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Eine integrierte Software-Plattform für Automobil-Bereiche. Grafik: VW AG |
"VW" will seine einheitliche Software-Plattform "VW OS" für elektrische Antriebe, intelligente Assistenzsysteme, vernetzte Fahrzeuge, autonomes Fahren sowie digitale Anwendungen und Mobilitätsservices zu rd. 60 % selbst entwickeln - um alle kritischen, prüfungsrelevanten Funktionen im Griff zu haben. Dies betrifft den eigentlichen Betriebssystemkern von "VW OS" ebenso, wie alle entscheidenden Fahrzeugfunktionen - z. B. Bremsen und Notfallsysteme. Aktuell sind es rd. 10 % "VW"-Eigenleistung bei der PKW-Software. Noch läuft es bei der Fortentwicklung von "VW OS" jedoch eher in Trippelschritten, so Insider. Auch künftig soll nicht jede Mobilitäts- und Service-App von der eigenen Software-Group entwickelt werden, wie Kooperationen mit "Accenture" (bei "Audi") oder "IBM" (bei "Volkswagen") zeigen.
TECHNOLOGIE-ENTWICKLUNG:
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Die neue gemeinsame Datenplattform für autonomes Fahren bei VW. Grafik: VW AG |
"VW" entwickelt für das autonome Fahren zusammen mit "Microsoft" eine "Automated Driving Platform - ADP" (nachzulesen auf HANSEMACHINE.de). Die Cloud-, Daten- und Machine-Learning-Dienste von "Microsoft Azure" werden Basis für den Aufbau der zentralen Entwicklungsumgebung für die weltweiten Teams der Software-Organisation sein. Die Belegschaft für die Entwicklung des autonomen Fahrens bei der Software-Gruppe soll in den nächsten Jahren zudem weiter ausgebaut werden. Als Sollbruchstelle für autonomes Fahren nannte "VW"-Konzernchef Dies den "Big Loop"-Prozess mit Auswertung von Kamerabildern. Hier soll auch mehr Einfluss auf die Grafikchip-Hersteller, wie "Mobile Eye" und "Nvidia" genommen werden.
Die Vision: Millionen von "Volkswagen" online-vernetzt unterwegs.
Ab 2026 - so ist es in einer Meldung der "VW"-PKW-Sparte zu entnehmen - wird "Volkswagen" damit beginnen, den dann an den Start gehenden "Trinity" - aus dem digitalisierten, vernetzten und damit intelligenten Stammwerk in Wolfsburg - und alle weiteren autonomen und online ansprechbaren Fahrzeuge zu einem neuronalen Netz zu verknüpfen. So sollen die elektrisch rollenden Computer auf vier Rädern kontiulierlich Daten austauschen - z. B. zu Wetterbedingungen, Straßenlage oder Unfällen. Millionen von Fahrzeuge von "Audi" über "Cugar" bis zu "Porsche", von "Seat über "Skoda" bis zu "VW" werden eine vernetzte Flotte bilden, so das Konzept.
Software-Group als größter deutscher Technologie-Anbieter nach "SAP".
Langfristig sieht der nicht unumstrittene Konzernchef Herbert Dies die "Car Software Group" des "Volkswagen"-Konzerns als zweite führende Software-Gesellschaft aus Deutschland - nach "SAP" aus Waldorf. Software für den Automomobilsektor sei die einzige verbliebene Chance für digitale Technologien aus Europa, so der Vorstand. "Volkswagen" sieht sich in diesem Zusammenhang künftig als einer von wenigen globalen Anbietern umfassender Software-Plattformen für die Automobilbranche. Aktuell integriert der Konzern dafür 15 IT-Töchter und übernommene Beteiligungen. Bereits ab 2023 wird die Software-Plattform auch bei "Ford" in Köln für ihre Elektrofahrzeuge eingesetzt werden.
AUTONOMES FAHREN:
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Sammeln in Hamburg Daten für autonome Mobilitäts-Dienste von VW. Foto: Moia
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Automomes Fahren in der vollen Ausbaustufe Level 4 soll ab 2024 bei der Premium-Tochter "Audi" serienmäßig möglich werden. Basis für das autonome Fahren sind die Assistenzsysteme von "VW Travel Assist" (mit Level 2+). "Audi" hat Anfang 2020 die Führung für die - aus den "Audi"- und "VW"-IT-Töchtern entstandene - Software-Entwicklung im Konzern übernommen (die HANSENEWS berichteten). Die Hälfte aller Mitarbeiter der neuen "Car Software Group" mit bis zu 10.000 Ingenieuren in 2025 beschäftigt sich bereits heute mit autonomen Funktionen. Aktuell arbeiten rd. 4.000 Mitarbeiter an der einheitlichen Software-Plattform für die 12 Konzernmarken aus sieben europäischen Ländern und das autonome Fahren.
Der "Trinity" aus Wolfsburg: das "Software Dream Car"?!
Mit "Trinity" hat sich "VW" eine besonders große "Möhre" vor die Nase gehangen - "Software Dream Car" genannt. Das erste vollautonome Elektrofahrzeug der Marke soll ab 2026 im dann digital-vernetzten Werk in Wolfsburg vom Band laufen. Mit dem Flachsitzer plant der Konzern auch neue Geschäftsmodelle einzuführen. Dazu gehören neben der digitalen Erweiterung von Entertainment-Funktionen - z. B. mittels Augmented Reality in der Frontscheibe - digitale Services für Zeit zu Zweit via Videofunktion oder ein digital vernetzter Arbeitsplatz, wenn Autofahrer ohne Hände am Lenkrad über die Autobahn rollen. Markenvorstand Ralf Brandstätter träumt bereits von einer "Zeitmaschine, die Kunden Zeit schenkt und Stess erspart".
Das erste "VW"-Massenmodell für autonomes Fahren.
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Konzeptstudie des autonomen "VW Buzz" für den US-Markt und Flotten. Grafik: VW AG |
Das autonome Fahren wird ein kostenpflichtiger Digitalservice werden. Brandstätter verspricht zugleich, "Trinity" für viele Kunden bezahlbar zu machen. Dabei sollen die in vielen Fahrzeugen genutzten Komponenten beitragen, wie die einheitliche Produktionsplattform (dann "SSP"), das gemeinsame Betriebssystem ("VW OS") und neue, günstige Produktionsverfahren in Wolfsburg, wie die Leichtbauweise. Parallel zu "VW" entwickelt die Technologieschmiede "Audi" in Ingolstadt unter dem Projektnamen "Apollon" autonome Fahrzeuge im Luxussegment, z. B. SUVs, während das "VW"-Projekt "Trinity" auf Flachsitzer wie Coupés und Limousinen abzielt.
Jedermann auf der Autobahn - und "Moia" in der Innenstadt.
Parallel zum autonomen Fahren außerhalb der Städte treibt "Volkswagen" mit dem amerikanischen Joint Venture "Argo AI" autonome Services für Flotten voran. Auf Basis der Infrarotlicht-Technologie "LiDAR" wird "Argo" als Beteiligung von "Ford" und "VW" autonome Mobilitäts- und Transport-Services ("MaaS" + "TaaS") entwickeln. Die Besonderheit liegt auf komplexen Umgebungen in Innenstädten mit Fußgängern, Radfahrern und Hunden - bei gleichzeitig geringer Geschwindigkeit. Das testet der Konzern aktuell in Hamburg rund um die Alster und in der Hafencity im Rahmen des Senats-Projekts "TAVF". In Zukunft wird das "Argo-LiDAR"-System, der elektrische "Bulli"-Nachfolger "ID Buzz" aus Hannover und der Shuttleservice "Moia" aus Hamburg und Hannover zu einem neuen Mobilitätsangebot vereint.
DIGITALE GESCHÄFTSMODELLE:
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Vierstufige Strategie zu Elektrifizierung und Digitalisierung. Grafik: VW AG |
Neben aktuell bereits bestehenden Assistenzsystemen, zunehmend intelligenten Fahrzeuggehäusen sowie digital-vernetzten und künftig kontinuierlich upgedateten Automobilen, dem eigenen Software-Betriebssystem und dem automomen Fahren über die gemeinsame Datenplattform "ADP" sowie die "LiDAR"-Technologie wird "VW" seine Mobilitätsdienstleistungen weiter vorantreiben. Dazu gehören die Kurzzeit-/Vermietungsservices von "We Share" ebenso, wie die Fahrdienste von "Moia" und neuartige Geschäftsmodelle, wie Fahrzeug-Abonnements - vergleichbar mit "Volvo". Die ersten Abos sollen bei "VW" in diesem Jahr zunächst in sechs deutschen Städten für den "ID 3" verfügbar sein. Abos sollen neue, junge Käuferschichten für Mobiltität auf eigenen vier Rädern zurück-/gewinnen.
Nutzungsmodelle von Stunden und Tagen über Monate bis zu Jahren.
Auch die bayerische Tochter "Audi" setzt ab 2. Quartal '21 auf Abo-Modelle - und erläutert, wie die All-Inklusive-Pakete einzuordnen sind: Während die Kurzzeit-Nutzung von Fahrzeugen über Minuten und Stunden bis zu max. 28 Tagen mittels "Pay-per-Mile" läuft, sind Pauschal-Abonnements für eine Nutzungsdauer von einem bis 12 Monaten angedacht. Darauf aufbauend kommen die Leasingmodelle für ein bis drei Jahre - oder länger. Was in Ingolstadt mit der eigenen Abo-Plattform über die Digitalservices "Audi on demand" vorgedacht wurde, wird so und ähnlich auch bei "VW", "Seat", "Skoda" & Co. in Zukunft für verschiedene Kundengruppen wiederzufinden sein. Unter dem Strich fließen die Erfahrungen in eine gemeinsame Vermarktungsplattform der Braunschweiger "Financial Services" ein.
Abos, Flatrates und individuelle Angebote für digitale Fahrzeugnutzer.
Schließlich denkt man in den "VW"-Digitallaboren über buchbare Zusatzfunktionen für die künftig vollvernetzten vier Räder nach. Dazu gehört eine Ladeflatrate, die bei hohem kW-Bedarf ad-hoc zugebucht werden kann. Auch das gute, alte Infotainmentsystem steckt voller Zusatzgeschäfte, wie z. B. individuell buchbarer Navigationsrouten. Die Ideen sollen zunächst bei Elektromodellen ausgerollt und später bei allen Fahrzeugmodellen Wirklichkeit werden. Unter dem Strich will der Fahrzeughersteller zu einem "softwareorientierten Mobilitätsanbieter" werden. "Audi"-Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann unterstrich in der Jahrespressekonferenz, dass die Services von "Audi", "VW" & Co. allerdings nicht vergleich- und austauschbar sein sollen.
Von Elektromobilität über autonomes Fahren bis zu digitalem Business.
Das einheitliche Betriebssystem "VW OS" und eine neue agile Projekteinheit tragen vor allem zum Erfolg der digitalen Geschäftsmodelle bei: "ID digital" kümmert sich um die alle 3 Monate geplanten Software-Updates "over-the-air" mit Verbesserungen und neuen Anwendungen für die "ID"-Elektroflotte. Schon in 2 Jahren sollen insgesamt 500.000 vernetzte "VW"-Elektrofahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein und regelmäßig upgedated werden - Grundlage für die künftige neuronale Vernetzung. Die "ID"-Produktfamilie wird damit neben "Audis E-Tron" zum Vorreiter für skalierbare, softwarebasierte Individualmobilität - mit dem "ID 4" in Europa ebenso, wie in China und den USA. In den kommenden Jahren erwartet der Konzernvorstand Erlöse aus digitalen Services in dreistelliger Millionenhöhe.
FEHLENDE COMPUTERCHIPS:
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VW-Konzernchef Herbert Dies muss für die Zukunft Farbe bekennen. Foto: VW AG |
"Wir sind im Häuserkampf" pointierte Konzern-Beschaffungs-Vorstand Murat Aksel zur "VW"-Marken-Pressekonferenz die kritische Situation bei der Zulieferung von 54 Nanometer-Chips beim weltweit produzierenden Autobauer mit seinen 118 Werken in 30 Ländern Europas, Amerikas und Asiens (von "Ducati" über alle Automarken bis zu "MAN" und "Scania"). Grund: "VW" steht z. Zt. in direktem Konkurrenzkampf um die - mit der Corona-Pandemie in den Branchen IT, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik - verstärkt nachgefragten Prozessoren, z. B. mit "Apple", "Huawei" oder "Samsung". Mit dem Anziehen der Nachfrage nach Fahrzeugen im 4. Quartal '20 geriet der Hersteller wie viele seiner Konkurrenten in Produktionsengpässe für die - vor allem durch "Bosch" und "Continental" - zugelieferten Steuerungseinheiten mit den integrierten Chips.
100.000 nicht produzierte Fahrzeuge durch weltweit akuten Chipmangel.
Konzernchef Herbert Dies geht aktuell von einem Verlust von 100.000 nicht produzierten Fahrzeugen, Vorstandskollege Aksel von Engpässen über das gesamte Jahr 2021 aus. "VW" PKW-Finanzvordand Alexander Seitz rechnet frühestens im 2. Halbjahr mit einer leichten Entlastung, u. a., da der Konzern auf eine alternative Rechnerarchitektur zurückgreifen will. Bis dahin sorgt eine 40-köpfige Task Force weltweit jeden Tag für eine einigermaßen ausreichende Chipversorgung in den Werken. "Audi"-Finanzvorstand Arno Antlitz bestätigte in der Ingolstädter Jahrespressekonferenz vor den internationalen Medien, dass sich die angespannte Situation bei der Chipversorgung frühestens im kommenden Jahr entspannen werde. Voraussetzung: Neue Chip-Fabriken, was im Schnitt 18 bis 24 Monate dauert.
Direktbezug von Mikrochips - wie bei seltenen Rohstoffen für PKW.
Konzern-Chef Dies kündigte an, Halbleiter in Zukunft - wie bereits andere seltende und global gehandelte Rohstoffe - z. B. beim führenden Lieferanten "Infinion" - selbst einzukaufen und sich nicht mehr auf die großen Automobil-Zulieferer, z. B. "Bosch" und "Continental", (allein) zu verlassen (HANSEVALLEY berichtete). Unter dem Strich haben die Zulieferer ihre OEM-Kunden wohl unverhofft hängen gelassen, während die Chiphersteller ihre Chancen im Corona-Lockdown für Smartphones und Tablet-PCs, Laptops und Webcams genutzt haben. Das Klima zwischen den Tier 1-Lieferanten und den OEM-Produzenten in der Automobilindustrie gilt aktuell edenfalls als äußerst angespannt.
STANDORTE FÜR ELEKTROMOBILITÄT:
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Das "VW"-Stammwerk in Wolfsburg produziert ab 2026 den "Trinity". Foto: VW AG |
"Volkswagen" erwartet, dass bereits in vier Jahren 20 % aller ausgelieferten Fahrzeuge elektrisch angetrieben sein werden. Bei "VW" waren es im vergangenen Jahr 212.000 Stück, 2021 werden bis zu 450.000 verkaufte Fahrzeuge vor allem vom Typ "ID 3" und "ID 4" erwartet. In 2030 plant der deutsche Autobauer weltweit über alle Marken hinweg 50 % seiner Modelle mit Elektroantrieb herzustellen. Bei der Wolfsburger Stammmarke sollen es sogar 70 % sein - europaweit. In neun Jahren sieht der Konzernvorstand den generellen Durchbruch der Elektromobilität bei der Zulassung von Fahrzeugen im Vergleich zu konventionellen Antrieben. 2035 sollen dann bereits rd. 40 % aller Fahrzeuge weltweit auch autonom unterwegs sein. Übergeordnetes Ziel für den "Diesel-Schmutzfink": CO2-neutral bis 2050.
Die Heimat der Elektroproduktion wird in Niedersachsen sein.
Norddeutschland spielt beim Wandel zur Elektromobilität für den Konzern eine herausragende Rolle. Allein in Niedersachsen arbeiten rd. 120.000 Menschen für "VW" (3 % aller Beschäftigten im Flächenland). So werden die Werke in Emden ("ID"-Klein- und Mittelklassewagen) und Hannover ("ID Buzz") ab kommendem Jahr E-Fahrzeuge produzieren, das Werk in Wolfsburg (Projekt "Trinity") ab 2026. Dazu kommt ein neuer Hybrid in Osnabrück ("Arteon Shooting Brake") und eventuell ein "ID 3" für die Friedensstadt. Schließlich spielt die Produktion von Komponenten in Braunschweig und Salzgitter (Batterien) eine Rolle. Heute baut "VW" seine Elektrofahrzeuge an den sächsischen Standorten Dresden mit der "Gläsernen Fabrik" ("ID 3") und ("Sachsenring") Zwickau ("ID 3", "ID 4" + 4 künftige Konzernmodelle).
Zukunftsweisende Elektromobilität aus Martorell bei Barcelona.
Die Zukunft der Elektromobilität "Made by VW" wird allerdings ganz woanders entwickelt: Der "Seat"-Standort Martorell unweit von Barcelona soll mit millionenschwerer Förderung aus den Corona-Mitteln der Europäischen Union und Unterstützung der spanischen Zentralregierung zum "E-Mobility-Hub" für den Konzern werden. Die Entwicklung der im Süden populären Kleinwagen wird hier u. a. im Fokus stehen. Lässt sich "Tesla" mit Millionen-Beiträgen in Brandenburg fördern, setzt "Volkswagen" auf Katalonien. Zugleich macht die Luxustochter "Audi" in Ingolstadt zusammen mit "VW" im Geheimprojekt "Artemis" in einem eigenen Startup-Schnellboot Jagd auf "Tesla" - auf Grund der mangelnden Reife von "VW OS" allerdings bereits mit sechs Monaten Verzögerung, so "Business Insider". Der "Landjet" soll es mit der dann neuesten Generation des "Tesla Model S" aufnehmen.
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SEAT-Headquarter und R&D-Standort in Martorell bei Barcelona. Luftbild: Seat SA |
ALLES WIRD DIGITAL BEI "VW":
Auch beim größten deutschen Automobilbauer ist die Zukunft online eingezogen: 2020 führte die Marke "VW" in 112 Ländern eine neue, einheitliche Website ("One Hub") mit einem neuen Konfigurator ein. Erste messbare Erfolge: Bislang schauten sich über 430 Mio. Besucher auf der "VW"-Seite um. 87 Mio. mal konfigurierten Interessierte einen neuen Wagen - 35 % mehr als über die alte Website im Jahr zuvor. Daraus entstanden rd. 700.000 Kundenkontakte, die an die Händler gingen. Aktuell können Kunden ihren neuen "ID 3" oder "ID 4" komplett online konfigurieren. Ab Sommer '21 startet "Volkswagen" auch den Kaufabschluss über das Internet - einschließlich Leasing und Finanzierung. Dazu kommt ein Online-Marktplatz für Lagerfahrzeuge und Gebrauchtwagen - zunächst für Deutschland, gefolgt von weiteren EU-Ländern.
Vom Autohändler zur Onlineberatung zum E-Commerce-Erlebnis.
Wie das Thema E-Commerce in der weiteren Ausbaustufe aussehen kann, zeigt ebenfalls die Innovationstochter "Audi": Hier startet mit der starken Jahreshälfte im Herbst '21 eine umfassende Online-Shopping-Plattform - von der Konfiguration über die Bestellung inkl. Leasing und Finanzierung, von der verbindlichen Reservierung von Lager- und Gebrauchtfahrzeugen bis zum Buchen von Wartungs- und anderen Servicepaketen. Was 2017 mit einem Online-Marktplatz in Ingolstadt begann, wird bei "Audi" in diesem Jahr (noch) gemeinsam mit seinen Händlern zu einem umfassenden Online-Shopping-Angebot, dass den Besuch im Autohaus weiter zur Rarität werden lassen könnte.
Beratung via Virtual Reality - powered by "Sinner-Schrader" Hamburg.
Wie die Zukunft aussehen kann, zeigen die Ingolstädter in ihrer während der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr gestarteten Live-Beratung. Dabei gehen Kundenberater mit einer AR-Brille durch den Showroom und zeigen dem Kunden am Bildschirm zu Hause Fahrzeuge, Fahrgastzellen, Ausstattungsdetails und Optionen für Lackierung und Innenausstattung. Heute bieten laut aktueller "Audi"-Mitteilung alle Händler deutchlandweit den AR-Service mit der virtuellen Beratung über das Netz an. Dahinter steht neben der "Audi Business Innovation GmbH" auch die bekannte Hamburger Digitalagentur "Sinner-Schrader" - heute ein Teil von "Accenture digital".
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Der neue virtuelle "VW"-Autosalon im Internet. Illustration: VW AG |
Für den "Volkswagen"-Konzern geht es in den kommenden Jahren um nicht weniger als einen Paradigmenwechsel vom Fahrzeugbauer mit der Denke in Marken und Fahrzeugen sowie Plattformen und Bauteilen zu einem Dienstleister für nachhaltige Konzepte und digitale Kundenerlebnisse rund um individuelle Mobilität. Mit einem eigenen "TE-Masterplan" will die "Volkswagen AG" den Wandel mit einem neuen Modell der Zusammenarbeit meistern.