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Montag, 23. Dezember 2024

Von wegen "Stille Nacht": 2024 gilt Drucker anbrüllen und Dubai-Schokolade essen.

HANSE DIGITAL CHRISTMAS

Dieses Weihnachten staunt selbst der Weihnachtsmann ...
(Foto: Andrea Piacquadio, Pexels)

Berlin/Hamburg/Köln/München, 23.12.2024: Man, war das ein Jahr! Die Bundesbürger haben 2024 ein Drittel mehr Daten über ihre Smartphones gesaugt, als im Jahr zuvor. Das genutzte Datenvolumen stieg von insgesamt 9,3 auf 11,9 Extrabyte über die Funknetze von Telefonica, Telekom, Vodafone und 1&1 - fast 1/4 davon über 5G. Damit stieg zugleich der Verbrauch je Nutzer von rd. 7,3 auf 9,3 Gigabyte im Monat, stellt der Telco-Branchenverband VATM fest - ganz zur Freude von Netz- und Service-Providern.
Und womit beschäftigen sich die Deutschen auf Smartphones & Tablets? Der Internet-Branchenverband ECO weiß: Gut 40 % von 2.500 repräsentativ befragten Bundesbürgern shoppt Geschenke online und mobil. 30,8 % streamen in diesen Tagen Filme, Serien oder Musik, um in Festtagsstimmung zu kommen - mobil, auf Laptop und über Smart-TV-App. Außerdem sind Social-Media-Kanäle und Videoanrufe beliebt für Weihnachtsgrüße (27 %). Rd. 22 % suchen im Netz Inspiration für Weihnachtsgans & Co. Ob dies auch für Veganer gilt, ist nicht überliefert.
Weihnachten 2024 gibt es aber nicht nur fröhliche Momente ...
Das Weihnachtsgeschäft inklusive "Black Friday" ist in diesem Jahr laut des E-Commerce-Branchenverbandes um 4,2 % eingebrochen. Das zeigen Vorabergebnisse der Verbraucherbefragung des BEVH im Vergleich zum Vorjahr. Danach haben sich weniger Menschen ins Weihnachtsgeschäft gestürzt und die Bestellfrequenz hat abgenommen, so die Online-Shopping-Experten. Auch der HANDELSVERBAND meldet mitten im Weihnachtsgeschäft einen Umsatzeinbruch. Vor dem dritten Advent verzeichneten viele Läden die bisher schwächsten Umsätze der Vorweihnachtszeit - ein Ergebnis der HDE-Befragung unter 300 stationären Händlern.
Dank Datenanalysen aus der Online-Suche kann der in Deutschland aufstrebende Technik- und Allround-Marktplatz GALAXUS mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, was bei den Deutschen in diesem Jahr unter dem Weihnachtsbaum liegt. Die Recherche der Online-Kunden-Anfragen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien sowie in Liechtenstein, Belgien, Frankreich und den Niederlanden zeigen: "Lego"-Sets, "Apple"-Gadgets und "Dubai-Schokolade" zählen in diesem Jahr zu den beliebtesten Geschenken unterm Tannenbaum.
Wenn selbst die Discounter ins Rennen um Schokolade gehen ...
Besonders häufig gaben die Kunden vor dem Fest "Lego" ins Suchfenster ein, gefolgt von "iPhone" und "Dubai Schokolade". Gefragt bei "Lego" sind z. B. das Hogwarts-Schloss aus der Harry-Potter-Reihe, Orchideen im Blumentopf oder ein Wandbild der Milchstraße. In der Rangliste auf Platz vier liegt zudem "Lego Technic" mit seinen LKWs, SUVs oder einem Modell unseres Sonnensystems. Viele der Sets sind allerdings eher für Erwachsene als für Kinder geeignet, sagt GALAXUS in Hamburg.
In den Top Ten gleich viermal vertreten sind Geräte von "Apple", neben dem "iPhone" auf Platz 2 auch "AirPods", "iPad" und "Apple Watch". Die Gadgets des US-Konzerns dürften bei vielen Kunden ganz oben auf der Wunschliste stehen. Auf Platz 3 folgt der Food-Hype der Saison: die "Dubai-Schokolade". Keine Süßigkeit liegt gerade so sehr im Trend, dass selbst "Lindt" sowie die Discounter "Lidl", "Netto" und "Penny" auf den Zug aufgesprungen sind. Eigentlich ist die Kreation mit Pistazien-Füllung schon 2021 erfunden worden – von einer Schwangeren, die damit ihren Heißhunger stillen wollte.
Das Weihnachtsshopping wäre nicht komplett, wenn wir nicht auf den deutschen E-Commerce-Marktführer AMAZON schauen würden. Unter den beliebtesten Produkten des diesjährigen Weihnachtsshops rangieren hier u. a. "Sony" Bluetooth-Kopfhörer, das berühmte UNO-Kartenspiel sowie das Blumendeko-Bauset "Lego Plum Blossom" - womit wir wieder bei den bunten Bausteinen aus Dänemark wären. Die drei Weihnachtsbestseller stehen stellvertretend für die Top 10 der Einkäufe in der Vorweihnachtszeit auf "Amazon.de".
Womit wir bei der Bescherung sind, und was dann folgt ...
"Sch*** Drucker!“, "Blöde App!“ oder doch stille Verzweiflung? Weihnachten ist die Zeit der Besinnlichkeit, aber wenn der Drucker das Papier für den Last-Minute-Gutschein zerknüllt, sich die Streaming-App für Weihnachtslieder aufhängt oder man mitten in der virtuellen Familienfeier aus der "FaceTime"- oder "WhatsApp"-, "Teams"- oder "Zoom"-Videokonferenz fliegt, dann hat der weihnachtliche Friede ein böses Ende. Eine Umfrage des Digitalverbandes BITKOM zeigt, wie sich die Deutschen bei Technikfrust Luft machen:
70 % haben ihre technischen Geräte bei unlösbar erscheinenden Problemen schon mal aus voller Kehle angeschrien – Männer mit 75 % etwas häufiger als Frauen mit 65 % - nur um der Gleichberechtigung willen. Dabei gilt: Je jünger, je unhörbarer: 86 % der 16- bis 29-Jährigen lassen ihrem Ärger lautstark freien Lauf. Die Über-65-Jährigen reagieren ruhiger, unter ihnen brüllen nur 38 % ihre Geräte an. Womit geklärt wäre, wer für den Krach am Heiligen Abend sorgen werden wird.
Übrigens: In 80 % aller deutschen Haushalte bleibt Heiligabend das Handy an, stellt der BITKOM zum Weihnachtsfest '24 fest. Immerhin wird bei knapp der Hälfte (46 %) das Handy zum Festtagsbraten zur Seite gelegt. Entschuldigung für alle Handy-Junkies: Das Smartphone wird in 60 % aller Fälle in der Heiligen Nacht auch für Fotos und Videos mit den Lieben genutzt. 40 % spielen am Abend des 24. Dezember Musik und Videos für Familie und Freunde ab, z. B. festliche Musik oder eine Weihnachtsgeschichte. Und damit sind wir wieder beim steigenden Datenvolumen.
Bleibt eine Frage: Was nehmen wir uns für das neue Jahr vor?
Die Hamburger wollen im kommenden Jahr aktiver sein und verstärkt auf ihre Gesundheit achten. 43 % der von der FOM-Hochschule Befragten sagen, dass sie im neuen Jahr mehr Sport treiben möchten. Zudem haben sich 41 % zum Ziel gesetzt, Stress zu vermeiden oder abzubauen, während sich 38 % gesünder ernähren wollen. Aber auch mehr Zeit mit den Liebsten ist den Hamburgern wichtig: So wollen 41 % mehr gemeinsame Momente mit ihrer Familie und ihren Freunden erleben. Die Welt kann auch analog so schön sein.
Im Namen der HANSEVALLEY-Redaktion in Berlin, Hamburg und Frankfurt am Main wünschen wir Ihnen eine fröhlich-digitale Weihnachtszeit, einen guten digitalen Rutsch und ein digital-erfolgreiches Jahr 2025! Das Hanse Digital Magazin HANSEVALLEY und die Hanse Digital Nachrichten HANSENEWS sind am Montag, den 6. Januar '25 wieder für Sie an Board.
Mit digital-weihnachtlichen Grüßen

Ihr Thomas Keup und die Redaktion

von HANSEVALLEY & den HANSENEWS

P. S.: Eine Weihnachtsangelegenheit ist noch nicht digital geworden: Lediglich 2 % haben ihren Weihnachtsbaum in diesem Jahr im Internet gekauft, für drei Viertel kommt das nicht infrage (73 %). Stattdessen hat über die Hälfte ihre Tanne dieses Jahr wie immer im stationären Handel besorgt, also in Baumarkt, Gartencenter oder beim Weihnachtsbaumstand um die Ecke (55 %). Mal sehen, wann sich das ändern wird ... 

Freitag, 20. März 2020

HANSESPECIAL: Wie Hamburg aus dem Corona-Trauma kommt.

HAMBURG DIGITAL SPEZIAL 
*Update 20./21./22./23.03.2020*
- 1.500+ Leser. Und Sie. -


Dunkle Wolken über der stolzen Kaufmannsstadt: Hamburg in der Corona-Krise
Foto: HANSEVALLEY

Hamburger Online-Händler - von "About You" über "Peek & Cloppenburg" bis zu "Tchibo" - versichern uns dieser Tage in ihren Newslettern, an unserer Seite zu stehen - um 3 Absätze später auf ihre Online-Shops und verlängerte Rückgabefristen hinzuweisen. Verständnis für ihre Kunden? Gemeinsam gegen das Virus? Jedenfalls eine interessante Kommunikation. HANSEVALLEY verfügt über 28 Jahre journalistischen Background und 23 Jahre kommunikatives Engagement. Chefredakteur Thomas Keup beleuchtet Entwicklung, Kommunikation und Auswüchse der "Größten Herausforderung seit Ende des Zweiten Weltkrieges" - mit einem sicheren Blick, was danach kommen wird:


"Die Corona-Krise beschleunigt Entwicklungen, die bereits in der Luft liegen."

In diesen Tagen zeigt Hamburg, wie es tickt: Kaum sind Hamburger Bürger wie Prominente im Krisenmodus, sabbelt die C- bis Z-Prominenz im "Corona-Podcast" bei der "Mopo" mehr oder weniger dummes Zeug. Die Promi-Bewohner der "Hafen-Container" haben noch nicht verstanden, was jetzt überflüssig ist: Storytelling aka Podcasten aka Dauersabbeln - ob von einer PR-Agentur initiiert oder einer Ex-SPD-, Ex-"Gruner+Jahr"-, Ex-"DuMont"-"Qualitätszeitung" verspammt. Zum Glück müssen wir uns den kleinen Philipp und andere egozentrierte Möchtegern-Besserwisser dank qualifizierter Medienangebote in den kommenden Wochen der Quarantäne nicht wirklich antun.

Um keine falschen Hoffnungen auf einen Shitstorm aufkommen zu lassen: Wir schätzen journalistische Podcasts, wie "Wir und Corona" von "RTL" und "Stern", "tagesschau.de" des "NDR", den "Stimmenfang" des "Spiegel" sowie "Explore" vom "TÜV Nord". Wir schätzen sachliche Politiker/innen, wie Melanie Leonhard. Und wir respektieren die journalistische Leistung von Boulevard-Medien, auf den Punkt zu bringen, was ist. Unsere Arbeit basiert auf der Erfahrung bei einem der ersten deutschen Privatradios - und den Grundsätzen des Boulevards. Damit dürfen sich Hamburgs Hatespeecher und Shitstormer wieder um ihre exponentiell scheiternden Medien-/Startups kümmern.

Klopapier durch die "Frischepost" mit "Corona-Rabatt" - Echt jetzt?


Wenn der Senat keine anderen Probleme hat, als einen Hashtag.
Grafik: Senatskanzlei Hamburg

Kommen wir zu den wichtigen Dingen dieser Tage in Hamburg und ganz Deutschland. Und damit meinen wir keine vermeintlich coolen Hashtags a la #CoronaHH und #flattenthecurve, um klarzumachen, dass man den Ernst der Lage nicht verstanden hat. Ebenso wenig wichtig ist da ein - extra fett gedruckt - verfügbares (Bio-)Klopapier mit - kein Scherz! - "Corona-Rabatt" eines Online-Hofladens, promotet von der mit Steuergeldern finanzierten Storytelling-Seite "Hamburg News" aus der "Hamburg Invest"-Senatsblase. Wir meinen auch nicht Spezialisten aus Hamburg, die ihren 1. Wohnsitz nach Sylt verlegen wollten, um weiter auf die Insel zu dürfen. Wie hirnverbrannt muss man sein ...


Zehntausende Betriebe drohen laut Handelskammer Konkurs zu gehen: Freiberufler, Dienstleister, Einzelhändler und Gastronomen sind akut in ihrer Existenz bedroht. Der "Leaders Club Deutschland" aus Hamburg warnt, dass bei mehr als 50% der Mitgliedsunternehmen die Umsätze in der vergangenen Woche zwischen 30% und 65% eingebrochen sind. 90% haben bereits Kurzarbeit angemeldet, max. 8 Wochen halten die Betriebe durch. Selbstständige und Freiberufler stehen nach Wegbruch ihres Geschäfts schon heute vor dem Aus. 

Fakten fernab von #flattenthecurve und anderem Schwachsinn:

Gehen wir auf die Meta-Ebene, um aus dem Wahnsinn täglicher Horrormeldungen, dem Schwachsinn modischer Hashtags und der Unfähigkeit von Lokal- und Bundespolitikern herauszukommen. Sehen wir uns an, was persönlich und kommunikativ bei jedem Einzelnen im Moment passiert - auch bei unseren Redakteuren und Korrespondenten an ihren heimischen Schreibtischen in Hamburg, Berlin und Frankfurt am Main. Das Marktforschungsinstitut "Concept M" hat in der ersten psychologischen Studie in China, Italien, Deutschland und den USA herausgefunden, welche emotionalen Auswirkungen die Corona-Krise auf uns alle hat.

Wie allerorts zu erleben, stehen aktuell Hamsterkäufe hoch im Kurs: Hygieneartikel, wie hartes bis zartes Toilettenpapier, Waschlotionen und Desinfektionsmittel, haltbare Lebensmittel - wie Nudeln, Reis und Konserven sind seit gut einer Woche Mangelware in Supermärkten und Discountern. Auch die Online-Shops von "Amazon", "EDEKA", "Netto" und "REWE" wurden bereits geplündert. Konsequenz: "Amazon" räumt seine Lager für Medizinprodukte und Hygieneartikel, nimmt Lieferungen anderer Marktplatzprodukte bis 5. April d. J. nicht mehr an. Laut HANSEVALLEY-Informationen aus Frankfurt/Main fährt der Online-Riese aktuell Umsätze wie sonst nur zu Weihnachten. Entscheidet sich damit endgültig die Vorherrschaft im deutschen Online-Handel zwischen Seattle und Bramfeld? Wir ahnen Böses ...

Schauen wir uns das für Hamburg entscheidende Konsumklima an:


"Gemeinsam gegen Corona" - die vereinte Aktion der Bertelsmann-Medien.
Grafik: Gruner + Jahr

Amazon zeigt, was für Millionen Menschen in Hamburg, Deutschland und Europa im Moment ebenso Vorrang hat, wie in den USA. Laut Informationen unserer Korrespondentin in der Metropolregion Rhein-Main bestellen deutsche Amazon-Kunden aktuell neben Drogerieartikeln - wie Toilettenpapier und Desinfektionsmittel - u. a. Lehrmittel für Schüler, z. B. DVDs, dazu Spiele und ... Sexartikel. Wir sind nach Home Office, Kinderbetreuung und de facto Quarantäne gespannt auf die zu erwartende Babywelle ab Jahresende - und wünschen "schöne Stunden" zwischen Schreibtisch und Streamingvideos.

In der nächsten Phase wird's spannend: Was konsumiert Deutschland in der Isolation? Unsere Nachricht vom Donnerstag-Morgen zeigt, was kommen wird: In China schnellte der Konsum von Onlinespielen in die Höhe, in Italien, Spanien und der Schweiz verdient sich "Netflix" eine goldene Nase. Der Internet-Traffic stieg so exponentiell (der Traum jedes Hamburger Marketing-Startups) an, dass Telekommunikationsanbieter und Regierungen zu "verantwortungsvoller" Nutzung aufriefen. Das Hamburger Schulnetz mit Anschluss an "Eduport" von "Dataport" krachte am 1. Tag der Schulschließung bereits bei läppischen 10 Gigabyte Unterrichtsmaterialen zusammen. Gern geschehen, Herr Rabe!


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Fernab des Hamburger "Klein-Klein" zeigt die Unternehmensberatung BCG, welche Branchen es in der aktuellen Corona-Pandemie besonders hart treffen wird: Mit Automobilproduktion, Chemie- und Pharmaherstellern, Kunststoffindustrie, Luftfahrt und Tourismus berührt nur eine der genannten Schlüsselbranchen aktuell die Hamburger Wirtschaft, sprich die Luftfahrtindustrie mit 14.000 Beschäftigten bei Airbus und 8.000 Mitarbeitern bei Lufthansa Technik. Dagegen macht die bundesweite Schließung von Geschäften auch den Hamburger Familienunternehmen Angst, von Fielmann über Peek & Cloppenburg bis zu Tchibo.  

Erste psychologische Studie zu Corona und der Entwicklung:

Die aktuelle Studie von "Concept M" zeigt: Bei Konsumenten in Peking, Rom, Berlin, Köln und New York (Sorry: Hamburg kommt leider erst kurz nach Peking ...) passiert immer das Gleiche - in 5 definierten Stufen, so das Kernergebnis der Tiefeninterviews. Die Experten nennen dies den "Trauma-Prozess". Anfang März d. J. war China bereits durch die 5 Phasen hindurch - bestätigt durch die veröffentlichte Statistik von 57.000 Genesenen bei 81.000 Infizierten und nahezu keinen Neuinfektionen in Wuhan und anderen Großstädten (Quelle: John Hopkins University, 18.03.2020). Die 5 Phasen in der linearen Reihenfolge:

1. Inkubation und Zwiespalt (in Deutschland: u. a. "Corona-Parties")
  • Aufregung und Bagatellisierung: Die Bevölkerung spaltet sich in zwei Lager. Die Einen warnen vor der "leichten Schulter", die anderen halten erste Meldungen für völlig übertrieben. Da der Erreger nicht sichtbar ist und Informationen über symptomfreie Erkrankungen die Runde machen, beherrschen beide Meinungen das Geschehen - und schaukeln sich dank der lieben Kollegen in den Redaktionen weiter auf. Ja, Medien benutzen Menschen und: Medien machen Meinung.



2. Panik und Angst (in Deutschland: u. a. Hamsterkäufer, Aktienverkäufe)
  • Kämpfen oder Flüchten: Aus den Horrormeldungen zwischen Mitte Januar und Ende Februar d. J. wurden Panikattaken. Die Verantwortlichen von "Concept M" sehen 3 maßgebliche Folgen als Reaktion: 1. Angst führt zu Angstattacken. Folge: Hamsterkäufe. Wir Deutschen bunkern Klopapier, die Franzosen Rotwein, die Italiener Grappa und die Amerikaner decken sich mit Waffen ein. 2. Angst wird zu Existenzangst. Folge: Panikverkäufe an der Börse. "Dow Jones" & "DAX" rauschen in den Keller. Zu guter Letzt: 3. Angst führt zur Abschottung. Folge: Kein Radio, kein Fernsehen, keine Zeitung. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.

Geplündertes Klopapierregal bei der EDEKA-Tochter Netto.
Foto HANSEVALLY

3. Isolation und Depression (in Deutschland: u. a. Home Office-Arbeit)
  • Shutdown und Soziale Distanz: Ob mit oder ohne Ausgangssperre, Fakt ist: Deutschland bleibt zu Hause, verbunkert sich, bis der Sturm vorbei ist. Die Folge: Arbeiten und Leben auf engem Raum, Eltern und Kinder im 24-Stunden-Dauerstress. Ablenkung muss her. Die "Telekom" hat ihre Netze in den Krisenmodus geschaltet, der Internet-Knoten "DE-CIX" einen deutlichen Anstieg beim Traffic registriert. Mehr als 9 Terrabyte gehen hier pro Sekunde durch - mit einem Anstieg bei Videokonferenzen um 50% und Videoplattformen um 25%. Jetzt ist die Stunde für Games und Esports sowie Videostreams. Konsequenz: "Amazon Prime Video", "Facebook", "Instagram", "Netflix" und "YouTube" drosseln die Videoauflösung von HD- auf SD-Qualität.

4. Besinnung und Perspektiven (in Hamburg: Visionär Oliver Rössling weist den Weg)
  • Freiräume und Spielräume: Die Zwangspause hat aus Sicht der Studienmacher mehrere positive Effekte. Nach dem Stress kommt die Besinnung - und damit das Entdecken neuer Möglichkeiten, z. B. mit Freunden und Familie neu in Kontakt zu kommen. Arbeitnehmer gewinnen am heimischen PC neue Selbstständigkeit gegenüber ihren nicht anwesenden Chefs. Und aus Sicht von "Concept M" heißt Isolation für Unternehmer, aus der täglichen Tretmühle rauszukommen und sich wie sein Geschäft (neu) sortieren zu können.

5. Erholung und Normalisierung (aktuell: China)
  • Erleichterung und Aufräumen: Die aktuellen Bilder aus China zeigen, was kommen wird. Die Menschen nehmen ihre Stadt wieder in Besitz. Allerdings hinterlässt der Pandemie ihre Spuren: Unternehmen sind verschwunden, Kundenbeziehungen unterbrochen, Lehrstoff an Schulen und Unis nachzuholen. Jetzt ist die Chance, neue Möglichkeiten zu nutzen und einen Schritt weiter zu gehen. Aus unserer Sicht gilt dies nicht zuletzt im Umgang mit der Digitalisierung.

Hinweis auf die Corona-Ambulanz in Hamburg-Barmbek.
Foto: HANSEVALLEY

Deutschland im Krisenmanagement: Die Probe aufs Exempel.

Die Forscher haben für alle an der Studie beteiligten Nationen den aktuellen Stand der Pandemie-Entwicklung erarbeitet. Das Interessante: Auf Grund der Vergleichbarkeit der Phasen können wir in etwa voraussagen, wie die Befindlichkeit unserer Nation - und damit auch der Freien und Hansestadt - in den kommenden Wochen und Monaten aussehen wird. Bis ca. Mitte April d. J. wird sich die Situation in Deutschland weiter zuspitzen - und das Land in "Panik und Angst" verharren. Die Experten liefern im Magazin "Absatzwirtschaft" auch gleich die Faktoren zur Überwindung der Krise mit. Dies sind im Kern

- Schonungslose Transparenz 
  (Wenn die Kanzlerin das Ruder übernimmt)

- Besonnene und entschlossene Entscheidungskompetenz 
  (Bayern macht's wieder allen vor)

- Diszipliniertes Durchhaltevermögen
  (Das gilt besonders für unsere feiernden Ischgl-Heimkehrer)

- Offenheit für neue Perspektiven
  (Besonders für die 10.000 bedrohten Unternehmer)

- Wiederentdeckung solidarischer Werte 
  (Wie die NDR-Aktion "Der Norden hält zusammen")

- Bewusstsein einer globalen Schicksalsgemeinschaft 
  (Da dürfen einige Hamburger nochmal ihre Hausaufgaben machen ...)

Wenn Deutschland bis Mitte April d. J. in der 2. Stufe der Panik-Phase verharren wird und sich zunehmend in der Isolations-Phase wiederfindet, kommt die Republik möglicherweise zu Pfingsten psychologisch in die Phase der Neubesinnung. Unterm Strich würde das heißen, dass wir eventuell zu den Sommerferien die Normalisierung erreicht haben können. Dieses Rechenbeispiel ist natürlich nur eine Annahme auf Grund der Berechnungen des Verlaufs in China und Italien - und keine Garantie für die Wiederaufnahme des gesellschaftlichen Lebens. Dennoch können wir schon jetzt anfangen nachzudenken, wie unser Leben nach Corona aussehen kann.

Der Digitalverband Bitkom hat einen Status Quo zum Thema Home Office erstellt. Danach arbeitet mittlerweile jeder 2. Angestellte mit "White-collar Job" in den eigenen 4 Wänden. 33% der Angestellten sind erstmals in ihrer Karriere fernab von Kantine und Mittags-Lunch tätig. Bei 43% der Arbeitnehmer wurden die bestehenden Home Office-Regelungen mit der Zwangsverlagerung ausgeweitet. Mecklenburg-Vorpommern nutzt die Chance, und führt für alle allgemeinbildenden Schulen flächendeckend die Dresdner Online-Lernplattform "Fuxmedia" ein - neben den digitalen Lehr- und Lernmitteln des gemeinsamen "Deutschen Bildungsservers" aus Frankfurt/Main.

Hilfen für Selbständige: 2.500,- € in Hamburg, 5.000,- € in Berlin.

Und wie hilft Hamburg vor allem den tausenden Selbstständigen? Am Donnerstag verkündeten die drei "Hamburg Schutzschirm Musketiere" Brosda, Dressel und Westhagemann: Selbständige bekommen einmalig 2.500,- € Zuschuss. Allerdings nur, wenn sie von den offiziellen Verfügungen - z. B. dem Verbot von Veranstaltungen - direkt betroffen sind. Alle anderen wurden auf die Grundsicherung für Selbstständige verwiesen - auf Sozialhilfe-Niveau. In der Startuphauptstadt gilt unterdessen "Klotzen statt Klein-Klein": Berlins Regierender Peter Müller kündigte ein 100 Mio. € Hilfspaket für Kleinstunternehmer - wie Kreative und Dienstleister - an. 20.000 Berliner Freiberuflicher und Selbständige sollen jeweils 5.000,- € Hilfe bekommen. 


Wenn sich die Wolken lichten und die Zukunft Einzug hält.
Foto: HANSEVALLEY

Bitkom-Präsident Achim Berg spricht aus, wo es hingegen kann: „Dass mobiles Arbeiten und mobiles Lernen zum Standard werden könnten, schien bislang undenkbar. Jetzt aber werden wie unter einem Brennglas die immensen Potenziale sichtbar, die digitale Technologien grundsätzlich bieten – im Kampf gegen das Virus wie auch in der Reduzierung des Berufsverkehrs und verkehrsbedingter Emissionen. Alle Unternehmen sind gefordert, Homeoffice für die dafür geeigneten Tätigkeiten einzuführen. Die Politik muss das Arbeitsrecht zwingend modernisieren, etwa indem aus der Zeit gefallene Regelungen wie die elfstündige ununterbrochene Mindestruhezeit gestrichen und der starre Acht-Stunden-Tag durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit ersetzt werden.



Hamburgs Visionär Oliver Rössling bringt's auf den Punkt.
Quelle: Facebook


Wenn man die aktuellen Entwicklungen bei Home Office und Digitalem Lernen zu Grunde legt, wenn man den Wunsch zu neuen Chancen im Geschäft in den Mittelpunkt stellt und wenn man 3 Monate nach vorn schaut, kommen wir zu folgenden Fragen in Bezug auf die Schlüsselthemen in Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Gesellschaft:

Unternehmen & Verwaltungen:
  • Wie gewinnt Deutschland durch die alternativlos notwendige Nutzung digitaler Tools?
  • Wie werden Unternehmen und Verwaltungen digitale Lösungen künftig annehmen?
Zukunft vs. Vergangenheit:
  • Welche Geschäftsmodelle werden durch die Corona-Krise endgültig überflüssig?
  • Welche innovativen Digitalmodelle fernab von Online-Marketing sind im Kommen?
Beratung & Zusammenarbeit:
  • Werden Textchat und Videoberatung zu führenden Kanälen im Kontakt zu Kunden?
  • Werden Videokonferenzen im Geschäftsleben viele Geschäftsreisen einsparen?
Lebensmittel & Lieferungen:
  • Werden Lebensmittel-Lieferdienste im Alltag deutscher Kunden zur ersten Wahl?
  • Welche Online-Branchen profitieren noch vom veränderten Konsumverhalten?
Hoch-/Schule & Studium:
  • Wieweit werden Online-Kurse die Präsenz im Hoch-/Schulbetrieb massiv verändern?
  • Was fordern Schüler und Studenten in Zukunft digital von Ihren Hoch-/Schulen ab?
Events & Communities:
  • Wird die Krise eine Verschiebung von Meetups, Talks & Co. ins Netz bedeuten?
  • Welche digitalen Tools helfen Veranstaltern und bieten Teilnehmern Komfort?
Kunst & Kultur im Internet:
  • Werden wir künftig alle Theater-, Konzert- und Kunstevents online nutzen können?
  • Wie werden sich digitale Kulturangebote - wie z. B. Social-TV - künftig durchsetzen?

Diese Fragen stellen keinen Anspruch auf Vollständigkeit dar. Sie sind hierarchisch von Sektoren und Geschäftsmodellen über Nutzungsverhalten zu Aktivitäten heruntergebrochen. Jeder ist eingeladen, eigene Fragen zu entwickeln. Gern ergänzen wir unsere Aufstellung um weitergehende Ideen und Möglichkeiten: hanse@hansevalley.de.

Redaktionelle Schlussbemerkung:
* Update 23.03.2020 *

Unternehmen, öffentliche Hand und jeder einzelne Bürger sind gefordert, sofort Konsequenzen zu ziehen. Das Gebot der Stunde heißt: Erstens Verzicht und zweitens möglichst viel in den digitalen Raum verlegen. Man kann nur hoffen, dass die Appelle der Kanzlerin von den Menschen gehört werden und auch bei den schwer Belehrbaren ein Bewusstseinswandel eintritt“, warnt Bitkom-Chef Achim Berg.

Hamburg wird aus dem Corona-Trauma herauskommen - hoffentlich mit wenigen Blessuren. Ebenso, wie die anderen Städte und Gemeinden bei uns in Norddeutschland. Mit dem Shutdown und der Umstellung auf digitale Tools hat die Zukunft bereits begonnen. Digitale Lösungen werden im persönlichen und privaten, beruflichen und geschäftlichen Umfeld zur Selbstverständlichkeit. 

Die Unternehmensberatung BCG hat die Folgen von Wirtschaftskrisen der vergangenen 100 Jahre untersucht, die durch Epidemien ausgelöst wurden. Kernergebnis: In allen Fällen erholte sich die Wirtschaft wieder sehr schnell. Allerdings: Dieses mal sind die Auswirkungen durch den Shutdown größer denn je.

Wir sind der Überzeugung: Storytellende Stellvertreter aus dem Online-Marketing haben bei echter Digitalisierung, tiefgreifender Transformation und nachhaltigem Kulturwandel ausgedient. Und dies kommt auf uns zu. Die Realität lässt die Filterblasen platzen. Wir sind gespannt auf die Themen von Morgen. Gemeinsam mit unseren Lesern in Hamburg, der Metropolregion und dem ganzen Norden.

Bitte, bleiben Sie gesund!

 Hanse Digital Background: 
* Update 17.04.2020 *


HANSEVALLEY Fachbeitrag "Die Welt wird eine andere sein - der Norden nach Corona":


HANSEVALLEY: Gastbeitrag "Wie Hamburgs Wirtschaft aus der Panik zu digitalen Perspektiven kommt."

Hamburg@work: Fachbeitrag "Wie Hamburgs Wirtschaft aus der Panik zu neuen Perspektiven kommt":
digitalcluster.hamburg/de/news-archiv/2020/20200325_NEWS-Keup-ueber-Corona 


Mittwoch, 10. Mai 2017

HANSEPERSONALITY Olaf Scholz: "Hamburg ist ein guter Ort für die Digitalisierung."

HAMBURG DIGITAL EVENT 

Get Started Gründerfrühstück mit Olaf Scholz


Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz im Betahaus
Foto: HANSEVALLEY
"Ich habe selbst so etwas wie ein Startup gegründet." Als Co-Founder seiner Anwaltskanzlei brach Hamburgs Erster Bürgermeister am Morgen vor mehr als 200 Gästen des Get Startup-Gründerfrühstücks der Bitkom-Startup-Initiative im Betahaus das Eis. "Was man sich gar nicht vorstellen kann ist, wie schwer es ist, loszulegen", pointierte Hamburgs Stadtoberhaupt an Beispielen, wie der Kontoeröffnung und langfristigen Gewerbemietverträgen die Probleme für Existenzgründer. "Langfristigkeit ist am Anfang gar nicht möglich", so Scholz sympathisch und bodenständig.

"Es stehen noch große Veränderungen vor uns"

Olaf Scholz stellte zum Auftakt des gut 1-stündigen Top-Events unter dem Titel "Start-up Politik in Hamburg" offen und ehrlich die Chancen und Herausforderungen der Freien und Hansestadt vor: Digitalisierung sei das, "womit in Zukunft neue Geschäftsmöglichkeiten und Einkommensmöglichkeiten entstehen." Scholz weiter: "Geld, Einkommen, Wohlstand gibt es durch die Dinge, die es noch nicht gibt." Zugleich betonte der SPD-Spitzenpolitiker, dass Innovationen nicht von Staatswegen her verordnet werden könnten.

"Ein Millieu, dass sich wechselseitig befruchtet"


Sprach Startups und Kreativen aus der Seele: Olaf Scholz
Foto: HANSEVALLEY
"Hamburg ist ein guter Ort für die Digitalisierung", unterstrich der SPD-Vize vor den anwesenden Vertretern aus Digital- und Kreativszene, Startups und Corporates, Politik und Wirtschaftsförderung. Als Beispiel nannte er die rund 10.000 Unternehmen der IT-, Medien- und Kreativbranche mit rd. 50.000 Beschäftigten. Gute Beispiele für erfolgreiche Neugründungen sind für ihn u. a. Tech-Firmen, wie InnoGames, MyTaxi, Parship oder Xing.  Als positive Beispiele aus dem Firmenumfeld nannte Scholz das Airbus BizLab, das G+J Greenhouse Innovation Lab oder den Philips Health Innovation Port.

Aus dem universitären Bereich hob der Erste Bürgermeister das "City Science Lab" der HafenCity Universität mit dem MIT, das HAW "Creative Space for Technical Innovations" und die "Hamburg Open Online University" an der TU Harburg hervor. Mit dem Blick nach vorn unterstrich Scholz, mit der Informatik-Plattform "Ahoi Digital" der öffentlichen Hamburger Hochschulen, 35 neuen Informatik-Professuren und 1.000 zusätzlichen Studienplätzen für IT-Studiengänge klare Akzente für den Technologiestandort zu setzen.

"Mal schauen, wie weit wir damit kommen."

Die "inspirierende Zusammenarbeit" der HafenCity Universität mit dem MIT gebe die "Chance zu sehen, auch was wir können." Die "Hamburg Open Online University" sei zudem eine Möglichkeit, die "Lehre neu zu organisieren".  Die Verwaltung sei ihrerseits dabei, mit der Initiative "Digital First" alle Prozesse der Stadt zu digitalisieren. Zugleich stellte der seit 2011 in Hamburg regierende Bürgermeister einen Wunsch auf: "Warum nicht manche Behördengänge mit dem Smartphone erledigen?"

"Wir müssen ein Millieu schaffen, indem das gut funktioniert"


Diskussion mit SPIEGEL-Redakteurin Ann-Kathrin Nezik
und Figo-Gründer André Bajorat
Foto: HANSEVALLEY
In der anschließenden Diskussion mit FinTech-Unternehmer André Bajorat ging es u. a. um die Chancen und Herausforderungen staatlicher Beteiligungen an wachstumsstarken Neugründungen. Olaf Scholz hob in diesem Zusammenhang vor allem die Anschubfinzierung "InnoRampUp" der IFB Innovationsstarter GmbH mit bis zu 150.000,- € und den "Innovationsstarter Fonds Hamburg II" mit Beteiligungen von bis zu 1 Mio. € und einem Gesamtvolumen von 12 Mio. € hervor. Figo-Gründer und Wahl-Hamburger André Bajorat ergänzte die Möglichkeiten um die teilstaatlichen Beteiligungen des High-Tech-Gründerfonds HGTF

Mit Blick auf die weitere Entwicklung der Freien und Hansestadt als innovative Metropole mit einer lebendigen Gründerszene unterstrich Olaf Scholz die Bemühungen um den geplanten "InnovationsWachstumsFonds": "Das ist eine gute Idee und es wird hart an den Rahmenbedingungen gearbeitet." Scholz lobte das Engagement der IFB Förderbank und der zuständigen Wirtschaftsbehörde. Im 2. Quartal sollen die konkreten Planungen in der Hamburgischen Bürgerschaft diskutiert werden, wie bereits zuvor bekannt wurde.


Organisierten das Get Started-Gründerfrühstück:
Niklas Veltkamp (r.) und Christian Rietz (l.)
Foto: HANSEVALLEY
Olaf Scholz machte in seinem Impuls-Vortrag wie in der offenen Diskussion deutlich, das Hamburg alle Chancen habe, die Herausforderungen durch die Digitalisierung erfolgreich zu meistern, nicht zuletzt auf Grund der hohen wirtschaftlichen Kraft und dem großen Liberalismus Hamburgs. Dabei machte Hamburgs Stadtoberhaupt auch klar: "Von den Dingen, die wir nicht ändern, können wir in 50 Jahren nicht mehr gut leben." 

 Hamburg Digital Background 

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Montag, 28. November 2016

HANSEPERSONALITY André Bajorat & echtes "Finance to go"

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Fintech-Macher und Wahl-Hamburger: André Bajorat
Foto: André Bajorat
6,8 Mio. € u. a. von der Deutschen Börse AG für das in Bahrenfeld beheimatete B2B-Fintech-Startup Figo. 6,8 Mio. € für die erfolgreiche Arbeit des sympathischen Fintech-Machers und Wahl-Hamburgers André Bajorat. 6,8 Mio. € Series B-Finanzierung für das Hamburger Ökosystem. Neben Finanzcheck (33 Mio. €), Kreditech (10 Mio. €), Exporo (8,2 Mio. €) und Deposit Solutions (7 Mio. €) ist Figo ein weiterer Star am Hamburger Fintech-Himmel.

André Bajorat zeigt seit genau 4 Jahren wie kein zweiter Vertreter der Fintech-Szene, was B2B im Banking möglich ist: Die "Dropbox für Finanzen", wie er t3n in den Block diktierte. Gerade gewann er den "Euro Finance Tech Award" in der Kategorie "Transaction & Infrastracture". Zusammen mit den Kollegen von Deposit Solutions unterstützt André die Deutsche Bank in der Frankfurter "Digitalfabrik" - auf dem Weg zu einem "Banking der Zukunft".

Wir haben André auf der Hub Conference des Bitkom getroffen - einen Tag vor dem Millionen-Announcement. Wir haben ihm Fragen zu Themen gestellt, die ihn wirklich interessieren. Und wir fragen ihn über unsere Stadt, unser Ökosystem und die Digitalisierung der Bankenwelt. Viel Spaß beim Entdecken:

Im Oktober d. J. gab es die erste Fintech Week in Hamburg, organisiert u. a. von Clas Beese und Carolin Neumann. Knapp 4% der 600 hiesigen Startups sind laut Hamburg Startup-Monitor Fintechs. Ist Hamburg eine Fintech-City, oder ist das Thema besser in Berlin aufgehoben?

Ich mag diese Standortfrage nicht wirklich und es kommt eh meist auf das passende Team an. Das kann sich in Ibbenbüren wie in London finden. Natürlich ist es irgendwann eine Frage der Skalierung im Sinne des Personals - und da helfen Metropolen und Unis natürlich. Hier sehe ich aber eine Reihe deutscher Städte auf Augenhöhe. Wenn wir die sonstigen Rahmenbedingungen ansehen, sollten wir in GER/Europa gründerfreundliche Rahmenbedingungen schaffen und uns nicht auf Städte konzentrieren.


Als Gründer des Fintech Stammtisches Berlin musste ich feststellen, dass sich unter den gut 150 Fintechs an der Spree vor allem B2C-, P2P-, Payment- und Lending-Startups befinden. Wo liegen die wirklichen Herausforderungen für Banken, ihre IT und die Geschäftsprozesse?

Das hat aus meiner Sicht nichts mit einer Stadt zu tun, sondern mit dem “Reifegrad” von Fintech. Am Anfang versuchst du halt eher, die “eigenen” Themen anzugehen, und im Laufe der Zeit finden sich dann oft mehr Optionen tiefer in den Systemen. Es ist normal für eine Branche im Umbruch, denke ich. Banken haben sicher ein Problem mit den in die Jahre gekommenen Kernsystemen - hier wurde in den letzten Jahren oft nicht in Erneuerung, sondern in “run the system” investiert.

Du bist mit Figo und Eurer API-Technologie ein gern gesehener Partner traditioneller Banken, z. B. der Deutschen Bank. Was könnt Ihr mit Eurem Wissen und Können für klassische Geldhäuser tun, um den Anschluss an die voll digitalisierte Banking-Zukunft zu finden?

Ja, Banken sind inzwischen sehr wichtige Partner für uns geworden. In erster Linie natürlich, um unsere Technologie zu nutzen und ihren Kunden neue Dienste auf Basis unserer Plattform zu bieten. Natürlich bringen wir in einer solchen Zusammenarbeit auch unseren “Mindset” ein und können damit hoffentlich einen kleinen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unserer Partner beitragen.  

Du beschäftigst Dich mit den Themen "Talents" und "Skills" für das Banking der Zukunft. Wenn ich durch die Hallen einiger Bankzentralen laufe, habe ich da eher meine Zweifel. Haben die "Dinosaurier" mit ihrem Personal überhaupt eine Chance, die nächste Stufe zu erreichen?



Natürlich haben Banken eine Chance. In unserer Zeit gehört dazu aber ein Umdenken, auch in nötigen Skills und Art des Personals. Die vorhandenen Assets vieler Banken machen diese eigentlich zum perfekten Arbeitgeber vieler Talente. Das wird Stand heute vor allem in Deutschland noch nicht immer klar und Banken verkaufen sich hier deutlich unter Wert. Bank und vor allem Banking ist Software und sind Daten - das ist hochgradig spannend für die Künstler unserer Zeit: Developer.


Du hast 2012 die Facebook-Gruppe "Hamburg Startups" mit heute 3.000 Mitgliedern gegründet. Hat Hamburg eine echte Chance, vorn im Wettbewerb auch um internationale Gründer und Talente mitzuspielen - und was sollten die Netzwerke und Partner bei uns dazu unternehmen?


Ja, ich wollte damals einfach einen Raum schaffen, in dem sich Gründer und Interessierte austauschen können - den gab es so noch nicht. Seitdem hat sich natürlich eine Menge verändert und Hamburg hat eine gut vernetzte und lebendige Szene. Das Betahaus und Hamburg Startups haben dazu sehr viel beigetragen. Wenn ich auf uns schaue, so ist es in Hamburg möglich, gute internationale Talente zu finden und von einer Unternehmung und dann auch von der Stadt zu überzeugen.


Du lebst seit 1998 im Großraum Hamburg. Was zeichnet der Standort Hamburg und die Gründer an Elbe und Alster aus Deiner Sicht besonders aus? Du hast schließlich die Vergleiche u. a. mit Berlin und Frankfurt, wo Du z. B. Deinen Hackathon veranstaltest.
Wie schon mehrfach gesagt: Ich mag diese Vergleiche nicht, da sie aus meiner Sicht keinen Mehrwert bringen. Ich kenne tolle Gründer in allen Städten und genauso gibt es überall weniger angenehme. Vielleicht ist Hamburg an der einen oder anderen Stelle etwas ernsthafter als beispielsweise Berlin.

Vielen Dank für die ehrlichen Antworten!
Das Interview führte Thomas Keup.

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