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Sonntag, 20. Mai 2018

HANSEPERSONALITY Erik Händeler: Wohlstand ist in Zukunft, sich besser auszutauschen.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Was kommt nach der Digitalisierung? Wer löst die dominierenden Plattformen ab? Welches Metathema begleitet uns in der Zukunft? Wo liegen die künftigen Geschäftsmodelle? Diese Fragen stehen für Zukunftsforscher ganz oben auf der Tagesordnung.


Blickt krittisch und hoffnungsvoll in die Zukunft: Visionär Erik Händeler
Foto: Wolfgang List

Welcher Produktionsfaktor ist heute am Knappsten, und lässt sich nicht einfach ersetzen? Und welche Erfahrungen helfen uns, den nächsten Aufschwung erfolgreich zu begleiten. Ein ganz besonderes Hamburg Digital Interview mit dem Zukunftsforscher Erik Händeler:

Bis zu 40% der Arbeitsplätze in der westlichen Welt können durch Technologien - sprich die allumfassende Digitalisierung des Arbeitslebens - wegfallen. Sie sagen: Das ist Unsinn und uns wird die Arbeit nicht ausgehen. Dann könnte ich aufhören, über Digitalisierung zu schreiben, oder?

Nein! Weil erst durch die Digitalisierung neue Arbeitsplätze möglich werden, die vorher nicht ausreichend rentabel waren. Als die Dampfmaschine Bergwerke entwässerte und mehr Erz und Kohle hochschaffte, waren Eisen und Energie erst billig genug für unzählige neue Anwendungen. Die Digitalisierung ist ein Prozess, der jetzt schon Jahrzehnte läuft. Nur weil Computer Telefongespräche vermitteln, konnte Telefonieren so billig werden und neue Anwendungen ermöglichen. 

"Es reicht nicht, Technik A durch Technik B zu ersetzen, sich bequem zurückzulehnen und so weiter zu machen wie bisher."

Arbeit ist, Probleme zu lösen. Und weil wir immer Probleme haben werden, geht uns auch die bezahlte Arbeit nicht aus. Die Arbeit wandelt sich: Sie wächst in die gedachte Welt hinein: Nach Wissen suchen, das mein aktuelles Problem löst; etwas durchdenken und analysieren, um eine Entscheidung vorzubereiten; Inhalte aufbereiten und vermitteln; beraten, entwickeln, organisieren. Wir werden auch für einfachere Leute Arbeit haben, die höher Ausgebildete bei Routinen entlasten.


Nimmt kein Blatt vor den Mund: Publizist Erik Händeler
Foto: Wolfgang List

Sie stellen sich namhaften Wirtschaftswissenschaftlern entgegen und sagen: Es gibt einen 6. Kondratieff-Zyklus, mit dem die aktuellen Probleme in Wirtschaft und Gesellschaft begründet werden können. Dann müssten die täglichen Nachrichten neu geschrieben werden?

Die Zukunft entsteht an den Knappheiten. Als die englischen Unternehmer im 18. Jahrhundert nicht mehr hinterherkamen, Bergwerke zu entwässern und Spinnräder anzutreiben, haben sie den wissenschaftlichen Mitarbeiter der Uni Edinburgh, James Watt, beauftragt, einen Dampfmaschine rentabel zu machen. Als der Mangel an Transport weiteres Wachstum verhinderte, musste die Eisenbahn gebaut werden. 

Als die Wissensflut explodierte und wir mit Zettelkästen nicht mehr hinterherkamen, musste der Computer vorangetrieben und weiterentwickelt werden. Alle diese grundlegenden Innovationen benötigten auch eine bestimmte Infrastruktur und bestimmte Organisationsmuster und Verhaltensweisen, um die aufgestaute Knappheit zu überwinden und die Wirtschaft stark wachsen zu lassen. 

"Nachdem der Computer sich weitgehend ausgebreitet hat, müssen wir den nächsten Aufschwung in der Knappheit von heute suchen."

Diese 40 bis 60 Jahre langen Strukturzyklen hat Schumpeter nach Nikolai Kondratieff benannt, der sie in den 20er Jahren in Aufsätzen beschrieb, übrigens auch auf deutsch. Damals hatten Dampfmaschine, Eisenbahn und der elektrische Strom lange Konjunkturzyklen getragen. Aus dieser Sicht stellt sich die Frage: Was ist jetzt knapp? In der Wissensgesellschaft wird die Arbeit so komplex, dass wir viel mehr als früher angewiesen sind auf das Wissen anderer. 

Auf diese Zusammenarbeit sind wir nicht vorbereitet, weil wir entweder bedingungslosen Gehorsam oder Ellenbogenindividualismus kennen, nicht die Universalethik, in der sich jeder nach seinen Gaben entfaltet, diese aber für das Gesamtwohl einsetzt und Respekt hat vor den berechtigten Interessen der anderen. 

Wenn Innovationen grundsätzlich wegen knapper Ressourcen entwickelt und eingeführt werden - und das war unter Hamburgs Kaufleuten auch immer so, warum sind Sie der Überzeugung, dass Gesundheit zum neuen "Flaschenhals" wird, und nicht die Energie?

Wenn Sie einen Mittelständler fragen: Was ist Dein größtes Problem? Dann wird er Ihnen nicht "Energie" nennen, außer er produziert Zement. Das größte Problem sind die Personalthemen: nicht die richtigen Leute finden, schon wieder einen Arbeitsgerichtsprozess führen, Kommunikationsschwierigkeiten. Und vor allem die Lohnnebenkosten: Dahinter stecken die Kosten für Pflege, Arbeitslosigkeit und Krankheitsreparatur, und die haben alle mit einem Mangel an Gesundheit zu tun, der im Lebensstil entsteht und in der Arbeitsweise. 

Der 6. Kondratieff-Zyklus: Information und Gesundheit
Grafik: Erik Händeler

Gleichzeitig hängt der Wohlstand vom produktiven Umgang mit Wissen ab, das berührt die seelischen Schichten, deswegen rückt psycho-soziale Gesundheit in der Vordergrund. Wenn jemand seelisch so verletzt ist, dass er Machtbeweise braucht oder Statusbesitz, um sich selbst für wichtig und wertvoll zu erachten, dann ist das unproduktiv. Der Wachstumseffekt ist nicht das zusätzliche Geld, sondern die höhere Produktivität und die längere produktive Lebensarbeitszeit. 

"Gesundheit wird Wachsuntsmotor, wenn wir den Stress aus dem Arbeitsleben nehmen und bei weniger Arbeitslast flexibler viel länger arbeiten."



Wenn jemand nicht mit Ende 50 Jahren halbtot frühverrentet werden muss, sondern bei weniger Arbeitslast mit Freude und weniger Arbeitszeit bis 67 oder 70 mitarbeitet, dann ist diese zusätzliche produktive Lebensarbeitszeit der Wachstumseffekt.

Wir haben heute eine Arbeitswelt, in der wir 20 Jahre in Bildung, Ausbildung und soziale Fähigkeiten investieren, um die Menschen 30 bis 35 Jahre später in Frühverrentung, Vorruhestand und "Hartz 4" zu schicken. Was muss sich aus Ihrer Sicht in unserem Arbeitssystem ändern?


Sieht Gesundheit als Schlüsselfaktor: Erik Händeler
Foto: Günther Lintl
Wie gesagt: Die zusätzlichen produktiven Lebensarbeitsjahre schaffen den Wohlstand. Wenn wir im Schnitt alle 90 werden, können wir nicht mehr mit 60 in Rente gehen Die ist eh hochtoxisch, sagen mir Ärzte. Wenn man eingebettet bleibt in die Entwicklungen, in den Kollegenkreis, weiter milde gefordert wird, mehr Pausen hat, dann trägt es zu meinem Wohlbefinden bei. 


"Psychosoziale Gesundheit, kooperative Streit- und Arbeitskultur, neue Organisationsformen der Arbeit. Auf die dafür nötigen Erfolgsmuster sind wir noch nicht ausreichend vorbereitet."

Das ganze Geheimnis ist, das wir weniger arbeiten werden, um länger arbeiten zu können. Die meisten Träume lassen sich nicht verwirklichen, wenn man in Rente ist, dafür muss man vorher Gelegenheit bekommen und in der Arbeit ein halbes Jahr aussetzen.

Sie sagen: Die nichtlineare Wissensarbeit mit unstrukturierten Informationen wird unseren künftigen Wohlstand ermöglichen. Planen und Entwickeln, Beraten, Organisieren und Probleme lösen stehen im Fokus - und damit das Einordnen von Wissen. Wie sieht das konkret aus?

Nehmen Sie an: Am Freitag Nachmittag geht eine Maschine kaputt, der zuständige Ingenieur soll sie reparieren. Wenn er es alleine versucht, wird es Montag und er hat den Fehler vielleicht immer noch nicht gefunden. Wenn er aber erst einmal herumtelefoniert, wer ihm helfen könnte, und jemand gibt ihm einen Tipp auf einen Spezialisten, der ihm die entscheidende Information gibt, dann hat er die Maschine am Freitag Nachmittag repariert und sie können weiter produzieren. 

"Die Arbeit wird künftig in Netzwerken organisiert werden, die nach tagesaktuellen Kompetenzen zusammengestellt werden."

Wohlstand ist in Zukunft nicht, noch härter zu arbeiten, sondern sich besser auszutauschen. Wenn wir ein Problem haben, haben wir nicht die Zeit, fünf Fachbücher durchzulesen. Wir müssen jemanden fragen können, der das getan hat, und in einer Minute erklären kann, was die Lösung ist. Wenn wir dann im Team von Spezialisten sind, wird die Fähigkeit entscheidend für den Wohlstand, unterschiedliche Kompetenzen zusammenzufügen, ohne sich in Seilschaften, Ego- oder Gruppenkriege zu verzetteln, sondern von der Sache und vom Gesamtwohl auszugehen. 

Wir werden Berufe bekommen, die 80 Prozent ihrer Zeit lesen, lernen und aktuell bleiben, während sie 20 Prozent ihrer Arbeitszeit aufwenden, um ihr tiefes Nischenwissen in den verbliebenen Rumpfmannschaften der Firmen anzubringen.

Geht den Ursachen auf den Grund: Zukunftsforscher Händeler
Foto: Erik Händeler

Die Produktivität einer Gesellschaft hängt immer von der Realwirtschaft ab, also nicht von Aktienkursen oder Zinsentwicklung. Wovon hängt dann die Produktivität in der Wissensgesellschaft ab, sprich, was ist der reale, entscheidende Erfolgsfaktor, den Standorte ausmachen werden?

Kapital können Sie überall auf dem Globus leihen, und sei es in Saudi-Arabien; eine Maschine kann jeder überall kaufen, Wissen vom Internet herunterziehen, sich einen Spezialisten in Paris mieten, seine Produkte weltweit vermarkten. Der einzige entscheidende Unterscheid wird die Fähigkeit der Menschen vor Ort, mit Wissen produktiv umzugehen.

"Mit Befehlen kann man Wissensträger einschüchtern, aber sie werden ihr Bestes dann schön für sich behalten."

Und das ist immer Umgang mit anderen Menschen die man unterschiedlich gerne mag, kennt oder mit denen man unterschiedlich viele berechtigte Interessensgegensätze hat. Die Kultur des Zusammenwirkens entscheidet den weltweiten Standortwettbewerb. Das hat auch mit den religiösen Wurzeln in der Geistesgeschichte zu tun.

Unsere Hamburg-Frage:

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier - und der ehrbare Hamburger Kaufmann ist dies seit nunmehr 800 Jahren. Welche Botschaft haben Sie an Hamburger Familienunternehmer und Politiker, damit die Wirtschaftshauptstadt Deutschlands auch in Zukunft erfolgreich bestehen kann?

Geht über den Eigennutz hinaus. Seid ehrlich über Eure Ziele und Eure Motivation, Streitet nicht zur Vernichtung des anderen, sondern um der Sache willen bezogen auf ein Projekt. Denkt langfristig. Produktiver Umgang mit Wissen benötigt Versöhnungsbereitschaft – wir werden es uns nicht leisten können, nicht mehr miteinander zu reden, wenn wir zerstritten sind. Leider streiten wir oft nicht, weil wir entweder schlecht streiten würden oder weil wir Status oder Positionen nicht in Frage stellen wollen. 

"Der einzig entscheidende Standortfaktor wird sein, wie groß die Fähigkeit der Menschen vor Ort ist, mit Informationen umzugehen."

Der Mensch möchte sich nicht ändern und will vor allem nur selbst bestätigt werden. Das ist zunehmend eine Wachstumsbremse. Ich bin da aber ein fröhlicher Marktwirtschaftler: Wer sich nicht an die neuen Regeln des produktiven Umgangs von Wissen zwischen Menschen anpasst, der ist halt weniger produktiv, bis der Buchhalter kommt und sagt: 'Oh, wir haben ein Problem …'


* * *

Herzlichen Dank für den visionären Ausblick!
Das Interview führte Thomas Keup

 Hamburg Digital Background: 

Vorstellung Erik Händeler mit Vortrag:
https://youtu.be/ELWXuIJUxfQ

Erik Händeler: Wie uns trotz Digitalisierung die Arbeit niemals ausgeht:
https://youtu.be/6nGnzoXOTBM

Fachbuch Erik Händeler: "Die Geschichte der Zukunft":
http://www.erik-haendeler.de/seiten/buch/zukunft.htm

"Wenn der Zyklus die Krise erklärt", SZ 2013:
www.erik-haendeler.de/download/sueddeutsche_zeitung_17-09-2013.pdf

Kondratieff-Zyklen in der Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kondratjew-Zyklus

Sonntag, 23. April 2017

HANSEPERSONALITY Heiko Milde: "Wir sollten noch mehr auf Hamburgs Stärken setzen."

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Die Hamburgische Investitions- und Förderbank IFB ist mit ihrem Start am 1. August 2013 ein echter "Spätzünder" unter den landeseigenen Förderbanken. Für Hamburgs Startups ist die IFB Hamburg jedoch ganz weit vorn. Wie kaum eine Förderbank hat die IFB von Anfang erkannt, wo Startups in Gründung und Wachstum der Schuh drückt.

Hamburgs Startup-Förderer Dr. Heiko Milde
Foto: IFB Hamburg
Bundesweit bekannte und erfolgreiche Hamburger Startups, wie Baqend, LifeTime, Familonet und Tinitracks gehören zum Portfolio der IFB Startup-Tochter IFB Innovationsstarter GmbH. Federführend verantwortlich für die städtische Startup-Förderung ist Heiko Milde. Der Elektrotechniker und Informatiker versteht Startups - und ist ein beliebter Ansprechpartner. Unser HANSEPERSONALITY ist Dr. Heiko Milde:

Du bist Geschäftsführer der IFB Innovationsstarter GmbH. Das klingt für einen außenstehenden Startup-Gründer auf den ersten Blick vielleicht wie ein Inkubator oder Accelerator. Was machst Du als Geschäftsführer bei IFB Innovationsstarter, wer steckt dahinter und warum bist Du mit Deinem Team interessant für Startups in unserer Stadt?

Die Frage, was wir machen, ist ganz einfach zu beantworten: Wir fördern Hamburgs Startups mit Geld. Junge innovative Unternehmen sind wichtig für die Zukunftsfähigkeit des Standorts, zugleich haben sie es besonders schwer, das erforderliche Startkapital aufzutreiben. Wir entschärfen diese Finanzierungslücke, indem wir als Tochter der Hamburgischen Investitions- und Förderbank den Startups Zuschüsse und Beteiligungskapital zur Verfügung stellen. Wir sind also kein Inkubator oder Accelerator, sondern ein öffentlicher Kapitalgeber.

Startups in der Gründungsphase haben oftmals noch keine Umsätze, jedoch von Anfang an Personal- und Entwicklungskosten. Einige Digitalpolitiker kritisieren die Angelszene an Alster und Elbe als zu klein. Mit "InnoRampUp" bietet Ihr eine Startfinanzierung ohne Rückzahlung an. Wie hoch ist die Förderung und was müssen Startups bei Euch einreichen?

Innovative Startups, die jünger als zwei Jahre sind und ihren Sitz in Hamburg haben, können wir mit Zuschüssen in Höhe von bis zu 150 TEUR pro Unternehmen unterstützen. Mit diesem „Seedmoney“ machen wir viele innovative Gründungen überhaupt erst möglich. 


Voraussetzungen sind neben einer überzeugenden Geschäftsidee vor allem ein gutes Team. Idealerweise schicken die Gründer uns ihre Unterlagen wie z.B. ein Pitch Deck per E-Mail zu. Wir prüfen das dann und laden das Team gegebenenfalls zu einem persönlichen Gespräch ein. Später muss das Startup noch einen unabhängigen Ausschuss von seiner Idee überzeugen. InnoRampUp ist ein einzigartig attraktives Programm, eine vergleichbare Förderung finden Startups in keinem anderen Bundesland.

Einige Oppositionspolitiker fordern ein stärkeres Engagement der Freien und Hansestadt bei der Unterstützung von Startups in der Wachstumsphase. Der "Innovationsstarter Fonds" ist seit 2012 ein Hamburger Instrument der Risikokapitalfinanzierung. Wie könnt Ihr konkret Startups unterstützen und welche Rahmenbedingungen müssen Startups erfüllen?

Der Innovationsstarter Fonds ist ein Venture Capital Fonds, der sich an Startups beteiligt und ihnen Eigenkapital zur Verfügung stellt. Dabei geht es um besonders innovative Hamburger Unternehmen, die jünger als fünf Jahre sind. Auch Unternehmen in der Wachstumsphase kommen in Frage. Geldgeber des Fonds sind zu 50 % die Freie und Hansestadt Hamburg und der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Aufgrund der guten Nachfrage wurde der Fonds bereits aufgestockt.

Der Innovationsstarter Fonds investiert bis zu 1 Mio. EUR pro Startup. Voraussetzung ist eine wachstumsstarke Geschäftsidee, die auf einer selbstentwickelten Innovation basiert und von einem überzeugenden Team vorangetrieben wird. Idealerweise kommen die Startups zu uns, wenn sie bereits erste Kunden und Umsätze haben, insbesondere bei Deep-Tech Unternehmen ist das aber nicht erforderlich. Auch beim Innovationsstarter Fonds freuen wir uns, wenn die Gründer uns zuerst ihr Pitch Deck schicken.

So gut wie jedes Bundesland setzt heute auf Startups und innovative Firmengründungen in ihrer Förderpolitik. Ihr seid mit Euren Programmen seit 2012 aktiv, Startups und fortschrittliche Technologien zu unterstützen. Wie sieht Euer ganz persönlicher "Track-Record" als Förder- und Beteiligungsgesellschaft nach 5 Jahren aus?

Wir sind 2012 mit dem Innovationsstarter Fonds die ersten Beteiligungen eingegangen. In 2013 kam InnoRampUp dazu. Die beiden Programme ergänzen sich ideal: Viele ganz junge Unternehmen starten mit InnoRampUp und, wenn es passt, investiert später der Innovationsstarter Fonds weiteres Kapital. Mit InnoRampUp haben wir bisher 66 Startups gefördert, und der Innovationsstarter Fonds ist 27 Beteiligungen eingegangen. Damit sind wir der aktivste Kapitalgeber für Hamburger Startups. Zu den von uns unterstützen Unternehmen zählen z.B. Sonormed (Tinnitracks), Familonet, eBlocker, Connected Health (Lifetime), Channelpilot, bentekk, Baqend, Sofaconcerts und Nect.

Der Senat plant einen Innovations-Wachstums-Fonds mit einem Gesamtvolumen von 100 Mio. €, 10 Mio. € davon aus dem Stadtsäckel. Wie weit sind die Planungen für das Public-Private-Partnership-Projekt mit privaten Investoren aus der Hamburger Wirtschaft fortgeschritten und wann können Hamburger Startups mit zusätzlicher Wachstumsfinanzierung rechnen?

Die Hamburgische Investitions- und Förderbank hat in Abstimmung mit der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation einen Bericht zum Innovations-Wachstumsfonds erstellt. Dabei haben wir mit externen Experten zusammengearbeitet. Nach meinem Kenntnisstand soll die Bürgerschaft vom Senat im zweiten Quartal 2017 informiert werden. Dann erfahren wir mehr.

Zu guter Letzt unsere Hamburg-Frage: In den vergangenen gut 3 Jahren hat sich in der Hamburger Startupszene viel getan - dank privater und öffentlicher Initiativen. Heute haben wir rd. 600 bekannte Startups in Hamburg. Wie beurteilst Du den Startup-Standort Hamburg und wo können Politik, Verwaltung, Investoren und Wirtschaft noch eine "Schüppe drauflegen"?

Es ist richtig, in den letzten Jahren hat sich viel getan: Unternehmen wie Kreditech, Facelift, Statista, Finanzcheck und Dreamlines haben stattliche Finanzierungsrunden eingeworben, und Smatoo hat einen schönen Exit hingelegt. Mit den Online Marketing Rockstars, Startups@Reeperbahn, dem Hamburg Innovation Summit, der Solutions.Hamburg und der d3con haben sich erfolgreiche neue Veranstaltungsformate etabliert. Eine große Anzahl von Co-Working Spaces wurde eröffnet und verschiedene Acceleratoren wie z.B. der New Media Accelerator sind gestartet. Zur Vernetzung der Startup-Szene trägt Hamburg Startups bei. 


Aber auch die öffentliche Förderung wurde massiv ausgebaut: NextMedia.Hamburg wurde gestartet und mit InnoRampUp und dem Innovationsstarter Fonds haben wir ein erfolgreiches Fördertandem aufgestellt, das deutschlandweit seinesgleichen sucht. Hamburg ist daher sicherlich ein sehr attraktiver Standort für Startups. 

Die in der ganzen Stadt herrschende Aufbruchsstimmung sollten wir nutzen und dabei noch mehr auf Hamburgs Stärken setzen. Ich denke da primär an Luftfahrt, Hafen und Logistik aber auch an das private Kapital, das sich gegenüber Startups stärker öffnen könnte. Zudem wird es spannend zu sehen, was aus den Aktivitäten der Hochschulen und Forschungseinrichtungen wird, die sich gerade alle mit dem Thema Startups befassen.

Vielen Dank für das tolle Interview!

Das Interview führte Thomas Keup.
*  *  *

 Hamburg Digital Background: 

Heiko Milde bei Linkedin

IFB Innovationsstarter


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Mittwoch, 8. Februar 2017

HANSESTARTUPS: Premiere! Hamburgs Familienunternehmen treffen Hamburgs Startups.



  • Wie können Hamburgs Kaufleute überzeugt werden, mit Hamburgs Startups zu kooperieren?
  • Wie können Hamburgs Stiftungen überzeugt werden, in Hamburgs Startups zu investieren?
  • Wie können Hamburgs Familien- und Jungunternehmer die Zukunft unserer Stadt gestalten?
Diese und ähnliche Fragen haben wir in den vergangenen Monaten u. a. mit digital- und wirtschaftspolitischen Sprechern in der Hamburger Bürgerschaft diskutiert. Diese und ähnliche Fragen haben wir u. a. mit Wirtschaftsförderern und Kammervertretern erörtet. Jetzt werden die Fragen beantwortet - denn Hamburgs etablierte Unternehmerschaft baut einer Brücke zu Hamburgs junger Unternehmerzukunft:

Die Hamburger Zukunftswerkstatt Familienunternehmen

Bringt Familienunternehmen und Startups zusammen:
Prof. Dr. Günther Strunk
Foto: Leuphana
Auf Bitte engagierter Familienunternehmer hat sich das Hamburger Institut für Familienunternehmen um Prof. Dr. Günther Strunk des Themas angenommen und eine Menge für die Zukunft vor. 

Der Auftakt zu den Aktivitäten findet bereits am Freitag, den 17. Februar '17 an der Leuphana Universität in Lüneburg statt - fernab von Pitch-Contests und Jubel-Meldungen. In einem offenen Format werden sich etablierte und junge Unternehmer über ihre Herausforderungen unterhalten und gemeinsame Ansätze zur Zusammenarbeit entwickeln. 

Das Wichtigste: Hamburgs Startups sind eingeladen, dabei zu sein!

Im Rahmen der 3. Zukunftswerkstatt Familienunternehmen diskutieren Familienunternehmer, Startupgründer und Vertreter aus der Wissenschaft die folgenden spannenden Themen und gehen gleich aufs Ganze:

Thema Personal: 
  • Recruitment: Unterschiede bei Familienunternehmen und Startups?
Thema Organisation: 
  • Hierchiefreiheit: Nur für Startups erstrebenswert? 
Thema Innovationen: 
  • Aus Fehlern lernen: Auch nach 100 Jahren?
Thema Kooperationen: 
  • Beteiligung oder Joint Venture: Wo liegt der Win-Win?

Die Leuphana Universität ist Gastgeber.
Zum Auftakt der eintägigen Veranstaltung stellen sich ausgewählte Startups den anwesenden Familienunternehmern vor. In 4 Podiumsdiskussionen werden die Schwerpunktthemen gemeinsam von "Old Boys" und "New Kids" offen diskutiert. Dazwischen gibt es viel Zeit, sich zu vernetzen, zu verabreden, gemeinsame Ideen und Projekte zu entwickeln.

Die Haspa unterstützt die Zukunftswerkstatt.
Die Zukunftswerkstatt wird vom Hamburger Institut für Familienunternehmen zusammen mit der Leuphana Universität Lüneburg organisiert - unterstützt vom Startup-Team der Hamburger Sparkasse. Vertreter von Startups, die jünger als 5 Jahre sind, zahlen lediglich 50,- € Teilnahmegebühr. Eingeladen sind vor allem Startups und Familienunternehmer. Berater brauchen eingesonderte Einladung.

Weitere Informationen gibt es hier im Programmflyer und direkt beim HHIF online unter www.hhif.de. Wir freuen uns, die Brücke zwischen Hamburgs Unternehmerschaft und Hamburgs Startups mit bauen zu können!


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Mittwoch, 23. November 2016

HANSEBUSINESS Exklusiv: Google schafft 300 neue Jobs an der Elbe. Absage an Deutschland-Zentrale in Berlin.

HAMBURG DIGITAL NACHRICHTEN
  • Hamburger Zentrale wird weiter ausgebaut. 300 neue "Googler" an der Elbe. 
  • Absage an Michael Müller zu Verlegung der Deutschland-Zentrale nach Berlin.

HV, Hamburg, 23.11.2016 - Google investiert weiter kräftig in seinen zentralen Deutschland-Sitz in unserer Stadt: In den kommenden Jahren wird der internationale Suchmaschinen-Markführer 300 neue, qualifizierte Arbeitsplätze an der Elbe schaffen. Google hat dazu an seinem Hamburger Hauptsitz neue Büroflächen angemietet, um das rasante Wachstum abdecken zu können. Europa-Pressechef Kay Oberbeck erklärte gegenüber HANSEVALLEY, man suche neue "Googler" in allen Bereichen, die in der Deutschland-Zentrale angesiedelt seien. Dazu gehören vor allem der Vertrieb, das Marketing und die Kommunikation. 

Klare Worte von Google-Chef Philipp Justus an Berlins
Michael Müller: Die Google-Zentrale bleibt in Hamburg
Foto: Christoph Wehrer / Google
Am Standort Hamburg arbeiten aktuell gut 500 "Googler" - eine Verdoppelung in nur 5 Jahren -,  darunter viele Mitarbeiter in der Online-Vermarktung, die in Branchenteams untergliedert ist sowie in der Display-Vermarktung und für die YouTube-Werbung. Google Deutschland-Chef Philipp Justus gab auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) zugleich eine unmissverständliche Absage, die Zentrale nach Berlin verlegen zu wollen. Der Google Vice-President bekräftigte, dass sein Unternehmen an den drei Standorten Hamburg, München und Berlin sehr zufrieden sei.

Philipp Justus: "Wir sind froh, in Hamburg zu sein mit unserem Hauptsitz."

Google-Chef Philipp Justus, Berlins Regierender Michael
Müller und die Mitarbeiterinnen von Google Campus.
Foto: Stefan Kny / Kny Fotographie / Gründermetro
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hatte anläßlich der Präsentation des künftigen Google-Campus im ehemaligen Umspannwerk in Berlin-Kreuzberg vor versammelter Presse darum geworben, weitere Bereiche des internationalen Internetdienstleisters an die Spree zu verlegen. 

Berlin könne den Hauptsitz eines Unternehmens gut gebrauchen, sagte Müller am Mittwoch-Nachmittag in Berlin. Mit dem klaren Commitment von Google Deutschland-Chef Philipp Justus muss der Berliner Senat seine Google-Träume beerdigen und sich nach anderen Unternehmen umsehen, die in die hippe, jedoch bankrotte Hauptstadt umziehen wollen.

Philipp Justus: "Wir fühlen uns an allen unseren deutschen Standorten wohl."

Aktuell betreibt Google neben seiner Deutschlandzentrale einen Entwicklungsstandort mit dem Schwerpunkt Datenschutz in München mit 400 Mitarbeitern, der auf bis zu 800 Techis ausgebaut werden soll. Außerdem ist Google in Berlin mit einem Hauptstadtbüro und regionalen Vertriebsmitarbeitern präsent. Weltweit unterhält Google mehr als 70 Niederlassungen in über 40 Ländern sowie 6 regionale "Campus"-Startup-Zentren in London, Madrid, Sao Paulo, Seoul, Tel Aviv und Warschau. 

Gerade hatte Google trotz drohendem Brexit bekanntgegeben, seinen Londoner Komplex weiter auszubauen und die Zahl der in der britischen Hauptstadt angesiedelten Mitarbeiter an den vier Londoner Standorten von aktuell 4.000 bis 2020 auf bis zu 7.000 zu erhöhen. Die Kosten für den Ausbau sollen laut BBC-Interview mit Google-CEO Sundar Pichai bei rd. einer Mrd. Pfund liegen. Damit hat der global tätige Internetanbieter in der vergangenen Woche auch ein klares Statement für London als Technologiestandort abgegeben. 

Google baut gesamtes Umspannwerk in Berlin-Kreuzberg für Campus um.

Im Umspannwerk Kreuzberg plant Google mit seiner Initiative Google for Entrepreneurs Ende 2017 das 7. Startup-Zentrum nach Vorbild der Factory Berlin - mit Free Membership, Open Workspace, Free Eventspace, Startup School, Moms Program, Google Mentoring und Campus Residency auf 2.400 qm Gesamtfläche. Der Google-Startup-Standort am Kreuzberger Landwehrkanal könnte trotz gegenteiliger Bekundungen ein Ende der Zusammenarbeit mit dem 2014 eingeweihten Startup-Standort Factory Berlin an der Bernauer Straße bedeuten.

Die Hamburger Kollegen fühlen sich rundherum wohl in der Deutschland-Zentrale an der ABC-Straße und freuen sich schon auf die neuen "Googler":




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