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Donnerstag, 26. November 2020

HANSEBLOC - Smarte Services für eine smarte Logistik im digitalen Norden.

HANSE DIGITAL BLOCKCHAIN
- Ein Gastbeitrag von Jan C. Rode - 

Test des neuen HANSEBLOC-Systems Anfang September d. J.
Foto: Logistik-Initiative Hamburg


Alle reden über die Blockchain – doch produktive Lösungen sind kaum sichtbar. Das "HANSEBLOC"-Konsortium aus Bremen und Hamburg hat für kleine und mittlere Unternehmen der Logistikbranche eine echte Blockchain-Lösung entwickelt – und mit eigenem "Transaction Service" eine echte Neuheit für den praktischen Einsatz geschaffen, die Sicherheit in der Logistik schafft. 

Mit digitalen Frachtpapieren können Speditionen in Zukunft Ladungspapiere fälschungssicher in Echtzeit digital über eine gemeinsame Plattform weitergeben. Unter der Haube arbeitet die dezentrale Datenbank-Technologie und sorgt dafür, dass jeder genau das sieht, was für seinen Auftrag wichtig ist. Das beschleunigt auch die grenzübergreifende Abfertigung beim Zoll.

Heute stellt die Gruppe innovativer Unternehmen im Rahmen der "Do.Innovation"-Konferenz online die Ergebnisse aus fast drei Jahren Entwicklung und Zusammenarbeit rund um die Blockchain in Norddeutschland vor. Das Besondere: Über ein eigenes Sensornetzwerk werden auch Transportdaten z. B. von Kühltransporten digital erhoben und bereitgestellt.

Das Hanse Blockchain Magazin HANSEBLOCKCHAIN hat die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten vorab. Ein Gastbeitrag von Jan C. Rode:

Seit Sommer 2018 forschen zehn kleine und mittlere Unternehmen aus dem Netzwerk der Logistik-Initiative Hamburg im Rahmen des vom Bundesforschungsministerium geförderten "KMU-NetC"-Programms am Einsatz der Blockchain-Technologie im Mittelstand. Zu Beginn des Projektes ging es noch gar nicht um Technik, sondern um Kommunikation und Aufbau eines gegenseitigen Verständnisses zwischen vier IT-Unternehmen, vier Logistikdienstleistern und zwei Hochschulen. Im Zentrum von "HANSEBLOC" steht die fälschungssichere Dokumentation von Gefahrenübergängen.

Ambitioniertes Blockchain-Projekt in der Logistik.
Grafik: HANSEBLOC

Große Herausforderungen bei Blockchain-Projekten

Bevor die Vision erreicht werden konnte, mussten die Logistiker drei wesentliche Herausforderungen meistern: Erstens, die digitale Transformation der Logistik. „Die Teilnahme an HANSEBLOC ermöglicht es uns, unternehmensinterne Prozesse, die von IT-Unternehmen aus einer anderen Perspektive hinterfragt werden, zu überdenken und zu optimieren“, sagt Martin Araman, Geschäftsführer der Sovereign Speed GmbH stellvertretend für die Logistiker im Projekt . 

Zweitens mussten die Teilnehmer sich verstärkt mit dem Phänomen beschäftigen, dass Blockchain-Projekte mehr als nur technische Lösungen brauchen, sondern auch zwingend Business-Entscheidungen einfordern: Wer bestimmt, ob und wann neue Partner oder Kunden auf das "HANSEBLOC"-System kommen? Wie soll überhaupt Konsens hergestellt werden? Wer trägt die Kosten für den Betrieb der Infrastruktur? 

Dritte wesentliche Herausforderung in dem norddeutschen Projekt war das Zusammenspiel von der Wahrung der logistischen Geschäftsgeheimnisse sowie der Blockchain-immanenten Transparenz. Mit dem „Transport  Service“ für Smart Contracts (das sind selbstablaufende Programme auf der Blockchain, die Businesslogiken und vertragsähnliche Prozesse nachbilden können) hat "HANSEBLOC" eine eigene herausragende Antwort für die Logistikwirtschaft entwickelt.

Die technische Übersicht zum HANSEBLOC-Projekt.
Grafik: Logistik-Initiative Hamburg

Smarte Lösung aus und für den Mittelstand

Ein großes Problem bleibt die Qualität und Richtigkeit der Daten, die abgespeichert werden. Mit Daten, die durch eine Blockchain abgesichert werden, aber möglicherweise falsch sind, kann keiner etwas anfangen. Mit der „Sensorchain“ verfügt "HANSEBLOC" über eine eigene, verlässliche Datenquelle: „Wir haben die Möglichkeit, Sensoren in Palettenböden zu integrieren. Dort sind sie gut vor Manipulation geschützt und wir können heutige Europaletten einfach um diese „smarte“ Komponente erweitern. 

"Hier sind je nach Ware und Anwendungsfall zahlreiche Möglichkeiten denkbar“, erläutert Julian Kakarott von der HAW Hamburg das "Sensorchain"-Konzept. An der Fracht angebrachte Sensoren erzeugen selbst ein lokales DLT-Netzwerk (DLT für Distributed Ledger Technologie - ein übergeordneter Begriff für Blockchain) und tauschen sich untereinander über Bluetooth aus. Etwaige Abweichungen – wie etwa Erschütterungen oder Temperaturunterschreitungen – können via Sensorik in Echtzeit auf der Blockchain gespeichert werden.

Neben der "Sensorchain" verfügt "HANSEBLOC" über weitere Schnittstellen: Per Web-Frontend und App können Nutzer auf Benutzerverwaltung, Auftragserfassung sowie Dispositions- oder Abrechnungstools zugreifen – bei Bedarf können bei der Auftragsabwicklung zwischen Transportpartnern diese Parameter schon verschlüsselt auf der Blockchain abgelegt und gelesen werden.

Neben der internen Kommunikation gibt es weitere Schnittstellen zu Drittsystemen, um zum Beispiel als Spediteur meine eigenen Aufträge aus meinem Transport Management System (TMS) zur weiteren Verarbeitung in das HANSEBLOC-System zu übernehmen oder meinen Kunden über den Zustand der Ware während eines Transportes zu informieren“, erläutert Matthias Menz von der HEC GmbH aus Bremen die Systemarchitektur.

Mit 1,9 Mio. € vom Bundesforschungsministerium unterstützt:
Das "HANSEBLOC"-Projekt mit Partnern aus Bremen und Hamburg.
Logo: Logistik-Initiative Hamburg

Blockchain & Logistik: Was bringt die Zukunft?

Bevor das "HANSEBLOC"-Projekt 2020 zu seinem offiziellen Ende kommt, berichten alle Projektpartner im Rahmen der „Do.Innovation 2020“ über ihre Ergebnisse. Soviel steht schon fest: Die Aufgaben bleiben herausfordernd: In Zukunft werden die Kunden den Logistikdienstleister auswählen, der wertvolle Services aus einer Hand anbietet oder die beste Daten-Verbindung zu den eigenen Schnittstellen herstellen kann. Plattformen und Intermediäre geraten durch die Blockchain-Technologie aber ihrerseits unter Druck.

DLT-Plattformen wie "HANSEBLOC" erscheinen als Gebot der Stunde – denn hier werden die Vorzüge der Blockchain-Technologie - wie verteilter Datenbestand, gemeinsame Governance und Nachverfolgbarkeit - mit den speziellen Anforderungen der Logistikwirtschaft (Wahrung von Geschäftsgeheimnissen sowie Verfügbarkeit von Daten für die unmittelbar am nächsten Transportabschnitt Beteiligten) von und für die mittelständische Logistikwirtschaft vereint.

Das HANSEBLOC-Konsortium aus Bremen und Hamburg.
Foto: Logistik-Initiative Hamburg

Nun gilt es für "HANSEBLOC" weitere Partner aus der Logistik zu finden und diese von den Vorzügen der Blockchain sowie einer engeren Zusammenarbeit auch unter Wettbewerbern zu überzeugen. Darüber hinaus soll das Angebot für die Luft- und Schifffahrtsbranche geöffnet sowie weitere Drittanbieter – etwa aus den Bereichen Versicherung und Finanzierung – eingebunden werden.

Für KMU, die selten über eigene Ressourcen für Forschung und Entwicklung verfügen, sind Konsortien wie HANSEBLOC und Förderprogramme wie KMU-NetC ein hervorragendes Vehikel, um die Zukunft der eigenen Branche aus Mittelstands-Perspektive mitzugestalten“, fasst Carmen Schmidt, Geschäftsführerin der Logistik-Initiative Hamburg Management GmbH, die Chancen von "HANSEBLOC" für die digitale Zukunft norddeutscher Mittelständler zusammen.

*  *  *

Ein Gastbeitrag von Jan C. Rode, Projektmanager der Logistik-Initiative Hamburg. Die inhaltliche Verantwortung des Autorenbeitrags liegt beim Urheber.

 Hanse Digital Background: 

Das "HANSEBLOC"-Projekt wird im Zeitraum April 2018 bis Dezember 2020 durch das Bundeforschungsministerium im Rahmen des Bundesprogrammes "Förderung von strategischen KMU-Innovationsverbünden in Netzwerken und Clustern" ("KMU-NetC" ) mit 1,9 Mio. € unterstützt. Das Gesamtbudget des 2,5-jährigen Technologieprojekts beträgt rd. 3,1 Mio. €.
Das 'HANSEBLOC"-Projekt bei der Logistik-Initiative Hamburg:

01.10.2020: Prototyp auf Herz und Nieren getestet.

Das Hanse Blockchain Magazin
Das Hanse Blockchain Magazin:
www.hanseblockchain.de

Sonntag, 29. September 2019

HANSEPERSONALITY Christoph Lymbersky: Die Chance, eine neue Technologie für die Wirtschaft zu gewinnen.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Geschäftsführer Christoph Lymbersky im Gespräch mit Peter Tschentscher.
Foto: HANSEVALLEY

Mit mehr als 750 Teilnehmern aus aller Welt, 80 Referenten aus EU, UN und Club of Rome, mit hoffnungsvollen Hochtechnologie-Startups, hochspezialisierten Blockchain-Dienstleistern und hochkarätigen Repräsentanten aus Politik und Gesellschaft ist die BLOCKCHANCE Conference 2019 in Hamburg auf Anhieb zu einer der wichtigsten Netzwerk-Plattformen der nationalen und internationalen Blockchain-Szene geworden. 

Neben dem ersten, lizenzierten Bitcoin-Geldautomaten Deutschlands machte der neue, Hamburger Blockchain Fonds BLOCKCHANCE Ventures von sich reden. Der privat initiierte Venture Capital-Anbieter stellte sich im Rahmen der internationalen Blockchain-Konferenz der internationalen Tech-Community, der Hamburger Spitzen aus Politik und Digitalbranche und der Fach- und Wirtschaftspresse vor. Unser HANSEPERSONALTIY ist BLOCKCHANCE Ventures Co-Founder und Geschäftsführer Christoph Lymbersky:

Ihr seid auf der BLOCKCHANCE Konferenz offiziell gestartet, damals noch unter dem Namen BlockRock Ventures. Wie kommt es zu dem neuen Namen, der ja sehr ähnlich dem der Konferenz von Fabian Friedrich ist?

Das ist richtig, die Ähnlichkeit ist auch beabsichtigt. Nach der Konferenz, die für uns ja auch ein Auftakt war, mit dem Projekt an die Öffentlichkeit zu gehen, haben sich sehr viele Dinge und tolle Chancen ergeben. Eine davon ist, dass Fabian mit seiner BLOCKCHANCE-Firma bei uns eingestiegen ist und damit unser Ziel, ein ganzheitliches Ökosystem aufzubauen, noch viel näher gerückt ist. 

BLOCKCHANCE Ventures stellt Kapital, Erfahrungen und Acceleration-Services zur Verfügung.

Dieses Ökosystem heißt BLOCKCHANCE und bietet Gründern eine einmalige Plattform, Ihr Unternehmen schnell und gezielt aufzubauen. Die BLOCKCHANCE Conference bringt dafür die Welt nach Hamburg und stellt ein einzigartiges Netzwerk zur Verfügung. BLOCKCHANCE Ventures stellt das nötige Kapital, Erfahrungen und Acceleration Services zur Verfügung, um Blockchain-Unternehmen erfolgreich und nachhaltig zu skalieren.

Die BLOCKCHANCE Konferenz 2019 war die Premierenplattform für den Venture Fonds in Hamburg. Wie war das Feedback auf die geplanten Ventures Capital-Aktivitäten an Eurem Stand und auf die Medienberichterstattung in Handelsblatt & Co.?

Wir waren sehr angetan von dem äußerst positiven Feedback. So konnten wir in der BLOCKCHANCE Anwendermesse sehr interessante Gespräche mit Startups führen. Um es auf den Punkt zu bringen: Wir haben ein paar Blockchain-Produktindeen kennengelernt, in die wir sofort hätten investieren können. 

Blockchain-Hub für Startups in der Pre-Seed-, Seed- und Early Stage-Phase.

Darüber hinaus ist die BLOCKCHANCE Konferenz für uns eine erstklassige Plattform, auf der wir unsere Planungen für einen Blockchain-Hub für Startups in der Pre-Seed-, Seed- und Early Stage-Phase vorstellen konnten - ob beim Rundgang des Ersten Bürgermeisters, bei unserer Präsentation auf der großen Bühne oder auf der Programm-Pressekonferenz bei Osborne Clarke.

Gehen wir gemeinsam ans Eingemachte: Was ist BLOCKCHANCE Ventures und was können Blockchain-Startups von Euch konkret erwarten? Schließlich ist die Entwicklung der Technologie laut Gartner noch in einer sehr frühen Phase. 

Absolut! Wir erwarten in diesem und im kommenden Jahr eine erste, kleinere Welle an Blockchain-Startups, die in den Markt drängen. Genau darauf bereiten wir uns jetzt vor: BLOCKCHANCE Ventures ist in aller erster Linie ein Frühphasen-Investor für Hochtechnologie-Startups rund um die Blockchain und weitere Distributed Ledger-Technologien. Wir planen sowohl in Deutschland als auch europaweit in zukunftweisende Ideen und Konzepte zu investieren. Dies können im Early Stage-Bereich bis zu 1 Mio. € sein. 

Wir laden pro Jahr bis zu 3 Startups ein, ihr Produkt zu bauen und ihr Geschäft zu entwickeln.

Im Blickfeld der Blockchain-Community und unserer Hamburger Partner steht darüber hinaus unser 2. Element, dass eigentlich den Beginn macht: der Blockchain-Accelerator. Hier laden wir pro Jahr bis zu 3 Startups aus ganz Europa nach Hamburg ein, ihr Produkt zu bauen und ihr Geschäft zu entwickeln. In der Ausbaustufe werden bis zu 30 Startups im Hub arbeiten. Dafür unterstützen wir ein Team über ein Jahr mit bis zu 300.000,- € plus Support in Rechtsfragen, Personal, Marketing und PR im Wert von mehr als 80.000,- €. 

Acceleratoren gibt es bekanntermaßen wie Sand am Meer. Kaum eine Region, kaum ein Thema, dass nicht seine Startup-Brutkästen hat, in Hamburg u. a. in den Themen Online-Marketing, E-Commerce oder Letzte Meile. Warum sollte ich als Gründer mit einer spannenden Idee zu BLOCKCHANCE Ventures kommen - und nicht nach Berlin gehen? 

Unsere Recherche der deutschen und europäischen Acceleratoren-Landschaft hat gezeigt, dass die meisten Hubs und Labs dieser Art nicht wirklich funktionieren. Dies hat vor allem 2 Gründe: Zum Einen ist die Zeit der Betreuung mit 3 bis 6 Monaten zu kurz und zu oberflächlich, um wirklich ein Produkt zu entwickeln und sein Business-Modell auszureifen. In der kurzen Zeit können die Startups bestenfalls ihren Pitch feinschleifen und werden dann schon vom nächsten Batch abgelöst. 

Ein Teufelskreislauf, der zu Lasten des Produkts, der Professionalisierung und des Teams geht ...

Zum Zweiten ist die finanzielle Unterstützung mit 20.000,- oder 30.000,- € für eine frühzeitige Unterstützung viel zu niedrig - von 10% Anteilen, die bereits abgegeben werden müssen, ganz abgesehen. Die Folge: Die Gründer müssen sowohl während des Programms als auch danach ständig auf Pitch-Contests präsentieren, um überhaupt ihre Miete bezahlen zu können. Das ist ein Teufelskreislauf, der zu Lasten des Produkts, der Professionalisierung und des Teams geht. 

Nochmal nachgefasst: Was macht Ihr im Kern anders, als die anderen? Und was macht Euch sicher, mit einer eigenen Ausrichtung des Venture Capital-Themas für Hightech-Startups besser zu liegen, als andere große und kleinere Programme mit z. T. namhaften Investoren?  

Wir haben 2 übergeordnete Ziele, die unser Handeln bestimmen: 1. Wir wollen das Kapital unserer Fonds-Investoren nicht verbrennen, sondern es nachhaltig mehren. Und 2. Wir wollen die Zeit, die Energie und das Engagement hoffnungsvoller Gründer, ihrer Teams und Tech-Experten nicht vergeuden, indem wir sie auf eine Schiene setzen, die sie in die Sackgasse führen kann. 

1. Zeit und 2. Kapital. Beides wollen wir echten Potenzials zur Verfügung stellen.

Damit aus einer hoffnungsvollen Idee ein marktreifes Produkt und eine erfolgversprechende Vermarktung werden, bedarf es aus unserer Sicht unterm Strich 2 Dinge: 1. Zeit und 2. Kapital. Beides wollen wir echten Potenzials zur Verfügung stellen. Und da wir mit unserem langjährigen VC-Know how vorher sorgfältig auswählen, müssen wir keinen "Durchlauferhitzer" betreiben, der für alle Seiten langfristig zu einer Enttäuschung werden kann. 

Du hast von Fonds gesprochen und von Eurem langjährigen Know how in der Finanzwirtschaft. Gib uns einen kleinen Einblick, mit welchem Background ihr Eurer Unternehmen startet, wer mit an Board ist und wie das für Hightech-Startups spannend sein kann?

BLOCKCHANCE Ventures ist in erster Linie Teamwork. Mit Fabian Friedrich haben wir einen erfolgreichen Seriengründer, langjährigen Marketer und wichtigen Netzwerker der Europäischen Blockchain-Community an Board. Fabian ist Veranstalter der BLOCKCHANCE Conference, Mitgründer des Hanseatic Blockchain Institutes und bringt die Tech- und Business-Szene ein einen Tisch - und den unserer Portfolio-Unternehmen. 

Dieses Know- und Do how ist Gold wert für den Aufbau eines Technologie-Programms. 

Ich selbst bringe eine Reihe von Jahren praktischer Erfahrung im Bereich Venture Capital mit, u. a. bei Deutsche Telekom Capital Partners, T-Venture, M2P Consulting und Global Ventures. Als verantwortlicher Partner und Geschäftsführer kenne ich das Venture Capital Thema von der Gründung und dem Management eines Fonds über die passende Investmentstrategie bis zum Thema Exit. Ich bin überzeugt, dies wird für unsere Investoren wie für unsere Ventures eine sehr hilfreiche Grundlage sein. 

Dann müssen wir über die nächsten Schritte sprechen: Wann werden Eure Investment-Möglichkeiten stehen, wann könnt Ihr in die ersten Startups investieren und wie sieht die Zeitachse für das Programm insgesamt aus? 

Das Wichtigste vorweg: Wir wollen - wenn alles gut geht - mit Beginn des 2. Quartals 2020 die ersten Startups in den BLOCKCHANCE Hub nach Hamburg einladen und unterstützen, also Anfang April 2020. Davor ist allerdings noch viel Arbeit zu leisten: Wir planen 2 Fonds mit 5 Mio. € für die Pre-Seed-Phase und 30 Mio. € für die Seed- und Early-Stage-Finanzierung. Wir gehen davon aus, diese Fonds bis zum Jahresende durch die Finanzaufsicht genehmigen lassen zu können. 

Die Strategie ist am Ende nachhaltiger für die Startups und gewinnversprechender für die Investoren.

Unser Programm ist auf bis zu 2 Jahre ausgelegt. In dieser Zeit nehmen wir den Gründern alles ab, was Sie davon abhalten könnte, ihre Firma aufzubauen. Hierfür bieten wir Ihnen viele Acceleration-Services und genug Kapital, um das zu tun was sie am besten können: ihr Produkt entwickeln. Diese Strategie ist am Ende nachhaltiger für die Startups und gewinnversprechender für die Investoren, da wir aktiv mitarbeiten, die Unternehmen erfolgreich zu machen. 

Wir setzen weniger auf "Quick Wins", sondern für alle Seiten nachhaltige Investments. 

Hierfür werfen wir alles in die Waagschale, was die BLOCKCHANCE-Plattform und das Netzwerk zu bieten haben. Damit ist auch klar, dass wir weniger auf "Quick Wins" setzen, sondern für alle Seiten nachhaltige Investments eingehen wollen. Ich bin der Überzeugung, dies ist für ein Hochtechnologie- und Wirtschaftsthema genau der richtige Ansatz. 

Jetzt haben wir einigen Startups den Mund wässerig gemacht: Wer kann sich bei Euch bewerben, ab wann kann man sein Slidedeck einschicken und wer ist besonders interessant für Euch und die Unterstützung "Made in Hamburg"?  

Die Blockchain und weitere Distributed Ledger-Technologien werden aus unserer Sicht ihr Potenzial insbesondere in wichtigen Leitbranchen, wie der Finanzwirtschaft, dem Handel und der Logistik oder auch in der Automobilwirtschaft entfalten können. Daher sind Ideen für B2B-Geschäftsmodelle natürlich besonders interessant für uns. Aber wir schränken uns in keiner Weise ein. Wichtig ist die Idee und die geplante Umsetzung - und da lassen wir uns gern überraschen. 

Wir möchten interessante Gründer gern persönlich kennenlernen.

Bewerbungen für BLOCKCHANCE Ventures können ab sofort jederzeit eingereicht werden. Wir haben auf unserer neuen Homepage unter www.blockchance.vc alle wichtigen Kontaktdaten und stehen für ein Telefonat oder einen Kaffee gern persönlich zur Verfügung. Denn wir möchten interessante Gründer gern persönlich kennenlernen. Es ist kein Geheimnis, dass neben der Idee das Team den Ausschlag für den Erfolg gibt. 

Ihr habt als Gründer viele Jahre weitreichender Erfahrungen im Geschäftsleben rund um Alster und Elbe. Hand aufs Herz: Was läuft aus Eurer Sicht in Sachen Tech-Startups, Startup-Förderung und Innovationen heute schon richtig gut? Und wo wünscht Ihr auch - nicht zuletzt für das Thema Blockchain - aktiven Support der Stadt?

Die BLOCKCHANCE Conference 2019 hat gezeigt: Blockchain ist auf der Tagesordnung des Ersten Bürgermeisters ebenso, wie des Wirtschaftssenators. Der Support der Konferenz und damit des Themas war hervorragend. Jetzt geht es um die Verankerung der Community auf dem Weg zur Blockchain-Metropole. Hier kann die Stadt in der Unterstützung der Technologie-Unternehmen, der Branchenvereinigung und der Community Akzente setzen. 

Anschubförderung ist ebenso wichtig, wie Ausdauer und die richtigen Akzente in der Innovationspolitik.

Hamburg hat die einmalige Chance, ein neues, allumfassendes Technologiethema für seine Wirtschaft zu gewinnen und die digital-vernetzte Zukunft seiner Leitbranchen zu fördern. Dabei ist die Anschubförderung ebenso wichtig, wie Ausdauer und die richtigen Akzente in der Innovationspolitik. Dass der Senat das Thema in seine Innovationsstrategie aufnehmen will, ist für mich ein guter und richtiger Schritt. 

*  *  *

Herzlichen Dank für die offenen Worte!
Das Interview führte Thomas Keup

 Hamburg Digital Background: 

BLOCKCHANCE Ventures:

BLOCKCHANCE Conference:

Hanseatic Blockchance Institute:

Freitag, 6. September 2019

HANSELOGISTICS: Wie man Schiffe, Daten und Container an die Block/-Kette legt.

HAMBURG DIGITAL REPORT

Einladung zum "LogisticsTech Talk" mit "blockshipping.io" und "HVCC".
Screenshot: HANSEVALLEY

Die global-vernetzte Datenbank-Technologie Blockchain ist in aller Munde. Mit der "BLOCKCHANCE"-Konferenz, der Branchenvereinigung "Hanseatic Blockchain Institute" und einer wachsenden Business-Community hat sich Hamburg unter den Blockchain-Zentren Deutschlands mit an die Spitze gesetzt. Die Blockchain ist als "Trust Engine" ist eine der spannensten Technologien für die Logisitik - z. B. für das Containermanagement. Ein Event-Bericht vom LogsticsTech Talk Hafen-Spezial - Hamburg-Korrespondent Gerd Kotoll:

Dass Schiffe angekettet werden, ist nichts Neues, erst recht nicht in einer Hafenstadt wie Hamburg. Dass und wie man Container an die Kette legt, wusste Daniel Gerhardt, Nautiker und Blockchain-Architect bei Blockshipping zu berichten.

Tatsächlich stellt die Blockchain auch hier ihr ungeheures Potential sehr anschaulich unter Beweis, verdeutlicht am Beispiel der Global Shared Container Plattform (GSCP). Diese ist - vereinfacht dargestellt - ein Eigentumsnachweis zum jeweiligen Container. Wie notwendig ein vertrauenswürdiges Container-Register ist, zeigt der Skandal um die ruinöse Anlagebetrügerei der P+R-Gruppe, deren Schneeball-Modell einer Finanzierung letztlich nicht vorhandener Container einen Schaden von rd. 3,5 Mrd. € hinterlassen hat.

Die Blockshipping Global Shared Container Plattform

Tatsächlich kann durch die Blockchain-Technologie hier eine Lücke geschlossen werden. Dabei werden die Container-spezifischen Daten in einen individuellen Hash-Wert umgerechnet und in einen Token kopiert. Diesen digitalen Zwilling verwaltet der Container-Eigentümer dann über seine entsprechende Wallet. Damit wird nicht nur der Kauf und Verkauf dieser Container erleichtert (Stichwort Smart Contracts), auch die Finanzierung kann damit leichter und billiger werden. 

Screenshot blockshipping.io
Foto: HANSEVALLEY

Selbst Container-Sharing wird vor diesem Hintergrund leicht möglich, da man die Position und die Auslastung der Container jederzeit transparent verfolgen kann. Vor dem Hintergrund, dass rund 40% der transportierten Blechkisten leer aufs Schiff oder LKW gehen und an rd. 200 von 365 Tagen auch leer bleiben, zeigt das enorme Potential. 

Allerdings würde mit einer Public Blockchain-Technologie - wie etwa Ethereum - auch deutlich, wie es in den Büchern der Reeder und Spediteure aussehen dürfte. Das ist den (meist) Herren in den Führungsetagen dann doch zu viel des Guten, weswegen der funktionierende Prototyp noch auf seinen Einsatz wartet.

Deswegen versucht das dänische Unternehmen Blockshipping derzeit, Terminalbetreiber von der selbst entwickelten KI zu überzeugen, die vorherzusagen versucht, wie lange ein Container an der Kaikante stehen bleiben wird. Damit kann einerseits die Stauung am Terminal optimiert werden, gleichzeitig kann der Reeder besser kalkulieren, wann er den Container wieder einsetzen kann.

Das Hamburg Vessel Coordination Center HVCC

Einen großen Schritt weiter ist Gerald Hirt vom HVCC, dem Hamburg Vessel Coordinaton Center. Denn das HVCC legt Daten an die Kette, wenn auch noch nicht an die Blockchain. Immerhin gelingt es aber, die Schiffsbewegungen im Hafen und auf dem Weg dahin viel besser zu koordinieren und zu optimieren. Vorteil: die Schiffe verkürzen die Liegezeit im Hafen, sparen Treibstoff (und damit auch CO2-Emissionen) und damit bares Geld für die Reeder. 

Übersicht Vernetzung des HVCC
Grafik: HVCC

Auch die Dienstleister im Hafen profitieren davon, weswegen das HVCC die Software entlang der Nutzeranforderungen immer weiter optimiert. Das Schiffsmanagement erfolgt dabei in enger Abstimmung mit der HPA, der Hamburg Port Authority, die für die Sicherheit des Schiffsverkehrs im Hafen verantwortlich ist. So sollen im nächsten Schritt auch andere Häfen in den Datenaustausch eingebunden werden. Weiteres Optimierungspotential im Betrieb erwartet Hirt auch von der Fahrrinnenanpassung der Elbe. 

Die LogisticsTech Talks im HK 100 in Hamburg

Bei Pizza und kühlen Getränken wurde am 28. August d. J. im Anschluss an die Vorträge in den Räumen von "Forward Cargo" im Karo-Viertel weiter gefachsimpelt und genetzwerkt. Der nächste Logistik Tech Talk wird am 25. September stattfinden. Die LogisticsTech Talks sind eine Initiative von Philip John Mordechai, Gründer von Movemates und Forward mit Unterstützung vom HK100, dem Coworking-Space der Kravag. Unter dem Publikum waren auch interessierte Spezialisten der Hafenverwaltung HPA.

 Hamburg Digital Background: 

Blockshipping:

Hamburg Vessel Coordination Center, HVCC:

LogisticsTech Talks Hamburg:

Freitag, 16. August 2019

HANSEBLOCKCHAIN: Internationale Blockchain-Community tagt in der Handelskammer

HAMBURG BLOCKCHAIN MAGAZIN

Die global-vernetzte Blockchain - Vertrauen ist die Zukunft im Internet.
Foto: HANSEVALLEY

Mit mehr als 750 Wissenschaftlern, Technologieexperten und Wirtschaftsvertretern, Politikern und Medienvertretern aus Hamburg, Deutschland, Europa und aller Welt ist am Freitag-Morgen in der Handelskammer Hamburg die 2. BLOCKCHANCE Conference eröffnet worden. Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher eröffnete als Schirmherr mit einem Grußwort die deutschlandweit größte Fachtagung für die global-verteilte Datenbank-Technologie:


Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher:
"Damals gab es in Hamburg den Letter of Credit -
heute kann es die Blockchain werden."
Foto: HANSEVALLEY


Blockchain ist eine zukunftsweisende Technologie, die immer breitere Anwendung findet. Datensicherheit, Vertrauen und Verlässlichkeit sind gerade in der digitalen Welt von großer Bedeutung. Die hochkarätig besetzte BLOCKCHANCE Conference unterstreicht das wachsende Interesse an dieser Technologie, die wir für die Digitalisierung und Innovation in Hamburg nutzen wollen.” Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher bringt die Bedeutung der - laut The Economist - globalen "Trust machine" auf dem Punkt.


Die weitreichende Entwicklung der verteilten Datenbank-Technologie für die Hamburger Unternehmen aus traditionellen Branchen wie der Logistik und dem Energiehandel pointierte Heiko Wandrey, Vorsitzender des Innovationsausschusses der Handelskammer, zur Eröffnung im Albert-Schäfer-Saal der "Neuen Börse" auf den Punkt:


Die Handelskammer ist Gastgeber für die Zukunftstechnologie Blockchain.
Foto: Handelskammer Hamburg

Die Blockchain-Technologie wird immer wichtiger für Unternehmen aller Größen und aller Branchen – auf der ganzen Welt und natürlich auch in Hamburg. Besonders im Bereich der Logistik und der Energie gibt es viele innovative und erfolgreiche Projekte und ich bin sicher, dass andere Branchen bald nachziehen werden. Als Handelskammer unterstützen wir mit dem ’Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum’ vor allem kleine und mittlere Unternehmen dabei, das ökonomische Potenzial dieser vielversprechenden Technologie zu erkennen und im eigenen Betrieb Anwendungsbereiche zu finden.


Was lokale Multimedia-Veteranen der 12%-SPD für eine Sternschnuppe ohne nachhaltige Bedeutung halten und wem Startup-Netzwerke jetzt kopflos hinterher hecheln, ist an der alt eingesessenen E-Commerce- und Online-Marketing-Szene rund um Binnen- und Außenalster längst vorbeigezogen. Dazu Fabian Friedrich, Veranstalter der BLOCKCHANCE Conference Hamburg:


Initiator und Veranstalter Fabian Friedrich.
Foto: Karsten Eichhorn

“Mit mehr als 50 vornehmlich jungen Unternehmen, 5 Veranstaltern von führenden Konferenzen und Netzwerken, 3 wissenschaftlichen Einrichtungen, einem eigenen Branchenverband und zahlreichen namhaften Anwendern in Produktion, Handel und Dienstleistung entwickelt sich Hamburg zu einem der führenden Standorte für die Blockchain-Technologie in Deutschland. Was vor einem Jahr eine Vision war, wird durch praktische Forschung, Pilotprojekte und die Beteiligung der Industrie zu einem Alleinstellungsmerkmal der Freien und Hansestadt Hamburg."

Von 0 auf 100: Die Blockchance-Konferenz in Hamburg:
750+ Gäste aus aller Welt aus Politik, Wirtschaft + Gesellschaft.
Foto: HANSEVALLEY


Die internationale BLOCKCHANCE Conference ist nicht allein: Führend engagierte Technologie- und Beratungsunternehmen wie IBM, Deloitte, Osborne Clarke und Sopra Steria supporten die Wirtschafts- und Gesellschaftskonferenz ebenso, wie maßgebliche Netzwerke an Alster und Elbe, z. B. das Digitalcluster Hamburg@work, die CIO- und CDO-Vereinigung IT-Executive Club Hamburg, der Finanzplatz Hamburg, ThIS! The Interface Society und der VDI Hamburg.

"Dank der engagierten Unterstützung starker und visionärer Partner aus Wirtschaft und Politik ist die BLOCKCHANCE Conference ein entscheidender Treffpunkt für Technologie, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft im Kontext der dezentral vernetzten Datenbank-Technologie. Wir freuen uns, mit dieser Plattform unsere Stadt mit ihrer starken Wirtschaft, ihrer Verwaltung und der Gesellschaft zu unterstützen, in die digital-vernetzte Zukunft zu starten.”


Eines der Highlights auf der BLOCKCHANCE 2019:
Der 1. Bitcoin-Geldautomat von Sutor Bank und Spot9.
Foto: HANSEVALLEY

Internationale Keynotes, Diskussionen und Panels zur vernetzten Zukunft
Mit 77 Sprechern aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden ebenso, wie aus China, Dubai und den Vereinigten Staaten sowie mit ihren 16 Panels ist die "BLOCKCHANCE" eine der größten Konferenzen in Deutschland zu den technologischen Möglichkeiten und gesellschaftlichen Konsequenzen der globalen Distributed Ledger Technologien. Die Auftakt-Keynote hielt am Morgen Marc Buckley, Advocat des UN-Entwicklungsprogramms SDG für Nachhaltigkeitsziele und Experte des Weltwirtschaftsforums.

Globale Chancen, Facebook’s Libra und die deutsche Automobilindustrie

Zu den weiteren Highlights der 2-tägigen Konferenz mit über 20 nationalen und internationalen Ausstellern gehören internationale Keynotes von Vertretern des Club of Rome, der Europäischen Kommission und der Vereinten Nationen, Talks und ein exklusives Panel mit 5 namhaften Experten zur geplanten Corporate Money Libra von Facebook sowie eine Diskussion mit Innovatoren von BMW, Daimler und VW zum Einsatz der Blockchain-Technologie in der deutschen Automobilindustrie.


Politik trifft Blockchain Startup-Förderung für Hamburg:
Peter Tschentscher lernt BlockRock Ventures kennen.
Foto: HANSEVALLEY

Hamburgs Blockchain-Accelerator und Startup-Contest mit 50.000,- €

Besondere Aufmerksamkeit richtet die BLOCKCHANCE auf das Thema Startup-Förderung. Im Rahmen einer Keynote gibt der Presenting Partner BlockRock Ventures Accelerator am Freitag-Nachmittag seinen Einstand. Der internationale Investor und Startup-Förderer Evan Luthra (Startup Studio) stiftet für den "BC19 Evan Luthra Startup Award" ein Preisgeld von 50.000,- € für den Sieger des Pitch-Wettbewerbs am 2. Konferenztag.

Willkommen im Hamburger "Blockchain Kindergarten" für jedermann

Für alle Neugierigen First Mover, Early Adaptor und Techis bietet die BLOCKCHANCE am Samstag zwischen 12.00 und 15.00 Uhr kostenfreien Eintritt zur integrierten Messe. Dann erklären 5 Schüler im "Blockchain Kindergarten" allen Interessenten auf Einladung des Hanseatic Blockchain Instituts die global-vernetzte Datenbank-Technologie, gefolgt von einer praktischen Mitmach-Session, seine ganz persönliche Blockchain zu bauen und gleich mit nach Hause nehmen zu können.

Einer der jüngsten Blockchain-Fans auf der Konferenz:
Der Hamburger MOIA-Hund "Karl".
Foto: HANSEVALLEY

*   *   *

 Hamburg Digital Background: 

BLOCKCHANCE Conference Hamburg 2019
www.blockchance.eu

BlockRock Ventures Accelerator, Hamburg
www.blockrock.eu

Blockchain Summer Hamburg 2019
www.blockchainsummer.com

Hanseatic Blockchain Institute, Hamburg
www.blockchaininstitute.eu

Blockchain Research Lab, Hamburg
http://www.blockchainresearchlab.org

Mittwoch, 12. Juni 2019

HANSESTATEMENT: Digitalisierung? Kein Thema mehr für die Hamburger CDU?

Ein HAMBURG DIGITAL STATEMENT
von Gerd Kotoll


Wissenschaftsexperte und Blockchainspezialist Carsten Ovens.
Foto: HANSEVALLEY

Schockwellen nach der Europawahl, Erdbeben in der SPD – da kann die CDU Hamburg nicht untätig bleiben ... und sorgt an Alster und Elbe ebenfalls für durchschlagene Erschütterungen. Das Epizentrum der strategischen Verwerfung ist der Kreisverband Eimsbüttel, genauer gesagt, der Ortsverband Niendorf. Ein Hamburg Digital Statement aus dem inneren Zirkel der bürgerlichen Opposition Hamburgs.

"Hamburg besser machen" war und ist das Motto meiner politischen Arbeit. Dennoch werde ich mich nicht erneut um ein Wahlkreismandat bewerben, um Lokstedt, Niendorf und Schnelsen auch in der kommenden Legislatur in der Hamburgischen Bürgerschaft zu vertreten." Mit diesen Worten verabschiedet sich der Hamburger Digitalpolitiker Carsten Ovens in seinem Blog am Dienstag von der politischen Bühne.

Was war da wirklich los? Der Niendorfer Ortsvorstand hat mit 13:3 Stimmen beschlossen, dass der einzig sprechfähige CDU-Kopf im Elbvalley zu Fragen der Digitalisierung, zur Blockchain und zu KI nicht mehr auf dem sicheren ersten Platz der Wahlkreisliste zur Bürgerschaftswahl im kommenden Frühjahr gesetzt werden soll. Basta! 


Nachdem schon die - sagen wir mal - etwas sehr "unbeholfene Reaktion" der Bundes-CDU auf ein "Influencer"-Video eines blauhaarigen YouTube-Comedians für Kopfschütteln sorgte, steht der Kopf auch bei dieser Entscheidung entgegen aller Versuche einfach nicht still.

Carsten Ovens organisiert regelmäßig Veranstaltungen mit dem Startup-Bundesverband in Hamburg, pflegt einen engen Austausch zur lokalen Gründerszene und gibt nicht nur Floskeln zu Technologie-Themen zum Besten. 


Der 37-jährige Hamburger betreibt ernsthaften inhaltlichen Austausch. Bislang ist in der Hamburger CDU niemand in Erscheinung getreten, der über vergleichbares Know how verfügt. Von den guten Verbindungen ins Startup-Land Nr. 1 - Israel - ganz zu schweigen. 

Die Personalauswahl – noch so ein Schwachpunkt der CDU

An dieser Stelle wird erneut deutlich, wie dünn die Personaldecke der Hamburger Christdemokraten ist: 


Während sie Bürgermeister Tschentscher partei-intern (zu Recht) als Dritte Wahl in der Scholz-Nachfolge titulierten, nachdem Andreas Dressel und Melanie Leonhard aufgrund persönlicher Befindlichkeiten abwinkten, konnte auch die CDU mit Marcus Weinberg erst im dritten Versuch einen Spitzenkandidaten finden (wenn auch mit dem Unterschied, dass gesundheitliche Gründe bei zwei vorher gehandelten Personen den Ausschlag gegeben haben, nicht anzutreten). 

Ob ein Kandidat, der als ehemaliger Landesvorsitzender vor rd. zehn Jahren eine Halbierung des Wahlergebnisses mitzuverantworten hatte (von dem sich die Partei immer noch nicht wieder erholt hat), der richtige Kandidat ist, den mittlerweile noch tiefer im Dreck steckenden Karren wieder flott zu machen, kann man dahingestellt sein lassen. 

War der personelle Aderlass der Fraktion - durch Rücktritte und Verschiebungen der Prioritäten weg von der Politik - seit dieser Zeit bereits schmerzhaft, wird sie künftig durch die Entscheidung eines Ortsvorstands nochmals geschwächt - personell wie fachlich. 

Lieber formales Quorum als inhaltliche Kompetenz

Eine Partei, die mangels zugkräftiger Themen und Köpfe, potentiell darum kämpft, nicht in der politischen Bedeutungslosigkeit zu landen, macht sich obendrein mit einer realitätsuntauglichen Quorums-Vereinbarung selbst das Leben noch schwerer, als ohnehin schon.

Wenn das Geschlecht - wie offiziell verkündet - mehr Bedeutung hat, als thematische Kompetenz und damit inhaltliche Relevanz, dann gibt die Partei ihre Zukunftsfähigkeit zugunsten einer von anderen definierten Beliebigkeit vor der Wahlkabine ab. 
Eine Kapitulation vor dem Zeitgeist ist aber das Letzte, was der Wähler wirklich will. 

Da ist es intelligenter, in den Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" einzutreten, wenn der politische Gegner als Idee lediglich aufbietet, die Stadt zum Dorf zurück entwickeln zu wollen. 
Damit muss man den Gegner aber erstmal stellen (wollen).

Das ist auch bei den Hamburger Liberalen angekommen. FDP-Fraktionschef und Digitalexperte Michael Kruse stellte zu den Aktivitäten in der CDU gegenüber HANSEVALLEY fest: "Carsten Ovens ist ein anerkannter Experte im Bereich Digitalpolitik. Ich glaube nicht, dass die CDU zu viele derartig profilierte Digitalpolitiker hat.“

Wie notwendig in Digitalisierungsfragen fachlich kompetente Politiker wären, zeigt sich, wenn – unabhängig von Parteifarben – in typischer politischer Sonntags-Reden-Manier von Hamburg als "Blockchain-Hauptstadt" fabuliert wird: 


Tatsächlich gibt es in Hamburg nach aktueller Zählung im Auftrag von HANSEVALLEY 38 Blockchain-Companies an Alster und Elbe. Das sind rd. die Hälfte allein der deutschen Blockchain-Startups mit Sitz in der Startup-Hauptstadt Berlin - von etablierten Blockchain-Nutzern und -Dienstleistern ganz abgesehen.

Wer soll eigentlich Carsten Ovens Listenplatz für die Bürgerschaft einnehmen? Und vor allem: warum?

Dass in Parteien, erst recht wenn es um bezahlte Politik geht, personeller Wettbewerb herrscht, gehört zur Natur der Sache. Das wird auch Carsten Ovens bewusst sein, der beruflich begründet seit einiger Zeit mehr in Berlin als in Hamburg ist. 
Dass die neue Nr. 1 in Niendorf eine Frau ist, ist heutzutage ein Zeitgeist-Vorteil. Eine Qualifikation ist es nicht. 

Es ist auch kein Qualifikationsausweis, dass sie eine - wenn auch indirekte - Mitarbeiterin außerhalb des Politikbetriebes des Kreisvorsitzenden und Bundestagsmitglieds Rüdiger Kruse ist. 

Dass sie sich als engagierte und erfolgreiche Kommunalpolitikerin in der Eimsbüttler Bezirksversammlung einen Namen gemacht haben soll, ist nun das inhaltliche Argument, wie man aus dem Umfeld hört. Bei der Wahl im Mai haben zwei andere CDU-Mitglieder mehr Personenstimmen bekommen, als sie. 


Die CDU selbst hat nur in Hamburg-Mitte noch weniger Stimmen als in Eimsbüttel eingefahren. Wie und warum diese Kompetenz nun vor Ort nicht mehr genutzt werden, sondern stattdessen die Bürgerschaftsfraktion aufwerten soll, wurde nicht erklärt.

Erst das Land, dann die Partei, dann die Person: Das scheint keinen Wert mehr zu haben und auch nicht Bestandteil der Überlegungen in Niendorf gewesen zu sein, wo die Kirchtürme offenbar nicht nur bei den Gebäuden die niedrigsten sind. 


Wer sich in einer Zeit drängender digitaler Herausforderungen für "PDF" statt "ICO" entscheidet - und damit auch eine Chance vergibt, die grün-rote Koalition im Rathaus anzugreifen (deren digitaler Firniss sehr durchsichtig ist), darf sich nicht wundern, wenn er von käuflichen YouTube-Boys vorgeführt und vom Wähler nicht mehr als regierungsfähig angesehen wird. 

Oder wie formulierte HANSEVALLEY-Chefredakteur Thomas Keup - über 16 Jahre selbst CDU-Mitglied - in einem Brief an die Hamburger CDU-Parteispitzen Heintze, Trepoll, Weinberg:

"Zukunft wird aus Mut gemacht. Mut erfordert Angstfreiheit. Eine Partei gewinnt Profil, wenn Sie bereit ist, aus ihrer Komfortzone herauszutreten und die entscheidenden Themen anzupacken. Ich sehe bei Ihnen im Moment weder Mut, noch zukunftsweisende Themen, noch ein eigenständiges Profil." 

Das letzte Wort möchten wir gern dem Abgeordneten und Digitalexperten Carsten Ovens geben:

"In einer kleinen Fraktion ist jedes Mitglied als Fachpolitiker gefordert. Bei mir sind dies Wissenschaft und Digitale Wirtschaft als Fachsprecher unserer CDU-Fraktion. Dazu liegen mir die internationalen Beziehungen Hamburgs sehr am Herzen. Wir sind Deutschlands Tor zur Welt. Diesem Anspruch müssen auch wir Abgeordneten gerecht werden. Wer Hamburg besser machen will, der sollte ohnehin regelmäßig seinen eigenen Horizont erweitern und über die Grenzen des eigenen Stadtteils hinaus denken."


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 Hamburg Digital Autor Gerd Kotoll: 

Gerd Kotoll vernetzt Entrepreneure mit potentiellen Partnern und Kunden - und berichtet von ausgewählten Events und Entwicklungen im Ökosystem der Hamburger Startup-Szene. 

Als unabhängiger Makler berät und betreut Gerd Kotoll er Vereine, Verbände und Unternehmen in Fragen der betrieblichen Absicherung. Besonderen Fokus legt er auf junge Unternehmen und Startups. 

Gerd Kotoll ist Freier Autor des Hamburg Digital Magazins.

Die inhaltliche Verantwortung des Autorenbeitrags liegt beim Urheber.

 Hamburg Digital Background: 

CDU-Abgeordneter Ovens verzichtet auf Kampfkandidatur:
welt.de/regionales/hamburg/article195082563/Buergerschaftswahl-2020-CDU-Abgeordneter-Ovens-verzichtet-auf-Kandidatur.html