Freitag, 14. Februar 2020

HANSEPOLITICS: Die verwaltungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020

HAMBURG DIGITAL RECHERCHE
- Teil 4 Digitalisierung und Verwaltung -

Die Chief Digital Officer von Senatskanzlei und Wirtschaftsbehörde:
Christian Pfromm (ITD) und Sebastian Saxe (BWVI) - v. l. n. r.
Foto: HANSEVALLEY


"Durch die Digitalisierung haben wir völlig neue Wege, Probleme zu lösen."


Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher,

IT-Strategietage Hamburg, Februar 2020


1,8 Mio. Einwohner, 1 Mio. versicherungspflichtig Beschäftigte, eine der Top 5 Wirtschaftsregionen in Europa. Die Handels- und Hafenstadt ist zu einer Millionen-Metropole gewachsen - mit allen Stärken und Schwächen. Was und wie Hamburger und Unternehmer täglich online und mobil an Services nutzen, wollen sie auch bei Behördengängen so erledigen. 

Der Senat will Hamburg in 10 Jahren zur führenden Digitalmetropole in Europa entwickeln - mit Bürgerportal, Onlineservices und "One-Stop-Shop". 33,2 Mrd. € Schulden hat die Freie und Hansestadt. 70.000 Beschäftigte arbeiten in Behörden, Landesbetrieben und Beteiligungen. Wie können Auskünfte, Anträge und Verfahren digital erledigt werden? Wie müssen Verfahren über Behördengrenzen hinweg digital organisiert sein? 

Der Senat hat erst 3 Jahre nach dem Koalitionsvertrag von 2015 zur "Digitalisierung der großen Stadt" einen Chief Digital Officer für die große Linie ernannt und mit "Digital First" einen dezentralen Ansatz ohne Digitalsenator verabschiedet. In den kommenden 5 Jahren sollen Problemlösungen nun über Behördengrenzen hinweg in "digitalen Handlungsräumen" entwickelt werden, z. B. für Wirtschaft und Arbeit oder Mobilität und Logistik. 

Wir haben die Parteien in der Bürgerschaft zu ihren digitalen Positionen und Visionen befragt. Auf der Tagesordnung: die 5 digitalen Top-Themen 1. Wirtschaft, 2. Wissenschaft, 3. Bildung, 4. Verwaltung und 5. Stadtleben. Heute: Die verwaltungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020:

 Hamburg Digital Wahlprüfsteine 
Digitalisierung und Verwaltung


Bis Ende 2022 werden im Bund, in allen 16 Ländern und 11.000 Kommunen insgesamt 575 Verwaltungsverfahren für Einwohner, Unternehmen und Behörden online angeboten. Hamburg kümmert sich unter Leitung des Amts für IT und Digitalisierung der Senatskanzlei im Besonderen um die digitalen Angebote für Unternehmen.


1. Thema: Digitale Strategie

Wie beurteilen Sie als politischer Insider den aktuellen Stand bei der "Digitalen Stadt" durch das Amt für IT und Digitalisierung und Dataport?

SPD Hamburg (2015: 59 Abgeordnete): "Behördenübergreifende Strategie"

Hamburg nutzt die sich mit der Digitalisierung ergebenen Chancen, um die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger zu verbessern und den Unternehmen einen attraktiven Standort zu bieten. Mit der Schaffung des Amtes ITD verfolgt Hamburg erfolgreich einen behördenübergreifenden und ganzheitlichen Ansatz bei der Digitalisierung der Verwaltung und der anderen Lebensbereiche der Stadt. 

Hamburg belegt bereits heute bundesweit im Bereich der Digitalisierung einen Spitzenplatz, den wir weiter ausbauen wollen. Wir wollen eine bürgerfreundliche Verwaltung, die ihre Dienstleistungen konsequent vom Nutzer aus denkt, sich in ihrem Handeln an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger orientiert und Services umfassend online verfügbar macht. 

Mit dem Urban Data Hub schafft die Stadt darüber hinaus gerade ein leicht zugängliches Angebot urbaner Daten, auf das Unternehmen, öffentliche Verwaltung, Wissenschaft und Forschung sowie Stadtgesellschaft zugreifen können, um auf dieser Grundlage eigene urbane Anwendungen zu entwickeln. 


CDU Hamburg (2015: 20 Abgeordnete): "Dauerhafte strukturelle Überlastung"

Seit nunmehr bald zwei Jahren beschäftigt die Stadt einen Chief Digital Officer (CDO), doch der vom Senat teuer eingekaufte Experte ist immer noch dabei, das neue Amt IT und Digitalisierung aufzubauen. Und so sind von 134 Stellen erst 102 besetzt. Auch deswegen sind zahlreiche IT-Projekte nicht im Budget oder im Zeitplan. Da der Senat inzwischen auf Kleinteiligkeit setzt, geht es selten um große Summen, doch es zeigt sich, dass die Digitalisierung der Verwaltung ein mühsames Unterfangen ist. 

Fehlende Experten und Hinweise auf eine „dauerhafte, strukturelle Überlastung der Fachabteilung“ sind besorgniserregend. Und obwohl der Senat Anfang des Jahres 2019  ein neues Serviceportal online gestellt hat, wird dieses bisher nur wenig genutzt und nicht separat beworben. Die dort präsentierten Dienstleistungen sind auch noch sehr überschaubar. Viele von ihnen bestehen zudem nur aus Nennung einer Email-Adresse oder eines Links. Dies als Online-Angebot zu verkaufen, das ist schon fast peinlich.

Dataport als Dienstleister ist in den letzten Jahren durchaus professioneller geworden und hat auch deutlich Personal aufgestockt. Trotzdem darf der Senat sich nicht zu sehr auf Dataport verlassen und muss genügend Experten in der Verwaltung vorhalten, um die Arbeit von Dataport entsprechend delegieren und kontrollieren zu können.

GRÜNE Hamburg (2015: 15 Abgeordnete): "Open Source Fachverfahren"

Hamburg ist auf einem guten Weg zur „Digitalen Stadt“. In den Bereichen digitale Infrastruktur, digitale Daseinsvorsorge wie bspw. die Bereitstellung offen zugänglicher digitaler Bildungsangebote sowie digitaler Kommunikation wie bei dem Hamburger Transparenzportal oder dem Hamburg Service-Portal laufen bereits viele Projekte. 

Uns ist es dabei besonders wichtig, auch im weiteren Verlauf die Verwaltungsdienstleistungen niedrigschwellig und nutzerfreundlich zu gestalten und aus Gründen der Transparenz und der Unabhängigkeit auf Open Source Lösungen zu setzen. Es ist uns inzwischen gelungen mehr 40% aller IT-Anwendungen auf Open Source umzustellen. Auch streben wir Plattformneutralität und Zugangsgerechtigkeit an, damit digitales Wissen für viele zugänglich ist.

LINKE Hamburg (2015: 11 Abgeordnete): "Vier verlorene Digitalisierungsjahre"

Für uns stellt sich der Stand bei der „Digitalen Stadt" als eher bescheiden dar. Im Koalitionsvertrag von SPD und Grünen wird 43 Mal „digital“ in verschiedenen Zusammenhängen aufgeführt und letztendlich ist bisher nur Stückwerk entstanden. Hier krankt es auch noch an ständigen Terminverzögerungen bei der Umsetzung des Stückwerks und allzu oft auch an Kostenüberschreitungen. Nach Koalitionsstart sind drei Jahre verloren gegangen, bis das neue Amt für IT und Digitalisierung 2018 geschaffen wurde und einen CDO (Chief Digital Officer) bekommen hat. Danach gab es auch nur mehr den Versuch, ein gewisses Framework für die weitere Strategie zu schaffen. 

Man kann also von mindestens vier verlorenen Digitalisierungsjahren in der Stadt sprechen, während derer weiter Stückwerk erstellt wurde. Ein operationelles Risiko bei der Digitalstrategie ist Dataport als zentraler Dienstleister. Die Vorstellung Hamburgs, dass in der Koordination der Projekte Hamburg, als größter Anteilseigner von Dataport, den Ton und die Richtung angibt, halten wir für weltfremd. Es besteht immer das Risiko der „vielen Köche“, die den digitalen Brei ungenießbar machen.

FDP Hamburg (2015: 9 Abgeordnete): "Unternehmensförderung nicht umgesetzt"

Die Strategie "Digitale Stadt“ soll die Innovationspotentiale digitaler Technologien für alle gesellschaftlichen und staatlichen Bereiche erkennen und fördern. Das ist ein guter Ansatz, leider ist hier bislang zu wenig geschehen. Die Digitalisierung führt unter Rot‐Grün ein viel zu stiefmütterliches Dasein. Schon im Koalitionsvertrag wurde dieses wichtige und entscheidende Zukunftsthema nur an wenigen Stellen aufgegriffen. 

Wir müssen in Hamburg aufpassen, dass wir die entscheidende Entwicklung dieses Jahrhunderts nicht verschlafen. So ist beispielsweise die angekündigte Förderung von Unternehmen und Prozessen, die die Digitalisierung der Wirtschaft vorantreiben soll, bislang von Rot‐Grün nicht umgesetzt worden.

Zudem hinkt Hamburg bei der digitalen Infrastruktur hinterher: Fehlender Breitbandausbau in den Hamburger Randgebieten und im Hafen sind nur zwei Beispiele. Dabei müssen vor allem die Hamburger Unternehmen dringend wissen, wie sich der Standort weiterentwickeln soll. Um eine wirkliche "Digitale Stadt“ zu werden, hat Hamburg also noch sehr viel Entwicklungsbedarf.
Die Bündelung der Kompetenzen im Amt für IT und Digitalisierung geht einen Schritt in die richtige Richtung. Allerdings fehlt es an einer behördenübergreifenden und nachhaltigen Digitalstrategie für die FHH (Anm,: FHH = Freie und Hansestadt Hamburg, Die Red.)

AfD Hamburg (2015: 8 Abgeordnete): "Alte Behördendenke bestimmend"

Hamburg ist leider noch sehr weit davon entfernt, sich als digitale Stadt bezeichnen zu können. Anspruch und Realität klaffen auseinander. Andere Standorte, das beste Beispiel dafür ist Estland, haben das Thema E-Government mit wesentlich mehr Konsequenz verfolgt und können daher entsprechende Erfolge vorweisen. Die Strategie "Digitale Stadt" ist ambitioniert, ihre vollständige Umsetzung bedarf allerdings noch Zeit.

Zeit ist in der digitalen Welt jedoch eine äußerst knappe Ressource. Dataport ist immer noch zu wenig flexibel. Zuweilen bestimmt noch das alte Behördendenken die Geschäftsabläufe. In naher Zukunft muss es möglich sein, dass jeder Bürger jedes berechtigte Begehren ONLINE mit der Verwaltung erledigen kann.


2. Thema: Digitale Beteiligung



Welche Maßnahmen helfen den Senatsbehörden und Bezirksämtern, die digital-vernetzten Angebote den Hamburgern schmackhaft zu machen?



SPD Hamburg (2015: 45,6%): "Alle öffentlichen Angebote digital"



Wir wollen, dass die Hamburgerinnen und Hamburger alle Angebote der öffentlichen Verwaltung digital so in Anspruch nehmen können, wie sie es auch in ihrem sonstigen Lebensumfeld gewohnt sind. Bereits heute können Hamburgerinnen und Hamburger beispielsweise einen Bewohnerparkausweis online beantragen und mit dem auf Bundesebene ausgezeichneten Service „Kinderleicht zum Kindergeld“ werden junge Familien entlastet. 

Mit den vielfältigen Instrumenten der Öffentlichkeitsarbeit gilt es, die Bürgerinnen und Bürger über diese und künftige digitalen Verwaltungsdienstleistungen zu informieren. Aber genauso versprechen wir: Wer lieber ins Kundenzentrum oder eine Behörde gehen möchte, kann dies auch weiterhin tun. 

CDU Hamburg (2015: 15,9%): "Gefahr frustrierter Anwender"

Ein gutes Angebot setzt sich schnell durch, wenn es entsprechend zu Beginn beworben wird. Allerdings ist das jetzige Angebot noch so überschaubar, dass eine Bewerbung sich noch nicht wirklich lohnt. Schon jetzt besteht die Gefahr, dass jene Bürger, die versehentlich auf das Angebot stoßen, angesichts der vorhandenen Möglichkeiten eher frustriert reagieren.



GRÜNE Hamburg (2015: 12,3%): "IT-Sicherheit und Datenschutz"



Das Wichtigste ist bei dieser Frage, dass es nun mit „Digital First“ und „Digitale Stadt“ endlich umfassende Strategien für den digitalen Wandel in Hamburg vorliegen und diese auch konsequent verfolgt werden sollen. Das gibt einen inhaltlichen Rahmen und hilft den Behörden und Bezirksämtern. 


Zudem muss klar sein, dass die Digitalisierung auch auf Bezirksebene große Chancen mit sich bringt. Wichtig für die Akzeptanz der Hamburgerinnen und Hamburger ist, dass wir bei der Digitalisierung der Verwaltung einen großen Wert auf IT-Sicherheit und Datenschutz legen. Das haben wir Grüne in Senats- und Bürgerschaftsbeschlüssen immer wieder sichergestellt.

LINKE Hamburg (2015: 8,5%): "Mitarbeiter auf die Reise mitnehmen"

Zuerst kommt es vor allem darauf an, die digitalen Angebote den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Behörden und Bezirksämter schmackhaft zu machen. Viel zu oft stimmen die Bedarfsanalysen zum Arbeitsaufwand in der täglichen Arbeit nicht mit der Realität überein. Stattdessen steigt die Arbeitsdichte, während die Akzeptanz in den Ämtern rasant sinkt. Hamburgerinnen und Hamburger dürfen auf der anderen Seite nicht durch Einschränkungen der Servicezeit oder wegen Personalengpässe das Gefühl haben, zur Digitalisierung gezwungen zu werden. Netzausfälle oder ähnliches dürfen nicht dazu führen, dass man am Verwaltungsleben nicht mehr teilnehmen kann. 

Konkrete Akzeptanz für die Hamburgerinnen und Hamburger sollte vor allem mit einem Mehrwert verbunden sein. Zusammenhängende Verwaltungsangebote müssen auch in Form eines Cockpits erreichbar sein. Medienbrüche darf es nicht geben – also keine postalische Kommunikation, sondern Uploads oder auch, mit jeweiliger Zustimmung der Nutzer und Nutzerinnen, ein Zugriff auf vorhandene Datenbestände. Die Hoheit über die eigenen Daten muss ersichtlich bei den Bürgerinnen und Bürgern liegen.

FDP Hamburg (2015: 6,3%): "Digitale Leistungen bekannt machen"

Den Hamburgerinnen und Hamburgern muss vor allem erst einmal besser bekannt gemacht werden, wenn und welche Verwaltungsdienstleistungen online verfügbar sind. Eine gezielte Werbekampagne kann den Bürgerinnen und Bürgern den "Digital First“-Gedanken näherbringen, insbesondere sobald weitere Dienstleistungen digitalisiert wurden. Ein erster elementarer und ganz praktischer Schritt dahin wäre aber schon, wenn das "Hamburg Gateway" bzw. Serviceportal, über das digitalisierte Verwaltungsdienstleistungen bereits verfügbar sind, auf der Startseite von hamburg.de verlinkt wird.



Grundsätzlich hilft die Digitalisierung, Verwaltungsprozesse effizienter und ggf. auch transparenter zu gestalten. Der damit einhergehende Bürokratieabbau für Bürger und Unternehmen wird sich herumsprechen und so zu zunehmender Akzeptanz und Nutzung entsprechender Dienstleistungen führen.

AfD Hamburg (2015: 6,2%): "Bürger persönlich überzeugen"

Die Stadt und die Bezirke müssen für die Nutzung der Angebote werben. Dies geschieht derzeit schon im Internet, wo die Strategie und ihre einzelnen Projekte anschaulich dargestellt werden. Doch nicht jeder Bürger wird sich dies ansehen. Daher muss die Aufmerksamkeit der Bürger geweckt werden und es muss klar hervorgehoben werden, welchen Nutzen sie aus der Strategie "Digitale Stadt" ziehen können. Der Bürger sollte sich persönlich angesprochen fühlen.

3. Thema: Digitale Services

Wo sehen Sie mit Umsetzung der "Digitalen Stadt" und dem neuen "Hamburg Service"-Portal Chancen für die Wirtschaftsmetropole und ihre Einwohner?

SPD Hamburg (Fachsprecher: Hansjörg Schmidt): "Flächendeckendes Glasfaser"

Die Digitalisierung, Vereinfachung und nutzerfreundliche Umsetzung von Verwaltungsprozessen bedeutet einen niedrigschwelligen Zugang der Anwender und Betroffenen und ist für diese u. a. mit einem geringeren zeitlichen Aufwand verbunden. Digitale Verwaltungsverfahren, aber auch der Ausbau der digitalen Infrastruktur, wie etwa der Ausbau eines flächendeckenden Glasfasernetzes sowie die Fortentwicklung Hamburgs zur 5G-Mobilfunk-Stadt werden zudem auch den Wirtschaftsstandort stärken.

Zudem werden bis Ende 2022 im Bund, in allen Ländern und Kommunen 575 Verwaltungsverfahren für Einwohner, Unternehmen und Behörden online angeboten. Hamburg kümmert sich unter Leitung des Amts für IT und Digitalisierung der Senatskanzlei im Besonderen um die digitalen Angebote für Unternehmen.

CDU Hamburg (Fachsprecher: Carsten Ovens): "Später Beginn, späte Ergebnisse"

So denn die Umsetzung in zwei, drei Jahren endlich erfolgt ist, die Zahl und die Qualität der digital verfügbaren Verwaltungsdienstleistungen adäquat ist, dann können Wirtschaft und Einwohner von den neuen Möglichkeiten definitiv profitieren. Die positiven Effekte sieht man ja bereits in jenen europäischen Ländern, die sich bereits früher auf den Weg gemacht haben. In Hamburg wurde das Thema erst in dieser Legislaturperiode entdeckt und bis den Worten Taten folgten, dauerte es zwei Jahre.

GRÜNE Hamburg (Fachsprecher: Farid Müller): "Ein intelligenter Smart Port"

Für Hamburg als Wirtschaftsmetropole ist beispielsweise die Idee des smartPORT der Hamburg Port Authority (HPA) innerhalb der „Digitalen Stadt“ von Bedeutung. Ein intelligenter Hamburger Hafen kann viele Vorteile mit sich bringen und die Hafenwirtschaft effizienter und nachhaltiger machen. Hier wollen wir vor allem im Bereich der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung noch weiter gehen und den digitalisierten Hamburger Hafen als positives Beispiel nach vorne stellen. 

Das Hamburg Service-Portal ist zudem eine tolle Chance für die Bürgerinnen und Bürger, aber auch für Firmen und Behörden in unserer Stadt: hier lassen sich auf einen Blick gesammelt viele Informationen und weiterführende Dienste der Behörden finden.

LINKE Hamburg (Fachsprecher: Norbert Hackbusch): "Überall schnelles Internet"

Eine kluge und vor allem modulare Digitalisierung bietet die Chance, dynamisch auf die Veränderungen in der Wirtschaftswelt zu reagieren. Zweifelsohne ist das Etikett „Digital“ für die Wirtschaft ein Faktor, der Hamburg mit dem Attribut „modern“ und damit zukunftsfähig ausstattet. 

Wer Verwaltungskommunikation 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, erledigen kann, wird sich über ausufernde Bürokratie und Schranken im Handeln zumindest weniger beschweren, soweit die Reaktion auch zeitnah erfolgt. Dazu gehört dann aber auch ein moderner Begriff von „schnellen Internetanbindungen“ und zwar überall in der Stadt. Unter diesen Rahmenbedingungen kann Hamburg zu einem attraktiven Magneten für Neuansiedlungen und -gründungen werden und zusätzlich Attraktivität bei Arbeitskräften gewinnen.

FDP Hamburg (Fachsprecher: Michael Kruse): "Von digitaler Stadt zu Innovationsmetropole"

Durch die Umsetzung der "Digitalen Stadt“ kann die Metropole Hamburg ihre Stellung als
Digitalstandort ausbauen und die Chance nutzen, um zur Innovationsmetropole Deutschlands aufzusteigen. Genehmigungen, Kundenfragen und Bescheide können schneller und unkomplizierter erstellt werden und für die Umsetzung von Projekten und Beantwortung von Fragen kann effizienter vorgegangen werden.

AfD Hamburg (Fachsprecher: Peter Lorkowski): "Chancen mit Hamburg Serviceportal"

Die digitale Stadt bietet sowohl den Hamburger Bürgern als auch der Wirtschaft enorme
Chancen. Eine moderne digitale Infrastruktur schafft Anreize zur Ansiedlung zukunftsorientierter Unternehmen. Diese Unternehmen schaffen Arbeitsplätze für die
Menschen in Hamburg und mehren den Wohlstand der Stadt und ihrer Bürger.

Das neue "Hamburg Serviceportal" macht B2G-Prozesse effizienter und komfortabler. Viele Behördengänge können mit dem Portal eingespart werden, wodurch Bürger und
Behörden auch entlastet werden. Effizienz in der Verwaltung ist zudem ein wichtiger Standortfaktor, da dies für Unternehmen ein Kriterium bei Neuansiedlungen ist.

 Hamburg Digital Wahlempfehlung 
Digitalisierung und Verwaltung

Ergebnis der redaktionellen Auswertung: 

Wieder einmal stellt sich heraus: Die Opposition in der Hamburger Bürgerschaft benennt die Probleme beim Namen, entwickelt Lösungen, zeigt konstruktive Perspektiven auf. Wieder einmal beschäftigen sich CDU und FDP mit dem Thema Digitalisierung ohne Scheuklappen und ohne eitel Sonnenschein. Aber auch die Linke zeigt, dass sie verstanden hat, worum es wirklich geht.

Wieder einmal schwebt die Sozialdemokratie über den eigenen Wolken und sieht sich im Licht ihre vermeintlichen Erfolge, laufen die Grünen atemlos ohne nachhaltige Strategie als Anhängsel hinterher. Nach vier von fünf digitalen Themen verfestigt sich ein Eindruck, der für eine Millionenmetropole mit traditioneller Denke und traditionellen Branchen zum Verhängnis werden kann und wird. 


 Hamburg Digital Background: 

Alle aktuell in der Bürgerschaft vertretenen Parteien haben die Möglichkeit bekommen, die Fragen zu den digitalen Wahlprüfsteinen zu beantworten. Die Antworten der Parteien werden in der Reihenfolge der Sitzverteilung von 2015 veröffentlicht: SPD, CDU, Grüne, Linke, FDP und AfD. Eine Ausgrenzung von Parteien und ihren Positionen zur Digitalisierung in Hamburg - z. B. der AfD oder der Linken - findet nicht statt. 



Wir machen keine Politik. Wir beobachten, bewerten und berichten.



Die Antworten werden in der Reihenfolge der Themen und Fragen veröffentlicht. Eine Kommentierung oder Kürzung der Antworten gibt es nicht. Auf Grundlage der Antworten erarbeitet die Redaktion eine sachlich begründete Wahlempfehlung zu jedem Themenkomplex sowie insgesamt zur Digitalpolitik. In die Wahlempfehlung fließen über 1.200 veröffentlichte Digitalnachrichten aus Hamburg, der Metropolregion und Norddeutschland sowie gut 270 Fachbeiträge, Interviews und Statements ein.



Wir brauchen gute Politik. Dazu braucht es Wähler, die wissen wen sie wählen.

Am 23. Februar d. J. entscheidet Hamburg, wie es in den kommenden fünf Jahren weiter geht: 1.4 Mio. Wahlberechtigte sind aufgerufen, in 17 Wahlkreisen 121 Abgeordneten von 15 Parteien in die Bürgerschaft zu entsenden. Wird SPD-Bürgermeister Peter Tschentscher die ganze Stadt auch digital im Blick behalten oder die GRÜNE-Bürgermeisterin Katharina Fegebank Hamburg zum digitalen Labor entwickeln? 


Die Hamburg Digital Wahlprüfsteine - Thema Digitalisierung und Stadtleben - in der kommenden Woche nur hier auf HANSEVALLEY.



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 Hamburg Digital Wahlprüfsteine: 

Digitalisierung und Stadtentwicklung
HANSEPOLITICS: Die stadtentwicklungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020
https://hv.hansevalley.de/2020/02/hansepolitics-stadtentwicklung-hamburg-2020.html

Digitalisierung und Bildung
HANSEPOLITICS: Die bildungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020
HANSEPOLITICS: Die forschungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020

Digitalisierung und Wirtschaft
HANSEPOLITICS: Die wirtschaftspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020

 Hamburg Digital Statements: 

Digitalisierung und Stadtentwicklung
HANSESTATEMENT: Klimaschutz-App in Hamburg - auf dem chinesischen Weg?
hv.hansevalley.de/2020/02/hansestatement-klimaschutz-chinaloesung.html

Digitalisierung und Bildung
HANSESTATEMENT: Wenn Du einen toten Gaul durch die Schule reitest ... steig' ab!

Digitalisierung und Wissenschaft
HANSESTATEMENT: Das digitale Wolkenckuckucksheim. Wer hat hier die letzten 5 Jahre eigentlich regiert?
HANSESTATEMENT: Rot-Grün: Digitalstrategie? Echt jetzt?

Digitalisierung und Wirtschaft
HANSESTATEMENT: Die Digitalisierung wartet nicht auf Hamburg.

Dienstag, 11. Februar 2020

HANSESTATEMENT: Wenn Du einen toten Gaul durch die Schule reitest ... steig' ab!

HAMBURG DIGITAL WAHLSTOLPERSTEIN
- von Landeskorrespondent Gerd Kotoll -


Wahlkampfmotiv der Hamburger FDP zur Bürgerschaftswahl.

Erinnern Sie sich noch an diese Typen in der Schule, die wirklich nichts begriffen haben und in ihrer Tollpatschigkeit noch nicht mal lustig waren? Hinter deren Rücken hieß es dann halb gehässig, halb bemitleidend: 'Tja, dumm geboren, nichts dazu gelernt und die Hälfte noch vergessen.' Was aus solchen Leuten wohl mal werden würde, fragte man sich ab und zu.

Heute weiß man, dass sie im Parteien-Apparat - zumal bei regierenden Parteien - durchaus beachtliche Aufstiegsschancen haben können. Manchmal ist sogar ein Mandat in einem Regionalparlament drin. Das glauben Sie mir nicht? Bitte schön! Lesen Sie sich die Antworten der Parteien auf die Fragen unserer Wahlprüfsteine zur digitalen Bildung nochmal genau durch. 


Ich kann Ihnen versprechen - also: mein Ehrenwort geben - dass Ihnen nicht nur als betroffene Eltern, Insider der Bildungsmisere und interessierte Hamburger Bürger die Augen übergehen werden:

Hamburg Digital Detox – We call it "Funkloch"

Fangen wir mit der SPD an: Einen spießigeren Struktur-Konservatismus müssen Sie lange suchen: Informatik als Pflichtfach? I wo, das reicht doch als Wahlpflichtkurs. Haben wir ja schließlich schon immer so gemacht. Und außerdem: genau so (und nicht anders!) steht das ja in der Ausbildungs- und Prüfungsordnung. Liebe SPD-„Bildungspolitiker“ (die „“, weil man gar nicht weiß, wen man da gerade anspricht): 

Glaubt Ihr wirklich, dass Ihr die Kinder an den Schulen in Hamburg „sehr gut auf das Leben und Lernen in der digitalen Welt“ vorbereitet? Wie vollführt Ihr dieses Kunststück, wenn Ihr bei Euren Antworten fast aus jeder Zeile tropfen lasst, dass Ihr so gar nicht sicher seid, worüber Ihr da gerade sprecht: mit einem 5-Jahres-Plan für WLAN-Ausstattung? Echt jetzt? Ja, Digitalisierung ist ein Zukunftsthema. Es wird aber nicht erst in der Zukunft beginnen.

Wenn Ihr mit der WLAN-Ausstattung fertig sein wollt, werden die 50.000 Laptops, Tablets und Micro-Devices bereits wieder veraltet sein – und vermutlich ausgeleierte LAN-Kabel-Buchsen haben. Warum auch mobil benutzen? Aber mit der Stückzahl kann ja eh nicht mal die Hälfte der Schülerinnen und Schüler an den weiterführenden Schulen in den Genuss eines solchen Gerätes kommen. Macht aber nichts: Fällt ja fast nicht auf ...

Vermutlich verkauft Ihr analoge Hausaufgaben auch als "Digital Detox". Oder ist das nur die „logische“ Konsequenz, weil man im Funkloch eh nichts mit den Geräten angefangen kann? Apropos Funkloch…. In dem standen offensichtlich auch die Grünen, als sie ihre Antworten getippt haben. Oder war es doch dieser 5G-Test im Hamburger Hafen, bei dem dessen Mikrowellen-Strahlung zu nah am Kopf waren?

Leute! Wer im Jahr 2020 ernsthaft mit „seit fast 10 Jahren existierenden … Projekte zur .. Entwicklung und Erprobung von Informatik-Curricula“ antwortet (und zwar an 4  - in Worten: V-I-E-R Schulen), hat offensichtlich nicht verstanden, wie rasant die Digitalisierung alles umbrechen wird. Übrigens: Nur kurz vorher (im Januar 2007) kam das erste iPhone auf den Markt. Wir sind bei Version 11 und Betriebssystem-Version 13. Nur so als Randbemerkung.

Und ja, liebe Grün*innen, tatsächlich wird die Digitalisierung von den Lehrkräft*innen eine große Umstellung abverlangen. Denn die Welt wandelt sich. Genau deswegen muss sich auch Schule wandeln. Und nein, dieser Wandel wird nicht „behutsam“ stattfinden, wie Ihr Euch so sehr für Eure Kolleg*innen im Lehrerzimmer (oder sagt man mittlerweile auch Lehrer*innenzimmer?) so sehnlichst wünscht. It's the reality, stupid! (Ahh, schon wieder Bill Clinton ... ).

Nur mal so aus Interesse gefragt: Wenn Ihr möchtet, dass „der Einsatz neuer Medien nicht unreflektiert“ erfolgen darf (Das steht da!) – warum ist es für Eure Antworten auf die Wahlprüfsteinfragen offensichtlich okay, dass die völlig unreflektiert verschickt wurden? Hm? Irgendeine Idee? Auch nur eine klitzekleine?

Dass die Linken die Digitalisierung als Folge der Globalisierung entsprechend kritisch sehen und sie am liebsten verdrängen, verbieten oder wenigstens begrenzen würden, überrascht tatsächlich nicht. Es sei ihnen gegönnt. Und dass die AfD immer noch kein Kompetenzfeld gefunden hat, auf dem sie inhaltlich fundiert etwas beitragen könnten - ok ...

Gelb-schwarze Koalition digital am besten gebildet

Schauen wir uns die CDU-Antworten an: Schnell wird klar, dass Bildung den Damen und Herren der C-Partei ein echtes Anliegen zu sein scheint, dass auch und gerade unter dem Aspekt der Digitalisierung am ehesten zukunftsorientiert angegangen wird. Auch wenn wir es nur die gezielte Fragen erfahren durften und es nicht G-R-O-S-S plakatiert ist - wie es sein sollte.


Liebe CDU, macht das mal mit weniger Konjunktiv und mehr Mut, dann könnte das echt mal was werden. Denn Richtung und Akzentsetzung stimmen schon, es darf halt nur gern etwas mehr sein, als Akzente. Schaut mal über die Hamburger Landesgrenze nach Süden, was in Niedersachen so geht: Hmmmm, Informatik als Pflichtfach, in einem Flächenland. Done! Die Unionskollegen im Hannover Landtag helfen sicher gern mit den Details aus ...

Die FDP zeigt einen „German Mut“, den sie einst auch als Slogan in magenta ins Land trug. So liefern die Liberalen zu den Fragen in Sachen Bildung & Digitalisierung die progressivsten, zukunftsorientiertesten und damit die besten Antworten. Klarer Homerun! Von keiner anderen Partei kamen Antworten mit derart vielen, klaren und eindeutigen Beschreibungen der Herausforderungen und passenden Lösungen dazu.

Unser klares Fazit zu den Bildungsprogrammen:


Wer für die eigenen Kinder, Enkel oder einfach die kommenden Generationen eine möglichst gute Grundlage in Sachen digitaler Bildung legen will, kommt an einer gelb-schwarzen Koalition im Rathaus nicht vorbei. Mehr noch: Wer ernsthaft erwägt, rot, grün oder andere noch nicht genannte Farben zu wählen, ist mit dafür verantwortlich, dass die rote Laterne wieder an Hamburgs Schulen gehängt wird - Berlin und NRW werden Applaus klatschen.

Erschütternd ist die weitgehende Inhaltslosigkeit der grünen Worthülsen. Die Partei, die in Hamburg vor gut zehn Jahren eine Bildungsrevolution anführte, die nur durch einen Volksentscheid gestoppt werden konnte, hat das Thema Bildung und Digitalisierung offenbar komplett aus der DNA gelöscht, ersatzlos. Anders ist die Zaghaftigkeit, Betulichkeit, ja fast rückwärts gewandte Ängstlichkeit nicht zu erklären.

Ähnlich bei der SPD, die sich zwischen den Zeilen für quasi nicht verantwortlich erklärt: „Wir machen, was wir bislang immer gemacht haben. Wenn die Digitalisierung anders verläuft, ist das nicht in unserer Verantwortung.“ Dafür schauen Sie lieber über die Dächer der Stadt, anstatt zu schauen, was in den - laut Tschentscher-Video - flottgemachten Schulen so läuft. Danke, setzen, Sechs!

Eine solche Haltung ist nicht mal Zweitliga-würdig, sondern ein Fall für Platzverweis bzw. Auswechselung. Ich sage: Ab auf die Ersatzbank! Da ist es kein Trost, dass die SPD in Hamburg den politischen Klassenerhalt gerade mal noch so schaffen könnte. Für die Kinder in Hamburg ist mit dieser Politik der Weg in die Kreisklasse vorgezeichnet. Immer dem großen Vorbild mit der Raute hinterher ...

Am 23.2. können Mütter und Väter, Lehrerinnen und Lehrer, Bildungsinteressierte und zukunftsorientierte Bürger unserer Stadt eines sein: Schiedsrichter für die Hamburger Bildungspolitik. Bevor des Trauerspiel mit toten Gäulen aufm Schulhof zwischen Containerklassen den Standort Hamburg endgültig aus dem Wettbewerb der Bundesländer wirft. 


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 Hamburg Digital Statements: 

Digitalisierung und Stadtentwicklung
HANSESTATEMENT: Klimaschutz-App in Hamburg - auf dem chinesischen Weg?
hv.hansevalley.de/2020/02/hansestatement-klimaschutz-chinaloesung.html

Digitalisierung und Wissenschaft
HANSESTATEMENT: Das digitale Wolkenckuckucksheim. Wer hat hier die letzten 5 Jahre eigentlich regiert?
HANSESTATEMENT: Rot-Grün: Digitalstrategie? Echt jetzt?

Digitalisierung und Wirtschaft
HANSESTATEMENT: Die Digitalisierung wartet nicht auf Hamburg.

 Hamburg Digital Wahlprüfsteine: 

Digitalisierung und Stadtentwicklung
HANSEPOLITICS: Die stadtentwicklungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020
https://hv.hansevalley.de/2020/02/hansepolitics-stadtentwicklung-hamburg-2020.html

Digitalisierung und Verwaltung
HANSEPOLITICS: Die verwaltungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020

Digitalisierung und Bildung
HANSEPOLITICS: Die bildungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020
HANSEPOLITICS: Die forschungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020

Digitalisierung und Wirtschaft
HANSEPOLITICS: Die wirtschaftspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020

Donnerstag, 6. Februar 2020

HANSEPOLITICS: Die bildungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020

HAMBURG DIGITAL RECHERCHE
- Teil 3 Digitalisierung und Bildung -


Informatik-Schnupperkurs des IT-Executive Clubs@Codeweek 2019.
Foto: HANSEVALLEY

"
Hamburgs Schulen sind in Bezug auf die digitale Technik im Schulunterricht bundesweit ganz vorn."


Schulsenator Ties Rabe, 3. Februar 2020, Landesinstitut für Lehrerbildung, Hamburg 

Die Nachricht schlug in Hamburg ein, wie eine Bombe: Niedersachsen führt ab dem Schuljahr 2023/2024 Informatik als Pflichtfach in den 9. und 10. Klassen ein. 1.100 Pädagogen mit Informatik-Background braucht die Landesregierung dafür. Informatik als Pflichtfach fordert auch der IT-Executive Club Hamburg - die Interessenvertretung der 40.000 IT-Fachleute in Hamburger Unternehmen. 

Was macht der rot-grüne Senat für die Zukunft der nächsten Generation? Schulsenator Ties Rabe lädt zur 40 Mio. € schweren Einkaufstour von Laptops, Tablets und Whiteboards ein. 128 Mio. € bekommt die Hansestadt vom Bund im Rahmen des "Digitalpakts Schule" für die Ausstattung ihrer 340 allgemeinbildenden Schulen. 30.000 mobile Geräte sollen angeschafft, 12.500 Klassen- und Arbeitsräume werden für 50 Mio. € mit WLAN ausgestattet.

Der Wettbewerb um die klügsten Köpfe von Morgen hat begonnen. Die Freie und Hansestadt sieht sich mit der flächendeckenden Vernetzung ihrer Schulen mit Breitbandanschlüssen erstklassig aufgestellt. Wie sehen das die Abgeordneten in der Bürgerschaft? Welche Akzente helfen laut Regierungskoalition auf dem Weg zur smarten Schule? Welche Versäumnisse schmiert die Opposition dem SPD-Bildungssenator aufs Fischbrötchen?

Wir haben die Parteien in der Bürgerschaft zu ihren digitalen Positionen und Visionen befragt. Auf der Tagesordnung: die 5 digitalen Top-Themen 1. Wirtschaft, 2. Wissenschaft, 3. Bildung, 4. Verwaltung und 5. Stadtleben. Heute: Die bildungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020:

 Hamburg Digital Wahlprüfsteine 
Digitalisierung und Bildung

An allen 340 staatlichen Schulen gibt es einen Breitbandanschluss und einen nahezu flächendeckenden Anschluss ans Glasfasernetz. Dazu kommen bereits heute 30.000
Computer und 1.800 WLAN-Hotspots. Der Hamburger Senat sieht sich mit der digitalen Infrastruktur und den aktuellen Beschaffungen für 40 Mio. € bundesweit ganz vorn. Dazu kommen aktuell 125 digitale Lerninhalte - entwickelt im Digital Learning Lab von Joachim Herz-Stiftung und der TU Harburg.

1. Thema: Informatik im Unterricht


Welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um in der neuen Legislatur IT-Grundlagen und Programmieren verpflichtend an Hamburger Schulen einzuführen?

SPD Hamburg (2015: 59 Abgeordnete): "Infrastruktur im Fokus"

IT-Grundlagen und Programmieren wird im Unterrichtsfach Informatik erlernt. Informatik wird entsprechend der Ausbildungs- und Prüfungsordnung ausschließlich als Wahlpflichtfach unterrichtet. Eine in den Lehrplänen bzw. für den Unterricht verankerte Verpflichtung, IT-Grundlagen oder Programmieren zu lernen, ist nicht vorgesehen. 

Unser Ziel ist es, alle Schülerinnen und Schüler in unseren Schulen sehr gut auf das Leben und Lernen in der digitalen Welt vorzubereiten. Deshalb werden wir – aufbauend auf die bereits flächendeckend vorhandene Glasfaserversorgung – unsere Schulen so ausstatten, dass in allen Schulfächern und Klassenstufen Laptops, Smartphones und digitale Technik genauso selbstverständlich eingesetzt werden können wie Buch, Arbeitsheft und Füllfederhalter. 

Dazu werden wir in den nächsten fünf Jahren in allen 13.000 Unterrichtsräumen der allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen ein geschütztes WLAN und digitale Tafeln installieren. Für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte werden wir darüber hinaus rund 50.000 Laptops, Tablets und Mikrocomputer beschaffen, damit sie im Unterricht gut lehren und lernen können.

CDU Hamburg (2015: 20 Abgeordnete): "Informatik als Pflichtfach"

Wir müssen Hamburgs Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf die Herausforderungen und Chancen des digitalen Wandels vorbereiten und sie rechtzeitig für die digitale Wissensgesellschaft begeistern. Analog zu Sprachen und klassischen Naturwissenschaften muss Informatik an allen weiterführenden Schulen mindestens als Wahlfach ab Klasse 5 angeboten werden. 

Für die Oberstufe sollten entsprechende Profile entwickelt werden und das Fach allgemeinverpflichtend sein. Schülerinnen und Schüler müssen unter anderem fit gemacht werden in Grundzügen der Programmierung und des Datenschutzes für den späteren Umgang mit innovativen Zukunftstechnologien wie künstlicher Intelligenz, 3D-Druck, Robotik und Blockchain-Modellen, die den sicheren Umgang mit riesigen Datenmengen ermöglichen. 

Genauso wie im Physikunterricht gelehrt wird, wie ein Motor funktioniert, soll das Fach Informatik die Schülerinnen und Schüler dafür sensibilisieren, wie das Internet „funktioniert“. Dazu gehören auch die Grundlagen über die Funktionsweise von Algorithmen. Dieses Wissen soll helfen, Chancen und Risiken der Digitalisierung richtig einzuschätzen.

GRÜNE Hamburg (2015: 15 Abgeordnete): "Informatik-Lehrkräfte nötig"

Eine Verpflichtung der Schulen zur Vermittlung von IT-Grundlagen und zum Programmieren kann es erst geben, wenn sichergestellt ist, dass die entsprechenden Lehrkräfte in entsprechender Anzahl unterrichten. Gleichfalls gibt es bereits an jeder Schule mindestens Projekte und/oder Wahlpflichtkurse, die interessierte Schüler*innen die Inhalte näher bringen.

Seit fast 10 Jahren existieren Schulprojekte zur beispielhaften Entwicklung und Erprobung von Informatikcurricula für die Jahrgangsstufen 5 bis 13 an insgesamt vier Schulen. Allerdings muss auch die Lehrer*innenbildung noch nachwachsen, damit es entsprechendes Personal gibt, das den Unterricht flächendeckend gestalten kann. Ein verpflichtender Unterricht steht bisher also nicht so sehr im Fokus wie die allgemeine Vermittlung von Grundlagen digitaler Bildung im Rahmen von naturwissenschaftlichem oder mathematischen Unterricht.

LINKE Hamburg (2015: 11 Abgeordnete): "Keine verpflichtende IT-Grundlagen"

Digitalisierung erscheint als gesellschaftliches Schicksal, dem die Schulen durch das subjektive Verhalten der Schüler_innen (Nutzung mobiler Endgeräte, Internet und sozialer Medien) wie auch der Lehrer_innen ausgeliefert seien. Dem ist nicht so. Nur Institutionen wie Schulen laufen naturgemäß der rasanten technologischen Entwicklung hinterher. 

Dennoch sollten Lehrkräfte im entsprechenden Fachbereich nach Möglichkeit auf dem neuesten Wissensstand sein. Konkret „IT-Grundlagen“ und „Programmierern“ noch dazu verpflichtend an den Schulen einzuführen, plant DIE LINKE nicht. Fort- und Weiterbildungen, die sich ändernde Lern- und Lehrumgebungen sollen selbstverständlich angeboten werden.

FDP Hamburg (2015: 9 Abgeordnete): "Das digitale Klassenzimmer"

Es ist für uns wichtig, dass Selbstständigkeit, Unternehmertum und IT‐Grundlagen fester Bestandteil der schulischen Bildung werden. IT‐Grundlagen und erste Programmierkenntnisse sind im Zeitalter der Digitalisierung absolut notwendig. Nur so kann eine Basis auch für spätere Berufe gesetzt werden. Zudem muss die dafür notwendige Technik nutzbar gemacht werden. Wir wollen daher das digitale Klassenzimmer in jeder Hamburger Schule. 

Im Unterricht sollen digitale Schulbücher und Lernmaterialien genutzt werden können. Besonders wichtig ist uns die Förderung des spielerischen und interaktiven Erwerbs von Digital‐ und Technologiekompetenz, zum Beispiel durch da  Programmieren kleiner Roboter oder den Einsatz von Lernspielen. Auch der Einsatz von visuellen Programmiersprachen (Blocksprachen) soll ausgeweitet werden, um Schüler an das Thema Programmieren heranzuführen. 

Die Vermittlung digitaler Kompetenzen (z.B. Programmiersprachen, der Umgang mit Themen wie Fake News, Datenschutz oder Cyber‐Sicherheit, Nutzung von Text‐, Datenbearbeitungs‐ und Präsentationsprogrammen) geschieht am effizientesten im Informatikunterricht. Unser Ziel ist es, Informatik als Pflichtfach möglichst früh in den Stundenplan der Sekundarstufe I einzuführen.

AfD Hamburg (2015: 8 Abgeordnete): "Pflichtfach Medienkunde"

Die AfD beabsichtigt den Senat damit zu beauftragen, an jeder weiterführenden Schule
Hamburgs das neue Schulfach der „Medienkunde“ als wöchentlich einstündigen Wahlpflichtkurs einzuführen und in den Bildungsplan der Sekundarstufe I aufzunehmen. Unser Ziel ist es die Medienkompetenz der Schüler auf die Anforderungen der zukünftigen digitalen Gesellschaft auszurichten. 

Hierfür ist nicht nur eine Modernisierung der Ausstattung an den Schulen notwendig, sondern auch den Umgang mit den digitalen Medien zu lehren. Evtl. sollte es ein Grund- und Fortgeschrittenenkurs geben. Daneben soll das Wahlpflichtfach Informatik in ein Pflichtfach umgewandelt werden. Im Vorfeld der Einführung muss der entsprechende Fachkräftebedarf gedeckt werden.


2. Thema: Digitaler Unterricht

Wie wollen Sie die Lehrkräfte auf einen digital-gestützten Unterricht bei verringerter Konzentration online und mobil fokussierter Schüler aus- und weiterbilden?

SPD Hamburg (2015: 45,6%): " Lehrer digital fortbilden"

Schon jetzt werden Lehrkräfte im Rahmen der Aus- und Fortbildung des Landesinstitutes für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) so fortgebildet, dass digitale und analoge Unterrichtsansätze funktional miteinander verknüpft behandelt werden. Ebenso ist das Lernen mit und über digitale Medien ein wichtiger Bestandteil in den Haupt- und Fachseminaren des Lehramtstudiums.

Um den Unterricht weiterzuentwickeln, werden wir Lehrkräfte und Schulgemeinschaften zukünftig noch gezielter fortbilden, den Unterricht mit digitalen Medien bereits in der Ausbildung von Lehrkräften verpflichtend verankern und als Service für die Lehrkräfte eine digitale Lernplattform für den Austausch von digitalen Unterrichtsbeispielen entwickeln.

CDU Hamburg (2015: 15,9%): "Digitale Lernbausteine" 

Die Aus-, Fort- und Weiterbildung zum Themenbereich Digitalisierung sowohl fachlich als auch für den methodischen Einsatz im Unterricht muss systematisch geplant werden. Lehrerinnen und Lehrer müssen die Möglichkeit haben sich so zu qualifizieren, dass sie die IT-Infrastruktur pädagogisch sinnvoll einsetzen können. Entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten müssen angeboten werden.

Neben der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte müssen für einen digital-gestützten Unterricht auch entsprechende Bausteinen zur Unterrichtsgestaltung und zur Unterstützung von differenzierten Lerninhalten bereitgestellt werden.

GRÜNE Hamburg (2015: 12,3%): "Weitreichender Wandel"

Sicherlich wird es in diesem Fall für die Lehrkräfte die größte Umstellung, denn ihre Methoden und Konzepte werden weitreichenden Wandel erfahren. Hier muss sicher auch ein behutsamer Umgang gefunden werden. Gleichwohl werden die neuen Erfordernisse mit Fort- und Weiterbildungen begleitet. Neue Konzepte müssen erprobt und sinnvoll genutzt werden. Der Einsatz neuer Medien darf nicht unreflektiert geschehen.

LINKE Hamburg (2015: 8,5%): "Sinnstiftender Unterricht"

Die Belastung der Kinder und Jugendlichen, nur noch über geringen Aufmerksamkeitsspannen verfügen zu können, ruft hingegen nach einer Abkehr von Dogma der digitalen Bildung, die anscheinend höhere soziale Kosten verursacht, als sie Nutzen bringt. Studien zeigen, dass digitalisierter Unterricht nicht automatisch besserer Unterricht ist/wird. Oberstes Ziel für uns ist immer die Verbesserung der individuellen Lernbiographien. Wenn dafür die Digitalisierung sinnstiftend genutzt werden kann, begrüßen wir das.


FDP Hamburg (2015: 6,3%): "EdTech-Coaches für Schulen"

Digitale Bildung hat das Potenzial durch ganz neue Formen des Lehrens und Lernens die Qualität der Schulbildung außerordentlich anzuheben. Für die Nutzung der Technik müssen Lehrkräfte regelhaft aus‐ und weitergebildet werden. EdTech‐Coaches können Schulen dabei ganzheitlich beraten.

AfD Hamburg (2015: 6,2%): "Eine digitale Bildungscloud"

H. E. hängt die verringerte Konzentrationsfähigkeit der Schüler nicht mit der zunehmend
digitalen Gesellschaft zusammen, sondern ist eher ein Symptom zerfallender Familienstrukturen. Unabhängig hiervon vertritt die AfD die Auffassung, dass nicht jede
Lehrkraft zwingend befähigt sein muss, einen digital-gestützten Unterricht durchzuführen. 

Es geht darum, den Lehrkräften und Schülern verstärkt die Möglichkeit eines digital-gestützten Unterrichts zu bieten. Um dieses Ziel erreichen zu können, muss das Lehrmaterial sowohl digital als auch analog abrufbar sein. Wenn Schüler außerdem das Bedürfnis haben, analog im digital- gestützten Unterricht zu lernen, so muss ihnen auch das Lehrmaterial in Form von Arbeitszetteln oder Büchern zur Verfügung stehen. 

Eine entsprechende Fortbildung der Lehrkräfte im Bereich des digital-gestützten Unterrichts ist unabdingbar. Die Technikaffinität der zukünftigen Lehrkräfte wird den digital-gestützten Unterricht flächendeckend an die Schulen bringen. Um die digitale Bereitstellung der Unterrichtsmaterialien realisieren zu können, muss in der den Schulen übergeordneten Behörde die IT Abteilung gemeinsam mit den Bildungsplanern beauftragt werden, die Digitalisierung des Materials sowie die Erstellung digital-gestützter Unterrichtskonzepte voranzutreiben. 

Zur Umsetzung bedarf es einer Bildungscloud, auf die Lehrkräfte und Schüler dieses Material einsehen und interaktiv bearbeiten können. Die Unterrichtsmaterialen sollen auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand gehalten und immer aktualisiert werden. Das Lehramtsstudium muss entsprechend angepasst werden.


3. Thema: Entwicklung der Schulen

Welche Herausforderungen sehen Sie für die 340 staatlichen Schulen, den Unterricht digital-unterstützt durchführen zu können und wie sollen diese gelöst werden?

SPD Hamburg (Fachsprecher: Hansjörg Schmidt): "Digitale Lehrinhalte"

Die zentrale Herausforderung besteht darin, die digitalen Geräte so einzusetzen, dass dadurch die Qualität des Unterrichts gesteigert wird. Daher müssen die Lehrkräfte einerseits gut fortgebildet werden (s.o.), andererseits geht es darum, für den Unterricht passende digitale Unterrichtsmaterialien zur Verfügung zu haben. Dafür ist z. B. das digital.learning.lab in Kooperation mit der Technischen Universität Hamburg und der Joachim Herz Stiftung entstanden, das von der Behörde für Schule und Berufliche Bildung koordiniert wird. 

Hier werden derzeit bereits mehr als 125 Unterrichtsbausteine zum Erwerb digitaler Kompetenzen im Fachunterricht angeboten, die als Ideen und als Einstieg für den Einsatz digitaler Medien für Lehrkräfte dienen und im Internet frei verfügbar sind. Weitere digitale Unterrichtsbausteine können von Schulen eingestellt werden, sodass sich die Anzahl der digitalen Materialien ständig erweitert. Die zuständige Behörde stellt dabei immer die Qualität dieser Materialien sicher.

CDU Hamburg (Fachsprecher: Carsten Ovens): "Digitale Schulverwaltung"

Wir benötigen für die Aufrechterhaltung der Technik an jeder Schule einen IT-Spezialisten/eine -spezialistin. Bereits heute fehlen in Deutschland über 100.000 IT-Fachkräfte. Umso wichtiger ist es, Schülerinnen und Schüler durch ein frühes und flächendeckendes Angebot des Fachs Informatik für eine Ausbildung oder ein Studium in diesem Bereich zu begeistern.

Es mangelt zudem an einer einheitlichen, flächendeckenden Lösung einer digitalen Verwaltung. Das bedeutet, dass kein flächendeckender Digitalisierungsprozess erkennbar ist, der alle Hamburger Schulen im gleichen Maße einbezieht. Wir brauchen ein einheitliches Betriebssystem und Lizenzen für hochwertige Pädagogik- und Standardsoftware.

GRÜNE Hamburg (Fachsprecher: Farid Müller): "Digitalisierung der Bildung"

Die Herausforderungen sehen wir, neben der Technik und ihrer Wartung, in der Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte und im Wandel, den die Digitalisierung auch im Bildungsbereich vollzieht. Der Bildungsbereich ist genauso betroffen, wie alle anderen gesellschaftlichen Bereiche und jede Bevölkerungsgruppe trifft der Wandel anders. 

LINKE Hamburg (Fachsprecher: Norbert Hackbusch): "Vorsicht vor den GAFAs"

Wesentlicher als die Frage der technischen Nutzung digitaler Lehr- und Lernmittel ist es, den Schüler_innen Kompetenzen zu vermitteln, sich in der digitalen Welt zu orientieren. Hinzu käme eine kritische Bearbeitung der zunehmenden Digitalisierung, deren Profiteure die großen fünf Technologiekonzerne sind – die weder öffentlicher Kontrolle noch Steuerung unterliegen.

FDP Hamburg (Fachsprecher: Michael Kruse): "Ein Lern-Management-System" 

Wir sehen Lösungsmodelle, um den Unterricht an allen Schulen digital‐unterstützt durchführen zu können. Jede Schule soll über ein digitales Lern‐Management‐System verfügen, das aus einer internetgestützten Lernplattform mit Informations‐, Kommunikations‐ und Assessmentfunktionen sowie Schulverwaltungswerkzeugen mit einer integrierten Qualitätsmanagementfunktion besteht. Digitale Lernmaterialien sollten regelhaft zur Ausstattung einer Schule gehören.


AfD Hamburg (Fachsprecher: Peter Lorkowski): "Anreize für digitale Lehrer"

Die größte Herausforderung in der Umsetzung eines digital-gestützten Unterrichts liegt in der nicht hinreichenden Affinität der Lehrkräfte zu diesem Themenbereich. Eine oder mehrere Weiterbildungen werden aus kaum einem Lehrer eine Fachkraft für digital-gestützte Unterrichtsformen machen. Die Politik kann keinen Menschen, auch nicht ihr beamtetes Personal, nach ihrer Agenda beliebig formen. 

Zur besseren Motivation der Lehrkräfte, auf digitalen Unterricht umzusteigen, sind entsprechende Anreize zu schaffen. Daneben muss die schulische Infrastruktur modernisiert werden. Alle Schulen sind mit WLAN auszustatten. Endgeräte sollen in den Fällen zur Verfügung gestellt werden, in denen Schüler kein eigenes Endgerät zur Verfügung haben.

 Hamburg Digital Wahlempfehlung 
Digitalisierung und Bildung

Ergebnis der redaktionellen Auswertung: 

Beim Thema Bildung mit digitaler Ausstattung der Schulen, digitalen Lehrkonzepten für Lehrer und digitalen Lernkonzepten für Schüler sehen wir einige Erfahrung bei zahlreichen Parteien. CDU, FDP und GRÜNE fordern - zurecht - die Einführung von Informatik als Pflichtfach an Hamburgs Schulen. Lediglich Rot-Rot haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt - und nicht mitbekommen, dass Nachbar Niedersachsen Informatik ab 2022/2023 einführen wird.

Digitale Lehrerfortbildung mit digitaler Lernplattform (SPD) bzw. digitalen Lernbausteinen (CDU), EdTech-Coaches (FDP) und eine digitale Bildungscloud (AfD) sind Vorschläge, die sinnvoll sein können. Auch ein Unterricht mit dem Ziel besserer Lernbiographien in Zeiten gesunkener Aufmersamkeitsspannen unabhängig von digitalen Endgeräten (LINKE) ist ein richtiger Gedanke. Wenn die Rathausparteien die Bildung unserer Jüngsten nicht als Spielfeld politischen Taktierens missbrauchen würden, könnte man gemeinsam richtig fortschrittliche Bildung ermöglichen. 

Wie bei den zuvor beleuchteten Themen Wirtschaft und Wissenschaft zeigt sich auch bei der Bildung eine staatstragende Hochmütigkeit der SPD, inhaltlich sinnvolle - jedoch weitgehend unbekannte - Positionen der CDU sowie interessante jedoch unvollständige Vorschläge der FDP. Nach 3 von 5 Themen zeigt sich für uns eine wiederholt inhaltliche Schwäche der GRÜNEN. Interessant, wie man trotz inhaltsarmer Vorstellungen in Hamburg auf fast 30 Prozent kommen kann.

 Hamburg Digital Background: 

Alle aktuell in der Bürgerschaft vertretenen Parteien haben die Möglichkeit bekommen, die Fragen zu den digitalen Wahlprüfsteinen zu beantworten. Die Antworten der Parteien werden in der Reihenfolge der Sitzverteilung von 2015 veröffentlicht: SPD, CDU, Grüne, Linke, FDP und AfD. Eine Ausgrenzung von Parteien und ihren Positionen zur Digitalisierung in Hamburg - z. B. der AfD oder der Linken - findet nicht statt. 

Wir machen keine Politik. Wir beobachten, bewerten und berichten.

Die Antworten werden in der Reihenfolge der Themen und Fragen veröffentlicht. Eine Kommentierung oder Kürzung der Antworten gibt es nicht. Auf Grundlage der Antworten erarbeitet die Redaktion eine sachlich begründete Wahlempfehlung zu jedem Themenkomplex sowie insgesamt zur Digitalpolitik. In die Wahlempfehlung fließen über 1.200 veröffentlichte Digitalnachrichten aus Hamburg, der Metropolregion und Norddeutschland sowie gut 270 Fachbeiträge, Interviews und Statements ein.

HANSECODEX: Die Hanse Digital Präambel

Wir brauchen gute Politik. Dazu braucht es Wähler, die wissen wen sie wählen.

Am 23. Februar d. J. entscheidet Hamburg, wie es in den kommenden fünf Jahren weiter geht: 1.4 Mio. Wahlberechtigte sind aufgerufen, in 17 Wahlkreisen 121 Abgeordneten von 15 Parteien in die Bürgerschaft zu entsenden. Wird SPD-Bürgermeister Peter Tschentscher die ganze Stadt auch digital im Blick behalten oder die GRÜNE-Bürgermeisterin Katharina Fegebank Hamburg zum digitalen Labor entwickeln? 


Die Hamburg Digital Wahlprüfsteine - Thema Digitalisierung und Verwaltung - in der kommenden Woche nur hier auf HANSEVALLEY.


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 Hamburg Digital Wahlprüfsteine: 

Digitalisierung und Stadtentwicklung
HANSEPOLITICS: Die stadtentwicklungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020
https://hv.hansevalley.de/2020/02/hansepolitics-stadtentwicklung-hamburg-2020.html

Digitalisierung und Verwaltung
HANSEPOLITICS: Die verwaltungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020

Digitalisierung und Wissenschaft
HANSEPOLITICS: Die forschungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020

Digitalisierung und Wirtschaft
HANSEPOLITICS: Die wirtschaftspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020

 Hamburg Digital Statements: 

Digitalisierung und Stadtentwicklung
HANSESTATEMENT: Klimaschutz-App in Hamburg - auf dem chinesischen Weg?
hv.hansevalley.de/2020/02/hansestatement-klimaschutz-chinaloesung.html

Digitalisierung und Bildung
HANSESTATEMENT: Wenn Du einen toten Gaul durch die Schule reitest ... steig' ab!

Digitalisierung und Wissenschaft
HANSESTATEMENT: Das digitale Wolkenckuckucksheim. Wer hat hier die letzten 5 Jahre eigentlich regiert?
HANSESTATEMENT: Rot-Grün: Digitalstrategie? Echt jetzt?

Digitalisierung und Wirtschaft
HANSESTATEMENT: Die Digitalisierung wartet nicht auf Hamburg.