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Montag, 9. Januar 2023

HANSEMETAVERSE: Alles im Norden wird digital - pardon - wird jetzt virtuell.

HANSE METAVERSE MAGAZIN
Digitaler Schnappschuss aus der virtuellen DXC-Vertriebskonferenz.
Grafik: DXC Technologies
Eines der kommenden Technologie-Topthemen heißt Metaverse. HANSEVALLEY führte in 2022 mit HANSEMETAVERSE dazu ein Themenmagazin ein. Nach World Wide Web, Mobile Web und Social Web rücken in den kommenden Jahren Möglichkeiten des Immersive Web in den Mittelpunkt. Im nächsten Schritt der Digitalisierung geht es nach Informationsmanagement und Kommunikation um die Zusammenarbeit auf digitalen Wegen.
Wenn alles virtuell werden wird - was heißt das für die professionelle Arbeits- und Lebenswelt von Unternehmen, Großevents und Sportvereinen. Das Fortune-500-Technologieunternehmen "DXC" hat sich mit fünf Trends rund um das Metaverse beschäftigt, die Geschäftswelt und unseren Alltag verändern werden. Hier die spannenden Einsichten im Überblick:
1. Virtueller Arbeitsplatz im Metaverse
Das Metaverse wird die Arbeitsplätze von Millionen von Menschen mit der künftigen Zusammenarbeit in virtuellen Räumen verändern: Die Teilnahme an Konferenzen findet nicht mehr nur in Besprechungsräumen oder im Videocall statt. Stattdessen nehmen die Kollegen Platz am Tisch eines virtuellen 3-D-Raumes.
Um die Vorteile des Metaverse zu nutzen, kombinieren Unternehmen heute bereits traditionelle Videokonferenzen mit immersiven Tools - beispielsweise, um mit Virtual-Reality-Brillen die Interaktion der Teilnehmer zu verbessern. Auch "DXC Technology" setzt das Metaverse für eigene Teams am Arbeitsplatz ein und beobachtet positiven Auswirkungen der virtuellen Welt auf die Produktivität, das Engagement und die Kreativität der Beschäftigten: 
DXC-Metaverse-Expertin Nathalie Vancluysen als digitaler Avatar.
Grafik: DXC Technologies
"Metaverse-Erfahrungen helfen den Mitarbeitern, sich besser zu konzentrieren und mehr Informationen zu erfassen", sagt Nathalie Vancluysen, Head of Extended Reality bei DXC Technology mit Arbeitsplatz in Flandern. "Virtuelle Welten helfen uns dabei, die Routine der Videokonferenzen zu verlassen und die Tür für mehr Zusammenarbeit und Innovation zu öffnen."
2. Virtuelle Großveranstaltungen
Das Metaverse ist ein Ort, an dem Tausende von Avataren aus der ganzen Welt zusammenkommen können, um sich auszutauschen und zu engagieren. Personalisierte 3D-Avatare, die von den Menschen am eigenen Rechner aus gesteuert werden, bewegen sich frei in einem nahezu unendlichen Raum und teleportieren sich mit nur einem Klick von einem Ort zum anderen. 
Diese Technologie macht Großveranstaltungen wie Konferenzen, Ausstellungen und Gipfeltreffen in virtuellen Welten möglich, wenn die Grafikleistung stimmt. Die Möglichkeit virtueller Events kann zu einer intensiveren Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg führen und den Zeitaufwand, die Ressourcen und den CO2-Fußabdruck für Reisen reduzieren.
Großes Auditorium der virtuell anwesenden DXC-Mitarbeiter.
Grafik: DXC Technologies
3. Virtuelle Gruppen und Vereine
In der Musik- und Sportbranche gibt es immer mehr virtuelle Veranstaltungsorte. Fans nehmen so von zu Hause aus an Konzerten und Spielen teil. Dating-Apps wie "Nevermet" und "Flirtual" bieten ebenfalls Dienste im Metaverse an. In den kommenden fünf Jahren werden den Verbrauchern neue interaktive und immersive Möglichkeiten angeboten, um über ihren digitalen Avatar in der virtuellen Welt wie in einer physischen Welt zu agieren.
4. Das Metaverse im Marketing
Virtuelle Kundenerlebnisse werden alltäglich werden, da Unternehmen für die Markenbindung nach neuen, interessanten Wegen suchen, um Kunden auf sich aufmerksam zu machen und in Kontakt zu kommen. Große Einzelhandelsmarken wie "Adidas, Coca-Cola, Gucci, Louis Vuitton oder Nike" sowie Automobilhersteller wie "Ferrari, Nissan und Toyota" experimentieren bereits mit virtuellen Umgebungen und Augmented Reality. 
Das internationale Technologieunternehmen "DXC Technology" mit Standort in Hamburg erwartet, dass in den kommenden fünf Jahren immer mehr Unternehmen ihren Kunden in unterschiedlichsten Branchen die Möglichkeit anbieten, ihre Markenwelt, Produkte und Dienstleistungen in 3D zu erkunden - von Hotels über Städte bis hin zu Flughäfen.
5. Recruiting und Onboarding
Die Rekrutierung von Talenten ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg eines Unternehmens. Der erste Schritt besteht darin, Talente überhaupt zu erreichen. Bis 2027 werden Unternehmen zunehmend auf das Metaverse setzen, um auf moderne Weise mit Bewerbern in Kontakt zu treten. 
Die Durchführung von Vorstellungsgesprächen im Metaverse hilft Personalverantwortlichen, die gewünschten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszuwählen, kennenzulernen und mehr zu erfahren, als traditionelle Lebensläufe liefern können. Was mit der Bewerbung im virtuellen Raum beginnt, setzt sich in der Einarbeitung der neuen Kollegen virtuell fort.
"Einzelpersonen und Unternehmen sollten die zahlreichen Möglichkeiten entdecken, die das Metaverse für den Nutzen im Alltag bietet", fasst die belgische Metaverse-Expertin Nathalie Vancluysen zusammen. Damit greift sie einen wichtigen Punkt auf: Viele Technologien sind erst durch die aktive Nutzung von Verbrauchern ins Business gekommen. Es bleibt spannend, wie sich das Metaverse entwickeln wird.
*  *  *
 Hanse Digital Background: 

Ein Best Practice, wie "DXC" seine europäische Vertriebskonferenz ins Metaverse verlagert hat und welches Mindset für den Erfolg im Metaverse notwendig ist, können hier nachgelesen werden.

Mittwoch, 20. Juni 2018

HANSEWORKLIFE: Die 4. Dimension der Digitalisierung.

Kulturwandel, Neue Arbeit, Arbeitswelt 4.0: Keine Woche vergeht in Deutschlands Metropolen ohne eine Konferenz zur Zukunft der Arbeit.  In Hamburg adressiert das Business-Netzwerk Xing das Thema mit Konferenzen, Diskussionen und Fachbeiträgen. Die Otto Group hat für Ihre 50.000 Mitarbeiter den Kulturwandel 4.0 eingeführt. Es tut sich was an Deutschlands Arbeitsmarkt. Zeit, sich näher mit dem Phänomen zu beschäftigen.


Dr. Jutta Rump ist Professorin für Internationales Personalmanagement und Organisationsentwicklung an der Hochschule Ludwigshafen. Die Expertin warnt: Jetzt werden die mittleren Qualifikationen abgeschafft, z. B. Ärzte, Anwälte und Steuerberater. Bis zu 40% der Arbeitsplätze in der westlichen Welt könnten wegfallen, sagen Forscher. Die mehrfache Autorin war Gast im IT Executive Club Hamburg. HANSEVALLEY traf die engagierte Arbeitsmarkt-Expertin. Ein Hamburg Digital Report.

Expertin für die Arbeitswelt: Prof. Dr. Jutta Rump
Foto: Hochschule Ludwigshafen
Controlling im Konzern, Risikomanagement in der Kreditabteilung, Befundung von MRT-Bildern in der Radiologie - immer wenn es um manuelle oder kognitive Routinen geht, sind IT-Systeme und künstliche Intelligenz schneller, genauer, effektiver. "Wir verschwenden keine Zeit mehr in Routinen", fasst es die Wirtschaftswissenschaftlerin und langjährige Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability der Hochschule Ludwigshafen zusammen. Seit mehr als 18 Jahren ist sie im Thema - weiß, wohin die Reise geht.

4 Ebenen sieht Prof. Dr. Rump im Wandel: Technologien, Geschäftsmodellen und Wertschöpfungen sowie den Faktor Mensch: Auf der Mikroebene stellt sich die Frage: Wie sehen veränderte Arbeitswelten und künftige Arbeitsplätze aus? Auf der Mesoebene geht es für die Spitzen-Wissenschaftlerin um die Veränderungen in Betrieben und künftige Modelle der Führung. Auf der Makroebene beleuchtet sie den Arbeitsmarkt und die Effekte durch die Umbrüche. Und schließlich fokussiert sie auf der Metaebene auf die gesellschaftlichen Herausforderungen, einschließlich rechtlicher Rahmenbedingungen und der Mitbestimmung.

50 Handlungsfelder sind durch die Digitalisierung betroffen

"Die Digitalisierung ist in allen Bereichen angekommen", fasst die bundesweit engagierte Wissenschaftlerin zusammen. Ob Bundesregierung oder Arbeitsministerium, ob Industrie- oder Arbeitgeberverband, ob Caritas oder DAK, Robert Bosch- oder Randstad-Stiftung - ihre Expertise ist gefragt, Ihr Wort wird gehört. Eine der wichtigsten Aussagen der Wahl-Ludwigshafenerin: "Ich glaube nicht, dass die Betriebe die Mitarbeiter gehen lassen werden." Als positives Beispiel, die nächste Krise zu meistern, nennt Sie die Kurzarbeiterregelung von Ende 2008 bis 2010.

"Es ist eine Chance, gestärkt da rauszugehen", diktiert uns die sympathische Expertin in den Block. Statt die mittleren Qualifikationen auszusortieren, sollten die Firmen sie in der Transformation an Board behalten, Mitarbeiter auf die nächste Stufe qualifizieren und die Arbeitswelt professionell umbauen. Dabei geht es für die Arbeitsmarktexpertin um eine "Weiterbildung gemäß Kompetenzprofilen". Alle über einen Kamm zu scheren, wird aus Ihrer Sicht nicht mehr helfen, und das hat einen guten Grund:

Rump: "In Deutschland auf sehr gute Art und Weise vorgearbeitet"

Hamburgs Digital- und IT-Strategen im IT Executive Club
Foto: HANSEVALLEY
Die Expertin sieht in Deutschland eine breite Diskussion zu "Arbeit 4.0". In der Bundesrepublik werde nicht nur über Software, Organisationen und Prozessketten diskutiert. "Wir haben die perfekte Basis, um die Digitalisierung großflächig in der Wirtschaft einzuführen", ist sich die Gastrednerin des IT Executive Clubs sicher. Rump verweist auf 20 Jahre Optimierung, Rationalisierung und - besonders wichtig - Dokumentation in unseren Geschäftsprozessketten. "Andere wissen nicht, was sie in Software und Algorithmen einprogrammieren sollen." Vielleicht stellen wir Deutschen unser Licht mal wieder unter den Scheffel.

Automatisierung sei hier zulande gut möglich, fasst Prof. Dr. Jutta Rump zusammen. Sie lobt politische Stabilität und einen rechtlich verlässlichen Rahmen, die EU-weite Sicherheit der Daten, sehr gute Infrastrukturen und objektive Sicherheit für Unternehmen, ein gutes Bildungsniveau und geringe Fluktuation im Arbeitsmarkt. "Irgendwann werden die Arbeitsplätze, die eine Reise in Richtung Osten unternommen haben, wieder zurückkommen", hochautomatisiert, mit 3D Druck und Laserschweissen, in Mikrofabriken und klimatisch guten Bedingungen sowie ohne große Transportkosten zu den Kunden. Was heißt das für unseren Arbeitsmarkt?

Planen und Entwickeln, Beraten, Organisieren und Probleme lösen im Fokus 

Zukunftsforscher Erik Händeler
Foto: Günther Lintl
In Zukunft geht es um die Gestaltung von Prozessen, nicht um das Malen von Prozesstapeten, um das Programmieren von Routinen, nicht um das Ausführen stupider Fließbandarbeit. Wenn gleichbleibende Muster von Maschinen ausgeführt werden, muss es Menschen geben, die diese Muster bei Bedarf brechen. Und eines der Schlüsselthemen wird die soziale Interaktion. Zukunftsforscher Erik Haendeler brachte im Hamburg Digital Interview auf den Punkt: "Wohlstand ist in Zukunft nicht, noch härter zu arbeiten, sondern sich besser auszutauschen." 

Jutta Rump sieht als Notwendigkeit kluge Investitionen in die Zukunft - und die Notwendigkeit, die Menschen mitzunehmen auf die Reise. Das Ergebnis wären völlig neue Möglichkeiten: neue Erfindungen, neue Geschäftsmodelle, neue Arbeitsplätze. Für die Professorin geht es um kreatives Agieren, die Zeit sinnstiftend zu nutzen und die eigenen Stärken auszuleben. "Wenn man sich das klarmacht, das neue Geschäftsfelder, neue Tätigkeiten, neue Beschäftigung neue Zufriedenheit möglich machen"; schwärmt die Optimistin im Interview.

Schaut man objektiv über die vergangenen Jahrzehnte, ist unsere Arbeit in vielen Bereichen körperlich leichter und zugleich intellektuell anspruchsvoller geworden, ist unser Wohlstand auf breiter Front gewachsen und die Entwicklungsmöglichkeiten in Deutschland, Europa und weltweit gestiegen. So gesehen könnte Prof. Dr. Jutta Rump Recht haben, wenn Sie betont, dass die Arbeitwelt 4.0 "kein Horrorszenario" sein wird, wenn man den Wandel von alten zu neuen Arbeitsplätzen aktiv managt.

Hamburg Digital Reports:

HANSEPERSONALITY Erik Haendeler:
Wohlstand ist in Zukunft, sich besser auszutauschen.

Hamburg Digital Background:

Xing.de - Prof. Dr. Jutta Rump im Profil:

IBE Ludwigshafen - Leitung Prof. Dr. Jutta Rump:

IT Executive Club by Hamburg@work:

Sonntag, 1. April 2018

HANSEEXKLUSIV: Klaus von Dohnanyi zur Digitalisierung an Alster und Elbe.

HAMBURG DIGITAL EXKLUSIV

Hamburgs Visionär im exklsuiven Interview zu Digitalisierung und Globalisierung.
Foto; HANSEVALLEY

Klaus von Dohnanyi, ehemaliger Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, hat im gemeinsamen Interview für das Hamburg Digital Magazin und Hamburg@work die Digitalisierung an Alster und Elbe beleuchtet. Im Gespräch mit HANSEVALLEY-Chefredakteur Thomas Keup diskutiert der Jurist und SPD-Spitzenpolitiker die Bereiche Technologien und digitale Infrastrukturen, Bildungswesen und Arbeitswelt, Dezentralisierung, Standortwettbewerb und Wissenschaft sowie Demokratie und Eigenverantwortung.

Der Hamburger Visionär und gefragte Berater beantwortet unter dem Titel "Alles bleibt anders" u. a. diese Fragen:

  • Wie können Politik und Gesellschaft auf die Herausforderungen antworten?
  • Wie ist der Zustand der Infrastrukturen für künftige digitale Anwendungen?
  • Mit welchem Alter sollten Kinder beginnen, neue Möglichkeiten zu nutzen?
  • Welche Impulse sind wichtig, damit Menschen in Zukunft erfolgreich sind?
  • Welche Besonderheiten gibt es in Europa, die Digitalisierung zu bestehen?
  • Worauf sollte sich die Hafen- und Handelsmetropole Hamburg fokussieren?
  • Welche Versäumnisse hat die Hamburger Politik bis heute zu verantworten?
  • Was kann jeder Einzelne tun, um in einer digitalisierten Welt zu bestehen?

Klare Antworten eines Hamburger Visionärs: Klaus von Dohnanyi im Interview.
Foto: HANSEVALLEY



Sonntag, 24. September 2017

HANSEPERSONALITY Jennifer Lachman: "Wir werden uns verstärkt mit Videoinhalten beschäftigen."

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Hamburg-Neustadt, Dammtorstraße am Gänsemarkt. Hinter der gläsernen Fassade verbirgt sich das journalistische Herz das Business-Netzwerks "Xing". Auf 3 Etagen arbeiten insgesamt mehr als 500 Mitarbeiter am Erfolg des deutschsprachigen Business-Netzwerks. Mit "Xing News" hat sich die Karriereplattform selbst zu einem Medium entwickelt - mit eigenen Inhalten  und einem Ohr für die Expertise seiner Nutzer.



"Xing"-Chefredakteurin Jenniger Lachmann
Foto: Xing AG
Das grüne "Xing" ist die Content-Fabrik der Burda-Tochter in Hamburg. Journalisten und Werkstudenten, Entwickler und Designer arbeiten hier im Herzen des größten der 3 "Xing"-Standorte an Inhalten und Traffic für den "Linkedin"-Konkurrenten. An ihrer Spitze steht eine langjährig-erfahrene Wirtschaftsjournalistin. Unser HANSEPERSONALITY ist "Xing"-Chefredakteurin Jennifer Lachman:

Steigen wir mitten ein ins Tagesgeschäft: Im Rahmen Ihrer Serie "10 Wochen - 10 Themen" zur Bundestagswahl haben Sie die AfD voll mit einbezogen? Sie waren US-Korrespondentin, Medienredakteurin und Wirtschaftsredakteurin? Warum haben diese Entscheidung getroffen?

Wir haben Xing-Klartext vor zwei Jahren als pluralistische, politisch neutrale Plattform gestartet. Unser Ziel ist es, einen Raum zu bieten, in dem sich die 12 Millionen Xing-Nutzer miteinander austauschen können – auch über kontroverse Inhalte. Das Prinzip ist immer: eine Debatte, mehrere Standpunkte – von Experten, Betroffenen, Beobachtern. Die Nutzer können sich dann über die verschiedenen Meinungsbeiträge ihr eigenes Urteil bilden und miteinander austauschen. Wir wollen das Gegenteil von Filterblase und Echokammer sein.

Wir haben im Rahmen unserer Wahlberichterstattung zehn aktuelle Fragen an die Spitzenpolitiker der Parteien gestellt: 'Sollte Deutschland mehr Geld für Rüstung ausgeben? Was tun, damit die digitale Revolution nicht zum Jobkiller wird? Wie lässt sich die Migration steuern?' Die AfD sitzt in 13 von 16 Landtagen. Sie hat realistische Chancen, in den Bundestag einzuziehen. Wir fanden es enorm wichtig, dass auch sie den Wahlberechtigten ihre Positionen offen und konkret darlegt – und das im direkten Vergleich mit den anderen fünf großen Parteien.

Hätten wir sie nicht beteiligt, hätte das den „Opfer-Mythos“ derjenigen gestärkt, die meinen, die Presse würde die AfD bewusst ausschließen. Die Brexit-Entscheidung und die Wahl von Donald Trump haben uns gezeigt: Es ist gefährlich, Meinungen zu ignorieren, wenn sie nicht in das eigene Weltbild passen. Deswegen können sich die Nutzer bei uns informieren: 'Warum hält die AfD Klimaschutz für einen Irrweg? Warum spricht sie sich gegen Inklusion aus? Wie ist es wirklich um ihr Frauenbild bestellt?' Manche haben uns dafür kritisiert, dass wir der AfD eine Plattform gegeben haben. Viele fanden es aber auch genau richtig.

Seit 2 Jahren gibt es "Xing Klartext" - eine eigene Redaktion innerhalb des Business-Netzwerks "Xing". Warum produzieren Sie als Journalistin zusammen mit einem fast 10-köpfigen Team eigene Inhalte? Worin unterscheiden sich Ihre Geschichten von denen klassischer Medien?

Xing wandelt sich immer mehr vom virtuellen Adressbuch zu einer Plattform, die unseren Nutzern all das bieten soll, was sie brauchen, um im Job voranzukommen. Neben den Kontakten sind das Stellenanzeigen und inzwischen eben auch journalistische Inhalte. Wir produzieren bei Xing Klartext mindestens eine Debatte am Tag. Die Bandbreite reicht von Themen rund um Job & Karriere wie 'Haben Schwule und Lesben wirklich die gleichen Chancen im Job?' über Trendfragen wie 'Künstliche Intelligenz: Wird unser Leben bald von Robotern beherrscht?' bis hin zu aktuellen Themen, wie zum Beispiel die Bundestagwahl.

Unsere Arbeit ähnelt die einer klassischen Redaktion: Themen identifizieren, setzen, spannende und kompetente Gesprächspartner finden und für sich gewinnen. Wir wollen informieren, unterhalten und zum Nachdenken anregen. Was uns unterscheidet? Bei uns stehen die Reaktionen der Nutzer stärker im Vordergrund als bei klassischen Medien: Wir lesen die hunderte Kommentare, die uns täglich erreichen, und ziehen daraus weitere Beiträge, wenn sie die Ursprungsdebatte bereichern und ergänzen. Der Prozess ist also interaktiv. Da steht dann der Beitrag des Xing-Nutzers, der Automobilexperte ist, plötzlich neben dem des Automobil-Vorstands.

Sie sitzen zusammen mit Entwicklern, Designern und QA-Experten in einer Unit rund um das Thema News. Mehr als 20 Techis und fast 10 "News-Junkies" aus 14 Nationen unter einem Dach an der Dammtorstraße. Was macht Ihre Kultur in der täglichen Arbeit aus?

Xing ist ein sehr internationales, multikulturelles Unternehmen. Amtssprache ist daher auch Englisch. Es ist eine sehr junge Firma, die sich trotz einer Größe von fast 1000 Mitarbeitern den Start-up-Charakter erhalten hat. Unsere Hierarchien sind flach, alle Chefs – bis hin zu unserem Vorstandschef Thomas Vollmoeller – sitzen mit im Großraum. Alle duzen sich. Es ist ein Unternehmen, das den "New Work"-Ansatz wirklich lebt: Thomas (Vollmoeller) hat vergangenes Jahr als erster CEO einer börsennotierten Firma ein Sabbatical gemacht, bei uns arbeiten viele – auch männliche – Führungskräfte in Teilzeit.

Als ich vor zwei Jahren anfing und das Redaktionsteam aufgebaut habe, haben mir ein paar Tech-Kollegen später gestanden, dass sie etwas nervös waren: 'Wie sind Journalisten so? Wie arbeiten die? Reden die nicht irre viel?' Unser Team wurde aber schnell integriert und heute lachen wir darüber. Die Schallwand, die wir aufgestellt haben, hilft aber sicherlich auch. :-)

Zu Ihren Leitthemen gehören die Arbeitswelt von Morgen (Stichwort "New Work"), Personalentwicklung in Unternehmen und wichtige Leitbranchen der Wirtschaft. Wie passt ein Videoformat wie "Xing Talk" in das Konzept? Und wie geht das Talk-Format weiter?

Wir haben Xing Talk im Sommer 2016 gestartet: Auch bei unseren Nutzern steigt die Nachfrage nach Bewegtbild- und Podcast-Formaten. Wir haben daher einen unserer Meeting-Räume umgebaut, in das kleinste, aber schönste TV-Studio der Welt. Zum Start hatten wir tolle, prominente Gäste: Dietrich Grönemeyer hat über Achtsamkeit und die Zukunft der Medizin gesprochen. Heike Henkel darüber, wie sie Spitzen-Managern beibringt, mit Hochstressphasen umzugehen.

In der zweiten Staffel, die im Oktober beginnt, wollen wir ausprobieren, wie nutzwertige Inhalte funktionieren: Wir produzieren gerade Xing Talks, die unsere Nutzer beruflich weiter bringen sollen. Von Tipps für Berufsanfänger, die ihr erstes Gehalt verhandeln wollen bis hin zum älteren Arbeitnehmer, der wissen will, wie er sich am besten auf die Rente vorbereiten kann.

Sie öffnen sich mit dem Netzwerk gegenüber traditionellen Medienhäusern als Vertriebsplattform. So hat das Magazin "Business Punk" rd. 135.000 Follower bei Ihnen. Wie funktioniert die Vermarktung für Ihre Kunden aus Verlagen und Medienkonzernen?


Wir sehen die Verlage und Medienkonzerne, mit denen wir arbeiten, nicht als Kunden, sondern als Partner. Als wir vor ein paar Jahren anfingen, im Content-Segment aktiver zu werden, haben wir als erstes die Branchen-Newsletter gestartet: ein Algorithmus stellt die Artikel zusammen, die im Netz besonders viel gelesen oder geteilt werden. Diese Newsletter wurden von unseren Mitgliedern sehr gut angenommen, so dass wir das Thema schnell ausgebaut haben. Heute liefern wir einmal am Tag „das Wichtigste kompakt“ für mehr als 25 Branchen – und das an 5 Millionen Nutzer in der Woche.

Durch die hohe Verbreitung und Nutzung hat sich Xing für viele Verlage und Medientitel zu einem der wichtigsten Traffic-Lieferanten entwickelt, so dass mehr als 450 von ihnen inzwischen eigene News-Seiten auf XING pflegen, um diesen Effekt zu verstärken. Wir stehen mit den Machern und Entscheidern bei den Verlagen – vom Großverlag bis hin zu den kleinen Fachverlagen – im persönlichen Kontakt und entwickeln das Geschäft partnerschaftlich weiter. 

Vor wenigen Wochen haben wir News Plus gestartet, um Medien dabei zu unterstützen, auch kostenpflichtige Inhalte zu vertreiben. Dazu kooperieren wir mit Medien wie "Die Welt", "Die Deutsche Verkehrszeitung" oder die "Zeit Akademie".

Branchennewsletter, Expertengeschichten, Videointerview, Paid Content-Plattform: Was dürfen wir als Nächstes von "Xing News" erwarten? Wird das Business- und Karrierenetzwerk zu einem YouTube fürs Geschäft? Verraten Sie uns ein wenig, was Sie planen!


Tatsächlich haben wir in den vergangenen Jahren mit einer hohen Geschwindigkeit neue Formate entwickelt und an den Markt gebracht. Jetzt sind wir an einem Punkt angekommen, an dem wir uns verstärkt auch damit beschäftigen, die einzelnen Angebote inhaltlich zu schärfen und noch besser aufeinander abzustimmen. Aber ganz ohne neue Formate können wir auch wieder nicht. Verraten kann ich zumindest, dass wir uns verstärkt mit Video-Inhalten beschäftigen werden.

In Pöseldorf frühstücken und am Hamburger Berg feiern - das ist es, was Sie persönlich schätzen. Sie leben als gebürtige Britin seit rd. 27 Jahren in Deutschland und sind gerade eingebürgert worden. Ganz privat: Was lieben Sie an Hamburg - privat wie beruflich?

Die Vielfalt: Wer mag, kann in Pöseldorf frühstücken und abends am Hamburger Berg feiern gehen. Jeder Stadtteil hat seine Eigenheiten. Außerdem: das Wasser. Im Sommer liebe ich stehpaddeln auf der Alster, im Winter lange Spaziergänge an der Elbe. Beruflich macht es mir derzeit irre Spaß, mich mit den anderen Digitalkonzernen zu vernetzen: Die Kolleginnen und Kollegen von Google oder von Dropbox sitzen ja alle quasi um die Ecke.


* * *

Vielen Dank für die offenen Antworten!

Das Interview führte Thomas Keup.


 Hamburg Digital Background: 

Xing News-Überblick
www.xing.com/news

Xing Klartext-Magazin
www.xing.com/news/klartext

Xing Talk-Videoreihe
www.xing.com/talk



HANSESTATEMENT: 

Die Herausforderungen des Medienstandorts Hamburg - ein Hamburg Digital Statement von Chefredakteur Thomas Keup - am kommenden Mittwoch exklusiv hier auf HANSEVALLEY.


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