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Sonntag, 5. November 2017

HANSEPERSONALITY Dr. Hansjörg Rodi: In Hamburg findet ein Großteil unserer technologischen Entwicklung statt.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Kühne + Nagel ist mit 127 Jahren Erfahrung einer der Platzhirsche unter den Speditionen an Alster und Elbe. Für die in Bremen gegründete und in der Schweiz notierte Aktiengesellschaft gilt es technologisch vorn mit dabei zu sein. Mit "KN Freightnet" hat "K + N" einen eigenen, digitalen Vertriebskanal u. a. im Wettbewerb mit "Freighthub" aus Berlin. Mit "K + N Login" gewährleistet die Spedition ihren Kunden das Monitoring der Fracht vom Schreibtisch aus.


Mehrere hundert Mitarbeiter kümmern sich bei Kühne + Nagel in der Hamburger Hafencity allein um die IT - vom eigenen Transport Management System bis zu agilen Anwendungen, eigenen Kundenportalen und Datenservices für andere Branchen. Wie gut ist eine der größten Speditionen Deutschlands für die Herausforderungen der Digitalisierung aufgestellt? Unser HANSEPERSONALITY ist Kühne + Nagel Deutschland-Geschäftsführer Dr. Hansjörg Rödi:



K + N Deutschlandchef Dr. Hansjörg Rödi
Foto: Kühne + Nagel
Die Digitalisierung ist in aller Munde. Kaum eine Woche vergeht ohne eine Konferenz zu den Herausforderungen der Transformation. Was heißt Digitalisierung konkret für die Internationale Großspedition Kühne + Nagel?

Wenn wir über Digitalisierung sprechen, stellen wir die Bedürfnisse und Anforderungen unserer Kunden in den Mittelpunkt unserer Überlegungen. Zugriffsmöglichkeit rund um die Uhr und ein extrem einfacher Umgang mit den Systemen sind dabei besonders wichtig. Wir profitieren davon, dass wir die für unser Unternehmen und unsere Kunden zentralen IT-Lösungen selbst entwickeln. 

Mit diesen Lösungen arbeiten wir weltweit einheitlich und standardisiert. Für unsere Kunden bedeutet das, dass Sie global auf jeweils identische Systeme zurückgreifen können. Kühne+Nagel war ein Vorreiter hinsichtlich der Internationalisierung des Unternehmens und dieser globale Ansatz prägt auch unsere Herangehensweise bei der Digitalisierung.

Gehen wir mal gemeinsam durch Ihr Haus und schauen uns Ihre digitalen Prozesse zusammen an: In welchen Bereichen hat Ihre mehrere hundert Mitarbeiter große IT bereits ganze Arbeit geleistet? Und wo wird's knifflig mit digitalen Services - intern und extern?

Unser Ziel ist es, unseren Kunden software- und datengetriebene Lieferketten anzubieten und damit Mehrwert für ihr Business-Modell zu schaffen. Wir haben bereits vor etwa zwanzig Jahren "KN Login" eingeführt, unsere Monitoring- und Visibility-Online-Plattform, deren Funktionen ständig erweitert werden. Mit "KN Freightnet" haben wir unseren Kunden als erstes Unternehmen eine komplett digitale Plattform für Quotierungen, Buchungen und Sendungsverfolgung zur Verfügung gestellt. Und wir verfügen wir über ein globales Operating-System.

Um unser Ziel zu erreichen, verlassen wir uns nicht allein auf unsere IT-Mitarbeiter. Alle unsere Mitarbeiter tragen dazu bei, dass unsere Kunden von unseren wertschöpfungsstarken Dienstleistungen profitieren. Insgesamt verbessern wir unsere Konnektivität kontinuierlich, um Kunden, Partner und Lieferanten reibungslos in unserer Systeme zu integrieren. Die Automatisierung unserer internen Prozesse erhöht unsere Effizienz. 

Sie dürfen aber nicht vergessen, dass nur ein kleinerer Teil der Container so transportiert wird, wie ursprünglich geplant. In diesen Fällen helfen automatisierte Prozesse nur bedingt weiter. Hier ist dann das logistische Know how unserer Mitarbeiter gefordert. Logistik bleibt auf absehbare Zeit ein Peoples‘ Business.

Neue Herausforderer, wie digitale Hamburger Speditionen - z. B. "Cargonexx" (Truck DE+EU), "Clinch Logistics" (LATAM-Europa) und "Freighthub" (Asien-Europa + USA-Europa) müssten Ihnen doch den Schweiß auf die Stirn treiben? Schlafen Sie noch ruhig angesichts der Startups?


K+N-Chef Dr. Hansjörg Rödi in der Handelskammer Hamburg
Foto: HANSEVALLEY
Wir beobachten mit großem Interesse, was die Startups unternehmen, und deren etwas anderen Blick auf unsere Industrie. Mit einzelnen dieser Unternehmen arbeiten wir gezielt zusammen. Allerdings haben wir weiterhin selbst den Anspruch, technologischer Marktführer zu sein - trotz dieser jungen Unternehmen. Dafür stehen u. a. unsere Online-Plattformen "KN Login" und "KN Freightnet", mit denen wir unseren Kunden seit langem attraktive Angebote machen und die wir kontinuierlich verbessern.

Sie organisieren Logistik und Lager für große Industrieplayer in führenden Branchen, wie Automotive, Pharma und Tech-Industrien. Wie unterstützen digitale Analysen und Services Sie in Ihrem Geschäft, das gegebene Lieferversprechen tatsächlich einzuhalten?

Wir wenden Predictive Analytics beispielsweise bei unserem Produkt "KN PharmaChain" an, wo wir ein dynamisches Lieferketten-Management entwickeln, das auf Big Data und intelligenten Sensoren basiert. Unsere Kunden erhalten noch während des Transports vorausschauende Analysen. Dadurch können sie sehr kurzfristig Maßnahmen ergreifen, um z. B. die Einhaltung von Temperaturgrenzen sicherzustellen.

Für Kreuzfahrtreedereien nutzen wir Predictive Analytics, damit diese die Belieferung von Kreuzfahrtschiffen sehr viel exakter planen können. Gleichzeitig kann dadurch die Belieferung in Echtzeit kontrolliert und synchronisiert werden. Wir stellen unseren Kunden ein Dashboard zur Verfügung, das einen Überblick über Vorlaufzeiten, Häfen, Routen, ETA (Estimated Time of Arrival) und ATA (Actual Time of Arrival) sowie Optionen zur Echtzeit-Positionsbestimmung anbietet. Letztlich können dadurch Wartezeiten und Liegekosten verringert werden. 

Perspektivisch werden wir in der Lage sein, den Beteiligten an einer Lieferkette bis auf Sendungs- und Artikelebene in Echtzeit Warnhinweise zu übermitteln und so ein dynamisches und vorausschauendes Supply Chain Management zu ermöglichen.

Amazon baut weltweit an Logistik-Ketten z. B. mit eigenen Frachtflugzeugen oder Partnerschaften im Liniendienst. Alibaba baut in Europa eigene Warehouses auf. Sie sind einer der Player im "3PL-Markt" (firmenexterne Logistikdienstleister). Sind Sie zunehmend nervös, was die E-Commerce-Riesen da in Ihrem Markt treiben?

Nein, absolut nicht. Man muss im Übrigen auch hier genau hinsehen. In der Seefracht sind die genannten Firmen eher unsere Kunden. Und mit Alibaba beispielsweise arbeiten wir im B2B-Bereich zusammen. Diese Zusammenarbeit werden wir weiter ausbauen.

Mit dem "GKNI" (Global Kühne + Nagel Indicators) haben Sie einen "Now Trade Casting"-Service entwickelt, mit dem Sie z. B. Finanzinstitutionen einen Index zur weltweiten Logistik in Echtzeit bereitstellen. Verabschieden Sie sich perspektivisch doch vom "Blechkisten" verschiffen?

Selbstverständlich nicht. Die Digitalisierung verändert unser Geschäft, aber das Know how des Spediteurs bleibt unverzichtbar. Unstrittig ist aber, dass Big-Data-Anwendungen in der Logistik eine immer größere Bedeutung bekommen. Mit "gKNi" bieten wir ein umfangreiches Trade Nowcasting an. Wir haben dafür viele interne und externe Datenquellen evaluiert und integriert. 

Auf diese Weise ist eine der größten Big-Data-Infrastrukturen in der Logistikbranche entstanden. "gKNi" ist ein Frühwarnsystem für Entwicklungen in der Weltwirtschaft, mit dem wir Einschätzungen zu wichtigen Wirtschaftsindikatoren weit vor den üblichen Analystenumfragen zur Verfügung stellen und unseren Kunden nahezu in Echtzeit Einblicke in die Wirtschaftsentwicklung einzelner Sektoren und Länder bieten. 

Die Blockchain bietet Vertraulichkeit von Dokumenten auf der ganze Reise von Containern, Paletten und Stückgut. Wie weit sind Sie heute bereits in diesen Technologien unterwegs, um den Anschluss nicht zu verpassen?

Die Blockchain-Technologie ist ein wichtiges Thema. Wir beobachten die technischen Entwicklungen nicht nur, sondern testen diese Technologie bereits. Gerade in Bezug auf die Vertraulichkeit von Dokumenten kann die Blockchain-Technologie in der Tat wichtige Impulse liefern.

Zum Schluss unsere Hamburg-Frage: Welche Herausforderungen sehen Sie für den Logistikstandort Hamburg, an dem Sie u. a. mit der HHLA und der VTG kooperieren und der auch für Ihren Umschlag wichtig ist? Und was empfehlen Sie der Stadt Hamburg für die kommenden 10 Jahre?

Mein Eindruck ist, dass Hamburg im Bereich der Digitalisierung sehr gut aufgestellt ist. Alle relevanten Hamburger Institutionen und Unternehmen beschäftigen sich intensiv mit diesem Thema. Für Kühne+Nagel ist Hamburg auch in der Hinsicht ein wichtiger Standort, denn hier findet ein Großteil unser technologischen Entwicklungsarbeit statt.

Was eher analoge Themen angeht, sind die Herausforderungen, vor denen Hamburg steht, bekannt: die Fahrrinnenanpassung und die Organisation von Vor- und Nachlauf, um nur diese zu nennen. Wir sind mit den in Hamburg angebotenen Dienstleistungen zufrieden, so wie wir es mit den Dienstleistungen in anderen Häfen auch sind.

 Hamburg Digital Background: 


Global Kühne+Nagel Index - "gKNi" 
https://logindex.com/

Mittwoch, 13. September 2017

HANSESTARTUP Cargonexx: Von Leerfahrten zum "One Klick Trucking"

HAMBURG DIGITAL REPORT

Hamburg ist die Logistikmetropole Nordeuropas und größter Logistikstandort Deutschlands. Neben dem Hafen mit Reedereien, Terminals und Dienstleistern spielt der Hinterlandverkehr eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Logistik in Hamburg. Zu den wichtigsten Verkehrsträgern für Container auf dem Weg zu Kunden in ganz Europa zählen die Bahn und der LKW. Genau hier setzt ein junges Hamburger Startup an. Ihr Konzept: "One Klick Trucking".

"Data ist the difference" steht auf den Visitenkarten von Co-Founder Rolf-Dieter Lafrenz. Er ist einer der Köpfe hinter Hamburgs digitaler Spedition für LKW-Verkehre in ganz Deutschland. Was das junge Hamburger Unternehmen Cargonexx von anderen Speditionen unterscheidet und für wen das Startup interessant ist - ein Hamburg Digital Report:



Sorgt für volle Brummis auf Deutschlands Straßen:
Cargonexx Co-Gründer Rolf-Dieter Lafrenz
Foto: Cargonexx
Das Gespräch mit Co-Founder Rolf-Dieter Lafrenz unweit des Rathausmarktes erinnert zunächst an den Strategieworkshop einer Unternehmensberatung. Kein Wunder: Der Geschäftsführer von Cargonexx ist in erfahrener Berater: Mit seinem Unternnehmen "Schickler" unterstützt er Kunden in den Bereichen Medien und E-Commerce. Der WHU-Absolvent spricht von Rubrikenmärkten mit hohen Marken, Netzwerkmärkten mit erforderlicher Datenintelligenz und Plattformmärkten, die Kunden zusammenbringen. 

Genau hier sieht sich der Serienunternehmer mit seiner digitalen LKW-Spedition zu Hause. "Wir sammeln Daten und werten diese aus", fasst der Gründer den Kern des Geschäftsmodells zusammen Das Ziel von Cargonexx ist einfach: die besten Spotpreise für LKW-Ladungen. 500.000 Touren sind täglich auf Deutschlands Straßen unterwegs - vom vollbeladenen Brummi bis zum halbleeren Trailer. Die wichtigsten Strecken gehen aus Produktions- oder Logisitikregionen - wie Rhein-Ruhr und Hamburg - in die Konsumregionen - wie Berlin oder München. 40% aller Fahrten auf Deutschlands Straßen managen mittlerweile Betriebe aus dem Ostblock. 

Bis zu 180.000 Brummis fahren täglich leer auf Deutschlands Straßen.


Das aktuelle Cargonexx-Team in der Hamburger Altstadt
Foto: Cargonexx
Rund 30% aller LKW-Kapazitäten rollen leer über Deutschlands Straßen. Jede 4. Fahrt ist komplett ohne Stückgut, Paletten oder Paketen unterwegs, weiß Daimler aus seinen Daten. Im Schnitt fährt jeder 3. LKW auf Deutschlands Straßen leer. Das sind täglich 150- bis 180.000 Schwerlasttransporter. Neben täglichen oder wöchentlichen Linien großer Spediteure - wie DB Schenker, Fiege oder Kühne+Nagel - versuchen Transportbörsen Überkapazitäten zu vermarkten. Bislang hieß das: viele Abstimmungen und jede Menge Unsicherheit in Bezug auf Preise, Verfügbarkeit und Qualität.

"Wir machen den Spotmarkt sicher und einfach", verspricht Rolf Dieter Lafrenz im Interview. Wie beim See- und Luftspediteur FreightHub verspricht auch Cargonexx einen schnellen, einfachen und sicheren Prozess. Auftraggeber können seit Ende vergangenen Jahres per Mausklick bis zu 3 Beladestationen und 3 Entladestationen in das Portal eingeben und bekommen sofort einen Preis. Dabei geht Cargonexx wie FreigtHub als vollwertige Spedition ins Risiko und verabschiedet sich nicht mit schlankem Fuß, wie Vermittlungsplattformen. Zu den Kunden gehören die großen Speditionen, um flexibel Kapazitäten bereitstellen zu können.


Tourenvergabe per Mausklick: Die Cargonexx-Plattform
Foto: Cargonexx
Cargonexx kümmert sich um die Administration. 7 Mitarbeiter mit Speditions-Know-how sitzen an der Großen Böckerstraße zusammen mit Softwareentwicklern, Business Developern und Werkstudenten. Sie prüfen Identität. Lizenz, Versicherung und Bonität der Fahrer und Betriebe. Zur Qualitätssicherung kommen die Statusmeldungen zu Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Waren es am Anfang vor allem schlechte Touren, die über die Plattform vermittelt wurden, wachsen die digitalen Spediteure bei ihren Kunden Stück für Stück hoch.

Cargonexx vs. Instafreight: Kein Kleinkram, kein Milchkannendienst.

Längst gehören nicht nur Last-Minute-Touren zum Geschäft. Die Nachfrage entwickelt sich vom Spotmarkt in Richtung wöchentlich regelmäßiger Linientouren, z. B. für einen Großhändler von Lebensmitteln und Tabakwaren. Eine Recherche der digitalen Speditionen zeigt: Neben Cargonexx tummelt sich ebenfalls seit 2016 das vom Berliner Company-Builder Rocket Internet hochgezogene Startup Instafreight in Deutschlands Schwerlasttransport. Während die Berliner alles ab 1 Palette von A nach B bringen, spezialisieren sich die Hamburger auf Aufträge ab 3 Tonnen bzw. 3 Lademetern.

Um nicht von einer Milchkanne zur nächsten schleichen zu müssen, werden keine Regionaltransporte unter 100 km angenommen. Das Hamburger Startup arbeitet zudem mit Importunternehmen und Umschlagdiensten zusammen und organisiert für sie die LKW-Transporte. Mittlerweile haben sich auf der Hamburger Plattform mehr als 500 Speditionen als Auftraggeber registriert. Dazu kommen rd. 2.300 Transportdienstleister, wie Trucker und Frachtführer. 


LKW-Abfertigung am HHLA-Terminal Buchardkai (CTB)
Foto: HHLA / Thies Rätzke
Für die LKW-Betreiber bietet Cargonexx unterm Strich eine höhere Auslastung, eine schnelle Bezahlung und höhere Planbarkeit. Über die digitalen Spediteure aus der Hamburger Altstadt können Trucker unterwegs an Board ihre Anschlusstouren planen und so die Leerfahrten reduzieren. Schon in einem Jahr will das junge Statup zwischen 10 und 20 Tonnen jeden Monat über Deutschlands Straßen schicken und dabei über Echtzeitpreise mittels des eigenen Preisalgorhythmus flexible Angebote unterbreiten können und die Auslastung der Brummis auf Deutschlands Straßen optimieren. 





   Hamburg Digital Background: 

Hamburgs digitale LKW-Spedition Cargonexx
www.cargonexx.de

Berlins digitale LKW-Spedition Instafreight
www.instafreight.de

Deutschlands erste Seefracht-Spedition FreightHub
www.freighthub.com


Ihr Hamburg Digital Marketing _____________________________________________


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Mittwoch, 19. Juli 2017

HANSELOGISTICS: Die digitalen Seefracht-Spediteure aus der Berliner Backfabrik

HAMBURG DIGITAL REPORT

Die Berliner Backfabrik: Heimat für viele erfolgreiche Startups und ihre VCs. Hier ist das Zuhause von Adjust, Decimo, Hello Fresh, Kochzauber, Lovoo, WestTech Ventures, Wooga und seit knapp 1,5 Jahren von FreightHub. Das überdimensionale Modell eines Hamburg-Süd-Frachters lässt ahnen, worum es in dem Großraum im 1. Stock geht: Das Berliner Startup ist Deutschlands digitaler Spediteur für Container zwischen Asien und Europa.


Berliner Zentrale mit Hamburger Frachter:
FreightHub am Prenzlauer Berg
Foto: HANSEVALLEY
Hamburg-Altona, ein kleines Büro im Westen der Hansestadt. Hier sitzt das operative Herz von FreightHub. 8 Speditionskaufleute managen aus der Logistikmetropole das Tagesgeschäft des digitalen Spediteurs, sorgen dafür, dass Amazon Marketplace-Händler ihre Paletten ebenso auf den Punkt genau ins Lager bekommen, wie industrielle Mittelständler 1.000 oder mehr Standardcontainer im Jahr. Ein Berlin-Hamburg Digital Report.

Die jüngste Geschichte von FreightHub nimmt am 16. Februar d. J. in Hamburg seinen Lauf. Es ist ein verregneter Donnerstag-Nachmittag im Grand Elysée Hotel. DailyDeal-Gründer und Earlybird-Investor Fabian Heilemann gibt HANSEVALLEY ein Interview zu seiner Hamburger Geschichte. Damals, 2003, beginnt Fabian an der Bucerius Law School seine Karriere, baut sich an der Elbe ein bis heute funktionierendes Netzwerk auf. Was niemand ahnt: Nach DailyDeal und Google-Deal zieht es Fabian und seinen jüngeren Bruder Ferry wieder in den Norden.


Hamburger Background und Berliner Drive:
Fabian und Ferry Heilmann
Foto: Sky & Sand
Jener verregneter Donnerstag im Februar, im ehrwürdigen Hafen-Klub an den Landungsbrücken: Das abendliche Event trägt den Titel "Digitale Revolution in Schiffahrt & Logistik – Ist das erst der Anfang?" Zusammen mit Bruder Ferry stellt Klub-Mitglied Fabian Heilemann die digitale Spedition vor. Die Jungunternehmer erhalten viel Zuspruch, gewinnen wertvolle Kontakte, nehmen mit Respekt vereinzelt skeptische Stimmen zur Kenntnis. Unterm Strich wird es ein gelungener Einstand der Berliner Digitalunternehmer in der Hamburger Hafen- und Logistik-Lobby.

Vom Baustoffhandel über Greentech zur Containerlogistik

Ein sonniger Mittwoch-Nachmittag im Juni diesen Jahres, wir sitzen im idyllischen Innenhof der Backfabrik an der Prenzlauer Allee unweit des Berliner Alexanderplatzes. CEO Ferry Heilemann berichtet, wie alles anfing mit FreightHub - im Herbst 2015. Die erfolgreichen Brüder entscheiden sich, eine neue Firma aufzubauen. Im B2B-Bereich sehen sie ungehobene Potenziale und die Chance, ein langfristiges Unternehmen mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell und einem großen Markt aufzubauen. Es ist genau das Gegenteil von DailyDeal, der Marketing-Plattform, die mit vielen Marketing-Dollars "gejazzt" wurde. 

Ferry und Fabian schauen sich verschiedene Branchen an: Baustoffhandel und die Digitalisierung der Baustelle fallen ihnen ins Auge, ebenso wie Greentech, ein Herzensthema des 30-jährigen Ferry. Nach Analyse verschiedener Märkte fällt die Wahl auf Logistik mit Fokus auf die Containerschifffahrt. Die mehr als 7 Jahre Hamburg-Erfahrungen des älteren Bruders Fabian und der Support durch den Roland Berger-Berater und späteren FreightHub-Beirat Prof. Dr. Burkhard Schwenker spielen eine wichtige Rolle. FreightHub geht mit Erik Muttersbach, Ex-CTO von DealyDeal, CCO Michael Wax und ehemaligen Mitarbeitern aus Hamburger Speditionen an den Start.

Der Grundsatz: "One-Stop-Shop"-Partner für die Verlader.


Logistik-Zentrale in der Berliner Backfabrik:
FreightHub-Großraumbüro
Foto: HANSEVALLEY
Heute sitzen in dem roten Backsteinbau an der Saarbrücker Straße mehr als 40 kaufmännische, technische und vertriebliche Mitarbeiter, sorgen rund um die Uhr dafür, dass auf der wichtigen "Far East-Westbound"-Route zwischen Asien und Nordeuropa Palettenware (Less then Container Load - LCL) ebenso zuverlässig ihren Zielort erreicht, wie volle Standard-Container (Full Container Load - FCL). 20 Mio. Container (Twenty-foot Equivalent Units - TEU) werden auf der Import-Route von den drei Reederei-Allianzen im Jahr transportiert. Mehr als 90% des FreightHub-Volumens werden auf der Handels-Route verschifft. 80% macht bei den Berlinern die Seefracht aus, die restlichen 20% sind Luftfracht, der nachlaufende Schienen- und LKW-Verkehr sowie die Binnenschifffahrt.

FreightHub ist mehr als eine Vermittlungsplattform. Das Tech-Startup ist ein vollwertiger "Freight Forwarder", haftet nach den Regularieren wie jeder Spediteur, hat den Durchgriff auf seine Partner, wenn etwas nicht klappt. Als "One-Stop-Shop" für den Verlader übernimmt das Team in Berlin und Hamburg alle Formalitäten, wie Packlisten, Zollbescheinigungen und Transportversicherungen bis hin zum Terminal-Handling, stellt sämtliche Dokumente digital bereit. Die Kunden bekommen von der "digitalen Spedition des 21. Jahrhunderts" bis zu 150 Quotes (Angebote) von 100 Abfahrtshäfen (Ports of Loading) für Port-2-Port- wie Port-2-Door-Shipments - variabel nach Transportdauer, Lieferdaten, Häfen und Frachtraten. 



Ein eigener Algorithmus bietet den KMU-Kunden - von Amazon-Händlern (FBA - "Fullfillment by Amazon") über E-Commerce-Anbietern bis zu Mittelständlern eine Transparenz, die ihres Gleichen sucht. Dazu gehören 5 Mio. Daten- und Preispunkte für die Angebotserstellung, wie 1,8 Mio. Sailing-Schedules mit regelmäßiger Aktualisierung und den günstigsten Frachtraten. Volle Transparenz über Verfügbarkeit und Kosten sind ein Argument von FreightHub, Angebote in Echtzeit über die Onlineplattform ein weiterer Pluspunkt, vergleichbar einer Flugbuchungsmaschine. In Kundenansprache, Angebotserstellung, Echtzeitbuchung und dem Echtzeit-Tracking über die eigene Shipment-Management-Software machen die Heilemann-Brüder den Unterschied. Schon heute spart FreightHub bei Kunden mehrere Stunden ein.

Die "digitale Spedition des 21. Jahrhunderts" aus Berlin

Natürlich haben die Seefrachtspediteure alle Reederei-Allianzen an Board, von der asiatisch-europäischen "Ocean Alliance" mit 37% Marktanteil auf der "Far East-Westbound"-Route,  über "2M" mit Maersk, Hamburg-Süd und MSC bei 34% Asien-Europa-Anteil bis zu "The Alliance" von Hapag-Lloyd, UASC und Partnern mit 29% Marktanteil. Die Logistiker kooperieren mit allen wichtigen Carriern (Linienreedereien), Truckern (Lieferverkehre) & Trains (Intermodal-Verkehre) - in jeglicher Kombination, einschl. der neuen chinesischen Seidenstraße und dem zeitoptimierten Versand per Frachter in die Vereinigten Arabischen Emirate und anschließender Luftfracht nach Nordeuropa. 

Im März vergangenen Jahres starteten Ferry und sein Team ihre digitale Reise in die weitgehend analoge Welt der Speditionen. Vor einem Jahr verschifften die Nachwuchsspediteure ihre ersten Container. Mittlerweile zählen die 50 Mitarbeiter/innen 350 Kunden zu ihrem Stamm. Und das Geschäft? Wenn ein Kunde 1.000 Container im Jahr über FreightHub verschifft, ergibt sich ein Umsatz von durchschnittlich 1,5 Mio. €. Im kommenden Jahr wollen die pfiffigen Jungunternehmer die 10.000 TEU-Marke durchbrechen, rechnen Ende kommenden Jahres mit mehr als 100 Mitarbeitern. 

Digitale DNA aus Berlin + Logistik-Expertise aus Hamburg

Noch zählen Ferry und Fabian Heilemann mit ihrem Team zu den kleinen Anbietern unter den 15.000 Speditionen in Deutschland, können sich nicht vergleichen mit Branchengrößen, wie DB Schenker, DHL oder Kühne+Nagel. Ein "Winner takes it all" ist auch in Zeiten zunehmender Digitalisierung in der Logistik nicht zu erwarten, doch eine Konsolidierung zugunsten der schnellen, transparenten und kundenfreundlichen Anbieter mit Buchungs- und Serviceplattformen - damit ist zu rechnen. Genau hier wird FreightHub mit seiner digitalen DNA aus Berlin und seiner Logistik-Expertise aus Hamburg punkten.

Nachdem Fabian und Ferry den Hamburger Hafen-Klub von ihrer Leistung überzeugen konnten, wird sich FreightHub auch im Verband Hamburger Spediteure engagieren, dem Zusammenschluss der "Freight Forwarder" an der Elbe. Auf die Frage, wie die Niedersachsen und Wahl-Berliner ihr Verhältnis zu Hamburg umschreiben würden, antwortet Ferry im sommerlichen Berlin: "Wir sehen uns eng verbunden mit Hamburg. Es ist eine der zentralen Städte weltweit in Sachen Schifffahrt." Das ist sicherlich eine gute Einstellung und eine Basis für eine erfolgversprechende Zukunft in Hamburg ... und Berlin.


 Hamburg Digital Background 

FreightHub Digitale Spedition
www.freighthub.com

HANSEPERSONALITY Heilemann-Brüder: Alles Gute von Elbe und Alster.
http://hh.hansevalley.de/2017/03/hansepersonality-heilemann.html

Earlybird Venture Capital
www.earlybird.com


Ihr Hamburg Digital Marketing _____________________________________________



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