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Donnerstag, 20. August 2020

HANSESTATEMENT: Willkommen in der #CancelCulture - die Inquisition der Neuzeit.

Ein HANSE DIGITAL STATEMENT
- von Thomas Keup & Gerd Kotoll -
*Update 20.08.2020*

Kaberettistin und Provokateurin: Kunstfigur Lisa Eckhart, 2018
Foto: Richard Huber, CC BY-SA 4.0

War das ein Wirbel: 'Wie konnten sie nur?' 'Mit der Begründung?' 'Und ausgerechnet hier?' 'Und dann noch dieser Kultursenator!' Die österreichische Kunstfigur Lisa Eckhart wurde mit ihrem Debütroman "Omama" vom Literaturfestival "Harbour Front" der Freien und Hansestadt kurzerhand ausgeladen - und damit ausgesperrt. Die Veranstalter der von der Großspedition "Kühne + Nagel" und dem Hamburger Kultusenator gesponserten Veranstaltungsreihe sahen sich einer kollektiven Zensur von Autoren und Locationbetreibern konfrontiert. 

"Der berüchtigte Schwarze Block der Hafenstraße schlägt also den schwarzen Humor, und er muss dafür noch nicht mal randalieren. Das heißt, dass der Mob bestimmt, wer auftreten darf und wer nicht, und dass die Feigheit regiert."
Knut Cordson, "BR Kultur Bühne", 06.08.2020

Die ehrbare Kaufmannsstadt tappte mit dem Debütantensalon ihres ach so liberalen Vorzeigeevents in die "Cancel Culture"-Falle - und Diskursraumsenator Carsten Brosda mit einer Videoschalte als Notlösung vorneweg. Zwei Autoren lehnten es laut "Zeit" ab, mit der bekannt-aneckenden Nachwuchsautorin auf einer Bühne zu lesen. Ein alternativer Soloauftritt wurde von den offenbar verängstigten Betreibern des "Nochtspeichers" abgelehnt. Begründung: Drohender Krawall aus der Hafenstraße. Folge: Die Festival-Veranstalter drängten auf einen "freiwilligen Verzicht der Teilnahme".

Die laut "Zeit" an Alster und Elbe angekommene "Cancel Culture" ist gar nicht in Hamburg angekommen. Und sie ist auch kein Phänomen heutiger Tage. Die kollektive Zensur anläßlich der Nominierung des mit 10.000,- € dotierten "besten deutschsprachigen Romandebüts" inkl. Lesung am 14. September d. J. hat in der Heimat der Pfeffersäcke seit Fälschung der Hafenurkunde vor 821 Jahren Tradition. HANSEVALLEY ist ebenfalls ein Opfer der modernen Inquisition von ungeliebten Störenfrieden. Ein Hanse Digital Statement von Thomas Keup und Gerd Kotoll:

Hat die 27-jährige gebürtige Lisa Lasselsberger antisemitische Witze gemacht? Oder schlachtet die österreichische Kabarettistin antisemitische Klischees für schale Witze aus, wie es ihr die "Zeit" vorhält? Wer die steirische Künstlerin auf der Bühne oder im Fernsehen sieht, kann zu dem Ergebnis kommen: Hier konfrontiert eine Künstlerin der Worte und Gesten die feminine "Versace"-Eleganz mit frivoler Provokation. Wie 2018 in den "WDR-Mitternachtsspitzen", für die sie noch in diesem Jahr von "Gutunmenschen" mangels fehlender Anschwärz-Alternativen gesteinigt werden sollte. Hamburgs Wochenzeitung kritisiert sie bei ihrem zweiten von vier angekündigten Bühnenprogrammen für ein scheinbares Abdriften bei den Themen - vom Bildungsbürgertum zum Antisemitismus. 

Die Germanistin mit Masterabschluss ist sicher eines nicht: dumm. Schon an der Freien Universität Berlin beschäftigte sie sich mit dem Thema "Weiblichkeit und Nationalsozialismus". Thema einer Masterarbeit? Abgelehnt! Schade eigentlich ... hätte ein interessantes Stück deutsch-österreichischer Geschichte werden können. Ein Blick in die Wikipedia hätte auch den neunmalklugen Feuilletonisten geholfen. Aber wer recherchiert schon, wenn man eine gefestigte Meinung hat ... Eine Steiermärkerin, die über Graz und Wien nach Berlin kam - und weiter nach London (oder auch Amsterdam) reiste, um den Mief ihrer Kindheit zu verarbeiten? Ein gern genommener Weg dörflich gequälter Steirer in die große, weite Welt.

"Wenn man Hamburg und den Schwarzen Block in Hamburg kennt, von dem diese Drohungen wohl ausgegangen sind, muss man die ernst nehmen".
Veranstalter "Harbour Front"-Festival
"Deutschlandfunk Kultur", 14.08.2020

Anfang August d. J. meldet der "Spiegel" aus der Hafencity, die Leitung des "Harbour Front"-Festivals "sehe sich außer Stande, im Falle einer Lesung die Sicherheit der Besucher und der Künstlerin zu gewährleisten". Und das in einer Stadt, in der laut Olaf Scholz ein G20-Gipfel mit der Leichtigkeit eines Hafensgeburtstags gemeistert werden-können-sollte. Hat die Freie und Hansestadt ein ernsthaftes Sicherheitsproblem? Sind Hamburger Schutzleute in stylischen "Colani"-Uniformen so schwach, dass schon gegen die G20-Krawalle österreichische Unterstützung der Spezialeinheit "Cobra" einspringen musste? Ist Lisa Eckhart heuer Nachhilfelehrerin für die Hamburger Kultur?

Ok, Zynismus ist ein beißender Spott, den wir uns als unabhängige Redaktion in den vergangenen rd. vier Jahren zu Eigen gemacht haben, um uns über die gesellschaftlichen Konventionen von "Pfeffersäcken" (vgl. Ehrbare Kaufleute), "Boxenschubsern" (vgl. Container-Spediteure) und  "Kleingeistern" (vgl. Hamburger in mind. x-ter Generation) hinwegzusetzen. Zum Glück haben wir seit Jahresbeginn den parteiunabhängigen Blick auf den ganzen Norden - und nicht nur auf die Hammaburg hinterm Deich. Und damit konnten wir herzhaft lachen, als wir die "Cancel Culture"-Geschichte lasen - und mit unserer eigenen Geschichte abglichen.

"Es ist unseres Erachtens sinnlos, eine Veranstaltung anzusetzen, bei der klar ist, dass sie gesprengt werden wird, und sogar Sach- und Personenschäden wahrscheinlich sind. Wir haben in den letzten Tagen bereits aus der Nachbarschaft gehört, dass sich der Protest schon formiert".
Organisatoren "Nochtspeicher" Hamburg
"Spiegel", 05.08.2020

Die Strategie der kollektiven Zensur aka "Cancel Culture" ist so simpel wie perfide: Interessenvertreter werfen einer wortgewaltigen Künstlerin vor, noch gewaltiger mit rassistischen und antisemitischen Klischees zu arbeiten - und die Falle schnappt zu. Genau das ist des Pudels Kern: Ein Angriff auf der ethisch-moralischen Ebene - der einzigen Ebene unserer Kommunikation, die nicht von Argumenten geprägt und sachlich widerlegt werden kann: keine finanziellen oder technischen, keine organisatorischen oder zwischen-/menschlichen Aspekte (vgl. ETHOS-Prinzip). Hier spielen vermeintliche Gutmenschen  - Lisa Eckhart nennt Sie "Gutunmenschen" - auf der gesellschaftlichen Ebene mit idiologisch gefestigter Moral "Ene, mene, muh ...".

Bleiben wir bei moralischen Angriffen und Ausschlüssen: Fachleute unterscheiden zwischen fünf moralischen "Totsünden": Da gibt es 

  • die öffentliche Moral mit Verantwortung gegenüber der Gesellschaft
  • die politische Moral mit Blick auf die Vorbildfunktion öffentlicher Vertreter (bitte nicht verwechseln mit dem Hamburger Innensenator "Andy-wir-gehen-heute-Corona-groten-Grote")
  • die juristische Moral mit gesetzlichen Verstößen
  • die religiöse Moral im Namen (christlicher) Grundwerte sowie 
  • die private Moral und Verantwortung gegenüber der Familie.

"Mit aggressiven Methoden sollen politische Widersacher zum Schweigen gebracht werden."
Malte Lehming, "Der Tagesspiegel",
Update 08.08.2020

Wurden Übeltäter im Mittelalter mit religiöser Moral gesteinigt, gehängt oder gar geköpft, landen heute vor allem Politiker auf dem Scheiterhaufen. Dabei ist ein handfester Skandal aka Shitstorm niemals Zufall - sondern in den meisten Fällen mit Neid - eigentlich mit Missgunst -, Hass, Bösartigkeit und öffentlicher Reichweite verbunden. Wie gut, dass es verlässliche soziale/Medien gibt, die niiiieeemals blutrünstig eine Hetzjagd veranstalten würden. Na gut, fast nie. Uns stellte im April 2017 ein Hamburger SPD-Hinterzimmer-Funktionär mit seiner aus "Scholz & Friends"-Zeiten geliehenen Social Media-Community und dreisten Unwahrheiten an den "Facebook"-Pranger.

"Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden."
Schrift von Rosa Luxemburg (1871-1919),
Mitbegründerin Kommunistische Partei Deutschlands

Es war die Keule öffentlicher Moral, die der "Sozi" in 2. Generation schwang: 'Wie konnte es ein Berliner Journalist wagen, kleine Hamburger "Versicherungshelden" öffentlich die Leviten zu lesen, die den "12min.me"-Startuppreis - einen eintägigen PR-Workshop - einfach schwänzten?' Um es zum Skandal hochzujazzen, half dem vierfachen holsteiner Familienvater (Nein, er ist kein Hamburger!) sein Job für einen Marketing-App-Inkubator und die verdrehte Wahrheit, Startups seien vom HANSEVALLEY-Chefrredakteur als "NMA"-Mentor enttäuscht gewesen. Und schon schnappt die Falle zu: Ein Interessenverterer (bei uns Social Media-Berater), der eine mediale Kritik an Rotzlöffeln der Startup-Szene umkehrt, um daraus als öffentlicher Wortführer eine Hetzjagd anzuzetteln. Wirklich sozial - und demokratisch ...

Die Inquisition - von Political Correctness bis Cancel Culture:
Moralischer Angriff, Schuldumkehr, Skandalisierung & Ausschluss.

AblaufBeteiligteFall Lisa EckhartFall HANSEVALLEY
Eins:Missgünstiglinge getarnt2 Autoren2 "Startup-Muttis"
Zwei:Vorwurf/SkandalisierungAntisemitismus-Witzeoffene Startup-Kritik
Drei:Täter-Opfer-UmkehrKünstlerin als "Täter"Journalist als "Täter"
Vier:Moralische Angriffreligiöse Moralöffentliche Moral

Fünf:Multiplikator/enVeranstalterInkubator-COO
Sechs:Künstliche Eskalation"Schwarzer Block"NMA-Ausschluss
Sieben:Öffentlicher Pranger"Qualitätsmedien"Soziale Medien
Acht:Offizieller AusschlussAusladungKündigung
Neun:"Im Namen der Moral""Sie muss sterben""Er soll verschwinden"
Zehn:Öffentliche HinrichtungSystemausschlussSystemausschluss

Damit haben wir einen Interessenvertreter, der seine wahren Beweggründe tarnt, sei es die Furcht, nicht mehr "King of the castle" im digitalen, verschlossenen Mittelalterdorf Hammaburg zu sein, sei es die freundliche Hilfestellung mit-für selbsternannte Startup-Muttis, die womöglich ihre Felle wegschwimmen sahen/sehen, wenn ein Journalist echte Geschichten über echte Startups schreibt. Entscheidend sind die folgenden Schritte des Dramas in zehn Szenen, die bei jedem moralischen Angriff zu einem kollektiven Ausschluss aka "Cancel Culture" führen - und mit Vorsatz die wirtschaftliche Vernichtung anstreben. An dieser Stelle wird es interessant, wie die Kaufmannsgilde in Hamburg tickt:

In drei Schritten zum Rausschmiss aus der Gesellschaft.

Wie ich bereits 2014 in einer Präsentation zum professionellen Krisenmanagement aufbereit habe (s. u.), folgt dem Angriff zumeist der Ausschluss - eine fiese Aufführung in drei Akten: 1. Akt - Abkehr vom Delinquenten und Verweigerung der Zusammenarbeit. Im Fall von Lisa Eckhart waren dies zwei vermeintlich betroffene Autoren, die mit der frech-frivolen Österreicherin nichts zu tun haben wollten. Im Fall von HANSEVALLEY kündigte mir o. g. SPD-Funktionär die Zusammenarbeit mit (s)einem Hamburger Marketing-Inkubator auf. Das ist der Steigbügel für den Systemausschluss.

In unserem Fall verwehrte Hamburgs Behörden-Inventar Jens Unrau - Chef des Medien-Referats - auf Betreiben seines Web 2.0-Kumpels anschließend die "Freundschaft". Wir verloren Medienpartnerschaften mit "Nextmedia Hamburg" und "Gamescity Hamburg". Zudem zogen zwei stadtbekannte Startup-Flüsterinnen ihre Strippen und diskreditierten uns bei "12min.me". Sina G. schrieb sogar Kunden an, um mich als Chefredakteur und PR-Spezialist schlechtzumachen. Womit die "Cancel Culture" mind. seit April 2017 in Hamburg zum Handwerkszeug von Missgünstig*innen gehört. Das ist der Anfang vom gemeingefährlichen Einsatz versteckter Dolche.

Wenn die Qualitätspresse mit dem Benzinkanister zündelt.

Im nächsten Schritt solidarisiert man sich empört mit anderen mehr oder weniger oder auch gar nicht Betroffenen: 2. Akt - Mediale Koalition gegen den Schuldigen. Hier kommen heute gern "Facebook", "Twitter" & Co. zum Einsatz, weil ja so schön anonym: 'Kann man ihn nicht zurückschicken, woher er kam?' titelte Sina G's beste Freundin Sanya S. auf "Facebook" (ja, wir haben den Post noch ...). Like vom "DPA"-Chefinnovator! Das die Hetzjagd nichts mehr mit sachlichen, fachlichen Argumenten zu tun hat, ist klar. Bei Lisa Eckhart waren es "FAZ" und "taz", "SZ" und "Zeit" mit mehr oder weniger intelligenten Kommentatoren, die als selbsternannte Qualitätsmedien ein wenig mit dem Benzinkanister rumzündelten. Kann ja Leser bringen ... man weiß ja nie.

"Lisa Eckhart muss sterben" brachte die niedergestreckte Kabarettistin die Debatte mit vier klaren Worten gegenüber dem "Spiegel" selbst auf den Punkt. Womit wir beim 3. - finalen - Akt der Hinrichtung wären: der Drohung mit Konsequenzen auf juristischer und publizistscher Ebene. In diesem Fall waren es die echten oder echt erscheinenden Drohungen der Nachbarschaft des "Nochtspeichers" - beunruhigte Community mit Angst vom schwarzem Block aus der Hafenstraße. Ja, wirklich! Damit würde das Schreckgespenst seine Wirkung zeigen - wäre es doch nicht nur eine dreiste Lüge. Die Giullotine fiel trotzdem. Aber das gibt es im liberal erscheinenden Hamburg öfter ...

Hamburg - die #CancelCulture Hauptstadt als Serienerfolg.

Da der rot-grüne Hamburger Senat mit kleinen Tickets systematisch ein Netzwerk von Vereinen und Initiativen gesponnen hat, ist es nicht verwunderlich, dass HANSEVALLEY in den vergangenen Jahren nach dem Systemausschluss immer wieder "vergessen" - oder sagen wir lieber gecancelt - wurde. Welche direkten und indirekten Drohnungen dabei eine Rolle spielten, Förderungen nicht bewilligt zu bekommen, arbeiten wir gern in weiteren Folgen der Kriminalreihe "Willkommen in der #CancelCulture Hauptstadt" auf. Wir sind sicher, so schräg kann man gar nicht denken, wie Ausgrenzung und Drohungen z. B. in "BKM" und "BW(V)I" - Insider wissen jetzt Bescheid - gelebt werden.

Lisa Eckhart nimmt die Aus-, Um- und wieder Einladung verirrter, verwirrter und vielleicht auch verklärter Hamburger Kulturveranstalter und -senatoren mit begrüßenswerter Souveränität. Gegenüber "NDR Kultur" erklärt sie, dass sich "die Lust extrem in Grenzen hält" und sie "nicht gewillt war, jemanden jetzt zu einem Schützer der Kunstfreiheit zu erklären, der sich das nicht verdient hat." Womit die Veranstalter des "Harbour Front"-Festivals ebenso raus sind, wie Hamburgs ehrbarer Videosenator Carsten Brosda und wer sich sonst noch der Empörung über die Empörung anschließen wollen-dürfen-musste. 

"Wir haben keine „Drohungen“ erhalten und das auch nicht gesagt. Wir haben Warnungen bezüglich einer Störung oder Sprengung der Veranstaltung erhalten, die uns plausibel schienen."
Organisatoren "Nochtspeicher", 
Pressemitteilung 14.08.2020

Das Gespenst der "Political Correctness" wird seit jeher gern von mehr oder weniger Betroffenen für ihre Interessen missbraucht. Die Täter-Opfer-Umkehr und der öffentliche Ausschluss von "Schuldigen" zu deren wirtschaftlicher Vernichtung mittels "Cancel Culture" funktionieren immer nach der gleichen pseucho-moralischen Methode. 

Heinrich Manns "Untertan": 'Nach oben buckeln, nach unten treten.'

Wenn wir uns dann noch in vorauseilendem Gehorsam einer Kultur des Schweigens mit Sprech- und Denkverboten unterwerfen, sind wir nicht mehr weit weg von einem neuen Unterdrückungsapparat im schlimmsten Untertanengeist - sei er Braun oder Rot. Gegen blinden Gehorsam als Nährboden haben wir alle aufzustehen.

"Wo bleiben diejenigen, die sich Sorgen machen, diese aber friedlich äußern möchten?"
Dr. Nikolas Hill, Co-Initiator "Haltung.Hamburg"
Zitat hamburg.de, 2017 

Wo war eigentlich die "demokratische Antwort" der Initiative namhafter Bürger mit dem Titel "Haltung.Hamburg" im Fall der freien Künstlerin Lisa Eckhart? Wo waren - Zitat - die #HHaltungen "Weltoffenheit, Toleranz und demokratische Grundwerte", die bekannte Hamburger noch zum G20-Gipfel für sich in Anspruch nahmen? Wo sind die öffentlichen "Diskursräume", die ein entlarvter Kultursenator in jedem Grußwort beschwört?

Hören wir bei der Patriotischen Gesellschaft von 1765 e. V. - gegründet in der Epoche der Aufklärung als "Hamburgische Gesellschaft zur Beförderung der Künste und nützlichen Gewerbe" - auch nur beredtes Schweigen? Wir empfehlen einen Blick in die nahe Zukunft: Paris im Jahr 2022. Weitere Details unter dem Titel "Die Unterwerfung" beim "Deutschen Schauspielhaus" Hamburg.

Fortsetzung folgt: 
#CancelCulture in Zeichen von Datensammlung, Gesichtserkennung, Künstlicher Intelligenz und Überwachung von Städten. Bleiben Sie unabhängig ...

* * *

Verlagspräsentation "Lisa Eckhart" Roman "Omama"
hanser-literaturverlage.de

 Hanse Digital Chronik: 

14.08.2020 - Nochtspeicher Hamburg: Pressemitteilung "Richtigstellungen des Nochtspeichers zur Causa Lisa Eckhart"
14.08.2020 - Der Tagesspiegel: Interview "Vom Fundamentalismus der Gutunmenschen und rassistischen Omas"

11.08.2020 - NDR Kultur: Beitrag "Scharfe Kritik von Lisa Eckhart an Harbour Front"

10.08.2020 - NDR Zapp: Kommentar "Die konstruierte Debatte um Cancel Culture"

08.08.2020 - Die Zeit: Beitrag "Wie einmal die Cancel Culture nach Hamburg kam"

08.08.2020 - Der Tagesspiegel: Kommentar "Wie die Wächter über das Sagbare die Redefreiheit einschränken"

06.05.2020 - Die Zeit: Kommentar "Sich schön inkorrekt durchamüsieren"

05.08.2020 - Der Spiegel: Beitrag "Kabarettistin Lisa Eckhart von Literaturfestival ausgeladen"

07.04.2019 - Der Tagesspiegel: Porträt "Maulheldin in Versace":

 Hanse Digital Background: 

"Harbour Front" Literaturfestival Hamburg

Zsolney Verlag/Hanser Verlage: Leseprobe Lisa Eckhart "Omama"

Wikipedia Deutschland: Lisa Eckardt

Deutsches Schauspielhaus Hamburg: "Die Unterwerfung":

HANSEVALLEY: Hanse Digital Codex "HANSECODEX":

Thomas Keup: Präsentation "Crises Management"

Mittwoch, 7. Februar 2018

HANSESTARTUPS: Von Foodporn zu sexy Daten für Food.



HAMBURG DIGITAL REPORT

Kein Food, kein Food, kein Food ... und keine Fahrradanhänger. Das ist einer der wirklich wenigen Grundsätze von HANSEVALLEY. Das Geheimnis des Online-Wirtschaftsmagazins ist allerdings, auch mal eine Ausnahme zu machen. Fahrradanhänger mit Hilfsmotor finden wir immer noch nicht wirklich "sexy". Aber ein "Tinder für Food" hat uns aufhorchen zu lassen. Zumal, wenn es am Schulterblatt zwischen vielen leckeren Lokalen entsteht.



Ein junger Student der Macromedia Hochschule aus der Neustadt fasziniert das Thema "Hospitality". Während seiner Ausbildung in Medienmanagement arbeitet er für Red Bull - und lernt Hotels, Brauereien und Restaurants kennen. Das über 4 Jahre aufgebaute Netzwerk ist Grundlage für das erste Food-Startup, bei dem wir schwach werden, weil es ein echtes HANSESTARTUP ist. Ein Swipe in die Welt des "Foodguide" aus der Schanze:


Berlin, Hamburg, Köln und München - überall gibt es tolle Restaurants. Und überall suchen Gäste zu Lunch und Dinner die richtige Location. Was in Deutschland täglich stresst, ist in den angesagtesten Metropolen Europas nicht viel leichter: ob Amsterdam, London, Paris oder Barcelona - Essen ist ein Stück Kultur: "Ich fand es genial, was für ein zentraler Angelpunkt Essen für die Tailänder ist", bringt der 24-jährige Gründer Malte Steiert auf den Punkt, was er während seines Auslandssemesters 2013/2014 erleben durfte. 

Szenenwechsel: In der Diskussion mit Hamburgs CDU-Digitalexperte Carsten Owens begeistert der gebürtige Marburger beim Jungen Wirtschaftstag Anfang November '17 bei "EY" am Rothenbaum Jungunternehmer aus ganz Deutschland. Offen und ehrlich berichtet er von seiner Begeisterung, von seinen Anlaufschwierigkeiten und seinem nicht immer ganz leichten Weg. Gut, dass der seit August 2015 mit "Foodguide" engagierte Jungunternhmer keine Fahrradanhänger baut ...

Ein echter "Foodie" oder  doch "schnell, billig, viel"?

"Ich konnte nie stillsitzen, und ich habe kein ADS. Das wurde auch geprüft", bringt Malte in seinem portugiesischen Stammlokal "Transmontana" beim Interview kurz vor Weihnachten schmunzelnd rüber. Ein Instagram-Blog mit Essensfotos von Freunden ist der Anfang. Und wir sind gedanklich noch einmal in Thailand: Gastfreundschaft, Geselligkeit und Verbundenheit - all' diese Werte verbindet der Sohn einer Lehrerin und eines Pädagogen mit Essen in Thailand. "Jeder Thailänder ist ein Foodie", skiziert Malte den Unterschied zum deutschen 'Schnell, Billig, Viel'. 

Mit 50 anderen Studenten war er unterwegs in dem ostasiatischen Land, viele von ihnen von der Macromedia Hochschule an der Getrudenstraße. Und immer wieder die gleiche Frage: "Wo können wir hingehen?". Nach 3-4 Ausflügen viel kaum jemandem mehr etwas ein. Google, Yelp und Tripavisor? Für 20-22 Jährige nicht unbedingt das Non plus ultra: kaum Bilder, schlechte Texte, keine Preise. Alles, was einen Studenten nicht vom Hocker reißt. Gute Bilder gibt es bei Instagram. Food ist weltweit nach Mode und Reisen das Top-Thema Nr. 3. Also: "Foodporn" könnte die Lösung sein.

1.000 Follower nach 2 Monaten: "Foodporn" zieht.


"Foodporn" geht immer - gerade auf Instagram.
Screenshot: HANSEVALLEY
Malte Steinert macht sich ans Werk, fragt Freunde nach ihren Essensfotos: 'Was ist das? Woher hast Du das? und: Was kostet das'? Die Idee ist geboren: Schweinebauch, Bacon & Baked Beans, Bullerei in der Schanze, 13,50 €, gut! Veganer dürfen jetzt wegklicken ... Anfang 2014 startet der junge Medienexperte eine eigene WhatsApp-Gruppe mit Instagram-Fotos. Noch privat posten seine Buddies die angesagtesten Geheimtipps. Spezielle Empfehlung: Asiate "O-ren Ishii" am Speersort, mittlerweile als "Top 10"-Tipp in allen Stadtführern gelistet. Im Mai d. J. startet Malte mit den WhatsApp-Fotos einen Instagram-Channel - und reserviert sich eines Nachts den Titel "Foodguide".


Der nimmermüde Nachwuchs-Medienmacher lädt die besten Essensbilder hoch: Hashtags und Kommentare inklusive. Nach nur 2 Monaten hat er die ersten 1.000 Follower an Board - "Foodporn" zieht immer. Freunde schicken ihm Bilder, sein Bekanntenkreis ist voll dabei, eine Community entsteht. "Schickt mir Eure Bilder", ruft Malte im August '14 im Instagram-Blog als Motto aus. Täglich treffen zwischen 10 und 20 Fotos ein, Hyperuser schicken ihm ganze Ordner inkl. internationaler Tipps. Im Herbst ist eine systematische Content-Produktion entstanden: 4 Städte, 4 "Community-Manager", 20.000 Follower.

"Foodguide" ist kein Umsatz-, aber ein Netzwerkthema.


Jedem Foodie sein "Foodporn" ...
Foto: Foodguide App
Der seit gut 5 Jahren in Hamburg lebende Malte ahnt, das sein "eskaliertes Hobby" (Sorry, bei 12min.me geliehen) mehr werden kann. An der Macromedia Hochschule belegt er einen Lehrgang für Entrepreneurship. Sein Wunsch: "Wie kann ich einen Businessplan für Foodguide bauen?" Anfang 2015 fährt er während des Praxissemesters seinen Channel hoch. Erste Gastronomen wollen sich listen lassen, doch der Instagram-Kanal soll neutral sein. Foodora-Gutscheine? O.k. Einzelne Restaurant-Empfehlungen? Eher nicht. Im August '15 baut der Wahl-Hamburger mit seinem Entwickler Nico den Prototypen für "Food-Tinder".

Malte Steinert gründet im Spätersommer sein erstes eigenes Unternehmen. Im Herbst d. J. dann der Concept-Proof: "Foodguide" lädt die Community ein, mitzumachen. Das Team gewinnt jede Menge neuer Ideen - und die Sicherheit, dass es einen "Need" gibt. 80.000 Fans hat der "Foodguide" bereits bei Instagram. Am 1. Tag der neuen App kommen 3.000 User dazu. Bis Ende des Jahres werden es bereits 20.000 App-Nutzer sein. Bereits jetzt führt Malte erste Gespräche mit Business Angeln. Schnell wird klar: "Foodguide" ist kein Umsatz- sondern ein Netzwerkthema.

Die "Höhle der Löwen": Auf zur nächsten Stufe.

Anfang 2016 macht der Jungunternehmer seinen Bachelor in Digital Media Management und stellt im Februar seinen ersten Praktikanten für Marketing und Sales ein. Im Sommer gehts für 3 Monate in den "Plug & Play-Accelerator von Axel Springer - ein bewußter Schritt: "Deutschlandweit sind die am weitesten, deshalb haben wir uns für sie entschieden", so Malte auf die Frage, warum kein Hamburger Programm erste Wahl war. Alle 10 Tage pendelt er zwischen Metropole und Hansestadt. Das Team wächst auf einen Mitgründer, 2 Junior-Sales-Manager und 2-3 Praktikanten.

"Foodguide" verdient sein erstes Geld, 2.000,- € jeden Monat. Im Juli lernt Malte seinen heutigen Mitgründer Finn Fahrenburg kennen. Der Techi wird zum Treiber für die technische Entwicklung. Ende 2016 bekommen Malte und Finn einen Kontakt zum deutschen Frühphasen-Fonds "Seed & Speed". Mit dem 2 Jahre älteren Partner zieht es "Foodguide" 2017 in die "Höhle der Löwen". Der Lohn für die Vorbereitung: 450.000,- € Investment. Hannovers Starinvestor hilft dem jungem Startup auf die nächste Stufe der Entwicklung. 

Carsten Maschmeyer ahnt, dass mehr dahinter stecken kann.
Foto: Foodguide App
Von Instagram-Channeln zum Datenlieferanten.

Im Sommer vergangenen Jahres professionalisiert sich "Foodguide": Praktikanten raus - Angestellte
rein. Das Team wächst von 8 auf 20 Mitarbeiter, der Fokus schwenkt auf internationale Märkte, Country Manager kümmern sich um Nutzerwachstum und Vermarktung in Amsterdam, Barcelona, London, Madrid oder Paris. Mittlerweile erzielt das Startup im Marketing jeden Monat zwischen 20.000 und 30.000,- € Umsatz, sind Gastronomen wichtige Vertragspartner. Nach wie vor ist Instagram der Motor, mit Traffic für die Apps und Gutscheinen für Lokale. 


Sie machen in der Schanze das "Tinder für Food".
Foto: Foodguide App
"Foodguide" ist heute in fast allen größeren Städten Deutschlands zu Hause. Die Nutzer sind im Schnitt rd. 27 Jahre jung, meist in Städten zu finden und zu sage und schreibe 75% weiblich. Über 650.000 Fans zählt "Foodguide" heute auf seinen gut 20 Instagram-Channeln in aller Welt. Sie alle werden aus dem jungen Büro im Schanzenviertel betreut. Was wie ein nettes Medien-Marketing-Modell aussieht, entwickelt sich zunehmend zu einem handfesten Daten-Lieferanten für die Industrie:

Alle Vorgänge rund ums Essen in einer App.


"Was soll 2019 auf die Pizza gelegt werden?", fragt Malte bei seinem Lieblings-Portugiesen mit einem Schmunzeln. Und ergänzt: "Wird Quinoa (eine Art Hirse) in 2 Jahren in den Supermarkttegalen liegen?". Mikrotrends in der "Foodguide"-Tinder-App über Likes und Dislikes können zu Makrotrends hochgerechnet werden. Nur ein Schritt auf dem Weg zur disruptiven Tech-Company. Im Nachrichtenmagazin "Stern" ist Malte Steiert denn auch überzeugt, mit "Foodguide" noch viel mehr zu erreichen:


"Unsere Vision ist es, alle Vorgänge rund um das Thema Essen in unserer App zusammenlaufen zu lassen und dem User ein Service-Hopping zu ersparen. In fünf Jahren wollen wir ganz klar nicht nur den Food Market disrupted haben, sondern in weitere Verticals - wie Hotellerie, Travelling und Nightlife - vorgedrungen sein. Aktuell fokussieren wir uns aber erst einmal auf das Vertical Gastronomie.

Das Erfolgsteam der Foodguide App: Malte + Finn
Foto: Foodguide App
Womit die Frage beantwortet werden kann, warum ein weitsichtiger Carsten Maschmeyer in den beiden Jungs aus der Schanze mehr sieht, denn Frank Thelen; warum eine Tinder-App für Gastronomen und Lebensmittler äußerst spannend sein kann und warum "Foodguide" ein HANSESTARTUP ist. Denn nur die besten Startups sind HANSESTARTUPS, auch wenn sie Food machen (und natürlich Tech).

Wir wünschen "Foodguide" auf Ihrem Weg alles Gute und jeden erdenklichen Erfolg! 






 Hamburg Digital Background: 

Malte Steiert im Business-Netzwerk "Xing":
www.xing.com/profile/Malte_Steiert/

"The Foodguide App" bei Instagram:
www.instagram.com/foodguideapp/

"The Foodguide App" Blog:
www.thefoodguide.de/de/blog/

"Foodguide"-Beitrag im Magazin "Stern":
www.stern.de/wirtschaft/hoehle-der-loewen---foodguide----soziales-netzwerk-fuer-alles-rund-ums-essen-7679928.html

Sonntag, 28. Januar 2018

HANSEPERSONALITY Martin Böhm: Antworten von Beiersdorf-Pressesprecherin leider verboten worden.

Eine blaue Hautcreme, dazu Pflege für Kids, Muttis, Männer und Best Ager. Es gibt so gut wie nichts, was es bei Nivea nicht gibt. Ein Blick auf Werbemillionen und Discounter zeigt: Der Wettbewerb für Beiersdorf wird härter. L'Oréal, P&G, Schwartzkopf & Henkel oder Unilever aus der Hafencity: Alle haben die Generationen "Y" und "Z" im Visir, tummeln sich mit Influencern auf YouTube. Dazu die Drogeriegiganten DM und Rossmann. Selbst Vorwerk und Würth rühren für Handelsmarken an Töpfchen und Tigeln.


Nivea-Haus am Jungfernstieg in Hamburg.
Foto: Beiersdorf

500 Mio. Kunden haben jeden Tag in mehr als 150 Ländern weltweit Nivea-Produkte in der Hand, mit "Nivea Men" ist das Team aus Eimsbüttel Weltmarktführer. Westeuropa ist der wichtigste Markt für die Hamburger. Was macht Beiersdorf in Sachen Datenauswertung für mehr Effizienz, im Digitalmarketing für neue Kunden und welche digitalen Produkte plant man an der Unnastraße? Beiersdorf Chief Digital Officer Martin Böhm steht exklusiv Rede und Antwort. Ein Hamburg Digital Interview:

Martin Böhm: Sie sind seit mehr als 10 Jahren bei Beiersdorf, ihr Herz schlägt für die Farbe Blau. Sie sind als Chief Digital Officer eine echte "Inhouse-Lösung". Sie tragen keine Skimütze und treten bei SAP ohne bunte Sneakers auf. Ganz ehrlich: Was halten Sie von Digitalstrategien?

Hinweis der Redaktion: Martin Böhm wollte uns die Fragen zu unserem Interview gern abgestimmt beantworten. Wir haben ihm dazu auch mehr Zeit eingeräumt, als geplant. 

Leider hat die Leiterin der Pressestelle von Beiersdorf aus persönlichen Ressentiments und ohne eine Angabe von sachlichen Gründen die Beantwortung unserer Fragen verboten.

Zu unserem Bedauern müssen wir von einer Ungleichbehandlung ausgehen und weisen das Verhalten als Bruch für die Pressestelle verbindlicher PR-Kodizes zurück. 

Fast jedes Digitalkonzept besteht aus 1. Datenanalyse, 2. Digitalansprache und 3. Digitalen Produkten. Fangen wir vorn an. Sie sind Daten- und Technologiespezialist: Wie werden heute 1.300 Nutzer ihrer Datenplattform mit unterschiedlichen Informationen aus diversen Quellen fertig?

s. o.




Thema Digitalansprache: Besucht man das Nivea-Haus am Jungfernstieg, sieht man viele Kundeninnen im "besten Alter". Wie können Sie junge Kunden digital begeistern? Junge Produkte haben Sie mit "Nivea Visage Young", "Nivea Men (Hipster-)Bartöl" oder "Nivea Baby" im Sortiment.

s. o.

Bleiben wir bei den Daten: Westeuropa ist mit Abstand der wichtigste Markt für Nivea und Beiersdorf. Sie denken über neue, digitale Kanäle in der Kundenansprache nach. In welchen Ländern sind Ihre Kunden schon heute digital unterwegs - und wo eher noch nicht?

s. o.

Sie haben eine Innovationsabteilung am Wiesingerweg - mit Datenanalysten, Technologiescouts und Digitalen Business Developern. Auch Sie haben eine "Digital Factory" mit Creative Space. Hand aufs Herz: Wann werden Ihre Produkte digital, nicht nur ihr Vertrieb? Und wie?

s. o. 



Bleiben wir beim Mindset: Nivea - das ist weiße Creme in blauen Dosen. Ihre Leitmarke überstrahlt Eucerin und La Prairie, Hansaplast und Tesa? Wie können Sie die Mitarbeiter mit auf die Reise nehmen, Mitarbeiter die sicher nicht "blauäugig" gegenüber den Veränderungen sind.


s. o. 

Zu guter Letzt unsere traditionelle Hamburg-Frage: Nivea und Beiersdorf sind so Hamburg, wie Otto und Tchibo. Wo läuft die digitale Transformation in unserer Stadt schon richtig rund - und wo könnten Politik, Verwaltung und Unternehmen noch "eine Schüppe zulegen"? Offenheit ist gefragt!

s. o. 

*  *  *

Redaktionelle Schlussbemerkung: 

HANSVALLEY arbeitet nach dem Deutschen Pressekodex und stimmt seine Hamburg Digital Interviews mit Gesprächspartnern vertrauensvoll ab. Wir bedauern das unternehmerisch fragwürdige Verhalten einer leitenden PR-Mitarbeiterin von Beiersdorf.

Das Hamburg Digital Magazin steht für ein fundiertes Interview auch über Beiersdorf, dessen Digitalisierung und den erforderlichen Kulturwandel zur Verfügung. Unfaire PR-Praktiken zu Lasten unserer Leser weisen wir gegenüber Beiersdorf und Maxingvest zurück.


 Hamburg Digital Background: 

Martin Böhm bei Linkedin
/www.linkedin.com/in/2martinboehm/

Vortrag Martin Böhm zu Smart Data
https://youtu.be/3jTW2BEe9AQ

Video zu Digital Marketing und E-Commerce
https://youtu.be/7YapmUzdMY8

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Mittwoch, 29. November 2017

HANSEHISTORY: Auf dem Weg zur digitalen "Hammaburg 4.0"

Hamburg Digital Report


"Die 'Digitalisierung der großen Stadt' ist kein Wettbewerb um die abgefahrensten Zukunftsvisionen, es ist ein ganz realistisches Projekt für die Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt. Ein Projekt, das alle Bereiche des Lebens, Arbeitens und Lernens durchdringt und in einer Vielzahl konkreter Schritte vollzogen wird." Mit diesen Worten brachte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz die allumfassende Digitalisierung der Freien und Hansestadt am 2. Mai 2016 vor der Universitätsgesellschaft auf den Punkt

Wenn Apps Besucher leiten, wenn Ampeln intelligent werden und die Gleise der Hafenbahn melden, wenn sie geölt werden müssen - was ist dann mit traditionellen Themen, wie Kunst und Kultur? Google digitalisierte seit 2004 rd. 15 Mio. Bücher mit 4,5 Mrd. Seiten und damit das gesammelte Wissen der Welt. Wenn Literatur digital wird, was ist mit historischen Plätzen und der Geschichte unserer "Hammaburg"?

Ab heute beschäftigt sein ein Innovationsforum des "eCultureLabs" an der HafenCity Universität mit dem digitalen Erbe an Alster und Elbe. Eine digitale Reise in die Geschichte im Hamburg Digital Report:

Die historische "Hammaburg" am heutigen Domplatz in der Altstadt.
Montage: Archäologisches Museum Hamburg
Seit heute dreht sich der HCU alles um digitale Kultur. Schlagworte, wie "Smart Culture" in "Smart Objects", ""Augmented Reality" für "Blended Experience" und "Virtual Reality" mit neuen Geschäftsmodellen stehen auf der Einladung von "eCulture.info" aus Hamburg. Kulturwirtschaft, Kreativ- und Digitalwirtschaft tauschen sich bis Mittwoch-Abend im Rahmen des "Innovationsforum Mittelstand" in interaktiven Sessions über die Möglichkeiten digitaler Kultur an Alster und Elbe aus. Es ist der Höhepunkt einer Workshop-Reihe mit Akteuren aus Kultur, Wissenschaft und Mittelstand.

Am ersten Tag diskutieren die rd. 80 Teilnehmer die Ergebnisse der 4 voran gegangneen Workshops zu allen Aspekten digital erleb- und nutzbarer Kultur. Dazu kommt eine Wissenssafari zu Schlüsselplätzen digitaler  Kultur in Hamburg, wie dem historischen Domplatz als Keimzelle Hamburgs, dem "Creative Space" CSTI der HAW Hamburg, dem "Digital Scienage Center" in der Speicherstadt oder einem Shopschaufesnter der Archäologie in Harburg mit Informationen zu den historischen Ausgrabungen in der Schloßstraße.

Am zweiten Tag des "Innovationsforum Mittelstand" erarbeiten die Unternehmer, Wissenschafter, Kultur- und Tech-Experten  im World Café-Format Kooperationen und neue Geschäftsmodelle - z. B. durch Anleihen aus anderen Branchen. Schließlich soll der vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Entwicklungsprozess mit Workshops und Konferenz einmal in den Hamburger Wirtschaftsclustern verankert werden, von der Medienbranche mit "NextMedia Hamburg" über "NextReality Hamburg" bis zum Digitalcluster "Hamburg@work." 

Eine Reise durch Geschichte und Technologien

Alles fing an mit einem Workshop zu Augemented- und Virtual Reality mit Next Reality-Professor Dr. Frank Steinicke von der Universität Hamburg an, gefolgt von einem Austausch im "Creative Space" CSTI am Steindamm mit Vertretern der HAW sowie klein- und mittelständischen Unternehmen zu den Themen IoT,  Smart Objects und Blended Experience Objects. In der dritten Runde ging es im "Digital Scienage Innovation Center" von "komma,tech redaction" in der Speicherstadt um Möglichkeiten, Kultur über diverse Technologien digital zu vermitteln - sei es per Museumsinstallationen oder Social Media Aktivitäten. 

Der letzte Workshop drehte sich am 10. November d. J. um Geschäftsmodelle von KMUs im Zusammenspiel mit digitaler Kultur - sei es durch Anpassung, Erweiterung oder Veränderung bisheriger Angebote. Ein Beispiel ist eine Landingpage des Einzelhandels inkl. Kulturinhalten. Das kann auch über eine Marketing-App wie "Yoints" aus Hamburg passieren. Eine weitere Möglichkeit ist die Verknüpfung von kulturellen und kommerziellen Informationen über Social Media Kanäle, z. B. mit Bildern einer Ausstellung via Instagram. 

Die "Hammaburg" als Ursprung und Sprungbrett

Oben auf der Tagesordnung des Forum steht das "SmartSquare"-Projekt. Mit interaktiven Displays an Bürgersteigen, digitalen Schaufensterprojektionen am historischen Bischofsturm und mit VR-App auf dem eigenen Smartphone wird in den kommenden drei Jahren der historische Ursprung der Handelssiedlung am Domplatz erlebbar. Mit den Erkenntnissen des Archäologischen Museums Hamburg, der Unterstützung des Digitalnetzwerks Hamburg@work und dem Engagement der HafenCity Universität wird zugleich erforscht, wie der Platz in Zukunft lebendig genutzt werden kann.

Die historische "Hammaburg": Ursprung der Hafen- und Handelsmetropole.
Animation: Archäologisches Museum Hamburg
Die "Hammaburg 4.0" soll zu einer Dauerausstellung werden - inkl. Audioinstallationen, lokal interagierenden Chatbots, einem virtuellen Stadtführer auf den Displays der Citylight-Monitore. Neben Archäologischem Museum und Hamburg@work sind auch das Hamburger Museum für Arbeit, das Altonaer Museum und die Stiftung Historisches Museum mit an Board. Das verspricht eine umfassende Sicht auf die Anfänge, die Entwicklung und die Besonderheiten unserer Stadt seit den Anfängen. 

Wissenschaftler, Unternehmer und Enthusiasten

Das große Ziel ist die Wiederbelebung des Verkehrsknotenpunkts und zugigen Platzes mit neuen lokalen Geschäftsmodellen. Schließlich lädt der ehemalige Parkplatz vor dem Helmut-Schmidt-Pressehaus am Speersort nur bedingt zum Verweilen ein. Mit Hilfe eines "CityScopes" des "CityScienceLab" der HCU wird aus dem ehemaligen Parkplatz und der heutigen Grünfläche schon bald ein lebendiges Quartier, das mit Unterstützung von Anwohnern, Geschäftsleuten und Lokalbesitzern zu neuen Leben erweckt werden kann.

Hinter den digitalen Kulturaktivitäten stehen die beiden Kulturexperten, Wissenschaftler und Unternehmer Jens Bley und Kay Hartkopf. Sie leiten das "eCultureLab" an der HafenCity Universität und organisieren mit "eCulture.info" das Innovationsforum. Mit dem Background als Wissenschaftler, Medienunternehmer und Experten für "urbane Labore" machen sie nicht nur die historische Mitte unserer Stadt lebendig, sie entwickeln mit interaktiven Medien und direkter Einbeziehung von Anwohnern, Gewerbetreibenden und Besuchern Angebote, was man aus einem Platz mehr und besser machen kann.

Ende Januar kommenden Jahres sollen die ersten Screens am Domplatz an der Petrikirche auf die Ursprünge Hamburgs und die historische Bedeutung des Platzes hinweisen. Wir sind bereits jetzt gespannt.

 Hamburg Digital Background: 

Organisator eCulture.info

Projekt "Hammaburg 4.0" Hamburg:

E-Culture-Projekte in Hamburg:
https://www.hamburg.de/bkm/eculture/

HCU CityScienceLab mit "CityScope":
Digitale Flüchtlingshilfe mit dem CityScienceLab der HafenCity Universität.