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Mittwoch, 11. September 2019

HANSEPERSONALITY Hendrik Klindworth: Neue Prototypenförderung für Hamburg.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

InnoGames Mitgründer und Geschäftsführer Hendrik Klindworth.
Foto: Thies Rätzke

Es ist eine der ganz großen Erfolgsgeschichten der Gamescity Hamburg: Mit aktuell gut 160 Mio. € Umsatz und 20 Mio. € Gewinn ist InnoGames eine Klasse für sich. Gegründet 2003 als Hobby, ist die zum schwedischen Medienkonzern Modern Times Group gehörende Free2play-Gamesschmiede mit mehr als 400 Mitarbeitern in Hammerbrook ein stiller Riese geworden. 



Das Team von Innogames beim Sommerfest 2019.
Foto: InnoGames

Mit "Die Stämme", "Elvenar", "Forge of Empires", "God Kings", "Grepolis", "Warlords of Aternum", "The West" und "Tribal Wars 2" hat InnoGames langfristig erfolgreiche Simulations- und Strategiespiele entwickelt und damit heftigen Stürmen in der Spielebranche widerstanden. Mit insgesamt mehr als 500 Mio. € Umsatz in 7 Jahren melden die Gebrüder Klindworth für "Forge of Empires" einen Allzeitrekord in der deutschen Gamesindustrie.

Mobile Games auf Android- und iPhones, E-Sports und eine virtuelle Fußball-Bundesliga sind längst ein Massenmarkt und ein nicht zu unterschätzender Teil der Digitalndustrie an Alster und Elbe. Ein Hamburg Digital Interview mit Geschäftsführer und Mitgründer Hendrik Klindworth aus der 6.000 QM-Zentrale in der City Süd: 


Lieber Hendrik Klindworth: Sie kommen ursprünglich aus Stade, haben 2003 neben ihrem Studium an der Universität Oldenburg mit der Programmierung der "Stämme" begonnen und 2007 ihre erste Gamesfirma gegründet. Hand aufs Herz: Was hat Sie damals als angehender IT'ler daran fasziniert, ein Computerspiel zu programmieren?

Unser erstes Spiel "Die Stämme" ist als Hobby entstanden. Mein Bruder Eike und unser gemeinsamer Kindergarten-Freund Michael Zillmer wollten damals ein Spiel für uns und unsere Freunde schaffen. Antrieb war also vor allem unsere Leidenschaft für gute Strategiespiele. 


2019: Forge of Empires erobert den Mars.
Grafik: InnoGames

Als wir kurze Zeit später den Passwortschutz für das Spiel aufgehoben haben gingen die Registrierungen durch die Decke. Wegen des anhaltenden Erfolgs des Spiels, der übrigens bis heute anhält, haben wir uns 2007 dazu entschlossen, InnoGames zu gründen und unsere ganze Aufmerksamkeit auf die Weiter-/Entwicklung von Spielen zu widmen.

Ihre Hauptnutzergruppe sind junge Männer ab 25 Jahren, beim History Game "Forge of Empires" gut 10 bis 15 Jahre älter, beim Fantasy Game "Elvenar" sind die User sogar 40+. Was fasziniert nicht nur Männer, einst mit dem Mauszeiger und heute mit dem dicken Daumen bis zu 12 mal am Tag zu spielen?

Online- und Mobile-Spiele sind eine moderne Form des Entertainments. Wenn wir uns die Statistiken anschauen, werden Spiele in allen Altersgruppen und geschlechterübergreifend gespielt. Smartphones haben einen wesentlichen Teil zu dieser Entwicklung beigetragen. 

Während man früher erst den PC starten musste, um unsere Spiele zu spielen, ist das heute bequem zwischendurch möglich. Anreiz bieten wir vor allem durch die hohe strategische Tiefe und Multiplayer-Aspekte in unseren Spielen. Gerade die Interaktion mit anderen Spielern macht sie so interessant. 

Ein Spiel kostet allein in der Entwicklung zwischen 2 und 5 Mio. € - und es dauert gut 2 Jahre, bis ein neuer Titel auf den Markt kommt. Sie sagen: "Wenn man ein Spiel veröffentlicht hat, geht die Arbeit eigentlich erst los." Wie sieht eine Spieleentwicklung aus und was für Spezialisten sind daran alles beteiligt?

Wir nehmen uns bewusst Zeit für die Entwicklung unserer Titel. Bei uns wird Qualität groß geschrieben. Unsere Spiele sind Free-to-Play-Games und zeichnen sich durch fortlaufende inhaltliche Updates aus. Schließlich möchten wir unseren Spielern immer wieder neue Inhalte bieten. Bei "Forge of Empires" zum Beispiel sorgen wir im Zwei-Wochen-Rhythmus für Updates, so dass Spieler um die fünf Jahre benötigen, um "Forge of Empires" "durchzuspielen".

Um diese Spieltiefe zu erreichen, ist das Zusammenspiel verschiedener Experten nötig: Vom Game Design über Analyse-Teams hin zu Programmierern, Grafikern und natürlich den Kollegen im Marketing. In der Vermarktung unserer Titel spielen wir ganz vorne mit und pflegen enge Partnerschaften mit zum Beispiel Google, Apple oder Facebook.

InnoGames gilt eine der langfristig erfolgreichsten Gamesfirmen zu sein, Sie verweisen auf 15 Jahre "gesteuertes Wachstum" und ein nachhaltiges Business. Die Stämme sind stolze 15 Jahre alt und "Forge of Empires" mittlerweile 7 Jahre im ununterbrochenen Wachstum. Hand aufs Herz: Was ist das Geheimnis ihres Erfolgs?


Der Paladin wacht über InnoGames.
Foto: InnoGames

Was unseren Erfolg ausmacht, ist immer noch vor allem die Leidenschaft für gute Spiele. Daneben sind regelmäßige Updates, neue Features und Erweiterungen der Schlüssel zu unserem Erfolg. Um immer neue Anreize zu schaffen, stehen wir außerdem in engem Kontakt zu unseren Spielern. Wir fragen nach Wünschen, Anregungen und Vorschlägen und nehmen das Feedback der Community sehr ernst. Für uns stehen die Spieler ganz vorne.

Vor 15 Jahren spielten die Meisten mit Flash im Browser ihres PCs, heute zu rd. 40% mit HTML5 auf stationären Rechnern. Mit 60% Mobile Games via Smartphone-Apps hat sich ihr Business spätestens seit 2014 weitgehend gedreht. Schauen wir zusammen in die Zukunft: VR-Games können nur schwer in den Alltag eingebunden werden. Gehört AR- bzw. Mixed Reality die Zukunft der Games?

Richtig, der Trend geht immer mehr Richtung Mobile. Smartphones und Mobile Games sind ein fester Bestandteil im Alltag verschiedenster Nutzergruppen geworden. Gegenüber VR bin ich allerdings skeptisch. InnoGames steht für Spiele, die verbinden. Das ist mit VR wegen der Abschottung von der Umwelt im Prinzip nicht möglich. AR hingegen ist da schon interessanter. Auch hier müssen aber viele Faktoren zusammenkommen um herausragende Erfolge zu erzielen, etwa wie bei "Pokémon Go" vor ein paar Jahren. 

Auf der anderen Seite beobachten wir einen Trend zu immer größeren Displays bei mobilen Endgeräten. Das kommt unseren Titeln natürlich zugute. Wir sind nicht zuletzt auch daher zuversichtlich, mit unseren Spielen auch in den kommenden Jahren weitere Millionen von Spielern weltweit begeistern zu können.


Die Firmenzentrale von InnoGames in Hammerbrook.
Foto: InnoGames

Unser traditionelle Hamburg-Frage: Sie haben rd. 30 offene Stellen in Hamburg. Ihre Mitarbeiter kommen aus mehr als 30 Ländern. Ihre Firmensprache ist seit 2009 Englisch. Hamburg gilt in der Gamesszene eine international bekannte Großstadt zu sein. Was wünschen Sie sich von der Hamburger Verwaltung, aber auch an besseren Bedingungen für Ihre Mitarbeiter?

InnoGames wächst seit 2007 kontinuierlich und ist nachhaltig erfolgreich. Trotzdem wünschen wir uns bessere Bedingungen auf lokaler und nationaler Ebene - vor allem um die Standorte Hamburg und Deutschland voranzubringen. Aktuell haben wir einige regionale Förderprojekte in Deutschland. 

Die Prototypenförderung wurde in Hamburg bekanntlich schon vor Jahren abgeschafft. Dabei profitiert der Standort heute noch von dem Programm. Daran muss die Politik wieder anknüpfen.

Die bundesweite Förderung wurde mit dem Gamesfonds in Höhe von 50 Millionen Euro angekündigt, ausgezahlt wurde davon bisher aber noch nichts. Wenn Hamburg weiterhin Games-Hauptstadt bleiben soll und Deutschland international nicht den Anschluss an andere Länder wie zum Beispiel Kanada verlieren möchte, muss die Politik dringend tätig werden. Da wir viele internationale Kollegen beschäftigen, ist uns außerdem die Digitalisierung aller Verwaltungsdienstleistungen ein großes Anliegen. Und natürlich der Wohnraum. Der ist in Hamburg knapp, gerade was vertretbare Mietpreise angeht.

*  *  *

Vielen Dank für die offenen Worte!
Das Gespräch führte Thomas Keup.





 Hamburg Digital Service: 

Aktuelle Pressemeldungen von InnoGames:
innogames.com/de/presse/presseinformationen/#c933

Deutsche Startups: 
InnoGames wächst auf 160 Millionen Umsatz – Gewinn: 20 Millionen
deutsche-startups.de/2019/06/24/innogames-zahlencheck-2017/

Der Tagesspiegel:
Hamburg gegen den Rest der Welt
tagesspiegel.de/wirtschaft/die-games-branche-waechst-hamburg-gegen-den-rest-der-welt/24215036.html

Presseportal:
InnoGames steigert mobile Umsätze um 37 Prozent - Spieleentwickler wächst nach 12 Jahren am Markt prozentual im zweistelligen Bereich
presseportal.de/pm/79624/4185552

 Hamburg Digital Background: 

HANSEPERSONALITY Oliver Redelfs:
Privater Investmentfonds mit internationalen Experten für Hamburgs Gamesbranche.

http://hv.hansevalley.de/2017/10/hansepersonality-oliver-redelfs.html

Mittwoch, 21. Dezember 2016

HANSEVIRTUALITY: 6 Gründe, warum Hamburg 2017 zur VR- und AR-Hauptstadt wird


Schnappschuss von einem Sonnenuntergang
über Hamburg aus einem Hubschrauber
Foto: Polizei Hamburg, Dezember 2016


Der Hamburger AR-Spezialist und Co-Founder des Event-Netzwerkes 12min.me Oliver Rößling hat auf XING-News einen interessanten Grundlagenbeitrag zu Augmented und Virtual Reality in Hamburg veröffentlicht. Wir freuen uns, den Insider-Beitrag als Gastbeitrag im Hamburg Digital Magazin veröffentlichen zu können. 

Ganz egal, dass in Hamburg eigentlich niemand Fußball spielen kann. Hamburg hat eben andere Qualitäten! Die Perle an Elbe und Alster wird sich 2017 zu einer der weltweit wahrgenommenen Hochburgen für die Themen Augmented Reality (kurz: AR - dt. = Erweiterte Realität) sowie Virtual Reality (kurz: VR - dt. = Virtuelle Realität) entwickeln und das hat genau sechs Gründe:


1. Hamburg kann Medien

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hamburger "irgendwas mit Medien" macht ist nicht besonders klein, wohingegen das Spektrum der Medien der Stadt wirklich groß und vielfältig ist, was allein die extra für Medien und Digitales gegründete Initiative nextMedia.Hamburg beweist.

Im Kontext des Anforderungsprofils von VR und AR ist insbesondere Hamburgs Gamesbranche zu nennen, in der laut gamescity:Hamburg um die 4.500 Arbeitnehmer tätig sind. Die hier Beschäftigten sind vergleichsweise gut geschult, wenn es um gestalterische und technische Aspekte bei der Umsetzung von VR- und AR-Projekten geht. 

An dieser Stelle kann es zu diversen Anknüpfungspunkten aber auch Überschneidungen kommen, wobei man jedoch nicht vergessen sollte, dass VR und AR vor allem ein extrem spannendes Medium für den Handel, die Industrie und die Immobilienwirtschaft ist, welches ganz neue Möglichkeiten der Visualisierung, Interaktion, Vermarktung und Simulation bietet.

Natürlich könnte man an dieser Stelle um die verpasste Chance "Olympia" jammern, welche dem Thema sicherlich noch einen gehörigen Auftrieb gegeben hätte. Man könnte, hätte, sollte...blah blah blah! Konjunktive braucht jedoch in diesem Kontext niemand, weshalb wir in diesem Artikel das Tal der Tränen hinter uns lassen und erwartungsvoll nach vorne schauen.


2. Hamburg war in Deutschland ganz früh dabei


Recording "Give Peace a Chance". John Lennon, Timothy Leary, Yoko Ono (1969)
Quelle: Wikipedia.org
Tatsächlich tummeln sich in der Hansestadt so einige Pioniere der Virtuellen Realität. Doch in den 1990ern gab es zwar einen großen Hype, der allerdings genauso schnell wieder verflacht ist. Die Technologie war noch nicht bereit für den Mainstream. Beispielsweise wurde eine der ersten VR-Brillen nach einem Vortrag des LSD-Papstes Timothy Leary 1991 in Hamburg auf dem Jungfernstieg bei Absolute Software gebaut und kann heute noch besichtigt werden.

Das Modell ist mit 1990 noch aufwändig aus der ehemaligen DDR beschafften Carl-Zeiss-Linsen ausgestattet und sieht den aktuellen Brillen bereits erstaunlich ähnlich. Leider war seinerzeit das Internet noch in den Kinderschuhen, weshalb das Brillenprojekt, das sich vor der US-Amerikanischen Konkurrenz nicht verstecken musste, aus Mangel an Information um die Marktsituation, eingestellt worden.


Eine VR-Brille, wie sie heute aussieht (l.) und das Modell von 1991 im Vergleich
Foto: Absolute Software GmbH


3. Ein hochspezialisiertes Ökosystem und eine lebendige Szene

In Hamburg haben sich längst viele Dienstleister und Kanzleien auf das Thema Medien und Digitales eingeschossen. Da niemand gern auf nur ein Pferd setzt, sind diese Firmen selbst - nicht allein aus eigenem wirtschaftlichen Interesse, sondern auch aus Spaß an der Sache selbst - sehr aktiv dabei, den Blick über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus auf Hamburg als innovative Medien- und Digitalmetropole zu lenken und entsprechend Lobbyarbeit zu betreiben.



Immer voll bei 12min.me-Events im Mindspace
Foto: 12min.me e.V.
In den letzen drei Jahren - quasi seit dem VR und AR wieder en vogue sind - schossen neben zahlreichen Startups und so einige Events, Formate und andere Gruppierungen sprichwörtlich aus dem Boden. Nennenswert sind hier das Meetup "Virtual Reality Hamburg" mit knapp 500 Mitgliedern und das neue regelmäßige Format "12min.NEXTreality" von 12min.me, zu dessen Premiere sich allein 245 Interessierte zur ersten Veranstaltung im Oktober '16 im Hamburger Mindspace anmeldeten.


Die Gewinner des letzten VirtualWeekends durften u.a.
eine vergoldete VR-Brille als Preis mit nach Hause nehmen.
Quelle: www.VirtualWeekend.com
Die Hamburger Games Conference legte 2016 ebenfalls den Schwerpunkt auf virtuelle Realitäten. 2017 wird in Hamburg das zweite "VirtualWeekend" stattfinden. Ein VR-Hackathon, auf dem Hacker, Geeks und Interessierte zusammen Lösungen erdenken, prototypisieren und am Ende eines langen, durcharbeiteten Wochenendes vor einer Jury präsentieren. Zudem ist für 2017 bereits einiges mit entsprechender Strahlweite in Planung. Wirtschaft, Wissenschaft und Politik arbeiten an dieser Stelle beispielhaft zusammen. Stay tuned!

Die neuen Visualisierungs-möglichkeiten bieten tatsächlich auch außerhalb des Mediensektors große Potentiale für Zusammenarbeit. Die Stadt Hamburg betreibt bspw. Clusterpolitik, d.h. es gibt Spezialisierungsfelder, in denen die Stadt die politischen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen verschiedener Branchen bündelt und vertritt. 

Unterschiedlichen Clustern zugehörige Unternehmen, wie z.B. Airbus, Lufthansa und HPA, testen und nutzen bereits heute schon intensiv die neue Technologie für Planungs-, Vermarktungs- und Präsentationslösungen. Demnach wird die Technologie um VR und AR dafür sorgen, das künftig einige Cluster hier noch intensiver zusammenarbeiten werden.




Cluster der Freien und Hansestadt Hamburg
Quelle: BWVI
4. Top Wissenschaft und Forschung sowie ein aktuelles Curriculum für Studenten

Mit umtriebigen Forschern, wie zum Beispiel den Virtual Reality-Experten und Professoren für Mensch-Computer-Interaktion Frank Steinicke von der Uni Hamburg oder dem Professor für Angewandte Informatik Kai von Luck von der HAW, ist Hamburg bestens aufgestellt, in der Lehre den Nachwuchs für VR und AR und andere digitale Innovationen zu begeistern. Natürlich darf man weder ihre Kollegen an der jeweiligen Hochschule vergessen, noch die Forscher der FH Wedel oder TU Hamburg.



Ein s.g. "CAVE" gibt es in Hamburg nicht nur an den Hochschulen.
Quelle: Wikipedia.org
Für alle Interessierten, die gern Virtuelle Realität ins Studium mit einbeziehen wollen, bieten die Hamburger Hochschulen bereits heute viele Möglichkeiten. Aufgrund der klaren Vorprägung als Medien- und Games-Standort haben die Hochschulen bei der Erstellung der jeweiligen Curricula darauf geachtet, am Zahn der Zeit zu bleiben. 

Mindestens an vier Hochschulen am Standort (UHH, HAW, TUHH, FH Wedel) gibt es ein so genanntes "CAVE" (cave automatic virtual environment), in dem die virtuelle Welt auf die reale Umgebung möglichst realistisch projiziert wird. Beispielsweise nutzt das Projekt "The Void" in den USA bspw. eine CAVE um eine Art "Real-Time Holodeck" aufzubauen.

Das Interesse der Forschung an dem Thema ist offensichtlich sehr groß und inbesondere die aktuellen und nächsten Generation von Studenten, die durch Apps und Spiele längst verstanden hat, dass das Thema gekommen ist um zu bleiben, wird auf den Zug aufspringen wollen, da hier künftig eine Vielzahl spannender Jobs entstehen wird.
5. Hotspot für globale Internetriesen und umringt von Hidden Champions aus dem Mittelstand.

Hamburg (als "Elbvalley" @Welt.de betitelt) beherbergt so manchen Internetriesen. So haben beispielsweise Google, Facebook, Twitter, Airbnb, Microsoft, Dropbox, Adobe, Yelp etc. einige ihre europäischen Ableger in der Stadt angesiedelt. Zumindest Microsoft, Facebook und Google werden hardwareseitig in den nächsten Jahren ganz vorn bei den Themen AR und VR mitspielen. Microsoft sorgt bespielsweise derzeit insbesondere mit seiner AR-Brille "Hololens" für Schlagzeilen, Facebook hat sich die Rechte an den VR-Lösungen von Oculus gesichert und Google brachte jüngst neben seinem Cardboard die Daydream-Brille auf dem Markt.

Ganz ehrlich: Es währe doch gelacht, wenn es hier nicht eher früher als später Synergien mit der Hansestadt gibt, die ja nun klar einen Schwerpunkt auf die entsprechenden Themen setzt und die oben genannten Endgeräte mit relevantem Inhalten bespielt. Wenn die Szene es schafft, nachhaltig und laut genug am Standort das Thema zu bespielen, werden auch die derzeit regional noch vergleichsweise wenig in Erscheinung tretenden Internetriesen hellhörig, denn spätestens ab 2018 wird mit Inhalten mehr Umsatz generiert, als mit der Hardware der großen Hersteller.



Marktgöße: VR in Deutschland
Quelle: Deloitte-Studie auf wired.de


Mal ganz abgesehen von all den Global Champions und in Anbetracht der Grafik, haben wir auch jede Menge Hidden Champions in und um Hamburg versammelt. Dutzende innovative mittelständische Firmen, die ein offenens Ohr für Innovation haben, aber nicht immer an vorderster Front in Erscheinung treten (wollen). Viele treiben schon heute spannende VR und AR Projekte voran, ohne damit in der Öffentlichkeit aufzutauchen.





Neben den Hidden Champions trauen sich aber auch immer mehr Gründer und kleinere Mittelständer an die Themen AR und VR. Regelmäßig treten neue Startups, Projekte und Ideen in Erscheinung. Nennenswert ist eine Initiative, die als Joint-Venture einiger kleinerer Mittelständer, derzeit eine größere Ausstellungsfläche gepaart mit einem Co-Working-Konzept in der Hamburger Speicherstadt explizit für VR und AR umsetzt. Die Initiatoren möchten dort auch Gründern und Hochschulen Platz für die Umsetzung von Ideen zur Verfügung stellen. Offiziell wird das Projekt voraussichtlich Ende Q1 2017 bekanntgegeben.

6. Gute Chancen auf Support durch die Stadt und öffentliche Förderung


Hamburg plant ganz konkret eine Initiative zu dem Thema Virtuelle und Erweiterte Realität ins Leben zu rufen und dieser zum Start auch die notwendigen finanziellen Mittel zur Seite zu stellen (wie reden über 300.000 Euro für zwei Jahre), um das Thema noch schneller ins Bewusstsein der Wirtschaftsakteure zu bringen. 


Deutschland-Karte: Wo die Hidden Champions sitzen:
viele in und um Hamburg
Quelle: Handelsblatt.com vom 28.04.2014
Wie in den vorangegangenen Punkten bereits erwähnt wurde, gibt es bereits eine Reihe von Events und Zusammenschlüsse zum Thema VR und AR, sowie ein lebendiges, junges Ökosystem, weshalb das Rad in Hamburg nicht neu erfunden, sondern schlicht und einfach zum Rollen gebracht werden muss. 

Heißt, die Mittel, die seitens der Stadt als eine Art "Kick-Start" in die Initiative gesteckt werden, sowie weitere Mittel, die voraussichtlich mittelfristig aus der Privatwirtschaft eingesammelt werden und über die sich die Initiative zeitnah tragen wird, kommen der Bekanntmachung des Themas in der hiesigen Wirtschaftslandschaft zugute und sorgen dafür, Hamburg über seine Grenzen hinaus als einer der internationalen Vorreiterstädte für VR und AR sichtbar zu machen. Für diese Weitsicht und die zügige Umsetzung verdienen die Verantwortlichen seitens der Stadt großes Lob.

Sobald die Potentiale der neuen Visualisierungsmöglichkeiten duch die Wirschaft verstanden werden, wird so mancher Konzern oder Mittelständer versuchen, das Thema für sich auszuloten. Das Projekt der Handelskammer Hamburg, die IKS Hamburg (Innovations Kontakt Stelle), ist einer der wesentlichen Anknüpfungspunkte für die Wirtschaft, um von der Forschung am Standort zu profitieren und die neuen Visualisierungstechnologien in Mittelstand und Konzern zum Standard werden zu lassen. Die IKS vernetzt hier Wissenschaft und Wirtschaft gezielt, um innovative Idee Wirklichkeit werden zu lassen.

Innovationsförderung ist in Hamburg auch auf behördlicher und politischer Ebene ein hochaktuelles Thema. Die Hamburgische Innovations- und Förderbank (IFB) und besonders deren Programme Innovationsstarter und InnoRampUp fördern Startups und Mittelstand bei der Bewältigung nachhaltig innovativer Ansätze, zu denen alles rund um VR und AR mit Sicherheit zu zählen ist. Bei der Beschaffung von Fördergeldern aus diversen öffentlichen Fonds helfen aber auch die TuTech oder das Startup Dock

Außerdem wird derzeit ein Innovations-Wachstumsfonds in Höhe von bis zu 100 Millionen Euro geprüft, an dem sich die Stadt Hamburg mit bis zu 10 Millionen Euro beteiligen würde. Sowas will gut durchdacht und geplant sein, weshalb es ggf. noch ein paar Monate dauern könnte, bis die Maßnahme in Kraft tritt. Das wäre dann nochmal eine ganz glasklare Ansage in Richtung Zukunft. Sicher fällt da auch für VR- und AR-Lösungen der eine oder andere Euro ab.

Wo es jedoch noch ein wenig hapert, ist das privatwirtschaftliche Engagement. Sicher gibt es viele s. g. Family Offices, die private Vermögen verwalten. Jedoch investieren diese vorzugsweise in Immobilen, anstatt in innovative Firmen oder Produkte, da es hier regelmäßig an der digitalen Kompetenz mangelt, das jeweilige Risiko zu bewerten. Auch Venture Capital für Frühphasengründungen - nicht allein für VR und AR - ist derzeit eher knapp in Hamburg.

Fazit: Hamburg bringt die besten Voraussetzungen mit, um nicht nur in Deutschland eine wichtige Rolle im Bereich VR und AR zu spielen. Politik, Wissenschaft und Wirtschaft haben das Thema klar im Blick. Der Fokus auf Virtuelle- und Erweiterete Realität ist eine logische und sinnvolle Erweiterung des Kompetenzspektrums der Hansestadt und eine Chance für den gesamten Wirtschaftsraum.

Autor: Oliver Rößling

Die redaktionelle Verantwortung des Gastbeitrags liegt beim Urheber.



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Montag, 7. November 2016

HANSEEVENTS: Die Digital-Treffpunkte der Hansestadt.


HAMBURG DIGITAL EVENTS

Konferenzen, Meetups, Stammtische - wer in Hamburg “digital” aktiv ist, muss weder in die Hauptstadt noch nach “Norditalien” reisen, um sich zu vernetzen. Ob als Gründer, Innovator oder Politiker  - unsere Metropole bietet jede Woche zahlreiche Events. Wir haben uns die interessantesten Treffpunkte angeschaut und empfehlen eine Auswahl der wichtigsten Hotspots an der Elbe.

Bis zu 180 Initiativen kümmern sich an Elbe und Alster um digitale Themen - u. a. Businesstreffpunkte, Entwicklernetzwerke, Eventreihen, Fraueninitiativen, Innovationskongresse oder Startupevents. Das Meta-Netzwerk Digital Mesh bemüht sich um Sichtbarkeit der Hamburger Player und hat 55 Partner des Ökosystems gelistet. Wir haben unsererseits große und kleine Events nach Playern sortiert - und geben einen besonderen Überblick:

Digitale Eventhubs in Hamburg:
(in alphabetischer Reihenfolge)

12min.me: Nur maximal zwölf Minuten - und keine Sekunde länger!

Der Spitzenreiter ist 12min.me. Mit Eventreihen in 9 Städten, mit 15.000 Mitgliedern und der mit mehr als 3.600 Mitgliedern größten Community Hamburgs setzt das Team um Oliver Rößling Maßstäbe. Basis sind die Ignite Talks - mit der Möglichkeit, ein spannendes Thema in 12 Minuten zu präsentieren und 12 Minuten zu diskutieren - um sich anschließend mit bis zu 200 Gästen in 12 Minuten zu vernetzen.

Das Highlight der Organisatoren rund um Absolute Software ist der Startup Slam mit bis zu 500 Teilnehmern aus der norddeutschen Techszene. Dazu kommen Themenevents zu Fintech, Internet of Things, Law, Leadership, Life Science oder Virtual Reality.Im Gegensatz zu anderen Veranstaltern zeichnet sich das Engagment von 12min.me durch große Offenheit aus.

Unser Fazit: 12min.me bringt Hamburg zusammen und weit nach vorn.

Das Betahaus in Hamburg
Foto: mediaserver.hamburg.de / C. O. Bruch
Betahaus Hamburg: Das Zuhause der Hamburger Digital- & Kreativszene

Im Mittelpunkt des Eventkalenders stehen Fort- und Weiterbildung: Dazu gehört die “Academy” mit Workshops zu Business & Marketing, Web & Design sowie Praxiskurse. Hinzu kommen Partnerevents, wie die Startup-Workshops, die Gründerakademie, die Jouvenir-Meetups, das Superhelden-Training und die wöchentliche Startup-Sprechstunde von NextMedia.Hamburg.

Zu den Höhepunkten gehören die jährlichen Betapitch-Events mit der Chance, im Finale in Berlin vor internationalen Investoren zu pitchen, das von unserem Schwestermagazin GRÜNDERMETRO unterstützt wird. Hinzugekommen ist die mit dem Finletter von Carolin Neumann organisierte Fintech-Week. Das Programm wird komplettiert vom regelmäßigen Betafrühstück.

Unser Fazit: Das Betahaus bietet kreativen Raum für Ideen und Business.


Pitch-Contest Startups@Reeperbahn 2016
Pressefoto Startups@Reeperbahn
Hamburg Startups: Das private Startup-Netzwerk der jungen Hansestadt

Eine Sonderrolle nimmt das private Netzwerk Hamburg Startups ein. Die Co-Founderinnen haben - fokussiert auf die junge Startupszene - ein breites Portfolio an Events und Services aufgebaut, die z. T. Profitcenter sind. Ein Schwerpunkt liegt auf den Themen- und Netzwerkevents unter dem Titel Hamburg Startups Mixer - eine Kombination aus Talk-, Pitch- und Netzwerk-Event.

Höhepunkt der Saison von Hamburg Startups ist der zum Reeperbahn-Festival veranstaltete Pitch-Contest Startups@Reeperbahn mit begleitenden Investoren-Meetups und Mentoring-Sessions. Das liebevoll organisierte Startup-Festival wird abgerundet von einer halbtägigen Konferenz, die sich zum interessanten Angebot für Wissenstransfer auf internationalem Niveau entwickeln kann.

Unser Fazit: Hamburg Startups ist eine Bereicherung der Startup-Szene.


Hamburg@Work: Wo sich die Entscheider der etablierten Wirtschaft treffen.

Das Branchennetzwerk setzt mit seinem business- und standortübergreifenden Fokus auf die Vernetzung der gesamten Digitalindustrie. Dazu gehören zahlreiche C-Level-Events, wie der CapitansTalk, Dinner-Talks, der Executive-Club und Lounge-Events. Hinzu kommen Business-Breakfasts, Firmenbesichtigungen und Zielgruppenenvents, z. B. für Frauen und den Berufsnachwuchs.

Das jährliche Highlight sind die IT-Strategietage - ein 2-tägiger C-Level-Kongress für IT-Entscheider aus Unternehmen. Das Event ist ein Treffpunkt für die Strategieentwicklung großer IT-Organisationen im Norden Deutschlands. Daneben ist der Neptun Award für herausragende Leistungen bei Cross-Media-Kampagnen ein weiterer Höhepunkt.

Unser Fazit: Hamburg@Work ist der etablierte Player in Norddeutschland.


NextMedia.Hamburg: Das “Next” in Hamburgs Medien & Digitalwirtschaft

Hamburgs Chefdigitalisierer Carsten Brosda
Die Initiative des Senats und Hamburg@Work kümmert sich um Startupförderung, Medienindustrie und Gamesszene. Jeden Montag unterstützen May-Lena und Veronica bei der Startup-Sprechstunde Gründer, helfen regelmäßige Workshops zu Themen, wie Marketing, Storytelling, Recruiting, Data Analytics oder Cybercrime jungen Startups. Dazu kommt ein spezielles Angebot mit den GamesCity-Treffs un der GamesCity-Night.

Die Highlights sind die Medienkongresse New TV und Scoopcamp. Hier werden Trends und Entwicklungen der Medienindustrie auf internationalem Niveau diskutiert. Außerdem gehört der Games Conference zu den Top-Events der Initiative. NextMedia unterstützt außerdem zahlreiche Hamburger Kongresse und Events rund um Medien und Digitalwirtschaft.

Unser Fazit: NextMedia ist eine Drehscheibe der Hamburger Digitalszene.


Software Alliance Hamburg: Der Verbund Hamburger Softwareanbieter

Der Zusammenschluss von mehr als 50 Hamburger Softwareschmieden bietet ein breit gefächertes Angebot an Events und Weiterbildungsangeboten rund um die IT. Im Bereich Tech-Startups hat das Netzwerk mit der Gründerwerft einen eigenen Anknüpfungspunkt für junge, schnell wachsende Firmen im Internet geschaffen.

Höhepunkt der Hamburger IT-Saison ist die jährliche Business-Konferenz Solutions Hamburg der Software Alliance mit mehr als 2.000 Gästen, einer Fachmesse mit 300 Ausstellern und dem bekannten Sommerfest der Silpion-Unternehmer Oliver-Arne Hammerstein und Patrick Postel - einem “Must be” der Hamburger Digitalszene.

Unser Fazit: Die Software Alliance ist eine erste Adresse rund um die IT.


Startup Dock: Der Startpunkt für intelligente Ideen und Innovationen

Das Startup Dock an der Technischen Universität in Harburg ist zentraler Anlaufpunkt für Firmengründungen an Hamburgs Hochschulen. Das Eventangebot gliedert sich in Leitevents mit Hamburg Innovation Summit und Uni Pitch sowie Startup-Talks im Rahmen des Semesters  - mit erfolgreichen Gründern, Business Angeln und Startup-Experten.

Das Highlight des Angebots ist der Hamburg Innovation Summit, in diesem Jahr erstmals im neuen ZAL TechCenter in Finkenwerder ausgetragen. Die Kongressmesse mit Keynotes, Master Classes, Future Talks und Barcamps vergibt die “Hamburg Innovation Awards” und vernetzt unter Schirmherrschaft von Wirtschaftssenator Frank Horch die Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

Fazit: Startup Dock ist ein wichtiger Startpunkt für Innovationen aus Hamburg.

Zum Schluss ein Tipp: Alle Netzwerke haben eigene und übergreifende Terminkalender zu großen und kleinen Digitalevents in Hamburg. Dabei lohnt sich nicht zuletzt der Blick auf die vielen unabhängigen und ebenso spannenden Veranstaltungen - von den Digital Media Women, der Handelskammer Hamburg, MLove, den Online Marketing Rockstars, TEDxHamburg oder der Hacker School für Kinder und Jugendliche - unsere besondere Empfehlung, wenn wir über #digitalbynature sprechen.


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