HANSEMACHINE

HANSE KI MAGAZIN
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51 % der Europäer würden die Mitglieder ihrer Parlamente durch KI-Systeme ersetzen lassen. In Deutschland sprechen sich 54 % für die Idee aus. Bei den 2.769 befragten Europäern aus elf Ländern war vor allem die jüngere Generation bis 34 Jahren von der Idee überzeugt.
- IE Center for the Governance of Change, Madrid, Mai 2021 -

Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland kann bis 2030 durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Wirtschaft um bis zu 11,3% zusätzlich wachsen. Das BIP der Bundesrepublik betrug 2018 zum Zeitpunkt der zititerten PwC-Studie 3,36 Bio. €. Damit kann unser Land in den kommenden 10 Jahren durch KI bis zu 380 Mrd. € zusätzlich an Wert schöpfen. 

In den 5 norddeutschen Ländern beläuft sich das Wachstumspotenzial durch Chemieindustrie, Energiewirtschaft, Ernährungswirtschaft, Fahrzeug- und Maschinenbau, Gesundheitswesen, Handel, Hafenwirtschaft, Industrieproduktion, IT-Industrie, Logistik, Luft- und Raumfahrtindustrie, Maritime Wirtschaft, Medien, Tourismus, Werften und unternehmensnahe Dienstleistungen gemessen am BIP von 2019 auf bis zu 60,9 Mrd. €. 

Treiber der Entwicklung sind die führenden Universitäten und Hochschulen in Norddeutschland mit ihren Schwerpunkten in der Grundlagenforschng und Anwendungsentwicklung mit künstlicher Intelligenz. Hier haben sich die Standorte Bremen (Medizin, Raumfahrt und Robotik), Greifswald (Medizin), Hamburg (Visual Computing) Lübeck (Medizin und digitale Verwaltung) sowie Oldenburg und Osnabrück (Land- und Meereswirtschaft, Maschines Lernen und Produktion) heraus kristallisiert. (in alphabetischer Reihenfolge)

In der Küche des Fachbereichs EASE der Uni Bremen kochen die Roboter.
Foto: SBE EASE/IAI/Universität Bremen

Bremen ist mit seinem Standort des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), dem Institut für künstliche Intelligenz (IAI) und dem Technologiezentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen, dem Fraunhofer Institut für Digitale Medizin (MEVIS) und dem künftigen "Hanse KI Campus" der Jacobs University einer der führenden KI-Forschungsstandorte in Norddeutschland. 3 der 10 führenden deutschen KI-Köpfe und 2 der 10 wichtigsten KI-Technologien sind laut der "GI"-Initiative "KI 50" in Bremen zu Hause. Mit einer eigenen KI-Strategie und zwei neuen "KI-Transfer-Zentren" im "Digital Hub Industry" und an der Hochschule Bremerhaven fokussiert die Freie Hansestadt auf intelligente Daten in Wissenschaft und Wirtschaft.

Lübeck wird neben Bremen und Greifwald zum bundesweit führenden Technologiestandort für künstliche Intelligenz in der Medizin. Mit der Universität zu Lübeck, der Universitätsmedizin Schleswig-Holstein (UKSH) sowie dem norddeutschen "KI-Space" für Künstliche Intelligenz entwickelt sich die Hansestadt zu einem internationalen Forschungs- und Entwicklungszentrum für die Zukunft der Medizin - durch die Landesregierung in Kiel in der laufenden Legislaturperiode mit bis zu 40 Mio. € unterstützt. Schleswig-Holstein plant, seine EU-Fördermittel von 2021 bis 2026 vor allem ins Thema KI zu investieren. Dazu kommt eine neue DFKI-Außenstelle in Lübeck.

In Hamburg beschäftigen sich mehr als 100 Professoren und mind. 7 Forschungseinrichtungen mit den Themen Machine Learning und künstliche Intelligenz. Nach Erhebung des "Bitkom" liegt Hamburg mit 11 KI-Professuren bundesweit mit der Region Rhein-Neckar auf einem 4. Platz. In der Hansestadt nutzen fast 100 Unternehmen inkl. 14 Startups AI - als professionelle Anwender oder spezialisierte Dienstleister. Ein Schwerpunkt für den Einsatz von KI an Alster und Elbe ist Visual Computing, z. B. bei "Dermalog", "Nect",  "Olympus" und "Philips". Hamburg plant ein eigenes KI-Cluster und einen European Digital Innovation Hub unter Beteilgung der Netzwerke "AI for Hamburg" und "ARIC" - und hat dafür bis zu 10 Mio. € Landemittel reserviert. 

In der Region Hannover hat sich das Forschungszentrum L3S an der Leibniz-Universität Hannover mit dem Zukunftslabor für Künstliche Intelligenz/Leibnitz AI Lab und Themenschwerpunkten rund um Produktion, Mobilität, Medizin und Bildung einen Namen gemacht. Dazu kommt ein neuer Digital Innovation Campus für KI und Sicherheit. An der TU Braunschweig wird das Thema Mobilität zusammen mit dem Niedersächsischen Forschungszentrum für Fahrzeugtechnik und mit Beteiligung der Universität Hannover bearbeitet. Künstliche Intelligenz wird in der Metropolregion abgerundet im Kontext maschinelles Lernen vom Campus Institute Data Sciene der Universität Göttingen

Mit Oldenburg und Osnabrück haben sich in der Metropolregion Nord-West zwei weitere starke Hochschul-Standrte für künstliche Intelligenz entwickelt. Mit dem heutigen DFKI-Labor und künftig eigenständigen DFKI-Standort entwickeln Forscher die KI-Zukunft rund um Smart Farming, Smart Enterprise Engineering, Marine Perception und interaktives maschinelles Lernen für medizinische und industrielle Anwendungen. Das Engagement wird durch das OFFIS - Institut für Informatik an der Universität Oldenburg mit den Forschungsbereichen Energie, Gesundheit, Produktion und Verkehr und dem KI-Campus an der Universität Osnabrück mit dem Themenfeld Landwirtschaft und dem Schwerpunkt der Vernetzung von Maschinen und Prozessen unterfüttert.

(C) HANSEVALLEY, 2020/2021. Redaktion: Thomas Keup. Stand: 31.05.2021. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.

Bremen, Lübeck, Greifswald, Hamburg sowie Oldenburg und Osnabrück
haben Chancen auf eine Zukunft mit Künstlicher Intelligenz.
Foto: WFB Bremen

 Hanse Digital Service: 

Freie Hansestadt Bremen: KI-Eckpunktepapier 2019

Handelskammer Hamburg: KI-Standpunktepapier 2020

Land Niedersachsen: KI-Working Paper Niedersachsen Mai 2021:

Land Niedersachsen: Forderungskatalog Niedersachsen 2030:

Land Niedersachsen: Masterplan Digitalisierung - KI-Förderung 2019:

Land Schleswig-Holstein: KI-Strategie 2019

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Bundesregierung: KI-Strategie Deutschland

Gesellschaft für Informatik: Initiative "KI 50" (Wissenschaftsjahr 2019)

Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz: DFKI-Standorte (HB, NI, SH)

KI-Bundesverband: Regionalgrupen Nord (HH, MV, SH) und Nord-West (HB, NI)

Bundesverband Deutsche Startups: KI-Startups in Deutschland


Digital Unit des Hamburger Industriekonzerns Körber mit eigener KI-Software bundesweit führend.

Bei Körber Digital wird die digital-vrnetzte Zukunft von Maschinen entwickelt.
Foto: Körber Digital

Berlin/Hamburg, 17.06.2021: Die Berliner Digital-Unit des Hamburger Industriekonzerns "Körber" - "Körber Digital" - ist beste digitale Innovationseinheit eines Industrieunternehmens in Deutschland. Der Hamburger Mischkonzern erhielt im Rahmen des "Digital Lab Award" 2021 die Auszeichnung In den beiden Kategorien "Kerngeschäftsnahe Innovation" und "Kerngeschäftsferne Innovation" jeweils den ersten Platz. Das Berliner Team konnte sich im Segment "Industrie" gegen die Herausforderer "Heidelberg Digital Unit", "Henkel dx Ventures" und "Prisma - FutureLab of Edding" als Gesamtsieger durchsetzen.

Mit "FactoryPal" hat das "Körber"-Geschäftsfeld Digital im vergangenen Jahr offiziell sein erstes Venture ausgegründet. Die KI-getriebene Software-as-a-Service-Lösung ist aus dem konzernweiten digitalen Innovationsprozess hervorgegangen und nutzt Machine Learning-Algorithmen zur kontinuierlichen Optimierung der Gesamtanlageneffektivität in der Prozessfertigung. Derzeit konzentriert sich "FactoryPal" auf den Tissue-Markt in Europa,

Die eingesetzte KI-Software lässt auch auf die Prozessfertigung anderer Industrien anpassen, sodass der Zielmarkt für die Maschinenoptimierung trotz der Konkurrenz von IIoT-Spezialisten groß ist. Unternehmen der Verpackungs-, Lebensmittel-, Pharma-, Stahl- oder Textilindustrie verfügen über Tausende von Produktionslinien, die mithilfe von künstlicher Intelligenz und Machine Learning optimiert werden können.

"Platz eins in beiden Kategorien zu holen, macht mich und das ganze Team stolz. Es zeigt, dass wir mit unserer vor anderthalb Jahren gestarteten Fokussierung auf das Company Building auf dem absolut richtigen Weg sind", freut sich Daniel Szabo, CEO des "Körber"-Geschäftsfelds Digital, die Auszeichnung.

Zum fünften Mal untersuchten Experten von "Infront Consulting" und des Wirtschaftsmagazins "Capital", welche kommerziellen Erfolge digitale Innovationseinheiten für Konzerne und mittelständische Unternehmen in den bereichen Industrierpoduktion und Dienstleistungen bringen. Dabei standen messbare Ergebnisse aus erfolgreich skalierten Innovationen sowohl aus dem kerngeschäftsnahen als auch dem kerngeschäftsfernen Bereich im Fokus.

Die Studie ermittelte anhand eines Online-Fragebogen sowie persönlicher Interviews die besten digitalen Innovationseinheiten, die nun mit dem "Digital Lab Award" 2021 ausgezeichnet wurden. Die Studie "Konzerne auf den Spuren von Startups 2021" von "Infront Consulting" und "Capital" ist die Größte ihrer Art im deutschsprachigen Raum und zeigt, wie etablierte Unternehmen Innovationen mithilfe eigener digitaler Innovationseinheiten entwickeln und auf dem Markt erfolgreich etablieren.

Das "Körber"-Geschäftsfeld Digital in Berlin ist Teil des internationalen Technologiekonzerns, der weltweit rund 10.000 Mitarbeiter an mehr als 100 Standorten beschäftigt. "Körber Digital" entwickelt digitale Produkte, Dienstleistungen und Lösungen mit Experten, Wissenschaftlern und Partnern aus verschiedenen Branchen der Logistik, der Pharma-, Tissue- und Tabakindustrie, um die globale Fertigung zu transformieren.

Weitere Informationen zum digitalen Engagement gibt es auf den Seiten der "Körber AG". Die Studie über "Konzerne auf den Spuren von Startups 2021" kann bei "Infront Consulting" bezogen werden. Ein aktueller Artikel zu den Gewinnern des diesjährigen Wettbewerbs ist bei den Kollegen von "Capital" nachzulesen.

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TU Hamburg lädt Wirtschaft zur Online-Konferenz zu maschinellem Lernen ein.


Hamburg, 02.06.2021: Am 1. und 2. Juli finden an der Technischen Universität Hamburg die "MLE Days 2021" statt. Auf der Online-Konferenz haben Unternehmen die Möglichkeit, sich mit Wissenschaftlern der TU in Harburg über die neusten Entwicklungen und Forschungsergebnisse im Bereich des maschinellen Lernens auszutauschen. Im Vordergrund stehen ingenieurwissenschaftliche und betriebliche Anwendungen sowie der Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis. Mit Hilfe des maschinellen Lernens können Unternehmen ihre Produkte smarter gestalten und diese darüber hinaus effektiver entwickeln und herstellen. Das spart Kosten und bietet Kunden individuelle Anpassungsmöglichkeiten.

Maschinelles Lernen ist ein maßgeblicher Innovationstreiber und bietet enorme Chancen für neue Entwicklungen, gerade in den Ingenieurswissenschaften“, so Christian Schuster, TU-Professor und Sprecher der Forschungsinitiative „Machine Learning in Engineering“. In Vorträgen, Online-Workshops und Networking-Sessions zeigen Experten der TU Hamburg den Teilnehmern unterschiedliche Möglichkeiten für den Einsatz der zukunftsweisenden Technologie. Dabei wird ein breites Themenspektrum von der Elektro- und Medizintechnik bis hin zu Logistik, Wirtschafts- und Materialwissenschaften abgedeckt.
Die "MLE Days" werden von der Forschungsinitiative „Machine Learning in Engineering - MLE" organisiert. Ziel der über 100 beteiligten Forscher der TU Hamburg ist es, das Wissen über maschinelles Lernen zu bündeln und Impulse für den technologischen Fortschritt in Industrie und Wirtschaft zu geben.
Informationen zu Programm und Anmeldung gibt es auf den Seiten der "MLE Days"
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Continental beteiligt sich an revolutionärem KI-Startup aus Israel.

Conti aus Hannover arbeitet am autonomen Fahren.
Illustration: Continental

Hannover, 25.05.2021: Der seit Anfang 2009 zum bayerischen "Schaeffler"-Konzern gehörende Automobil-Zulieferer "Continental" hat sich am israelischen KI-Startup "Autobrains" beteiligt. Am Mittwoch vergangener Woche stellten "Conti"-Manager" einer Gruppe von Investoren bei der "Bank of America" vor, berichtet die "Wirtschaftswoche". Danach haben sich die Hannoveraner den Zugriff auf eine neue Form von Künstlicher Intelligenz für den Einsatz in automen Fahrzeugen gesichert. Laut Teilnehmern der Investoren-Konferenz hat "Continental" die Technik bereits getestet und ist bereit, diese in seine KI-Kundensysteme zu integrieren.

Die neue Technologie firmiert unter dem Titel "Unsupervised AI" ("nicht angeleitete KI") und wird auch von "Facebook" fortentwickelt. Das Besondere ist der selbstlernende Algorithmus der israelischen KI, die eigenständig verlässliche Kriterien zur Objekterkennung z. B. auf Straßen entwickeln können soll. Der Vorteil laut "Conti"-Präsentation liegt in einer um 90 % sparsameren Datennutzung sowie einer damit verbunden deutlich geringer benötigten Rechnerleistung. Damit würden Entwicklungszeiten und Kosten erheblich reduziert, zitiert die "Wirtschaftswoche" die Vorstellung der Automotive-Manager in New York.
Der "Autobrains"-Aufsichtsrat und früherer "Conti"-Chef Thomas Neumann sagte zur neuen Technologie: "Unsupervised KI ist ausgesprochend spannend, da sie den gesamten Mainstream der aktuellen KI-Entwicklung rund ums autonome Fahren in Frage stellt." Setzt sich der neue technische Ansatz durch, könnrn selbstfahrende Autos schneller flächendeckend eingesetzt werden weil sich die Fahrzeuge - so der Zeitungsbericht - schneller auf neue Situationen einstellen können.
"Autobrains" wurde von ehemaligen KI-Spezialisten der israelischen Streitkräfte gegründet. Parallel forscht auch der "Facebook"-Konzern an "Unsupervised KI". So haben die Erntwickler des amerikanischen Online-Konzerns nach Angaben auf ihrem Blog große Fortschritte mit der neuen KI-Technik und der automatisierten Bilderkennung gemacht. Konkrekt soll die Unsupervised KI von "Facebook" erstmals eigentständig Objekte und Personen in Videos identifiziert haben. Dabei bekam die Software vorab keiner Informationen über die Gegenstände und Menschen.
Hintergrund: Die "Unsupervised AI" nimmt wie das menschliche Gehirn nur einen kleinen Teil der gesehenen Objekt-Informationen und zieht aus vorher bestimmten Kriterien die Rückschlüsse, worum es sich im Detail handelt. Dies Objektsegmentierung galt bislang eines der größten ungelösen Probleme für selbstlernende Kamerasysteme zu sein, wie sie künftig in autonomen Fahrzeugen eingesetzt werden sollen.
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VW-Konzern monitort 4.000 Lieferanten weltweit mit KI auf Lieferrisiken.
Der VW-Konzern monitort Lieferrisiken frühzeitig mit KI.
Screenshot: HANSEVALLEY 

Wolfsburg, 19.05.2021: Der "Volkswagen"-Konzern überprüft seine Lieferanten der drei Konzernmarken "Audi" (Ingolstadt), "Porsche" (Zuffenhausen) und "Volkswagen" (Wolfsburg) mit Hilfe künstlicher Intelligenz. Partner des KI-basierten Prüfprogramms ist das Wiener Tech-Startup "Prewave". Die Algorithmen überprüfen in öffentlich zugänglichen Medien und in Social-Media-Netzwerken das Verhalten der Konzern-Lieferanten.
Mit dem hoch automatisierten Monitoring-Dienst können z. B. politische Interventionen und Schließungen, behördliche Verbote oder Korruption, Naturkatastrophen und Cyberrisiken, Industrieunfälle und Umweltverschmutzungen, Arbeitsproteste und Produktionsausfälle, Produkt- und Qualitätsrisiken, Governancerisiken und Verbraucherproteste identifiziert und transparent gemacht werden.
Sechs Monate nach Start des Projekts monitort "Prewave" mit 5.000 Stichworten bereits rd. 4.000 Lieferanten. Die Wiener "Prewave Risk Intelligence Platform" soll Risiken der "VW"-Konzernlieferanten frühzeitig identifizieren und direkt melden. Damit sollen die Einkaufsvereinbarungen, globale Lieferketten und Nachhaltigkeitsbedingungen gesichert werden. Im Falle eines Falles übermittelt das Monitoring entsprechende Meldungen an die Einkaufsmanager der Autofirmen. Das AI-System analysiert öffentliche Informationen in mehr als 50 Sprachen und aus über 150 Ländern.
Markus Wagner, Leiter Beschaffung Strategie und Nachhaltigkeit Porsche AG, sagte gegenüber dem "CIO"-Magazin über das Projekt: "Mit Prewave steuern wir zielgerichtet Risiken auch in den tieferen Lieferketten. Uns geht es um Transparenz. Die künstliche Intelligenz vereinfacht die komplexe Analyse von Daten." Marco Philippi, Leiter Strategie Beschaffung bei Audi, ergänzt:: "Der entscheidende Vorteil der KI ist ihre Schnelligkeit, mit der sie relevante Nachrichten online erkennen und gebündelt übermitteln kann. Wir erfahren so viel früher von Nachhaltigkeitsrisiken und können infolgedessen schneller reagieren."
Mit Hilfe vorhersagender Analysen will das KI-Angebot aus Österreich Risiken in der Zukunft frühzeitig erkennen und weitergeben. Die Beschaffungsteams der Hersteller können die aus den Meldungen abgeleiteten Aufgaben gemeinsam und mit den betroffenen Lieferanten klären und lösen.
Ein aktueller Beitrag zum Thema ist im Fachmagazin "CIO" erschienen. Weitere Informationen gibt es u. a. auf den Internet-Seiten von "Prewave".
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Niedersachsen veröffentlicht Arbeitspapier zu KI-Strategie des Landes.


In immer mehr Branchen treffen Mensch und Maschine aufeinander.
(Foto: WFB Bremen/Michael Beetz)

Hannover, 17.05.2021: Die niedersächsische Landesregierung plant eine Strategie zum Technologie-Leitthema Künstliche Intelligenz in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln. Das Hannoveraner Digitalisierungsministerium hat dazu ein 20-seitiges Arbeitspapier mit einem Status Quo in den sechs Bereichen "KI und Fachkräftesicherung", "KI in der Wissenschaft", "KI in Leitbranchen", "KI in Gesellschaft und Ethik" sowie "KI-Ökosystem" und "KI made in Niedersachsen" veröffentlicht.

Niedersachsens Digitalminister Bernd Althusmann erklärte einleitend: "Künstliche Intelligenz als eine zentrale Technologie verändert die Wirtschaft und Gesellschaft in erheblichem Maße. Die USA und zahlreiche asiatische Staaten haben in den vergangenen Jahren einen bedeutsamen technologischen Vorsprung aufgebaut. Allerdings bieten die dortigen Schwerpunktsetzungen die Gelegenheit, in Nischen neue Wachstumschancen zu ergreifen und durch die Schaffung eines einheitlichen Regelwerkes für KI die wesentlichen Rahmenbedingungen vorzuzeichnen."

KI in der Bildung

Die Landesregierung will das Thema KI und den Umgang damit als Querschnittsthema in den Schulen verankern. Bereits beschlossen ist die Einführung von Informatik in der 10. Klasse ab Schuljahr 2023/2024. Das Land plant dazu, neue Lehrer mit IT-Kompetenz auszubilden. Im Mittelpunkt des Unterrichts soll die Sensibilisierung und das Verständnis für neue Technologien wie KI stehen. Außerdem ist ein Wettbewerb "DigiSTATer" geplant, bei dem Schulteams Grundlagen zu KI erlernen und digitale Gründungsideen entwickeln. Hub-Schulen sollen mit fortgeschrittener technischer und pädagogischer Kompetenz als Vermittler für andere Schulen fungieren.

KI in der Wissenschaft

Die Koalition sieht in der Deckung des zunehmenden Bedarfs an KI-Experten eine besondere Herausforderung. Forschungseinrichtungen sollen zusätzliches Personal bekommen und neue außeruniversitäre Institute errichtet werden. Bestehende und künftige Einrichtungen werden finanziell (weiter) gefördert, das DFKI-Labor mit 17,5 Mio. €, die sechs Zukunftslabore mit 20 Mio. € und das neue DLR-Institut Systems Engineering Oldenburg mit 20 Mio. €. Für einen Quantencomputer der Forschungsinitiative "Quantum Valley Lower Saxony" stellt das Land 25 Mio. € bereit. Dazu kommen die seit 2019 für 11 Hochschulen geplanten 50 Digitalprofessuren - mit 42 Mio. € aus der "Volkswagen-Stiftung" und 8 Mio. € aus dem Landeshaushalt.

KI in der Wirtschaft

Als Themen für KI in der Wirtschaft sieht Hannover u. a. Datenaustausch, -analyse und -nutzung in Betrieben z. B. in Verbindung mit der 5G-Technologie, eine datengestützte Ver- und Entsorgung in Kommunen mit Sensoren und KI-basierte Verkehrsführungen und Sharingmodelle. Hier sollen die Kommunen in Projekten finanziell unterstützt werden. Das Wirtschafts- und Digitalisierungsministerium plant neben dem - mit über 100 Mio. € Investitionen erfolgreichen - "Digitalbonus" einen speziellen "KI-Bonus" für Unternehmen, um Geschäftsprozesse mit KI zukunftsfähig zu machen und KI-Software zur Datenauswertung anzuschaffen.

Darauf baut ein Förderprogramm für die Gründung von Jung-/Unternehmen mit KI-Schwerpunkt auf. Zugleich sollen Informationsdefizite und Innovationshemmnisse z. B. durch die 3 KI-Trainer des Mittelstandszentrum 4.0 in Hannover ausgeräumt werden. Die bestehenden Beratungs- und Fördereinrichtungen sollen in einem KI-Cluster zusammenarbeiten und KI-Lotsen in den Regionen die KI-Trainer beim Wissenstransfer unterstützen.

Bei der Startup-Förderung setzt Niedersachsen auf einen KI-Wettbewerb für zukunftsweisende Jungunternehmen und ein Transfer- und Gründerzentrum für KI am DFKI-Standort in Osnabrück. Dies soll auch ein Leuchtturm für die Bündelung von Forschung und Wissenstransfer rund um AI in Niedersachsen werden. Ein gemeines Zukunftszentrum KI der norddeutschen Bundesländer Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen rundet das geplante Engagement Hannovers ab.

KI in der Gesellschaft

Das Arbeitspapier sieht in Wirtschafts- und Verbraucherinteressen rund um KI einen wichtigen Bereich. Hier spielen die Themen Wahrung von Grundrechten wie Datenschutz, Schutz der Privatsphäre und das Recht auf Nichtdiskriminierung eine Rolle. Für die Landesregierung steht an oberster Stelle, dass der Mensch die letzte Entscheidung trifft - und nicht die Maschine. Dazu bedarf es Transparenzmechanismen, um die Nachvollziehbarkeit von KI-Entscheidungen zu garantieren.

Weitere Fokusthemen sind die IT-Sicherheit und Haftungsfragen im KI-Kontext. Die Landesregierung will gesetzliche Rahmen schaffen, die vor allem KI-Anwendungen in Hochrisikobereichen betreffen. Angedacht ist eine eigene Datenethikkommission - ergänzt durch eine Datenstrategie. Der Datenschutzbeauftragte könnte künftig auch für Daten- und Cybersicherheit zuständig sein.

KI-Ökosystem

Das Digitalisierungsministerium will zusammen mit dem Wissenschaftsministerium ein KI-Ökosystem als sicheren Datenraum einrichten, um Unternehmen die Möglichkeit zu geben, Industriedaten unter eigener Kontrolle mit anderen teilen zu können. So sollen aus Datensilos im Land künftig Datenpools werden, in der eigenen Branche ebenso, wie über einzelne Industrien hinweg. Das Ökosystem soll zudem bestehende und künftige Akteure im Land zusammenbringen, die sich mit dem Themenfeld KI beschäftigen.

Als Vorbild dienen die vom Bund geförderten "International Data Spaces - IDS". Am Forschungszentrum L3S der Leibniz-Universität Hannover gibt es bereits ein IDSA-Kompetenzzentrum für Niedersachsen. Daneben unterstützt das Land weiter die "GAIA-X"-Initiative für eine europäische Cloud-Infrastruktur in verschiedenen Branchen. Die Landesregierung selbst will aktiv Daten in den Datenpool "Öffentlicher Sektor" geben.

KI made in Niedersachsen

Die Regierung will für Niedersachsen durch Spitzenforschung und Wissenstransfer die Grundlagen legen, damit die Unternehmen im Land die Potenziale Künstlicher Intelligenz nutzen können. Dabei sollen durch Kollaboration Synergieeffekte über Branchen hinweg möglich werden. Dazu kommen Förderprogramme von Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium, um die Wirtschaft bei der Nutzung von KI zu unterstützen. In Digital-Hubs vor Ort soll mit Förderung der EU das Thema KI zu den Bürgern ins Land gebracht werden.

Neben den wissenschaftlichen, technologischen und wirtschaftlichen Aspekten hat Niedersachsen auch die ethischen, gesellschaftlichen, rechtlichen und bildungspolitischen Aspekte im Blick. Die Chancen und Potenziale von Künstlicher Intelligenz sollen bereits in der Schule niederschwellig vermittelt werden.

Zu den bestehenden Einrichtungen Niedersachsen im Forschungsfeld KI gehören

in der Metropolregion Hannover

in der Metropolregion Nord-West

  • das DFKI-Labor Niedersachsen mit seinen Standorten in Oldenburg und Osnabrück und den Schwerpunkten Smart Farming, Smart Enterprise Engineering, Marine Perception und interaktives maschinelles Lernen für medizinische und industrielle Anwendungen
  • das OFFIS - Institut für Informatik an der Universität Oldenburg mit den Forschungsthemen in den Bereichen Energie, Gesundheit, Produktion und Verkehr
  • der KI-Campus an der Universität Osnabrück mit dem Themenfeld Landwirtschaft und dem Schwerpunkt der Vernetzung von Maschinen, Prozessen und Akteuren sowie mit KI-Schwerpunkten rund um juristische, sozialwissenschaftliche und ethischen Fragestellungen

über Metropolregionen hinweg

Niedersachsen hat mit seinem "Masterplan Digitalisierung" im Jahr 2018 das Thema KI als eines der maßgeblichen Technologiethemen definiert. Angesichts der Durchdringung aller niedersächsischen Leitbranchen mit digitalen Möglichkeiten - wie Automobilindustrie, Energiewirtschaft, Gesundheitswesen, Landwirtschaft und Tourismus und zunehmend datenbasierten Geschäftsmodellen will die rot-schwarze Landesregierung in Hannover mit einer eigenen KI-Strategie die Chancen für Niedersachsen erarbeiten und bündeln lassen.

Niedersachsen plant, neben seinen 12 aus Berlin geförderten Forschungskonsortien im Themenfeld 5G und der damit führenden Position zur Vernetzung von Maschinen und des wechselseitigen Datenaustausches auch Nr. 1 unter den Bundesländern in Sachen KI-Forschung zu werden. Neben der Landesregierung wird das ZDIN - Zentrum für digitale Innovationen Niedersachsen - eine für Sommer d. J. angekündigte KI-Roadmap für Zukunftsszenarien und Handlungsempfehlungen gegenüber dem Land veröffentlichen.

Das KI-Arbeitspapier Niedersachsen kann beim Digitalisierungsministerium heruntergeladen werden. 

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Kieler Weltwirtschaftsinstitut sagt Im- und Exporte mit Künstlicher Intelligenz voraus.

Der neue "Kiel Trade Indicator" mit 250.000 Echtzeitdaten und KI
ist schneller, genauer und detailierter als der "Ifo"-Index aus München.
Grafik: IfW Kiel

Kiel, 06.05.2021: Das Institut für Weltwirtschaft hat am Donnerstag einen neuen, KI-basierten Frühindikator für den internationalen Handel auf Basis von Echtzeitdaten aus den globalen Containerschiffsverkehren vorgestellt. Auf Grundlage von bis zu 250.000 kontinuierlich erhobenen und von der jungen Rostocker Datenagentur "Fleetmon" zugelieferten Datenpunkten aus bis zu 200.000 Positionsdaten und weiteren bis zu 50.000 Daten zu Ein- und Ausläufen bieten die Kieler Wissenschaftler ein kontinuierliches Monitoring zu Im- und Export der größten Volkswirtschaften China, Europa und USA.

Die Auswertung der Echtzeitdaten umfasst neben Positionsdaten Informationen zu Im- und Exporten aus vier Leitbranchen und berücksichtigt weltweit rd. 500 kontinuierlich ausgewertete Häfen und 100 Wirtschaftsregionen inkl. 75 Ländern einschl. Deutschland und dem europäischen Handelsraum. Der neue Handelsindikator ermöglicht dabei sowohl einseitige Auswertungen der Ein- und Ausfuhr eines Landes in die Welt (z. B. China) wie auch die bilateralen Handelsströme zwischen zwei oder mehreren Ländern (z. B. China und Deutschland).

"Mit dem Kiel Trade Indicator liefert das IfW Kiel einen konjunkturellen Frühindikator von bislang nicht gekannter Qualität und Quantität“, sagte IfW-Präsident Gabriel Felbermayr anlässlich der Vorstellung. „Hochfrequente Daten bieten für uns die große Chance, wirtschaftliche Ausschläge mit sehr geringem Zeitversatz ablesen oder prognostizieren zu können. Wirtschaft und Politik können so beispielsweise sehr viel früher auf sich abzeichnende Verwerfungen reagieren und gegensteuern.“

Der digital ausgewertete Index ist dabei nicht nur für Handelsnationen mit Seehäfen (z. B. Deutschland mit "Bremenports", "Hafen Hamburg" oder Kiel) möglich, sondern auch für Binnenländer, z. B. Österreich mit Beziehungen zu deutschen, italienischen und osteuropäischen Containerhäfen. Durch Länder-Häfen-Korrelationen können sogar Prognosen für den Im- und Export von Binnenländern abgegeben werden. Durch die Echtzeit- und Detailauswertungen geht der neue "IfW"-Index in Wettbewerb zum deutschen "Ifo"-Leitindex aus München mit Prognosen zu Export und Wirtschaftsklima sowie EU-Daten zur Produktionentwicklung. "Ifo"- und EU-Index werden jeweils nur einmal zum Ende eines Monats veröffentlicht.

Die per Maschine Learning ausgewerteten und mittels Künstlicher Intelligenz bewerteten Daten werden auf den Seiten des "Kiel Trade Indicator" veröffentlicht und zweimal im Monat jeweils am 3. und 20. upgedatet und offiziell inkl. Einordnungen der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Kieler Weltwirtschaftsinstitut will damit eine umfangreichere, genauere und schnellere Auswertung des weltweiten Handels anbieten und durch die Echtzeitauswertung eine höhere Verlässlichkeit der weltweiten Im- und Exportentwicklung ermöglichen - trotz bis zu 60 Tagen Fahrzeit auf den großen Containerrouten von Südostasien nach Europa bzw. Nordamerika.

250.000 Echtzeit-Datenpunkte der Rostocker Datenagentur "FleetMon"
sind Grundlage für den "Kiel Trade Indicator" des "IfW".
Screenshot: FleetMon

So sollen Aussagen zur Zusammensetzung der Schiffsladungen mit bis zu 20.000 Standardcontainern (TEU) durch die Zulieferung der aktuellen Tiefgänge von Frachtern erfolgen. Das "IfW" verspricht für die Zukunft sogar die Zusammensetzung von Ladungen vorherzusagen und auf Grund der historischen Daten KI-basiert in ein bis zwei Jahren auch Frachtraten der Reedereien zu prognostizieren. Mit dem jüngsten Datenupdate vom Montag dieser Woche zeigt der "Kiel Trade Indicator" für April d. J. einen Anstieg der Ausfuhren im Vergleich zum Vormonat für Deutschland und die EU (+ 2,6 % bzw. 3,3 %). Gleichzeit muss sich China auf einen erheblichen Rückgang vorbereiten (-8,8 %).

Als Grund für den Einbruch der chinesischen Exporte sehen die Kieler, dass Konsumenten in Europa und den USA aufgrund von steigenden Corona-Impfraten beginnen, weniger Konsumgüter aus China und wieder mehr heimische Dienstleistungen wie Restaurantbesuche nachfragen. Für Deutschland und die EU bleibt der Außenhandel zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine zentrale Stütze der Wirtschaft“, so Vincent Stamer, Leiter des "Kiel Trade Indicator". „Die Havarie im Suezkanal hatte zumindest im April offenbar keine nachhaltigen Auswirkungen auf die Handelsströme Europas und Deutschlands.“
Wäre der neue Indikator bereits zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 verfügbar gewesen, hätten die Kieler die damaligen Ausfälle im Welthandel bereits kurze Zeit später prognostizieren können, ebenso wie die zeitnahe Vorhersage des Wiederanspringens der Handelsaktivitäten. Dies ist vor allem in Zusammenhang mit der Produktionsplanung für internationale Märkte relevant. Damit hätten bereits kurzfristig Unsicherheiten bei Produktionen bis hin zu Ausfällen minimiert werden können.
Die lateralen Daten des "Kiel Trade Indicator" sind auf den Seiten des "IfW Kiel" vefügbar. 
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Nect zeigt, wie KI Kurzarbeitern und Unternehmen auch nach Corona hilft.


Nect-Gründer Benny Bennet Jürgens setzt auf KI bei der Online-Identifikation.
Foto: Nect/Matthias Friel

Bis zu 700.000 Hilfesuchende, die sich seit Frühjahr 2020 beim Arbeitsamt als arbeitslos oder in Kurzarbeit meldeten. Die Notwendigkeit der Bundesagentur, die Identität ihrer Kunden zu überprüfen - mit bis zu 5.000 Online-Identifikationen pro Stunde. Und ein ID-Verfahren über Nacht bei der IFB in Hamburg, damit Unternehmer die Corona-Soforthilfe bekommen konnten. 2020 schlug die Stunde für “Selfie-Ident” aus Hamburg. Das HANSESTARTUP “Nect” gehört seit der Pandemie zu den führenden Online-ID-Anbietern - und hat den elektronischen Personalausweis ebenso auf die Plätze verwiesen, wie Video-Ident-Dienstleister.


Zeit für das Hanse Startup Magazin nachzufragen, wie das Team um Benny Bennet Jürgens und Carlo Ulbrich bis zu 700.000 “Selfie-Idents” auf dem Handy gepackt hat, was die mehr als 60 Mitarbeiter - davon rd. 30 Techis - vom Großen Burstah in diesem Jahr vorhaben - und wohin die Reise des jungen norddeutschen Technologieanbieters geht. Chefredakteur Thomas Keup nutzte die KI-Identifikation selbst bei HEK und HKK - und sprach anlässlich des 4-jährigen Bestehens mit Gründer und Geschäftsführer Benny Bennet Jürgens über Status Quo und Ausblick.


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Evangelische Kirche veröffentlicht Zehn Gebote zur Digitalisierung.

Die Evangelische Kirche hat 10 Digitale Gebote erarbeitet.
Screenshot: HANSEVALLEY

Hannover, 25.04.2021: Die Evangelische Kirche in Deutschland hat sich mit der Digitalisierung beschäftigt und eine Grundsatzschrift unter dem Titel "Freiheit digital. Die Zehn Gebote in Zeiten des digitalen Wandels" veröffentlicht. Der 245 Seiten starke Text orientiert sich an den Zehn Geboten. Erstellt wurde die Schrift von der "EKD"-Kammer für soziale Ordnung.

Der stellvertretender Kammer-Vorsitzende Traugott Jähnichen appellierte anlässlich der Veröffentlichung an die Chancen der Digitalisierung: "Es liegt an uns, unsere Freiheit und Kreativität bewusst positiv zu nutzen.

"EKD"-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm forderte bei Vorstellung der Denkschrift, den heiligen Sonntag in Zeiten von Homeoffice und Videokonferenzen nicht Preis zu geben: "Weil sich die Technologien in den vergangenen zehn Jahren so rasant weiterentwickelt haben, hinken die gesellschaftlichen Normen für ihre Nutzung zwangsläufig hinterher", so der Kirchenvorstand. 

Umso dringlicher sei es, die ethischen Folgen der Digitalisierung in den Blick zu nehmen und sich über einen verantwortlichen Umgang mit Technologien zu verständigen. "Angesprochen werden auch problematische Aspekte wie "digitale Gewalt" und Intimbeziehungen im digitalen Raum", so Traugott Jähnichen. 

Zu den diskutablen Aspekten gehören für die Kirche auch Fake News in sozialen Medien. Hier gelte auch heute "Du sollst nicht falsch Zeugnis reden". Beim aufkommenden Metatrend der Künstlichen Intelligenz ist aus Sicht des "EKD"-Ratschefs die Grenze erreicht, wenn der Mensch die Verantwortung für Entscheidungen an eine Maschine abgebe.

Die Zehn Gebote zur Digitalisierung sind auf der Website www.ekd-digital.de zusammengefasst. Dort kann auch die gesamte Denkschrift heruntergeladen werden. 

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TH Lübeck testet KI-Anwendungen in 5G-Netzen.

5G-Netze bieten mit KI neue Flexibilität für industrielle Anwendungen.
Foto: Vofdafone

Lübeck, 18.04.2021: Ein Forschungsprojekt der Technischen Hochschule Lübeck soll den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im 5G-Mobilfunknetz untersuchen. Im Mittelpunkt stehen dabei private 5G-Netze, also lokale Installationen z. B. auf Fabrikgeländen. Die Nutzung von KI-Methoden bietet dabei die Möglichkeit, Kommunikationsressourcen besser zu verteilen und hochdynamische 5G-Systeme zuverlässiger zu gestalten. Davon würden auch kleine und mittlere Unternehmen als Nutzer des neuen Funkstandards im Norden profitieren.

Schleswig-Holsteins Digital-Staatssekretär Dirk Schrödter und Chef der Staatskanzlei überreichte Professor Horst Hellbrück von der TH Lübeck heute dazu Ende vergangener Woche einen Förderbescheid über 395.000,- €.

Das Kompetenzzentrum "CoSA" der TH Lübeck untersucht bereits seit über zehn Jahren drahtlose Netze und Anwendungen. "Im Projekt "KI-5G" werden wir mittels Installationen von 5G im Labor der TH Lübeck und auf Testfeldern in Schleswig-Holstein den Einsatz von KI und 5G aufzeigen und den Klein- und Mittelständischen Unternehmen (KMU) praktisch demonstrieren. Die KI-Lösungen lassen sich auf andere Anwendungsfelder und Branchen übertragen", so Professor Hellbrück über die Projektarbeit in den kommenden drei Jahren.

"Bislang wurden KI-Lösungen noch nicht in Mobilfunknetzen eingesetzt. Genauso wie Künstliche Intelligenz eine Schlüsseltechnologie ist, ist es der Mobilfunkstandard 5G für den digitalen Wandel. Im Bereich der industriellen Produktion, aber auch für die Mobilität, die Landwirtschaft, die Gesundheitsversorgung oder die Energieversorgung eröffnet 5G neue Chancen und Möglichkeiten", sagte Schrödter im Rahmen einer Videokonferenz.

Das "CoSA"-Kompetenzzentrum der TH Lübeck ist hier zu finden.

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Norddeutsche Bundesländer planen gemeinsame Innovations- und Digitalisierungsstrategie.

Bremen nimmt die Zukunft der KI in Norddeutschland in die Hand.
Foto: Gerd Altmann, Pixabay

Bremen, 15.04.2021: Unter Leitung der Bremischen Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt soll ab November d. J. in der gemeinsamen Wirtschaftsministerkonferenz der fünf norddeutschen Bundesländer nach dem Vorbild der "Norddeutschen Wasserstoffstrategie" eine gemeinsame "Norddeutsche Innovations- und Digitalisierungsstrategie" erarbeitet werden. Das sagte die LINKE-Spitzenpolitikerin in einer Video-Pressekonferenz zur Vorstellung der "Bremen KI-Strategie 2021/2022" auf Rückfrage des Hanse Digital Magazins.

Die für Wirtschaft, Arbeit und Häfen im Land Bremen zuständige Senatorin Kristina Vogt betonte gegenüber HANSEVALLEY: "Wir müssen unsere Kompetenzen in Norddeutschland bündeln". Die Spitzenpolitikerin pointierte: "Gemeinsam kommt man weiter." Bislang gibt es keine Zusammenarbeit der Nordländer bei Innovations- und Digitalisierungsthemen. Künftig soll mit einem gemeinsamen KI-Cluster im Norden ein besonderes Augenmerk auf der koordinierten Vergabe von Forschungsgeldern liegen.

Als Vorbild nannte die Bremer Wirtschaftssenatorin das abgestimmte Vorgehen bei der Förderung von Wasserstoffprojekten für eine umweltfreundliche Luftfahrt. Durch die Abstimmung der Luftfahrt-Standorte Bremen, Hamburg und Stade in Niedersachsen konnten die drei beteiligten Landesregierungen eine effektive Forschungsförderung gegenüber "Airbus" durchsetzen.

Die Verkündung einer gemeinsamen Digitalstrategie für den Hanseraum fand im Rahmen der Vorstellung der neuen "Bremen KI"-Strategie statt. Der rot-grün-rote Senat des Landes unterstützt den führenden KI-Standort an der Weser bis Mitte kommenden Jahres mit weiteren 900.000,- €. Damit stockt Bremen die KI-Förderung nach 3,1 Mio. € aus dem Bremen-Fonds für die Forschungsprojekte des DFKI an der Weser noch einmal auf.

Die 900.000,- € sollen als Grundlagenfinanzierung für die beiden KI-Transfer-Hubs im "Digital Hub Industry" an der Universität Bremen (für Großprojekte) und an der Hochschule Bremerhaven (für den KMU-Transfer) dienen. Ab Mitte kommenden Jahres sollen die Fördergelder durch Bundes- und Europamittel gehebelt werden - u. a. im Rahmen des EU-EFRE-Programms.

An den beiden Transfer-Zentren der Hochschulen in Bremen und Bremerhaven sind Showrooms für KI-Demonstrationen und Info-Veranstaltungen für die Öffentlichkeit geplant. Dazu kommt eine virtuelle Plattform für Videoevents, Weiterbildungen und Fördermaßnahmen.

Kristina Vogt erklärte: "KI ist ein wichtiger Motor der Wirtschaft im 21. Jahrhundert. Daraus ergibt sich ihre Bedeutung für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort und eine funktionierende Gesellschaft. Der Ausbau Bremens als KI-Standort steigert dessen Attraktivität für Unternehmen, schafft und sichert Arbeitsplätze und stärkt die ganze Region. Das Ziel unserer KI-Strategie ist es, das Know-how aus der bremischen Forschungslandschaft und den Unternehmen noch stärker zusammenzubringen.

Die neue Strategie mit den vier Schwerpunkten 1. Wirtschaft, 2. Wissenschaft, 3. Gesellschaft und 4. Qualifizierung wurde von mehr als 70 Beteiligten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden, Kammern, Gewerkschaften und Verwaltung in über einjähriger Abstimmung erarbeitet. Auf Senatsseite haben die beiden Ressorts für Wirtschaft und Wissenschaft die bereits Ende 2020 verabschiedete Strategie zu verantworten.

Aktuell arbeiten allein am DFKI-Standort Bremen mit den Forschungsschwerpunkten Robotik und Medizin rd. 200 Mitarbeiter. Mit Unterstützung der Corona-Mittel aus dem Bremen-Fonds sollen sie bis 2024 auf rd. 350 aufgestockt werden. Das KI-Engagement der beiden KI-Institute "IAI" und "TZI" an der Universität Bremen und des DFKI-Standorts mit den Instituten "AI-Center for Space Robotics" und "AI-Center for Health Care" haben bis heute allein Forschungsprojekte mit einem Volumen von rd. 500 Mio. € möglich gemacht. Bislang hat der Senat nach eigenen Angaben insgesamt 4,3 Mrd. € in den KI-Standort Bremen investiert - ergänzt durch Bundes- und Europamittel.

Die KI-Strategie "Bremen KI" für Bremen und Bremerhaven ist auf www.ki-in-bremen.de nachzulesen. Die Broschüre mit allen Details der Strategie gibt es hier als PDF-Download.

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Expertenkommission stellt Zukunftsstrategie für Niedersachsen 2030 vor.

Niedersachsen auf dem Weg in die digital-vernetzte Zukunft mit KI und Robotik.
Foto: PxHere, Lizenz: CC0


Hannover, 29.03.2021: Eine 11-köpfige Expertenkommission hochrangiger Wissenschaftler aus Deutschland und der Schweiz hat einen 75-seitigen Empfehlungskatalog zur Zukunft des größten norddeutschen Bundeslandes vorgestellt. "Niedersachsen 2030" beleuchtet die Herausforderungen, Chancen und Optionen für das wirtschaftlich vor allem durch Automobilproduktion, Landwirtschaft und Tourismus geprägte Küstenland mit 5 Mio. Einwohnern. 

Die Kommissionsmitglieder aus Demografie, Migration, Sozialforschung und Psychologie, Klimaforschung und Umweltsysteme, Stadt- und Raumplanung, Wirtschaft und Innovationen sowie Künstlicher Intelligenz und Robotik gehen in ihren Forderungen auf die Themen Demografie und Generationen, Zuwanderung und Diversität, Arbeit, Beschäftigung und Weiterbildung, Gesundheit und Pflege, Energie und Klimawandel, Agrar- und Ernährungswirtschaft, Mobilität sowie die digital relevanten Bereiche Forschung und Innovationen, Hightech-Strategie, Robotik und KI sowie der Digitalisierung ein.

Eine Kernforderung der seit Juli 2019 unter Vorsitz von Prof. Dietmar Harhoff vom Max-Planck-Institut für Innovationen und Wettbewerb in München entstandenen Thesen ist: die Digitalisierung einschl. digitaler Infrastruktur, Cybersicherheit, Datenzugangs- und Plattformstrategie müssen zentral von der Landesregierung im Rahmen einer Digitalisierungsstrategie geregelt werden. Dazu muss die Zuständigkeit für die Digitalisierung in einem Ministerium gebündelt werden, und nicht zwischen CDU-Wirtschafts- und SPD-Innenministerium aufteilt sein.

Als Grundlage muss das Land den Breitbandausbau und die 5G-Versorgung zentral in die eigene Hand nehmen. Die Landesregierung soll dafür verantwortlich werden, die digitale Infrastruktur sicherzustellen. Ein weiterer Schlüsselaspekt ist die Regelung zur Nutzung von Plattformen des Landes (Service-Portale), der Kommunen (Smart City-Portale) und internationaler Plattformen von Microsoft, Google Co. Hier fordern die Autoren eine einheitliche Strategie des Landes - unter Berücksichtigung von digitaler Souveränität aller Einwohner und des Datenschutzes für die regionale Wirtschaft. Parallel dazu sollte das Land ein schlagkräftiges Cyberabwehrzentrum einrichten.

Im Bereich Agrarwirtschaft setzen die Experten die digitalen Themen Präzisionslandwirtschaft und -bewässerung, autonome Landmaschinen, ein digitales Emissionsmonitoring oder die vernetzte Humusbilanzierung auf die Tagesordnung. Einen Absatz widmen die Forscher aus Deutschland und der Schweiz der intelligent-vernetzten Mobilität mit anbieterübergreifenden Plattformen. Sie fordern die Bereitstellung von Infrastrukturdaten der öffentlichen Verwaltung ebenso, wie mobilitätsbezogener Datenbestände der öffentlichen Verkehrsbetriebe und ihrer Kommunen.

Bei der Spitzenforschung fokussieren die international renommierten Wissenschaftler für das Land Niedersachsen vor allem auf die Themen Künstliche Intelligenz und Robotik. Für eine landesweite "Robonatives-Community" soll die Landesregierung flächendeckende Investitionen bereitstellen. Die Spannbreite beginnt in der digitalen Bildung an den Schulen, geht über den Ausbau der MINT-Fächer an weiterbildenden Schulen und reicht bis zur Weiterbildung der Bürger und der Gewinnung künftiger Fachkräfte.

Ein ausführlicher Beitrag zum Thema mit allen Fakten und Details ist im Hanse Digital Magazin erschienen.

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Hamburger Modehändler Bonprix führt eine eigene KI-Betrugserkennung ein.

Das Grundprinzip der Betrugserkennung bei Bonprix.
Grafik: Bonprix

Hamburg, 18.03.2021: Der zur "Otto Group" gehörende Modeanbieter "Bonprix" setzt auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Analyse und Steuerung komplexer Daten. Neben Anwendungen für die Größenberatung und Sortimentsplanung profitiert nun auch die Betrugsprävention des Online- und Offline-Händlers von der lernfähigen Technologie: "Bonprix" hat ein eigenes, KI-basiertes "Fraud Detection Modell" zur Verhinderung von Online-Betrug entwickelt.

Um Betrugsversuche rechtzeitig zu erkennen, hat "Bonprix" einen Prüfprozess etabliert, der aus drei Säulen besteht: Zum einen kommt eine externe, regelbasierte Software des "Otto Group"-Unternehmens "Risk Ident" zum Einsatz. Zum anderen prüft ein internes Spezialisten-Team mögliche Betrugsversuche. Das seit 2019 selbst entwickelte "Fraud Detection Modell" komplettiert ab sofort den Prozess.

Die "Risk Ident"-Software prüft Transaktionen auf der Basis von statischen und dynamischen Regeln. Diese gründen u. a. auf Geräte-, Standort- und Transaktionsdaten sowie menschlichen Erfahrungen. Das Nutzer-Verhalten bei einer Shoppingsession lässt zusätzlich viel über eine Betrugsabsicht erkennen. Genau hier setzen die Machine Learning Verfahren des "Fraud Detection Modells" an, die hochflexibel, selbstlernend und imstande sind, komplexe Muster zu erkennen, die auf einen Betrugsversuch hinweisen. Die Muster bestehen aus unzähligen Attributen, die erst miteinander verknüpft einen Betrugsverdacht ergeben.

"Seit Projektbeginn vor zwei Jahren wurden mit Hilfe des Tools Transaktionen im fünfstelligen Bereich als betrugsverdächtig erkannt und mehrere tausend davon nach abschließender Prüfung durch unsere internen Teams gesperrt. 12 bis 15 Prozent der Fälle wären ohne Fraud Detection gar nicht erst entdeckt worden", so Markus Fuchshofen, Geschäftsführer für E-Commerce Management, Inlandsvertrieb und Markenführung bei "Bonprix" in Hamburg-Bramfeld.

Eine erste Version des "Fraud Detection Modells" ging im März 2019 in Deutschland, Österreich und Norwegen an den Start und wurde zunächst mit einer großen Grunddatenmenge an historischen, als verdächtig geprüften Kaufvorgängen trainiert. Nach einem halben Jahr wurde das Modell durch ein regelmäßiges Re-Training mit aktuellen Daten weiterentwickelt: Die Identifizierung auffälliger Muster und Anpassung des Modells mithilfe optimierter Parameter passiert seitdem automatisch.

Die Lern- und Weiterentwicklungsfähigkeit des "Fraud Detection Modells" wurde mit der Corona-Pandemie im vergangenen Frühjahr neu auf die Probe gestellt: Das Surf-, Klick- und Kaufverhalten der Nutzer im Onlineshop veränderte sich erheblich, so dass die bisher als betrugsverdächtig erkannten Muster überlagert wurden. Dank der Adaptionsfähigkeit konnte das Modell schnell und effizient an die neuen Rahmenbedingungen angepasst werden. Im nächsten Schritt soll es bei einem der größten Modeversender um Betrugserkennung in Echtzeit gehen.

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Regierungsfraktionen in Hannover wollen künstliche Intelligenz in Haftanstalten.

Der niedersächsische Landtag in Hannover.
(Foto: RaBoe, Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Hannover, 18.03.2021: Die Fraktionen von CDU und SPD im niedersächsischen Landtag haben am Mittwoch einen Entschließungsantrag zur Nutzung von intelligenter Videotechnik in Justizvollzugsanstalten eingebracht. Dabei soll künstliche Intelligenz frühzeitig automatisch Konfliktsituationen erkennen und Alarm schlagen. KI-basierte Kamerasysteme sollen vor allem Selbstmorde verhindern und die Sicherheit in den JVAs erhöhen. Entsprechende Pilotprojekte gibt es bereits im Nachbarland NRW.

„Auf Grundlage der Analysesoftware könnte es gelingen, besondere Vorkommnisse in Hafträumen frühzeitig zu lokalisieren. Eine zu Boden sinkende Person oder ein Handgemenge könnte so automatisiert einen Alarm auslösen. Dieses intelligente System unterstützt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sorgt aber auch beispielsweise für die Prävention von Suizidfällen“, so Wiebke Osigus, stellvertretende rechtspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion in Hannover.

Die technischen Maßnahmen müssten bei einer Entscheidung unbedingt dem Datenschutz entsprechen und die Grundrechte des Einzelnen ausreichend schützen. Eine Möglichkeit wäre, die Bildübertragung nur im Alarmfall zu aktivieren. So fände keine dauerhafte Echtzeitbeobachtung statt. Die SPD-Rechtspolitikerin forderte Fingerspitzengefühl bei einer Einführung KI-basierter Videoüberwachung.

Als Voraussetzung für den Einsatz muss das niedersächsische Justizvollzugsgesetz geändert werden. CDU und SPD haben als Regierungsfraktionen die Mehrheit im Landtag dazu. Anschließend soll es ein Forschungsprojekt mit geeigneten Technologieanbietern geben, um einen erfolgversprechenden Einsatz zu testen. Bis Juni kommenden Jahres soll die Landesregierung die notwendigen Maßnahmen umgesetzt und den Landtag über den Stand der Dinge informiert haben.

Die Drucksache mit dem Antrag kann in der Dokumentation des Landtags nachgelesen werden. 

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Volkswagen-Präsentation in der gläsernen Fabrik in Dresden.
Foto: HANSEVALLEY

Wolfsburg, 24.03.2021 - Der "Volkswagen"-Konzern setzt in den kommenden Jahren vor allem auf Elektromobilität auf Basis einer eigenen, umfassenden Softwareplattform mit dem im Jahr 2020 eingeführten, konzerneigenen Betriebssystem "VW OS". Das sind die Kernaussagen des "VW"-Vorstands anlässlich der Bilanzpressekonferenz am Dienstag der Woche zur technologischen Entwicklung beim niedersächsischen Autobauer. Die Digitalisierung beim größten deutschen PKW-Produzenten besteht aus den drei zentralen Themenfeldern 1. eigenes Betriebssystem, 2. automomes Fahren und 3. digitale Mobilitäts-Dienstleistungen. Thomas Keup mit den aktuellen Daten und Fakten.

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Bremer Studenten forschen an nachhaltigen Zielen mit VR-Brille und Sprach-Roboter.

Die Uni Bremen zeigt, wie KI die 17 SDGs der UN untersützt.
(Foto: Bror Giesenbauer)


Bremen, 15.03.2021: Eine virtuelle Lernumgebung, in der sich Studenten praxisnah in ihrer Forschung mit Nachhaltigkeit gemäß der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen ("SDGs") befassen können, ist das Ziel eines neuen Forschungsprojekts der Universität Bremen namens "SDG-Bot". Die Volkswagen AG fördert das Vorhaben über 5 Jahre mit 1 Mio. €. Dabei sollen die Studenten durch einen digitalen Assistenten auf Basis von gesprächsorientierter Künstlicher Intelligenz unterstützt werden. Das Projekt ist ein Vorhaben des Fachgebietes Nachhaltiges Management in Kooperation mit dem Human Robo Lab des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft.

„Mit dem SDG-Bot streben wir die Entwicklung eines virtuellen Gestaltungsraums für die Lehre an, der sich zum Lernen und Forschen zur Nachhaltigkeit eignet und indem praktikable Lösungsansätze und neue Ideen zum Erreichen der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN entwickelt werden. Wir sind der Überzeugung, dass Erkundungsprojekte wie SDG-BOT sinnvoll sind, um das Wirtschaftssystem stärker in Richtung ressourcenorientierte Nachhaltigkeit zu transformieren“, sagt Prof. Georg Müller-Christ von der Universität Bremen.

"Wir möchten mit dem SDG-BOT einen Schritt weitergehen und Studierenden ein immersives Lern-Erlebnis bieten, in dessen Rahmen sie sich miteinander verbunden und ko-kreativ mit Nachhaltigkeit forschend auseinandersetzen“, ergänzt Denis Pijetlovic vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaft.

2016 traten die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung ("Sustainable Development Goals - SDGs") der Vereinten Nationen im Rahmen der Agenda 2030 in Kraft. Sie sollen weltweit der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen. Weitere Informationen gibt es auf den Seiten des "Human Robo Labs" der Universität Bremen.

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Leuphana-Studenten erkennen Waldsterben per KI-Aufnahmen mit Drohnen.

Studtenen der Leuphana kommen dem Waldsterben mit KI auf die Spur.
(Foto: Colin Behrens, Pixabay)

Lüneburg, 15.03.2021: Eine Gruppe von sieben Studenten der "Leuphana" Universität Lüneburg ist bei der diesjährigen Konferenzwoche der Universität für ihr Projekt "Waldsterben vorbeugen" ausgezeichnet worden. Mittels maschinellen Lernens werden von Drohnen aufgenommene Bilder ausgewertet, um sterbende Bäume und Wälder frühzeitig zu erkennen und präventive Maßnahmen einzuleiten. Entstanden ist das Projekt aus den neu eingeführten Programmierübungen für alle Erstsemester-Studenten. Die Universität verfolgt damit das Ziel, die Kompetenz ihrer Studierenden im Umgang mit Daten zu verbessern.

Die Studenten schlagen ein Programm vor, das es ermöglicht, die Färbung erkrankter Bäume im Unterschied zu gesunden Bäumen zu erkennen und eine detaillierte Karte mit Markierungen betroffener Waldgebiete auszugeben. DIe Bilddaten werden nach ihrer Färbung mit Hilfe künstlicher Intelligenz analysiert. Die Auswertung ermöglicht es – für Nadel- und für Laubbäume – abgestorbene, erkrankte und gesunde Pflanzen zu unterscheiden und darzustellen.

„Mit dem in diesem Jahr erstmals verliehenen Digital Idea Award haben wir ein Projekt ausgezeichnet, das zeigt, wie fruchtbar sich Digitalisierung und Nachhaltigkeit anwendungsbezogen miteinander verbinden lassen“, erklärt Prof. Matthias Barth, der das Modul "Wissenschaft trägt Verantwortung“ im "Leuphana" Semester koordiniert. Prof. Burkhardt Funk, Initiator des Konzepts "DATAx", ergänzt: „Die Fähigkeit zu kreativer Gestaltung und Visualisierung von Daten ist eines der Ziele unserer Initiative. Das jetzt ausgezeichnete Projekt illustriert hervorragend, welche neuen Ideen daraus erwachsen können.“

Weitere Informationen zum Programm "DATAx" - untersützt von der Heinz-Nixdorf-Stiftung und dem Stifterverband - gibt es bei der "Leuphana".

Metropolregion Nord-West fördert E-Car-Sharing und Plattform für lokale Auslieferungen.


Setzen zukufntsweisende Mobilitätsprojekte um.
Foto-Kollage: Metropoleregion Nord-West

Bremen/Oldenburg, 10.03.2021: Die Metropolregion Nord-West fördert sechs Mobilitäts-Projekte in den Ländern Bremen und Niedersachsen mit einem Gesamtvolumen von 600.00,- € - davon zwei Digitalprojekte in der Seestadt Bremerhaven und im Landkreis Verden. In Verden an der Aller sollen in den kommenden Jahren Elektrofahrzeuge der Stadt, des Landkreises und lokaler Unternehmen über eine Mobile-App abends und an den Wochenenden an Einwohner in der Region vermietet werden können.

Das Projekt unter Regie der Klimaschutz- und Energieagentur des Landeskreises hat ein Volumen von 375.000,- €. Der Förderverein der Metropolregion unterstützt die Planungen mit 190.000,- €. Das Projekt soll bereits im April d. J. starten - zunächst mit 6-7 Fahrzeugen vor allem in Wohngebieten, der Innenstadt, am Bahnhof oder der Kreisverwaltung. Eine Besonderheit des Projektes: Institutionen, die Elektrofahrzeuge bereitstellen, müssen bei Neubaumaßnahmen keine öffentlichen Stellplätze mehr für Pkw einrichten.

In einem zweiten Projekt wird ab Juni d. J. über zwei Jahre eine regionale Online-Plattform für die Zustellung von Paketen lokaler Händler aufgebaut. Auf Basis von Algorithmen sollen Lieferangebote von Fahrradkurieren, lokalen Lieferanten und Paketdiensten mit der Nachfrage lokaler Händler gematcht werden. Beteiligt sind die Freie Hansestadt Bremen, die Seestadt Bremerhaven und die Universitätsstadt Oldenburg. Als Partner sind bereits die "City-Post Nordwest" und die "Weser Eilboten" mit an Board. Das Projekt wird mit 125.000,- € gefördert.

Die Metropolregion Nord-West ist der regionale Wirtschafts- und Entwicklungsverbund der Länder Bremen und Niedersachsen mit einem Einzugsbereich von elf Landkreisen und fünf Städten im Nord-Westen sowie den IHKn für Bremen und Bremerhaven sowie den Elbe-Weser-Raum. Aktuell engagieren sich rd. 90 Unternehmen im Förderverein und stellen damit 50 % der Aktivitäten - mit einem besonderen Schwerpunkt auf die praktische Einbindung der Wirtschaft und eine wirtschaftliche Ausrichtung der Aktivitäten.

Weitere Informationen zur aktuellen Förderung und der Metropolregion gibt es auf den Internet-Seiten des Vereins. (Foto-Kollage: Metropolregion Nord-West)

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Institut für Digital Economics untersucht an der TU Hamburg die Mechanismen von Airbnb, Amazon, Ebay, Uber & Co.

Die TU in Hamburg geht mit neuen Digitalthemen nach vorn.
Foto: TU Hamburg

Hamburg, 01.03.2021: Welche Folgen Next-Day-Delivery-Bestellungen bei "Amazon" und die universelle Verfügbarkeit von Musik, Podcasts und Videos via "Netflix" oder "Spotify" auf die Wirtschaft und das menschliche Verhalten haben, untersucht seit Oktober 2020 Professor Timo Heinrich am neu gegründeten "Institut für Digital Economics" an der Technischen Universität Hamburg.

„Ich interessiere mich beispielsweise dafür, wie künstliche Intelligenz die Entscheidungsfindung unterstützen kann, wie Menschen extreme Risiken bewerten und wie Kommunikation den Handel in digitalen Märkten erleichtert“, sagt der neue TU-Professor. „Dafür nutze ich statistische Methoden, sowie Labor- und Feldexperimente.“

Darüber hinaus befasst sich der junge Wissenschaftler mit Reputations- und Kommunikationsmechanismen, wie sie bei "Airbnb", "Ebay" und "Uber" genutzt werden. „Ich untersuche die Kommunikation zwischen Auftraggeber und Anbieter, um zu verstehen, wie Vertrauen zwischen anonymen Akteuren entsteht“, erklärt der TU-Professor. In diesem Zusammenhang beleuchtet Heinrich auch die Rolle künstlicher Intelligenz in Form von Chatbots und virtuelle Agenten.

Ein langfristiges Projekt, das der Wissenschaftler an der TU Hamburg verfolgen möchte, ist der Aufbau einer offenen Datenbank für Studienteilnehmer. „Ökonomische Experimente werden zunehmend online durchgeführt. Um dafür Versuchspersonen zu finden, nutzen Forscherinnen und Forscher bislang Marktforschungsinstitute, Datenbanken einzelner Experimentallabore oder auch kommerzielle Plattformen“, so Heinrich.

Eine deutschlandweite Datenbank könne diesen Prozess stark vereinfachen. Damit ließen sich nicht nur deutsche Datenschutzstandards erfüllen, sondern auch Auszahlungsprozesse digitalisieren und Versuchspersonen aus allen Bevölkerungsgruppen werben.

Mit seinem Lehrprogramm möchte der TU-Professor Studenten die Fähigkeit vermitteln, digitale Netzwerke und Märkte zu gestalten und menschliches Verhalten darin zu analysieren. Die Digitalisierung schaffe nicht nur neue Möglichkeiten, sondern werfe auch Fragen hinsichtlich ihrer Regulierung auf. „Ich möchte Studierende daher auch mit Werkzeugen ausstatten, die es ihnen ermöglichen, die neuen Technologien kritisch zu hinterfragen und aus ökonomischer Perspektive zu untersuchen“, erklärt Heinrich.

Weitere Informationen zum neuen Professor gibt es auf den Seiten der TU in Harburg.

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Technologiekonzern Körber engagiert sich im Weltwirtschaftsforum für KI-basierte Industrie 4.0.

Mit KI wird die Industrieporduktion schneller und sicherer.
Foto: Arno Senoner, Unsplash

Hamburg, 28.02.2021: Der Hamburger Industriekonzern "Körber" engagiert sich mit seinem Geschäftsfeld "Digital" ab sofort im Weltwirtschaftsforum: Das Team um CEO Daniel Szabo will mit der gemeinnützigen Stiftung des "World Economic Forum" (WEF) im Bereich "Advanced Manufacturing & Production" neue Impulse für die weltweite Fertigungsindustrie geben. Das "Körber"-Geschäftsfeld "Digital" will vor allem die Industrie befähigen, das Potenzial von eigenen Daten auszuschöpfen und durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz die Effizienz der Produktion in Unternehmen steigern.

Mit dem Beitritt zum WEF möchte Körber die internationale Zusammenarbeit mit Innovatoren ausbauen, um die digitale Transformation der Fertigungsbranche voranzutreiben. Christian Schlögel, Chief Digital Officer des "Körber"-Konzerns: "Das WEF sieht die vollumfängliche Nutzung von Daten als den Schlüssel zur Erschließung des vollen Potenzials, das KI in der Fertigung haben kann. Predictive Maintenance wäre deutlich schneller und genauer, wenn Datensätze von zahlreichen Herstellern und Prozessen kombiniert und geteilt werden könnten. Das Ergebnis wäre eine hochpräzise und vor allem maschinen- und industrieunabhängige KI, von dem das gesamte Ökosystem der Fertigungspartner profitiert."

"Körber Digital" ist ein Geschäftsfeld des Technologiekonzerns "Körber", der weltweit rund 10.000 Mitarbeiter beschäftigt. "Körber" vereint Technologie-Unternehmen mit mehr als 100 Produktions-, Service- und Vertriebsgesellschaften. "Körber Digital" bietet und entwickelt digitale Produkte, Dienstleistungen und Lösungen mit Experten, Wissenschaft und Partnern aus verschiedenen Branchen der Logistik, Pharma-, Tissue- und Tabakindustrie, um die globale Fertigung zu transformieren. Darüber hinaus zielt das Geschäftsfeld auf den Aufbau von Technologie-Unternehmen für eine durch künstliche Intelligenz getriebene Produktionseffizienz.

Die vollständige Meldung ist im Presseportal zu finden.

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Oldenburger Forscher nehmen die IT-Industrie und KI in der Hochschullehre unter die Lupe.

Oldenburg ist neben Osnabrück eines der KI-Zentren in Niedersachsen.
Foto: UOL

Oldenburg, 24.02.2021: Welche Faktoren das Wachstum im IT-Sektor bestimmen und welches Potenzial die Künstliche Intelligenz für die Hochschullehre hat, untersuchen Oldenburger Wissenschaftler im Rahmen des Programms "Die Digitale Gesellschaft“. Das Niedersächsische Wissenschaftsministerium fördert die beiden Projekte über drei Jahre mit insgesamt rd. 800.000,- € aus dem "Niedersächsischen Vorab" der "Volkswagen-Stiftung".

Im Projekt "Digital Growth: Understanding the Drivers of Firm and Industry Growth in the ICT Sector” geht es um das Wachstum von Firmen und den Aufstieg der IT-Industrie. Zur Frage, welche Rolle das Wachstum im IT-Sektor spielt, gibt es bislang kaum empirische Untersuchungen. Das Team will die Geschichte von Unternehmen aus verschiedenen Sektoren – etwa von Hardware- und Software-Unternehmen sowie von IT-Dienstleistern – in Fallstudien untersuchen.

Das zweite Projekt trägt den Titel "Prospects for the Future of Learning: Artificial Intelligence Applications in Higher Education”. Die Forscher befassen sich mit der Frage, welche Rolle KI in Zukunft in der universitären Ausbildung spielt. Entsprechende Anwendungen erlauben es, den Inhalt von Lehrveranstaltungen zu personalisieren, Studierende durch intelligente Tutor-Systeme zu unterstützen oder Lernpfade genauer zu erfassen. Mit dabei sind auch internationale Partner aus der Türkei, Japan, den USA, China und Spanien.

Das niedersächsische Programm "Die digitale Gesellschaft“ fördert Projekte, die den digitalen Wandel grundlagen- oder anwendungsorientiert aus Sicht der Gesellschaftswissenschaften erforschen und eng mit Sozial- und Informationswissenschaften zusammenarbeiten. Die Forschungsgruppen sollen neue Möglichkeiten der Datenwissenschaften erproben und die Ergebnisse für Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar machen.

Weitere Informationen gibt bei den "UOL"-Fachbereichen "Management" und "Pädagogik".

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Hamburger Shiptech-Startup startet mit 1 Mio. € Seed-Investment durch.

Das Gründerteam von "NautilusTeam" in Hamburg.
Foto: NautilusLog

Hamburg, 21.02.2021: Das Shiptech-Startup "NautilusLog" hat eine Seed-Finanzierung i. H. v. rd. 1 Mio. € bekommen. Lead-Investor ist die niedersächsische Investitions- und Förderbank "N-Bank" mit ihrem Investmentarm "N-Bank Capital". Dazu haben ein Unternehmen aus dem Bereich Forschung sowie zwei Schifffahrts-Unternehmer Kapital in das Team mit heute 14 Mitarbeitern gesteckt. Erster Investor war 2019 der maritime Investment-Arm "TecPier", hinter dem indirekt die Bremer "Zech"-Gruppe steht.

Das im Frühjahr 2018 im "Digital Hub Logistics Hamburg" gegründete und heute in der Hamburger Speicherstadt und der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover angesiedelte Startup hat einen Datenservice auf dem Smartphone entwickelt, das u. a. bis zu 18 gedruckte Logücher ablösen kann. Im Mittelpunkt stehen z. B. das Bell Book, das Oil Record Book und das Engine Lockbook.

Neben den digitalen Logbuch-Services bietet die "NautilusLog"-Datenplattform auch Berichte zu den Themen Gefahrenstoffe, Dokumentationen zu Ladungen und Schiffen sowie Verbräuche von Kraft- und Schmierstoffen. Mittlerweile nutzen allein rd. 1.800 Schiffe den Gefahrstoffreport (IHM). Im Dezember 2020 launchte "NautilusLog" einen automatisierten Monitoring- und Dokumentations-Dienst für potenzielle Gefahrstoffe. 700 Handels-, Forschungs- und Kreuzfahrtschiffe sind an den neuen Datendienst auf Basis von Machine Learning angeschlossen.

"Gesetze und Regularien für die Schifffahrt werden immer komplexer, jedoch entwickelt sich der technische Fortschritt nicht immer parallel dazu. Durch strengere Umweltbedingungen und internationalen Wettbewerb entsteht ein enormer Kostendruck. Der Markt verlangt daher geradezu nach den digitalen Lösungen von NautilusLog“, so Martin Ranić, Beteiligungsmanager bei "NBank Capital".

Weitere Informationen zu NautilusLog gibt es u. a. auf der Firmenseite.

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Oldenburger Wissenschaftler kommen internationalem Umsatzsteuerbetrug auf die Schliche.

Die Universität Oldenburg kommt Umsatzsteuerbetrügern auf die Spur.
Foto: Alchemist-hp, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Oldenburg: Um den zumeist bandenmäßig organisierten Umsatzsteuerbetrug schneller und effektiver auf die Spur zu kommen, setzen Informatiker der Universität Oldenburg und das Landesamt für Steuern in Niedersachsen nun auf Methoden der Datenwissenschaften, wie beispielsweise maschinelles Lernen zur Verarbeitung natürlicher Sprache.

Ziel der Forschungskooperation "TaDeA – Tax Defence Analytics“ der Abteilung Wirtschaftsinformatik/Very Large Business Applications der Universität Oldenburg ist es, bisher unentdeckte Fälle von grenzüberschreitendem Umsatzsteuerbetrug und aggressive Steuervermeidungspraktiken aufzudecken. Die Forschungskooperation hat eine Laufzeit von insgesamt drei Jahren. Das Projektvolumen liegt auf Seiten der Universität bei 125.000,- €.

Die Forschungen zielen auf betrügerische Umsatzsteuerkarusselle in der EU ab, bei denen sich Firmen vom Finanzamt die Umsatzsteuer für Produkte erstatten lassen, die sie nur zum Schein verkauft haben. Zum anderen will das Team Unternehmen auf die Spur kommen, die Schlupflöcher im Steuersystem nutzen und Steuern vermeiden, indem sie Gewinne in andere EU-Länder verlagern.

Das Forschungsteam setzt auf moderne Data-Science-Methoden, um bislang manuelle Prüfungen zu automatisieren. Dabei sollen auch neue Erkenntnisse gewonnen werden und neue Verfahren implementiert werden, die Anomalien in Daten selbständig erkennen, z. B. ungewöhnliche Muster oder Zusammenhänge, die zuvor nicht bekannt waren.

So können Steuerbehörden frühzeitig erkennen, wenn unrechtmäßige Umsatzsteuerauszahlungen oder -verrechnungen für eine bestimmte Produktkategorie auffällig werden – ein mögliches Indiz dafür, dass beim Handel mit diesen Waren Betrüger am Werk sind. Durch unrechtmäßig erstattete oder nicht gezahlte Umsatzsteuern sowie durch Steuervermeidung bei der internationalen Steuergestaltung entsteht in Deutschland jedes Jahr ein Schaden in Milliardenhöhe.

Weitere Informationen gibt es am Fachbereich Wirtschaftsinformatik der Universität Oldenburg.

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Volkswagen baut mit Microsoft Cloud-Plattform für autonomes Fahren auf.

Auf der Autoated Driving Platform entwickelt VW autonomes Fahren.
Grafik: VW AG

Wolfsburg, 11.02.2021: Der 'Volkswagen"-Konzern baut auf Basis der "Microsoft"-Cloud-Infrastruktur "Azure" eine Software-Entwicklungs-Umgebung für künftige, digitale Funktionen zum autonomen Fahren auf. Die "Automated Driving Platform" (ADP) ermöglicht maschinelles Lernen aus gefahrenen Kilometern über eine zentrale Daten-Infrastruktur. Verkehrsdaten von Fahrzeugen des Konzerns fließen dabei ebenso in die Entwicklungsumgebung ein, wie Simulationsdaten.

Mithilfe der "ADP" sollen sich Software-Entwicklungszeiten von Monaten auf Wochen verkürzen. Externen Technologiepartnern soll auf der Plattform ermöglicht werden, Werkzeuge und Dienste zu entwickeln, die in die Plattform integriert werden können, um automatische und autonome Fahrfunktionen zu verbessern. Die Cloud-, Daten- und Machine-Learning-Dienste von "Microsoft Azure" werden damit die Basis für den Aufbau der zentralen Entwicklungsumgebung für die weltweiten Entwicklerteams der "VW"-eigenen "Car Software Organisation" sein.

Hintergrund: Die Entwicklung autonomer Systeme erfordert enorme Rechenleistungen. An einem Tag müssen Petabytes an Daten über Straßen- und Wetterbedingungen, Hinderniserkennung und Fahrverhalten für Training, Simulation und die Validierung automatisierter Funktionen verarbeitet werden. Algorithmen, die aus Milliarden realer und simulierter Fahrkilometer lernen, sind der Schlüssel für die Entwicklung autonomer Fahrfunktionen.

"Durch die Verbindung unserer umfassenden Expertise bei der Entwicklung vernetzter Fahrfunktionen mit Microsofts Know-how im Bereich Cloud Computing und Software-Engineering beschleunigen wir die Bereitstellung von sicheren und komfortablen Mobilitätsdiensten“, erläutert Dirk Hilgenberg, CEO der "Car Software Organisation". Im Kern will "VW" mit einer einheitlichen Software-Plattform die Fahrzeug-IT von heute 10 % künftig zu 60 % selbst entwickeln und steuern.

Die Software-Organisation des "Volkswagen"-Konzerns wurde Anfang vergangenen Jahres neu gegründet. Rd. 4.000 Ingenieure arbeiten weltweit an einer Software-Plattform für alle 12 Marken aus 7 europäischen Ländern mit allen Modellen und 10 Mio. Fahrzeugen des globalen Automobil-Herstellers pro Jahr. Die organisatorische Führung liegt bei der "VW"-Tochter "Audi" in Ingolstadt. Bedeutende Standorte der Software-Entwicklung in Deutschland sind außerdem bei "VW" in Wolfsburg - u. a. in Verbindung mit der neuen Coding-School "42 Wolfsburg", in Berlin, München, Stuttgart und Weissach bei "Porsche".

In den kommenden 5 Jahren plant "VW" insgesamt rd. 27 Mrd. € in die Digitalisierung von Automobilen mit einheitlichen Steuerungssystemen, vernetzten Fahrzeug-Gehäusen und Cockpits, intelligenten Antriebs- und Energiesystemen, autonomem Fahren sowie digitalen Geschäftsmodellen für Fahrzeughalter sowie Mobilitätsdienstleistungen zu investieren.

Weitere Informationen zum Engagement des "VW"-Konzern und seiner Software-Entwicklung gibt es online.

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Schleswig-Holstein eröffnet KI-Transfer-Hub für Forschung, KMUs und Startups.

Vier junge KI-Firmen aus SH stellten Ihr Engagement beim Hub-Opening vor.
Screenshot: HANSEVALLEY

Kiel:, 11.02.2021 Am Donnerstag ist in Kiel der KI-Transfer-Hub für Schleswig-Holstein mit einer Video-Konferenz eröffnet worden. Ab sofort bietet der echte Norden mit dem Hub eine Brücke von wissenschaftlichen Ressourcen und Möglichkeiten zu wirtschaftlichen Anforderungen und KI-Anwendungen. Partner des zunächst virtuell aufgestellten Netzwerks sind die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), die Fachhochschule Kiel (FH Kiel), das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kiel (M4KK), die Technische Hochschule Lübeck (TH Lübeck), die Uni-Transferklinik Lübeck, die Universität zu Lübeck und die landeseigene Wirtschaftsfördergesellschaft WTSH.

Im Kern soll der neue KI-Transfer-Hub das Know-how der Hochschulen zur Erhebung und Nutzung großer Datenmengen vor allem KMUs und Startups verfügbar machen, Fachbereiche der Hochschulen mit potenziellen Nutzern und Projektpartnern aus der Wirtschaft vernetzen und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen der Schleswig-Holsteinischen Schlüsselbranchen, wie erneuerbare Energien, Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion sowie Medizin und Gesundheitswesen durch die KI-Förderprogramme der WTSH fördern.

Dirk Schrödter, Chef der Kieler Staatskanzlei, sagte anlässlich des Hub-Auftakts: "Wir wollen durch Nutzung und Anwendung diese Technologie in Wertschöpfung und Arbeitsplätze für unser Land übersetzen. Dem KI-Transfer-Hub kommt eine zentrale Rolle dabei zu, Schleswig-Holstein zum Standort Nummer Eins für KI-Anwendungen zu machen. Künstliche Intelligenz ist eine der wichtigsten Zukunftstechnologien und nimmt im Digitalisierungsprogramm Schleswig-Holstein der Landesregierung einen zentralen Platz ein. Wir wollen insbesondere unsere kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu dieser Zukunftstechnologie erleichtern. Als Querschnittthema mit hoher Priorität bietet KI vielversprechende gesellschaftliche und wirtschaftliche Perspektiven."

In Präsentationen und einer Diskussion stellten 4 KI-Hub-Partner der 1. Stunde ihre Erwartungen und Schwerpunkte mit dem neuen Netzwerk vor, darunter eine Reihe von Startups aus Schleswig-Holstein: "Bareways" aus Lübeck hat im Themenfeld "intelligente Mobilität" eine KI-basierte Lösung zur Berechnung von Wegen auf nicht-asphaltierten Straßen und Wegen u. a. für Logistik und Tourismus auf den Weg gebracht. "Elekon" aus Tornesch hat im Themenfeld "Logistik" einen digitalen, datenbasierten Co-Piloten für Gabelstapler "Naeco Blue" aus Bad Schwartau erstellt im Themenfeld "erneuerbare Energien" standortgenaue Einspeiseprognosen für Windkraftanlagen mit Hilfe eines intelligenten Algorithmus. Das Lübecker Startup "Perfood" entwickelt im Themenfeld "personalisierte Medizin" als Ausgründung der Universität zu Lübeck eine KI-basierte Therapie für Frauen mit hormoneller Erkrankung.

Weitere vorgestellte Best Practices aus Schleswig-Holstein: "Autosiastik" aus Henstedt-Ulzburg hat einen KI-basierten Fahrzeugschein-Scanner für die Automobilindustrie entwickelt. "Food 21" aus Lübeck gewährleistet im Themenfeld "Lebensmittelhandel" eine KI-basierte Vorhersage für die Nachfrage von Lebensmitteln. "Maritime Digital" aus Lübeck bietet im Themenfeld "Maritime Wirtschaft" ein KI-basiertes Programm zur Kraftstoff-Optimierung in der Seefahrt.

Der KI-Transfer-Hub wird mit knapp 3 Mio. € aus Landes- und EU-Mitteln gefördert. Das Projekt ist zunächst auf 3 Jahre bis 2023 geplant. Neben Schleswig-Holstein plant Bremen als zweiter großer KI-Standort in Norddeutschland KI-Transfer-Hubs für Projekte mit Großunternehmen (an der Universität Bremen) und KMUs (an der Fachhochschule Bremerhaven). Der dritte norddeutsche KI-Standort Hamburg hat bis heute keine KI-Förderstrategie oder Pläne für einen KI-Transfer-Hub, plant jedoch ein eigenes Hamburger KI-Cluster.

Weitere Informationen zum Auftakt in Schleswig-Holstein und den ausgewählten Kooperationspartnern gibt es auf der Eventseite

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Dritter norddeutscher DFKI-Standort kommt an die Universität zu Lübeck.

Die Universität wird der 3. norddeutshe DFKI-Standort.
Luftbild: Universität zu Lübeck

Kiel, 04.02.2021: Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz errichtet mit Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein eine neue Außenstelle an der Universität zu Lübeck. Zum Start des nördlichsten DFKI-Standortes überreichte der Chef der Kieler Staatskanzlei, Dirk Schrödter, am Donnerstag einen Förderbescheid über 3 Mio. € an die Präsidentin der Universität zu Lübeck, Professor Dr. Gabriele Gillessen-Kaesbach.

In den kommenden drei Jahren werden drei Lübecker Arbeitsgruppen zu KI-Themen in den Bereichen Medizin, Medizintechnik und Gesundheitswesen forschen. Das Land finanziert das wissenschaftliche Personal, die Universität stellt die Räume und die Arbeitszeit der Professoren zur Verfügung.

Beteiligt sind das Institut für Medizinische Informatik, das Institut für Signalverarbeitung und das Institut für Informationssysteme. Gemeinsam forschen sie zur Entwicklung von KI-basierten medizinischen Bildverarbeitungssystemen, zur Biosignalanalyse für die Entwicklung intelligenter Hörgeräte und die Gestenerkennung für die Prothesensteuerung und zur Nutzung von Techniken des Data Mining für große medizinische Datenmengen.

Das ist ein weiterer wichtiger Meilenstein, um Schleswig-Holstein bei der Nutzung und Anwendung von Technologien der Künstlichen Intelligenz, besonders in den Bereichen Gesundheitswesen und der Medizin, weiter nach vorn zu bringen und sichtbar zu machen“, so der Kieler Staatssekretär. Künstliche Intelligenz ermögliche große Fortschritte in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Gesellschaft.

Schrödter betonte die Notwendigkeit der Kooperationen von Wirtschaft und Wissenschaft: „Nur wer heute interdisziplinär zusammenarbeitet und als Unternehmen mit Forschung und Startups kooperiert, ist zukunftsfähig. Mit der DFKI-Außenstelle wird der Transfer von Forschungsergebnissen in konkrete Anwendungen und die Verzahnung mit Unternehmen weiter ausgebaut“.

Der Spitzenpolitiker hob die Entwicklung Lübecks zu einem führenden deutschen Standort für KI in der Medizin hervor. Das DFKI-Engagement erhöhe die internationale Strahlkraft weiter. Seit Beginn der Legislaturperiode wurden insgesamt rd. 40 Mio. € aus Landes-, Bundes- und Europamitteln in die KI-Entwicklung im echten Norden investiert - vor allem in den Themenfelder Medizin und digitale Verwaltung. Führender KI-Standort in SH ist Lübeck mit der Universität, der Universitätsmedizin UKSH und der Technischen Hochschule.

Details zur neuen KI-Forschung mit dem DFKI in Lübeck igbts es in einer ausführlichen Meldung der Universität.

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Bremen investiert 60 Mio. € in die digitale Transformation der Hansestadt nach Corona.

Bremen investiert für die digitale Zukunft nach Corona.
Foto: WFB

Bremen, 02.02.2021: Die Wesermetropole investiert in die Überwindung der Corona-Pandemie und den Neustart von Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in einem ersten Schritt 181 Mio. € aus dem milliardenschweren "Bremen Fonds". Einer der Schwerpunkte ist die "Digitale Transformation" in der Hansestadt mit einem Volumen von 60 Mio. €.

Bremen will seine Stärke als KI-Standort in Grundlagen- und Anwendungsforschung für die ganze Freie Hansestadt ausbauen. Dafür stehen jetzt weitere 4 Mio. € zur Verfügng. Für den Ausbau des "DFKI"-Standortes sind dies allein 1,14 Mrd. €, für das "AI-Center for Space Robotics" ergänzend rd. 875.000,- € und das "AI-Center for Health Care" rd. 532.000 €. Für die Unterstützung mit Fachkräften für klein- und mittelständische KI-Unternehmen investiert der Senat rd. 1 Mrd. € und für den neuen Innovationshub "IMARI" rd. 785.000,- €.

Als bundesweiter Vorreiter hat der Bremer Senat nach dem ersten Lockdown und dem flächendeckend notwendigen Homeschooling in Bremen und Bremerhaven die Ausstattung aller Schüler und Lehrer an allen allgemeinbildenden Schulen mit Tablets beschlossen - über die vom Bund hinausgehende Finanzierung im Rahmen des "Digitalpakts Schule" mit seinem Sofortprogramm. Das Bremer Engagement hat ein Gesamtvolumen von allein 60 Mio. € einschl. Bundesmitteln.

Im Rahmen der weiteren Digitalisierung des Stadtstaates werden u.a. die Hochschulen und ihre Rechenzentren unterstützt, um die Handlungsfähigkeit in Pandemiesituation zu sichern. Das Förderprogramm "ReStart" für kleine und mittlere Unternehmen sowie finanzielle Hilfen für Freiberufler für Investitionen in die Digitalisierung setzen bei der Bremischen Wirtschaft und ihrer Entwicklung nach dem Lockdown an.

Bremen fördert auch die Einführung eines digitalen Bauantragsverfahrens, der das zersplitterte Verfahren für Bauherren bündeln, koordinieren und digitalisieren soll. Bremen hat gemeinsam mit dem Rivalen Hamburg in den vergangenen Jahren bereits die einfache, digital-gestützte Ausstellung der Geburtsurkunde von Neugeborenen und damit verbunden die Beantragung des Kindesgeldes organisiert. Bremens Bürgermeister und Präsident des Senats, Andreas Bovenschulte, erklärte:

"Unser Ziel ist es, gestärkt aus der Corona-Krise herauszukommen. Und für die Zukunft besser gewappnet zu sein. Dafür wurde der insgesamt 1,2 milliardenschwere Bremen-Fonds eingerichtet. Kurzfristig wurden bereits viele Maßnahmen ergriffen, die der akuten unmittelbaren Krisenbekämpfung dienen wie beispielsweise die Beschaffung von Schutzmasken, Corona-Soforthilfen für die Wirtschaft, Testungen und Impfungen."

Insgesamt haben sich die Arbeitsgruppen bei der Entwicklung des 181 Mio. €-Pakets an den übergeordneten Zielen

  • Wissenschaft und Technologie
  • Innovative, produktive und vernetzte Unternehmen
  • Qualifikation und Bildung
  • Erhöhung der Wohnort- und Arbeitsmarktattraktivität und
  • Moderne Verwaltung orientiert.

Eine ausführliche Meldung mit Details der 4 Aktionsprogramme zu den Themen "Digitale Transformation", "Ökologische Transformation", "Wirtschaftsstrukturelle Transformation" und "Soziale Kohäsion (Bildung, Beschäftigung, Care)" sowie das Sonderprogramm "Krankenhäuser und öffentliches Gesundheitswesen gibt es auf den Seiten des Bremer Senats. Hier sind auch Links zu dem ausführlichen Senatsbeschluss und den Projekten zu finden.

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Schleswig-Holstein fördert Erneuerbare Energien mit Hilfe von KI.

Mit Künstlicher Intelligenz zu Erneuerbaren Energien.
Foto: Ane.Energy

Kiel, 31.01.2021: Der echte Norden unterstützt das Projekt "PEER - Plattform für Erneuerbare Energien in der Region" mit 400.000,- € Förderung. Staatssekretär Dirk Schrödter überreichte den Förderbescheid in der vergangenen Woche. Die Übergabe fand digital als Videokonferenz statt. Der Chef der Kieler Staatskanzlei betonte die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz auch für Erneuerbaree Energien:

In dem Projekt geht es darum, Daten- und Netzwerkverbindungen optimal zu nutzen, so dass Energieerzeuger und Verbraucherinnen und Verbraucher davon profitieren.“ Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz will das Unternehmen "Ane.Energy" in Husum innovative digitale Lösungen zur Vermarktung von Erneuerbaren Energien entwickeln.

"PEER" soll u. a. den gesamten Vertriebsprozess vom ersten Kundenkontakt bis zum abgeschlossenen Vertrag begleiten. Bevor für eine individuelle Anfrage das optimale Energieprodukt gefunden ist, sind eine aufwändige Datenerfassung und komplexe Analyse-Prozesse notwendig. Werden die Aufgaben KI-basiert ausgeführt, beschleunigt es den Ablauf und sorgt für räzise Ergebnisse. 

2017 als Tochter der Erneuerbaren-Gruppe "ARGE Netz" gegründet, gehört "Ane.Energy" zu den größten unabhängigen Vermarktungsplattformen für erneuerbare Energien in Deutschland. Der Stromhändler bündelt über sein Netzwerk eine installierte Leistung von rund 8.000 Megawatt aus Wind, Photovoltaik und Biomasse.

Ein ausführlicher Beitrag ist im Landesportal von SH nachzulesen.

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Osnabrücker Konsortium plant europäische KI-Datenplattform für die Agrarwirtschaft.

Das Projekt "Agri-Gaia" erforscht den Einsatz von KI in der Landwirtschaft.
Foto: HS Osnabrück

Osnabrück, 12.01.2021: Nach der Bremer KI-Cloud der Unternehmen und Forschungseinrichtungen in der Luft- und Raumfahrt (s.u.) startet ein Konsortium um die Hochschule Osnabrück eine Cloud auf der europäischen Datenplattform "GAIA-X" für die Agrarwirtschaft im Nord-Westen. Das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin fördert die Allianz "Argi-Gaia" mit insgesamt 12 Mio. €.

Unter Führung des Osnabrücker Vereins "Agrotech Valley Forum" arbeitet ein Konsortium aus Industrie und Forschung an der Umsetzung eines Ökosystems leicht zugänglicher, offener KI-Bausteine für die Agrar- und Ernährungswirtschaft auf Basis der europäischen Cloud-Initiative "GAIA-X". Das Verbundprojekt wird vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) geleitet.

Knapp 2,8 Mio. € der Förderung fließen an die Hochschule Osnabrück. Zu den Themenfeldern gehört z. B. die Düngung von Feldern unter Berücksichtigung der Düngeverordnung, Informationen zum Boden, zum Wetter oder zu eingesetzten Fahrzeugen. Die Informationen werden im Projekt zusammengeführt, um darauf praxistaugliche KI-Bausteine für eine optimale, teilflächenspezifische Nährstoffversorgung der Felder und einen ressourcenschonenden Transport zum Feld zu ermöglichen. 

Den Kern des "Agri-Gaia"-Ökosystems bildet eine Software-Plattform, an deren Konzeption und Umsetzung die Hochschule beteiligt ist. Dabei geht es um die Vernetzung von Funktionsbausteinen zu einer funktionsfähigen Containerhierarchie. Stark vereinfacht werden Container in der IT dazu genutzt, Anwendungen mitsamt Zubehör in praktische Pakete zu packen und diese in der Cloud für Anwender zugänglich und einfach nutzbar zu machen. Z

Die Hochschule Osnabrück ist bei der digitalen Transformation der Landwirtschaft seit vielen Jahren ein wichtiger Impulsgeber in Deutschland“, so Prof. Dr. Bernd Lehmann, Vizepräsident für Forschung, Transfer und Nachwuchsförderung der Hochschule. „Wir sind sehr froh, dass wir auch im richtungweisenden Projekt Agri-Gaia im etablierten Zusammenspiel mit unseren Partnern in Wirtschaft und Wissenschaft unsere Expertise einbringen können.“ 

Eine ausführliche Meldung der Projektpartner gibt es u. a. auf den Seiten des DFKI

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Uni Bremen entwickelt vertrauenswürdigen Assistenten für die Industrieproduktion.

Der Bremer "COALA" hilft mit Antworten in der Industrieproduktion.
Foto: Stefan Wellsandt

Bremen, 11.01.2021: Das Institut für Produktion und Logistik an der Universität Bremen ("BIBA") hat in einem EU-Projekt mit 14 Partnern aus fünf Nationen Forschungen für einen intelligenten Sprachassistenten für die Industrieproduktion namens "COALA" begonnen. Zweiter deutscher Partner ist das Institut Technik und Bildung ("ITB") der Uni Bremen.

Menschen in der Produktion soll künftig ein intelligenter Sprachassistent zur Seite stehen, so das Ziel der europäischen Forschung an dem B2B-Sprachassistenten. Nutzer sollen an ihrem Arbeitsplatz in der Fertigung ohne aufwendige Suche sofort die richtigen Informationen auch bei komplexen Problemen schnell in Echtzeit bekommen.

Das System setzt auf den Einsatz künstlicher Intelligenz. Mit Einzug von KI in Management- und Produktionsprozesse stellen sich zunehmend ethische Fragen. So erfolgen die Forschungen unter dem Aspekt der "KI-Ethik". Der Fokus liegt vorrangig auf Transparenz sowie dem Schutz der Unternehmen, ihrer Daten und den Privatsphären der Anwender.

Ausführliche Informationen zum Thema gibt es im "Presseportal".

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DFKI-Labor Niedersachsen kümmert sich um Interaktives Maschinelles Lernen.

Das DFKI-Labor Niedersachen auf dem Weg zum eigenen Standort.
Foto: Michael Bartz

Oldenburg/Osnabrück, 05.01.2021: Mit einem neuen, vierten Forschungsbereich Interaktives Maschinelles Lernen (IML) ergänzt das DFKI-Labor seine Arbeit um ein zentrales Thema und erweitert damit die KI-Forschungskompetenz im Nord-Osten. Der Forschungsbereich des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) entsteht parallel zu einer neuen KI-Professur an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg und setzt mit der Vervollständigung des Labors einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einem eigenen DFKI-Standort in Niedersachsen - neben dem benachbarten Bremen.

Zusätzlich zu den bisherigen Anwendungsfeldern, der digitalen Land- und Meereswirtschaft, dem Umweltschutz und der Produktion – ergänzt der neue Forschungsbereich die Interaktion zwischen Menschen und Künstlicher Intelligenz. Beim Interaktiven Maschinellen Lernen geht es darum, Computern Sachverhalte und intelligentes Verhalten einfacher beizubringen – durch natürlichen Dialog, Eye-Tracking, digitale Stifte und Bilderkennung. 

Weitere ausführliche Informationen gibt es auch den Seiten des DFKI.

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Hamburger Informatikerinnen verbinden KI-Assistenten mit Wissensarbeitern.


Hamburg, 04.01.2021: Das Forschungsprojekt "HyMeKi" der Universitäten Kassel und Hamburg untersucht in den kommenden Jahren, welche Anforderungen notwendig sind, damit KI-Assistenzsysteme von Wissensarbeitern akzeptiert werden und dabei kontinuierliches, gemeinsames Lernen von Mensch und Maschine möglich machen. Das Projekt wird im Rahmen eines Programms für junge Wissenschaftlerinnen vom Bund mit 1,9 Mio. € gefördert.

Menschen nehmen KI-basierte Systeme im Alltag als soziale Akteure wahr und stellen deshalb ähnliche Erwartungen an die Qualität der Lösungsbeiträge sowie an die Kommunikation. Die Erwartungen können oft nicht erfüllt werden und führen zu Unzufriedenheit, Ablehnung und Nicht-Nutzung der Systeme.

Das Ziel der 11-köpfigen Nachwuchsgruppe "HyMeKI" ist die Entwicklung und Erprobung von Techniken und wiederverwendbaren Gestaltungsmustern für die Zusammenarbeit und das gegenseitige Lernen. Für die Forschung werden die Wirtschaftsinformatikerinnen verschiedene Methoden einsetzen. Dazu zählen Fallstudien, Befragungen und Beobachtungen, Analysen von Mensch-KI-Interaktion in multimedialen Teamlabors sowie Online- und Crowd-Experimente.

Künstliche Intelligenz, z. B. mit Text-, Bild- und Spracherkennung, kann Wissensarbeitern helfen, Aufgaben zu lösen oder diese komplett übernehmen. "HyMeKI" bietet damit wirtschaftliches Potenzial für Organisationen mit wissensintensiven Tätigkeiten. Dies gilt gleichermaßen für den IT-, Medien- und Handelsstandort Hamburg als auch für Kassel und die Region Nordhessen als Industrie- und Mittelstandsstandort.

KI-Systeme liefern neue Möglichkeiten in der Automatisierung von Routineaufgaben, und können als "Teammitglieder“ die Lösung von komplexen Aufgaben in Mitarbeiterteams von Unternehmen unterstützen. In vielen Bereichen können die digitalen Assistenzsysteme durch Bündelung zur Lösung komplementärer Fähigkeiten beitragen.

Weitere Informationen gibt es auf den Seiten der Universität Hamburg.


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Bremer Raumfahrtkonsortium plant gemeinsame Aerospace-Cloud auf GAIA-X.

Die Struktur der neuen Aerospace-Plattform auf GAIA-X
Grafik: BMWi

Bremen, 04.01.2021: Gemeinsam mit dem Institut für Raumfahrtsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR RY) haben Partner der Bremer Luft- und Raumfahrtbranche mit den "Digital Aeronautics and Space Collaboration Labs" (DASCLabs) bei der europäischen Cloud-Initiative "GAIA-X" einen Kooperationsbereich für digitale Innovationen in der Luft- und Raumfahrt angemeldet. Zu den Partnern gehören der Branchenverband Aviaspace Bremen, die Logicline GmbH und das Wirtschaftsressort des Bremischen Senats.

Die Anmeldung des Aerospace-Bereichs auf "GAIA-X"ermöglicht KMUs, Startups und Forschungseinrichtungen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene die digitale Vernetzung und den Datenaustausch. Damit wird ein gemeinsames Bearbeiten von Luft- und Raumfahrtprojekten auf Daten, Sicherheits-, Integrations-, Anwendungs- und Toolebene möglich (siehe Grafik).

Künftig soll den Bremer Partner eine europäische Cloud zur Verfügung stehen, die weiter ausgebaut werden kann. Mit den "DASCLabs" erhoffen sich die Bremer Branchenpartner auch die Vernetzung mit anderen Themenfeldern. "Mit GAIA-X wollen wir eine sichere und vernetzte Dateninfrastruktur schaffen, die die höchsten Ansprüche an digitale Souveränität und Innovationen fördert", betont Prof. Dr.-Ing. Andreas Rittweger, Institutsleiter des DLR Instituts für Raumfahrtsysteme Bremen (DLR RY).

Für Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt bietet das "GAIA-X"-Engagement große Chancen für die Wirtschaft der Freien Hansestadt: "Durch einen gesicherten Austausch von Informationen und Daten über das innovative, digitale Ökosystem können neue Kooperationsmöglichkeiten und Geschäftsfelder entstehen. Entsprechend positiv ist dieses europäische, von starker Kooperation geprägte Vorhaben zu bewerten."

"GAIA-X" ist eine europäische Technologie-Initiative - unterstützt von Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und Bundesforschungsministerium (BMBF) im Rahmen der KI-Strategie des Bundes. Mit der Initiative soll eine europäische Cloud-Allianz aufgebaut werden. Durch eine vertrauenswürdige Infrastruktur auf europäischer Ebene sollen Innovationen, Wettbewerbsfähigkeit, die europäische Souveränität und die Verfügbarkeit der Daten von und für Einwohner, Unternehmen, Wissenschaft und Forschung gefördert werden.

Weitere Informationen zur "GAIA-X"-Raumfahrtplattform gibt es unter www.dasclab.eu und beim BMWi. (Grafik: BMWi)

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Bremen richtet zwei KI-Transfer-Zentren für große und kleinere Unternehmen ein.

Der "Digital Hub Industry" mit dem neuen KI-Transferzentrum in Bremen
Foto: GMD Architekten

Bremen: Der führende Forschungsstandort für künstliche Intelligenz in Norddeutschland - das Land Bremen - richtet zwei Transfer-Zentren für den Einsatz von KI in großen, mittleren und kleineren Unternehmen ein. Ein KI-Transfer-Zentrum wird im neuen "Digital Hub Industry" im Umfeld der Universität Bremen errichtet. Der im Bau befindliche Hub soll Anfang 2020 als digitaler Leuchtturm der Freien Hansestadt öffnen.

Das zweite KI-Transfer-Zentrum wird am Standort der Hochschule Bremerhaven speziell für KMUs an der Weser errichtet. Der Ausschuss für Wissenschaft, Medien, Datenschutz und Informationsfreiheit der Bremischen Bürgerschaft hat sich in seiner heutigen Sitzung mit der Einrichtung der zwei KI-Transferzentren in Bremen und Bremerhaven befasst.

Die wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Janina Brünjes, erklärte am Donnerstag: "Durch das Vorhaben rückt nun auch Bremerhaven in den Fokus. Die Seestadt erhält jetzt die Chance, entsprechende Anwendungsfelder und Kooperationen mit kleinen und mittleren Unternehmen aufzustellen. Und an dem Standort der Hochhule Bremerhaven lassen sich Expertise und Transfer gut verknüpfen. Ich bin überzeugt: Bremen und Bremerhaven werden in Zukunft auf Augenhöhe gemeinsame Leuchtturmarbeit für künstliche Intelligenz darstellen."

Die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete fokussierte auf den zukunftsweisenden KI-Standort an der Weser: „Künstliche Intelligenz ist die Technologie der Zukunft. Nahezu jede Branche wird davon berührt werden. In Bremen haben sich die Anstrengungen bereits gelohnt, es hat sich ein anerkannter KI-Standort entwickelt. Denn das Land Bremen konnte in den letzten Jahren von der Bundesstrategie zur Künstlichen Intelligenz profitieren und sich als erfolgreicher Akteur in diesem Bereich etablieren."

Bremen ist mit der Grundlagenforschung am "Institut für künstliche Intelligenz" an der Universität, die Anwendungsforschung an der Uni Bremen und dem DFKI-Standort Bremen und dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medizin (MEVIS) einer der führenden KI-Forschungsstandorte in Deutschland und neben Lübeck einer der KI-Leuchttürme in Norddeutschland.

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Sonderauswertung zeigt Schwächen und Chancen für KI in der Hamburger Wirtschaft.

"AI for Hamburg" hat die Standoirtanalyse der Handeslkammer weiter ausgewertet.
Grafik: "AI for Hamburg", www.ai.hamburg

Hamburg, 24.11.2020: Die Freie und Hansestadt "hinkt anderen Standorten in Deutschland und der Welt in Sachen KI hinterher", so die aktuelle Position der Handelskammer laut "KI-Standpunktepapier 2020". Die drei maßgeblichen Hinderungsgründe für die Einführung künstlicher Intelligenz in der norddeutschen Wirtschaftsmetropole sind 1. fehlendes Wissen über KI-Einsatzmöglichkeiten, 2. fehlende Daten in ausreichender Quantität und Qualität sowie 3. unzureichende Kompetenzen der Mitarbeiter.

17 % der 269 von der Handelskammer in einer Studie im Juni d. J. befragten Unternehmen nutzen aktuell eine KI. Als aktivste Branchen beim KI-Einsatz gelten die IT-Industrie (25 %), der Dienstleistungssektor (25 %), die produzierende Industrie (22 %) sowie Banken und Versicherungen (15 %). In den kommenden 2 Jahren kann die Zahl der KI-Nutzer laut Studie generell auf bis zu 47 % wachsen, in der Industrie auf bis zu 52 %.

Laut jährlicher Analyse der Initiative "Applied AI" von "UnternehmerTUM" München kommen Hamburger Startups im Jahr 2020 bundesweit auf Platz 3 mit 14 KI-Startups, hinter Berlin mit 95 und München mit 61 schnellwachsenden Jungunternehmen. 2019 schaffte es Hamburg mit 8 Startups nur auf Platz 4 hinter Berlin (86), München (57) und Karlsruhe (9). Laut "AI for Hamburg" beschäftigen sich aktuell rd. 70 Firmen einschl. Startups an der Elbe mit künstlicher Intelligenz.

Der große Branchenmix von Industrieproduktion, Handel und Logistik, Finanzwirtschaft und unternehmensnahen Dienstleistungen bis zum Gesundheitswesen gelten als gute Grundlage zur Entwicklung des Einsatzes von KI in der Wirtschaft. 38% der KI-Entwickler konnten mit den aktuellen technischen Möglichkeiten neue Geschäftsfelder und Produkte bzw. Services entwickeln. Das Wachstum KI-basierter Anwendungen wird in den kommenden 2 Jahren laut Studie mit 80% bewertet. Mit 45% gelten Kostenvorteile als ein entscheidender Werttreiber, so eine Zweitauswertung seitens der Initiative "AI for Hamburg".

Zu den wichtigsten Einsatzfeldern von künstlicher Intelligenz in Hamburger Unternehmen gehören aktuell Forschung und Entwicklung (Platz 1), der Vertrieb (Platz 2), die interne Verwaltung (Platz 3), das Marketing (Platz 4) sowie die Produktion (Platz 5). Großes Potenzial sehen die Macher der Studie vor allem im Vertrieb (38%), in der internen Verwaltung (35%), in Forschung und Entwicklung (33%), im Marketing (30%) sowie im Kundenservice (30%). Dabei wird KI heute und in Zukunft vor allem in der Datenanalyse, in der Prozessautomatisierung sowie als Teil von Produkten und Dienstleistungen eingesetzt.

Als Stärken der Hafenstadt für KI zählt auch die dichte Hochschullandschaft. 70% der Hamburger KI-Entwickler haben Kontakte zu KI-Forschern. Ein weiterer, bislang nicht genutzter Vorteil ist die langjährige KI-Forschungsgeschichte seit den 70er Jahren an der Universität Hamburg. Laut Befragung haben neun staatliche und private Hochschulen in Hamburg und der Metropolregion KI-Bezüge in Studiengängen zu Informatik und Data Science, Logistik, Business Transformation, Business Development oder Marketing.

In Norddeutschland gelten Bremen (Grundlagen- und Anwendungsforschung, Lübeck (Medizin und öffentliche Verwaltung) sowie Greifswald (Medizin) mit ihrer Forschung als federführend im Themenfeld Künstliche Intelligenz. Zu den führenden Unternehmen mit KI-Patenten zählen in Norddeutschland Volkswagen, Wolfsburg (bundesweit Platz 6), Continental, Hannover (Platz 8), Fraunhofer-Institute, u. a. Bremen (Platz 10), Philips, Hamburg (Platz 20) sowie Airbus Defence & Space, u. a. Bremen (Platz 22).

Im Juni d. J. befragte die Handelskammer 269 in Hamburg angesiedelte Unternehmen zu Ihren Erfahrungen, Ihrer Meinung und Ihren Erwartungen rund um den Einsatz künstlicher Intelligenz. Daraus ist ein 53-seitiges Standpunktepapier mit Analyse des Status quo, den Potenzialen zu KI an der Elbe und Forderungen gegenüber dem Hamburger Senat entstanden. Das Papier der Industrie- und Handelskammer ist online abrufbar

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Hochschulen aus Bremen und Wismar digitalisieren die Produktion der Ariane-Rakete in Bremen.

Am Bremer Standort produziert die europäische "Ariane Group"
Teile der neuen "Ariane 6"-Rakete.
Foto: Ariane Group

Bremen/Wismar, 24.11.2020: Die Hochschulen Bremen und Wismar sowie die "Ariane Group" kümmern sich in einem mit 377.000,- € vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt namens "ISMA" der Weiterentwicklung eines digitalen Störungsmanagements in der Industrieproduktion 4.0 der Raumfahrtindustrie. Die Bremer und Wismaer Forscher haben dazu insgesamt drei Jahre Zeit.

Erweitert um Methoden von Data Mining und künstlicher Intelligenz sollen Probleme in der Produktion künftig effizienter ausgewertet, gelöst und vermieden werden. Die Ergebnisse sollen in der Produktion der Oberstufe der "Ariane 6"-Rakete im Bremer Werk der "Ariane Group" zum Einsatz kommen. Sie sind zudem auf andere Branchen übertragbar, wie der Ausrüstung von Luft-, Schienen- und Sonderfahrzeugen oder dem Maschinen- und Anlagenbau.

Die drei Partner setzen nach einem ersten gemeinsamen Projekt für eine computergestützte Fertigung ("CoRiFe") ihre Forschungskooperation fort.

Weitergehende Informationen gibt es u. a. bei der Hochschule Wismar. (Foto: Ariane Group)

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Freenet-Gruppe benutzt Nutzerdaten für AI-basierte Kundenservices.

Die "Freenet Group" setzt Nutzerdaten AI-basiert
für automatisierte Marketing-Sesrvice ein.
Foto: "Freenet Group"

Büdeldorf/Hamburg, 18.11.2020: Die "Freenet Group" setzt ab sofort im Bereich Data und Business Intelligence auf eine eigens entwickelte, cloudbasierte Daten-Plattform. Ziel ist das große Potenzial der Daten von rd. 13 Mio. Kunden aus den Segmenten Telekommunikation (v. a. "Klarmobil" und "Mobilcom Debitel") sowie TV und Medien (u. a. "Freenet TV" und "Waipu TV") zu nutzen. Hierfür automatisiert der Technologiekonzern seine Kundenkommunikation und optimiert die Kundenprozesse (Customer Experience).

Mit den Maßnahmen soll die Wirtschaftlichkeit gesteigert und interne Abläufe zentralisiert und vereinfacht werden. Die neue, auf "Amazon Web Services" (AWS) basierende Plattform bildet die Grundlage für eine automatisierte Datennutzung und neue Services - zunächst bei den Mobilfunk-Marken. Sie ist seit mehreren Monaten im Testbetrieb. Nach dem Testlauf soll die Datenplattform 2021 in anderen Geschäftsbereichen ausgerollt werden.

"Über unsere neu geschaffene ‚Data Workbench‘ können wir mit kurzen Time-to-markets Machine-Learning- und AI-basierte Services realisieren, die durch höhere Relevanz nicht nur die Customer Experience steigern, sondern gleichzeitig auch unsere internen Prozesse verschlankt“, sagt Sang-Geon Cho, Vice President Data & Intelligence der "Freenet Group".

Intern hilft die Plattform, Forecasts aus den Kunden-/Nutzerdaten abzuleiten und Marketingmaßnahmen zu optimieren. Zudem konnte die Qualitätssicherung von monatlich über 90.000 anonymisierten Kundengesprächen mittels Sprachanalyse (Natural Language Processing) bereits sautomatisiert werden. 

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Innovationsstudie zeigt Bremens digitale Zukunft nach Corona auf.