Sonntag, 18. März 2018

HANSESTATEMENT: Peter's Hamburg - Hafenfolklore oder Hightechmetropole?

HAMBURG DIGITAL STATEMENT

Alles beim Alten? Oder Aufbruch in die Zukunft? Die regierende SPD steht 23 Monate vor der Bürgerschaftswahl mit 28% bei der Sonntagsfrage mit dem Rücken zur Wand. Hamburgs neuer Erster Bürgermeister Peter Tschentscher will wie Olaf Scholz weiter "ordentlich regieren". Hamburgs Grüne Bürgermeisterin erklärt, die "Karten neu zu mischen". CDU und FDP sehen Tschenscher nicht als Impulsgeber, sondern als "Notlösung", kritisieren das "Weiter so" einer "Scholz-Imitation".


Hamburgs neuer Erster Bürgermeiter: Peter Tschentscher
Foto: Bina Engel

Mit dem Umbau im Senat hat die rot-grüne Koalition die Chance, in den Schlüsselthemen Wirtschaft und Innovation die Grundlage für den kommenden Wahlkampf zu legen. Denn in der Wirtschaftsbehörde BWVI wechselt der zuständige Staatsrat Rolf Bösinger mit Olaf Scholz nach Berlin. Dreh- und Angelpunkt ist das "Hafenamt". Hier liegt die Keimzelle für Hamburg mit "Hafenfolklore" oder als "Hightechmetropole". Ein Hamburg Digital Statement:

Am Mittwoch dieser Woche wurde Olaf Scholz zum neuen Finanzminister der Bundesrepublik gewählt. Der Vizekanzler wird mit seinem Wechsel an die Spree zwei Staatsräte aus dem Hamburger Senat mit nach Berlin nehmen: Wolfgang Schmidt aus der Senatskanzlei und Dr. Rolf Bösinger aus der Wirtschaftsbehörde. Die engsten Vertrauten des SPD-Vizevorsitzenden aus dessen Berliner und Hamburger Zeiten werden als Staatssekretäre im Finanzministerium das "Vizekanzleramt" leiten und die SPD-geführten Bundesministerien koordinieren - und damit die Hamburger Führungsrolle mit den bislang bereits abgestimmten SPD-Bundesländern ausbauen.


Dr. Rolf Bösinger beim Workshop des Digital Hub Logistics.
Foto: HNASEVALLEY
Mit Rolf Bösinger verlässt einer der engsten Vertrauten von Olaf Scholz die Freie und Hansestadt in Richtung Spreemetropole. Der 52-jährige Wirtschaftswissenschaftler aus dem Schwarzwald war unter SPD-Generalsekretär Scholz vom 2002 bis 2004 dessen Abteilungsleiter Politik im Berliner Wiliy-Brandt-Haus. 2012 bis 2015 leitete der Finanzexperte den Planungsstab in der Senatskanzlei. Mit Erweiterung der Wirtschaftsbehörde BWVI um den Bereich Innovation übernahm Rolf Bösinger in der 2. Amtszeit der rot-grünen Koalition als Staatsrat das Schlüsselressort Wirtschaft und Innovation unter Senator Frank Horch.


Dr. Torsten Seveke
Foto: BA Eimsbüttel
Interne oder externe Lösung der BWVI?

Die entscheidende Frage für Hamburgs wirtschaftliche Zukunft lautet: 

Wer wird als künftiger Staatsrat in der BWVI am Alten Steinweg die wichtigen Ämter für Wirtschaftsförderung (W), Hafen und Innovation (I) sowie Recht (R) übernehmen?  

Eine besondere Rolle dürfte dabei dem traditionell starken "Hafenamt" von Amtsleiter und SPD-Mann Torsten Seveke zukommen, der nach 6 Jahren als Bezirksamtsleiter im Heimatbezirk Eimsbüttel am 1. Oktober 2016 an die Spitze des einflussreichen Ressorts kam. Dem 55-jährigen Juristen werden nicht nur vom Abendblatt Ambitionen auf mehr nachgesagt.

Das "Amt I" gilt innerhalb der Wirtschaftsbehörde eines der größten und wichtigsten Ressorts zu sein. Hier sind die Themen Hafen, Schifffahrt und Logistik, Mittelstand und Wirtschaftsförderung, Firmenansiedlungen, Forschungs- und Innovationsparks sowie Clusterinitiativen und die Startupförderung verortet. Damit steht und fällt die erfolgreiche Entwicklung der Wirtschaft an Alster und Elbe maßgeblich in diesem Amt. Und das ist die Bandbreite im Überblick:
  • mit dem einfiußreichen Hafenamt, mit Schiffahrt (HPA), Kreuzfahrt (HCC), intermodaler Logistik (HHLA) und Hafen-Vermarktung (HHM)
  • mit den Cluster-Initiativen als Teil der Innovations-Strategie, u. a. für Martime Wirtschaft (MCN), Logistik (LIHH) und Luftfahrt (HA)
  • mit dem Digital Hub Logistics Hamburg bei der Logistik-Initative (LIHH) im Rahmen der DE Hub-Initiative von Bitkom und Bundeswirtschaftsministerium 

Mit der Dialogplattform Industrie 4.0, dem Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0 und dem 3D-Druck-Netzwerk Hamburg hat die Wirtschaftsbehörde und das zuständige Amt die entscheidenden Industriethemen adressiert, Plattformen geholfen aufzubauen und praktische Projekte möglich gemacht. Darüber liegt die politische Entscheidung mit Kammern, Verbänden und Gewerkschaften, den Masterplan Industrie für den Produktionsstandort Hamburg um Industrie 4.0 und 3D-Druck zu erweitern. Richtig so.

Als kritischer Beobachter gehört zugleich die Frage in den Raum: 

Reicht das Hamburger Engagement aus, um den internationalen Industrie- und Dienstleistungsstandort mit Flugzeug- und Schiffbau, Maschinen- und Anlagenbau, produzierender und verarbeitender Industrie, mit Luft- und Schifffahrt sowie Transport und Logistik in stürmischen Zeiten wetterfest zu machen? 

Hamburgs Zukunft auf dem Land oder auf dem Wasser?


Klaus von Dohnanyi beim IT Executive Club
Foto: HANSEVALLEY
"Es ist wichtig, aber es genügt nicht für die Zukunft Hamburgs, zu wissen, wie die Häfen der Welt ausgebaut werden. Die Hamburger Wirtschaft und die Hamburger Politik müssen künftig ihre Aufmerksamkeit wesentlich stärker auf das Konkurrenzverhalten der wichtigen Industriezentren der Bundesrepublik und Europas ausrichten."

Hamburgs Erster Bürgermeister Klaus von Dohnanyi bringt am 29. November 1983 bei seiner ersten Rede im Übersee-Club am Neuen Jungfernstieg auf den Punkt, mit wem der drittgrößte Wirtschaftsstandort Deutschlands konkurriert. 35 Jahre später wiederholt Hamburgs Visionär im Interview mit HANSEVALLEY:

"Die Zukunft Hamburgs liegt auf dem Land und nicht auf dem Wasser."

Olaf Scholz hat mit seiner Grundsatzrede zum Wissenschaftsstandort im Norden, zu Spitzenforschung, Exzellenzinitiativen, Technologietransfer und Digitalisierung vor dem Übersee-Club am 28. November vergangenen Jahres klar gemacht, worauf es für die Freie und Hansestadt in den kommenden Jahren ankommen wird:

"Hamburg hat erst relativ spät verstanden, dass ein starker Wissenschaftsstandort für eine moderne, internationale Metropole kein schmückendes Beiwerk ist, sondern die Voraussetzung für Innovation, Wirtschaftswachstum und die Lösung globaler Herausforderungen." 


Olaf Scholz bei der Eröffnung des "HIP" von Philips und TK.
Foto: HANSEVALLEY
Dahinter steht die von Hamburgs erstem Mann unermüdlich wiederholte Aufforderung an Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, die Digitalisierung nicht nur als Lippenbekenntnis in Sonntagsreden zu erwähnen. Olaf Scholz gibt am 2. Mai '16 vor der Universitätsgesellschaft zu Protokoll:

"Die „Digitalisierung der großen Stadt“ ... ist kein Wettbewerb um die abgefahrensten Zukunftsvisionen, es ist ein ganz realistisches Projekt für die Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt. Ein Projekt, das alle Bereiche des Lebens, Arbeitens und Lernens durchdringt und in einer Vielzahl konkreter Schritte vollzogen wird."

Hamburger bisherige Wirtschaftscluster
Grafik: BWVI
Wenn die bisherigen Anstrengungen in Innovationsmanagement, Wirtschaftsförderung und Startupsupport für die Zukunft Hamburgs nicht mehr ausreichen, wie sollten sie dann in der Zukunft aussehen? 


Hamburgs neuer Erster Bürgermeister Peter Tschentscher und Wirtschaftssenator Frank Horch sind gefragt, dem neuen Staatsrat und seinem Amt für Hafen und Innovation die Richtung zu weisen, um die bislang unterentwickelte Dynamik zu entfalten.

Konkurrenzfähigkeit über Harburgs Stadtgrenzen hinaus

Die Fokussierung auf lokale Maßnahmen bis zu Harburgs Stadtgrenzen, eine bekannte "Gieskannenförderung" von altvertrauten Subventionsjägern zur Sicherung kaum zukunftsfähiger Konzepte und die "Klumpenbildung" in bestimmten Clustern und Cross-Clustern könnten unter einem neuen Staatsrat durch eine weitsichtige, fokussierte und wirkungsvolle Förderpolitik neu justiert werden - eine Chance für Torsten Seveke, sich für die kommende Bürgerschaftswahl zu profilieren.

Klaus von Dohnanyi sagt im Exklusiv-Interview mit HANSEVALLEY:

"... Transport, Logistik und Handel werden durch Digitalisierung und die Globalisierung im Kern getroffen. Hamburg braucht ein zweites Standbein. Deswegen glaube ich machen wir einen Fehler, indem wir die Bedeutung eines Wissenschaftsstandortes Hamburg noch immer unterschätzen."

Die Fokussierung auf Forschung und Lehre, auf Exzellenz und Digitalisierung ist kein Freifahrtsschein für Harburger Antragschreiber, ihre schwarzen Löcher zu stopfen. Es ist die Einladung, eine praxisorienterte HAW und eine breitgefächerte Uni Hamburg ebenso in den Mittelpunkt zu stellen, wie exzellente Privathochschulen - von Bucerius Law und Hamburg Business School bis zur Kühne Logistics University. Alles andere endet in Hafenfolklore.

 Hamburg Digital Background: 

Scholz holt engste Vertraute ins Finanzministerium:
www.welt.de/politik/deutschland/article174515301/Kuenftiger-Finanzminister-Olaf-Scholz-SPD-holt-engste-Vertraute-ins-Ressort.html

Interview mit Peter Tschentscher in "Bild Hamburg":
www.bild.de/regional/hamburg/hamburg/hier-spricht-hamburgs-neuer-chef-55063834.bild.html

Torsten Sevekes im "Hamburger Abendblatt":
www.abendblatt.de/hamburg/eimsbuettel/article207693043/Torsten-Seveckes-Wechsel-stoesst-nicht-nur-auf-Zustimmung.html

Amt Hafen und Innovation in der BWVI:
www.hamburg.de/bwvi/amt-i/

Grundsatzrede Olaf Scholz, 28.11.2017, Übersee-Club:
hwww.olafscholz.de/main/pages/index/p/5/3231

Mittwoch, 14. März 2018

HANSECHAMPIONS: Der digitale Postbote aus der Speicherstadt

HAMBURG DIGITAL REPORT

Hamburg-Hauptbahnhof: 500.000 Hanseaten und Pendler, Touristen und Durchreisende laufen täglich an den 12 Bahnsteiggleisen auf Deutschlands meist frequentiertem Fernbahnhof vorbei. Auf dem Südsteg zwischen Kirchenallee und Mönckebergstraße werden am Tunnel Steintorwall die Blicke von einer überdimensionalen Werbetafel eingefangen. Den bewegten Bildern kann sich niemand entziehen - flankiert von bewegter Werbung zwischen den Treppen.


Referenz Hörmann Forum
Foto: Kommatec Redaction
Was auf Bahnhöfen, an Haltestellen, auf Mittelstreifen und an Kreuzungen von Außenwerbern wie Stroer und Wall-Decaux unser Auge einfängt, gibt es auch im Heinemann Duty-Free-Shop auf dem Hamburg Airport, in mehr als 80 Filialen der HDI-Versicherung, in den SB-Zonen der Frankfurter Sparkasse oder in den Geschäftsstellen der AOK in Baden-Württemberg. Eine pfiffige Firma aus der Speicherstadt sorgt dafür, dass wir in Geschäften, Hotels und Museen das zu sehen bekommen, was wichtig ist. Ein Hamburg Digital Report.

Der Showroom für digitale Werbung auf dem 1. Boden des Speichers am Alten Wandrahm ist wie ein Zauberwald. Mit Überschreiten eines Bodendisplays füllt sich die interaktive Werbefläche mit digitalen Kaffeebohnen eines Hamburger Rösters. Wenige Meter entfernt präsentiert ein mannhoher LG-Kühlschrank mit eingelassenem Display seine gut gekühlten Getränke. An der gegenüberliegenden Seite lässt ein überdimensionales Kosmetikregal die Herzen der weiblichen Kundschaft höher schlagen - unterstützt von einem digitalen Werbedisplay in der Mitte. 


Referenz Gärtner Internationale Möbel
Foto: Kommatec Redaction
Mehr als 30 Displays und Exponate präsentiert das Hamburger Unternehmen Kommatec Redaction hier auf 400 qm des alten Lagerhauses. 9 verschiedene Szenarien können Kunden und Interessenten live vor Ort kennenlernen - von der Kaffeebohnen-Promotion über Wartezimmer-TV bis zu interaktiven Preisschildern für den Einzelhandel. 13.000 sogenannte Playouts laufen weltweit mit dem "Display Star" - der Digital Signage Software von Kommatec Redaction aus der Speicherstadt, die die digitalen Postboten in allen Größen und mit unterschiedlichsten Aufgaben zum Leben erweckt.

20% Umsatzplus durch Fahrstuhldisplays im Hotel

Im Mittelpunkt der Informations- und Werbetechnik stehen Bewegtinhalte für Einzelhändler, Dienstleister, Museen, Hotels und Konferenzräume. Statische Werbung gewinnt nur zu 3% unsere Aufmerksamkeit, bewegten Inhalten kann sich niemand entziehen. Unternehmen, wie die AOK Süd-West, BASF, Bosch, Golf House, HDI oder Skandia Versicherung setzen auf die Kreativität des 18-köpfigen Teams. 5 Softwareentwickler kümmern sich um die Weiterentwicklung der Software auf digitalen Displays an Wänden und Türen, in Böden, Kassen- und Wartezonen. 
Unternehmer mit Leib und Seele: Fabian Scholz
Foto: Kommatec Redaction

Der Markt ist hart umkämpft. 260 Wettbewerber gibt es, die Hamburger sind unter den Top Ten - vor allem in der DACH-Region. Und die Technologie wirkt: die Fahrstuhlwerbung auf Displays im Mandarin Oriental Hotel in Genf brachte 10-15% Umsatzsteigerungen in Gastronomie und Bügelservice. Das Dorint Hotel an der Kölnmesse konnte sogar über 20% Umsatzplus durch bewegte Werbung auf Fahrstuhldisplays vermelden. Für den Hamburger Gründer und Geschäftsführer Fabian Scholz die beste Referenz, mit seiner Software und modernen Displays etwas Besonderes zu zaubern.

Fabian Scholz: "Kunden wollen über Inhalte reden"

Vor 20 Jahren verkaufte der heutige 43-jährige Familienvater in Norddeutschland Konferenz- und Medientechnik. 1999 macht sich der erfolgreiche Verkäufer mit Konferenz- und Seminartechnik selbstständig, vertreibt digitale Schilder für Konferenzräume in Hotels. Eine Revolution für das Hotel Adlon am Brandenburger Tor, denn zuvor mussten Mitarbeiter über Stunden die aktuelle Beschilderung Buchstabe für Buchstabe zusammenstecken. Mit Verlegung seiner Firma von Berlin nach Hamburg siedelt sich der engagierte Unternehmer am Holländischen Brook an, dem heutigen Alten Wandrahm.



Referenz Golf House
Foto: Kommatec Redaction
Früh erkannte der gelernte Groß- und Einzelhandelskaufmann für Kfz-Zubehör, dass die Zukunft in der Software liegt. Mit Beginn seiner Unternehmerkarriere liegen die Preise für Displays bei 8.000,- €, heute kosten sie lediglich 1.000,- €. Das Geheimnis liegt im Bespielen der unintelligenten Bildschirme: "Ob wir mit der Software einen Konferenzraum beschriften oder in der BMW-Welt in München die Werbung für den neuen 5er läuft, ist für die Software das Gleiche." 2010 verliert er den Auftrag für die Ausstattung von Reisebüros mit Werbestehlen. Er gewinnt eine wertvolle Erfahrung: "Kunden wollen über Inhalte reden". Fortan werden Werber seine Kunden, denen es um Content geht.

"Ich möchte ein Komma setzen und weitergehen"

Kommatec entwickelt sich zur Agentur und geht weg vom Softwarehaus. Im Mittelpunkt der Beratung stehen die Möglichkeiten für Inhalte, nicht die Technik. Statt Displays zu bepreisen, sprechen Fabian Scholz und sein Team über Kampagnenziele. Heute nutzen Banken und Versicherungen die interaktiven Lösungen, gefolgt von Einzelhändlern und Kioskketten, Industrieunternehmen mit Mitarbeiterinformationen und Sicherheitsvideos oder Museen, wie das Leica Museum in Wetzlar. 70% der Aufträge macht das Lösungsgeschäft aus, rd. 30% entfallen auf die Software.


Referenz Gasteig München
Foto: Kommatec Redaction
"Ich möchte ein Komma setzen, wo andere einen Punkt sehen", fasst der Bergedorfer im Recherchegespräch auf dem alten Speicherboden zusammen, und ergänzt: "Ich möchte ein ganzheitliches Angebot erarbeiten, von der Idee über die Konzeption bis zur Umsetzung und zur Wartung und Pflege." In dieser Breite sind nur wenige Anbieter unterwegs - ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Mit dem Blick in die Ferne eröffnet Fabian Scholz ganz neue Möglichkeiten: "Der Kunde kann sich sich ein eigenes Fernsehen aufbauen." Ob Teppiche, Nagellack oder Kaffeewelt - mit seinem Erfolgsrezept erwirtschaftet der clevere Kaufmann rd. 3 Mio. € im Jahr.

"Versuch' nicht gleich in den Olymp aufzusteigen"

Dabei sind die bewegten Inhalte in Einzelhandel oder Hotellerie erst der Anfang. Mit dem Smartphone können Kunden via Beacon wiedererkannt werden. Die Gesichtserkennung mittels Webcam liest in Geschäften die Stimmung, das Alter, Geschlecht oder die Ethnie aus - und präsentiert personalisierte Inhalte. "Das alles können wir bereits heute", freut sich der Hamburger Unternehmer. Tracking, Identifikation, Gesichtserkennung und Gestensteuerung - die Werbung lernt gerade laufen. Zugleich warnt Scholz vor zu viel Euphorie: "Wenn Du vom Poster kommst, versuch' nicht gleich in den Olymp aufzusteigen."

Im Hamburger Hauptbahnhof müssen wir uns auf der Werbewand bis auf Weiteres noch mit der Uhrzeit auf der nachgebildeten Bahnhofsuhr begnügen. Und ein angeheiterter "Captain Morgan" fliegt mit seinem Bier alle paar Minuten regungslos durch die Displays am Bahnsteig. Schauen wir mal, wann die Werbetafeln unseren Hunger erkennen und uns ins Restaurant einladen.

 Hamburg Digital Background: 

Kommatec Redaction GmbH:
www.kommatec-red.de

Sonntag, 11. März 2018

HANSESTATEMENT: Dorothee Bär - die richtige Frau zur richtigen Zeit.

HAMBURG DIGITAL STATEMENT

"Wir haben ein gewaltiges Mentalitätsproblem. Das ist das größte Problem von allen. In der Technik sind wir wirklich gut, aber wir sind zu satt, wir sind ein Wohlstandsland."
Dorothee Bär im Interview

Versteckt sich nicht hinter steinernen Mauern: CSU-Politikerin Dorothee Bär
Foto: ToKo

Glückwunsch! Die Entscheidung, die 39-jährige fränkische Vollblut-Politikerin Dorothee Bär zur Staatsministerin für Digitales zu ernennen, ist die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt. Mit der Ernennung der Bambergerin räumt die Union gleich vier Themen ab:

  • Eine junge Politikerin kümmert sich um das Zukunftsthema Deutschlands.
  • Eine selbstbewußte Frau lässt sich von Journalisten nicht ablenken.
  • Eine Fränkin unterstreicht den Anspruch auf die Technologieführerschaft.
  • Eine Unionsvertreterin verweist FDP, Grüne und SPD auf die Plätze.

Die Fakten sprechen laut "NTV" für eine smarte CSU-Taktik: Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat mit seinem Nachfolger Andreas Scheuer im Infrastrukturministeriun und seiner Ex-Staatssekretärin im Kanzleramt das Digitalthema fest in CSU-Hand sichern können.

Auch wenn die neue Staatsministerin das Zugeständnis Angela Merkels nach unionsinterner Diskussion über die Zuständigkeiten des neuen "Heimatministers" Horst Seehofer in der Agrarpolitik ist, wie der "Spiegel" berichtet: Die Entscheidung ist goldrichtig.


"Wenn die Regierungsbildung noch einen Monat länger gedauert hätten,
käme auch der Kanzler noch aus München."

In der "Stuttgarter Zeitung" deutet Dorothee Bär die harten Bandagen an, mit denen ihre Arbeitsgruppe das Digitalthema in den Koalitionsverhandlungen verteidigte - und wie Angela Merkel der Männerriege klargemacht hat, welchen Stellenwert das Digitale hat.

Als Staatsministerin - sprich Parlamentarische Staatssekretärin - unter Kanzleramtsminister Helge Braun ist sie angesiedelt, wo das Thema hingehört: über den 14 Ministerien - und damit als horizontaler Layer. Ebenso, wie es in Hamburg in der Senatskanzlei der Fall ist.

"Jedes einzelne Ministerium muss sich mit dem Prozess der Digitalisierung intensiv beschäftigen. Diese Arbeit hätte den Ressorts kein zentraler Minister abnehmen können."

In der "Stuttgarter Zeitung" macht sie ihre Aufgabe klar: Koordination der Digitalthemen aller Ministerien, Beschleunigung der analog-verankerten Ressorts für einen Gleichtakt auf Bundesebene sowie Abstimmung mit dem Bundestagsausschuss Digitale Agenda.

Mit 26 Jahren Erfahrung in Junger Union, RCDS, Frauen Union und CSU, als stv. Bezirksvorsitzende und stv. Generalsekretärin ist Bär in der Männerdomäne CSU mit allen Wassern gewaschen und lässt sich die Butter sicher nicht vom Brot nehmen.

"Meine neue Aufgabe ist riesig und schwer. Wenn sie leicht wäre, hätte es ja auch ein Mann machen können."

16 Jahre im Deutschen Bundestag, 4 Jahre als Staatsekretärin, Logistik-Koordinatorin der Bundesregierung und mit Jens Spahn und Helge Braun Verhandlungsführerin der Union für Digitalhemen: Die 3-fache Mutter weiß, wie der Hase im Regierungsviertel läuft.

Spätestens mit Vorsitz des CSU-Netzrates 2010 und des CSU-Arbeitskreises 2011, mit fast 26.000 Followern und 15.000 Fans ist klar, welches Thema für die Diplom-Politologin ganz oben auf der Tagesordnung steht. Und der mediale Aufschlag ist ihr gelungen.

"Ich gehe den Leuten schon immer auf die Nerven, dazu hätte ich das Amt nicht gebraucht. Es wird keinen Kuschelkurs geben können."

Bürgernahe Vernetzung der Behörden, Smarte Datenkultur statt starrem Datenschutz, selbstbestimmte Nutzung persönlicher Daten, Abbau bürokratischer Hürden für Startups - Dorothee Bär packt von Anfang an die entscheidenden Themen der Republik an.

Thema Digitales Deutschland:

  • Im Interview mit "WDR Fernsehen" fordert Dorothee Bär eine Fokussierung auf die Digitalisierung in Mittelstand und Konzernen, bei Bürgern und Ministerien. Statt 10-Punkte-Agenda erwartet sie, die Themen parallel anzugehen.


„Mich schmerzt, wenn meine Tochter einen Kilo-schweren Ranzen voller Bücher in die Schule schleppt. Die Klassenzimmer müssen nach und und nach digitalisiert werden.“

Thema Schule und Bildung:
  • Im Interview mit "Bild" fordert Bär Tablets an Schulen, Programmieren in der Grundschule sowie Digitalgymnasien. Sie kritisiert die schlecht gemachte E-Privacy-Verordnung und einen Datenschutz aus dem 18. Jahrhundert.

Thema Grosse Visionen:
  • Im "ZDF Heute Journal" verteidigt sie ihre Leidenschaft für Digitalisierung, kündigt an, ohne Milliarden-Budgets und Frust-Themen zu agieren und räumt mit dem viel zitierten Flugtaxi den schleppenden Breitbandausbau ab.

"Natürlich sind Straßen wichtig, aber wenn der erste deutsche Autobauer darauf gewartet hätte, dass er ein perfektes Autobahnnetz für seine Erfindung hat, gäbe es noch heute kein Auto."

Thema Breitband-Ausbau:
  • Im Interview mit der "B. Z." geht Sie auf das Marietta Slomka Leib- und Magen-Thema Breitband ein, kündigt 12 Mrd. € des Infrasktrurministeriums an und weist die Reduzierung auf Autobahnen als fehlende Vision zurück. 

Thema Politik und Gesellschaft:
  • Im Interview mit der "Welt" schlägt die CSU-Frau weitere Pflöcke ein, fokussiert auf die junge Unionsgarde mit Klöckner, Scheuer und Spahn und das Ziel, digitale Ideen von Bürgern und Firmen in die Bundesregierung zu tragen. 

"Ich will vor allem das Kanzleramt öffnen für Menschen mit Ideen, für Unternehmen, Startups, Firmen, Einzelpersonen. Den Rückhalt der Kanzlerin habe ich dafür."

Positive Reaktionen der Politik:

Kritische Reaktion der Politik:

Die Verbände zollen Dorothee Bär Beifall: Der Digitalverband Bitkom erwartet, dass das "regierungsseitige Vakuum" gefüllt wird. Der Internetverband Eco fordert, dass "politische Fehlentscheidungen wie das Netzdurchsetzungsgesetz rückgängig zu machen". 

Meine Hamburg Digital Position:

Kein Parteimann: Chefredakteur Thomas Keup
Foto: Stefan Kny
Es braucht immer Vorreiter*innen, um ein halbherzig angegangenes Thema zum Top-Thema zu machen. Dorothee Bär zeigt, dass eine medienaffine Politikerin rd. 500 zuständige Mitarbeiter in 244 Teams in 76 Abteilungen von 14 Ministerien auf Trab bringen kann.

Die Koalitionäre der 15%-SPD dürfen sich warm anziehen, denn Dorothee Bär hat angekündigt, einem Streit nicht aus dem Weg zu gehen, in bester Tradition der Macher*innen Hildegard Hamm-Brücher, Klaus von Dohnanyi oder Hans-Jürgen Wischnewski. 

Heiko Maas, als Justizminister verantwortlich für das Netzdurchleitungsgesetz, dürfte die strikte Gegnerin im neuen Kabinett besonders fürchten. Ihr "Nein" zu Restriktionen hat sie mehrfach untermauert - und wird sie sicher nicht zurücknehmen.

Die Lobbyisten der Deutschen Telekom sollten aufpassen, wenn Sie Dorothee Bär versuchen, erneut Subventionen für ihr Kupferkabel anzudrehen. Es könnte sein, dass sie den Strippenziehern die weißen Flecken ihres Wahlkreis Bad Kissingen um die Ohren haut. 

Hamburgs unentspannter Next-"Startup-Opa" und Eppendorfer "Chef-Digitalisier" Nico L. dürfte sich besonders ärgern: Der Digitalzug ist ohne ihn abgefahren, die Bayern haben das Thema abgeräumt, eine Digitalkarriere in der 15%-SPD scheint für immer vorbei.

Dorothee Bär ist für den Industrie- und Dienstleistungsstandort Hamburg, für die Digitalisierung an Alster und Elbe eine ebenso glückliche Entscheidung, wie für Berliner Schulen oder Bad Kissinger Gewerbebetriebe. Herzlichen Glückwunsch!

 Hamburg Digital Background: 

Dorothee Bär in der Wikipedia:

Dorothee Bär bei Abgeordnetenwatch:

Dorothee Bär Offizielle Webseite:

Positionen CSU-Arbeitskreis Netzpolitik:

Internet-Unternehmer Stephan Noller in der Wikipedia:

Donnerstag, 8. März 2018

HANSEHISTORY: Das digitale Freilichtmuseum auf dem Hammaburgplatz

Hamburgs Stadtgeschichte beginnt auf dem heutigen Domplatz in der Altstadt, wo die erste Befestigungsanlage der frühmittelalterlichen Siedlung Hammaburg errichtet wurde. Von hier aus entwickelte sie sich zu einer florierenden Hafen- und Handelsmetropole. Nahe dieser Keimzelle entstanden bedeutende Gebäude, wie der Mariendom und das steinerne Stadttor, das noch heute das Hamburger Stadtwappen prägt.
Visualisierung der Hammaburg-Siedlung in der Altstadt.
Illustration: AMH Hamburg
Hamburgs Gedächtnis ist an Museums- und Rathausplatz in Harburg zu Hause. Unter dem Dach des Helms-Museums kümmert sich das Team um den Archäologen und Sammlungsleiter Michael Merkel um die Sichtbarkeit der Hamburger Historie. Im Mittelpunkt: die digitale Hammaburg. Ein Hamburg Digital Report zur virtuellen Kaufmannssiedlung an der Elbe:

Ausstellungen, Kataloge, pädagogische Programme - so sieht die Arbeit eines Archäologischen Museums aus, so sieht die Arbeit der Hamburger Archäologen im Landesmuseum in Harburg aus - zugleich Hamburgs Behörde für Bodendenkmalpflege. Die Stiftung Helms-Museum kümmert sich mit rd. 2,2 Mio. € öffentlichen Mitteln im Jahr und 30 Mitarbeitern um das historische Vermächtnis der einst freiesten Stadt in der Mitte Europas. Die Ergebnisse der Ausgrabungen  werden im Archiv des Archäologischen Museums verwahrt, während sich die Bodendenkmalpflege vor allem mit Zeichnen, Vermessen und Graben beschäftigt.


Das Stammhaus des Helms-Museums in Harburg.
Foto: Wolfgang Meinhart, Lizenz: CC BY-SA 3.0
"Alles unter der Grasnarbe" fällt in die Zuständigkeit des "AMH", bringt Geschäftsführer Thorsten Römer auf den Punkt. Und ergänzt: "Die Inhalte sind eigentlich gesetzt" - z. B. auf dem Domplatz mit seinen 39 weißen - die historischen Umrisse des Mariendoms nachbildenden - Lichtkissen. Thorsten Römer, seit gut 2 Jahren für die Finanzen von Hamburger und Harburger Geschichte zuständig, spricht aus, was heute zählt: "Es geht darum, mit neuen Konzepten an die Nutzer heranzukommen." Auch wenn die 2,5 Mio. Objekte in Harburg zu den größten archäologischen Sammlungen Norddeutschlands zählen.

"Die Hammaburg gehört uns"

"Wir versuchen, digital up-to-date zu sein", unterstreicht Sammlungsleiter Michael Merkel, zuständig für digitale Projekte. Das Digitale ist für ihn längst im Museum angekommen. Bereits 2010 veröffentliche das Landesmuseum eine eigene App, um die Schätze der Kaufmannssiedlung vielen Menschen zugänglich zu machen. Mittlerweile geht man nicht nur in Harburg weg von Apps - und damit hin zu digitalen Inhalten - vor Ort und unterwegs. Mit einem E-Culture-Projekt tragen die Archäologen zusammen mit Partnern, wie der HafenCity Universität, dem E-Culture-Lab und Hamburg@work die Inhalte jetzt in die Stadt.


Soll digital wieder lebendig werden: Die Hammaburg-Siedlung
Illustration: AMH
Seit 1 Jahr forschen Stadtentwickler der HCU mit Archäologen des AMH an der gegenwärtigen Nutzung des zugigen Platzes an Hamburgs ältester Straße, der Steinstraße. 1,4 Mio. € stehen den Partnern in dem 3-jährigen Projekt zur Verfügung, nach der wissenschaftlichen Analyse zunächst einzelne Angebote und schließlich eine lebendige Museumsstätte zu errichten. Einer der entscheidenden Schritte zur Sichtbarkeit Hamburger Geschichte ist die für das Frühjahr geplante Umbenennung des Domplatzes in Hammaburgplatz. 

"Displays sind eigentlich auch Vitrinen"

Mit Displays rund um den Platz sollen im nächsten Schritt die wichtigsten Informationen zur Entstehung der Siedlung jedem zugänglich werden. Der seit 20 Jahren engagierte Sammlungsleiter Michael Merkel umreißt das Ziel der Aktivitäten: "Wir wollen kurz- bis mittelfristig Dauerausstellungen am Hammaburgplatz, der Keimzelle der Stadt Hamburg, etablieren." Zu den Orten von besonderem historischem Interesse gelten das historische Stadttor - heute Wappen der Freien und Hansestadt, der 1. Dom und die Wallanlage um die Hammaburg-Siedlung.


Museumsschaufenster in der Harburger Schloßstraße
Foto: AMH
Bevor das digitale Freilichtmuseum in der historischen Mitte am Hammaburgplatz Realität wird, ist zunächst ein "Schaufenster der Archäologie" geplant, zum Leben erweckt durch Audio- und Videoinhalte, um die Bedeutung des Platzes Touristen wie Hamburgern näher zu bringen. Das Projekt wird eventuell mit weiteren Inhalten per App oder Onlinepräsenz ergänzt. Ein Beispiel, wie ein Museumsfenster ganz praktisch aussehen kann, ist in drei Museumsfenstern in der Harburger Schloßstraße 30 zu erleben.

Weil man in Hamburg nicht nur gründlich, sondern auch vorausschauend arbeitet, steht der künftige Hammaburgplatz am Speersort nicht allein auf weiter Flur. So plant die Stadt einen "digitalen Touristenpfad" - beginnend beim Kreuzfahrtanleger, dem Cruise Center in der Hafencity. Mit der im Dezember vergangenen Jahres präsentierten Speicherstadt-App der Hamburger Kulturbehörde geht es virtuell durch das UNESCO-Weltkulturerbe. Nächste Station ist der Hammaburgplatz mit dem geplanten Freilichtmuseum zur Geschichte der Hafen- und Handelsstadt - mit Digital-Displays, Bischofsturm im Backhus und Museums-Schaufenster.

"Digital gehört heute einfach dazu"

Die historische Besucherroute könnte weiter zum Rathausmarkt und zur Nikolaikirche geführt werden, dem Ort der 1125 erbauten "neuen Burg" von Hamburg - der historischen Keimzelle der Kaufmannssiedlung an der Norderelbe. Dabei soll die Route von der Speicherstadt zur Hammaburg auch mit dem städtischen WLAN-Netz "MobyKlick" ausgeleuchtet werden, um die Angebote jederzeit auf dem Smartphone nutzen zu können. Für die Macher des Archäologischen Museums gehören die neuen Möglichkeiten zur ihrer Arbeit genauso dazu, wie die Dauerausstellung in Harburg und Gastausstellungen.

Die Dauerstellung in Googles VR-Cardboard
Foto: AMH
Michael Merkel fast abschließend zusammen: "Ein Museum ist immer auch das kulturelle Rückgrat einer Gesellschaft". Der langjährige Museumsmacher glaubt wie sein Geschäftsführer an das nebeneinander von persönlichen Erlebnissen vor Ort und virtuellen Möglichkeiten unterwegs. Auf die Zukunft der digitalen Hammaburg angesprochen, können sich die Museumsmacher z. B. virtuelle Museumsbesucher per VR-Brille und individuell angefertigte 3D-Modelle ausgewählter Fundstücke für das heimische Regal vorstellen. So wird das eigene Wohnzimmer zum "musealen Showroom".  

 Hamburg Digital Background: 

Archäologisches Museum Hamburg - Digitale Ausstellung "Mythos Ham(ma)burg" 
http://amh.de/digitales-angebot/unsere-onlinesammlung-auf-google-arts-culture/

Archäologisches Museum Hamburg - Digitale Angebote:
http://amh.de/digitales-angebot/

Archäologisches Museum Hamburg@Google Art Project:
http://amh.de/digitales-angebot/google-art-project/

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Übersicht Smart Square Projekt auf dem Domplatz:
www.hamburg.de/bwfg/8324196/verbundprojekt-der-hafencity-universitaet-hamburg-erweckt-domplatz-wieder-zum-leben/

Übersicht zum historischen Domplatz in Hamburg:
www.hamburg.de/oeffentliche-plaetze/4254702/domplatz/

Broschüre "Der Domplatz - Hamburgs Wiege" (PDF):
www.hamburg.de/contentblob/2713892/acab8d412072401960fedb79d9f7cc75/data/broschuere-domplatz.pdf

Digitale Augmented- und Virtual-App zur Speicherstadt:
www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/10070408/speicherstadt-digital/

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Museumsfenster Harburg - Bericht "Besser im Blick":
www.besser-im-blick.de/feuilleton/3301-lebendiges-schaufenster-in-die-geschichte-harburgs

Sonntag, 4. März 2018

HANSEEXKLUSIV Dr. Sebastian Saxe: ThIS! Der Expertenrat zur Digitalisierung.

HAMBURG DIGITAL EXKLUSIV





Am Dienstag, den 20. Februar d. J. trafen sich 27 namhafte Persönlichkeiten unserer Stadt auf Einladung des Senats im Gästehaus in Uhlenhorst. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz hebt vor den Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft hervor: "Wir brauchen Zentren des Diskurses, die über das Jetzt hinausweisen und die Diskussionen zum Thema Digitalisierung auf einem hohen Niveau halten. Hamburg ist ein Knotenpunkt der Digitalisierung und der Innovation."



 Fordert den digitalen Diskus: Erster Bürgermeister Olaf Scholz
Foto: ThIS e. V.

Der exklusive Abend mit Vorständen, Innovatoren, Forschern und Spitzenpolitikern ist die Geburtsstunde von "The Interface Society - ThIS!" - den Expertenrat zur Digitalisierung in der Freien und Hansestadt sowie der Metropolregion. Initiator ist der führende Innovator in Wirtschaftbehörde BWVI und Hafenbehörde HPA, Dr. Sebastian Saxe. Das Hamburg Digital Magazin hatte die Gelegenheit, den Vorsitzenden des Expertenrats persönlich zu Intention, Ausrichtung und Zielen zu fragen. Ein Hamburg Digital Exklusiv:

Zum Einstieg ein kleiner Rückblick zur Ihrem Auftakt: 27 Interessenten waren am Mittwoch bei der Auftaktveranstaltung mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz im Senatsgästehaus an der Außenalster dabei. Wie ist das Feedback zu Ihrer Initiative?


  • Durchweg positiv, gute Atmosphäre, Aufbruchstimmung soiwe der Wille und die Kraft, etwas gemeinsam für unsere Stadt Hamburg zu machen. Es gab viele Gespräche in konstruktiver Atmosphäre.

Bringt die digitalen Leader zusammen: Dr. Sebastian Saxe
Foto: HPA

Sie haben die Gründung von "The Interface Society - ThIS" federführend initiiert. Was ist Ihr Leitgedanke, erfahrene Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft an einen Tisch zu holen?


  • Kerngedanke ist, dass nicht nur eine getrennt technische, wirtschaftliche und wissenschaftliche, sondern eine ganzheitliche und gesellschaftliche Diskussion stattfinden muss. Ziele und Ausrichtungen der Digitalisierung müssen zwischen dem, was möglich ist und dem, was gesellschaftlich gemacht werden sollte, abgestimmt und harmonisiert werden. Um diesen kritischen Diskurs zu fördern und einen breiten Blick zu haben, gehören alle Akteure und Stakeholder an einen Tisch, die in einer solchen Diskussion einen wesentlichen, inhaltlichen Beitrag leisten können.

Es gibt mit dem "IT Executive Club" beim führenden norddeutschen Wirtschaftsverein Hamburg@work bereits einen Kreis der CIOs und CDOs an Alster und Elbe. Welche Gruppe von Repräsentanten sprechen Sie mit "ThIS" in erster Linie an?


  • "ThIS!" spricht alle Akteure im Thema Digitalisierung an und fokussiert bei Teilnehmern aus der Wirtschaft auf die Unternehmensführung, die die Veränderung durch die Digitalisierung ganzheitlich verantwortet. Der "IT Executive Club" ist im Kern eine IT-anwenderorientierte Vereinigung, die IT-Entscheider zusammenbringt und bereits viel in Hamburg in dieser Community und darüberhinaus bewegen konnte. Punktuell gibt es in den Zielgruppen und Themen Überschneidungen. Beide Plattformen ergänzen sich.

Ausgewählte Persönlichkeiten im Senatsgästehaus in Uhlenhorst.
Foto: ThIS e. V.

Ein wichtiger Baustein der "ThIS" ist die Erarbeitung wissenschaftlicher Thesen und Gutachten zur Digitalisierung. Gibt es dabei einen thematischen Fokus und was passiert mit den Ergebnissen?

  • Hierzu befinden sich die Gründungsmitglieder derzeit in der Abstimmung. Schwerpunkt wird aber u. a. das Themenfeld Digitalisierung und Ethik, die Herausforderungen zu Echtzeit-Intelligenz, der Bereich Smart City und nicht zuletzt das Metathema Daten sowie der sinnvolle und gesellschaftlich akzeptierte Umgang mit diesen Daten.

Sie sprechen von einer unabhängigen und interdisziplinären Plattform. Wie wird sich "The Interface Society" finanzieren und wie soll das Verhältnis zu Politik und Verwaltung gestaltet werden?


  • Über freiwillige Mitgliedsbeiträge. Bei "ThIS!" vernetzen wir Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik. Die Politik ist damit als eine der Säulen anzusehen. Wichtig ist uns, dass die Teilnehmer hierbei im Kern nicht als Vertreter ihrer Vereinigung, des Unternehmens oder als Politiker, sondern als Persönlichkeiten mit einem eigenen Interesse an dem Schwerpunkt des Vereins und nicht als Repräsentanten agieren.

Echte Aufbruchstimmung für das digitale Hamburg.
Foto: ThIS e. V.

Die "Interface Society" kooperiert mit der Plattform "Münchner Kreis". Wird es ähnlich wie in München neben dem Forschungsausschuss thematische Arbeitskreise geben, und wenn ja, welche?


  • Der Forschungsausschuss wird sich in thematische Arbeitskreise untergliedern. Welche können wir zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abschließend sagen. Bleiben Sie gespannt! Wir berichten gerne in einer der kommenden Ausgaben von HANSEVALLEY.

Laut Erklärung ist "The Interface Society" eine norddeutsche Plattform zur Vernetzung im Kontext der digitalen Transformation. Wie werden die anderen Küstenländer mit eingebunden werden?


  • Wie werden organisch wachsen: Vom Kern der Stadt Hamburg über die Metropolregion und darüber hinaus. Die „Internationalisierung“ ist durchaus gewünscht, soll aber nicht überstürzt sondern, sukzessive angegangen werden. Wir wolln ein gesundes Wachstum in unserem Verein.

Auftakt des Expertenrats "Interface Society - ThIS" in Hamburg.
Foto: ThIS e. V.

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Vielen Dank für die offenen Worte!
Das Interview führte Thomas Keup.

 Hamburg Digital Background: 

The Interface Society (ThIS) - Expertenrat der Digitalisierung e.V.
www.interface-society.de

Münchner Kreis, Übernationale Vereinigung für Kommunikationsforschung e.V.