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Sonntag, 21. Januar 2018

HANSEPERSONALITY Gunter Mengers: Ohne Werte geht es nicht - und Anstand ist immer modern!

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Vor 500 Jahren gründeten Hamburger Kaufleute die "Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns" - als Gegengewicht zum "Ehrbaren Rat" der Hansestadt Hamburg. Im vergangenen Jahr entschied die Vereinigung VEEK e. V., sich von der 1665 durch die "Ehrbaren Kaufleute" gegründeten Handelskammer Hamburg zu trennen. Die 1.200 Mitglieder der weltgrößten wirtschaftsethischen Vereinigung gehen das Jahr 2018 mit Offenheit und neuen Kooperationen an. Ein Hamburg Digital Interview mit dem Vorsitzenden der "Ehrbaren Kaufleute zu Hamburg" Gunter Mengers:


VEEK-Vorsitzender Gunter Mengers bei den Familienunternehmern
Foto: HANSEVALLEY

Sehr geehrter Herr Mengers: Sie sagen: "Wir sind keine Moralapostel." und "Wir wissen, dass es nicht immer ehrbar zugeht." Schauen wir auf den zunehmenden Druck durch globalen Handel, digital-vernetzten Vertrieb und virtuelle Produkte: Was macht Ihnen digital heute wirklich Angst.

Es ist nicht die grundsätzliche Digitalisierung, die nachdenklich macht. Das ist ein Prozess, der viele Vorteile und Erleichterungen bringt. Mit der damit verbundenen Geschwindigkeit ist allerdings die Gefahr verbunden, dass Dinge nicht ausreichend durchdacht werden und wichtige Grundlagen vernachlässigt werden. Das bezieht sich einerseits auf die Umgangsformen, die manchmal stark darunter leiden, aber – aus meiner Sicht – sehr viel bedeutender ist bestimmt, bestimmte Regeln des Anstandes und der Zuverlässigkeit nicht aus den Augen zu verlieren.

Die notwendige Reaktionsgeschwindigkeit darf nicht dazu führen, dass Fairness und werteorientiertes Handels an Bedeutung verliert, weil vielleicht davon ausgegangen wird, dass bei der schnellen Umsetzung von Themen dies keiner merkt. Interessant ist in dem Zusammenhang auch die Frage, inwieweit künstliche Intelligenz derartige "Werte" berücksichtigen kann, oder soll.

Die "Ehrbaren Kaufleute" im VEEK sind alles andere, als verschlossene "Pfeffersäcke": Sie unterstützen mit 120 Mentoren aus dem Kreis Ihrer Mitglieder die jungen, internationalen Studenten der Wirtschaftshochschule HSBA, in Hamburg gut anzukommen. Wie sieht das ganz konkret aus?

Es gibt klare Vorgaben, was unter einer Mentorenschaft verstanden wird - und zwar für beide Teilnehmer. Der Mentor soll der jeweiligen Studentin oder dem Studenten behilflich sein, um sich in Hamburg einzuleben, Verbindungen schaffen zu Unternehmen, bei der beruflichen Entwicklung oder generell als Gesprächspartner zur Verfügung stehen. Wenn auch unterschiedlich im Einzelfall, so kann davon ausgegangen werden, dass 3-4 Treffen im Jahr stattfinden. Das Mentoring ist sehr erfolgreich und wird außerordentlich positiv von den Teilnehmern bewertet.Wir wollen das weiter ausbauen.

Es ist aus Ihrer Sicht die wichtigste Aufgabe eines Familienunternehmers, die "nächste Generation zu bilden - im Sinne des kaufmännischen Handelns". Wie können erfahrene Unternehmer in Zeiten digital-vernetzter Information und Kommunikation den Nachwuchs erfolgreich erreichen?


Gunter Mengers: "Ohne Werte geht es nicht."
Foto: HANSEVALLEY
Die Weitergabe von werteorientierten Handeln gilt natürlich nicht nur für Familienunternehmer, sondern ganz allgemein. Wir stellen fest, dass die Bereitschaft der nächsten Generation, sich mit diesen Themen zu befassen, ganz deutlich steigt. Die negativen Beispiele der letzten Zeit aus der Großindustrie machen klar: Ohne Werte geht es nicht – und Anstand ist immer modern!

Insofern kann fast von einer Renaissance der Werteorientierung gesprochen werden - ganz im Sinne "Des Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg". Das sehen wir mit Freude. Wir konnten allein im vergangenen Jahr 160 neue Damen und Herren für uns als neue Mitglieder gewinnen.

Ihre Vereinigung will sich im neuen Jahr stärker und die Vernetzung der etablierten mit der jungen Wirtschaft bemühen. Sie haben zum Jahresauftakt ein "Generationen übergreifendes Netzwerk" angekündigt. Wann und wie dürfen Startups sich freuen, etablierte Kaufleute kennenzulernen?

Wir haben vor, über verschiedene Projektgruppen – teilweise branchenbezogen - Damen und Herren zu erreichen. Dazu gehört auch die "Zielgruppe" der Startups, die sich ja auch in Hamburg stetig weiter entwickelt. Das nehmen wir jetzt zügig in Angriff und sind sicher, gute Gelegenheiten zum Gedankenaustausch bieten zu können. Da unsere Altersstruktur sehr breit angelegt ist, ergibt sich daraus ein Generationen übergreifendes Netzwerk. Eine erstklassige Grundlage für Gespräche.

Auf dem Neujahrsempfang der Familienunternehmer haben Sie in Ihrer Gastrede das Thema "Künstliche Intelligenz" angesprochen, verbunden mit der Ankündigung, sich mit dem Thema "Moral von Maschinen" beschäftigen zu wollen. Was dürfen wir vom Verein VEEK erwarten?

Das wir uns mit dem Thema "Moral von Maschinen" beschäftigen wollen, ist vielleicht missverständlich verstanden worden. Darauf werden wir wohl keinen direkten Einfluss haben. Siehe dazu auch meine Anmerkung zu Ziffer 1. Aber es ist sicherlich ein sehr ernst zu nehmendes Thema, um nicht die Entschuldigung zu bekommen: Das war die "unmoralische" Entscheidung der Maschine, da konnte ich nichts machen. Wehret also den Anfängen. Frage ist nur, wer ist dafür zuständig. Die Programmierer, oder die Anwender?

Bleiben wir einen Augenblick bei Ihrer Organisation und der Unabhängigkeit von Ihrer "Tochter", der Handelskammer mit einem "rebellierenden" Präsidium. Was heißt die Unabhängigkeit für Sie - insbesondere in Bezug auf Hamburger Zukunftsthemen, wie Digitalisierung und Bildung?

Hamburger Spitzen (v.l.n.r.): Gunter Mengers (VEEK),
Tobias Bergmann (HK), Olaf Scholz (FHH)
Foto: HANSEVALLEY

Wir waren ja als VEEK auch schon bisher weitgehend eigenständig, allerdings mit traditionell engen Bindungen an die Handelskammer. In Übereinstimmung mit der Handelskammer haben wir über eine kürzliche Änderung unserer Satzung nun weitergehende Möglichkeiten, Entwicklungen ganz eigenständig zu bestimmen.

Zu guter Letzt unsere traditionelle Hamburg-Frage:

Sie haben vor den Familienunternehmern zu Jahresbeginn eine klare Botschaft gesetzt: "Gutes Verhalten kennt keine Grenzen." Sie sehen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen kaufmännischem Streben und sozialem Engagement als Lösung. Was heißt das für unsere Stadt Hamburg in 2018?

Das ist natürlich eine kaum eindeutig zu beantwortende Frage, da es eine Vielzahl von unterschiedlichen Lösungsansätzen gibt. Da muss jeder Einzelne den Willen haben in dem Sinne zu agieren. Für Hamburg ist der gute Ruf den die Kaufmannschaft genießt natürlich sehr Bedeutungsvoll. Was natürlich grenzüberschreitend gilt. Also nicht nur für Hamburg und Umgebung.


*  *  *

Vielen Dank für Ihre offenen Worte!
Das Interview führte Thomas Keup.

 Hamburg Digital Interviews: 

HANSEPERSONALITY:
Kammer-Präses Tobias Bergmann: "Dialog auf Augenhöhe."


 Hamburg Digital Background: 

Der Verein "Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg" e. V.:
www.veek-hamburg.de

Jahresschlussveranstaltung 2017 "Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns":
https://youtu.be/AnpZjG7mQLo

Der VEEK e. V. in der Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Versammlung_Eines_Ehrbaren_Kaufmanns_zu_Hamburg

Der "Ehrbare Kaufmann" in der Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ehrbarer_Kaufmann

Sonntag, 14. Januar 2018

HANSEPERSONALITY Kammer-Präses Tobias Bergmann: "Dialog auf Augenhöhe."

www.alstercompany.de


HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

"Die Mitarbeiter der Kammer und die Hamburger Wirtschaft sollten nicht zu einem Versuchslabor für unklare Ideen und Vorstellungen werden." Mit scharfen Worten kritisierte Gunter Menges, Vorsitzender des Vereins "Versammlung Eines Ehrbahren Kaufmanns", den amtierenden Handelskammer-Präses vor 1.700 Vertretern der Kaufmannschaft, aus Wissenschaft, Politik, Gesellschaft und Medien bei der Jahresabschlussveranstaltung am 29. Dezember 2017 am Adolphsplatz.


Tobias Bergmann: "Tapfer geschlagen" nach scharfer Kritik.
Foto: HANSEVALLEY
"Es geht darum, in den Dialog zu treten", entgegnete Kammer-Präses Tobias Bergmann den Wink mit der Container-Brücke. In der - laut Medien mit Hilfe einer McKinsey-Redenschreiberin entwickelten - Ansprache ging Hamburgs ungeliebter Kammerchef auf die Digitalsierung der Ausbildung, die Internationalisierung des Arbeitsmarktes, Innovationsstandorte in Hamburg, die digitale Disruption und die Mentalität der Kaufmannschaft sowie auf die Gründerkultur der Handelskammer ein.

HANSEVALLEY hat die Rede studiert, sie mit den Aussagen der "Rebellen" aus dem Kammer-Wahlkampf verglichen und die jüngsten Entscheidungen des Kammer-Präsidiums Revue passieren lassen. Das Ergebnis ist ein Fragenkatalog, der den kritischen Dialog anbietet - ohne Schönfärberei und Tabuthemen. Ein HANSEPERSONALITY mit Handelskammer-Präses Tobias Bergmann:

Digitalisierungsgipfel für Ausbildung der Handelskammer:

Tobias Bergmann: Sie haben vor der Kaufmannschaft die Bedeutung der Berufsausbildung bekräftigt und einen Digitalisierungsgipfel für Ausbildung im 1. Halbjahr 2018 angekündigt. Schaue ich in Ihre Wahlkampf-Aussagen, wollten Sie den Digitalgipfel bereits im 2. Halbjahr 2017 durchführen:

Warum liegen Sie mit Ihrem Versprechen für die Jugend 1 Jahr im Hintertreffen? 
Warum beschränken Sie Aktivitäten auf den Nachwuchs? Was ist mit Fachkräften?

Berufsbildungsrecht ist im ganz Wesentlichen eine Sache des Bundes. Um mit dem Bund verbindlich über die nötigen Entwicklungen diskutieren zu können, braucht man eine Bundesregierung als Gesprächspartner. Diese muss sich aber bekanntermaßen erst noch finden – dass das so lange dauert, hat ganz Deutschland überrascht. 

Deshalb findet der Gipfel 2018 statt. Ich freue mich bis dahin über ein erfolgreiches Ausbildungsjahr 2017. Die Handelskammer hält übrigens eine Menge an Fortbildungsangeboten für das lebenslange Lernen von Fachkräften bereit und entwickelt diese Angebote ständig weiter.

Ansiedlung und Förderung internationaler Fachkräfte:

Sie kritisieren die geringe Quote von nur 9% internationalen Fachkräften in Hamburg und fordern einen Wandel. Sie haben mit der HSBA eine internationale Nachwuchsschmiede - mit 35 weltweiten Partnern, davon 22 Hochschulen, fast 1/3 internationalen Studierenden pro Jahrgang sowie weitgehend englischsprachigen Bachelor- und Masterstudiengängen - vor die Tür gesetzt. 

Wie passen Ihre Forderungen und das zerschlagene HSBA-Porzellan zusammen?Was kann die Kammer gegen den immer größer werdenden Fachkräftemangel tun?


Tobias Bergmann: Gute Mine zum bösen "Rebellen-Spiel"?
Foto: Handelskammer Hamburg/Ulrich Perey
Gegen den Fachkräftemangel helfen exzellente Aus- und Fortbildung, ein starker Wissenschaftsstandort und gute Ansiedlungs- und Lebensbedingungen in unserer Stadt inklusive besserer Start-Angebote für neue Fachkräfte aus dem Ausland. An allen diesen Themen arbeitet die Kammer intensiv. 

Für die HSBA haben wir eine sehr gute Lösung gefunden, mit der sowohl die Hochschulgremien als auch der Senat zufrieden sind und die Studierenden- und Absolventenzahlen stabil lässt - und die Beitragszahler sind aus der Haftung.

Innovationen durch Wissenschaft und Jungunternehmen:

Sie schlagen vor, einen "Urbanen Innovationspark" als "Leuchturm" auf dem Kleinen Grasbrook zu errichten. Dort sollen - in 20 Jahren bebaut - Forschung, Startups und Corporates innovieren. Der Senat plant aktuell in Altona (DESY), Bergedorf (HAW), Finkenwerder (ZAL) und Harburg (TUHH) integrierte F&I-Parks. 2017 gab es laut Startup-Monitor keine 60 Neugründungen in Hamburg, die Überlebens-Quote liegt bei 10%. 

Wie sehen Ihre konkreten Vorschläge für die kommenden 3, 5 und 10 Jahre aus?Was wollen Sie in 20 Jahren im neuen Stadtteil ansiedeln, wenn es keinen Bedarf gibt?

Der Senat hat sich entschlossen, den Kleinen Grasbrook zu entwickeln. Jetzt geht es darum, für Stadt und Wirtschaft das Beste herauszuholen. Wenn man es richtig anpackt, kann der Grasbrook ein Kristallisationspunkt für die Ansiedlung neuer Startups werden – es geht ja gerade darum, über den heutigen Status Quo hinauszukommen und mehr Ansiedlungen zu schaffen. 

Konkret muss es als Erstes einen Entwicklungsplan in diesem Sinne geben, bei dessen Entstehung die Interessen von Startups und etablierten Unternehmen gleichermaßen berücksichtigt werden.

Digitale Disruptionen und Mentalität der Kaufmannschaft:

Sie sprechen von Disrpuptionen, Digitalisierung und Lösungen, die alte Geschäftsmodelle in 2 bis 3 Jahren aus dem Markt drängen. Vergangene Hamburger Wachstumstreiber, wie Medienwirtschaft und Versicherungen, haben - korrekt angemerkt - an Kraft verloren. 

Wie wollen Sie als Vertreter der gewerblichen Wirtschaft die Mentalität der Kaufmannschaft, in Dekaden zu denken, mit Ihrer Politik durchbrechen?

Das Denken verändert sich ja in vielen Teilen der Wirtschaft bereits. Unsere Aufgabe als Handelskammer ist dabei vor allem Wissens- und Methodentransfer. Wir vernetzen diejenigen, die voran marschieren, mit den traditionelleren Unternehmen. Unsere Aufgabe ist außerdem, Trends zu antizipieren und den Unternehmen möglichst früh die nötigen Informationen und damit Vorbereitungsmöglichkeiten zu geben.

Handelskammer als zentraler Ort für Hamburgs Gründer:

In Ihrer Rede laden Sie Gründer ein, die Börse als ihren Ort zu nutzen, sich zu vernetzen und Geschäfte zu machen. Im Wahlkampf klang das anders: 'Keine Startup-Unternehmerin braucht den Rat eines „Kammerbeamten“, wie sie den digitalen Wandel meistern soll'. Vor einem Jahr forderten Sie eine "Digitale DNA" für die Kammer. 

Hat sich die Kammer mit dem Verzicht der digitalen Kompetenz aus der HSBA mit Anlauf in die Zeit der Hammaburg zurück katapultiert?

Den logischen Zusammenhang zwischen unserer Einladung an die Mitgliedsunternehmen, sich in der Kammer zu vernetzen, dem angeführten Zitat zum digitalen Wandel müssten Sie mir erklären. Aber davon mal abgesehen: Die Handelskammer hat eine Menge digitaler Kompetenz – denken Sie nur an das Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0. 

Auch darüber hinaus haben wir 2017 Kompetenzen in Sachen Digitalisierung aufgebaut, die es vorher in diesem Maße nicht gab. Die digitale Kompetenz der HSBA geht uns übrigens auch nicht verloren, es ist vereinbart, dass es auch weiter eine Partnerschaft geben wird.

Zukunft der Handelskammer nach den Erlebnissen 2017:

Sie sprechen in Ihrer Rede von Transparenz der Prozesse, gemeinsamer Meinungsbildung und Entscheidungen mit der Mitgliederschaft. Sie wollen mit der Kammer wieder "Impulsgeber für wichtige wirtschaftspolitische Diskussionen der Stadt" sein. Im Moment scheinen sich wichtige Player eher abzuwenden und Alternativen zu entwickeln, wie die angekündigte Kooperation der VEEK mit der HSBA.

Wieso wussten und wissen die Mitglieder nichts von HSBA-Rauswurf und IHK Nord?Wie setzen Sie die Budgetkürzung von 20 Mio. € "auf Augenhöhe" + "im Dialog" um?

Noch nie hat die Handelskammer mehr Mitglieder an Ihrer Meinungsbildung beteiligt, als seit der Wahl 2017. Außerdem haben wir die Satzung geändert, um den ehrenamtlichen Ausschüssen mehr Einfluss zu geben. Insofern sind wir klar auf Kurs, was Partizipation und Transparenz der Interessenvertretung angeht, und das wird 2018 Früchte tragen. 

Die Übertragung der HSBA-Anteile an die Trägerstiftung war Gegenstand einer offenen und auch öffentlichen Diskussion, die Zukunft der Handelskammer in der IHK Nord ist es noch. Über die organisatorischen Veränderungen sprechen wir vor allen anderen mit den Mitarbeitern offen und binden ihre Ideen ein. Es gibt eine Betriebsvereinbarung, die die aktive Mitgestaltung der Belegschaft als Recht und Pflicht regelt und zugleich betriebsbedingte Kündigungen ausschließt.
* * *

Vielen Dank für Ihre offenen Antworten!
Das Interview führte Thomas Keup.

--


G. Mengers (VEEK), T. Bergmann (HK), O. Scholz (FHH)
Foto: HANSEVALLEY
"Befreien Sie uns von unserer Skepsis und geben Sie uns Sicherheit, dass die Handelskammer ... zum Wohle Hamburgs und der hiesigen Wirtschaft denkt und auch entsprechend handeln wird", forderte Hamburgs Ehrbarer Kaufmann, Gunter Menges zum Abschluss des Jahres 2017.

Haspa-Chef Dr. Harald Vogelsang wurde noch deutlicher: "Wenig konstruktiv ist es aus meiner Sicht, wenn man viel Gutes, was über die Jahre entstanden ist, einfach mit der Abrissbirne zerstört. (...) jahrzehntelange Kontakte werden in Minutenschnelle eingerissen, langjährige Partner verprellt, erpresst, frustriert."


*  *  *

 Hamburg Digital Background:  

Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg:
Jahresabschlussveranstaltung 2017 - Video und Rede(n)

Nachbericht Hamburger Abendblatt 29.12.2017
hwww.abendblatt.de/hamburg/article212967737/Buergermeister-Olaf-Scholz-fordert-wirtschaftliches-Wachstum.html

Nachbericht Welt Hamburg 29.12.2017
www.welt.de/regionales/hamburg/article172033642/Versammlung-Eines-Ehrbaren-Kaufmanns-Kammerpraeses-ueberrascht.html

Nachbericht Bild Hamburg 29.12.2017
www.bild.de/regional/hamburg/party/beim-ehrbaren-kaufmann-54326592.bild.html

Kritik Harald Vogelsang Welt Hamburg 28.12.2017
www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article171999564/Triumphe-und-Tragoedien-die-Geschichten-des-Jahres-Harald-Vogelsang-ueber-die-Revolution-in-der-Handelskammer.html

Kritik Alt-Präsides Welt Hamburg 23.12.2017
www.welt.de/regionales/hamburg/article171856033/Hamburger-Handelskammer-Der-hanseatische-Handschlag-gilt-nichts-mehr.html

Mittwoch, 3. Januar 2018

HANSECITYLIFE: Haspa-Schließfächer für reisende Journalisten: Kiekmo - dat geiht!

Wer verprasst in Hamburg Steuergelder?
Montag, 8. Januar '18, 10.00 Uhr
www.hanseinvestigation.de

HAMBURG DIGITAL REPORT

Freitag, 29. Dezember '17, der letzte reguläre Arbeitstag des Jahres an Alster und Elbe. Ich fliege mit dem ICE 806 aus Berlin-Südkreuz ein. Es ist ein voll gepackter Tag: Um 12.00 Uhr berichte ich von der Jahresabschlussveranstaltung der Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns, anschließend letzte Geschenke einkaufen im Nivea-Haus am Jungfernstieg, auf Mönckeberg- und Spittaler Straße. Schließlich am Abend ein Zug um die Häuser auf dem Kiez.

Wie managt man drei verschiedene Anlässe mit Anzug, Jeans und Party-Outfit - jedoch ohne die Chance, zwischendurch nach Hause zu kommen? Wie erspart man sich, eine schwere Reisetasche von der Altstadt in die Neustadt und von St. Pauli bis nach Altona zu schleppen. Die Antwort für den reisenden Journalisten und Haspa-Kunden lautet "Kiekmo". Ein Hanburg Digital Report aus der Ottenser Hauptstraße:

Hamburg-Altona, 10.45 Uhr, es ist kalt und und es herrscht "feuchte Luft". Ich laufe mit meinem Gepäck durch den hässlichsten Bahnhof in Richtung Ottensen. Auf der Fußgängerzone wenig hektische Hamburger auf dem Weg in die Geschäfte. Die einen decken sich im Mercado-Center mit Silvester-Leckereien ein, die anderen sind mit Weihnachtsgutscheinen auf Schnäppchenjagd. Am anderen Ende wartet eine rote Parkbank im Schaufenster des 1. Stocks auf mich. Nein, es ist kein Möbelladen ...

Kostenlose Schließfächer in ausgewählten Haspa-Filialen.
Foto: Haspa

"Meine Bank" steht in weißen Lettern weit über die Kreuzung im Stadtteil Ottensen sichtbar. Als Hamburger Journalist, Technologie-Nutzer, erwachsenes Spielkind und Haspa-Neukunde interessieren mich an diesem Vormittag aber weniger Geldautomaten und Auszugsdrucker in der 2-stöckigen Sparkassen-Filiale. Mein Adlerauge sucht nach einer rot-grün-weißen Säule mit hell flackerndem Display und einer frechen Möwe im Logo. Die bunte Stahlsäule im Vorraum hört auf den Namen "Kiekmo" und funktioniert mit einer App auf meinem Handy.

"Kiekmo"-Livetest: Praxistest ohne zweite Chance und doppelten Boden.


Passt perfekt auch für Reisetaschen.
Foto: HANSEVALLEY
Auf dem Weg in die Filiale hatte ich die Stadtteil-App für Altona und Eimsbüttel per E-Mail aktiviert. Noch ist "Kiekmo" ein Versuchsballon. In der App gibt es aktuelle Lokalnachrichten für die Stadtteile, redaktionell betreut von den Eimsbütteler Nachrichten und freien Journalisten. Mein spezielles Interesse gilt an diesem Morgen dem Button "Schließfach", denn die Haspa bietet über die Service-App auf Android- und iPhones in 10 ausgewählten Stadtteil-Filialen die kostenlose Nutzung von Schließfächern an. Womit der reisende Journalist sein Ziel erreicht hat.

Ruck-zuck ist meine große blaue Reisetasche verstaut, mit einem Mausklick das 55 cm tiefe, 35 cm
breite und 45 cm hohe Schließfach reserviert. Das kann man schon vorab erledigen. 11 Fächer hat jede Säule in den 10 Haspa-Filialen. Laut App sind die Fächer meist verfügbar, denn den Service gibt es erst seit Juli '17. Oben und unten warten in der Säule die großen Locker für Reisetaschen, Trolleys und die Familieneinkäufe, vergleichbar den Schließfächern auf Hauptbahnhof und am Bus-Port. Dazwischen auf Augenhöhe 5 schmale Schließfächer mit einer Höhe von 25 cm - für die kleine Ablage von Büdel oder Schlüsseln.

 "Kiekmo"-Strategie: Mit frischen Ideen neue Kunden in neue Filialen.

Die Haspa will Kunden wieder in die Filialen locken und bietet dafür einen Service rund um die Uhr - und nicht nur zu regulären Öffnungszeiten zwischen 9.30 und 18.30 Uhr. Die Fächer können jederzeit reserviert und genutzt werden - und das für volle 24 Stunden, also auch abends, nachts und am Wochenende. So kann man seine Sportklamotten nach dem Training im Studio einfach in der Bank seines Vertrauens deponieren und anschließend mit den Freunden feiern gehen. Oder die Wochenend-Einkäufe sicher einschließen und den Abend mit seiner besten Freundin genießen.

Für den Service hat die Haspa die nachts verschlossenen Vorräume in den ausgewählten Filialen per Bankkarte wieder zugänglich gemacht. Dabei muss man für die Nutzung nicht einmal Haspa-Kunde sein, auch wenn ich seit meinem erschütternden "Yomo-Experiment" zum Kundenkreis gehöre. Die Türen öffnen sich mit jeder Girokarte und die Vorräume sind videoüberwacht. So ist sichergestellt, dass weder mit Schließfächern noch den anvertrauten Wertsachen etwas passiert. Für den Fall der Fälle sind die eingeschlossenen Wertsachen sogar bis zu 250,- € versichert. Sollte etwas mit den Automaten nicht klappen, haben die Mitarbeiter*innen in den Filialen den direkten Draht zum "Kiekmo"-Team und kümmern sich um eine Lösung.

"Kiekmo-App-Bedienung: Mit einem Klick ist es sofort erledigt.


Überraschend einfach zu bedienen.
Screenshot: HANSEVALLEY
Überrascht war ich von der einfachen Nutzung der von "Sinner Schrader Swipe" (vormals "Sinner Schrader Mobile") aus Hamburg und Berlin mitentwickelten App. Mit einem Touch reserviere ich das Schließfach. Genauso kann ich mit einem Klick das Fach öffnen, um etwas herauszuholen oder reinzulegen. Und schließlich hört das "Sesam-Öffne-Dich" mit einem Finger auf mich, wenn ich meine sieben Sachen entgültig abholen will, denn mein Fach ist online-vernetzt mit meiner App gekoppelt. Das Öffnen und Schließen klappt übrigens genau smart, wenn ich für jemand anderen etwas deponieren will.

Ob vergessener Kalender einer Haspa-Kundin in der Filiale Ottenser Hauptstraße, ob das Schlüsselbund für die Airbnb-Wochenendgäste - mit dem vierstelligen Zahlencode zu meiner Miete kann ich Kunden, Partnern, Freunden oder Familie den Zugang zum Fach ermöglichen. So wird die Übergabe von Büdel und Schlüsseln zum Kinderspiel und zeitlich im besten Sinne hanseatisch entspannt. In diesem Jahr werden Filialen in weiteren Stadtteilen mit dem cleveren Service ausgestattet, auch wenn der Pressesprecher patout nicht verraten wollte, wo es bald soweit sein wird.

"Kiekmo"-Schließfächer: Für das, was Haspa-Kunden wichtig ist.


Locksafe-Schließfächer in Mekkah.
Foto: LockTec
Die Schließfächer kommen übrigens vom deutschen Hersteller LockTec aus dem bayerischen Weißenbrunn. Der ist mit seinem "Service-Box"-Programm für die Packstationen von DHL zuständig und hat mit den "Kiekmo"-Säulen schwere Stahlschränke mit dicken Bolzen in den Haspa-Filialen auf Basis seiner "Locksafe"-Anlagen aufgestellt und vernetzt. Vergleichbare Schränke stehen übrigens auch an Bahnhöfen in Deutschland und Österreich, im oberösterreichischen Salzbergwerk sowie in den saudi-arabischen Pilgerstätten Mekkah und Medina.

Noch nutzen die meisten Hamburger die "Kiekmo"-App vor allem als lokale Nachrichtenquelle. Immerhin 45.000 Downloads zählt die z. Zt. nur für Eimsbüttel, Altona und Ottensen sinnvoll nutzbare Mobile-App unter Android und iOS. Hinter der Idee steht die Digital-Tochter der Hamburger Sparkasse. "Haspa Next" kümmert sich mit dem integrierten "Heute in Hamburg"-Team also nicht nur um den jungen Chatbot-Service "Aino", sondern auch um die wahrscheinlich pfiffigsten Schließfächer der Stadt. Die mit der frechen Möwe - für reisende Journalisten wie mich.

 Hamburg Digital Background: 

"Kiekmo" Stadtteil-Service
https://kiekmo.hamburg/

"Kiekmo" Schließfach-App
https://kiekmo.hamburg/app 

"Aino" Chatbot-Service
https://getaino.de/

"Heute in Hamburg"-Service
http://heuteinhamburg.de/

Haspa Next GmbH Hamburg
http://haspa-next.de/

 Hamburg Digital Reports: 

HANSTECHTEST: Der Sparkasse neue Kleider: Die Yomo-App:
http://hh.hansevalley.de/2017/12/hansetechtest-yomo-haspa.html

HANSEFUTURE: AINO - ein "WeChat"-Bot, der Hamburg kann:
http://hh.hansevalley.de/2017/06/hansefuture-aino-app.html

HANSEPERSONALITY Dr. Harald Vogelsang:
Digitale Agenda, Investitionen und Bildungsoffensive für Hamburg 4.0: http://hh.hansevalley.de/2017/03/hanspersonality-dr-harald-vogelsang.html

HANSESTARTUPS: "Next" Chance für "Heute in Hamburg":
http://hh.hansevalley.de/2017/03/hansestartups-haspa-heuteinhamburg.html 

Freitag, 6. Januar 2017

HANSEBUSINESS: Die Wahrheit hinter der Kammer-Wahl 2017

In der mächtigen Handelskammer rumort es kräftig.
Foto: Handelskammer Hamburg / Daniel Sumesgutner
500 Jahre Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg, mehr als 350 Jahre Commerz-Deputacion: Die traditionsreichste deutsche Wirtschaftsvertretung hat viele stürmische Zeiten erlebt. Mit der diesjährigen Wahl eines neuen Plenums und des neuen Präsidiums muss sich die Interessenvertretung der rd. 160.000 Industrie-, Handels- und Gewerbebetriebe an der Elbe einer breiten Diskussion stellen. Die Zahlen, Fakten und Hintergründe zum "Wahl-Krimi" 2017:

Die "Kammer-Rebellen" um den Hamburger Unternehmer Tobias Bergmann sorgen seit 3 Jahren in der alten Börse für Wirbel - mit der Forderung nach Abschaffung der Zwangsbeiträge, der gerichtlichen Klärung millionenschwerer Beitragsreserven, der Offenlegung des Geschäftsführergehalts, offener Kritik an der "heimlichen Regierung" der einflussreichen Wirtschaftsvertretung und einem "Maulkorb" für den scheidenden Präses und seine allgemeinpolitischen Stellungnahmen in der Jahresabschlussrede 2015.

Neben den "Kammer-Rebellen" mit ihrem Leitmotto "Die Kammer sind wir" treten bei der Briefwahl bis zum 14. Februar d. J. erstmals die digital- und dienstleistungsorientierten "Kammer-Reformer" mit dem Bündnis "Unternehmer für Hamburg" sowie die etablierten Branchenvertreter und "Kammer-Bewahrer" mit ihrer Initiative "Vorfahrt für Hamburg" an. 12 der 66 Sitze haben die "Rebellen" bislang inne. Es geht um nicht weniger, als die Mehrheit der Stimmen zur Wahl des künftigen Präses und 6 Vize-Präsides.

Dahinter stehen die künftigen Leitlinien der Kammerarbeit durch Geschäftsführung, 265 Mitarbeiter und mehr als 100 Beschäftigte in den Mehrheitsbeteiligungen, die unternehmerischen Aktivitäten - von Service-Gesellschaft, Weltwirtschafts-Institut und Wirtschaftsförderung bis zu Bildungs-Institut und Business School. Mit fast 160.000 Mitgliedern, 39 Mio. € Mitgliedsbeiträgen, insgesamt 142 Mio. € Bilanzsumme, mehr als 50 Mio. € Erträgen und mehr als 73 Mio. € Finanzanlagevermögen ist die Handelskammer ein großer Wirtschaftsbetrieb und neben der IHK Berlin eine der größten Kammern Deutschlands. 

Mit Volldampf aufs Trockendock oder in die digitale Zukunft?

Traditionell bestimmt vor allem die "Hafenfraktion" um Reeder und Kaufleute den Kurs der Kammer. Doch seit 8 Jahren stecken die Containerschifffahrt und damit Deutschlands größter Seehafen in der Krise: Rückläufiger Containerumschlag, Rotterdam und Antwerpen im Wettbewerb, neue chinesische Konkurrenz am Mittelmeer, die drei neuen Reedereiallianzen sowie beschwerliche 100 km Elbe für die neuen Großcontainerschiffe - das alles erhöht den Druck auf den Hamburger Hafen. 64.000 Jobs an den Kais und 156.000 in der Metropolregion hängen am Erfolg des bisherigen Wirtschaftsmotors der Freien und Hansestadt.

Containerterminals Buchardkai (vorn) + Tollerort (Hintergrund)
Foto: HHLA / Thies Rätzke
Der teilprivatisierte Lager- und Logistikkonzern HHLA - Betreiber der Containerterminals Altenwerder, Burchardkai und Tollerort - sucht einen Ausweg im europaweiten Eisenbahngüterverkehr. 1/3 des operativen Konzernergebnisses stammen bereits von der Schiene. Die HHLA betreibt 13 Bahnterminals, vor allem in Mittel- und Osteuropa - mit mehr als 50 eigenen Loks und 2500 Waggons. Die Luft im Hafen wird dünner und der Ton rauer - das zeigt der jüngste Streit zwischen dem Unternehmerverband UVHH und der Hafenbehörde HPA um Verhandlungen mit den Reedereien.

Parallel zur Entwicklung im Hamburger Hafen hat sich in den letzten Jahren eine leistungsstarke und zukunftsweisende Digitalszene an Elbe und Alster entwickelt: 23.000 Unternehmen umfasst die Hamburger Medien-, IT- und Kreativbranche - mit mehr als 100.000 Beschäftigten, darunter 8.600 IT-Anbieter inkl. 1.500 Softwarefirmen, 2.100 Medienhäuser und 1.700 Agenturbetriebe sowie mehr als 600 Startups und 150 Gamesschmieden. Sie bilden das neue, digitale Rückgrat der Hamburger Wirtschaft - mit zukunftsorientierten, qualifizierten Produkten, Dienstleistungen und Arbeitsplätzen.

Die Handelskammer ist traditionell vorn dabei, wenn es um IT und Medien geht: Sie war die erste Kammer Deutschlands, die Mitte der 90er Jahre einen eigenen Bereich "IT- und Medienwirtschaft" aufbaute und in der ein eigener Ausschuss für Medienwirtschaft die Unternehmer vertrat. Schon früh erkannte man in der Kammer die Rolle der Technologie-Branchen für den Standort. Von Anfang an in der ersten Reihe mit dabei: Ausschussvorsitzender Robin Houcken, der für die "Unternehmer für Hamburg" kandidiert.

Jetzt gehts ums Ganze: Wer hat künftig die Nase vorn bei der Digitalisierung? Wer kann bei der Modernisierung von Wirtschaft, Kammer und Hansestadt überzeugen: die "radikalen Rebellen", die "modernen Reformer" oder die "konservativen Bewahrer"? Es ist ein Kampf der Generationen, der Branchen und ein Kampf um den Kurs der Hamburger Wirtschaft. In der kommenden Woche veröffentlichen wir Teil 1 der Digitalen Wahlprüfsteine - mit den Antworten der 3 Wahlbündnisse zu den Themen Digitalisierung, Existenzgründungen und Startups:

Weitere Informationen auf den Webseiten der drei Wahlgruppen:

Die Rebellen: "Die Kammer sind wir"

Die Reformer: "Unternehmer für Hamburg"


Die Bewahrer: "Starke Kammer. Vorfahrt für Hamburg"



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Freitag, 30. Dezember 2016

HANSEBUSINESS: Das schreibt der Handelskammer-Präses Olaf Scholz ins Stammbuch.

*Mit Updates zu Reaktionen und Links*

Die Digitalisierung ist in der Handelskammer angekommen:  Eine "Digitale Dachmarke", ein "Coworking-Club" und ein "3D-Demonstrationszentrum" sind für Kammerpräses Fritz Horst Melsheimer Top-Themen in seiner diesjährigen Jahresabschlussrede vor der Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns gewesen. Die digitalen Aktivitäten, Planungen, Wünsche und was davon zu halten ist - aktuell von uns zusammengefasst:

Handelskammer-Präses Fritz Horst Melsheimer
Foto: Handelskammer Hamburg/Christian Stelling
Ab 16. Januar '17 wählen rd. 160.000 Hamburger Betriebe aus Industrie, Handel und Gewerbe ihr neues Plenum - die parlamentarische Interessenvertretung der Wirtschaft in der Handelskammer Hamburg. Erstmals sind drei Bündnisse im Wahlkampf: Die etablierte Initiative "Vorfahrt für Hamburg", das Reform-Bündnis "Unternehmer für Hamburg" und die Kammer-Rebellen "Die Kammer sind wir".

"Ich lasse mir das Recht, klar und deutlich im Namen der Hamburger Wirtschaft zu sprechen, von niemandem nehmen."

Die "Rebellen" waren auch ein Thema in der Jahresabschlussrede des Handelskammer-Präses im Rahmen der traditionellen Versammlung eines Ehrbaren Kaufmanns zum Jahreswechsel im Börsensaal am Adolphsplatz. Neben dem gerichtlichen "Maulkorb" gegen die allgemeine politische Rede des Präses aus dem Vorjahr standen vor allem jedoch 6 aktuelle Herausforderungen für die Hamburger Wirtschaft im Mittelpunkt.


"Die Disruption gefährdet auch in Hamburg bestehende Geschäftsmodelle, Arbeitsplätze und Gewinnmöglichkeiten."

Die "Chancen des technischen Fortschritts in den Bereichen Digitalisierung, E-Mobilität und 3D-Druck" sprach Melsheimer zentral in der Mitte der rd. einstündigen Rede vor den 2.000 anwesenden Gästen am Freitag-Mittag an. Als erfolgreiche Hamburger Aktivitäten im Kontext Digitalisierung und Startups nannte Melsheimer vornehmlich kammereigene Initiativen, wie das "Komptenzzentrum Mittelstand 4.0", das "Digital Innovation Lab" in der Hamburg School of Business Administration, die über 8.500 Gründerberatungen und mehr als 1.200 Registrierungen zur virtuellen Gründungswerkstatt.

Eine "Digitale Dachmarke" für alle Projekte und Initiativen

Der langjährige Hamburger Manager forderte gegenüber Bürgermeister Olaf Scholz und Wirtschaftssenator Frank Horch, "die bestehenden Projekte und Initiativen analog zum Silicon Valley unter eine gemeinsame Dachmarke zu stellen". Das Ziel: eine stärke Wirkung für die Startup-Szene nach innen und außen. Der Senat soll die Idee aufgreifen und unterstützen. Das erinnert an die Berliner "Startup Unit" von Kammern, Verbänden, Initiativen und Wirtschaftsförderern an der Spree.

Unsere Meinung:

Die "Startup-Unit" gilt als "toter Gaul", den "Berlin Partner" dank Fördermitteln reitet. Von der zugrunde liegenden McKinsey-Studie "Berlin gründet" aus 2013 funktioniert nur die internationale Vernetzung. Das Update "Berliner Startup-Agenda" aus diesem Jahr ist nur eine Zusammenfassung der Aktivitäten von Wirtschaftsförderung und Wissenschaft. Wenn Hamburg eine "Digitale Dachmarke" aufbauen will, sollten die aktiven Akteure eine führende Rolle spielen - von Medien über Netzwerke bis zu den Branchen-Clustern. Vorbild könnte die gelebte Marke "Be Berlin" sein.

Ein "3D-Demonstrationszentrum" zum Erleben und Ausprobieren

Die Möglichkeiten des 3D-Drucks haben Auswirkungen auf Industrie und globale Wirtschaftsströme, brachte es der Hauptredner der VEEK-Jahresabschlussversammlung auf den Punkt. In der Tradition öffentlich geförderter Informationszentren warb Melsheimer für ein "3D-Demonstrationszentrum", um vielen Unternehmen die Möglichkeiten der neuen Technologie erlebbar zu machen. Zudem sollte das Thema in der schulischen, dualen und universitären Ausbildung - bis hin zu eigenen Studiengängen - verankert werden.

Unsere Meinung:

Die Verankerung des 3D-Drucks in schulischer, dualer und universitärer Ausbildung ist richtig und wichtig - und ein Pflichtthema für die Kammer. Ein HK-Demonstrationszentrum halten wir hingegen eher für Verschwendung öffentlicher Mittel. Stattdessen sollten Unternehmer von der Handelskammer in die bestehenden Fab Labs "Attraktor" in Altona, "Fabolous" in St. Pauli und an der TU in Harburg eingeladen werden. Dies ist auch eine Möglichkeit, mit technologiebegeisterten "Makern" direkt ins Gespräch zu kommen.

Ein gemeinsamer "Coworking Club" zur Vermarktung des Standorts

Coworking-Spaces bieten Startups die geeignete Infrastruktur und ein inspirierendes Arbeitsumfeld, resümiert der Präses in seiner Ansprache vor den Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Zur Vermarktung des Gründerstandorts will die Handelskammer in nächsten Jahr die Coworking-Spaces, wie Betahaus, Design Offices, InnoHub, IntoOffice, Lilienhof, Medienhof, Mindspace, Places, Shhared oder Werkheim in einem "Coworking Club" zusammenbringen und vernetzen.

Unsere Meinung:

Schaden kann es nicht, die Betreiber der Coworkings an einen Tisch zu holen. In wiefern die Initiative eines "Coworking Clubs" sinnvoll ist, bleibt abzuwarten. Unterm Strich sind die Anbieter vor allem Wettbewerber im Markt, die sich durch verschiedene Zielgruppen und Konzepte abheben. Unausgereift ist der Gedanke, mit rd. 1 Dutzend Anbietern den Standort zu vermarkten. Hier fehlen die gemeinsamen Zielsetzungen und die für eine Vermarktung erforderliche Finanzierung. Ein Finanzierung des Marketings von Coworkings aus öffentlichen Mitteln ist kein empfehlenswerter Weg.

*Updates*

Rede von Handelskammer-Präses Fritz Horst Melsheimer als PDF-Download:
Jahresabschlussrede vor der Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns

Reaktionen von "Kammer-Rebellen" und Verband Freier Kammern:
Die "Welt" Hamburg: Präses Melsheimer weist Maulkorb zurück.

Die zentralen Digitalen Wahlprüfsteine zur Kammerwahl 2017

Wir sind gespannt, was die drei Bündnisse und Initiativen zur Kammerwahl 2017 als Vorschläge zum Leitthema Digitalisierung zu sagen haben. Tobias Bergmann von der Initiative "Die Kammer sind wir" kritisiert in einem aktuellen Beitrag der "Welt" die Aktivitäten der Handelskammer als "digitalen Neuanstrich". Robin Houcken vom Bündnis "Unternehmer für Hamburg" nimmt die Kammer in dem Artikel in die Pflicht und sieht die Interessenvertretung in einer "Schlüsselrolle für die digitale Transformation".  

Ab 9. Januar veröffentlichen wir die Antworten zu den 12 von uns an die Initiativen und Bündnisse gerichteten Fragen. Dabei stehen für uns die 3 Themenfelder "Digitale Zukunft", "Digitale Kammer" und "Digitale Stadt" im Fokus des Services für die Industrie- und Handelsbetriebe an Elbe und Alster. 

Hier die 12 Fragen, deren Antworten wir ungekürzt veröffentlichen werden:

Eine Übersicht zu den drei Kammergruppen haben hier veröffentlicht:
Kammer-Wahl in Hamburg: Wer liest künftig Olaf Scholz die Leviten?


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