Mittwoch, 11. Januar 2017

HANSEBUSINESS: Die Digitalen Wahlprüfsteine - Teil 1: Die Digitale Zukunft der Wirtschaft


Hinter den Türen der Handelskammer herrscht Unsicherheit.
Foto: Handelskammer Hamburg/Daniel Sumesgutner
Bis Mitte Februar können 160.000 Industrie-, Handels- und Gewerbebetriebe an Elbe und Alster ihre Stimmen für die Kandidaten in 17 Wahlgruppen abgeben: Es ist ein Kampf der Generationen, ein Kampf der Branchen, ein Kampf um den Kurs der Hamburger Wirtschaft. 

Wir beleuchten die Initiativen und Bündnisse auf ihre digitalen Qualitäten - in den drei Themenfeldern "Digitale Zukunft" der Wirtschaft, "Digitale Kammer" und Modernisierung sowie "Digitale Stadt". Alle drei Bündnisse haben die insgesamt 12 Leitfragen beantwortet. Hier sind ihre Antworten für die 160.000 wahlberechtigten Unternehmen Hamburgs:


Die von uns entdeckten Highlights zur "Digitalen Zukunft":

  • Online-Befragungen zu Interessen und Wünschen der Mitglieder
  • Existenzgründern keinen Zwangsbeitrag zur Kammer abverlangen
  • Eine “Berlin-Hamburg Startup-Allianz für Wachstum mit Wirtschaft"
  • Eine Dialogplattform zur Digitalisierung und eine Digitale Agenda


Die Digitalen Wahlprüfsteine - Teil 1:
Die Digitale Zukunft der Wirtschaft.

Thema Digitalisierung:

Wie wollen Sie als gewählte Vertreter die besonderen, digitalen Interessen von 23.000 Medien-, IT- und Kreativbetrieben, darunter 8.600 IT-Anbietern inkl.  1.500 Softwarefirmen, 2.100 Medienhäusern und 1.700 Agenturbetrieben sowie 600 Startups und 150 Gamesschmieden überzeugend vertreten?


"Die Kammer sind wir":

Bevor man die Interessen vertritt, muss man die Interessen der genannten Unternehmen kennen. In der Vergangenheit hat die Handelskammer behauptet, die Interessen zu vertreten, hat aber nur mit einem Bruchteil der genannten Zwangsmitglieder Kontakt gehabt. 

Die Digitalisierung bietet eine hervorragende Chance, die Interessen dieser Unternehmen kennenzulernen, zu bündeln und zu vertreten. Mitgliederbefragungen können auf digitalem Weg schnell und unkompliziert durchgeführt werden. Eine Meinungs- und Willensbildung von dem einzelnen Mitglied hin zu seinen Vertretern im Plenum ist dadurch keine Fiktion mehr, sondern digitale Realität. 

"Unternehmer für Hamburg":

Um die Interessen der mehr als 23.000 Unternehmen aus der Medien- und IT-Branche überzeugend vertreten zu können, wollen wir #UnternehmerFürHamburg nicht nur auf unser eigenes unternehmerisches Know-how setzen, sondern direkt nach der Wahl über Online-Befragungen und eine Vielzahl analoger Netzwerkveranstaltungen in den Dialog mit den Unternehmen aus den Branchen treten.

Wir sind überzeugt davon, dass die Handelskammer viele unserer gemeinsamen Themen und Interessen sinnvoll bewegen und gegenüber Politik und Verwaltung adressieren kann. Wir rufen daher bereits jetzt dazu auf, diesen Weg der offenen Beteiligung mit uns gemeinsam zu beschreiten und die Kammer für die eigenen Interessen und Bedarfe zu nutzen. Auch bei der erforderlichen Neubesetzung der Ausschüsse und Arbeitskreise in der Kammer werden wir verstärkt auf digitale Vorreiter setzen!

"Vorfahrt für Hamburg":

Die Handelskammer ist eine Selbstverwaltungsorganisation der Hamburger Wirtschaft und bietet eine hervorragende Plattform, um die eigenen Themen und Bedarfe zu artikulieren und zu diskutieren. Diesen Gedanken verfolgen wir z.B. mit der im Jahr 2015 gestarteten „Hamburger Dialogplattform Industrie 4.0“, an der sich schon heute fast 200 Hamburger Unternehmen aus Industrie und IT einbringen und gemeinsame Forderungen und Lösungen erarbeiten. 

Die Vertreter von „Vorfahrt für Hamburg“ wollen diesen Plattformgedanken auch auf andere Branchen mit besonderem Digitalbezug ausweiten und auf diesem Weg eine digitale Agenda für Hamburg erarbeiten, die unmittelbar getragen ist von den Wünschen der Mitgliedsunternehmen.

Thema Disruption:

Wie werden Sie die umfassenden, digitalen Umbrüche in den großen Hamburger Branchen - wie Reedereien, Hafenwirtschaft, Logistik sowie Groß- und Außenhandel - aktiv begleiten, damit die traditionellen Betriebe rechtzeitig in den Innovationsprozess der Digitalisierung gehen werden?


"Die Kammer sind wir":

Keine Organisation kann diese Umbrüche umfassend begleiten – das wäre Größenwahn und Selbstüberschätzung. Keine Startup-Unternehmerin braucht den Rat eines „Kammerbeamten“, wie sie den digitalen Wandel meistern soll. 

Die Handelskammer soll sich deshalb auf Ihre Kernaufgabe konzentrieren: Das Duale Ausbildungssystem ins Digitale Zeitalter bringen. Nur wenn die Handelskammer glaubwürdig selbst im digitalen Zeitalter ankommt, ist sie ein qualifizierter Gesprächspartner für ihre Mitglieder. Digitalisierung muss in die DNA der Handelskammer .

"Unternehmer für Hamburg":

Die Handelskammer ist seit kurzem die Geschäftsstelle des hamburgweiten, vom
Bundeswirtschaftsministerium geförderten „Kompetenzzentrums Mittelstand 4.0“ und verfügt damit über rund vier Millionen Euro, um mittelständische Unternehmen aus den traditionellen Branchen auf dem digitalen Transformationsweg zu begleiten.




Wir #UnternehmerFürHamburg werden aktiv dafür Sorge tragen, dass die Arbeit dieses Kompetenzzentrums eine größtmögliche Wahrnehmung bei den Mitgliedern der
Handelskammer erfährt, konkrete Umsetzungsprojekte in Unternehmen durch die Handelskammer ermöglicht werden und unternehmerisch wirklich nutzbringende Informationen und Angebote in diesem Kompetenzzentrum entstehen.

Darüber hinaus ist es unsere Absicht, die Vernetzung zwischen etablierten Traditionsunternehmen und aufstrebenden Jungunternehmern innerhalb der Kammer mit innovativen Veranstaltungsformaten zu forcieren. Hier planen wir moderne Konzepte wie 12min.me oder TEDx stärker zu integrieren. Die Kammer ist dafür aus unserer Sicht der geborene Partner, Old- und New-Economy zu vernetzen.

"Vorfahrt für Hamburg":

Mit der „Hamburger Dialogplattform Industrie 4.0“, dessen Sprecher unser Kandidat Andreas Pfannenberg ist, ist der digitale Innovationsprozess insbesondere in der Industrie bereits initiiert worden. Dem Engagement von Herrn Pfannenberg ist es darüber hinaus mit zu verdanken, dass Hamburg in den kommenden drei Jahren rund vier Millionen Euro vom Bundeswirtschaftsministerium erhält, um ein „Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0“ aufbauen zu können, das von der Handelskammer gesteuert wird. 

Dieses Kompetenzzentrum wird sich um logistische Herausforderungen im Kontext der Digitalisierung kümmern, so dass alle Branchen von Reedereien, Hafenwirtschaft, Logistik sowie Groß- und Außenhandel gleichermaßen die Nutznießer dieser Fördermittel sein werden.

 Thema Existenzgründer: 

Wie werden Sie als Vertreter die besonderen Bedürfnisse von Existenzgründern in digitalen Geschäftsmodellen über Gründerberatung, Gründerwerkstatt und Businessplan-Wettbewerb hinaus und unabhängig von bestehenden, städtischen Gründungsinitiativen fördern?

"Die Kammer sind wir":

Bitte nicht NOCH ein Preis, eine Initiative, eine Dachmarke und ein Programm. Den Existenzgründern soll kein Zwangsbeitrag abgeknüpft werden, das ist eine konkrete Hilfe.



"Unternehmer für Hamburg":

Die bisherigen Angebote der Handelskammer für die Existenzgründer erfüllen die Grundanforderungen. Neben den Basic Skills, die dort vermittelt werden, fehlt es Existenzgründern im Digitalsektor häufig vor allem an Netzwerk und Beziehung in die Realwirtschaft in der Stadt. Auch hier kann die Kammer durch Veranstaltungen und gezieltes Vernetzen schon mit einfachen Mitteln beeindruckende Ergebnisse erzielen.

Damit die Existenzgründer die Kammer hierfür als relevanten Partner wahrnehmen,  muss über die Art und Weise der Ansprache dieser jungen Unternehmer diskutiert werden, die keinen gesteigerten Wert mehr auf formelle und vereinzelt antiquierte Formen der Kleidung und Ansprache legen. Hier können wir auf die Erfahrung vieler unserer Mitglieder zurückgreifen.

Die Wirtschaftsjunioren haben zum Beispiel großartige Projekte, wie den monatlichen Gründertreff, die Gründer-Akademie und den Gründergeist, erfolgreich im Umfeld der Kammer eingeführt. Wir plädieren dafür, dass in Hamburg digitale Knotenpunkte entstehen mit WLAN-Zugang für Mitglieder der Handelskammer. Das Nikolai-Quartier könnte hierbei eine Vorreiterrolle einnehmen - mit zusätzlichen temporären Arbeits- und Meetingbereichen für Mitglieder.

"Vorfahrt für Hamburg":


Was viele Existenzgründer in Hamburg neben einer guten Geschäftsidee und Gründergeist benötigen, ist der Zugang zur „Old Economy“, um ihr digitales Geschäftsmodell im Zusammenspiel mit der analogen Wirtschaft erproben zu können. Genau hierauf zielt auch die Arbeit des Hamburger Kompetenzzentrums Mittelstand 4.0 ab. Die Kandidaten von „Vorfahrt für Hamburg“ werden sich daher aktiv an dem Zusammenbringen von beiden Welten einbringen.

Für die Existenzgründer – egal in welcher Branche sie tätig sind – ist es wichtig, dass wir die kompetente Gründungsberatung der Handelskammer erhalten. Die wollen die Populisten mit den Beiträgen zur Kammer nämlich gleich mit abschaffen.


Thema Startups:

Was werden Sie als Abgeordnete der Industrie unternehmen, damit die Handelskammer unsere Stadt gemeinsam mit etablierten Branchen, hanseatischen Stiftungen und engagierten Vertretern der Digitalwirtschaft zu einem schneller wachsenden, erfolgreichen Startup-Standort entwickelt?
"Die Kammer sind wir":

Ganz klar: Prioritäten neu setzen. Bisher war die Kammer Sprachrohr der Etablierten: Dies muss sich ändern! Die Großen brauchen keine Unterstützung, die wissen sich schon selbst zu helfen. Deshalb muss sich der Fokus der Kammer ganz klar in Richtung der kleinen Unternehmen und Existenzgründer verschieben: Diese bauen etwas Neues auf und sichern so die Zukunft des Wirtschaftsstandorts, also sollten sie auch alle mögliche Unterstützung erhalten.


"Unternehmer für Hamburg":

Unsere Kandidaten aus den Medien- und IT-Unternehmen verfügen über ein exzellentes Netzwerk zu Startup-Unternehmen und zu Vertretern von Stiftungen, Venture Capital, Verbänden und weiteren Institutionen in Hamburg, denen wir die Relevanz von Startups für den eigene unternehmerischen Erfolg vergegenwärtigen wollen.


Darüber hinaus wollen wir #UnternehmerFürHamburg gemeinsam mit Berlin eine Initiative für die Weiterentwicklung von Startup-Firmen unter dem Motto: “Berlin-Hamburg Startup-Allianz für Wachstum mit Wirtschaft” starten.

Die neuen Geschäftsmodelle, die entweder in Hamburg oder Berlin entstanden sind, sollen ihren Markttest in der Realwirtschaft in Hamburg erfahren, die viel stärker ausgeprägt ist als in Berlin. Hamburg soll damit zum gemeinsamen Accelerator von Hamburger und Berliner Startups werden.



"Vorfahrt für Hamburg":

Gerade in Zeiten von Null-Zins-Phasen und zunehmendem digitalem Gründergeist erleben wir zunehmend, dass „traditionelle, hanseatische Kaufleute“ nach Möglichkeiten suchen, das eigene Geschäftsmodell zu überdenken und Investitionen in digitale Start-ups zu tätigen. 


Die Kandidaten von „Vorfahrt für Hamburg“ wollen daher in den kommenden drei Jahren dieses Unternehmer- und Stifterkapital mit der Start-up-Szene näher zusammenbringen und Innovationen „Made in Hamburg“ ermöglichen, von denen der Wirtschaftsstandort Hamburg auch nachhaltig profitiert und der nicht kurzfristige Exits befördert.

*  *  *

  Alle Beiträge zur Kammerwahl 2017 im Hamburg Digital Magazin: 

Wie die Wahlgruppen die Freie und Hansestadt nach vorn bringen wollen:

HANSEBUSINESS: Die Digitalen Wahlprüfsteine - Teil III: Die Digitale Stadt - Verwaltung, Unternehmensservices und Arbeitsmarkt.

Wie die drei Wahlbündnisse die Handelskammer modernisieren wollen:

Was die Wahlbündnisse für die Zukunft der Hamburger Wirtschaft fordern:

Was passiert, wenn die "Kammer-Rebellen" die Kammer-Wahl gewinnen:

Warum die Kammer-Wahl entscheidend für Hamburgs Wirtschaft ist:

Was die Handelskammer in diesem Jahr zur Digitalisierung unternehmen will:

 Weitere Informationen auf den Webseiten der drei Wahlbündnisse: 

Die Rebellen: "Die Kammer sind wir"

Die Reformer: "Unternehmer für Hamburg"


Die Bewahrer: "Starke Kammer. Vorfahrt für Hamburg"



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Montag, 9. Januar 2017

HANSEPERSONALITY Dr. Johannes Jacubeit: Mit “Dr. Digital” zum Gesundheitsmanager.

Gründer und Geschäftsführer von Connected-health.eu:
Dr. Johannes Jacubeit
Foto: Connected-health.eu
HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Er ist der “Dr. Digital” von Hamburg: Der Arzt und Gründer Dr. Johannes Jacubeit entwickelt in einem Altonaer Hinterhof die Zukunft der digitalen Medizin in Deutschland. Mit einem Datenhub für Arztpraxen und einem Smartphone gibt er Patienten ihre Krankenakten an die Hand - und revolutioniert damit künftige Behandlungswege, wieder gesund zu werden.

Was der Gematik mit der Gesundheitskarte bislang nicht glückte, wird in Hamburg zum Erfolgsmodell für die Republik: Die digitale Bereitstellung, Speicherung und Nutzung von Gesundheitsdaten für bessere Behandlungen rückt in greifbare Nähe. Unser HANSEPERSONALITY ist der Gründer und Geschäftsführer von Connected-health.eu - Dr. med. Johannes Jacubeit:


Du bist approbierter Arzt, aber auch Technologieexperte, Gründer eines Health-Startups, engagiert im Gesundheitsausschuss der Handelskammer und “MIT Innovator unter 35”. Was treibt Dich als Arzt an, im Thema “Digital Health” aktiv zu sein?

Weil es Spaß macht … denn Medizin ist ein außergewöhnliches Fach. Im Studium und in den ersten Jahren meines Berufslebens konnte ich viel Wissen ansammeln. Ich habe z. B. in meiner Promotion elektrophysiologische Grundlagen des Herzschlages im Labor untersucht. Ich habe aber auch schon früh in meinem Leben angefangen, mit Technologie zu hantieren und zu programmieren. Am Beispiel des Herzens lässt sich mein Spektrum gut darstellen:



"Digital-Medizin ist ein stark wachsendes Querschnittsthema."

Ich verstehe bis auf Ionen-Ebene, wie eine Herzschlag zustande kommt und wie man diesen pharmazeutisch modulieren kann. Als Arzt habe ich gelernt, ein EKG zu schreiben, dies zu interpretieren und daraus eine Therapie abzuleiten. Außerdem habe ich die Prozesse in Kliniken und Praxen erlebt. Als Programmierer habe ich gelernt, wie ich diese Herzdaten speicher- und analysierbar machen kann, wie man mit APIs arbeitet, und welche Daten z.B. der M8 Chip von Apple erfasst. Digitale-Medizin ist ein stark wachsendes Querschnittsthema, in dem ich mit Freude etwas beisteuern kann.

Du hast vor rd. 2 Jahren “LifeTime” gestartet. Im vergangenen Jahr konntet Ihr rd. 120 Hamburger Arztpraxen überzeugen, Berichte, Diagnosen und Befunde Patienten via Smartphone zur Verfügung zu stellen. Was plant Ihr für 2017 und darüber hinaus?

2017 werden wir viele weitere Städte in Deutschland angehen. In der aktuellen Zwischenfinanzierung hat der Thieme-Verlag - der Marktführer im Bereich der Medizin-Publikationen - investiert. Ein erstes gemeinsames Produkt planen wir Mitte 2017 im Markt zu testen. Als Venture Capital-getriebenes Unternehmen werden wir natürlich auch unsere Series-A erfolgreich abschließen und somit das Team skalieren, um insgesamt noch schneller zu werden.

Was ist Euer stärkstes Argument - für niedergelassene Ärzte wie für Technologiepartner (z. B. die Gematik) - Eurem Konzept zu folgen? Und was ist die Alternative zu “LifeTime” im Markt: Krankenakten auf Papier oder gibt es internationale Konkurrenz?

Die Arzt-Patienten-Beziehung ist etwas Besonderes und sehr Schützenswertes. Der seit Jahrzehnten etablierte Kernprozess, den ein Arzt tätigt, um einem Patienten einen Befund zu übergeben, ist das Drucken. Dieser Prozessschritt bleibt bei LifeTime für den Arzt bzw. seine Mitarbeiter gleich, jedoch landet der Befund einfach beim Patienten auf dem Smartphone.



"Die größte Konkurrenz ist das gedruckte Papier."

Wir sehen zahlreiche kleine und große Player, die sich am Thema “Online-Akte” versuchen, oder sich wie Google oder Microsoft bereits daran versucht haben - mit wenig Erfolg. Der Informationsaustausch zwischen den Parteien ist etwas Zielgerichtetes und funktioniert ohne Mittelsmann. Mir ist aktuell keine Technologie bekannt, bei der die Daten der Patienten nur in der Hand des Arztes und des Patienten liegen und ein bidirektionaler Austausch einfach einfach funktioniert. National und auch international ist somit tatsächlich die größte Konkurrenz das gedruckte Papier.

Digitale Medizin basiert auf umfassender elektronischer Auswertung von medizinischen Daten des Patienten. Was ist der nächste Schritt, wenn ich alle meine Berichte, Diagnosen und Befunde selbst in Programmen - z. B. in einer App - verwalten kann?

Aktuell bauen viele große und kleine Unternehmen Analytics-Engines. Diese Engines werden Patienten z. B. eine “digitale Zweitmeinung” bieten. Aus der LifeTime-App heraus kann ich - wenn ich möchte - bereits jetzt meine Gesundheitsdaten versenden oder irgendwo hochladen. Dies bleibt jedem selbst überlassen.

Gehen wir noch einen Schritt weiter: Ich habe alle Daten in einer App - einschl. Auswertung persönlicher Lebensgewohnheiten. Nun erkranke ich und das Programm schlägt eine konkrete Behandlung vor. Welche Rolle hat dann noch mein Hausarzt?

Wenn Maschinen diagnostische Schritte, definitive Diagnosen und mögliche Therapieoptionen aufzeigen, wird sich ein massiver Paradigmenwechsel vollzogen haben. Eine sehr wichtige Komponente ist und bleibt jedoch die Arzt-Patienten-Beziehung. Ein Arzt hat noch viele weitere Aufgaben, als nur Daten zu erfassen, diese zu integrieren und zu analysieren und daraus eine Therapie abzuleiten.



"Der Hausarzt wird die Rolle eines Gesundheitsmanagers einnehmen."

Ein Arzt ist bzw. sollte eine Vertrauensperson sein, mit dem ein Patient seine Ängste und Sorgen teilen kann. Der Arzt sollte diese Ängste und Sorgen - unter Berücksichtigung der Persönlichkeitsstruktur des Patienten ernst nehmen. Der Hausarzt wird dann eher die Rolle eines vertrauensvollen Gesundheitsmanagers einnehmen.

Wenn personalisierte Behandlungen durch Datenauswertung einerseits und der Hausarzt als spezialisierter Gesundheitsmanager andererseits die Zukunft sind - wie wird sich das Berufsbild des Arztes und seine Ausbildung verändern?

Vieles was Ärzte täglich tun, wird in naher Zukunft durch Maschinen erledigt. Beispielsweise arbeiten viele Unternehmen daran, Bildgebung (wie MRT, CT, Röntgen u. ä.) automatisch auswerten zu lassen. Allein aus rechtlichen Gründen wird natürlich noch ein Arzt draufschauen müssen. Jedoch ist es etwas anderes, wenn ich vom Computer angezeigt bekomme, wo ich hinschauen soll, als wenn ich selbst suchen muss. Der Umgang mit digitalen Technologien wird somit schon während des Studiums gelehrt werden müssen.

Zu guter Letzt die Hamburg-Frage - wie für jeden unserer Interview-Partner: Wie gut oder ausbaufähig ist der Gesundheitsstandort Hamburg für Euer Unternehmen und das Thema Digital Health? Was sind die Vorzüge von Hamburg in Deinem Thema?

Hamburg ist ein Dorf und hier kennt man die relevanten Player sehr schnell. Auch die Unterstützung von Gründern ist großartig. Ohne “InnoRampUp” der Förderbank IFB - ein in der Bundesrepublik einzigartiges Förderinstrument - und die Unterstützung z. B. der Handelskammer wären wir noch nicht so weit, wie wir sind.

Vielen Dank für die vertrauensvolle Sprechstunde!

Das Interview führte Thomas Keup.

 Hamburg Digital Background: 

Aktuelle Meldung zum Investment

LifeTime und LifeTime Hub

Dr. Johannes Jacubeit bei Linkedin


“InnoRampUp” der IFB Hamburg


Innovationsstarter Fonds Hamburg



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Sonntag, 8. Januar 2017

HANSEEXKLUSIV: Millionen-Investment für LifeTime aus Hamburg

Mit aktuellen Updates:


Das Hamburger Digital Health-Startup Connected-health.eu GmbH aus Altona erhält eine millionenschwere Finanzierung der Stuttgarter Verlagsgruppe Thieme und des Altgesellschafters High-Tech Gründerfonds aus Bonn. Das erfuhr das Hamburg Digital Magazin HANSEVALLEY exklusiv vorab aus Branchenkreisen. 

Gründer und Geschäftsführer Dr. Johannes Jacubeit spricht in einer Stellungnahme zur Finanzierung von einem 1. Teilabschnitt der Series-A. Mit dem Kapital soll vor allem der Vertrieb bei Ärzten und medizinischen Einrichtungen in Hamburg und in der Metropolregion ausgebaut werden.
Series-A-Finanzierung zur deutschlandweiten Expansion

Es ist zu erwarten, dass Connected-health bald mit weiteren Inve
storen der Series-
A eine bundesweite Markterschließung plant. Vor einem Jahr erhielt Connected-health eine erste Millionensumme durch den HGTF im Rahmen der Seed-Finanzierung. Connected-health.eu ist laut eigener Angaben nach der aktuellen Finanzierung mit über 3 Mio. € kapitalisiert. 

*Update* Das hoch spezialisierte Tech-Startup bietet mit der Patienten-App "LifeTime" und einem digitalen Lesegerät für Arztpraxen namens "LifeTime-Hub" ein Anbieter-übergreifendes und sicheres System zur Übermittlung, Speicherung und Weitergabe von Patientendaten an. Derzeit laufen bereits mehr als 150 Hubs in Praxen und Einrichtungen an Elbe und Alster und nutzen das "LifeTime-System" zum Datentransfer.

Zu den Partnern des Altonaer Jungunternehmens gehören u. a. die AOK, die Barmer GEK, die Optimedia AG, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf sowie die Freie und Hansestadt Hamburg. Künftig soll das "LifeTime-System" um medizinische Fachinformationen aus dem Fachverlag des neuen Gesellschafters Thieme-Gruppe erweitert werden.


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Freitag, 6. Januar 2017

HANSEBUSINESS: Die Wahrheit hinter der Kammer-Wahl 2017

In der mächtigen Handelskammer rumort es kräftig.
Foto: Handelskammer Hamburg / Daniel Sumesgutner
500 Jahre Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg, mehr als 350 Jahre Commerz-Deputacion: Die traditionsreichste deutsche Wirtschaftsvertretung hat viele stürmische Zeiten erlebt. Mit der diesjährigen Wahl eines neuen Plenums und des neuen Präsidiums muss sich die Interessenvertretung der rd. 160.000 Industrie-, Handels- und Gewerbebetriebe an der Elbe einer breiten Diskussion stellen. Die Zahlen, Fakten und Hintergründe zum "Wahl-Krimi" 2017:

Die "Kammer-Rebellen" um den Hamburger Unternehmer Tobias Bergmann sorgen seit 3 Jahren in der alten Börse für Wirbel - mit der Forderung nach Abschaffung der Zwangsbeiträge, der gerichtlichen Klärung millionenschwerer Beitragsreserven, der Offenlegung des Geschäftsführergehalts, offener Kritik an der "heimlichen Regierung" der einflussreichen Wirtschaftsvertretung und einem "Maulkorb" für den scheidenden Präses und seine allgemeinpolitischen Stellungnahmen in der Jahresabschlussrede 2015.

Neben den "Kammer-Rebellen" mit ihrem Leitmotto "Die Kammer sind wir" treten bei der Briefwahl bis zum 14. Februar d. J. erstmals die digital- und dienstleistungsorientierten "Kammer-Reformer" mit dem Bündnis "Unternehmer für Hamburg" sowie die etablierten Branchenvertreter und "Kammer-Bewahrer" mit ihrer Initiative "Vorfahrt für Hamburg" an. 12 der 66 Sitze haben die "Rebellen" bislang inne. Es geht um nicht weniger, als die Mehrheit der Stimmen zur Wahl des künftigen Präses und 6 Vize-Präsides.

Dahinter stehen die künftigen Leitlinien der Kammerarbeit durch Geschäftsführung, 265 Mitarbeiter und mehr als 100 Beschäftigte in den Mehrheitsbeteiligungen, die unternehmerischen Aktivitäten - von Service-Gesellschaft, Weltwirtschafts-Institut und Wirtschaftsförderung bis zu Bildungs-Institut und Business School. Mit fast 160.000 Mitgliedern, 39 Mio. € Mitgliedsbeiträgen, insgesamt 142 Mio. € Bilanzsumme, mehr als 50 Mio. € Erträgen und mehr als 73 Mio. € Finanzanlagevermögen ist die Handelskammer ein großer Wirtschaftsbetrieb und neben der IHK Berlin eine der größten Kammern Deutschlands. 

Mit Volldampf aufs Trockendock oder in die digitale Zukunft?

Traditionell bestimmt vor allem die "Hafenfraktion" um Reeder und Kaufleute den Kurs der Kammer. Doch seit 8 Jahren stecken die Containerschifffahrt und damit Deutschlands größter Seehafen in der Krise: Rückläufiger Containerumschlag, Rotterdam und Antwerpen im Wettbewerb, neue chinesische Konkurrenz am Mittelmeer, die drei neuen Reedereiallianzen sowie beschwerliche 100 km Elbe für die neuen Großcontainerschiffe - das alles erhöht den Druck auf den Hamburger Hafen. 64.000 Jobs an den Kais und 156.000 in der Metropolregion hängen am Erfolg des bisherigen Wirtschaftsmotors der Freien und Hansestadt.

Containerterminals Buchardkai (vorn) + Tollerort (Hintergrund)
Foto: HHLA / Thies Rätzke
Der teilprivatisierte Lager- und Logistikkonzern HHLA - Betreiber der Containerterminals Altenwerder, Burchardkai und Tollerort - sucht einen Ausweg im europaweiten Eisenbahngüterverkehr. 1/3 des operativen Konzernergebnisses stammen bereits von der Schiene. Die HHLA betreibt 13 Bahnterminals, vor allem in Mittel- und Osteuropa - mit mehr als 50 eigenen Loks und 2500 Waggons. Die Luft im Hafen wird dünner und der Ton rauer - das zeigt der jüngste Streit zwischen dem Unternehmerverband UVHH und der Hafenbehörde HPA um Verhandlungen mit den Reedereien.

Parallel zur Entwicklung im Hamburger Hafen hat sich in den letzten Jahren eine leistungsstarke und zukunftsweisende Digitalszene an Elbe und Alster entwickelt: 23.000 Unternehmen umfasst die Hamburger Medien-, IT- und Kreativbranche - mit mehr als 100.000 Beschäftigten, darunter 8.600 IT-Anbieter inkl. 1.500 Softwarefirmen, 2.100 Medienhäuser und 1.700 Agenturbetriebe sowie mehr als 600 Startups und 150 Gamesschmieden. Sie bilden das neue, digitale Rückgrat der Hamburger Wirtschaft - mit zukunftsorientierten, qualifizierten Produkten, Dienstleistungen und Arbeitsplätzen.

Die Handelskammer ist traditionell vorn dabei, wenn es um IT und Medien geht: Sie war die erste Kammer Deutschlands, die Mitte der 90er Jahre einen eigenen Bereich "IT- und Medienwirtschaft" aufbaute und in der ein eigener Ausschuss für Medienwirtschaft die Unternehmer vertrat. Schon früh erkannte man in der Kammer die Rolle der Technologie-Branchen für den Standort. Von Anfang an in der ersten Reihe mit dabei: Ausschussvorsitzender Robin Houcken, der für die "Unternehmer für Hamburg" kandidiert.

Jetzt gehts ums Ganze: Wer hat künftig die Nase vorn bei der Digitalisierung? Wer kann bei der Modernisierung von Wirtschaft, Kammer und Hansestadt überzeugen: die "radikalen Rebellen", die "modernen Reformer" oder die "konservativen Bewahrer"? Es ist ein Kampf der Generationen, der Branchen und ein Kampf um den Kurs der Hamburger Wirtschaft. In der kommenden Woche veröffentlichen wir Teil 1 der Digitalen Wahlprüfsteine - mit den Antworten der 3 Wahlbündnisse zu den Themen Digitalisierung, Existenzgründungen und Startups:

Weitere Informationen auf den Webseiten der drei Wahlgruppen:

Die Rebellen: "Die Kammer sind wir"

Die Reformer: "Unternehmer für Hamburg"


Die Bewahrer: "Starke Kammer. Vorfahrt für Hamburg"



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  • HANSEVALLEY wird zitiert - in Medien, Pressearbeit und Marketing. 
  • HANSEVALLEY wird gefragt - von Entscheidern, Kammer und Senat.

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  • Gewinnen Sie erstklassige Mitarbeiter - für Ihre digitale Zukunft.
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Montag, 2. Januar 2017

HANSEPERSONALITY Dirk Ploss: "Kunden sind wie kleine Hunde. Aber keiner will mit ihnen Gassi gehen.”

Marketer aus Leidenschaft: Dirk Ploss
Foto: Dirk Ploss
HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Es ist ein Hamburger Jung. Er beschäftigt sich seit 1992 mit Werbung. Er ist ein Marketer mit Leidenschaft. Er baute für einen Essener Kaufhauskonzern eine Marketingberatung auf. Er kümmerte sich um den Markenaufbau und die Markenkommunikation sowie das Online- und E-Mail-Marketing eines Hamburger Versandhauses.

Jetzt baut er das Online Business eines Hamburger Kosmetikherstellers auf - zusammen mit internationalen Handelspartnern. Der Hamburger plädiert für die Stärken des Shoppings vor Ort. Wir interviewten den Marketing- und Branchenexperten auf einem virtuellen Spaziergang über die Mönckebergstraße. Unser HANSEPERSONALITY ist Dirk Ploss:

Du hast das Online-Marketing eines Hamburger Versandhauses mit gestaltet und kümmerst Dich jetzt um Schönheits- und Pflegeprodukte eines Hamburger Kosmetikherstellers. Wo kaufst Du gern ein - online und offline? Und welche Rolle spielt in Deinem Leben Amazon?


Sicherlich gibt es noch ein paar Produkte, die auch ich gern offline einkaufe - Obst, Fleisch und zum Teil auch Bekleidung zum Beispiel. Aber ansonsten bin ich schon zu mindestens 80% Online-Käufer. Und dabei spielt Amazon eine Hauptversorger-Rolle: Ich schaue immer zuerst bei Amazon, nutze Amazon Pantry für Drogeriewaren genauso selbstverständlich wie die Dash Buttons. Nur auf meinen Amazon Echo, auf den warte ich leider immer noch.

Manchmal ärgere ich mich, in Geschäften nur noch Aushilfskräfte anzutreffen. Andererseits ist der Paketversand in vielen Teilen Deutschlands - von DHL bis Hermes - eine Zumutung geworden. Bist Du auch manchmal frustriert?

Natürlich. Gerade bei Versanddienstleistern würde ich mir zuweilen die Option wünschen, “Alles außer X” ankreuzen zu können. Nach meinem Eindruck kann die gesamte Logistikbranche nicht mit dem Wachstum der Anforderungen mithalten. Das finde ich sowohl als Kunde als auch aus professioneller Sicht sehr schade, da diese “letzte Meile” zum Kunden mit die wichtigste in der gesamten Wertschöpfungskette ist.

Was können Online-Händler einerseits und Vor-Ort-Anbieter andererseits besser machen, um mich als Kunden endlich zu begeistern? Schließlich möchte ich gern mit Spaß mein Geld ausgeben, und mich nicht ständig ärgern müssen.

Beide könnten endlich mal anfangen, konsequent vom Kunden aus zu denken - und nicht vom Angebot aus, was hüben wie drüben immer noch der Regelfall zu sein scheint. Für die Onliner würde das den Verzicht auf alle möglichen Bestellhürden, von eingeschränkten Zahlungsmöglichkeiten bis hin zu horrenden Liefergebühren, für die Offliner ein konsequentes Verzahnen von Online und Offline bedeuten. Und eine Wiederbesinnung auf das, was ja angeblich des Offliners große Stärke ist: Persönliche Beratung. Die erlebe ich mittlerweile online oftmals besser als offline.

In einem aktuellen Beitrag der “Hamburger Wirtschaft” wird der Vorschlag diskutiert, dass vor allem die kleinen Händler mit all ihren Produkten auf Plattformen präsent sein sollten, die regional Kunden ansprechen. Was hältst Du von dem Konzept?

Obwohl ich das Konzept grundsätzlich sympathisch finde, stelle ich mir doch auch hier wieder die Frage: Was hat der Kunde davon? Vor allem, wenn er das gleiche Angebot der gleichen Händler auch über den Amazon Marketplace erhalten kann - nur im Zweifel schneller und mit weniger Aufwand? Die Idee, auch kleine Händler ins Netz zu bringen, finde ich prima. Doch den Kunden-Mehrwert von lokalen Plattformen - bis hin zu Plattformen für einzelne Shopping Center -, den kann ich noch nicht so recht erkennen.

Kommen wir zu Dmexco-Buzzwords, wie Voucher-Marketing, Conversion Rate und Re-Engagement: Wenn wir ehrlich sind, kaufen viele Online-Anbieter vorn Kunden teuer ein und werfen Sie nach dem Checkout aus dem Haus. Das ist doch Geldverbrennen, oder nicht?

Ist es. Und es hat sich da in den letzten Jahrzehnten auch nicht wirklich viel verändert: Kunden sind nach wie vor wie kleine Hunde. Erst will sie jeder haben, aber wenn sie dann da sind, will niemand mit ihnen Gassi gehen. Ich persönlich glaube ja immer noch, dass sie irgendwann kommt, die große Kundenbindungswelle. Sehen tu ich sie jedoch leider derzeit noch nicht.

Nur - wieder einmal - Amazon mit ihrer schier unglaublichen Prime-Vorteilswelt, die haben es verstanden. Mit Prime hat Amazon einen hübschen goldenen Käfig gebaut. Und wer will schon auf die kostenlose Musik, die ganzen Filme und Serien, den Cloud-Speicher oder die kostenlose Lieferung verzichten?

Du hast für Startups gearbeitet und kennst Dich bei Hamburger Großunternehmen aus. Wie beurteilst Du den Startup- und Digitalstandort aus Deiner persönlichen Erfahrung? Wird Hamburg mit seiner etablierten Wirtschaft auch in Zukunft vorn mitspielen?

Für Startups und in Sachen Digitalisierung könnte sicherlich - wie überall - noch mehr getan werden. Ich denke aber, dass sich Hamburg hinter anderen Gründungszentren wie Berlin oder München keineswegs verstecken muss. Ganz im Gegenteil: Gerade die traditionelle Wirtschaft mit ihren eng verzahnten Netzwerken und ihrer grundsätzlich weltoffenen Art kann sich für Gründer und Gründungswillige als entscheidender Standortvorteil herauskristallisieren.

Zu guter Letzt: Wo siehst Du als Marketing-, Handels- und Unternehmens-Experte die Stärken von Hamburg? Was macht Hamburg besonders interessant - für Spezialisten, Unternehmer und natürlich auch für Startupper? Was ist das echte “Plus” von Hamburg?

Da ist man als Hamburger natürlich immer ein wenig befangen bei so einer Frage. Ich würde mal sagen: Es ist der Geist der Wirtschaft: Egal ob Industrie, Handel, Medien oder Dienstleistungen, Hamburg lebt mit und von seinen Kaufleuten und der speziellen hanseatischen Art, Geschäfte zu machen. Offen, ehrlich, gerade heraus und vor allem verlässlich. Wenn man dann noch die Lebensqualität hier in Hamburg mit in die Kalkulation einbezieht, ergibt sich eine spezielle “Hamburger Mischung”, die es so kein zweites Mal in Deutschland zu finden gibt.

Vielen Dank für die offenen Worte!

Den Shopping-Bummel begleitete Thomas Keup.



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