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Dienstag, 26. März 2019

HANSEPERSONALITY Dr. Uve Samuels: Stanford-Innovationen gibt es jetzt am Adolphsplatz.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW


SQUARE-Initiator, HSBA-Geschäftsführer und Vordenker Dr. Uve Samuels.
Foto: HANSVALLEY

Es ist der neue Stern am Adolphsplatz: Zwischen digital-fortschrittlicher Haspa und traditionell-analoger Handelskammer präsentiert die Wirtschaftshochschule HSBA einen außergewöhnlichen Innovation-Hub. Im ehemaligen Campus der früheren Handelskammer-Hochschule entsteht eine Innovationsplattform für Wirtschaft und Wissenschaft. Nach dem Vorbild der Stanford-Universität und auf Empfehlung führender Stanford-Innovatoren führt der "SQUARE" Innovation Hub die Freie und Hansestadt aus ihrem Hafentraum(a).



SQUARE-Grand Opening mit Otto Group-Vorstand Alexander Birken (re.)
Foto: HANSEVALLEY

HANSEVALLEY durfte als Medienpartner der HSBA vorab hinter die Kulissen des neuen Innovation-Hubs, des Netzwerk-Knotens und eines spannenden Digitalisierungs-Standorts schauen. Im Fokus des Interesses: Die Besonderheiten im Innovationsmanagement der Wirtschaftshochschule und seiner gut 250 Partnerunternehmen in der Metropolregion. Mit einer "Innovationssraße" und einer "Tech-Box" geht die HSBA neue Wege. Unser HANSPERSONALITY ist SQUARE-Initiator und HSBA-Geschäftsführer Dr. Uve Samuels:

Am Donnerstag-Abend fand im großen Festsaal des Rathauses auf Einladung des Senats mit über 500 Ehrengästen der Festakt zum 100-jährigen Bestehen der Universität Hamburg statt. Auf der anderen Seite des Rathauses läuteten gut 250 Innovatoren, Firmenvertreter und Wissenschaftler eine neue Ära der digitalen Zukunft Hamburgs ein. Hand aufs Herz: Hättest Du Dich nicht auch viel lieber unter den Deckenfresken, Wandgemälden und Holztäfelungen im Rathaus wiedergefunden?

Beides ist wichtig. Es ist wichtig, dass die Uni diese Würdigung erfährt, da wären wir auch gerne dabei gewesen. Bei uns war aber auch richtig was los: mehr als 250 Innovatoren, CEOs, Startups, Professoren und Studenten waren vor Ort. Wir haben den Anspruch exponentielle Innovation zu entwickeln, das ist die Zukunft für Hamburg! Auf unserer Innovationsstraße gehen Forschung und Praxis einen gemeinsamen Weg und können so die Wirtschaft neu erfinden; Hochschule und Unternehmen verschmelzen in SQUARE. Wir laden Professoren aller Hochschulen ein, dabei zu sein.

"Wir leben in Zeiten exponentieller Entwicklungen: In immer kürzer Zeit werden immer schneller immer größere Veränderungen eingeläutet."


Exponentielle Entwicklung am Beispiel des Smartphones.
Grafik: HSBA/SQUARE

Die HSBA ist seit 1975 die Hochschule der Hamburger Wirtschaft mit 1.000 Studenten im dualen Studium zum Bachelor und Master. Ihr arbeitet seit Herbst 2018 unabhängig von der Handelskammer und habt mit dem Verein Eines Ehrbaren Kaufmanns einen starken Partner der Hamburger Wirtschaft als Gesellschafter. Wie ist die erste Resonanz aus dem Kreis Eurer 250 Partnerunternehmen, aus dem VEEK und aus der Stadt auf Eure Initiative, mit "SQUARE" einen hochschulübergreifenden, wirtschaftsnahen Innovationshub aus der Taufe zu heben?

Es gibt breite Zustimmung bei Innovatoren und Unternehmen, denn wir haben ein gemeinsames Ziel. Wir brechen Silos auf und helfen, Ideen umzusetzen. Für unser Board of Innovators konnten wir herausragende Persönlichkeiten gewinnen, die unsere Idee unterstützen: 

Christoph Wöhlke, Geschäftsführer von Budnikowsky, leitet das Board of Innovators bei SQUARE. Weitere Mitglieder sind Stephan Uhrenbacher, Gründer und Geschäftsführer von Density Venture, Henrik Falk, Vorstand der Hamburger Hochbahn AG, Prof. Dr. Edlira Shehu von der Copenhagen Business School, Dr. Hariolf Wenzler CSO bei Baker McKenzie und Vorsitzender des Board of Governors der HSBA, Matthias Schrader, Gründer und Geschäftsführer von SinnerSchrader, Jörg Rheinboldt, Geschäftsführer APX sowie Franziska von Lewinski, Vorstand bei fischerAppelt.

"Die Frage ist: Wieviele unserer 250 Partnerunternehmen sind gefährdet? Und wieviele unserer Studenten gehen künftig online fremd?"

Innovatoren aus Hamburgs Wissenschaft und Wirtschaft:
Dr. Uve Samuels, HSBA und Christoph Wöhlke, Budnikowsky (v.l.n.r.)
Foto: HANSEVALLEY

Der Senat sucht nach dem von HANSEVALLEY Anfang Dezember '18 mit aufgedeckten Skandal um den "Digital-Campus Hammerbrooklyn" verzweifelt nach einer "Hamburger Lösung", um das millionenschwere Immobilienprojekt um den Kölner Skandal-Investor Art Invest und die Hamburger Werbe-Agentur Nordpol doch noch zu retten. Auf der Einladung zur "SQUARE"-Premiere steht HSBA nur klein in der Unterschrift. Wie ist Euer Innovationshub organisatorisch und rechtlich aufgestellt?

Die SQUARE GmbH ist eine eigenständige Schwester der HSBA, Gesellschafterin ist die Stiftung zur Förderung der HSBA. Unser Geschäftsmodell orientiert sich an dem „Pay as you go“- Prinzip. Wir bieten Dienstleistungen nach Bedarf im benötigten Umfang, um auch die Unternehmen abzuholen, die sich keine allumfassende Digitalstrategie oder Stabsabteilung leisten können. Wir freuen uns über jede Art von Förderung oder Unterstützung, vor allem natürlich aber über Projekte!


Hat mit der HSBA-Selbstständigkeit die Segel neu gesetzt: Uve Samuels.
Foto: HANSVALLEY

Nun haben Accenture, BCG, Deloitte, KPMG, McKinsey & Co. als Unternehmensberatungen eigene Digital-Units und Innovation-Hubs sowie jahrelange Erfahrungen in der Beratung großer Firmen. Welche handfesten Vorteile haben Unternehmer, CIOs und CDOs, wenn Sie ihre Innovationsprojekte mit "SQUARE" und einer Wirtschaftshochschule wie der HSBA umsetzen, und nicht mit einer Unternehmensberatung?

Wir kombinieren unterschiedliche Perspektiven für mehr Tiefgang! Unser Know-how aus Forschung und Wissenschaft in Kombination mit den Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit 250 Partnerunternehmen bietet eine fundierte Basis, die wir mit Expertenwissen und neuen Gedanken anreichern. Wir sind interdisziplinär gut vernetzt, die Lage ist zentral in der City und wir haben Räume für kreatives Denken.

"Wir erfinden Wirtschaft neu - von der Idee über die Evaluierung bis zur praktischen Umsetzung, und dass mit mutigen Partnern."


Rundum-Sicht auf die Innovationsmatrix des SQUARE Innovation Hub.
Grafik: SQUARE

Gehen wir ans Eingemachte: Du sagst, Ihr macht ganz praktisches Company Building und ihr habt dazu 4 Module: Auf Hochschulseite Education + Research for Innovation. Auf Unternehmensseite Technology + Community for Innovation. Nun seit ihr eine klassische Business-School und duale Hochschule. Woher bekommt Ihr das technologische Wissen und Können? Und wie sieht Eure (künftige) Innovatoren- und Tech-Community aus?

Wir arbeiten interdisziplinär und blicken so über den Tellerrand der Betriebswirtschaft hinaus. Wichtig sind uns Partner aus den verschiedensten Bereichen, die uns ergänzen. Zum Beispiel aus der Industrie, wie NXP, einer der größten Halbleiterhersteller Europas. Das macht es uns möglich, Formate wie Tech Nights, Hackathons oder die Tech Box anzubieten.


Von der Idee zum Innovtions-Hub: Das SQUARE-Modell
Grafik: SQUARE

Zu guter Letzt unsere Hamburg-Frage: Es gibt mit "Ahoi Digital" eine städtische Initiative für 100 neue Hochschulprofessuren und 1.500 zusätzliche Studienplätze in den MINT-Berufen. Es gibt mit "Digital First" eine Behörden-übergreifende Senats-Strategie zur Digitalisierung der Verwaltung und ihrer Leistungen. Was läuft in Sachen Digitalisierung und Transformation in der Freien und Hansestadt bereits rund? Und wo wünscht Du Dir als ein Innovator unter Hamburgs Hochschul-Chefs mehr Mut, mehr Engagement und mehr Offenheit?

Innovation bekommt einen immer höheren Stellenwert. Das ist gut. Für Hamburg wünsche ich mir mehr Kollaboration von staatlichen und privaten Institutionen, ein Miteinander der verschiedenen Disziplinen aus verschiedenen Perspektiven. Wir müssen unsere Kräfte bündeln, um den Anschluss nicht zu verlieren!


Vorbild für Hamburg: Das Netzwerk der HSBA mit 250 Unternehmen.
Grafik: HSBA

"Es geht nur noch um Mut. Du kannst in einer Zeit, in der sich die Dinge fundamental ändern, nicht halbherzig rangehen."


*  *  *

Herzlichen Dank für Deine Offenheit!
Das Interview führte Thomas Keup.

 Hamburg Digital Backgrund: 

SQUARE HSBA Innovation Hub:
www.squareinnovationhub.de

HANSEEDUCATION: Eine Digitale Toolbox für die Hamburger Wirtschaft.
https://hv.hansevalley.de/2017/11/hanseeducation-digital-toolbox.html

HANSEPERSONALITY Dr. Uve Samuels: Blockchain ist unsere Chance!
"https://hv.hansevalley.de/2017/10/hansepersonality-dr-uve-samuels.html

HANSEPERSONALITY Dr. Uve Samuels: Global, dual, digital - Made in Hamburg.
https://hv.hansevalley.de/2017/03/hansepersonality-uve-samuels.html

Sonntag, 13. Mai 2018

HANSEPERSONALITY Prof. Dr. Tilo Böhmann: Digitalisierung ist richtig umparken im Kopf.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Informatik und Wirtschaftsinformatik, Data Science und Mensch-Maschine-Interaktion: 2.400 Studierende werden aktuell an der Universität Hamburg zu Tech-Profis ausgebildet. Jährlich kommen 400 Erstsemester hinzu. Mit 5 Bachelor-, 5 Master- und Lehramtsstudiengängen ist der Fachbereich Informatik der Universität Hamburg die größte Ausbildungsstätte für den Tech-Nachwuchs an Alster und Elbe. 


Vorreiter mit Hamburgs Informatikplattform "ahoi.digital": Tilo Böhmann
Foto: Universität Hamburg

"Wir leisten gute Arbeit, aber keiner redet darüber", sagt Prof. Dr. Tilo Böhmann. Der stv. Leiter des Fachbereichs, Leiter des Arbeitsbereichs IT-Management und Mit-Initiator der Informatikplattform "Ahoi Digital" spricht aus, was dem interessierten Beobachter auffällt. Mit Besuch von Olaf Scholz auf dem Campus in Stellingen hat sich seit 2014 der "Schlafende IT-Riese" auf den Weg gemacht. Unser HANSEPERSONALITY ist Prof. Dr. Tilo Böhmann:

Die Universität Hamburg ist der größte Informatik-Ausbilder rund um die Alster. Aber: Gute Lehre gibt es sicher an zahlreichen Hamburger Hochschulen. Gehen wir ans Eingemachte: Welche außergewöhnlichen Forschungsschwerpunkte setzen Sie auf dem Campus in Stellingen? Und warum?

Im Fachbereich Informatik der Universität Hamburg bieten wir die volle Breite der Informatik, was Studierenden umfassende Wahlmöglichkeiten für ihre individuellen Schwerpunkte gibt. Für uns als Fachbereich gilt: wir sind begeistert von den technischen Möglichkeiten der Informatik, gestalten aber menschenzentriert und mit der gesellschaftlichen Verantwortung klar im Blick. Aktive Partner aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung bieten Studierenden und Forschenden tolle Möglichkeiten, gemeinsam an digitaler Innovation und Transformation zu arbeiten.


Kognitive Systeme mit Neurowissenschaften und Psychologie


Bei aller Breite in der Ausbildung haben die Forscherinnen und Forscher in der Informatik der Universität klare gemeinsame Forschungsschwerpunkte. Seit vielen Jahren geht es bei uns um das hoch aktuelle Thema der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens. In diesem Bereich, den wir “Kognitive Systeme” nennen, arbeiten Kolleginnen und Kollegen aus der Informatik eng mit den Neurowissenschaften und der Psychologie zusammen, um Lernprozesse im Menschen besser zu verstehen und daraus bessere lernende Systeme in der Informatik zu gestalten.

Lösungen für Datensouveränität, wenn Daten das neue Öl sind

Ein zweiter Schwerpunkt ist “Information Governance Technologies”. Hier geht es um technische Lösungen für Datensouveränität - eine zentrale Zukunftsherausforderung, wenn Daten das neue Öl sind und immer mehr IT in die Cloud geht. Auch hier arbeiten wir Interdisziplinär, z.B. unter engem Einbezug ethischer und juristischer Kompetenz an zukunftsweisenden Lösungen. Als Drittes entwickeln wir zusammen mit anderen Disziplinen an der Universität und Hochschulen die Kompetenz im Bereich “Data Science” als neues Querschnittsfeld, das sowohl in Wissenschaft als auch Wirtschaft große Bedeutung hat.

In Forschung und Lehre profitieren wir von den Möglichkeiten einer Volluniversität, so dass wir auf vielen Gebieten interdisziplinär forschen können. Genauso wichtig ist aber auch die Zusammenarbeit mit den Informatik-Partnern von ahoi.digital. Gemeinsam arbeiten wir, gerne auch zusammen mit unseren aktiven Partnern aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung, an Lösungen für die Zukunft.

Der Hamburger Senat spricht gern übe die im Februar 2017 angekündigte Informatikplattform "Ahoi Digital". Bis zum Ende der Legislaturperiode sollen bis zu 35 neue Informatik-Professuren an Hafencity Universsität, HAW Hamburg, Uni Hamburg und TU Harburg sowie bis zu 1.500 zusätzliche Studienplätze geschaffen werden. Wie kann das dem IT-Standort Hamburg nützen?

Die Empfehlungen des Wissenschaftsrats und auch unsere Analysen aus dem Initiatorenkreis von ahoi.digital zeigen klar: dem IT- und Digitalstandort Hamburg fehlen Köpfe in den Hochschulen. In Berlin und München sind das bislang fast doppelt so viele Professuren. Daher sind wir äußerst froh, dass wir durch den deutlichen Zuwachs an Professuren mehr Studierende ausbilden können und mit erheblich mehr Rückenwind Forschungsschwerpunkte ausbauen können. 

"Dem IT- und Digitalstandort Hamburg fehlen Köpfe in den Hochschulen"

Wir wollen hart daran arbeiten, dass mehr Menschen Kompetenzen in Informatik als neuer Schlüsseldisziplin erwerben können. Wenn die Köpfe fehlen, bleiben Chancen ungenutzt oder Lösungen hinter ihren Möglichkeiten zurück. Man kann heute nicht die Lösungen für Morgen mit der Informatik von Gestern gestalten. Daher müssen aus meiner Sicht mehr Informatikerinnen und Informatiker in Hamburg her. 

Alt-Bürgermeister Klaus von Dohnanyi hat erstmals in seiner Übersee-Club-Rede 1983 auf den Punkt gebracht: Die Zukunft Hamburgs liegt auf dem Land - und nicht im Wasser. Sind die Aktivitäten des Hamburger Senats mit Begutachtung durch den Wissenschaftsrat 2015, der Einführung eines MINT-Forschungsrats 2016 und "Ahoi Digital" im Jahr 2017 nicht viel zu spät - und viel zu langsam?

Ich persönlich erlebe eine richtige Aufbruchsstimmung in der Wissenschaft in Hamburg und auch gerade im Thema der Digitalisierung. Den Zeitpunkt der Entwicklung mögen andere beurteilen, entscheidend ist aus meiner Sicht, dass etwas passiert. Und so arbeiten wir mit Hochdruck an der Umsetzung von ahoi.digital. 

"Universität nicht als verlängerte Werkbank der Wirtschaft nützlich"

Ich nehme auch wahr, dass gerade Wissenschaft und Stadt ihre wechselseitigen Einschätzungen ändern. Als ich 2010 an die Universität Hamburg berufen wurde, begegnete mir manchmal die Erwartung aus Politik und Wirtschaft, die Universität solle sich als eine Art verlängerte Werkbank der Wirtschaft nützlich machen. Eine solche Erwartung wird aus meiner Sicht der Wissenschaft und ihrer eigenständigen Kraft im Erkenntnis- und Innovationsprozess überhaupt nicht gerecht. 

Heute gibt es sehr erfolgreiche Beispiele der Co-Innovation, wo mit vereinten Kräften Lösungen für die Zukunft erdacht und erprobt werden. Diese Begegnung auf Augenhöhe erlebe ich beispielsweise konkret in unserem Netzwerk IT-Management und -Consulting, wo wir gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Verwaltung danach fragen, wie Wege der digitalen Transformation gelingen können, damit Arbeit und Wertschöpfung aus Hamburg erfolgreich in die digitale Zukunft geführt werden können. 

Die Landesfachkomission Internet & Digitale Wirtschaft des Hamburger Wirtschaftsrats fordert einen echten Leuchturm für die Digitalwirtschaft an Alster und Elbe, statt "Klein-klein". Was halten Sie von der Idee einer eigenständigen "Digital Society University" - mit internationaler Strahlkraft, um Hamburg aus dem "Technologie-Tiefschlaf" herauszuholen?

Der Weg von ahoi.digital, die vorhandenen Stärken in Kooperation massiv auszubauen, ist aus meiner Sicht Erfolg versprechend und schon ein solcher Leuchtturm. Neue Wissenschaftsinstitutionen brauchen eine lange Zeit, bis sie wirklich voll funktionsfähig sind. Auch gilt aus meiner Sicht: die Bedeutung von Digitalisierung, Data Science und Informatik ist in meiner persönlichen Einschätzung an allen staatlichen Hamburger Hochschulen klar erkannt. Deshalb kommt ahoi.digital gerade recht, um diesen Rückenwind aufzugreifen und in Aktion umzusetzen. 

"Weitere Anstrengungen im Bereich Co-Innovation und Technologietransfer erforderlich"

Allerdings darf man meiner Meinung nach auch jetzt nicht nachlassen oder sich ausruhen. Weitere Anstrengungen sind - und das sagt auch das ahoi.digital-Konzept - im Bereich der Co-Innovation und des Technologietransfers erforderlich. Hier kann man noch besser werden, um die Forscherinnen und Forscher der Hochschulen mit den Innovatoren in Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft zu verzahnen. Wir haben dafür gute Voraussetzungen, können aber hier noch bessere Brücken bauen, damit die erforderliche Informatik-Kompetenz auch in allen relevanten Bereichen ankommt. Dafür braucht es auch attraktive Orte, an denen diese Co-Innovation besonders leicht entstehen kann. 

Sie sind Gründungsmitglied der "Interface Society - This!" von BWVI- und HPA-Chief Digital Officer Dr. Sebastian Saxe. Was macht aus Ihrer Sicht die Hamburger Perspektive für Digitalisierungsthemen aus - insbesondere auf Grund des besonderen Wirtschaftsprofils unserer Stadt? Wo sehen Sie die Tech-Zukunft Hamburgs?

Zunächst freue ich mich sehr, dass Menschen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft sich mit uns gemeinsam auf den Weg machen, um Impulse für die Digitalisierung aus Hamburg zu geben. Die "Interface Society" drückt schon im Namen aus, dass in der Digitalisierung Neues an sich neu formenden Schnittstellen zwischen bislang unverbundenen Bereichen entsteht. Ich persönlich glaube, dass Hamburg eine besondere Chance im Bereich einer menschenzentrierten Digitalisierung hat. 

"Schnittstelle zu Menschen eine Herausforderung für Produkte und Dienstleistungen"

Wir haben mit Medien und Kultur starke Bereiche in der Stadt, bei denen menschliches Erleben und schöpferische Interaktion im Mittelpunkt stehen. Diese menschenzentrierte Perspektive strahlt aus, nicht zuletzt, weil wir gewohnt sind, unsere digitalen Alltagsinteraktionen als einfach und gebrauchstauglich, vielleicht sogar als inspirierend und kreativ zu erleben. Diese Erwartung tragen wir zunehmend in alle Lebensbereiche hinein und damit wird die Schnittstelle zu uns Menschen eine Herausforderung für viele Produkte und Dienstleistungen, z. B. bei neuen Wegen in der Mobilität, Luftfahrt, im Handel oder in der Gesundheitswirtschaft. 

Will man diesen Weg beschreiten, braucht es aber gleichzeitig ein neues Verständnis für verantwortliches Handeln in der Digitalisierung. Ein einfaches laissez-faire wird der großen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung der Digitalisierung aus meiner Sicht nicht mehr gerecht. Eine Verständigung dazu will die Interface Society fördern.

Von Deutschlands neuer Digitalstaatssekretärin Dorothee Bär über Hamburgs bürgerlicher Opposition bis zu den Organisatoren der Hamburger Hacker School steht die Forderung im Raum, Informatik als Pflichtfach einzuführen? Was halten Sie davon - und was bringt es z. B. kreativen Schülern, einen Rasberry Pi zu programmieren?

Ich persönlich stütze die Forderung nach einem Pflichtfach Informatik nachdrücklich. Für mich ist aber das Motiv dafür nicht etwa die Idee, alle Schülerinnen und Schüler zu Programmierern zu machen. Vielmehr geht es aus meiner Sicht darum, dass alle Kinder und Jugendlichen einmal die Rolle der Nutzerin oder des Nutzers von Informationstechnologie verlassen. 

"Technologien drücken menschliche Möglichkeiten zur Gestaltung aus"

Es gilt, die Black-Box der Technologie öffnen und zu sehen, dass diese Technologien von Menschen gestaltbar sind und wie diese gestaltet werden können. Dazu gehört sicher auch die konkrete Programmiererfahrung. Um es sehr frei nach Kant zu sagen: Es geht um dem Ausgang des Menschen aus einer – zumindest in Teilen – selbstverschuldeten Technologieunmündigkeit. Für mich ist Informatik im Zeitalter der Digitalisierung ein zutiefst aufklärerisches Fach und gehört unbedingt in den Kanon der Allgemeinbildung.

Zu guter Letzt unsere Hamburg-Frage: Schauen wir zusammen über Wissenschaft, Forschung und Lehre hinaus in Wirtschaft, Verwaltung und Stadtleben: Wo ist unsere Stadt aus Ihrer Sicht digital schon richtig zukunftsweisend aufgestellt? Und wo sollte Hamburg kräftig an Tempo zulegen?

Aus meiner Sicht sind viele Weichen grundsätzlich schon in die richtige Richtung gestellt. Nun kommt es auf die beharrliche Umsetzung und gelingende Kooperation an. Dabei werden wir gut beraten sein, auf die Stärken der Stadt und ihrer Netzwerke zu schauen. Jedoch sollten wir mehr daran arbeiten, dass das, was wir in und für Hamburg für richtig halten, auch politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich Spuren legt für die nationale und europäische Debatte. 

Ein Digitalisierungsrat für die Freie und Hansestadt Hamburg

Gerade wegen der vielen Aktivitäten im Bereich der Digitalisierung wäre ein Digitalisierungsrat nach schwedischem Vorbild eine Option für Hamburg. Dieser könnte helfen, aus Hamburger Sicht zentrale Themen zu identifizieren und zu transportieren sowie Profilstärken weiter zu entwickeln. Damit könnte uns noch besser gelingen, Hamburg im besten Sinne als „Pfadfinder“ für die Digitalisierung zu positionieren. 

*  *  *

Vielen Dank für die tiefen Einblicke!
Das Interview führte Thomas Keup.

 Hamburg Digital Background: 

Universität Hamburg - Fachbereich Informatik

Universität Hamburg - Arbeitsbereich IT-Management und -consulting

Ahoi Digital - Informatikplattform der Hamburger Hochschulen

The Interface Society (ThIS) - Expertenrat der Digitalisierung e.V.

Wirtschaftsrat: Hamburgs Digitalwirtschaft verpasst nationalen Anschluss

Mittwoch, 17. Januar 2018

HANSECREATIVE: Die dänische Poststation - Heimat digitaler Häuptlinge in Hamburg.

HAMBURG DIGITAL REPORT

Grafik: IN.D Hamburg
 Journalismus, Kommunikation und Marketing - in keiner Kreativbranche bleibt nach der Digitalisierung ein Stein auf dem anderen. Vor 35 Jahren begann die Hochblüte der Werbung in Deutschland. Namen, wie Springer & Jacobi halfen der noch jungen Agenturszene auf die Sprünge. Heute sind es Jung von Matt oder die Elbkinder, die in der Hansestadt den Takt angeben. In Zeiten von Online Marketing, Digital Signage und Virtual Products sind Werber und der Nachwuchs gefordert, den Anschluss nicht zu verlieren.

3D-Hologramme, VR-Games und 4D-Animationen gehören zum guten Ton kreativer Konzepte und multimedialer Präsentationen. In einer vor 250 Jahren eröffneten dänischen Poststation an der Esplanade schicken 35 Dozenten heute jedes Jahr junge Kreative auf ihren Weg in die Welt der Werbung. Das "Haus Esplanade" mit seiner alten Bäckerei im Hinterhaus ist mit dem Institut of Design die Heimat für frische Ideen und knackige Digital-Kampagnen des kreativen Hamburger Nachwuchses. Ein Hamburg Digital Report:

Von der Poststation zur digitalen Design-Tempel
Foto: HANSEVALLEY
Ein kleiner Hinterhof mitten in der Hamburger Neustadt - an der berühmten Colonnade auf dem Weg zum pulsierenden Jungfernstieg. Das liebevoll restaurierte Fachwerk des "Haus Esplanade" lässt ahnen: hier sind Geschichte und Geschichten zu Hause. 100 Jahre ist die ehemalige Bäckerei alt. Eine überdimensionale, beleuchtete Wandgrafik überragt die schmalen Stufen in die alte Backstube im 1. Stock: "There is no elevator to success. You have to take the stairs." hat eine Absolventin kreativ an die Wand gezaubert. Es ist ein besonderes Willkommen in einer besonderen Schule, die eigentlich Designer, Texter und Konzpetionierer trainiert.







Klare Ansage und kein Lippenbekentnis der IN.D
Foto: HANSEVALLEY
"Wir bilden die Häuptlinge von morgen aus", sagt Institutsleiterin Ulrike Krämer nicht ohne Stolz. Der Anspruch ist hoch: Die private Fachschule setzt auf den Führungsnachwuchs. Im Vergleich zu anderen Schulen, wie HMS oder das DMI an der HAW Hamburg, stehen die Softskills im Mittelpunkt: Präsentieren und Verkaufen gehören zu den vorrangigen Aufgaben eines erfolgreichen Kreativen in 2017. "Es geht darum, sich zu vermitteln", erläutert die emsige Leiterin im Hausbesuch an der Esplanade. Ehrgeiz, Anspruch und Durchsetzungsvermögen gehören zu den Schlüsselfaktoren, die im Berufsleben den Unterschied machen.

Hamburg, 10.30 Uhr, Regen und Wind: Die Digitalisierung kommt ...

Rolf Jeissing ist der Mann hinter der Idee. Vor 35 Jahren wollte er mehr machen, als nur eine Werbe- und eine Packungsagentur zu leiten. Der "Erfinder" der "3 Wetter Taft"-Werbung stand vor der Alternative: 'Schreibe ich ein Buch? Kaufe ich ein Weinschloß? Oder gründe ich eine Schule?' Die zumeist 18-24-jährigen Studenten sind im dankbar, dass es kein Weinkeller wurde. Waren es im 1. Jahr ganze 25 Schüler und im 2. Jahr immerhin schon 75, konnte er im 3. Jahr das ganze Haus anmieten. Der Werber aus Leidenschaft hatte einen Nerv getroffen.


Beweise des Erfolgs: Urkunden renommierter Wettbewerbe.
Foto: HANSEVALLEY
Das Curriculum der Fachschule wurde nach den Anforderungen der Werbeagenturen geschrieben. So war die IN.D die erste Privatschule Hamburgs mit IT-basierter Ausbildung. Das ist in den vergangenen 37 Jahren so geblieben. Die Klassen brillieren mit ausgezeichneten Gewinnern in allen Kategorien: ADC Nachwuchswettbewerbe, DDP Dialog Marketing-Awards, IF Students Awards, GWA Cross-Media-Kampagnen-Gewinner, GWA App-Kampagnen-Gewinner, Neptun Talents Awards in Hamburg, Spotlight-Awards in Baden-Würtemberg. Der Empfangsbereich ziert das Who-is-who der renommiertesten Auszeichnungen. "Wir gewinnen jedes Jahr mehr als 10 Preise", weiß Leiterin Ulrike Krämer zu berichten.

Von der Werbung zum digitalen Kommunikationsdesign


Eröffnungskampagne der IND-Studenten.
Foto/Grafik: IND Hamburg
Die Idee dahinter ist so einfach wie logisch: "Wir fordern das kreative Potenzial unserer Studenten so ab, daß Sie Preise gewinnen", pointiert die seit 14 Jahren an der Spitze der IN.D stehende Chefin. Jüngstes Beispiel: die Eröffnungskampagne für das modernisierte Planetarium. Die Schüler der Meisterklasse machten aus dem renovierungsbedürftigen Denkmal im Stadtpark ein Sternentheater - mit interaktiven Postern, in frischer Optik, mit pfiffigen Sprüchen und einem Look-and-Feel, das Lust auf Sterne macht. Ulrike Krämer sieht ihre Studenten denn auch als Akteure in einem 'Innovation Lab' für begeisternde Ideen.


Dreh- und Angelpunkt der Studiengänge ist das Thema Kommunikationsdesign, also die Kunst, in Bild, Grafik und Formen Botschaften und Emotionen zu transportieren. Das Kreativ-Thema war einst eine künstlerische Disziplin. Schließlich ging und geht es auch um Typografie und Visualisierungen. Lehrgänge, wie der Digital Designer oder der International Visual & Digital Designer lassen ahnen: Was digital werden kann, wird digital.


Digitale Abschlussarbeiten an der IN.D in Hamburg.
Foto: HANSEVALLEY
Von 3D über 4D bis zu Augmented & Virtual Reality

Hamburg ist die Keimzelle kreativer, inhabergeführter Agenturen. Ob Werbung, Kampagnen oder Text - längst sind alle verfügbaren Medientechnologien in den Unterricht eingezogen: Ob 3D-Hologramme, VR-Games oder 4D-Animationen - die jungen Profis erlernen dank erfahrener Praktiker, was heute und morgen up-to-date ist: Die Geschichte Caspar David Friedrichs ist an der IN.D ebenso als visualisiertes Gedicht erlebbar, wie ein CSR-Report für Lego mit Augmented Reality-Elementen. Der Hamburger Kreativnachwuchs wird in insgesamt 6 Fächern ebenso als Generalisten, wie als Spezialisten ausgebildet.


Stolze Absolvent*innen mit Ulrike Krämer und Rolf Jeissing
Foto: IN.D
Von der Strategie über den Text und die Kreation bis zur digitalen Umsetzung und technologischen Innovationen - An der Esplanade gilt: "Denke wild, werde Häuptling." Die langjährige Innovatorin des Instituts fasst ihr Aufgabe an der digitalen Designschule so zusammen: "Ich liebe es zu gestalten, sowohl Menschen als auch Dinge." Im IN.D hat sie die "unbearbeiteten Dinge" vor sich - und ist begeistert von jedem einzelnen Absolventen, der nach 3 bis 4 Jahren seine Stärken entwickelt hat und über sich hinaus gewachsen ist.


Schulleiterin Ulrike Krämer und ihr Motto.

Neue Disziplinen: Digitalberatung und -Produkte

Die bis zu 150 Studenten im alten Fachwerk wissen um die Fortschrittlichkeit. Denn die 35 Dozenten bringen ihre Erfahrungen in den Unterricht ein. So können Neuigkeiten aus der Praxis direkt in die Lehre fließen. Längst ist das Institute of Design keine reine Schmiede für den Agenturnachwuchs mehr. Rd. 50% aller Absolventen gehen in Digitalagenturen oder in die Produktentwicklung auf Unternehmensseite. Als jüngstes Angebot hat Ulrike Krämer einen Digitalen Designer für Absolventen ins Studienprogramm aufgenommen. Denn entscheidend ist nicht die Herkunft, sondern die Bereitschaft wild zu sein, um künftig ein digitaler Häuptling zu werden."


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 Hamburg Digital Background 

Institute of Design, Hamburg:


Mittwoch, 20. September 2017

HANSESTARTUPS an der Leuphana: "Gründen hat was mit Haltung zu tun."

HAMBURG DIGITAL REPORT

Sie ist die Nr. 1 unter den gründerfreundlichsten mittelgroßen Hochschulen Deutschlands. Sie weist als einzelne Universität viermal so viele Ausgründungen vor, wie alle staatlichen Hamburger Hochschulen zusammen. Sie ist die Heimat zahlreicher Größen aus Politik und Wirtschaft. Und Sie ist eine der fortschrittlichsten Hochschulen in der Metropolregion Hamburg: die Leuphana Universität Lüneburg


Das Libeskind-Zentralgebäude der Leuphana-Universität.
Foto: HANSEVALLEY
Was macht Lüneburg anders, als die Universität oder die Technische Universität in Hamburg? Was macht die Leuphana besser, um Gründern einen erfolgreichen Start in die Zukunft zu ermöglichen? Ein Blick hinter die Kulissen der Entrepreneurship-Universität am Lüneburger Bockelsberg vor den Toren der Freien und Hansestadt. Eine Hamburg Digital Report:

Die Wirtschaftswoche brachte es Anfang August d. J. auf den Punkt: Drei deutsche Hochschulen haben sich als besonders unternehmerfreundlich aufgestellt. 1. die führende Technische Universität in München - TUM. Das von der BMW-Eignerfamilie Quandt unterstützte Center for Innovation and Business Creation "UnternehmerTUM" gilt als Vorbild für Gründerberatung, Startupmentoring und Venture Capital. Eine weitere Adresse ist die private Handelshochschule in Leipzig - HHL. Die laut Gründungsradar "führende Business School für Entrepreneurship" macht mit ihrem "SpinLab" – den HHL Accelerator als hochschulübergreifende Plattform für Gründerförderung - auf sich aufmerksam.


Campus der Leuphana-Universität südöstlich von Hamburg.
Foto: Leuphana Universität
Die dritte herausragende Hochschule ist die Leuphana Universität - 60 km südöstlich von Hamburg. Zahlreiche Persönlichkeiten an Alster und Elbe haben an der Stiftungsuniversität in Niedersachsen studiert. Der Gründungsradar 2016 und eine Anfrage des Hamburger CDU-Abgeordneten Carsten Ovens brachte im Juni d. J. ans Licht: In Lüneburg wurden im vergangenen Jahr 55 durch das bundesweite "Exist"-Programm geförderte Jungunternehmen gegründet. An allen staatlichen Hamburger Hochschulen waren es laut Senat zusammen gerade einmal 14 Ausgründungen. 

Der Senat verweist auf die 6 Gründungen an der TU Hamburg, die noch unbekannte "Hamburg Open Online University" und die künftige Informatik-Plattform "Ahoi.Digital". Der Blick auf das futuristische Libeskind-Zentralgebäude der Leuphana macht hingegen klar: Hier wird nicht gekleckert. "Was wir sehen und erleben, hat Einfluss auf unser Denken und Handeln" ist auf der Landingpage zu lesen. "Die Universität für Entrepreneurship" steht als Überschrift auf der Broschüre des Leuphana "Entrepreneurship Hubs". Auf der Internetseite des 2013 gegründeten Hubs wird Hochschul-Präsident Prof. Dr. Sascha Spoun deutlich: "Entrepreneurship im Sinne der Leuphana ist nicht Gewinn-Maximierung, sondern Nutzen-Maximierung." 


Das Leuphana-Entrepreneurship-Team
Foto: Leuphana Universität
"Wir bilden Menschen für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts aus", macht Carsten Wille, Koordinator für die Gründungsförderung und Gründerberater an der Universität von Lüneberg klar. Entrepreneurship - also Gründergeist und Unternehmerkultur - haben in Lüneburg lange Tradition. Dabei steht das unternehmerische Handeln im Mittelpunkt. Mehrere Professuren, Lehrstühle und Institute leben die Kultur. Sensibilisierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen fördern unternehmerisches Denken ebenso, wie individuelle Beratungsangebote sowie finanzielle und infrastrukturelle Förderungen.

Die Leuphana als ganzheitliche Universität für Entrepreneurship.

"Management und Entrepreneurship" ist mit fünf Profilthemen eine von vier Wissenschaftsinitiativen in Forschung und Lehre. 75 Professoren für Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Wirtschaftspsychologie, Wirtschaftsrecht, Wirtschaftsinformatik und Ingenieurswissenschaften sind daran beteiligt. Die Verankerung des Leitgedankens bekräftigt der 52-jährige Gründerberater Wille mit einer ungewöhnlichen Aussage: "Wir haben aufgehört nachzudenken, Gründungen zu produzieren, denn wir als Hochschule können sie nicht produzieren." Der fortschrittliche Ansatz hat nicht zuletzt mit der "späten Geburt" der Leuphana zu tun.


Leuphana-Gründungsservice im Libeskind-Bau
Foto: HANSEVALLEY
2005 wurden die Universität Lüneburg und die Fachhochschule Nord-Ost-Niedersachsen zur neuen Universität zusammengeschlossen. Zwei Jahre später übernahm der deutsch-schweizerische Wirtschaftswissenschaftler Sascha Spoun mit 38 Jahren das Ruder und begann, die finanziell runtergewirtschaftete und zusammengewürfelte Hochschule neu zu denken. Die "Zeit" würdigt den "Mutigsten unter Deutschlands Univerversitätslenkern". "Präsident Tabula Rasa" - Gast-Professor in St. Gallen - entwickelt mit Scholz & Friends einen neue Identität, basierend auf der römischen Siedlung an gleicher Stelle - Leuphana. 

Seit 2010 nimmt sich Vizepräsidentin Prof. Dr. Sabine Remdisch des Entrepreneurships an, wird zum Aushängeschild der Unternehmer-Universität. Die Leiterin des Instituts für Performance Management beschäftigt sich u. a. mit dem Führen und Arbeiten in der digitalen Welt. Dazu forscht sie auch am "H-STAR Institute" der Universität Stanford. Mit dem Weiterbildungsprogramm Leuphana Enterprise Academy, dem Leuphana Forschumgszentrum für Entrepreneurship and its Evidence (RCE), der Leuphana Conference on Entrepreneurship (LCE) und einem umfangreichen Seminarprogramm des Gründungsservices zieht sich der Unternehmergedanke durch die Hochschule.

Studenten können mit Gründungen Credits für ihr Studium sammeln.

"Wir haben begonnen nachzudenken, was nötig ist, damit Gründungen entstehen", sagt Diplom-Kaufmann Carsten Wille, der seit 2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Gründungsberatung ist. Und ergänzt: "Man muß frühzeitig an den Leuten dran sein, um ihnen zu helfen." 3 Berater und insgesamt 7 Mitarbeiter kümmern sich in Lüneburg um den Gründungsservice. Dazu kommen Botschafter in den Fakultäten und externe Experten im Netzwerk. Es geht darum, eine Gründungskultur zu entwickeln. Carsten Wille ist stolz: "Uns interessieren nicht so sehr die Geschäftsidee, sondern die Köpfe." 



Im vergangenen Jahr ist man den nächsten Schritt gegangen und hat die Bereiche Gründungsservice, Careerservice, Alumniverein und Transferservice in einem gemeinsamen Bereich zusammengefasst. Während an anderen Exist-geförderten Einrichtungen gezählt wird, was durch den Prozeß gelaufen ist, zählt man an der Leuphana, mit wem man in Kontakt war. Qualität statt Quantität - wie von Präsident Spoun ausgerufen. "Wir sind unserem Ziel recht nahe gekommen, daß sich jeder einmal mit Gründung beschäftigt",  resümiert Carsten Wille im Interview mit HANSEVALLEY. 

Entrepreneurship als Schlüsselkompetenz für das 21. Jahrhundert. 

Im Oktober beginnt das neue Semester mit der traditionellen Startwoche, eine neue Generation auf unternehmerisches Denken vorzubereiten. Entrepreneurship ist an der Leuphana im Kurikulum aller drei Schulen - dem College, der Graduate School und an der Professional School verankert. Als Sohn eines Fahrzeugbau-Unternehmers spitzt Carsten Wille aber auch zu: "Es gibt nichts, was das Unternehmergen wissenschaftlich belegt." Umso besser zu wissen, dass in Lüneburg ein ganzheitlicher Ansatz vielen Studentinnen und Studenten die Chance gibt, einen unternehmerischen Weg zu gehen. 




 Hamburg Digital Background 

5. Leuphana Startup-Night
www.leuphana.de/kooperationen/regional/aktuell/veranstaltungen/3-night-of-the-start-ups.html

Leuphana Entrepreneurship Hub:
www.entrepreneurship-hub.de

Leuphana Gründungsservice:
www.leuphana.de/forschung/foerderung/existenzgruendung.html

Leuphana Wissenschaftsinitiative "Management und unternehmerisches Handeln":
www.leuphana.de/forschung/wissenschaftsinitiativen/management-und-unternehmerisches-handeln.html

Freitag, 28. April 2017

NEXTHANSE: Die erfolgreiche Premiere der Hamburg Digital Community in Bildern.


Unsere Impressionen der Premiere von NEXTHANSE - der Hamburg Digital Community - am 25. April 2017 im DI-Lab@HSBA im HandelskammerInnovationsCampus am Adolphsplatz. Mit Corporate-Innovatoren aus mehr als 40 Hamburger Unternehmen. Ein herzliches Dankeschön an die Leitung und das Team der HSBA mit dem zukunftsweisenden DI-Lab und ein besonderes Dankeschön an alle Sprecher und Partner für ihren begeisternden Einsatz. 

NEXTHANSE 25.04.2017
NEXTHANSE - Die Premiere der Hamburg Digital Community.
DI-Lab@HSBA, HKIC, Hamburg, 25.04.2017
Fotos: HANSEVALLEY / Cindy Kubsch
Alle Rechte vorbehalten.




Wir freuen uns auf die nächste Ausgabe der NEXTHANSE - mit Hamburgs führenden Corporate-Innovatoren aus Industrie, Dienstleistung und Mittelstand. NEXTHANSE ist ein geschlossenes Netzwerk-Event auf Einladung. 

Verantwortliche Innovationsmanager von Unternehmen können sich unter community@nexthanse.net in den geschlossenen Gästeverteiler aufnehmen lassen. Weitere Informationen gibt es auf unserer Infoseite.

NEXTHANSE - die Hamburg Digital Community - ist ein exklusives Event von HANSEVALLEY - dem Hamburg Digital Magazin. In Zusammenarbeit mit zukunftsweisenden Partnern aus der Hamburger Wirtschaft.