überleben zu sichern. Haben Sie das verstanden, Herr Westhagemann? Auch wenn Handel und Tourismus schrittweise wieder möglich sind, mit Feiern aufm Kiez und Flanieren am Jungfernstieg hat das wenig zu tun.

Wie wird sich Hamburg entwickeln - unter einer neuen, alten Koalition mit dem "Peter" und der "Mutti"? Und was wird sich in Hamburg verändern - mit Handelshäusern aus der Offline-Zeit, einem weiter geschwächten Hafen, fehlender Digitalisierung der Logistik und einer katastrophalen Situation im Tourismus? Schon vor Kahrs und Corona stellte ich mir diese Frage. Meine bescheidene Antwort aus 14 Jahren West-/Berlin und fast 4 Jahren Hamburg aus redaktioneller Perspektive und journalistischem "Deep Dive" lautet: Die Hansestadt lebte bislang in der Vergangenheit, in einer "Vermögensillusion". Durch und nach Corona wird es ein "Weiter so" nicht geben, auch wenn das neue Koalitionspapier die Überschrift "Pfeifen im Walde" trägt. 

Die Zukunft liegt an Land - und nicht am Wasser.

Internet-, Medien- und Kulturhauptstadt ist die "Hammaburg" schone lange nicht mehr. Zukunftsweisende Technologie-Startups - wie FinTechs - haben sich in Berlin angesiedelt. Zukunftsweisende Handels-Startups - wie Zalando - lachen über ein Corporate-Startup "About You" aus der "Otto Group". Und auch hier hatten wir bereits im vergangenen Jahr einen Riecher, wo Hamburg wirklich punkten kann: Die Freie und Hansestadt hat ein namhaftes Forschungscluster in der Virologie. Die Gesundheitswirtschaft gewinnt durch und nach Corona an Bedeutung. Wenn Hamburg anfangen würde, seine Wissenschaft zu leben und zu lieben, wäre dies ein echtes "Asset".


Wahre Liebe kennt kein Lockdown.
Foto: Guido Hofmann, Unsplash

Auch wenn ich mich wiederhole: "Die Zukunft Hamburgs liegt an Land, und nicht am Wasser" mahnte Alt-Bürgermeister Klaus von Dohnanyi in seiner ersten Bürgermeister-Rede vor dem "Übersee-Club" - 1983. Nachdem alte Bank-/Fassaden brökeln, nachdem alte Partei-/Strukturen aufbrechen,  ist es an der Zeit, der Zukunft in die Augen zu sehen - eine Zukunft mit digitalem Rückgrat und nachhaltiger Ausrichtung, einer Zukunft mit diversifizierten Geschäftsmodellen und einer echten Offenheit für Neues und neue Player. Denn das ist die Realität der vergangenen Jahre in des wiedervereinten Berlin und seiner Hauptstadtregion mit Tesla-Fabrik und Batterieforschung - ohne den Provinzmief von Sandkasten-Kumpeln und lokalen Strippenziehern. Wäre mal eine Idee. 


*  *  *
 Hanse Digital Background: 

HANSESPORTS: "Aus dem Home Office digital in ein bewegtes Leben":

HANSEVALLEY: "Die Welt wird eine andere sein - der Norden nach Corona":
hansevalley.de/2020/04/hansefuture-die-welt-wird-eine-andere.html

HANSEVALLEY: "Wie Hamburgs Wirtschaft aus der Panik zu digitalen Perspektiven kommt":

Freitag, 6. September 2019

HANSELOGISTICS: Wie man Schiffe, Daten und Container an die Block/-Kette legt.

HAMBURG DIGITAL REPORT

Einladung zum "LogisticsTech Talk" mit "blockshipping.io" und "HVCC".
Screenshot: HANSEVALLEY

Die global-vernetzte Datenbank-Technologie Blockchain ist in aller Munde. Mit der "BLOCKCHANCE"-Konferenz, der Branchenvereinigung "Hanseatic Blockchain Institute" und einer wachsenden Business-Community hat sich Hamburg unter den Blockchain-Zentren Deutschlands mit an die Spitze gesetzt. Die Blockchain ist als "Trust Engine" ist eine der spannensten Technologien für die Logisitik - z. B. für das Containermanagement. Ein Event-Bericht vom LogsticsTech Talk Hafen-Spezial - Hamburg-Korrespondent Gerd Kotoll:

Dass Schiffe angekettet werden, ist nichts Neues, erst recht nicht in einer Hafenstadt wie Hamburg. Dass und wie man Container an die Kette legt, wusste Daniel Gerhardt, Nautiker und Blockchain-Architect bei Blockshipping zu berichten.

Tatsächlich stellt die Blockchain auch hier ihr ungeheures Potential sehr anschaulich unter Beweis, verdeutlicht am Beispiel der Global Shared Container Plattform (GSCP). Diese ist - vereinfacht dargestellt - ein Eigentumsnachweis zum jeweiligen Container. Wie notwendig ein vertrauenswürdiges Container-Register ist, zeigt der Skandal um die ruinöse Anlagebetrügerei der P+R-Gruppe, deren Schneeball-Modell einer Finanzierung letztlich nicht vorhandener Container einen Schaden von rd. 3,5 Mrd. € hinterlassen hat.

Die Blockshipping Global Shared Container Plattform

Tatsächlich kann durch die Blockchain-Technologie hier eine Lücke geschlossen werden. Dabei werden die Container-spezifischen Daten in einen individuellen Hash-Wert umgerechnet und in einen Token kopiert. Diesen digitalen Zwilling verwaltet der Container-Eigentümer dann über seine entsprechende Wallet. Damit wird nicht nur der Kauf und Verkauf dieser Container erleichtert (Stichwort Smart Contracts), auch die Finanzierung kann damit leichter und billiger werden. 

Screenshot blockshipping.io
Foto: HANSEVALLEY

Selbst Container-Sharing wird vor diesem Hintergrund leicht möglich, da man die Position und die Auslastung der Container jederzeit transparent verfolgen kann. Vor dem Hintergrund, dass rund 40% der transportierten Blechkisten leer aufs Schiff oder LKW gehen und an rd. 200 von 365 Tagen auch leer bleiben, zeigt das enorme Potential. 

Allerdings würde mit einer Public Blockchain-Technologie - wie etwa Ethereum - auch deutlich, wie es in den Büchern der Reeder und Spediteure aussehen dürfte. Das ist den (meist) Herren in den Führungsetagen dann doch zu viel des Guten, weswegen der funktionierende Prototyp noch auf seinen Einsatz wartet.

Deswegen versucht das dänische Unternehmen Blockshipping derzeit, Terminalbetreiber von der selbst entwickelten KI zu überzeugen, die vorherzusagen versucht, wie lange ein Container an der Kaikante stehen bleiben wird. Damit kann einerseits die Stauung am Terminal optimiert werden, gleichzeitig kann der Reeder besser kalkulieren, wann er den Container wieder einsetzen kann.

Das Hamburg Vessel Coordination Center HVCC

Einen großen Schritt weiter ist Gerald Hirt vom HVCC, dem Hamburg Vessel Coordinaton Center. Denn das HVCC legt Daten an die Kette, wenn auch noch nicht an die Blockchain. Immerhin gelingt es aber, die Schiffsbewegungen im Hafen und auf dem Weg dahin viel besser zu koordinieren und zu optimieren. Vorteil: die Schiffe verkürzen die Liegezeit im Hafen, sparen Treibstoff (und damit auch CO2-Emissionen) und damit bares Geld für die Reeder. 

Übersicht Vernetzung des HVCC
Grafik: HVCC

Auch die Dienstleister im Hafen profitieren davon, weswegen das HVCC die Software entlang der Nutzeranforderungen immer weiter optimiert. Das Schiffsmanagement erfolgt dabei in enger Abstimmung mit der HPA, der Hamburg Port Authority, die für die Sicherheit des Schiffsverkehrs im Hafen verantwortlich ist. So sollen im nächsten Schritt auch andere Häfen in den Datenaustausch eingebunden werden. Weiteres Optimierungspotential im Betrieb erwartet Hirt auch von der Fahrrinnenanpassung der Elbe. 

Die LogisticsTech Talks im HK 100 in Hamburg

Bei Pizza und kühlen Getränken wurde am 28. August d. J. im Anschluss an die Vorträge in den Räumen von "Forward Cargo" im Karo-Viertel weiter gefachsimpelt und genetzwerkt. Der nächste Logistik Tech Talk wird am 25. September stattfinden. Die LogisticsTech Talks sind eine Initiative von Philip John Mordechai, Gründer von Movemates und Forward mit Unterstützung vom HK100, dem Coworking-Space der Kravag. Unter dem Publikum waren auch interessierte Spezialisten der Hafenverwaltung HPA.

 Hamburg Digital Background: 

Blockshipping:

Hamburg Vessel Coordination Center, HVCC:

LogisticsTech Talks Hamburg:

Donnerstag, 11. Juli 2019

HANSEBUSINESS: Paketzustellung: Fiege's Engel zeigen den Hermes Boten, wie's geht.

HAMBURG DIGITAL REPORT


Fiege schickt Engel in die Feierabend-Zustellung
Foto: Angel bringt's

Pakete, die nicht zugestellt werden. Paketfahrer, die ihre Touren nicht schaffen. Paketdienste, die Beschwerden mit Hinhalte-Hotlines und juristischer Keule abwimmeln. Die tägliche Praxis bei DHL, DPD, GLS, Hermes & Co. ist ein dauerhaftes Ärgernis. Weniger als 50% aller Pakete werden beim ersten Versuch erfolgreich dem Empfänger zugestellt. Selbst "Same Day Delivery" klappt bei der Berliner Hermes-Startuptochter Liefery nicht ohne schwerwiegende Probleme.

Ein E-Commerce-Logistiker und zwei ehemalige Hermes-Manager wollen das ändern. Im Digital Hub Logistics Hamburg arbeitet ein 7-köpfiges Team an der Zukunft der "letzten Meile" für Pakete. Was die "Hermes Boten" täglich nicht packen, wollen "Fiege's Engel" dafür rocken. Ein Hamburg Digital Report über Schmuddelkinder im E-Commerce, Paketsklaven und Zustellengel "Made in Hamburg":

Das Internet, unendliche Weiten: Der Onlinehändler Notebooksbilliger.de aus Saarstedt entpuppt sich bei der Lieferung als Schmuddelkind unter den Elektronikversendern. Der Hardliner der Kistenschieber (743 Mio. € Umsatz in 2017) verspricht kostenpflichtig "Same Day Delivery" - bricht dreist sein Versprechen. Auch die "Next Day Delivery" wird versemmelt. Erst am dritten Tag schafft es der "Beste Online-Shop" laut NTV überhaupt, zu liefern. Dabei wimmelt die Hermes-Tochter Liefery dreist jede Verantwortung ab. Ein dokumentierter Einzelfall, der kein Einzelfall ist. Aber mit jeder Menge schöner "Hygiene-Siegel" auf notebooksbilliger.de, die irgendwie gekauft wirken ...

Die Krönig des "Einkaufserlebnisses" in Saarstedt: ein abfällig agierender Geschäftsführer Oliver Hellmold. Zitat: "Ich lese Ihre Seite nicht, dann rege ich mich nicht auf. Und Sie kaufen nicht mehr online ein. Dann regen Sie sich nicht auf. Und finden vielleicht irgend etwas Anderes, wo Sie drüber schreiben können. Oder auch nicht. Wird ja an mir vorbei gehen." Gründer Arnd v. Wedemeyer tritt auf Facebook gleich nochmal nach: "Hatten bei notebooksbilliger.de auch Kontakt zu dieser Person. Er konstruiert offensichtlich Probleme, um Reichweite zu generieren." Wie war das gleich mit "Der Fisch stinkt immer vom Kopf her"?


Elektronik-Onlinehändler mit fragwürdigen Versandpraktiken.
Foto: RaBoe@Wikipedia, Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Unhaltbare Versprechen + dreistes Brechen = 31,5 Mrd. € Amazon-Umsatz 

Arnd W. - Markenzeichen bei Facebook und Instagram: Bascap, Hipster-Vollbart, Goldkette -  bezeichnet sich als "Fitnessmodel" und "Influenza". Vielleicht ist das der Grund, warum er Probleme nicht löst, sondern pöbelt. die Methoden seiner Saarstedter Firma inkl. Hermes und Kuriertochter Liefery sind jedenfalls tägliche Praxis in Deutschland. Je nach Zustellgebiet versaut es der eine oder der andere Paketdienst. Zitat einer Amazon-Supporterin: "Da können sie alle in einen Sack stecken und draufhauen - und treffen keinen Falschen." Dagegen gewinnt Amazon den Krieg im E-Commerce durch Service - mit hochgerechnet 13,2 Mrd. € Eigenumsatz und 18,3 Mrd. Marktplatzerlösen - nur in Deutschland, nur in 2018. Zum Vergleich: Otto.de erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr 3,2 Mrd. €. 

Das Problem bleibt: Pakete, die nie ankommen. Sendungen, die in Paketshops abgeworfen werden - vor allem aber Zustellversuche, wenn niemand zu Hause ist, weil bei der Arbeit - um das sauer verdiente Geld anschließend bei Amazon, Otto, Zalando & Co. (und nicht bei Notebooksbilliger.de) wieder auszugeben. Doch die Servicewüste Deutschland wird langsam bewässert. Der Grevener Logistiker und E-Commerce-Spezialist Fiege hat in Hamburg "Angel bringt's" gegründet. Ok, kommt nach den "Hermes-Boten" mit "Fiege's Engeln" die nächste Enttäuschung in der Paketzustellung um die Ecke? Offensichtlich gibt es Versender, deren Patentrezept nicht prekär beschäftigte Paketsklaven sind.

"Wir wollen jetzt kundenorientiert sein", so die Paketdienste

Die Idee ist so einfach, wie logisch: 'Bringe mir das Paket, wenn ich da bin. Und gebe mir ein Zeitfenster von 2 Stunden, damit ich mich drauf einrichten kann. Und sage mir rechtzeitig Bescheid, wenn Du in den nächsten 30 Minuten um die Ecke kommst.' Klingt logisch. Für DHL, Hermes & Co. jedoch böhmische Dörfer. Die entscheidenden Fragen der lieben Konkurrenz dazu: 'Wer zahlt's denn?' Und: 'Wer soll's machen?' Genau diese Fragen hat "Angel" beantwortet: Eine "Premium-Zustellung" bringt stationären Händlern etwas, die a) hochwertige Güter glücklichen Kunden nach Hause bringen lassen wollen, b) Händlern, die im harten Wettbewerb wirklich einen Unterschied machen wollen und c) Kunden, die ihre Ware hier und jetzt bekommen wollen.

Hier werden nicht die überlasteten Zustellnetze inkl. buckelnder Paketfahrer mit weiteren Lastzügen an die Wand gefahren. Zitat eines lokalen DPD-Managers: "Wir sind bereits an der Wand und versuchen täglich, die Katastrophe abzuwenden." Dabei macht die Tochter der französischen Post gerade einmal 1 Mio. Pakete am Tag. Das Geheimnis liegt ein wenig verborgen: Hinter der "Angel"-eigenen IT-Plattform und den B2B-Apps für die Zustellung verbergen sich Zusteller von Zeitungsverlagen. Diese sind lediglich 4 Stunden am Tag damit ausgelastet, Hamburger Abendblatt & Co. von Blankenese bis Bergedorf zu bringen. Wie wäre es also, wenn Zeitungsfahrer am Abend Pakete zustellen? Gefragt, gesagt, getan.

Wenn Karstadt-Kaufhof versteht, dass online auch gut geht

Einer der ersten Partner ist der Warenhaus-Konzern Karstadt-Kaufhof. Wer auf der Mönckebergstraße in eines der beiden Kaufhäuser geht, kann sich ausgewählte Produkte in der "Same Day Delivery" für 5,- € extra nach Hause liefern lassen (allerdings eine, die funktioniert). Das geht neben Hamburg auch in Berlin und München sowie der Karstadt-Heimat Essen und in Mühlheim/Ruhr. Nicht genug: 150 Artikel können auch online am selben Abend auf dem Wohnzimmertisch liegen, darunter Bestseller und Werbeware, wie z. B. ein AEG Akku-Staubsauger oder ein Steiff Teddybär. Und weil Otto.de jetzt staunt und Notebooksbilliger.de raus ist, machen wir noch ein wenig weiter.

In Hamburg liefern "Fiege's Angel" u. a. für den Pharmaservice einer Apotheke Laborproben. Außerdem transportieren die fleißigen Engel rund um die Alster Pakete im "Same Day Delivery" für Zalando und in Berlin Frischfleisch für verwöhnte Vierbeiner. Und im Auftrag eines Online-Händlers können sich die Hauptstädter Liquids für E-Zigaretten auch nach Feierabend an die Wohnungstür bringen lassen. In 8 Städten inkl. 5 Karstadt-Kaufhof-Standorten können heute bereits Zeitungszusteller Kunden abends glücklich machen. Weitere 20 Städte sind in der Planung. Für das kommende Jahr arbeiten die "Angel" aus dem Logistik-Hub in der Speicherstadt am großen Roll-out. 

Erwartungsgewissheit + Nachhaltigkeit: "Angel bringt's"

Das Beste kommt jedoch erst (und jetzt müssen Saarstedter Notebook-Schieber mit Hipster-Nase ganz tapfer sein): Die Zustellquote von "Angel bringt's" liegt bei 99% erfolgreicher Paketübergabe an den Empfänger - beim ersten Mal. Was wie der 5-Jahr-Plan der DDR-Staatspost klingt, ist die logische Konsequenz aus a) fest vereinbartem Liefertag, b) fest vereinbartem Zeitfenster und c) konkretem 30 Minuten-Zustellfenster. Stellt sich die klitzekleine Gretchenfrage: Was ist umweltfreundlicher? Pakete, die teilweise mehrfach um den Block gefahren werden (was DPD bis zu 1 Woche schafft)? Kunden, die am Samstag mit dem schicken SUV mit Vollgas bei Postfiliale und Paketshop anrauschen? Oder Pakete, die beim 1. Versuch da hinkommen, wo sie hingehören?


Wenn's DHL, Hermes & Co. nicht packen, macht's Amazon halt selbst.
Foto: HANSEVALLEY - Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg 

Wenn Verbraucher sicher sein können, dass ihre bestellte Ware genau dann ankommt, wenn sie Zeit haben, wenn Verbraucher sicher sein können, dass ihre bestellte Ware so schnell ankommt, wie sie sie benötigen, dann sind Verbraucher auch bereit, ein paar Euro mehr zu bezahlen, um Zeit und Ärger zu sparen. "Prime Now" lässt grüßen. Alles andere endet in gebrochenen Lieferversprechen, gebrochenen Paketfahrern und gebrochenen Kundenbeziehungen - die Amazon gern jederzeit aufsammelt, um mit dem Wissen um gehaltene Versprechen und gelieferte Sicherheit die nächsten Milliarden zu verdienen. Vielleicht wäre das ja eine Idee für Hamburgs Handelsriesen, in der digital-vernetzten Zeit anzukommen, oder auch nicht ...


*  *  *

 Hamburg Digital Service: 

Homepage Angel bringt's: "Alles zu Deiner Zeit"
angelbringts.de/

DVZ: "Angel bringt's kooperiert mit Shipcloud"
dvz.de/rubriken/land/kep/detail/news/fiege-tochter-angel-kooperiert-mit-shipcloud.html

Digital Hub Logistics Hamburg
digitalhublogistics.hamburg/

 Hamburg Digital Background: 

HANSETECHTEST: Die Schmuddelkinder des E-Commerce: About You, Shoop & Co.
hansevalley.de/2018/08/hansetechtest-e-commerce-kundendienst.html

HANSEFAIL: Lässt Deutsche Post DHL Kunden für Profitmaximierung sterben?
hansevalley.de/2017/04/hansefail-lasst-deutsche-post-dhl.html

HANSEBUSINESS: "About Frust" - Einmal Online-Katastrophe und Retoure.
hansevalley.de/2017/01/hansehermes-about-frust.html

Sonntag, 5. November 2017

HANSEPERSONALITY Dr. Hansjörg Rodi: In Hamburg findet ein Großteil unserer technologischen Entwicklung statt.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Kühne + Nagel ist mit 127 Jahren Erfahrung einer der Platzhirsche unter den Speditionen an Alster und Elbe. Für die in Bremen gegründete und in der Schweiz notierte Aktiengesellschaft gilt es technologisch vorn mit dabei zu sein. Mit "KN Freightnet" hat "K + N" einen eigenen, digitalen Vertriebskanal u. a. im Wettbewerb mit "Freighthub" aus Berlin. Mit "K + N Login" gewährleistet die Spedition ihren Kunden das Monitoring der Fracht vom Schreibtisch aus.


Mehrere hundert Mitarbeiter kümmern sich bei Kühne + Nagel in der Hamburger Hafencity allein um die IT - vom eigenen Transport Management System bis zu agilen Anwendungen, eigenen Kundenportalen und Datenservices für andere Branchen. Wie gut ist eine der größten Speditionen Deutschlands für die Herausforderungen der Digitalisierung aufgestellt? Unser HANSEPERSONALITY ist Kühne + Nagel Deutschland-Geschäftsführer Dr. Hansjörg Rödi:



K + N Deutschlandchef Dr. Hansjörg Rödi
Foto: Kühne + Nagel
Die Digitalisierung ist in aller Munde. Kaum eine Woche vergeht ohne eine Konferenz zu den Herausforderungen der Transformation. Was heißt Digitalisierung konkret für die Internationale Großspedition Kühne + Nagel?

Wenn wir über Digitalisierung sprechen, stellen wir die Bedürfnisse und Anforderungen unserer Kunden in den Mittelpunkt unserer Überlegungen. Zugriffsmöglichkeit rund um die Uhr und ein extrem einfacher Umgang mit den Systemen sind dabei besonders wichtig. Wir profitieren davon, dass wir die für unser Unternehmen und unsere Kunden zentralen IT-Lösungen selbst entwickeln. 

Mit diesen Lösungen arbeiten wir weltweit einheitlich und standardisiert. Für unsere Kunden bedeutet das, dass Sie global auf jeweils identische Systeme zurückgreifen können. Kühne+Nagel war ein Vorreiter hinsichtlich der Internationalisierung des Unternehmens und dieser globale Ansatz prägt auch unsere Herangehensweise bei der Digitalisierung.

Gehen wir mal gemeinsam durch Ihr Haus und schauen uns Ihre digitalen Prozesse zusammen an: In welchen Bereichen hat Ihre mehrere hundert Mitarbeiter große IT bereits ganze Arbeit geleistet? Und wo wird's knifflig mit digitalen Services - intern und extern?

Unser Ziel ist es, unseren Kunden software- und datengetriebene Lieferketten anzubieten und damit Mehrwert für ihr Business-Modell zu schaffen. Wir haben bereits vor etwa zwanzig Jahren "KN Login" eingeführt, unsere Monitoring- und Visibility-Online-Plattform, deren Funktionen ständig erweitert werden. Mit "KN Freightnet" haben wir unseren Kunden als erstes Unternehmen eine komplett digitale Plattform für Quotierungen, Buchungen und Sendungsverfolgung zur Verfügung gestellt. Und wir verfügen wir über ein globales Operating-System.

Um unser Ziel zu erreichen, verlassen wir uns nicht allein auf unsere IT-Mitarbeiter. Alle unsere Mitarbeiter tragen dazu bei, dass unsere Kunden von unseren wertschöpfungsstarken Dienstleistungen profitieren. Insgesamt verbessern wir unsere Konnektivität kontinuierlich, um Kunden, Partner und Lieferanten reibungslos in unserer Systeme zu integrieren. Die Automatisierung unserer internen Prozesse erhöht unsere Effizienz. 

Sie dürfen aber nicht vergessen, dass nur ein kleinerer Teil der Container so transportiert wird, wie ursprünglich geplant. In diesen Fällen helfen automatisierte Prozesse nur bedingt weiter. Hier ist dann das logistische Know how unserer Mitarbeiter gefordert. Logistik bleibt auf absehbare Zeit ein Peoples‘ Business.

Neue Herausforderer, wie digitale Hamburger Speditionen - z. B. "Cargonexx" (Truck DE+EU), "Clinch Logistics" (LATAM-Europa) und "Freighthub" (Asien-Europa + USA-Europa) müssten Ihnen doch den Schweiß auf die Stirn treiben? Schlafen Sie noch ruhig angesichts der Startups?


K+N-Chef Dr. Hansjörg Rödi in der Handelskammer Hamburg
Foto: HANSEVALLEY
Wir beobachten mit großem Interesse, was die Startups unternehmen, und deren etwas anderen Blick auf unsere Industrie. Mit einzelnen dieser Unternehmen arbeiten wir gezielt zusammen. Allerdings haben wir weiterhin selbst den Anspruch, technologischer Marktführer zu sein - trotz dieser jungen Unternehmen. Dafür stehen u. a. unsere Online-Plattformen "KN Login" und "KN Freightnet", mit denen wir unseren Kunden seit langem attraktive Angebote machen und die wir kontinuierlich verbessern.

Sie organisieren Logistik und Lager für große Industrieplayer in führenden Branchen, wie Automotive, Pharma und Tech-Industrien. Wie unterstützen digitale Analysen und Services Sie in Ihrem Geschäft, das gegebene Lieferversprechen tatsächlich einzuhalten?

Wir wenden Predictive Analytics beispielsweise bei unserem Produkt "KN PharmaChain" an, wo wir ein dynamisches Lieferketten-Management entwickeln, das auf Big Data und intelligenten Sensoren basiert. Unsere Kunden erhalten noch während des Transports vorausschauende Analysen. Dadurch können sie sehr kurzfristig Maßnahmen ergreifen, um z. B. die Einhaltung von Temperaturgrenzen sicherzustellen.

Für Kreuzfahrtreedereien nutzen wir Predictive Analytics, damit diese die Belieferung von Kreuzfahrtschiffen sehr viel exakter planen können. Gleichzeitig kann dadurch die Belieferung in Echtzeit kontrolliert und synchronisiert werden. Wir stellen unseren Kunden ein Dashboard zur Verfügung, das einen Überblick über Vorlaufzeiten, Häfen, Routen, ETA (Estimated Time of Arrival) und ATA (Actual Time of Arrival) sowie Optionen zur Echtzeit-Positionsbestimmung anbietet. Letztlich können dadurch Wartezeiten und Liegekosten verringert werden. 

Perspektivisch werden wir in der Lage sein, den Beteiligten an einer Lieferkette bis auf Sendungs- und Artikelebene in Echtzeit Warnhinweise zu übermitteln und so ein dynamisches und vorausschauendes Supply Chain Management zu ermöglichen.

Amazon baut weltweit an Logistik-Ketten z. B. mit eigenen Frachtflugzeugen oder Partnerschaften im Liniendienst. Alibaba baut in Europa eigene Warehouses auf. Sie sind einer der Player im "3PL-Markt" (firmenexterne Logistikdienstleister). Sind Sie zunehmend nervös, was die E-Commerce-Riesen da in Ihrem Markt treiben?

Nein, absolut nicht. Man muss im Übrigen auch hier genau hinsehen. In der Seefracht sind die genannten Firmen eher unsere Kunden. Und mit Alibaba beispielsweise arbeiten wir im B2B-Bereich zusammen. Diese Zusammenarbeit werden wir weiter ausbauen.

Mit dem "GKNI" (Global Kühne + Nagel Indicators) haben Sie einen "Now Trade Casting"-Service entwickelt, mit dem Sie z. B. Finanzinstitutionen einen Index zur weltweiten Logistik in Echtzeit bereitstellen. Verabschieden Sie sich perspektivisch doch vom "Blechkisten" verschiffen?

Selbstverständlich nicht. Die Digitalisierung verändert unser Geschäft, aber das Know how des Spediteurs bleibt unverzichtbar. Unstrittig ist aber, dass Big-Data-Anwendungen in der Logistik eine immer größere Bedeutung bekommen. Mit "gKNi" bieten wir ein umfangreiches Trade Nowcasting an. Wir haben dafür viele interne und externe Datenquellen evaluiert und integriert. 

Auf diese Weise ist eine der größten Big-Data-Infrastrukturen in der Logistikbranche entstanden. "gKNi" ist ein Frühwarnsystem für Entwicklungen in der Weltwirtschaft, mit dem wir Einschätzungen zu wichtigen Wirtschaftsindikatoren weit vor den üblichen Analystenumfragen zur Verfügung stellen und unseren Kunden nahezu in Echtzeit Einblicke in die Wirtschaftsentwicklung einzelner Sektoren und Länder bieten. 

Die Blockchain bietet Vertraulichkeit von Dokumenten auf der ganze Reise von Containern, Paletten und Stückgut. Wie weit sind Sie heute bereits in diesen Technologien unterwegs, um den Anschluss nicht zu verpassen?

Die Blockchain-Technologie ist ein wichtiges Thema. Wir beobachten die technischen Entwicklungen nicht nur, sondern testen diese Technologie bereits. Gerade in Bezug auf die Vertraulichkeit von Dokumenten kann die Blockchain-Technologie in der Tat wichtige Impulse liefern.

Zum Schluss unsere Hamburg-Frage: Welche Herausforderungen sehen Sie für den Logistikstandort Hamburg, an dem Sie u. a. mit der HHLA und der VTG kooperieren und der auch für Ihren Umschlag wichtig ist? Und was empfehlen Sie der Stadt Hamburg für die kommenden 10 Jahre?

Mein Eindruck ist, dass Hamburg im Bereich der Digitalisierung sehr gut aufgestellt ist. Alle relevanten Hamburger Institutionen und Unternehmen beschäftigen sich intensiv mit diesem Thema. Für Kühne+Nagel ist Hamburg auch in der Hinsicht ein wichtiger Standort, denn hier findet ein Großteil unser technologischen Entwicklungsarbeit statt.

Was eher analoge Themen angeht, sind die Herausforderungen, vor denen Hamburg steht, bekannt: die Fahrrinnenanpassung und die Organisation von Vor- und Nachlauf, um nur diese zu nennen. Wir sind mit den in Hamburg angebotenen Dienstleistungen zufrieden, so wie wir es mit den Dienstleistungen in anderen Häfen auch sind.

 Hamburg Digital Background: 


Global Kühne+Nagel Index - "gKNi" 
https://logindex.com/

Mittwoch, 18. Oktober 2017

HANSESTARTUPS: Hamburgs Logistik-Startups digitalisieren die Handelsschifffahrt.


HAMBURG DIGITAL REPORT

Digitale Verschiffung von Containern und Paletten nach Asien, Nord- und Mittelamerika, digitale, vertrauenswürdige Dokumente für die weltweiten Handelsrouten, ein digitales Logbuch für Crew und Reederei und digitales Recycling in die Jahre kommender Handelsschiffe: Die Digitalisierung ist in der internationalen Logistik angekommen - und der Digital Hub Logistics Hamburg ist Herz der Logistik 4.0 in Deutschland. 


Digital Hub Logistics Hamburg im Mindspace am Rödingsmarkt
Foto: HANSEVALLEY

Fernab von gehypten Fahrradanhängern für das "Smorland" und Paketdepots in fremden Hausfluren hat sich an der Elbe eine junge digitale Logistik-Szene entwickelt. Mit Blockchain-Technologie, Plattform-Modellen und digitalisierten Dienstleistungen erobern Startups nationale und internationale Märkte. Ein Hamburg Digital Report aus dem Herzen der Digitalen Logistik-Szene am Rödingsmarkt:

Hamburg, im 2. Stock des Alten Klöpperhauses: Hier im Mindspace hat der Digital Hub Logistics mit 32 Arbeitsplätzen seit Anfang August d. J. seine Arbeit aufgenommen, wurde des Zentrum der Digitalisierung in Logistik, Hafen und Schifffahrt Ende August d. J. von Wirtschaftssenator Frank Horch mit großer Resonanz von "DPA" über "Die Welt" bis zur "Süddeutschen Zeitung" eröffnet. Es ist der nächste Schritt in der Digitalen Transformation - die Disruption der Hamburger Leitbranche. Vorn mit dabei: 5 smarte Startups für die Welt der Logistik.

Im Großraum des Digital Hub Logistics Hamburg im ehemaligen Klöpper-Handelskontor arbeiten sie an Ihren Geschäftsmodellen, bauen Businessportale und vernetzen sich mit etablierten Playern aus Hafen und Logistik. Karl-Heinz Piotrowski leitet den neuen Innovationshub im Auftrag der Logistik-Initiative Hamburg. Immer mehr Veranstaltungen kommen an den Rödingsmarkt, z. B. der  "ITS Hackathon Hamburg" mit der Open Data Initiative der Deutschen Bahn und das neue Logistik-Meetup der "Eisbein-Startups" - zusammen mit der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler.

HANSEVALLEY stellt mit dem Hamburg Startup Magazin HANSESTARTUPS heute die ersten 5 spannenden Logistik-Startups im Digital Hub Logistics Hamburg vor.


Blocklager im Container Terminal Buchardkai (CTB)
Foto: HHLA / Thies Rätzke

Chainstep - Die Blockchain-Realisierer

Chainstep ist eine junge Beratungsfirma, die das Know how rund um die Blockchain in die reale Wirtschaft bringt. Die Basistechnologie ist immer dann interessant, wenn mehrere Teilnehmer mit unterschiedlichen Interessen an einem Prozess beteiligt sind. Chainstep zeigt in Schulungen und Workshops, warum Blockchain die Geschäftswelt verändern wird und welche Schritte notwendig sind, damit Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Einsatz der Technologie steigern und neue Geschäftsmodelle nutzen können. www.chainstep.com

Clinch Logistics - Die digitale LATAM-Spedition

Clinch Logistics ist die digitale Spedition für Mexiko sowie für Mittel- und Südamerika. Die digitale Plattform löst das Problem langsamer Preisanfragen und ermöglicht Buchungen online und in Echtzeit. Hinter Clinch steht ein von Logistikern erstelltes Data-Warehouse sowie eine voll digitale Onlineplattform für Kunden in See- und Luftfracht. Ein ausgeklügelter Matching-Algorithmus sorgt für schnelle und verlässliche Auskünfte und ein verbindliches Angebot des digitalen Spediteurs inkl. aller Leistungen, über die Plattform einen Transport buchen zu können. www.clinchlogistics.com

Demogate - Die digitalen Schiffs-Recycler

Demogate ist der digitale Schiffs-Recycler und der erste digitale Schiffsmakler. Mit jahrelangen Erfahrungen im An- und Verkauf von Handelsschiffen setzt Demogate am Kern an und bietet einen transparenten Auktionsmarktplatz für verantwortungsvolles Schiffsrecycling. Das Startup bietet ein Online-Auktionstool zur Preisfindung inkl. eines Vergleichsmechanismusses weltweit verfügbarer Verschrottungsplätze. Die Onlineplattform unterstützt mit transparenten Marktinformationen und einem digitalen Dokumentenmanagment. www.demogate.com

FreightHub - Die digitale Asien-Spedition

FreightHub ist die digitale Spedition für die Handelsrouten Asien-Europa und Trans-Atlantik. Das Startup bietet sofortige Quotierung, Buchung und Sendungsverfolgung für den Container- und Palettentransport, inklusive Vor- und Nachlauf von Tür zu Tür. Um Echtzeitangebote zu generieren, hat die Vollspedition einen eigenen Such- und Routenoptimierungs-Algorithmus entwickelt, der in Echtzeit auf alle erforderlichen Daten zugreift. Der Kunde kann aus ca. 150 Möglichkeiten auswählen. www.freighthub.com

NautilusLog - Das digitale Logbuch

NautilusLog ist das digitale Logbuch. Die Lösung bietet eine offene Plattform zum Anschluss weiterer Dienstleister in der Schifffahrt. Der Vorteil der App-basierten Lösung liegt in einfacher Integration und sofortiger Einsatzbereitschaft an Board. NautliusLog unterstützt kleine Reeder ohne eigene IT ebenso, wie große Reeder mit eigener Infrastruktur. Durch Anbindung an vorhandene IT-Systeme wird eine optimierte Einsicht in den Kraftstoffverbrauch und die CO2 Emissionen der Schifffahrt erreicht. www.nautiluslog.com


Die zentrale Lobby des MINDSPACE Hamburg im 1. Stock
Foto: Mindspace

Vom Digital Hub zum Digital Campus Co-Living


Eine aktuelle Projektarbeit von acht Masterstudenten der "Nordakademie" zusammen mit der Logistik-Initiative Hamburg fand heraus: Für Logistik-Startups ist eine kompetente Beratung in Produkt-, Patent- und Finanzierungsfragen besonders wichtig. Um die Attraktivität der Startups für neue Mitarbeiter zu erhöhen, schlagen die Hamburger Absolventen eine Weiterentwicklung des "Digital Hub Logistics Hamburg" zu einem "Digital Campus Logistics" vor - einschließlich Co-Working und Co-Living.

Die Studenten machten in ihrem gemeinsamen Projekt deutlich, dass die Maßnahmen nur erfolgreich sein werden, wenn die Positionierung, die Produkte und der Absatz der Logistik-Startups intensiv gefördert werden. Denn nur so können die Startups im "Digital Hub Logistics Hamburg" zum starkem internationalem Wettbewerb aufschliessen. Das Hamburg Digital Magazin leistet gern seinen Beitrag dazu.

Veranstaltungshinweis:

Die Premiere des "Eisbein-Startups"

Am 1. November d. J. laden die Logsitik-Startups im Digital Hub Logistics Hamburg zusammen mit der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten zur Premiere des Startup-Meetups "Eisbein-Startups" in den Logistik-Hub an den Rödingsmarkt ein.

Einen Abend lang netzwerken Gründer, Techis und Marketer von Startups mit Geschäftsführern, IT'lern und Innovationsmanagern von Corporates aus Hamburg, Deutschland und aller Welt im Mindspace Hamburg - darunter Reedereien und Schiffsmakler, Transporteure, Logistiker und Mobilitätsanbieter.

Hintergrund: Anfang November treffen sich Schiffsmakler, Schiffsagenten und Reeder aus aller Welt zum mittlerweile 69. "Eisbein-Essen" in Hamburg. In der gesamten "Eisbein-Woche" vernetzt sich die Schifffahrtsbranche an der Elbe mit Kunden, Partnern und dieses mal auch mit Hamburgs Logistik-Startups im Digital Hub Logistics Hamburg.

Premiere der "Eisbein-Startups"
Startups meet Corporates - Logistics meet Digital
Mittwoch, 1. November 2017, 18.00 Uhr, Mindspace Hamburg, 2. OG
Anmeldung über Eventbrite hier!


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 Hamburg Digital Background: 

Logistik-Startups im Digital Hub Logistics Hamburg:
www.digitalhublogistics.hamburg

Chainstep - Die Blockchain-Realisierer
www.chainstep.com

Clinch Logistics - Die digitale LATAM-Spedition
www.clinchlogistics.com/

Demogate - Die digitalen Schiffs-Recycler
www.demogate.com

FreightHub - Die digitale Asien-Spedition
www.freighthub.com

NautilusLog - Das digitale Logbuch
www.nautiluslog.com

Potenziale für Logistik-Startups im Digital Hub Logistics Hamburg

www.hamburg-logistik.net/presse-und-news/news/detail/potentiale-der-start-up-szene-fuer-das-digital-hub-logistics-identifiziert/?cHash=ef47926c06e91027a6a7f22a2b29bb7b