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HANSE KI MAGAZIN
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Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland kann bis 2030 durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Wirtschaft um bis zu 11,3% zusätzlich wachsen. Das BIP der Bundesrepublik betrug 2018 zum Zeitpunkt der zititerten PwC-Studie 3,36 Bio. €. Damit kann unser Land in den kommenden 10 Jahren durch KI bis zu 380 Mrd. € zusätzlich an Wert schöpfen. 
"Alle 20, 30 Jahre braucht es einen großen Sprung, eine nächste Stufe der Rakete.
Ich möchte, dass wir Pioniere der Zukunft sind, dass wir Mut für die Zukunft machen ...
Die Kunst ist auch, die Zukunft im Blick zu haben."
Markus Söder, Ministerpräsident des Freistaates Bayern



In den 5 norddeutschen Ländern beläuft sich das Wachstumspotenzial durch Chemieindustrie, Energiewirtschaft, Ernährungswirtschaft, Fahrzeug- und Maschinenbau, Gesundheitswesen, Handel,  Hafenwirtschaft, Industrieproduktion, IT-Industrie, Logistik, Luft- und Raumfahrtindustrie, Maritime Wirtschaft, Medien, Tourismus, Werften und unternehmensnahe Dienstleistungen gemessen am BIP von 2019 auf bis zu 60,9 Mrd. €.  

Bremen ist mit seinem Standort des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), dem Institut für künstliche Intelligenz (IAI) und dem Technologiezentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen, dem Fraunhofer Institut für Digitale Medizin (MEVIS) und dem künftigen "Hanse KI Campus" der Jacobs University einer der führenden KI-Forschungsstandorte in Norddeutschland. 3 der 10 führenden deutschen KI-Köpfe und 2 der 10 wichtigsten KI-Technologien sind laut der "GI"-Initiative "KI50" in Bremen zu Hause. Mit einer eigenen KI-Strategie und zwei neuen "KI-Transfer-Zentren" im "Digital Hub Industry" und an der Hochschule Bremerhaven fokussiert die Freie Hansestadt auf intelligente Daten in Wissenschaft und Wirtschaft.

Lübeck entwickelt sich neben Greifwald zum norddeutschen Technologiestandort für künstliche Intelligenz in der Medizin. Mit der Universität Lübeck, der Universitätsmedizin Schleswig-Holstein (UKSH) sowie dem norddeutschen "KI-Space" für Künstliche Intelligenz entwickelt sich die Hansestadt zu einem internationalen Forschungs- und Entwicklungszentrum für die Zukunft der Medizin - durch die Landesregierung in Kiel in der laufenden Legislaturperiode mit rd. 40 Mio. € unterstützt. Schleswig-Holstein plant, seine EU-Fördermittel von 2021 bis 2026 vor allem ins Thema KI zu investieren.

In Hamburg beschäftigen sich nach Recherchen aktuell 102 Professoren und mind. 7 Forschungseinrichtungen mit den Themen Machine Learning und Künstliche Intelligenz. Nach Erhebung des "Bitkom" liegt Hamburg mit 11 KI-Professuren bundesweit mit der Region Rhein-Neckar auf einem 4. Platz. Mit dem Zentrum für Künstliche Intelligenz (ARIC)dem Wirtschaftsnetzwerk "AI for Hamburg", dem Health AI Hub Hamburg (HAIH) sowie rd. 90 Unternehmen inkl. 14 Startups mit KI-Kompetenz sowie dem "Meetup AI" mit 1.800 Mitgliedern und den "Hamburg AI"-Meetups bringen Player aus Wissenschaft und Forschung, Medizin und Wirtschaft Hamburg auf KI-Kurs.

(C) HANSEVALLEY, 2020. Redaktion: Thomas Keup. Stand: 17.12.2020. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.

 Hanse Digital Service 

Freie Hansestadt Bremen: KI-Eckpunktepapier 2019

Handelskammer Hamburg: KI-Standpunktepapier 2020

Land Niedersachsen: Masterplan Digitalisierung - KI-Förderung 2019:

Land Schleswig-Holstein: KI-Strategie 2019

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Bundesregierung: KI-Strategie Deutschland

Bundesverband Deutsche Startups: KI-Startups in Deutschland


Osnabrücker Konsortium plant europäische KI-Datenplattform für die Agrarwirtschaft.

Das Projekt "Agri-Gaia" erforscht den Einsatz von KI in der Landwirtschaft.
Foto: HS Osnabrück

Osnabrück, 12.01.2021: Nach der Bremer KI-Cloud der Unternehmen und Forschungseinrichtungen in der Luft- und Raumfahrt (s.u.) startet ein Konsortium um die Hochschule Osnabrück eine Cloud auf der europäischen Datenplattform "GAIA-X" für die Agrarwirtschaft im Nord-Westen. Das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin fördert die Allianz "Argi-Gaia" mit insgesamt 12 Mio. €.

Unter Führung des Osnabrücker Vereins "Agrotech Valley Forum" arbeitet ein Konsortium aus Industrie und Forschung an der Umsetzung eines Ökosystems leicht zugänglicher, offener KI-Bausteine für die Agrar- und Ernährungswirtschaft auf Basis der europäischen Cloud-Initiative "GAIA-X". Das Verbundprojekt wird vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) geleitet.

Knapp 2,8 Mio. € der Förderung fließen an die Hochschule Osnabrück. Zu den Themenfeldern gehört z. B. die Düngung von Feldern unter Berücksichtigung der Düngeverordnung, Informationen zum Boden, zum Wetter oder zu eingesetzten Fahrzeugen. Die Informationen werden im Projekt zusammengeführt, um darauf praxistaugliche KI-Bausteine für eine optimale, teilflächenspezifische Nährstoffversorgung der Felder und einen ressourcenschonenden Transport zum Feld zu ermöglichen. 

Den Kern des "Agri-Gaia"-Ökosystems bildet eine Software-Plattform, an deren Konzeption und Umsetzung die Hochschule beteiligt ist. Dabei geht es um die Vernetzung von Funktionsbausteinen zu einer funktionsfähigen Containerhierarchie. Stark vereinfacht werden Container in der IT dazu genutzt, Anwendungen mitsamt Zubehör in praktische Pakete zu packen und diese in der Cloud für Anwender zugänglich und einfach nutzbar zu machen. Z

Die Hochschule Osnabrück ist bei der digitalen Transformation der Landwirtschaft seit vielen Jahren ein wichtiger Impulsgeber in Deutschland“, so Prof. Dr. Bernd Lehmann, Vizepräsident für Forschung, Transfer und Nachwuchsförderung der Hochschule. „Wir sind sehr froh, dass wir auch im richtungweisenden Projekt Agri-Gaia im etablierten Zusammenspiel mit unseren Partnern in Wirtschaft und Wissenschaft unsere Expertise einbringen können.“ 

Eine ausführliche Meldung der Projektpartner gibt es u. a. auf den Seiten des DFKI

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Uni Bremen entwickelt vertrauenswürdigen Assistenten für die Industrieproduktion.

Der Bremer "COALA" hilft mit Antworten in der Industrieproduktion.
Foto: Stefan Wellsandt

Bremen, 11.01.2021: Das Institut für Produktion und Logistik an der Universität Bremen ("BIBA") hat in einem EU-Projekt mit 14 Partnern aus fünf Nationen Forschungen für einen intelligenten Sprachassistenten für die Industrieproduktion namens "COALA" begonnen. Zweiter deutscher Partner ist das Institut Technik und Bildung ("ITB") der Uni Bremen.

Menschen in der Produktion soll künftig ein intelligenter Sprachassistent zur Seite stehen, so das Ziel der europäischen Forschung an dem B2B-Sprachassistenten. Nutzer sollen an ihrem Arbeitsplatz in der Fertigung ohne aufwendige Suche sofort die richtigen Informationen auch bei komplexen Problemen schnell in Echtzeit bekommen.

Das System setzt auf den Einsatz künstlicher Intelligenz. Mit Einzug von KI in Management- und Produktionsprozesse stellen sich zunehmend ethische Fragen. So erfolgen die Forschungen unter dem Aspekt der "KI-Ethik". Der Fokus liegt vorrangig auf Transparenz sowie dem Schutz der Unternehmen, ihrer Daten und den Privatsphären der Anwender.

Ausführliche Informationen zum Thema gibt es im "Presseportal".

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DFKI-Labor Niedersachsen kümmert sich um Interaktives Maschinelles Lernen.

Das DFKI-Labor Niedersachen auf dem Weg zum eigenen Standort.
Foto: Michael Bartz

Oldenburg/Osnabrück, 05.01.2021: Mit einem neuen, vierten Forschungsbereich Interaktives Maschinelles Lernen (IML) ergänzt das DFKI-Labor seine Arbeit um ein zentrales Thema und erweitert damit die KI-Forschungskompetenz im Nord-Osten. Der Forschungsbereich des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) entsteht parallel zu einer neuen KI-Professur an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg und setzt mit der Vervollständigung des Labors einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einem eigenen DFKI-Standort in Niedersachsen - neben dem benachbarten Bremen.

Zusätzlich zu den bisherigen Anwendungsfeldern, der digitalen Land- und Meereswirtschaft, dem Umweltschutz und der Produktion – ergänzt der neue Forschungsbereich die Interaktion zwischen Menschen und Künstlicher Intelligenz. Beim Interaktiven Maschinellen Lernen geht es darum, Computern Sachverhalte und intelligentes Verhalten einfacher beizubringen – durch natürlichen Dialog, Eye-Tracking, digitale Stifte und Bilderkennung. 

Weitere ausführliche Informationen gibt es auch den Seiten des DFKI.

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Hamburger Informatikerinnen verbinden KI-Assistenten mit Wissensarbeitern.


Hamburg, 04.01.2021: Das Forschungsprojekt "HyMeKi" der Universitäten Kassel und Hamburg untersucht in den kommenden Jahren, welche Anforderungen notwendig sind, damit KI-Assistenzsysteme von Wissensarbeitern akzeptiert werden und dabei kontinuierliches, gemeinsames Lernen von Mensch und Maschine möglich machen. Das Projekt wird im Rahmen eines Programms für junge Wissenschaftlerinnen vom Bund mit 1,9 Mio. € gefördert.

Menschen nehmen KI-basierte Systeme im Alltag als soziale Akteure wahr und stellen deshalb ähnliche Erwartungen an die Qualität der Lösungsbeiträge sowie an die Kommunikation. Die Erwartungen können oft nicht erfüllt werden und führen zu Unzufriedenheit, Ablehnung und Nicht-Nutzung der Systeme.

Das Ziel der 11-köpfigen Nachwuchsgruppe "HyMeKI" ist die Entwicklung und Erprobung von Techniken und wiederverwendbaren Gestaltungsmustern für die Zusammenarbeit und das gegenseitige Lernen. Für die Forschung werden die Wirtschaftsinformatikerinnen verschiedene Methoden einsetzen. Dazu zählen Fallstudien, Befragungen und Beobachtungen, Analysen von Mensch-KI-Interaktion in multimedialen Teamlabors sowie Online- und Crowd-Experimente.

Künstliche Intelligenz, z. B. mit Text-, Bild- und Spracherkennung, kann Wissensarbeitern helfen, Aufgaben zu lösen oder diese komplett übernehmen. "HyMeKI" bietet damit wirtschaftliches Potenzial für Organisationen mit wissensintensiven Tätigkeiten. Dies gilt gleichermaßen für den IT-, Medien- und Handelsstandort Hamburg als auch für Kassel und die Region Nordhessen als Industrie- und Mittelstandsstandort.

KI-Systeme liefern neue Möglichkeiten in der Automatisierung von Routineaufgaben, und können als "Teammitglieder“ die Lösung von komplexen Aufgaben in Mitarbeiterteams von Unternehmen unterstützen. In vielen Bereichen können die digitalen Assistenzsysteme durch Bündelung zur Lösung komplementärer Fähigkeiten beitragen.

Weitere Informationen gibt es auf den Seiten der Universität Hamburg.


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Bremer Raumfahrtkonsortium plant gemeinsame Aerospace-Cloud auf GAIA-X.

Die Struktur der neuen Aerospace-Plattform auf GAIA-X
Grafik: BMWi

Bremen, 04.01.2021: Gemeinsam mit dem Institut für Raumfahrtsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR RY) haben Partner der Bremer Luft- und Raumfahrtbranche mit den "Digital Aeronautics and Space Collaboration Labs" (DASCLabs) bei der europäischen Cloud-Initiative "GAIA-X" einen Kooperationsbereich für digitale Innovationen in der Luft- und Raumfahrt angemeldet. Zu den Partnern gehören der Branchenverband Aviaspace Bremen, die Logicline GmbH und das Wirtschaftsressort des Bremischen Senats.

Die Anmeldung des Aerospace-Bereichs auf "GAIA-X"ermöglicht KMUs, Startups und Forschungseinrichtungen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene die digitale Vernetzung und den Datenaustausch. Damit wird ein gemeinsames Bearbeiten von Luft- und Raumfahrtprojekten auf Daten, Sicherheits-, Integrations-, Anwendungs- und Toolebene möglich (siehe Grafik).

Künftig soll den Bremer Partner eine europäische Cloud zur Verfügung stehen, die weiter ausgebaut werden kann. Mit den "DASCLabs" erhoffen sich die Bremer Branchenpartner auch die Vernetzung mit anderen Themenfeldern. "Mit GAIA-X wollen wir eine sichere und vernetzte Dateninfrastruktur schaffen, die die höchsten Ansprüche an digitale Souveränität und Innovationen fördert", betont Prof. Dr.-Ing. Andreas Rittweger, Institutsleiter des DLR Instituts für Raumfahrtsysteme Bremen (DLR RY).

Für Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt bietet das "GAIA-X"-Engagement große Chancen für die Wirtschaft der Freien Hansestadt: "Durch einen gesicherten Austausch von Informationen und Daten über das innovative, digitale Ökosystem können neue Kooperationsmöglichkeiten und Geschäftsfelder entstehen. Entsprechend positiv ist dieses europäische, von starker Kooperation geprägte Vorhaben zu bewerten."

"GAIA-X" ist eine europäische Technologie-Initiative - unterstützt von Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und Bundesforschungsministerium (BMBF) im Rahmen der KI-Strategie des Bundes. Mit der Initiative soll eine europäische Cloud-Allianz aufgebaut werden. Durch eine vertrauenswürdige Infrastruktur auf europäischer Ebene sollen Innovationen, Wettbewerbsfähigkeit, die europäische Souveränität und die Verfügbarkeit der Daten von und für Einwohner, Unternehmen, Wissenschaft und Forschung gefördert werden.

Weitere Informationen zur "GAIA-X"-Raumfahrtplattform gibt es unter www.dasclab.eu und beim BMWi. (Grafik: BMWi)

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Bremen richtet zwei KI-Transfer-Zentren für große und kleinere Unternehmen ein.

Der "Digital Hub Industry" mit dem neuen KI-Transferzentrum in Bremen
Foto: GMD Architekten

Bremen: Der führende Forschungsstandort für künstliche Intelligenz in Norddeutschland - das Land Bremen - richtet zwei Transfer-Zentren für den Einsatz von KI in großen, mittleren und kleineren Unternehmen ein. Ein KI-Transfer-Zentrum wird im neuen "Digital Hub Industry" im Umfeld der Universität Bremen errichtet. Der im Bau befindliche Hub soll Anfang 2020 als digitaler Leuchtturm der Freien Hansestadt öffnen.

Das zweite KI-Transfer-Zentrum wird am Standort der Hochschule Bremerhaven speziell für KMUs an der Weser errichtet. Der Ausschuss für Wissenschaft, Medien, Datenschutz und Informationsfreiheit der Bremischen Bürgerschaft hat sich in seiner heutigen Sitzung mit der Einrichtung der zwei KI-Transferzentren in Bremen und Bremerhaven befasst.

Die wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Janina Brünjes, erklärte am Donnerstag: "Durch das Vorhaben rückt nun auch Bremerhaven in den Fokus. Die Seestadt erhält jetzt die Chance, entsprechende Anwendungsfelder und Kooperationen mit kleinen und mittleren Unternehmen aufzustellen. Und an dem Standort der Hochhule Bremerhaven lassen sich Expertise und Transfer gut verknüpfen. Ich bin überzeugt: Bremen und Bremerhaven werden in Zukunft auf Augenhöhe gemeinsame Leuchtturmarbeit für künstliche Intelligenz darstellen."

Die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete fokussierte auf den zukunftsweisenden KI-Standort an der Weser: „Künstliche Intelligenz ist die Technologie der Zukunft. Nahezu jede Branche wird davon berührt werden. In Bremen haben sich die Anstrengungen bereits gelohnt, es hat sich ein anerkannter KI-Standort entwickelt. Denn das Land Bremen konnte in den letzten Jahren von der Bundesstrategie zur Künstlichen Intelligenz profitieren und sich als erfolgreicher Akteur in diesem Bereich etablieren."

Bremen ist mit der Grundlagenforschung am "Institut für künstliche Intelligenz" an der Universität, die Anwendungsforschung an der Uni Bremen und dem DFKI-Standort Bremen und dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medizin (MEVIS) einer der führenden KI-Forschungsstandorte in Deutschland und neben Lübeck einer der KI-Leuchttürme in Norddeutschland.

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Sonderauswertung zeigt Schwächen und Chancen für KI in der Hamburger Wirtschaft.

"AI for Hamburg" hat die Standoirtanalyse der Handeslkammer weiter ausgewertet.
Grafik: "AI for Hamburg", www.ai.hamburg

Hamburg, 24.11.2020: Die Freie und Hansestadt "hinkt anderen Standorten in Deutschland und der Welt in Sachen KI hinterher", so die aktuelle Position der Handelskammer laut "KI-Standpunktepapier 2020". Die drei maßgeblichen Hinderungsgründe für die Einführung künstlicher Intelligenz in der norddeutschen Wirtschaftsmetropole sind 1. fehlendes Wissen über KI-Einsatzmöglichkeiten, 2. fehlende Daten in ausreichender Quantität und Qualität sowie 3. unzureichende Kompetenzen der Mitarbeiter.

17 % der 269 von der Handelskammer in einer Studie im Juni d. J. befragten Unternehmen nutzen aktuell eine KI. Als aktivste Branchen beim KI-Einsatz gelten die IT-Industrie (25 %), der Dienstleistungssektor (25 %), die produzierende Industrie (22 %) sowie Banken und Versicherungen (15 %). In den kommenden 2 Jahren kann die Zahl der KI-Nutzer laut Studie generell auf bis zu 47 % wachsen, in der Industrie auf bis zu 52 %.

Laut jährlicher Analyse der Initiative "Applied AI" von "UnternehmerTUM" München kommen Hamburger Startups im Jahr 2020 bundesweit auf Platz 3 mit 14 KI-Startups, hinter Berlin mit 95 und München mit 61 schnellwachsenden Jungunternehmen. 2019 schaffte es Hamburg mit 8 Startups nur auf Platz 4 hinter Berlin (86), München (57) und Karlsruhe (9). Laut "AI for Hamburg" beschäftigen sich aktuell rd. 70 Firmen einschl. Startups an der Elbe mit künstlicher Intelligenz.

Der große Branchenmix von Industrieproduktion, Handel und Logistik, Finanzwirtschaft und unternehmensnahen Dienstleistungen bis zum Gesundheitswesen gelten als gute Grundlage zur Entwicklung des Einsatzes von KI in der Wirtschaft. 38% der KI-Entwickler konnten mit den aktuellen technischen Möglichkeiten neue Geschäftsfelder und Produkte bzw. Services entwickeln. Das Wachstum KI-basierter Anwendungen wird in den kommenden 2 Jahren laut Studie mit 80% bewertet. Mit 45% gelten Kostenvorteile als ein entscheidender Werttreiber, so eine Zweitauswertung seitens der Initiative "AI for Hamburg".

Zu den wichtigsten Einsatzfeldern von künstlicher Intelligenz in Hamburger Unternehmen gehören aktuell Forschung und Entwicklung (Platz 1), der Vertrieb (Platz 2), die interne Verwaltung (Platz 3), das Marketing (Platz 4) sowie die Produktion (Platz 5). Großes Potenzial sehen die Macher der Studie vor allem im Vertrieb (38%), in der internen Verwaltung (35%), in Forschung und Entwicklung (33%), im Marketing (30%) sowie im Kundenservice (30%). Dabei wird KI heute und in Zukunft vor allem in der Datenanalyse, in der Prozessautomatisierung sowie als Teil von Produkten und Dienstleistungen eingesetzt.

Als Stärken der Hafenstadt für KI zählt auch die dichte Hochschullandschaft. 70% der Hamburger KI-Entwickler haben Kontakte zu KI-Forschern. Ein weiterer, bislang nicht genutzter Vorteil ist die langjährige KI-Forschungsgeschichte seit den 70er Jahren an der Universität Hamburg. Laut Befragung haben neun staatliche und private Hochschulen in Hamburg und der Metropolregion KI-Bezüge in Studiengängen zu Informatik und Data Science, Logistik, Business Transformation, Business Development oder Marketing.

In Norddeutschland gelten Bremen (Grundlagen- und Anwendungsforschung, Lübeck (Medizin und öffentliche Verwaltung) sowie Greifswald (Medizin) mit ihrer Forschung als federführend im Themenfeld Künstliche Intelligenz. Zu den führenden Unternehmen mit KI-Patenten zählen in Norddeutschland Volkswagen, Wolfsburg (bundesweit Platz 6), Continental, Hannover (Platz 8), Fraunhofer-Institute, u. a. Bremen (Platz 10), Philips, Hamburg (Platz 20) sowie Airbus Defence & Space, u. a. Bremen (Platz 22).

Im Juni d. J. befragte die Handelskammer 269 in Hamburg angesiedelte Unternehmen zu Ihren Erfahrungen, Ihrer Meinung und Ihren Erwartungen rund um den Einsatz künstlicher Intelligenz. Daraus ist ein 53-seitiges Standpunktepapier mit Analyse des Status quo, den Potenzialen zu KI an der Elbe und Forderungen gegenüber dem Hamburger Senat entstanden. Das Papier der Industrie- und Handelskammer ist online abrufbar

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Hochschulen aus Bremen und Wismar digitalisieren die Produktion der Ariane-Rakete in Bremen.

Am Bremer Standort produziert die europäische "Ariane Group"
Teile der neuen "Ariane 6"-Rakete.
Foto: Ariane Group

Bremen/Wismar, 24.11.2020: Die Hochschulen Bremen und Wismar sowie die "Ariane Group" kümmern sich in einem mit 377.000,- € vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt namens "ISMA" der Weiterentwicklung eines digitalen Störungsmanagements in der Industrieproduktion 4.0 der Raumfahrtindustrie. Die Bremer und Wismaer Forscher haben dazu insgesamt drei Jahre Zeit.

Erweitert um Methoden von Data Mining und künstlicher Intelligenz sollen Probleme in der Produktion künftig effizienter ausgewertet, gelöst und vermieden werden. Die Ergebnisse sollen in der Produktion der Oberstufe der "Ariane 6"-Rakete im Bremer Werk der "Ariane Group" zum Einsatz kommen. Sie sind zudem auf andere Branchen übertragbar, wie der Ausrüstung von Luft-, Schienen- und Sonderfahrzeugen oder dem Maschinen- und Anlagenbau.

Die drei Partner setzen nach einem ersten gemeinsamen Projekt für eine computergestützte Fertigung ("CoRiFe") ihre Forschungskooperation fort.

Weitergehende Informationen gibt es u. a. bei der Hochschule Wismar. (Foto: Ariane Group)

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Freenet-Gruppe benutzt Nutzerdaten für AI-basierte Kundenservices.

Die "Freenet Group" setzt Nutzerdaten AI-basiert
für automatisierte Marketing-Sesrvice ein.
Foto: "Freenet Group"

Büdeldorf/Hamburg, 18.11.2020: Die "Freenet Group" setzt ab sofort im Bereich Data und Business Intelligence auf eine eigens entwickelte, cloudbasierte Daten-Plattform. Ziel ist das große Potenzial der Daten von rd. 13 Mio. Kunden aus den Segmenten Telekommunikation (v. a. "Klarmobil" und "Mobilcom Debitel") sowie TV und Medien (u. a. "Freenet TV" und "Waipu TV") zu nutzen. Hierfür automatisiert der Technologiekonzern seine Kundenkommunikation und optimiert die Kundenprozesse (Customer Experience).

Mit den Maßnahmen soll die Wirtschaftlichkeit gesteigert und interne Abläufe zentralisiert und vereinfacht werden. Die neue, auf "Amazon Web Services" (AWS) basierende Plattform bildet die Grundlage für eine automatisierte Datennutzung und neue Services - zunächst bei den Mobilfunk-Marken. Sie ist seit mehreren Monaten im Testbetrieb. Nach dem Testlauf soll die Datenplattform 2021 in anderen Geschäftsbereichen ausgerollt werden.

"Über unsere neu geschaffene ‚Data Workbench‘ können wir mit kurzen Time-to-markets Machine-Learning- und AI-basierte Services realisieren, die durch höhere Relevanz nicht nur die Customer Experience steigern, sondern gleichzeitig auch unsere internen Prozesse verschlankt“, sagt Sang-Geon Cho, Vice President Data & Intelligence der "Freenet Group".

Intern hilft die Plattform, Forecasts aus den Kunden-/Nutzerdaten abzuleiten und Marketingmaßnahmen zu optimieren. Zudem konnte die Qualitätssicherung von monatlich über 90.000 anonymisierten Kundengesprächen mittels Sprachanalyse (Natural Language Processing) bereits sautomatisiert werden. 

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Innovationsstudie zeigt Bremens digitale Zukunft nach Corona auf.