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Sonntag, 7. April 2019

HANSEPERSONALITY Benny Bennet Jürgens: In unserer Jetzt-und-Sofort-Gesellschaft muss der Mehrwert sofort spürbar sein.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW


NECT-Co-Founder Benny Bennet Jürgens
Foto: Maximilian Probst

Neues Konto, neue Karte, neue Versicherung: 42 Mio. Deutsche nutzen Banken und Versicherungen immer häufiger online und mobil. Doch mit digitalen Kunden kommt auch das digitale Risiko. Um illegaler Geldwäsche und Versicherungsbetrug Einhalt zu gebieten, müssen wir uns mit Personalausweis oder Reisepass legitimieren. Und dann das Horror-Szenario: Kurz vor Feierabend in einer endlosen Schlange mit Paketabholern in der Postbank stehen. Willkommen bei Post-Ident.

Clevere Unternehmer ersparen uns den Weg zur Post und bieten mit Video-Ident einen Service über PC und Smartphone an: Per Video-Telefonat schwenken wir unseren Perso vor der Kamera, lesen Nummern vor und ärgern uns, wenn die Webcam zu schwach ist und die Verbindung abbricht. Doch jetzt wird die Identifikation richtig digital - ohne Agent, ohne lästiges Telefonat. Aus Hamburg kommt Selfie-Ident von NEXT, dem Serien-Award-Gewinner der Jahre 2017 und 2018. Unser HANSEPERSONALITY ist Co-Geschäftsführer Benny Bennet Jürgens:


Herzlichen Glückwunsch zur NECT-App, die wir zur Registrierung des mobilen Services der Krankenkasse HEK genutzt haben. Gleich beim ersten Mal hat alles geklappt. Keine 4 Versuche, wie bei S-Direkt fürs "Yomo"-Konto, keine kaputte App wie bei WebID für "Verimi". Ihr seid jetzt mit "Selfie-Ident" für die HEK , die R+V und 7 weitere Versicherungen im Markt. Erklär' unseren Lesern doch einmal, wie sich Euer Service von anderen Ident-Anbietern unterscheidet?

Wir haben eine Technologie entwickelt, die eine Self-Service-Identitätsfeststellung für natürliche Personen ermöglicht. Da unser Selfie-Ident vollständig automatisiert ist, können Nutzer Ihre Identität 24/7 ohne Wartezeit und an jedem Ort erledigen. Die KI-basierte Softwarelösung ist auf Nutzerfreundlichkeit sowie Kosteneffizienz optimiert und besonders relevant für regulierte Unternehmen, die bei der Erfassung von Kundendaten hohen gesetzlichen Anforderungen unterliegen. 


NECT-Macher Benny Bennet Jürgens, CEO (li.) und Carlo Ulbrich, CSO (re.)
Foto: Maximilian Probst

Unser technologiebasierter Prozess bedarf keiner menschlichen Kontrolle mehr, sodass wir fünf mal günstiger, aber - viel wichtiger - auch wesentlich sicherer sein können. Wir verbinden also kompromisslos (und wahrscheinlich zum ersten mal) Nutzerfreundlichkeit mit den höchsten Sicherheitsanforderungen. Wir haben also eine echte Win-Win-Win-Situation. Die Nutzer werden geschützt und erleben trotzdem einen nutzerfreundlichen Prozess. Die Unternehmen gewinnen mehr Kunden für Ihre Dienste, weil weniger Nutzer abbrechen - und Sie können dazu noch 75% der Kosten sparen. Und wir haben unser Ziel erreicht, die Industrie der Identitätsfeststellung zu revolutionieren. 

Im November 2015 habt ihr bei der Gründerakademie der Wirtschaftsjunioren die Idee zu einem Konzept weiterentwickelt. Seit 2017 arbeitet Ihr an der NECT-App und im September 2018 habt Ihr mit R+V den ersten Kunden freigeschaltet. 4 Jahre nach der Idee seid ihr mit einem voll digitalen Service live und habt in den App-Stores 4,9 von 5 Sternen. Worauf legt ihr bei Selfie-Ident besonderen Wert?

Wir legen auf zwei Aspekte jederzeit Wert: Nutzerfreundlichkeit und Sicherheit. Dabei sparen wir weder an dem einen noch an dem anderen Aspekt. Wir haben die kompletten internationalen gesetzlichen Anforderungen betrachtet und die jeweils strengsten Anforderungen umgesetzt. Dabei haben wir uns stets gleichzeitig überlegt, wie wir dies so nutzerfreundlich abbilden können, dass Selfie-Ident keine spürbare Hürde beinhaltet.

Hier konnten wir aus unserer Erfahrung profitieren - sind aber vor allem auch Wege gegangen, die andere für nicht umsetzbar hielten. Das bedeutet sicher den einen oder anderen Umweg und viel Ausprobieren, aber am Ende lohnt sich das Überdenken von bestehenden Meinungen fast immer. Damit wir aber nicht nur irgendeine großartige Technologie in unserem Labor entwickeln, haben wir jeden Entwicklungsschritt von realen Nutzern beurteilen lassen. So wurde Selfie-Ident noch vor der Veröffentlichung von 10.000 Usern getestet. 

An dieser Stelle müssen über Sicherheit sprechen: Die Wirtschaftswoche hat im Live-Test das Foto-Ident-Verfahren bei der Berliner Startup-Bank N26 als unsicher entlarvt. Nun macht man bei Euch ja auch Fotos des Personalausweises. Damit ist Selfie-Ident ja ein ähnliches Verfahren. In wiefern könnt Ihr Betrug wie bei N26 ausschließen?

Ich muss hier betonen, dass wir im Gegensatz zum Foto-Ident-Verfahren mit Videos arbeiten. Der Nutzer macht eine kurze Videosequenz seines Ausweisdokuments und nicht nur ein simples Foto. Die Verarbeitung von Videos ermöglicht es uns, beugungsoptisch wirksame Sicherheitsmerkmale auszuwerten, die bei Bewegung des Ausweisdokuments überprüfbar werden. Beispielsweise Hologramme oder optisch variable Farbe. 


Ein Teil des heutigen NECT-Teams in Hamburg
Foto: NECT

Diese Sicherheitsmerkmale sind extrem schwer bis nahezu unmöglich zu fälschen. So fliegen Betrüger bei Selfie-Ident sofort mit ihren Photoshop-manipulierten Ausweisdokumenten auf, mit denen Sie bei den Foto-Ident-Anbietern ziemlich sicher durchgekommen wären.

Es gibt eine ganze Reihe von Identity-Verification as a Service-Anbietern, wie IDNow, PostIdent, S-Direkt, WebIDent und YES. Dazu kommen die Single-Sign-On-Datensammler von NetID und Verimi. Während NetID die Medienkonzerne im Boot hat und Verimi den Bankenmarkt anvisiert, hat S-Direkt die Sparkassen-Konten und IDNow oder WebIDent diverse Kunden, wie N26. Wo ist da Platz für Eure Lösung?

Wir haben uns bewusst für die Assekuranz als Kunden entschieden. Die hier vorherrschende Methode war der Aktivierungsbrief. Sehr günstig aber vollkommen analog. Bezahlbar für die Unternehmen, aber hohe Abbruchraten bei den Nutzern. Die Kosten eines Video-Idents sind bis zu zehnmal höher als der Aktivierungsbrief. Mit Selfie-Ident haben wir also für jeden leicht erkennbar eine echte (meint wirtschaftlich attraktive), digitale Alternative zum Aktivierungsbrief geschaffen.

Ihr wachst bei den Nutzerzahlen schneller als Verimi von Deutscher Bank und Allianz mit 100 Mio. € Kapital. Mal davon abgesehen, dass die Login-Allianz schon zum 2. Mal einen CEO verloren hat. Wie kommt es, dass Selfie-Ident zu rocken scheint - und ein Millionen schwerer Anbieter nicht so richtig zum Fliegen kommt - trotz aller Erfolgsmeldungen?


Das Geheimnis liegt im Video - statt im Foto.
Grafik: NECT

Wenn Unternehmen eines im letzten Jahrzehnt gelernt haben sollten, dann dass sie kundenzentriert und nicht eigenzentriert denken müssen. Die Generalschlüssel-Intiativen der großen deutschen Old-Economy-Konzerne scheinen aber vor allem ihre eigenen Probleme lösen zu wollen: Beispielsweise, wie sie mit dem Generalschlüssel die E-Privacy Verordnung leichter umsetzen können. Der Mehrwert für den Kunden entsteht erst in einer sehr langfristigen Nutzung. In unserer Jetzt-und-Sofort-Gesellschaft muss der Mehrwert aber sofort spürbar sein. Das schafft aus meiner Perspektive bisher keiner der Anbieter und die öffentlich einsehbaren Installationszahlen (10.000+) von beispielsweise Verimi scheinen mir da recht zu geben. 

Wir sind 2016, also noch bevor es die anderen Anbieter gab, bereits mit dem Generalschlüssel-Gedanken gestartet, haben dann aber schnell gemerkt, dass wir das Problem für den Nutzer evolutionär und nicht als Disruption lösen müssen. So kann der Nutzer einen klaren Vergleich ziehen. Der Mehrwert von Selfie-Ident gegenüber den bisherigen Verfahren, wie dem Aktivierungsbrief oder Video-Ident, ist dem Nutzer sofort und ohne großen Erklärungsaufwand klar. Deswegen waren wir auch schon im ersten Monat im Einsatz bei der R+V Versicherung das beliebteste Verfahren zur Identitätsfeststellung. 

Gehen wir ans Eingemachte: Bei unserem Interview im Spätsommer 2017 wart Ihr zu Zweit in einem kleinen Büro über einem Postenmarkt in Harburg. Heute habt Ihr 10 Angestellte. Bis Ende dieses Jahres wollt ihr die Zahl Eurer Mitarbeiter mehr als verdoppeln, plus Werkstudenten. Hand aufs Herz: Wer finanziert Euch und wie verdient Ihr schon richtig Geld?

Zwischen Mai 2017 und Mai 2018 wurden wir im Rahmen des InnoRampUp-Programms von der Stadt Hamburg und aus EU-Mitteln zur regionalen Förderung unterstützt. Das Ziel ist die regionale Wirtschaftsförderung und der Aufbau von Arbeitsplätzen. Ich denke, dass dies mit unserem Case sehr gut erreicht wurde.


Benny Bennet Jürgens pitcht sein noch junges Startup.
Foto: NECT 

Im Jahr 2018 haben wir für das weitere Wachstum ein siebenstelliges Investment von DvH-Ventures (Dieter von Holtzbrinck Ventures, die Red.) erhalten. Mit der Höhe unserer Umsätze liegen wir bereits in einem Bereich, den nur 1% der Startups in unserer Phase erreichen. Unser Ziel ist es, dass wir in 2019 einen weiteren Investor aufnehmen können – aber nicht müssen.

Zu guter Letzt unsere traditionelle Hamburg-Frage: Ihr habt so gut wie alle Startup-Preise in Hamburg abgeräumt, die abzuräumen waren. Ihr wurdet von der IFB-Förderbank unterstützt. Wie beurteilst Du die Förderung von Tech-Startups an Alster und Elbe: Was läuft schon richtig gut - und wo würdest Du Dir - für Euch und andere - ein bisschen mehr "Drive" wünschen? 

Ich denke, dass Hamburg ein toller Standort zum Gründen ist. Die Stadt ist wunderschön und die Menschen offen, sodass man gute Karten hat, Talente aus der ganzen Welt in sein Startup zu holen. Hier könnte die Stadt einem jungen Unternehmen unter die Arme greifen. Bürokratiehürden senken ist hierbei nur die eine Sache. 

Da ein echter Fachkräftemangel vorherrscht, wäre es vielleicht eine Idee, die Einstellungskosten unter bestimmten Voraussetzungen zu übernehmen, sodass junge Unternehmen frische Talente anziehen können, die dann vielleicht auch sehr langfristig sesshaft in der Stadt werden und so den gesamten Wirtschaftsraum fördern. Immerhin ist das Vorhandensein von Fachkräften eines der wichtigsten Kriterien bei der Wahl des Standorts für Unternehmen.


*  *  *

Herzlichen Dank für Deine Offenheit!
Das Interview führte Thomas Keup.

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 Hamburg Digital Background: 

HANSESTARTUPS: NECT - Damit Benny auch wirklich Benny ist.
hansevalley.de/2018/01/hansestartups-nect.html

#NoBullshit: So führt man die Startup-Bank N26 an der Nase rum:
wiwo.de/videos/wiwo-videos/video-so-leicht-laesst-sich-mit-einem-gefaelschten-ausweis-ein-konto-eroeffnen/23180760.html

 Hamburg Digital Service: 

NECT Selfie-Ident im Einsatz bei der R+V Versicherung:
vimeo.com/309664520

NECT Selfie-Ident Einführungsvideo:
vimeo.com/290374136

Mittwoch, 31. Januar 2018

HANSESTARTUPS: Nect - Damit Benny auch wirklich Benny ist.

www.hansevalley.de


HAMBURG DIGITAL REPORT

Gewinner beim Gründergeist-Wettbewerb, bei Finanzplatz Hamburg, 
bei App-Award von 20Scoops und Radio Hamburg und 2. Sieger beim "Next Media Elevator". Dazu Gewinner vom "DB Startup Pitch" und des "KPMG Smart Start Award." Kaum ein anderes Startup brillierte 2017 auf Hamburger und norddeutschen Startup-Contests so sehr, wie Nect. Die Idee: der "virtuelle Personalausweis" - entwickelt in einem kleinen Büro in Harburg. 


Das Entwicklerteam für die digitale Identität.
Foto: Nect

42 Millionen potenzielle "digitalen Kunden" gibt es allein in Deutschland. 5-6 Versicherungen hat jeder Deutsche - und damit für 2-3 Versicherungsfirmen pro Kunde die Verpflichtung, dass Benny auch wirklich Benny ist. Neben der Identifikation beim Vertragsabschluss kommen Onlinekonto und Versicherungswechsel hinzu. Genau deshalb ist Nect ein echtes HANSESTARTUP. Ein Hamburg Digital Report aus Harburg:

Marmstorf, das Blankenese von Harburg, 1,5 Stunden mit Bus und Bahn von der Hamburger City entfernt. In einem unscheinbaren Gewerbekomplex arbeiten der 31-jährige Hamburger Benny und sein gleichaltriger Co-Founder Carlo aus Bremen an der digitalen Zukunft. Auf der Vorderseite des ehemaligen Möbelhauses werden Schnäppchenposten aus Büroauflösungen verkauft, im winzigen Büro durch den Hintereingang wird die digitale Zukunft entwickelt. Es ist das Zuhause unserer digitalen Identität, die die befreundeten Gründer des gehypten Hamburger Tech-Startups Nect entwickeln.

Gut ein Jahr dauerte es, bis aus einer fixen Idee ein fertiges Produkt wurde. Im November 2015 wurde an einem Wochenende bei der Gründerakademie der Wirtschaftsjunioren die Idee zu einem Konzept. "Identifikationsverfahren sind eine komplizierte Angelegenheit", fasst der Informatiker und frühere Generali-Mitarbeiter Benny Bennet Jürgens die Herausforderung zusammen. Bei unserem Versuch, per Sparkassen-Video-ID ein "Yomo"-Konto zu eröffnen, verzweifelten wir fast. Erst der 4. Anlauf zum Haspa-Testkonto klappte. Der Vater eines 2 Jahre alten Jungen bestätigt die Probleme bei Identifkationsverfahren mit einer Absprungrate von rd. 65%, egal ob Postident, Videoident oder Freischaltcodes.

Standard 2018: "Postident" am Postschalter für 10,- €

Als Alternative in Zeiten von Industrie und Mittelstand 4.0 ist der Postweg den meisten Banken und Behörden immer noch heilig und teuer: Zwischen 6,- und 10,- € kosten Post- wie Videoident-Verfahren pro Kunde, je nach Mengenrabatt. Das Verschicken einer persönlichen Unterschrift per Briefpost zur Identifikation ist weder wirtschaftlich noch funktionell, schon gar nicht, wenn im Kernprozess die meisten Abläufe standardisiert, elektrifiziert und damit automatisiert sind. "Es ist Zeit, etwas zu verändern", fordert der Nect-Co-Founder. Was also tun, um von Post-Schaltern wegzukommen?


Mehrstufige Authentifizierung zur digitalen Identität.
Foto: Nect
Von Anfang an fokussierten sich die cleveren Gründer auf ein B-2-B-C-Produkt und vermieden den schmerzlichen Pivot von Endkunden zu Geschäftskunden. Dabei stellt das heute 4-köpfige Team dennoch den Nutzer in den Mittelpunkt - und ermöglicht eine persönlich kontrollierte digitale Identität für Registrierung z. B. bei Banken und Versicherungen. Als zeitgemäßes Angebot setzt die "Nect-ID" von Anfang an auf die Verwaltung und Nutzung der eigenen Identität per Smartphone und die Freigabe für Registrierung, Logins oder Transaktionen via Touch-ID.

Der Markt: Onlinekonten, Kreditkarten, Versicherungen

Für den Normalanwender fühlt sich der Service an, wie die Video-Identifikation für ein Online- oder Mobile-Konto (wenn es nicht gerade S-Direkt in Halle macht). Dabei besteht die Prüfung - wie bei "Web-ID" - aus zwei Teilen. Zum Einen wird der eigene Personalausweis oder Reisepass in einem Video aufgezeichnet und sichergestellt, dass keine fremden Fotos genutzt wurden. Zum anderen wird das Dokument mit dem eigenen Gesicht abgleichen. Bilder zu überprüfen, funktioniert über Länder- und damit Gesetzesgrenzen hinweg. Ein charmanter Vorteil, den sich die Entwickler zu Eigen machen.

Als Einsatzfelder sind für Benny und sein Team Onlineabschlüsse von Versicherungen interessant, ebenso wie die Glücksspielprävention von Lotto-Plattformen oder die Freischaltung von Kreditkarten. Weitere Einsatzszenarien sieht der - den "Werk 1"-Accelerator 2016 erfolgreich absolvierte - Jungunternehmer in der Online-Gewerbeanmeldung von Kommunen, Dauerrezepten für Dauerrezepten oder die Freischaltung eines neues neuen Kredit- oder Debitkarten-PINs nach Verlust. Eine Online-Identität kann bei allen Dienste helfen, die heute per Briefpost oder 1 ct-Überweisung die Identität ihrer Kunden überprüfen.

Die Datenschutz-konforme Lösung "Made in Hamburg"


Die digitale Identität auf dem Smartphone.
Foto: Nect
Die ab Ende Mai verbindliche Datenschutzgrundverordnung und das verschärfte EU-Recht spielen den Entwicklern von der Süder-Elber in die Hände. Vorstände werden mit den neuen Regularien haftbar, sollten Daten ihrer Kunden auf unerlaubte Weise genutzt werden oder den Besitzer wechseln. Bedenkt man, dass rd. die Hälfte aller Postident-Verfahren nicht korrekt durchgeführt wurden, droht ein gewaltiges Risiko. Eine renommierte Kanzlei bestätigte dem Hamburger Team per Gutachten, mit ihrer zum Patent angemeldeten Lösung ein nach neuem Recht konformes Paket anzubieten.

Mit Ihrem digitalen Postschalter auf dem Smartphone starten die cleveren Harburger zunächst im heimischen Markt. Dabei stehen vor allem Versicherungen als Kundengruppe oben auf der Liste. Anschließend geht es in den Ausbau auf europäischer Ebene mit den EU-Top-5-Ländern inkl. Großbritannien. Perspektivisch kann Nect auch international interessant werden, wenn alles gut läuft. Und der Markt der digitalen Identitäten ist zunehmend umkämpft. Gerade in Palo Alto und dem Valley gelten Startups zu Privacy-Themen als "heißer Scheiss". Kein Wunder, dass die Liste der Marktbegleiter nicht gerade kurz ist:

"Heisser Scheiss" in Berlin, Hamburg und Palo Alto


Heiß umkämpfter E-Identity-Markt in Europa.
Grafik: Esquared, Januar 2018
Ob das Darmstädter Startup "Authada" mit einer Lösung auf Basis des elektronischen Personalausweises (eID), der von Facebook übernommene, Bostener Nect-Wettbeweber Confirm.io, der kalifornische Wettbewerber Jumio mit "Netverivy", die Axel Springer-Plattform "Verimi" mit Allianz, Daimler, Deutscher Bank, Lufthansa und Telekom mit einem Facebook-Connect-Klon, das Berliner Startup WebID mit der Video-ID oder das Hamburger Startup Yes auf Grundlage von Sparkassenkonten - sie alle wollen ein Stück vom Kuchen des neuen Geschäftsfeldes - sei es, um Daten auszuwerten, sei es um fürs Marketing zu arbeiten oder um den Kundenkontakt zu besitzen.

Benny sieht für seinen Service deutliche Unterschiede zur Konkurrenz von Konzernen, Startups und aus den US-Techhochburgen: "Es geht darum, die digitale Identität unabhängig zu nutzen, nicht Daten für das Marketing zu generieren." Damit positionieren sich die jungen Hamburger als unabhängiger Anbieter und "Trust Center" für die eigenen Daten. "Ich finde, daß das sehr wichtig ist", bringt es Benny im Interview mit HANSEVALLEY auf den Punkt. Dem gebürtigen Hamburger ist das Thema äußerst wichtig: "Zur Zeit wird es einem sehr einfach gemacht, nicht privat zu ein." Und zieht den Schluss: "Es sollte einfach gemacht werden, wieder privat zu sein."

Privacy: Mache ich es mir leicht oder schwer?

Benny treibt das Thema nicht ohne Grund an: Auf dem Facebook-Account seiner 19-jährigen Schwester konnte er einfach private Fotos ihrer Schulfreundinnen finden. Das hat ihn ganz persönlich motiviert. "Ich stehe zu dem Thema. Warum soll ich nicht für etwas kämpfen?" Der sympathische Hamburger ergänzt: "Mache ich es mir leicht oder mache ich es mir schwer?" Für schnelle, einfache Antworten ist der junge Familienvater eher nicht zu haben.


Entwickler, Unternehmer, Familienvater: Benny Bennet Jürgens
Foto: Nect

Für den "digitalen Personalausweis" auf dem Smartphone bringt er alle Voraussetzungen mit: Bereits mit 9 Jahren programmierte er auf einem VTech-Kinderlaptop. So, wie er einfach gern lernt, so sieht er sich am Liebsten vielseitig aufgestellt - als Generalist mit umfassenden IT-Kenntnissen und als Nachwuchsunternehmer mit dem Wunsch, Nect eines Tages ganz groß rauszubringen - und mit seiner Firma und der digitalen Identität vielleicht sogar an die Börse zu gehen. Aber erstmal will Benny mit seinem Team in diesem Jahr auf 7 Mitarbeiter wachsen - und in die City ziehen. Wir wünschen Nect auf dem Weg allen erdenklichen Erfolg! Denn die besten Startups sind HANSESTARTUPS.


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 Hamburg Digital Background: 

Nect Hamburg - Die digitale Identität:
https://nect.com/

Datenschutz Grundverordnung - DSGV
https://de.wikipedia.org/wiki/Datenschutz-Grundverordnung

E-Identy-Initiativen in der Europäischen Union
https://asquared.company/blog/e-identity-initiativen-der-europaeische-weg-606/

 Hamburg Digital Events: 
  
1. Hamburg Insurance Innovation Day: Startups
www.hsba.de/hsba/unsere-hochschule/team/1-hamburg-insurance-innovation-day-start-ups/

 Hamburg Digital Reports: 

HANSETECHTEST: Der Sparkasse neue Kleider: Die Yomo-App
http://hh.hansevalley.de/2017/12/hansetechtest-yomo-haspa.html