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Norddeutsche Onlinehändler im Wettbewerb mit Amazon, Ebay & Co.

Im boomenden Marktplatz-Geschäft hechelt Spätstarter Otto hinterher.
Grafik: Statista

Hamburg, 14.10.2021: Unter den zehn umsatzstärksten Onlinehändlern in Deutschland sind drei Anbieter mit Sitz in Hamburg und Norddeutschland. Mit einem Jahresumsatz von 4,5 Mrd. € im Corona-Krisenjahr 2020 kommt der Hamburger Distanzhändler "Otto" auf Platz 2 des bundesweiten Rankings. Mit 13,8 Mrd. € brilliert die Münchener Niederlassung von "Amazon.de" auf dem seit Jahren verteidigten 1. Platz. Der Abstand der beiden Erzrivalen hat sich allein bei den Eigenumsätzen auf ein Verhältnis von 3:1 vergrößert. Während "Amazon" allein in einem Jahr eine Umsatzsteigerung in Deutschland von 3 Mrd. € verbuchen konnte, fällt der Hamburger Versender "Otto" trotz Umsatzzuwächsen weiter zurück. Mit einem Umsatz von 818 Mio. € kann sich der Online-Technikhändler "Notebooksbilliger.de" aus der Region Hannover im Jahr 2020 einen 9. Platz unter den größten Onlineanbietern in Deutschland sichern. Auf dem 10. Platz folgt die deutsche Online-Niederlassung des schwedischen Bekleidungsverkäufers "H&M" mit Sitz in Hamburg.
Nicht berücksichtigt sind in diesen Zahlen die Marktplatz-Umsätze von Dritthändlern auf den Seiten von "Amazon.de" und "Otto.de". Im boomenden Geschäft der Marktplatz-Anbieter führt der amerikanische E-Commerce-Riese "Amazon" in Deutschland mit 35,4 Mrd. € Umsatz ebenfalls das Ranking in 2020 an. Weit abgeschlagen erreichte Konkurrent "Ebay" in Deutschland einen Umsatz von 11,8 Mrd. €. Noch dahinter auf Platz 3 folgt der Spätstarter "Otto" mit einem Marktplatzumsatz von nur 5,5 Mrd. € - und damit weniger als die Hälfte von "Ebay" bzw. ein Siebentel von "Amazon". Der Hamburger Versender kämpfte über drei Jahre mit dem Umbau seiner Onlineseite zu einer Marktplatz-Plattform und musste nach eigenen Angaben 166 Mio. € in neue Technik investieren.
Nach aktuellen Firmenangaben verkaufen rd. 2.200 Marktplatzhändler über die Seite des Bramfelder Versenders. Eigentlich sollten bereits zum Ende des Jahres 2020 insg. 3.000 Händler an Board sein (HANSEVALLEY berichtete). Im Vergleich zum schwachen Marktplatz-Geschäft im 1. Geschäftshalbjahr von "Otto" in 2020 stieg der Fremdumsatz - von einem niedrigen Niveau kommend - um 30 % im 1. Halbjahr 2021. Experten gehen davon aus, dass sich das E-Commerce-Geschäft in Deutschland perspektivisch auf max. fünf Plattformen konzentriert. Neben "Amazon", "Ebay" und "Otto" spielt hier u. a. die von der Schwarz-Gruppe übernommene Seite "Real.de" als "Kaufland.de"-Marktplatz eine bedeutende Rolle.
Notebooksbilliger.de ist europweit einer der großen Datenschutzsünder.
Grafik: Statista


Zunehmend relevanter werdendes Thema ist der Umgang von Onlineanbietern mit dem Thema Datenschutz. Hier veröffentlicht "Statista" ein Ranking der 10 größten Datenschutzsünder und den von der EU verhängten Strafen wegen Verstößen gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Unter den Top 10 der unsichersten Onlineanbieter rangieren auch zwei im Norden beheimatete Unternehmen: Der amerikanische Onlineriese "Google" mit Deutschlandsitz in Hamburg musste an Brüssel 50 Mio. € Strafe zahlen und rangiert europaweit auf Platz 3 - hinter "Amazon EU" mit 746 Mio. € und der "Facebook"-Tochter "WhatsApp" mit 225 Mio. €.
Mit Strafzahlungen von 10,4 Mio. € entwickelt sich "Notebooksbilliger.de" auf Platz 10 der europäischen Datenschutzsünder zu einem ernsten Problemfall. Bislang machten die Niedersachsen vor allem durch mangelnden und abweisenden Kundendienst von sich reden (HANSEVALLEY berichtete). Größtes durch die Saarstedter verursachtes Ärgernis sind u. a. Versandprobleme in Verbindung mit der Hamburger "Otto Group"-Tochter "Hermes".
Die Daten der aktuellen Auswertungen stammen vornehmlich aus der jährlichen Studie des Kölner Markt- und Meinungsforschungsinstituts "EHI" zusammen mit dem Hamburger Datenauswerter "Statista". Weitere Informationen zur Entwicklung der Onlineshops in Deutschland gibt es auf den Seiten von "Statista".
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Business Punk und Statista vermarkten zweifelhaftes PR-Agentur-Label.

Das G+J-Magazin Business Punk verdingt sich als Agentur-Tester
Screenshot: HANSEVALLEY

Hamburg, 10.11.2021: Der Hamburger Datenspezialist "Statista" verkauft offenbar zusammen dem "Gruner+Jahr"-Magazin "Business Punk" vermeintliche Qualitätssiegel als "Top-PR-Agentur" für 7.000,- € zzgl. MwSt. jährliche Nutzungskosten. Laut Bericht der Hamburger PR-Agentur "Cocodibu" verschicken die Geschäftspartner eine alphabetische Aufstellung mit 150 vermeintlichen Top-Agenturen in Deutschland. Laut Umsatz-Ranking des renommierten PR-Experten Gerhard Pfeiffer gibt es in der Bundesrepublik jedoch nur 120 führende Kommunikationsagenturen.
Agentur-Chef Christian Faltin bringt die Aktivitäten der Hamburger Partner "Statista" und "Business Punk" gegenüber dem Medienmagazin "Meedia" auf den Punkt: "Diese Liste hätte man auch aus dem Telefonbuch abschreiben können." Laut Eigenwerbung von "Business Punk" "basiert die Liste der Top-PR-Agenturen Deutschlands auf einer Befragung unter Expert/innen (Mitarbeiter/innen von PR-Agenturen, PR-Freelancer/innen) und Kun/innen von PR-Agenturen (etwa Mitarbeiter/innen in PR- oder Marketingabteilungen von Unternehmen)."
"Cocodibu" zitiert auf seiner Seite die Kostenargumentation von "Business Punk": "Dadurch, so die Argumentation von Gruner + Jahr, könne man sich „klar von den Wettbewerbern differenzieren“ und „die Strahlkraft der Marke Business Punk nutzen“. Für die Münchener Agentur "Cocodibu" ist das Geschäftsmodell "Bauernfängerei": "Das mag ein kreatives Geschäftsmodell Marke Bauernfänger sein. Den beiden vergebenden Marken dürfte es eher schaden. Wenn ihr also demnächst eine PR-Agentur seht, die damit wirbt, dass Business Punk sie zu den „Top PR-Agenturen Deutschlands“ gekürt hat, sendet ihr unser Mitgefühl. Sie wirbt mit einem Preis, der seinen Preis nicht wert ist."
Ein Beitrag zum Thema ist auf den Seiten der Münchener PR-Agentur "Cocodibu" zu finden. (Screenshot: HANSEVALLEY)
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UKE bekommt bis 2025 neues digitales Kliniksystem für 50 Mio. € - mit scharfer Kritik an den Kosten.

Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank zu Gast am UKE.
Foto: UKE

Hamburg, 08.09.2021: Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank hat sich am Mittwoch d. W. am Universitätsklinikum in Eppendorf zum Stand der Planungen für ein neues, krankenhausweites Klinik-IT-System informiert. Ab 2025 soll über alle Bereiche des "UKE" hinweg das Programm "CGM Clincal" als zentrales, unternehmensweites System für elektronische Patientenakten (ePA) inkl. klinischem Arbeitsplatzsystem sowie mit Unterstützung von telemedizinischen Leistungen und E-Health-Anwendungen eingeführt werden. Nach Angaben der für das Universitätskrankenhaus zuständigen Wissenschaftsbehörde belaufen sich die Gesamtkosten für das 4-jährige IT-Projekt auf insgesamt rd. 50 Mio. €. Davon soll das "UKE" gut 10 Mo. € finanzieren, fast 40 Mio. € kommen aus dem Hamburger Steuersäckel, wie der rot-grüne Senat am Dienstag d. W. beschlossen hat.

In einer zweijährigen, europaweiten Ausschreibung konnte sich der deutscher Software-Anbieter "CompuGroup Medical" mit seinem aktuellen IT-System "CGM Clinical" gegen andere Anbieter durchsetzen. Das bestehende, 2009 im "UKE" eingeführte KIS-System "Soarian Integrated Care" wurde vom US-Anbieter "Cerner" Anfang 2020 an den deutschen Tech-DAX-Anbieter "CGM" verkauft und reicht nach Angaben der Klinikleitung nicht mehr aus, um längerfristig noch genutzt zu werden. Neben "Solarian Integrated Care" arbeitet das "UKE" vor allem mit dem "CGM Clinical Archiv" (ehem. "Cerner Soarian Health Archive"). Künftig werden am "UKE" die Visiten u. a. mit Unterstützung von Tablets und Smartphones möglich sein. Die bisherigen PC-Rollwagen verschwinden. Erster Nutzer des neuen Systems wird das im kommenden Jahr neu errichtete Prostata-Krebszentrum "Martini-Klinik", gefolgt vom 2023 neu errichteten "Universitären Herz- und Gefäßzentrum". Ab 2025 soll das gesamte Großklinikum mit mehr als 13.500 Arbeitsplätzen vollständig mit dem neuen IT-System vernetzt sein.
Prof. Dr. Christian Gerloff, stellv. Ärztlicher Direktor des "UKE" und Direktor der Klinik für Neurologie sagte am Mittwoch: „Das UKE hat bereits heute einen sehr hohen Grad der Digitalisierung in den medizinischen Prozessen erreicht. Jetzt arbeiten wir an der nächsten Generation digitaler Prozesse. Dabei geht es nicht nur um die Ablösung der elektronischen Patient:innenakte, sondern um die Schaffung einer komplett neuen Plattform, die unseren Mitarbeitenden die Arbeit erleichtert und sowohl die Patient:innen als auch die Kooperationspartner:innen noch besser in die Prozesse des UKE einbindet. Damit soll eine digitale Kommunikation über die Campusgrenzen hinweg geschaffen werden. Insbesondere in der Corona-Pandemie hat dies enorm an Bedeutung gewonnen.“
Scharfe Kritik an den Plänen des UKE zur Einführung eines neuen digitalen Klinikinformationssystems kommt vom FDP-Landesvorsitzenden Michael Kruse: "Der vierjährige Aufbau eines eigenen Arbeitsplatzsystems am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) wirft viele Fragen auf. Insbesondere ist nicht ersichtlich, wie die Entwicklung eines eigenen Systems am UKE den Gesundheitsstandort insgesamt voranbringen soll. Klug wäre es, eine vernetzte Lösung für alle Hamburger Krankenhäuser zu nutzen, die Schluss macht mit nicht kompatiblen IT-Systemen und Schnittstellen zwischen den medizinisch unterschiedlich aufgestellten Krankenhäusern und stattdessen den nahtlosen Übergang von Patientendaten zwischen diesen ermöglicht."
Der FDP-Bundestagskanditat weiter: "Senatorin Fegebank muss erklären, warum das UKE sich hier gegen eine Kooperation wehrt. Eine vierjährige Entwicklungszeit im zweistelligen Millionenbereich birgt darüber hinaus ein großes Risiko, das nächste öffentliche IT-Projekt mit Kostenexplosion zu werden. Die Vorteile der Digitalisierung im Gesundheitssystem können immens sein, aber dafür brauchen wir in diesem Bereich eine Abkehr vom Silo-Denken. Mit diesem Projekt wird gerade eine riesige Chance für den Gesundheitsstandort Hamburg verpasst.“ Nach HANSEVALLEY vorliegenden Informationen waren Versuche unter Beteiligung des Ersten Bürgermeisters Peter Tschentscher vergebens, in Hamburg eine einheitliche Linie für gemeinsam genutzte Klinikinformationssystems über die Grenzen der öffentlich-rechtlichen und privaten Anbieter hinweg umzusetzen.
HANSEVALLEY interviewte 2019 den IT-Chef des privaten Hamburger Krankenhaus-Versorgers "Asklepios" zur Einführung des digitalen Krankenhaussystems "M-KIS" der "Asklepios"-Konzernbeteiligung "Meyerhofer". Henning Schneider sagte zu digitalen Insellösungen: "Jeder entwickelt eigene Inselkonzepte, die auch alle gefördert werden. Unabhängig davon, ob es nicht schon eine gute und vielleicht günstige Lösung gibt. ... Die Sektorengrenzen – aber eigentlich das gesamte Gesundheitssystem - fördern die Zusammenarbeit im Sinne des Patienten und der Gesundheitskosten nicht. Doppeluntersuchungen, falsche Medikationsinformationen werden genauso hingenommen, wie getrennte, uneinheitliche IT-Systeme, Daten-Silos, Netz-Infrastrukturen und Rechenzentren." 
Der frühere IT-Leiter des "UKE" und 2009 verantwortlich für die Einführung der digitalen Patientenakte am "UKE" mahnte die Zusammenarbeit der Hamburger Krankenhäuser und Gesundheitspartner an: "Einfach darauf zu warten, dass sich die Parteien untereinander vielleicht zusammensetzen und dann noch von sich aus einigen, ist zu wenig. Hier bedarf es einer digitalen Gesundheitsagenda, die beschreibt, wie Gesundheit in Hamburg digital für den Bürger, für die Patientenversorgung, die Wissenschaft und Wirtschaft abgebildet werden soll."
Der langjährige IT-Experte zeigte im Hanse Digital Magazin auf, wie es besser gemacht werden kann: "Andere Länder wie Dänemark haben es erfolgreich vorgemacht. Auch Bundesländer wie Bayern mit einheitlichen Vorgaben, welche KIS-Systeme an den Uni-Kliniken gemeinsam zu nutzen sind oder Berlin, die eine große Förderzusage planen, die daran geknüpft ist zwischen Charité und Vivantes eine Gesundheitsplattform aufzubauen, zeigen, dass es auch in Deutschland möglich ist, solche Wege zu gehen."
Der Senat verwies im Rahmen des Fegbank-Besuchs am "UKE" auf die Digitalisierungsinitiative "H3 - Health Harbour Hamburg", durch die ein klinik- und sektorenübergreifender Datenaustausch möglich werden soll. Auf Initiative der früheren SPD-Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks wurde im Jahr 2019 aus der Landeskonferenz Versorgung heraus die Zusammenarbeit für gemeinsame Lösungen der Hamburger Gesundheitsversorger initiiert und als Teil der Hamburger Digitalstrategie verkündet. Laut Maren Puttfarcken, Leiterin der Landesvertretung Hamburg bei der "Techniker Krankenkasse", arbeitet lediglich eine "kleine Projektgruppe an der Umsetzung" des Themas Digitalisierung.
Einen Hintergrundbeitrag zum künftig eingesetzten Kliniksystem "CGM Clinical" gibt es auf den Seiten des Anbieters "CompuGroup Medical" (Foto: UKE)
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Schluss mit lustig: Die Informatik der UHH geht auf die Barrikaden.
Grafik: Universität Hamburg

Genderstudies werden an der Universität Hamburg groß geschrieben - ganz zur Freude des rot-grünen Senats mit Wissenschafts- und Frauensenatorin Katharina Fegebank. Die Informatik am größten IT-Fachbereich aller Hamburger Hochschulen lässt man jetzt dagegen ausbluten. Zuvor verordnete die Fegebank-Behörde bereits der Technischen Universität in Harburg, ihr Defizit gefälligst selbst auszugleichen. 

Neben fehlenden Professuren zu Zukunftsthemen wie Digitale Transformation und Ethik in Data Science, verunsicherten Studenten und weniger Studienplätzen hat die grüne Wissenschaftsbehörde das erste handfeste Opfer zu verantworten: Auf Grund fehlender Anschlussfinanzierung und unterfinanzierter Hochschulen wird die Hamburger Informatik-Initiative "Ahoi Digital" zu Grabe getragen.

Aktuelle Zahlen, Daten und Fakten sowie Hintergründe und Einordnungen zum Schlusslicht des Informatikstudiums in Deutschland von Chefredakteur Thomas Keup:

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Oder: Wer plündert hier das Hamburger Steuersäckel? 

Den Schein wahren ... und manchmal auch die Scheinchen: 
Der rot-grüne Hamburger Senat 2020-2025
Foto: Senatskanzlei Hamburg

Knapp 50 Mio. € Fördersumme für staatliche Startup-Förderprojekte in gerade einmal drei Jahren. Fast 60 Experten für Beratung, Ausgründung, Transfer und Finanzierung von Startups und ihren Innovationen an Alster und Elbe. Aber: Ein “Innovations- und Wachstumsfonds” mit geplanten 100 Mio. € Volumen, der nach fast 5 Jahren abgeblasen wird. Willkommen im Startup-Universum hinterm Deich.

Was ist aus der 2014 für dieses Jahr versprochenen “Innovationsregion” des SPD-geführten Senats geworden? Warum musste der viel beschworene Investitionsfonds für Startups scheitern? Wie hat sich eine Startup-Unit mit 1,5 Mitarbeitern zum Fixstern des Hamburger Gründeruniversums aufschwingen können, und welche neue Idee hat sich die staatliche Förderbank IFB ausgedacht, um doch noch Investoren das Geld abzunehmen? Landeskorrespondent Gerd Kotoll mit den Fakten:

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Oder: Die Fehlgeburt des Hamburger Innovations- und Wachstumsfonds. 

Wirtschaftssenator Michael Westhagemann gibt den Startschuss für "Be your pilot".
Foto: Hamburg Innovation


100 Mio. € für einen Innovationsfonds, der nie kommen wird. Mehr als 50 Mio. € in den vergangenen drei Jahren, die die Stadt für ihre Beratungs- und Förderangebote ausgegeben hat. Dazu fast 60 Mitarbeiter und Experten, die über 1.300 Hamburger Startups im Zweifelsfall ratlos ohne finanzielle Hilfe alleine lassen. Das sind die Fakten des nur noch drittgrößten Startup-Standorts der Republik.

HANSEVALLEY hat die Aussagen von staatlichen Vertretern und die öffentlichen Zahlen und Daten einem erhellenden Faktencheck unterzogen. Ergebnis: Mindestens einer sagt hier die Unwahrheit - und produziert womöglich Hamburger Fakenews. Landeskorrespondent Gerd Kotoll öffnet die Kellertüren von mehr als einem Dutzend staatlich subventionierten Startup-Initiativen - mit erstaunlichen Ergebnissen.

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Die Machenschaften des Otto-Marktplatzhändlers Alexander Mendler.


Abwimmel-Truppe aus Welzheim: Alexander Mendler (Mitte) und sein Team.
Werbefoto: facebook.com/heute-wohnen

Wer online shoppt, der kann schon was erleben: Ramponierte Pakete aus dem DHL-Fussballturnier und der Hermes-Balkon-Weitwurfzustellung, unseriöse GLS-Bulgarenbanden und treppenverweigernde Post-Paketsklaven - um nur einige Highlights der KEP-Branche mit Kurieren, Expressdiensten und Paketboten zu nennen. Eine aktuelle Studie zeigt: 82,5% aller Beschwerden kassiert der gelbe Riese DHL mit über 50% Marktanteil. Kein Wunder.

Dazu kommt der preisgekrönte DHL-Konzernverweigerungsservice - mit Agenten im Reklamationsdienst, die einfach mal den Hörer aufschmeissen, einen 2. Level-Vorstandssupport "PnP" im Monheim, der nach Lust und Laune toter Käfer spielt und ein Beschwerdemanagement, mit dem man sich den Hintern abwischen kann. Denn im Falles Falles wird im Tracking einfach gelogen. Ein Erlebnisbericht von Thomas Keup.

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Startups chancenlos bei "Schummelei@Reeperbahn"?


Das Spektakel "Startups@Reeperbahn": ein Stück vermeintlich große Welt in einem ehemals berühmten Musikclub. Das Pitch-Event ist Ausgangspunkt für das innige Verhältnis von Hamburg Startups und HANSEVALLEY: Im September 2016 lässt Co-Organisatorin und Dümmel-PR-Frau Sanja S. einen Gastbeitrag unseres Chefredakteurs auf Deutsche Startups nachträglich um 150 vermeintliche Investoren schönen. Ein Eingriff in redaktionelle Inhalte durch eine Hamburger PR-Frau. 

Jetzt kommt heraus: Die beiden Event-Organisatorinnen Sina G. und Sanja S. haben entgegen eigener Beteuerungen offensichtlich Bewerbungen zu "Startups@Reeperbahn" ungelesen unter den Tisch fallen lassen. Ein Gründer geht davon aus: "Unsere Bewerbung wurde wohl nie geöffnet". Ein weiterer Jungunternehmer klagt an: "Der Sieger stand von vorn herein fest." Betrügt Hamburg Startups Bewerber, Auswahl-Komitee, Sponsoren und Publikum? Eine Hamburg Digital Recherche:

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Sie galt eine der ersten Adressen an Alster und Elbe zu sein: Die Hamburger PR-Agentur Faktor 3. Bekannt und reich geworden dank einst pfiffiger Ideen und renommierter Großkunden, wie Olympus, Samsung oder Sharp. Doch mittlerweile scheint sich die Aktiengesellschaft eher in einen "gierigen Allesfresser" mit "selbstherrlichem Gehabe" und fehlender Kinderstube entwickelt zu haben. 

Eigenwerbung Faktor 3



Was lokale Kunden, wie Beiersdorf mit "Eucerin" und "Nivea", Carlsberg mit "Astra", die Dräger-Werke aus Lübeck, die Otto Group mit "Limango", "MyToys" und "Otto.de" sowie der Senat mit "Next Media Hamburg" wohl nicht wissen: Bei Faktor 3 werden Journalisten ausgesperrt und schriftlich angepöbelt. Zeit, in die Dreckecken einer fragwürdigen Hamburger Erscheinung zu leuchten. Eine Hamburg Digital Recherche.

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Die Machenschaften um den geplanten Digital-Space "Hammerbrooklyn" - die Topstory bei Hamburger Abendblatt und Welt Hamburg. Seit Wochen diskutierte es die Hamburger Digitalszene: Der Initiator des Vorzeigeprojektes - HWWI-Direktor Prof. Dr. Henning Vöpel - ist ebenso raus, wie der Roland Berger-Digitalexperte Björn Bloching. Mit Nordpol-Chef Matthias Müller-Using und dem umstrittenen Kölner Immobilienentwickler Art Invest hat eine Garde Geschäftemacher das Ruder übernommen, denen es primär nicht um Digitalisierung geht.


Schicke Fassade, großer Bluff? Digital-Space "Hammerbrooklyn"
Illustration: Art Invest
HANSEVALLEY liegen Informationen vor, worum es sich wirklich dreht. Der Digital-Space "Hammerbrooklyn" ist in dem Konzept der neuen Eigentümer - der Hammerbrooklyn Immobilien GmbH - offensichtlich nur ein günstiges Feigenblatt mit eingemietetem Coworking-Space. Es geht um Millionengewinne und einen Ex-Staatsrat, der sich sehenden Auges über den Tisch hat ziehen lassen. Eine Hamburg Digital Recherche zum umstrittenen Innovationspace "Hammerbrooklyn" - und was dahinter steckt.



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Cherrypicker WorkGenius: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Jobcenter.


Gesundheit ist das nächste Megathema: Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" prophezeit uns in der aktuellen Ausgabe den "Doktor Algorithmus". Google, Apple, Facebook und Amazon werten Fitness-Apps aus, gründen Krankenversicherungen, forschen an AR- und VR-Lösungen für Operationssäle und implantierbare Minicomputer. Die großen Hamburger Krankenkassen DAK und Techniker wissen: die Zukunft gehört der Gesundheit.


Die Wirtschaft steht vor einem Paradigmenwechsel: die Wegwerfmentalität beim Personal nach 30 Jahren Hamsterrad funktioniert nicht mehr, die Alterspyramide steht auf dem Kopf, Fachkräftemangel bremst Innovationen und die Digitalisierung aus. Im nächsten Aufschwung geht es um die Wissensgesellschaft. Das Hamburger Startup WorkGenius will die 150% fitten mit zweifelhaften Methoden selektieren - und damit groß Kasse machen. Eine Hamburg Digital Recherche.



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Rd. 16,- € pro Quadratmeter für ein Startupbüro in Harburg hinterm Fußgängetunnel. Rd. 80,- € pro Monat für eine Internetleitung ohne echte Flatrate, Ex-McKinsey-Berater als teilzeitbeschäftigte Startupconsultants mit zweifelhaftem Beratungsangebot nach der Förderung: Was Hamburgs Startupaangebot für Hochschulgründungen im 4,5 Mio. € teuren Innovation Campus Green Technology liefert, scheint alles andere als vorbildlich. Ein Startupgründer spricht Klartext, wie es hinter den Kulissen des "Startup Dock" der Technischen Universität in Harburg zugeht. Eine Hamburg Digital Recherche.


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Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank erklärt am 3. März 2017 zur Eröffnung des Innovation Campus Green Technology: „Gute Ideen und innovative Gründungsansätze brauchen das richtige Umfeld, um erfolgreich sein zu können. Ich freue mich, dass wir so einen Ort mit dem ICGT geschaffen haben. Das einzigartige Konzept der kurzen Wege, schnellem Austausch und der ganzheitlichen Betreuung bietet die Chance junge Talente zu gewinnen und Hamburg als attraktiven Innovationsstandort weiter auszubauen.

Eröffnungsakt nach der Sanierung: ICGT Harburg
Foto: Presseservice TU Harburg/StartupDock

Was steckt hinter dem Innovation Campus Green Technology? Welche Rolle spielt das lautstarke "Startup Dock" von TuTech? Und wie werden Hamburgs Tech-Startups zur Kasse gebeten - mit wucherähnlichen Mieten? Schließlich: Was plant Martin Mahn mit "Virtuellen Transferstellen"? HANSEVALLEY hat sich umgeschaut, weiter recherchiert und erstaunliche Zusammenhänge gefunden. Ergebnis: In Harburg wird offesichtlich ein Startup-Ökosystem mit virtueller Plattform und subventioniertem PR-Betrieb geschaffen - vor den Augen von Senat und Bürgerschaft.


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Wirtschaftssenator Frank Horch erklärt am 5. September 2017 vor der Landespressekonferenz Hamburg: "Neue Technologien und deren Kommerzialisierung in marktfähige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen sind der Haupttreiber von Wohlstand und künftigem Wachstum in unserer Stadt. Dazu brauchen wir Gründerinnen und Gründer, die gemeinsam mit Wissenschaft und Wirtschaft die Zukunft Hamburgs gestalten."

Wirtschaftssenator Frank Horch vor der Landespressekonferenz Hamburg
Foto: Pressearchiv Hamburg Innovation

Der Spitzenpolitiker weiter: "Hamburg hat dazu die besten Voraussetzungen: eine lebendige, stetig wachsende Start-up-Szene und namhafte Industrieunternehmen und innovative Mittelständler, die die notwendige Expertise und Ressourcenausstattung für ein funktionierendes Gründungs- und Innovations-Ökosystem mitbringen. Gründungsförderung an Hochschulen und Forschungseinrichtungen ist ein wichtiger Baustein des Wissens- und Technologietransfers. Ich freue mich daher über die gemeinsame Initiative von Hochschulen und DESY.

Was präsentiert Frank Horch an diesem Morgen vor Hamburgs Landespresse? Was steckt hinter "beyourpilot"? Ist der "Startup Port Hamburg" womöglich dreist abgekupfert? HANSEVALLEY hat die Ausschreibung gelesen, weiter recherchiert und hinter die Kulissen geschaut. Ergebnis: In Harburg wird mit mehr als einer halben Millionen Euro ein Portal mit Formular, Adressen und offensichtlich schon mal verkauften Bestandteilen geplant - vor den Augen von Senat und Bürgerschaft. 

HANSEINVESTIGATION: Die millionenschwere Steuerverschwendung an der Süder-Elbe - Teil 2: Ein Startup Port für Hamburg - im Hamburg Digital Magazin.

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Am 28. November 2017 erklärte Hamburgs Erster Bürgermeister in seiner Grundsatzrede zum Wissenschaftsstandort Hamburg im Übersee-Club am Neuen Jungfernstieg: "Der Innovationscampus soll Ausgangspunkt für wissensbasierte Startups und Existenzgründungen aus allen Hamburger Hochschulen heraus werden. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen bei Green Technologies, Life Sciences und Digitalisierung.

Hamburgs Erster Bürgermeister vor dem Übersee-Club Hamburg
Foto: Universität Hamburg/FHH


Der SPD-Spitzenpolitiker weiter: "Das Wachstum (auf 15.000 Studenten in Harburg, die Red.) soll einhergehen mit einer noch besseren Vernetzung der TU mit der Hamburger Wirtschaft in den zentralen Branchen, mit einer fortschreitenden Verbesserung der Lehre und des wissenschaftlichen Transfers. Hier ist die TU mit der TuTech und dem Innovation Campus Green Technologies ... schon heute gut aufgestellt."

Was ist der "Innovation Campus Green Technologies"? Wer ist die von Olaf Scholz gelobte "TuTech"? Was passiert am Harburger Hafen vor und hinter den Kulissen? HANSEVALLEY hat Geschäftsberichte studiert, eigenständig recherchiert und Protagonisten interviewt. Ergebnis: In Harburg ist eine millionenschwere Steuervernichtung am Laufen - vor den Augen von Senat und Bürgerschaft. 

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