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Mittwoch, 29. November 2017

HANSEHISTORY: Auf dem Weg zur digitalen "Hammaburg 4.0"

Hamburg Digital Report


"Die 'Digitalisierung der großen Stadt' ist kein Wettbewerb um die abgefahrensten Zukunftsvisionen, es ist ein ganz realistisches Projekt für die Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt. Ein Projekt, das alle Bereiche des Lebens, Arbeitens und Lernens durchdringt und in einer Vielzahl konkreter Schritte vollzogen wird." Mit diesen Worten brachte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz die allumfassende Digitalisierung der Freien und Hansestadt am 2. Mai 2016 vor der Universitätsgesellschaft auf den Punkt

Wenn Apps Besucher leiten, wenn Ampeln intelligent werden und die Gleise der Hafenbahn melden, wenn sie geölt werden müssen - was ist dann mit traditionellen Themen, wie Kunst und Kultur? Google digitalisierte seit 2004 rd. 15 Mio. Bücher mit 4,5 Mrd. Seiten und damit das gesammelte Wissen der Welt. Wenn Literatur digital wird, was ist mit historischen Plätzen und der Geschichte unserer "Hammaburg"?

Ab heute beschäftigt sein ein Innovationsforum des "eCultureLabs" an der HafenCity Universität mit dem digitalen Erbe an Alster und Elbe. Eine digitale Reise in die Geschichte im Hamburg Digital Report:

Die historische "Hammaburg" am heutigen Domplatz in der Altstadt.
Montage: Archäologisches Museum Hamburg
Seit heute dreht sich der HCU alles um digitale Kultur. Schlagworte, wie "Smart Culture" in "Smart Objects", ""Augmented Reality" für "Blended Experience" und "Virtual Reality" mit neuen Geschäftsmodellen stehen auf der Einladung von "eCulture.info" aus Hamburg. Kulturwirtschaft, Kreativ- und Digitalwirtschaft tauschen sich bis Mittwoch-Abend im Rahmen des "Innovationsforum Mittelstand" in interaktiven Sessions über die Möglichkeiten digitaler Kultur an Alster und Elbe aus. Es ist der Höhepunkt einer Workshop-Reihe mit Akteuren aus Kultur, Wissenschaft und Mittelstand.

Am ersten Tag diskutieren die rd. 80 Teilnehmer die Ergebnisse der 4 voran gegangneen Workshops zu allen Aspekten digital erleb- und nutzbarer Kultur. Dazu kommt eine Wissenssafari zu Schlüsselplätzen digitaler  Kultur in Hamburg, wie dem historischen Domplatz als Keimzelle Hamburgs, dem "Creative Space" CSTI der HAW Hamburg, dem "Digital Scienage Center" in der Speicherstadt oder einem Shopschaufesnter der Archäologie in Harburg mit Informationen zu den historischen Ausgrabungen in der Schloßstraße.

Am zweiten Tag des "Innovationsforum Mittelstand" erarbeiten die Unternehmer, Wissenschafter, Kultur- und Tech-Experten  im World Café-Format Kooperationen und neue Geschäftsmodelle - z. B. durch Anleihen aus anderen Branchen. Schließlich soll der vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Entwicklungsprozess mit Workshops und Konferenz einmal in den Hamburger Wirtschaftsclustern verankert werden, von der Medienbranche mit "NextMedia Hamburg" über "NextReality Hamburg" bis zum Digitalcluster "Hamburg@work." 

Eine Reise durch Geschichte und Technologien

Alles fing an mit einem Workshop zu Augemented- und Virtual Reality mit Next Reality-Professor Dr. Frank Steinicke von der Universität Hamburg an, gefolgt von einem Austausch im "Creative Space" CSTI am Steindamm mit Vertretern der HAW sowie klein- und mittelständischen Unternehmen zu den Themen IoT,  Smart Objects und Blended Experience Objects. In der dritten Runde ging es im "Digital Scienage Innovation Center" von "komma,tech redaction" in der Speicherstadt um Möglichkeiten, Kultur über diverse Technologien digital zu vermitteln - sei es per Museumsinstallationen oder Social Media Aktivitäten. 

Der letzte Workshop drehte sich am 10. November d. J. um Geschäftsmodelle von KMUs im Zusammenspiel mit digitaler Kultur - sei es durch Anpassung, Erweiterung oder Veränderung bisheriger Angebote. Ein Beispiel ist eine Landingpage des Einzelhandels inkl. Kulturinhalten. Das kann auch über eine Marketing-App wie "Yoints" aus Hamburg passieren. Eine weitere Möglichkeit ist die Verknüpfung von kulturellen und kommerziellen Informationen über Social Media Kanäle, z. B. mit Bildern einer Ausstellung via Instagram. 

Die "Hammaburg" als Ursprung und Sprungbrett

Oben auf der Tagesordnung des Forum steht das "SmartSquare"-Projekt. Mit interaktiven Displays an Bürgersteigen, digitalen Schaufensterprojektionen am historischen Bischofsturm und mit VR-App auf dem eigenen Smartphone wird in den kommenden drei Jahren der historische Ursprung der Handelssiedlung am Domplatz erlebbar. Mit den Erkenntnissen des Archäologischen Museums Hamburg, der Unterstützung des Digitalnetzwerks Hamburg@work und dem Engagement der HafenCity Universität wird zugleich erforscht, wie der Platz in Zukunft lebendig genutzt werden kann.

Die historische "Hammaburg": Ursprung der Hafen- und Handelsmetropole.
Animation: Archäologisches Museum Hamburg
Die "Hammaburg 4.0" soll zu einer Dauerausstellung werden - inkl. Audioinstallationen, lokal interagierenden Chatbots, einem virtuellen Stadtführer auf den Displays der Citylight-Monitore. Neben Archäologischem Museum und Hamburg@work sind auch das Hamburger Museum für Arbeit, das Altonaer Museum und die Stiftung Historisches Museum mit an Board. Das verspricht eine umfassende Sicht auf die Anfänge, die Entwicklung und die Besonderheiten unserer Stadt seit den Anfängen. 

Wissenschaftler, Unternehmer und Enthusiasten

Das große Ziel ist die Wiederbelebung des Verkehrsknotenpunkts und zugigen Platzes mit neuen lokalen Geschäftsmodellen. Schließlich lädt der ehemalige Parkplatz vor dem Helmut-Schmidt-Pressehaus am Speersort nur bedingt zum Verweilen ein. Mit Hilfe eines "CityScopes" des "CityScienceLab" der HCU wird aus dem ehemaligen Parkplatz und der heutigen Grünfläche schon bald ein lebendiges Quartier, das mit Unterstützung von Anwohnern, Geschäftsleuten und Lokalbesitzern zu neuen Leben erweckt werden kann.

Hinter den digitalen Kulturaktivitäten stehen die beiden Kulturexperten, Wissenschaftler und Unternehmer Jens Bley und Kay Hartkopf. Sie leiten das "eCultureLab" an der HafenCity Universität und organisieren mit "eCulture.info" das Innovationsforum. Mit dem Background als Wissenschaftler, Medienunternehmer und Experten für "urbane Labore" machen sie nicht nur die historische Mitte unserer Stadt lebendig, sie entwickeln mit interaktiven Medien und direkter Einbeziehung von Anwohnern, Gewerbetreibenden und Besuchern Angebote, was man aus einem Platz mehr und besser machen kann.

Ende Januar kommenden Jahres sollen die ersten Screens am Domplatz an der Petrikirche auf die Ursprünge Hamburgs und die historische Bedeutung des Platzes hinweisen. Wir sind bereits jetzt gespannt.

 Hamburg Digital Background: 

Organisator eCulture.info

Projekt "Hammaburg 4.0" Hamburg:

E-Culture-Projekte in Hamburg:
https://www.hamburg.de/bkm/eculture/

HCU CityScienceLab mit "CityScope":
Digitale Flüchtlingshilfe mit dem CityScienceLab der HafenCity Universität.

Mittwoch, 23. August 2017

HANSECITYLIFE: Digitale Flüchtlingshilfe mit dem CityScienceLab der HafenCity Universität.

HAMBURG DIGITAL REPORT

August 2015: Deutschland steuert auf eine unvergleichliche Flüchtlingswelle zu. Die Lage in Syrien, im Nordirak und in Afghanistan ist zugespitzt. Hunderte Menschen sterben als Bootsflüchtlinge. Am 31. August sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel vor der Bundespressekonferenz: "Wir schaffen das." 890.000 Flüchtlinge kommen 2015 nach Deutschland, mehr als 40.000 nach Hamburg, mehr als 22.000 bleiben an Alster und Elbe, über 21.000 brauchen dringend eine Unterkunft, so der Hamburger Koordinierungstab ZKF.
Olaf Scholz beim Besuch des CityScienceLab an der HCU.
Foto: HCU Hamburg

Eine Mammutaufgabe liegt vor unserer Stadt. Olaf Scholz wendet sich an das CityScienceLab der HafenCity Universität. Die Wissenschaftler verfügen über einen Schatz, der genau jetzt seine Stärken unter Beweis stellt: ein interaktives Stadtmodell von Hamburg, das "CityScope". Dahinter steht eine Technologie des MIT Media Lab in Boston, mit der die Stadtplaner aus der Hafencity an der Zukunft Hamburger Stadtquartiere arbeiten. Können die Zukunftsplaner dabei helfen, Flüchtlinge in Hamburg unterzubringen? Ein Hamburg Digital Report:

"Ich hätte mit einer stärker emotionalen Diskussion gerechnet", berichtet die Wissenschaftlerin Katrin Hovy von den Monaten - damals im Frühjahr und Sommer letzten Jahres. Dabei waren die Diskussionen der Anwohner aus den Hamburger Stadtquartieren schon intensiv. Die Spannweite reicht "von hoher Offenheit bis großer Skepsis." Kein Wunder, geht es doch um die Unterbringung von Flüchtlingen und ihren Familien auch in homogenen Hamburger Stadtteilen. 400 Hamburger beteiligen sich an 40 Workshops in 3 Monaten - am interaktiven Stadtmodell ihres eigenen Stadtteils.


Gemeinsame Diskussion am "CityScope" beim "FindingPlaces"-Projekt
Foto: Walter Schießwohl
Es geht um Beteiligung, zusammen mit den Hamburgern geeignete Flächen für schnell zu errichtende Flüchtlingsunterkünfte zu finden. In drei Stufen nähern sich die Workshop-Teilnehmer der nicht ganz einfachen Aufgabe: beginnend mit einem Überblick und Video zur Mammutaufgabe, einem ersten Arbeitsschritt an einem "CityScope" des Bezirks und der Diskussion an einem gemeinsam ausgewählten Viertel. Auch wenn die zuständigen Behörden in der Kritik stehen - Vertreter des Bezirks und der Koordinierungsstabs sind bei allen Workshops dabei.

"FindingPlaces" - Hamburger Unterkünfte für Flüchtlinge finden

Legosteine für den interaktiven "CityScope".
Foto: HANSEVALLEY
Im Mittelpunkt steht der "CityScope" - ein interaktiver Tisch aus 57x57 Feldern mit einzeln herausnehmbaren Steinen, die gegen verschiedene Legoelemente ausgetauscht werden können. Ein Legoelement steht für eine Idee, einen Vorschlag, eine Entscheidung. Die dänischen Bausteine erinnern an die eigene Kindheit, machen es einfach zu handeln - ohne Angst, etwas kaputt zu machen. Jeder Legostein hat eine spezielle Bedeutung - und die wird von 4 Webcams unter dem Tisch erkannt, in ein IT-System übertragen und auf einem Monitor mit diversen Stadtinformationen als interaktives Schaubild mit Detailinformationen angezeigt.

Die Daten kommen von den Hamburger Behörden, die seit dem Hamburger Transparenzgesetz 2012 im stadteigenen Portal zur Verfügung stehen und übernommen werden können. Die Herausforderung besteht im Matchen der Daten für das "FindingPlaces"-Projekt. Zwischen dem Besuch von Olaf Scholz im Februar und dem ersten Workshop im Mai '16 leisten Katographen und Geomatiker der HCU die Vorarbeit, sorgen dafür, dass rohe Daten zu echten Karten werden und diese zusammen mit weiteren Informationen und Kommentaren auf dem Monitor sichtbar werden.

Von emotionalem Einstieg zu sachlicher Diskussion für Lösungen


"CityScope"-Planungstisch im Einsatz.
Foto: HANSEVALLEY
Das Modell des Stadtteils ist farblich strukturiert, um sichtbar zu machen, welche Flächen einfacher und welche schwieriger nutzbar sind: Gelb schraffierte Flächen sind öffentliche Flächen ohne größere Einschränkungen. Orange markierte Flächen haben bestimmte Einschränkungen, um eine Flüchtlingsunterkunft aufbauen zu können, rote Flächen sind eher schwierig zu bebauen. Dazu kommen die Vorschläge der Teilnehmer. Die Möglichkeit, eigene Vorbehalte und Ängste äußern zu können und die Einladung, in gemeinsamer Diskussion brauchbare Lösungen zu finden, wird zu einem Erfolgsrezept. Finden die Teilnehmer geeignete Flächen, verspricht der Koordinierungsstab ZKF eine Prüfung innerhalb von 2 Wochen.

161 Flächen werden von den Teilnehmern vorgeschlagen, 44 Flächen mit mind. 1.500 qm für jeweils 50 bis 80 Unterbringungsplätze sind geeignet, 19 Flächen davon werden von der Stadt in die engere Auswahl genommen, 9 Flächen könnenen innerhalb kürzester Zeit für Unterkünfte ausgewählt werden, für 10 Flächen sind intensivere Prüfungen und Vorbereitungen vorgesehen. Die Diskussion über geeignete Standorte geht weiter. Dank des "FindingsPlaces"-Projekts können mit offener Beteiligung der Bewohner in den Quartieren Lösungen gefunden und den Flüchtlingen geholfen werden.

"SmartSquare" - Neues Leben auf dem Dompatz der Ham(ma)burg


Projektion der Hammarburg-Siedlung am heutigen Domplatz.
Visualisierung: Archäologisches Museum Hamburg
Nach den Erfahrungen mit dem "FindingPlaces"-Projekt arbeitet das Team des CityScienceLab in den kommenden drei Jahren an einer neuen, besonderen Aufgabe: Zusammen mit dem Archäologischen Museum Hamburg, Hamburg@Work, eCulture.info und mit Unterstützung des Bundesforschungsministeriums wird an der Wiederbelebung des historischen Domplatzes am Speersort vor dem Helmut-Schmidt-Pressehaus geforscht, hier wo die Hammarburg-Siedlung stand, das kulturelle und geistige Zentrums Hamburgs liegt. Mit Hilfe eines "CityScopes" wird aus dem ehemaligen Parkplatz und der heutigen Grünfläche schon bald ein lebendiges Quartier mit neuen lokalen Geschäftsmodellen und smarten Dienstleistungen.


Die HafenCity Universität Hamburg.
Foto: HANSEVALLEY
Das CityScienceLab mit seinen aktuell drei stationären plus mobilem "CityScopes" ist eine besondere Einrichtung, mit der Hamburg - dank Zusammenarbeit mit der Chancing Places Group des MIT Media Lab - neue Lösungen für städtische Veränderungen finden kann. 23 Mitarbeiter/innen, darunter 9 wissenschaftliche Kolleg/innen, 
5 Professor/innen, 1 Kartograf und 
8 studentische Hilfskräfte engagieren sich in dem offenen Projektraum im Erdgeschoss der HCU. Was mit einem Original-Tisch aus Boston, der Leiterin Prof. Gesa Ziemer und 2 Halbtagsstellen begonnen hat, ist heute ein interdisziplinäres Team aus Stadtentwicklern, -planern, -designern und Architekten, Geoinformatikern und Katographen, Sozialswissenschaftlern, Soziologen und einer Philosophin an der Spitze.

Fachleute nennen das "Changing Places"-Modell des MIT Media Labs aus Boston die "Digitalisierung der Partizipation". Eine ebenso passende Beschreibung des CityScienceLabs bringt eine Abiturientin während ihres Besuchs an der HafenCity Universität auf den Punkt: "Ich setze einen Stein und sehe, dass sich etwas verändern kann." Gut, dass so etwas möglich ist.




 Hamburg Digital Background: 

CityScienceLab an der HCU Hamburg:
www.hcu-hamburg.de/research/citysciencelab/

MIT Media Lab Projekt "Changing Places":

http://web.mit.edu/jiw/www/city-simulation/

Interaktives Stadtmodell "CityScope":
www.hcu-hamburg.de/research/citysciencelab/cityscope/

"FindingPlaces"-Projekt mit "CityScope":
www.findingplaces.hamburg/

"SmartSquare"-Projekt mit "CityScope":
www.hamburg.de/bwfg/8324196/verbundprojekt-der-hafencity-universitaet-hamburg-erweckt-domplatz-wieder-zum-leben/


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Mittwoch, 10. Mai 2017

HANSEPERSONALITY Olaf Scholz: "Hamburg ist ein guter Ort für die Digitalisierung."

HAMBURG DIGITAL EVENT 

Get Started Gründerfrühstück mit Olaf Scholz


Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz im Betahaus
Foto: HANSEVALLEY
"Ich habe selbst so etwas wie ein Startup gegründet." Als Co-Founder seiner Anwaltskanzlei brach Hamburgs Erster Bürgermeister am Morgen vor mehr als 200 Gästen des Get Startup-Gründerfrühstücks der Bitkom-Startup-Initiative im Betahaus das Eis. "Was man sich gar nicht vorstellen kann ist, wie schwer es ist, loszulegen", pointierte Hamburgs Stadtoberhaupt an Beispielen, wie der Kontoeröffnung und langfristigen Gewerbemietverträgen die Probleme für Existenzgründer. "Langfristigkeit ist am Anfang gar nicht möglich", so Scholz sympathisch und bodenständig.

"Es stehen noch große Veränderungen vor uns"

Olaf Scholz stellte zum Auftakt des gut 1-stündigen Top-Events unter dem Titel "Start-up Politik in Hamburg" offen und ehrlich die Chancen und Herausforderungen der Freien und Hansestadt vor: Digitalisierung sei das, "womit in Zukunft neue Geschäftsmöglichkeiten und Einkommensmöglichkeiten entstehen." Scholz weiter: "Geld, Einkommen, Wohlstand gibt es durch die Dinge, die es noch nicht gibt." Zugleich betonte der SPD-Spitzenpolitiker, dass Innovationen nicht von Staatswegen her verordnet werden könnten.

"Ein Millieu, dass sich wechselseitig befruchtet"


Sprach Startups und Kreativen aus der Seele: Olaf Scholz
Foto: HANSEVALLEY
"Hamburg ist ein guter Ort für die Digitalisierung", unterstrich der SPD-Vize vor den anwesenden Vertretern aus Digital- und Kreativszene, Startups und Corporates, Politik und Wirtschaftsförderung. Als Beispiel nannte er die rund 10.000 Unternehmen der IT-, Medien- und Kreativbranche mit rd. 50.000 Beschäftigten. Gute Beispiele für erfolgreiche Neugründungen sind für ihn u. a. Tech-Firmen, wie InnoGames, MyTaxi, Parship oder Xing.  Als positive Beispiele aus dem Firmenumfeld nannte Scholz das Airbus BizLab, das G+J Greenhouse Innovation Lab oder den Philips Health Innovation Port.

Aus dem universitären Bereich hob der Erste Bürgermeister das "City Science Lab" der HafenCity Universität mit dem MIT, das HAW "Creative Space for Technical Innovations" und die "Hamburg Open Online University" an der TU Harburg hervor. Mit dem Blick nach vorn unterstrich Scholz, mit der Informatik-Plattform "Ahoi Digital" der öffentlichen Hamburger Hochschulen, 35 neuen Informatik-Professuren und 1.000 zusätzlichen Studienplätzen für IT-Studiengänge klare Akzente für den Technologiestandort zu setzen.

"Mal schauen, wie weit wir damit kommen."

Die "inspirierende Zusammenarbeit" der HafenCity Universität mit dem MIT gebe die "Chance zu sehen, auch was wir können." Die "Hamburg Open Online University" sei zudem eine Möglichkeit, die "Lehre neu zu organisieren".  Die Verwaltung sei ihrerseits dabei, mit der Initiative "Digital First" alle Prozesse der Stadt zu digitalisieren. Zugleich stellte der seit 2011 in Hamburg regierende Bürgermeister einen Wunsch auf: "Warum nicht manche Behördengänge mit dem Smartphone erledigen?"

"Wir müssen ein Millieu schaffen, indem das gut funktioniert"


Diskussion mit SPIEGEL-Redakteurin Ann-Kathrin Nezik
und Figo-Gründer André Bajorat
Foto: HANSEVALLEY
In der anschließenden Diskussion mit FinTech-Unternehmer André Bajorat ging es u. a. um die Chancen und Herausforderungen staatlicher Beteiligungen an wachstumsstarken Neugründungen. Olaf Scholz hob in diesem Zusammenhang vor allem die Anschubfinzierung "InnoRampUp" der IFB Innovationsstarter GmbH mit bis zu 150.000,- € und den "Innovationsstarter Fonds Hamburg II" mit Beteiligungen von bis zu 1 Mio. € und einem Gesamtvolumen von 12 Mio. € hervor. Figo-Gründer und Wahl-Hamburger André Bajorat ergänzte die Möglichkeiten um die teilstaatlichen Beteiligungen des High-Tech-Gründerfonds HGTF

Mit Blick auf die weitere Entwicklung der Freien und Hansestadt als innovative Metropole mit einer lebendigen Gründerszene unterstrich Olaf Scholz die Bemühungen um den geplanten "InnovationsWachstumsFonds": "Das ist eine gute Idee und es wird hart an den Rahmenbedingungen gearbeitet." Scholz lobte das Engagement der IFB Förderbank und der zuständigen Wirtschaftsbehörde. Im 2. Quartal sollen die konkreten Planungen in der Hamburgischen Bürgerschaft diskutiert werden, wie bereits zuvor bekannt wurde.


Organisierten das Get Started-Gründerfrühstück:
Niklas Veltkamp (r.) und Christian Rietz (l.)
Foto: HANSEVALLEY
Olaf Scholz machte in seinem Impuls-Vortrag wie in der offenen Diskussion deutlich, das Hamburg alle Chancen habe, die Herausforderungen durch die Digitalisierung erfolgreich zu meistern, nicht zuletzt auf Grund der hohen wirtschaftlichen Kraft und dem großen Liberalismus Hamburgs. Dabei machte Hamburgs Stadtoberhaupt auch klar: "Von den Dingen, die wir nicht ändern, können wir in 50 Jahren nicht mehr gut leben." 

 Hamburg Digital Background 

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Sonntag, 22. Januar 2017

HANSEPERSONALITY Dr. Carsten Brosda: "Digital First"-Projekt nimmt seine Arbeit auf.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

HANSEHIGHLIGHT Themen-Special: Digitale Stadt oder digitale Diaspora.


Staatsrat und "CDO" Hamburgs: Dr. Carsten Brosda
Foto: Senatskanzlei Hamburg / J
örn Kipping
Er ist der "Chief Digital Officer"der Freien und Hansestadt. Dr. Carsten Brosda - bisher Staatsrat für Kultur, Medien und Digitales und jetzt neuer Kultursenator. Der gelernte Journalist steht vor eine Mammutaufgabe:

Wie wird aus der Handelsstadt mit 750 Jahren Hanse eine digitale Stadt mit Zukunft?

Seit 2011 leitet er das Amt Medien in der Senatskanzlei, das wichtige Zukunftsthemen wie IT, traditionelle und Neue Medien sowie die Transformation Hamburgs zu einer Digitalen Stadt mitgestaltet. Wir hatten die Gelegenheit, den Staatsrat zu den Schlüsselthemen Medien-Standort und Digitale Stadt zu befragen. Unser HANSEPERSONALITY ist Dr. Carsten Brosda:

 Thema "Medien-Standort" 


Hamburg hat eine starke, traditionelle Medienindustrie rund um Produktion, Distribution und Vermarktung. Sie planen, den Standort auf die nächste Stufe zu heben. Inwiefern sind Augmented und Virtuell Reality als Medientechnologien erfolgversprechend, Hamburger Content-Produzenten - von Informationen bis zu Unterhaltung - einen erfolgreichen Weg in die Zukunft zu ermöglichen?


Virtual Reality hat alle Chancen, einer der spannendsten Bereiche digitaler Entwicklung zu werden. Wann und inwieweit sich aber auf Basis von VR/AR-Technologien und -Anwendungen erfolgreiche Business-Cases aufbauen lassen, kann man aktuell nur schwer prognostizieren. Klar ist aber, dass sie das Potenzial haben, mehrere Sparten der Medienbranche grundlegend zu verändern. Mittels VR lassen sich beispielsweise Konsumenten von Inhalten auf völlig neue Weise in Reportagen und Geschichten einbinden.

So werden wortwörtlich neue Perspektiven eröffnet. Nicht ohne Grund hat die New York Times eine eigene VR-Abteilung gegründet. Aber auch junge Unternehmen – wie die Hamburger Startups wie NOYS oder SpiceVR - zeigen zunehmend, wie es geht. Aufgrund der Bedeutung des Themas für die Contentindustrie werden wir auch die VR-Aktivitäten in einem ersten Schritt an die Initiative nextMedia.Hamburg andocken.

Wie werden Sie die Themen AR und VR im Rahmen Ihrer Fördermöglichkeiten unterstützen - und wo liegen die Schwerpunkte? Sind es vornehmlich Technologien, die Vernetzung oder die Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen?


Aktuell machen wir gemeinsam mit verschiedenen Akteuren der Hamburger VR-Szene eine Bestandsaufnahme zu laufenden Aktivitäten, der Forschungsinfrastruktur sowie Anwendern und Anbietern am Standort. Es gibt z. B. bereits diverse gute Veranstaltungen rund um das Thema VR. Hier muss entschieden werden, wie man das vorhandene Angebotsportfolio sinnvoll weiterentwickelt und mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen eine möglichst große Hebelwirkung erzielt.

Konzentrieren werden wir uns zu Anfang sicherlich auf die Bereiche Vernetzung und Marketing. Dabei wird neben der überregionalen Positionierung des VR-Standorts Hamburg auch um die Vermittlung der Potenziale der Technologien für Hamburger Anwender gehen.

Welche weiteren Technologien sehen Sie als interessante Medienthemen, die die Hamburger Medien, Produzenten und Vermarkter an der Spitze der Wertschöpfung halten können? Was sagt Ihre Marktbeobachtung?

Alle Technologien rund um das Thema Daten werden für die Contentindustrie immens an Bedeutung gewinnen. So werden bereits heute Inhalte nicht nur aufgrund von Daten kuratiert, sondern bauen auch darauf auf: Netflix konnte anhand des ausgewerteten User-Verhaltens vorhersehen, dass die Serie „House of Cards“ ziemlich sicher erfolgreich sein wird. Aber eigentlich halte ich es mit Mark Twain: „Prognosen sind eine schwierige Sache. Vor allem, wenn Sie die Zukunft betreffen“.


 Thema "Digitale Stadt" 

Sie planen, mittel- und längerfristig zentrale Dienstleistungen der Stadt und ihrer Betriebe mit einem einheitlichen Servicekonto online nutzbar zu machen. Wie weit sind die Vorbereitungen auch in Verbindung mit der "Digitalen Leitstelle" fortgeschritten und wann können die Hamburger den ersten Behördengang mobil erledigen?

Bereits heute sind über das "HamburgGateway" rund 80 Verwaltungsverfahren online angebunden. Allerdings wollen wir erstens mehr Services online erbringen und zweitens das Angebot den heutigen Erwartungen anpassen. Wir wollen, dass es von zuhause geht und dass es einfach ist.

Wir orientieren uns an der Leitlinie „Digital First“. Das heißt: Die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger und auch der Unternehmen sollen künftig, soweit möglich, proaktiv und antragslos erledigt werden. Vorgangsbearbeitung, Entscheidungsfindung und -übermittlung sollen auf Seiten der Verwaltung möglichst automatisiert erfolgen. Die Verwaltung wird zunehmend digital kommunizieren. Wer Hilfe bei der digitalen Kommunikation braucht, wird von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt. Für Unternehmen steht ausschließlich der elektronische Weg offen.

Die Herausforderungen sind groß: Es müssen technische und rechtliche Fragen geklärt werden. Es müssen Prozesse und Arbeitsstrukturen neu abgestimmt werden. „Digital First“ wird für die Bürger und die Mitarbeitenden umso erfolgreicher verlaufen, je mehr es im Sinne eines Prozesses verstanden wird. Das Projekt, das über mehrere Jahre diesen digitalen Transformationsprozess vorantreiben soll, nimmt derzeit seine Arbeit auf.

Wie lauten Ihre zentralen Argumente, die Hausleitungen von Betrieben und Behörden trotz individueller Voraussetzungen und der unterschiedlichen Historien zur Zusammenarbeit zu gewinnen?

In der Senatskanzlei haben wir eine Leitstelle für die digitale Stadt eingerichtet, die den Überblick über die vielfältigen Projekte und Aktivitäten der Stadt sichert, für deren Koordinierung sorgt und die strategische Weiterentwicklung gewährleistet. Die Digitalisierung wurde zudem als prioritäre Regelaufgabe aller Politikbereiche definiert – und zwar vom gesamten Senat, also allen Hausleitungen gemeinsam. 

Um der Innovationsdynamik und den damit verbundenen erhöhten Anforderungen an das staatliche Wissens- und Innovationsmanagement Rechnung zu tragen, wurde ergänzend an der HafenCity Universität in einer Kooperation mit dem Massachusetts Institute of Technology das City Science Lab eingerichtet, auch um die Stadt und ihre Akteure im Transformationsprozess zu begleiten und zu beraten.

Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie angesichts der aktuell bestehenden Schuldenbremse und unterschiedlichster IT-Infrastrukturen in der Hamburger Verwaltung?


Hamburg steht heute im Ländervergleich gut da, was die IT-Ausstattung, Infrastruktur und Datensicherheit angeht. Weil die Digitalisierung aber zunehmend auch die öffentliche Infrastruktur und den öffentlichen Raum erfasst, rückt immer mehr die Stadt im Ganzen in den Fokus. 

Wir wollen die städtischen Infrastrukturen und öffentlichen Räume mit digitalen Schnittstellen und Angeboten weiter optimieren. Dazu zählen Bildungs- und Kulturangebote ebenso, wie die Systeme einer integrierten Verkehrsstrategie und einer intelligenten Energieversorgung. Digitale Techniken erlauben uns hier, Steuerungsleistungen und Angebote zu entwickeln, die Effizienz steigern und Qualität verbessern.

Für all dies brauchen wir die passende IT-Infrastruktur. Vorhandene Daten und Fachsysteme der städtischen Institutionen wollen wir vernetzen, den Datenaustausch automatisieren und Anwendungen für den vielseitigen Zugriff auf die Daten bereitstellen.

Im Übrigen stehen die Schuldenbremse der Hamburgischen Verfassung und des Grundgesetzes nicht im Widerspruch zu Investitionen in den digitalen Wandel – beide helfen uns dabei, unsere Stadt für die Zukunft gut aufzustellen.

Vielen Dank für das spannende Interview.

Das Gespräch führte Thomas Keup.
* * *

 Außerdem im Hamburg Digital Magazin: 

HANSEBUSINESS: Die Digitalen Wahlprüfsteine - Teil III: 
Die Digitale Stadt - Verwaltung, Unternehmensservices und Arbeitsmarkt.


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