Montag, 6. April 2020

HANSEBUSINESS: Wie Hamburgs Wirtschaft aus der Panik zu digitalen Perspektiven kommt.

HAMBURG DIGITAL RELATIONS
ALSTERCOMPANY Gastbeitrag     
* Update 17.04.2020 *                                                              



Seit 9. März d. J. arbeiten wir aus dem Home Office - 1 Woche vor Schließung der Schulen. Seit gut 4 Wochen verfolgen wir täglich die Nachrichten zu Corona und der Krise. Nach Shutdown des Alltags und Arbeiten in der Isolation machen wir uns Gedanken über die weitere Entwicklung und neue Perspektiven - nach Panik und Pandemie. 

In dieser Woche fährt die Diskussion um die Wiederbelebung der Wirtschaft hoch: Der NDR startet am Montag mit Anja Reschke online einen "After Corona Club" als Audio-Podcast mit Wissenschaftlern und Soziologen, Unternehmern und Politikern. Das neue Präsidium der Handelskammer Hamburg fordert Plenum, Ausschüsse und hauptamtliche Mitarbeiter auf, einen "wirtschaftspolitischen Maßnahmenplan" aus der Corona-Krise zu entwicklen.

Auf der Suche nach dem "Licht am Ende des Tunnels" haben wir bei unseren täglichen Recherchen eine Beitrag entdeckt: Das Institut "Concept M" hat in der ersten psychologischen Analyse die Entwicklung der Corona-Krisen in China, Italien, Deutschland und den USA untersucht. Ergebnis der Tiefeninterviews: Die Krise folgt überall auf der Welt 5 identischen Phasen.

Nach Abgleich der Erfahrungen aus 28 Jahren Journalismus, 23 Jahren Kommunikation und 15 Jahren in Technologiebranchen sagen wir: Das ist Lösung - und der Weg aus der von Angestellten, Kreativen, Dienstleistern, Einzelhändlern und allen anderen Unternehmern gefühlten Hilf- und Machtlosigkeit. Thomas Keup zeigt die Perspektiven für Sie und Ihr Geschäft auf:

92% von 4.500 norddeutschen Unternehmen einer IHK Nord-Umfrage sind von der Corona-Krise direkt getroffen. 12.000 Hamburger Firmen haben bereits Kurzarbeit für ihre Beschäftigten beantragt - 200 bis 300 kommenden jeden Tag dazu. Maximal 8 Wochen überleben Firmen in Hamburg, der Metropolregion und Deutschland die Schließung ihrer Betriebe. Hamburg ist in der größten Krise seit 1945.

Das Virus zieht uns allen den Boden unter den Füssen weg.


Home Office, Isolation, Shutdown - das Virus nimmt niemanden aus.
Foto: Congerdesign, Pixabay

Die ALSTERCOMPANY vorliegende Studie untermauert: Unser Leben ist in Gefahr, die wirtschaftliche Existenz von 10.000 Hamburger Unternehmen bedroht, die Planungen von bis zu 1 Mio. Arbeitnehmern allein an Alster und Elbe in Frage gestellt. Die zunehmende Eskalationsspirale zeigt ein hilfloses Hinterherlaufen der Politik. Dazu eine fragwürdige Medienbranche, die versucht, mit Paywalls wieder Gatekeeper zu spielen.

Das Virus zieht allen den Boden unter den Füssen weg: Paranoides Misstrauen macht sich breit: Schleswig-Holsteiner zanken mit Hamburger um die Einreise, Mecklenburg-Vorpommern macht ganz dicht. In Panik wird ein Intercity in Harburg gestoppt, alle 500 Fahrgäste müssen ihre Personalien abgeben. Nur mit Atemschutzmaske und Einweghandschuhen trauen sich verängstigte Hamburger, in Supermärkten einzukaufen, werden nur einzeln eingelassen und von einer Kassiererin hinter Schutzplane abkassiert.

Krisen-Analyse: Die 5 Phasen des Traumas in aller Welt.

Die Forscher von "Concept M" wissen, was in den Köpfen von gut 1,8 Mio. Menschen zwischen Bergedorf und Blankenese und von Wohldorf bis Marmstorf vor sich geht: Das Corona-Trauma. In 5 Phasen durchlaufen wir die Krise - von der Inkubation über die Panik, von der Isolation über die Besinnung bis zur Normalisierung. Deutschland steckt mitten in der Panik - auf dem Weg in die Isolation. Hier die 5 Phasen - ausformuliert gemeinsam mit dem Hanse Digital Magazin HANSEVALLEY:

 1. Inkubation und Zwiespalt (in Deutschland: u. a. "Corona-Parties")


Das Corona-Virus: Schlechter Witz oder echte Bedrohung?
Foto: Jackson Simmer, Unsplash
  • Aufregung vs. Bagatellisierung: Das Land spaltet sich in zwei Lager. Die einen warnen vor der leichten Schulter: Etwas Gefährliches ist außer Kontrolle. Die anderen spielen die Lage herunter: China ist weit weg. Der Erreger ist nicht sichtbar und Informationen über symptomfreie Erkrankungen machen die Runde. Meinungen beherrschen zunehmend die Schlagzeilen. Der schwelende Zustand nimmt immer mehr Raum ein.

2. Panik und Angst (in Deutschland: u. a. Hamsterkäufer, Aktienverkäufe)


Toilettenpapier als deutsches Symbol der Corona-Krise
Foto: Alexas Fotos, Pixabay 
  • Kämpfen oder Flüchten: Aus den Horrormeldungen von Mitte Januar bis Ende Februar d. J. wird latente Panik. Mit 3 maßgeblichen Folgen: 1. Angst führt zu Attacken. Folge: Hamsterkäufe. Deutschland versucht mit Putzen die Kontrolle zurück zu bekommen. 2. Angst wird zu Existenzangst. Folge: Panikverkäufe an der Börse. 3. Angst führt zur Abschottung. Aus "weißen Männern" 50+ werden Klopapier-Jäger und Prepper mit Überlebensausrüstung im Wohnzimmer. 

3. Isolation und Depression (in Deutschland: u. a. Home Office und E-Learning)

Gesperrte Plätze, gesperrtes Leben.
Foto: Claudio Schwarz Purzlbaum, Unsplash
  • Shutdown und Soziale Distanz: Deutschland bleibt zu Hause, verbunkert sich, bis der Sturm vorbei ist. Folge: Arbeiten und Leben auf engem Raum. Eltern und Kinder im 24-Stunden-Dauerstress. Die Krise wird zum Kriegsszenario: hinter verriegelter Wohnungstür, mit überquellendem Eisfach und Klopapierlager für den Notfall. Aus der Panik ist Handeln geworden. Zugleich fehlen Familie und Freunde: Hilflosigkeit wird zu handfester Depression. Die häusliche Gewalt nimmt zu. 

4. Besinnung und Perspektiven (in Deutschland: u. a. sein Geschäft überdenken)


Welche Chancen bieten Smartphones in der Corona-Krise?
Foto: Brian McGowan, Unsplash
  • Freiräume und Spielräume: Nach dem Stress kommt die Besinnung. Entschleunigung ist das Motto der Stunde. Mit den Alphawellen kommen die guten Ideen: Mit Freunden und Familie neu in Kontakt kommen. Am heimischen PC neue Selbstständigkeit gegenüber dem nicht anwesenden Chef gewinnen. Aus der Tretmühle rauskommen und sich neu sortieren. Hier steht die ALSTERCOMPANY aktuell. 

5. Erholung und Normalisierung (aktuell: China)


Wenn die Helfer unser Leben gerettet haben.
Foto: Ashkan Forouzani, Unsplash
  • Erleichterung und Aufräumen: Die Menschen nehmen ihre Stadt wieder in Besitz. Doch die Pandemie hinterlässt ihre Spuren: Geschäftspartner sind verschwunden, Kundenbeziehungen unterbrochen, Lehrstoff an Schulen und Unis nachzuholen. Jetzt ist die Zeit, geschäftlich, beruflich und privat neue Chancen zu nutzen und einen Schritt weiter zu gehen. Wir stellen die Weichen, unseren Kunden und Partnern hier zu helfen.

Um die richtigen Strategien zu entwickeln, um erfolgreiche Konzepte zu planen und gesicherte Wege zu gehen, Unternehmen nach der Corona-Krise wirklich zu helfen, ist der Aus- und Weitblick auf der Meta-Ebene besonders geeignet. Wir schauen uns die wichtigsten Bereiche, Branchen, Firmen und Institutionen näher an - mit täglich mehreren hundert Pressemeldungen, die bei unserem Partnermagazin HANSEVALLEY eingehen. Im Mittelpunkt stehen für uns diese Fragen: 

  • Was machen die Akteure heute mitten in der Krise? 
  • Wer traut sich bereits aus dem Windschatten heraus?
  • Welche Ideen und Konzepte werden jetzt angegangen?
  • Was sind interessante Entwicklungen für die Zukunft?

Die deutsche Gesellschaft:

Wir sehen Nachbarschaftshilfe beim Einkauf für Bedürftige. Wir sehen Beistand mit minutenlangem Applaus in Hamburger Straßen. Wir sehen Fensterkonzerte - auch auf Balkonen und an Haltestellen in Hamburg, Lübeck und Rostock. Wir sehen eine Gesellschaft, die zusammenrückt und aus der Situation das Beste macht - mit allein 770 Helfern bei den Hamburger Freiwilligenagenturen. Doch wir sehen auch professionelle Hamsterkäufer und rücksichtslose Supermarktkunden. Welches Bild wollen wir der Welt zeigen?

Die deutsche Wirtschaft:

Wir sehen den Shutdown zahlreicher Branchen und die Krise für hunderttausende Arbeitnehmer in Hamburg, der Region und Norddeutschland. Wir sehen Player im Hanseraum, die die Krise offen kommunizieren und Player, die so tun, als wäre alles beim Alten. Und wir sehen die Transformation ganzer Branchen - von Lebensmittel-Lieferungen bis zu Bildung und Weiterbildung. Welche Branchen entdecken jetzt die digitalen Möglichkeiten?

Der deutsche Handel:

Wir sehen Hamburger und Wedeler Online-Händler, die uns in der Isolation "Schicke Looks für den besonderen Augenblick im kleinen Kreis" und "Stilvolle Möbel für Zuhause - Arbeiten im Home Office" verkaufen wollen. Ein Social Media-Netzwerk verspricht "Woche 2 im Home Office: Mehr Spaß bei Videokonferenzen dank Snap Camera Lenses". Ein Startup wirbt: "Teamplace statt Coronaferien – Euer digitales Klassenzimmer". Und wir sehen Hamburger Agenturen, die Lockvogel-Kampagnen fürs Ebay-Wachstum verbreiten. Ist Online-Marketing in einer todbringenden Krise jedes Mittel recht?

Die deutsche Politik:

Wir sehen eine Selektion in Entschlossene und Ver-/Zögerer: z. B. Söder vs. Tschentscher, Spahn vs. Altmeier. Dazu ein Wettstreit der Bundesländer um die Meinungshoheit: z. B. Bayern gegen NRW gegen den Rest der Republik. Wir sehen tägliches Gerangel zwischen Ländern und dem Bund. Wir sehen neuen Streit um Kompetenzen und Finanzierung. Disruptiert sich die Spitzenpolitik dank Krisenversagen weiter?

Die deutschen Medien:

Wir sehen einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der seinen Auftrag (wieder) wahrnimmt: Mit Bildungsangeboten für die Jüngsten, mit Kulturangeboten in schweren Zeiten und mit verlässlichen Informationen ohne Schranken. Und wir sehen gierige Verlage mit Zweitverwertung via Corona-Newsletter, hochgezogenen Paywalls und der Hoffnung, die Gatekeeperfunktion zurückzugewinnen. Werden egoistische Verlage jetzt abgestraft?

Die deutsche Kultur:

Wir sehen Live-Streams und kostenlose Aufzeichnungen im Web. Wir sehen Couch-Konzerte und Social TV. Wir sehen Freunde und Familien, die über das Netz miteinander singen und feiern. Wir sehen Kunst und Kultur, die über das Internet lebendig ist, wie nie zuvor. Und wir sehen Chancen für neue Formen der Präsentation, des Austausches und der Möglichkeiten. Kommen wir jetzt in eine digital-vernetzte Kultur?

Der deutsche Fußball:


Wir sehen Vereine und Verbände in der Schockstarre. Wir hören das Pfeifen im Walde für ein schnelles Fortsetzen des Profifussballs. Damit verbunden sehen wir den Kollaps der Geschäftsmodelle: keine verkauften Stadiontickets, kaum verkaufte Fanartikel, wegbrechende TV-Einnahmen. 13 von 36 Liga-Clubs stehen laut "Kicker" vor der Insolvenz. Die zarten Pflänzchen des eSport wurden kaum gehegt. Das ändert sich plötzlich mit virtuellen Turnieren an jedem Wochenende. Läuft der Fussball jetzt mit Tempo in die digitale Transformation? 

Die deutschen Kirchen:

Wir sehen Gemeinden, die Gottesdienste und Andachten auf Webseiten, auf YouTube und Fernsehkanälen im Internet streamen. Wir sehen eine Nordkirche, die mit Streaming-Übersicht und Social Wall auf der Höhe der Zeit ist und die Chance hat, neue Bedeutung zu gewinnen. Wir sehen eine katholische Kirche, die auf dem Weg ist. Wir sehen die Bedeutung der Seesorge in Zeiten der Isolation - und die Chance für die Kirchen. Wird der Glaube nach der Krise eine neue Bedeutung haben?

Brechen wir an dieser Stelle aus gesellschaftlichen Bereichen, betroffenen Branchen und hoffnungsvollen Bildern runter auf das Konsumklima. Auch hier hat die Beratungsgesellschaft "Concept M" in ihrer Studie "Corona - Wie der Virus die globale Kultur infiziert" schlüssige Indikatoren geliefert:


Was macht das Corona-Virus mit uns und unserem Leben?
Foto: Gerd Altmann, Pixabay

1. Konsum in der Inkubation: 
  • Keine Kaufzurückhaltung
  • Supermarktregale sind gefüllt
  • Konsum ermöglicht etwas Normalität
  • Shopping ist eine kurzfristige Ablenkung 
  • Der E-Commerce läuft unverändert weiter

2. Konsum in latenter Panik (aktuell):
  • Hamsterkäufe in Deutschland
  • Lebensmittel für die eigene Sicherheit
  • Hygieneartikel für eigene Handlungsfähigkeit
  • Mode und Beauty-Produkte haben keine Priorität
  • Anschaffungen wie PKW und Möbel werden verschoben

3. Konsum in der Isolation (aktuell):
  • Konsum auf Grundbedürfnisse reduziert
  • E-Commerce wird bedeutende Bezugsquelle
  • Haushaltsgeräte werden nachgefragt und günstig
  • Amazon fährt höhere Umsätze als zu Weihnachten
  • Hoher Anstieg von Videostreaming und Onlinegames

4. Konsum in der Neuausrichtung (nächster Schritt):
  • Neue digitale Services werden ausprobiert
  • E-Learning-Angebote werden stärker gefragt
  • Die Ausstattung des Home Office wird forciert
  • Chancen für neue und etablierte Marken im Netz

5. Konsum in der Normalisierung:
  • Rückkehr zu normalen Konsumgewohnheiten
  • Shopping vor Ort bekommt eine neue Bedeutung
  • Sicherheit gebende Lieferanten sind die Online-Gewinner
  • Chancen für neue und etablierte Marken im Netz und vor Ort

Diese Übersicht beansprucht nicht, vollständig zu sein. Sie basiert auf den Ergebnissen der Studie von "Concept M" - ergänzt durch Details und Erfahrungen aus unserer Arbeit in Kommunikation und Marketing. Zu guter Letzt wollen wir als ALSTERCOMPANY mit einer Reihe von offenen Fragen anregen, die eigene Situation, das eigene Geschäft und die eigene Zukunft zu überdenken:


Shutdown der Wirtschaft: Wie geht's für Unternehmen weiter?
Foto: Tim Mossholder, Unsplash

Wie sehr sind Ihre Branche und ihre Produkte vom Shutdown betroffen?
Gibt es Unterschiede bei der Abstinenz in verschiedenen Absatzmärkten?

Ist Ihre heutige Kommunikation noch sinnvoll, oder eher doch "over the top"?
Wann ist für Ihre Angebote der Stimmungswandel in der Kundschaft erreicht?

Wie wollen Sie in einem digitalen und vernetzten Business erfolgreich sein?
Welche Produkte und Dienstleistungen eignen sich für die neue, digitale Welt?

Wo sehen Sie Ihre Hausaufgaben, um nach der Corona-Krise vorn dabei zu sein?
Welche Fragen dürfen wir beantworten, um Lösungen für Ihr Geschäft zu finden?

HANSEVALLEY hat in seinem Corona-Spezial die Entwicklung so zusammengefasst:

"Wenn Deutschland bis ca. Mitte April d. J. in der Isolations-Phase wiederfindet, kommt die Republik möglicherweise zu Pfingsten psychologisch in die Phase der Neubesinnung. Unterm Strich würde das heißen, dass wir eventuell zu den Sommerferien die Normalisierung erreicht haben können." 

Dieses Rechenbeispiel ist natürlich nur eine Annahme auf Grund der Erfahrungen der Verläufe der Pandemie in China und Italien - und keine Garantie für die Wiederaufnahme des gesellschaftlichen Lebens. Bereits nach den Osterferien in die Normalität zurückzukehren, ist hingegen eher unwahrscheinlich. Dennoch können wir jetzt anfangen nachzudenken, wie unser Leben nach Corona aussehen wird. 


coronahilfe@alstercompany.de

Die Hamburg Digital Relations sind der spezialisierte Service für die professionelle Kommunikation in der neuen, digital-vernetzten Welt. ALSTERCOMPANY bietet fortschrittliches Denken für neue Chancen im Geschäft. Wir stehen an der Seite von Unternehmen und Organisationen im Norden, die jetzt die Zukunft anpacken - für ein erfolgreiche Entwicklung in der vernetzten Welt.

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 Hanse Digital Background: 
* Update 06.04.2020 *

HANSEVALLEY Fachbeitrag "Die Welt wird eine andere sein - der Norden nach Corona":

HANSEVALLEY: Fachbeitrag "Wie Hamburg aus dem Corona-Trauma kommt":
hv.hansevalley.de/2020/03/hansespecial-wie-hamburg-aus-dem-corona.html

Absatzwirtschaft: Fachbeitrag "Andere Länder, gleicher Umgang: Die 5 Phasen des Coronavirus":

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