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Donnerstag, 5. Juli 2018

HANSEINSURTECH: Schnelle Lösungen aus der Werft für den Linienbetrieb.

HAMBURG DIGITAL REPORT

Hamburg, Neue Börse am Adolphsplatz. Einmal wöchentlich treffen sich Agenten, Makler, Assecuradeure und Sachverständige, um Transport- und Industrierisiken wie z. B. Feuer abzusichern. Seit dem Recht der Kaufleute von 1558, eine Börse zu betreiben, entwickelte sich die Versicherungsbörse zur wichtigsten Sparte  - wichtiger als Café, Getreide, Immobilien oder Wertpapiere. 


Altehrwürdige Eingangstüren der Hamburger Versicherungsbörse.
Foto: HANSEVALLEY

460 Jahre später drohen Versicherer den Kontakt zu ihren Kunden zu verlieren, schieben sich Plattformen dazwischen, übernehmen Startups mit schnellen Geschäftsmodellen Teile des Geschäfts. Jetzt müssen die Versicherer handeln. An Deutschlands drittgrößtem Standort brennt es unter den Dächern lichterloh. Eine neue Werft soll Hamburgs und Norddeutschlands Anbietern helfen, sturmfest zu werden. Ein Hamburg Digital Report:

Ein Ende mit Schrecken: Die jeden Donnerstag um 13.30 Uhr öffnende Präsenzbörse der Hamburger Versicherungsbranche schließt nach 460 Jahren täglichem Betrieb in diesem Monat ihre Pforten. Ein Opfer der Digitalisierung. Schluß mit offenen Briefen, die im Börsensaal ausgetauscht werden, um mit einer Signatur das Risiko für Geschäfte abzusichern. Die Digitalisierung macht vor der Heimat der Feuergilde als weltweit erster Versicherung von 1591 nicht halt. Hamburgs Versicherer sind mittendrin im Sturm.

Rund 20.000 Beschäftigte arbeiten in rd. 370 Unternehmen der Branche. Die Handelskammer zählt aktuell 4.000 Versicherungsvermittler, davon 1.500 unabhängige Makler. Doch wie sieht die Zukunft aus? Berlin, Köln und München haben eigene Innovationshubs für die Versicherungsbranche gegründet. Verschläft die Freie und Krämerstadt einen wichtigen Trend? Verliert Hamburg seine Position als Nr. 3 unter den Versicherungsstandorten der Republik. Am Großen Burstah denkt man weiter.



Versteht sich als Think- und Work Tank: Die Insurtech Werft
Foto; HANSEVALLEY

Tilman Freyenhagen ist seit 1996 in der Branche, hat bei der Condor gelernt, 2002 ein duales Studium zum Vertriebsökonomen absolviert. Er war Maklerbetreuer, Vertriebsdirektor bei der Ideal und Prokurist bei Condor und R+V Leben. Risikomanagement liegt ihm im Blut, 20 Jahre "Stallgeruch" haben ihre Spuren hinterlassen. Mit Alsterspree gibt er das Fachmagazin "Procontra" heraus, betreibt mit "Profino" eine digitale Online-Plattform für den Austausch der Branche. Mit sehendem Auge kümmert er sich jetzt darum, dass die Branche ihre Augen öffnet.


Insurtech-Innovator Tilman J. Freyenhagen
Foto: Alsterspree
"Wir sind mit unseren innovativen Ideen bei den Versicherungen abgeprallt", bringt der Wahl-Hamburger zunächst auf den Punkt. Für Versicherungen geht es darum, Bestände zu migrieren, Regulierung zu beherrschen und Effizienzen zu steigern. Digitalthemen gehören nicht zum Alltagsgeschäft. Hinzu kommt: Mittelgroße Anbieter, wie die norddeutschen Anbieter Hanse-Merkur, Itzehoer oder Uelzener haben nicht die Ressourcen der Großkonzerne, um eigene Labore zu betreiben.

Die Idee von Startups, das Maklergeschäft anzugreifen, zielt zu kurz.

Prof. Dr. Florian Elert, Spezialist für Versicherungsmanagement an der Wirtschaftshochschule HSBA und Partner der gemeinsamen Insurtech Werft Hamburg sagt, wie man den norddeutschen Versicherern helfen will: "Unsere Idee ist, dass die Versicherungen möglichst schnell und mit wenig Aufwand neue Dinge ausprobieren können." Der Veranstalter des 1. Hamburg Insurance Innovation Days macht klar: Die Idee vieler Startups, das Maklergeschäft anzugreifen, zielt zu kurz. So, wie Versicherungen nicht immer schnell genug sind, so haben Startups nicht den Zugang zu Kunden und Daten.


Rapid Prototyping der InsurTech Werft im DI-Lab der HSBA
Foto: InsurTech Werft
Die Insurtech Werft geht einen anderen Weg: Auf der einen Seite engagieren sich Versicherer mit ihren Innovatoren, die offen sind für neue Ideen und die Umsetzung. Auf der anderen Seite stehen ausgewählte Startups. 6x im Jahr treffen sich die Partner, um einen Use Case in die Praxis umzusetzen.
Dreh- und Angelpunkt: Die digitale Musterversicherung "Fury“ als Sandbox. Umgesetzt an einem Tag zusammen mit dem Hamburger Startup „Kasko“, dass wir vorgestellt haben. Mittlerweile hat Fury einen Chatbot und ein Robotics-Tool bekommen, mit dem Geschäftsvorfälle automatisch und ohne Schnittstelle bearbeitet werden können.

Die praktische Zusammenarbeit an konkreten Themen ist der Kern der Insurtech Werft von Alsterspree, HSBA und Gründungspartner Hanse-Merkur. 16 Corporates und Startups sind aktuell dabei, widmen sich 6x im Jahr im DI-Lab gegenüber der Neuen Börse der Zukunft der Versicherungsbranche. Das Besondere: Alle Partner erarbeiten gemeinsam Konzept, Funktionen und Umsetzung einer Idee. Am Ende des Tages können die Beteiligten den fertigen Prototypen mit in Ihre Companies nehmen - und nutzen.

Versicherungen, Startups und Dienstleister freiwillig in einem Boot

"Wir sind der Meinung, dass das operative Arbeiten der große Unterschied ist, betont Vordenker Tilman Freyenhagen die Idee des Rapid Prototyping-Ansatzes. Während die bayerischen Versicherungen im "Insurtech Hub" München Blockchain-Strategien erarbeiten und im größten deutschen Lab in Köln Hackathons im Mittelpunkt stehen, geht es in Hamburg um konkrete Entwicklungen und schnelle Ergebnisse. "Unser Wunsch war, etwas sehr nah am Unternehmensalltag zu machen", betont Florian Elert. Im April vergangenen Jahres wurde die Idee geboren, im September kam die Hanse-Merkur an Board, im März diesen Jahres gab es den ersten Workshop.


Versicherungsexperte Prof. Dr. Florian Elert von der HSBA
Foto: HSBA
Die Partnerschaft mit den beteiligten Unternehmen geht über mindestens 1 Jahr, beinhaltet 6 eintägige Sprints im DI-Lab der HSBA mit vorabendlichen Netzwerk-Events und bis zu 2 Vertretern pro Unternehmen am Puls der Zeit. Zu den wünschenswerten Mitarbeitern zählen Innovationsmanager, Tech- und Themenspezialisten, leitende Mitarbeiter und Vorstände. Die Kosten richten sich nach Größe und Funktion und liegen für Startups, Dienstleister und Versicherer zwischen 4.900,- € und 14.900,- € im Jahr. 

Alle Unterstützung für Hamburger und norddeutsche Versicherer 

Dabei arbeitet die Hamburger Innovationswerft selbst nach der Lean-Startup-Methodik, spart sich kostspielige Strukturen. Zweimal im Jahr trifft sich ein "Steering-Komitee" mit aktuell 9 Vorständen der Partner und den Organisatoren, um das Konzept weiterzuentwickeln und die nächsten Themen abzustimmen. Drei Grundsätze verfolgt die neuartige Innovationswerft: 1. Es geht um Support der Branche in Hamburg und Norddeutschland, 2. Offenheit für neue Ideen ist A und O, und 3. Dienstleister dürfen mit max. 20% nur eingeschränkt dabei sein.

Mit der Sommerpause ist die Aufbauphase der Insurtech Werft abgeschlossen. Ab Herbst geht es um die Frage, wie das Programm weiterentwickelt wird und welche Themen in Zukunft auf der Agenda stehen. Außerdem sollen die Erfahrungen in den beteiligten Häusern vertieft werden und breit zum Einsatz kommen. Tilman Freyenhagen fokussiert zum Abschluss, dass "Fury" als Sandbox zu einem digitalen Versicherer ausgebaut werden wird. Prof. Dr. Florian Elert ergänzt: "Welche Ideen die Partner aufgreifen und in den Häusern umsetzen, liegt bei den Unternehmen." 

 Hamburg Digital Backgrund: 

HANSESTARTUP Kasko: "Wir verkaufen eigentlich nur Schaufeln."
https://hh.hansevalley.de/2018/06/hansestartup-kasko.html

GESTERN:

Älteste Feuerversicherung der Welt: 
www.wasistwas.de/archiv-geschichte-details/die-aelteste-feuerversicherung-der-welt.html

Älteste Seeversicherung der Welt: 
http://versicherungswirtschaft-heute.de/dossier/seeversicherung-die-alteste-sparte-der-welt/

HEUTE:

Hamburger Versicherungsbörse:
http://hamburger-versicherungsboerse.de/

Hamburg Insurance Innovation Day:
www.hsba.de/hsba/unsere-hochschule/team/1-hamburg-insurance-innovation-day-start-ups/

Versicherungsstandort Hamburg:
www.vfvh.de/index.php/projekte

MORGEN:

Insurtech Werft, Hamburg:
https://insurtech-werft.de/

Insurhub, Berlin:
https://www.insurhub.de/

Insurlab Germany, Köln:
www.insurlab-germany.com/

Insurtech Hub, München:
www.insurtech-munich.com/

Werk 1 - W1 Insurtech, München:
www.werk1.com/branchen-programme/w1-insurtech/

Mittwoch, 27. Juni 2018

HANSESTARTUP Kasko: "Wir verkaufen eigentlich nur Schaufeln."

HAMBURG DIGITAL REPORT

Versicherungen und Flexibilität - zwei Welten treffen aufeinander. Assekuranzen und Kundenservice - passten noch nie so richtig zusammen. Der Grund liegt nicht nur in der Kultur Jahrhunderte alter Versicherungsvereine verborgen. Viele Versicherungen werden im eigenen Haus ausgebremst - von durchschnittlich 14 Jahre alten IT-Systemen, von 30 Jahre alten IT-Anwendungen ganz zu schweigen.



Ein junges Team aus fünf Ländern hat womöglich den Stein des Weisen gefunden - zumindest für die versteinerte Versicherungsbranche: eine Serviceplattform für smarte Produkte, flexiblen Vertrieb und die kundenorientierte Verwaltung. Was wie ein Grimmsches Märchen klingt, ist bei 100 neuen Versicherungprodukten bereits im Einsatz - made in Hamburg. Ein junger Hamburg Digital Report.


Mit Stallgeruch der Versicherungsbranche:
Jungunternehmer Nikolaus Sühr.
Foto: Kasko
Versicherungen sind ihm in die Wiege gelegt: Der 34-jährige Nikolaus Sühr hat früh Berührung mit dem Geschäft seines Vater, einem Spezialvermittler für Oldtimer-Versicherungen aus Lübeck. Nach seinem BWL-Studium in London fokussiert sich der Hamburger auf die Versicherungswirtschaft und das Risikomanagement. Er geht zum Industriemakler Funk, ist unter den ersten Trainees des Risikomanagers. Nach 2 Jahren wechselt er in die elterliche Firma, ist für Produktentwicklung und Marketing verantwortlich. Schnell stellt der Nachwuchs fest: "Ich habe kein Benzin im Blut."


"Lass uns doch mal was Richtiges machen!"


Er hat eine Idee: einen Versicherungsvergleich für Spezialpolicen - z. B. für Kunst oder Jäger. Mit seiner fortschrittlichen Vorstellung trifft er auf eine Branche aus der Analog-Zeit: Der Jungunternehmer stellt fest: es gibt weder digital aufbereitete Daten noch digital-vernetzte Prozesse. Die Zeit ist noch nicht reif. Nikolaus wechselt in eine Strategieberatung, kümmert sich um Finanzthemen. Doch es kribbelt weiter in seinen Fingern. Die Idee, etwas Eigenes zu gründen, lässt ihn nicht los. Nach ersten Testläufen mit einer App für Zitate kommt Geschäftspartner und Datenspezialist Mathew Wardle im Dezember 2014 auf den Punkt: "Lass uns doch mal was Richtiges machen!" 

Zwei Ideen verfolgen die in ihrer Studienzeit in Nothingham in einem Zimmer untergebrachten Nachwuchsunternehmer: 1. einen digitalen Policen-Makler á la "Knip", oder Versicherungspolicen für das Carsharing mit Privatfahrzeugen, z. B. via "Drivy". Neujahr 2015 trifft Nikolaus eine Entscheidung: "Ich gehe die Autogeschichte an". Beim Startup-Weekend an der WHU pitcht er seine Idee: "Kasko Drive" - und gewinnt die Challenge, mit Fremden an einem Wochenende ein Produkt zu entwickeln. "Kasko" geht den Startup-Weg: Die jungen Gründer pitchen vor Investoren, machen den 2. Platz an der Jakobs Universität in Bremen, gewinnen Coworking-Plätze im "Hubraum" der Telekom in Berlin.


"Da muss es doch was im Versicherungsbereich geben."

Partner Matt kündigt seinen gut bezahlten Job als IT-Spezialist, kommt nach Hamburg, arbeitet an der Technik für den Versicherungsservice. Im Frühjahr 2015 entscheiden sie sich für Seedcamp in London, wollen ihre Idee von Mai bis Juli auf die nächste Ebene heben. Anfang 2016 starten Sie einen Testlauf mit der Barmenia und Autoscout24. Die Produktidee: ein Versicherungsschutz für Probefahrten. Die Idee floppt: das Geschäftsmodell fliegt nicht wirklich. Der entscheidende Hinweis kommt von einem Produktentwickler der Basler Versicherung aus der Schweiz.


Produktbeispiel "Friday" Kfz-Versicherung mit Modulen
Screenshot: Kasko

Statt selbst Versicherungen zu verkaufen, wird Kasko zum technischen Dienstleister. Das Geschäftsmodell dreht sich. Aus dem digitalen Vermittler wird ein Tech-Service für die Versicherer: "Versicherer sind auch ein Vertriebskanal für uns", stellt Unternehmer Nikolaus fest. Die Assekuranzen haben ein Problem: Ihre IT-Systeme sind im Schnitt 14 Jahre alt, in der Spitze laufen bis zu 30 Jahre alte Cobol-Anwendungen in ihren Kellern. Während bei einer Bank im Schnitt ein Kreditsystem die Arbeit macht, werkeln bei Versicherern bis zu 25 Systeme parallel. 


"Es ist total unterschiedlich, ob es ein Handy, ein Laptop oder ein Pferd ist."

Nikolaus bringt die Herausforderungen auf den Punkt: komplexe IT-Systeme inkl. Altsysteme und komplexe Prozesse in Bestands- und Neugeschäft. Der Experte im Gespräch: "Für einen Versicherer ist es nicht wirtschaftlich, ein kundenorientiertes Produkt mit den bestehenden Prozessen und Systemen herauszubringen." Damit fasst der Kopf eines heute 20-köpfigen Teams seine mehr als 10-jährige Expertise zusammen. Mit flexiblen Geschäftsmodellen der Versicherer und bedarfsorientiertem Vertrieb on- oder offline hat das wenig zu tun. Geschweige mit der Nutzung von Daten.

Der lange Weg hat sich gelohnt: Die Studienfreunde und Jungunternehmer bauen eine Whitelabel-Plattform für Versicherungsprodukte - nutzbar für angestellte Agenten, freiberufliche Makler, Online-Aggregatoren, Vertrieb über Webseiten und diverse Vertriebskanäle, wie Banken oder Autohändler. Mehr als 500 verschiedene verschiedene Vertriebspartner arbeiten heute mit der Plattform. Aus 12-18 Monaten Einführungszeit inkl. IT-Anpassung werden 2-3 Wochen über den modularen Service aus Hamburg. 22 Produkte werden allein in 2017 eingeführt, über 100 Einführungen mit 20 verschiedenen Versicherungen in 6 europäischen Ländern sind es bis heute. 


"Wir müssen offen sein, denn der Prozess ist bei jedem ein bisschen anders."

Nikolaus Sühr ist nach all den Startup-Irrungen und -Wirrungen stolz auf das Geschäftmodell: "Wir bauen ein Frontend für Endkunden und Vertriebspartner. Wir bauen den Rechenkern für Tarife, Angebote und Anträge - inkl. Policierung, Zahlungsabwicklung und Kundenkommunikation." Das Ganze funktioniert auch für Omni-Channel-Lösungen, z. B. bei einer Sparkasse, einem Autohersteller oder einem Möbelhaus inkl. erforderlicher Datenintegration. Und damit Versicherungen richtig Spaß an der Lösung haben, ist die Verwaltung und das Management von Verträgen auf Wunsch mit dabei - einschließlich Schadensmeldungen und Adressänderungen.


Schweizer WG-Versicherung "Splitsurance" von der Allianz
Screenshot: Kasko

Die Vorteile liegen auf der Hand: Mit der Service-Plattform ist keine Integration in Altsysteme notwendig, die komplette Verwaltung der neuen Spezial-/Versicherung erfolgt stand alone. Die Zeit von der Entscheidung bis zur buchbaren Versicherung verringert sich auf 2-3 Wochen. Dazu kommt Flexibilität in der Anpassung und späteren Integration, wenn gewünscht. Mittlerweile beraten die jungen Hamburger Versicherungen bei der Umsetzung ihrer Produktideen, lizensieren ihr virtuelles System als Blaupause. Nikolaus formuliert es so: "Wir geben Euch Schaufeln an die Hand. Die Kosten nicht 500.000, €, sondern 5.000,- €. Jetzt schaufelt mal los!"


"Wir verkaufen eigentlich nur Schaufeln."

Im Gespräch gibt er zu: "Wir profitieren von der Goldgräberstimmung. Und wir verkaufen eigentlich nur Schaufeln." Hintergrund: Viele Versicherungen wollen neue Produkte auf den Markt bringen, wollen flexible Prozesse einführen und sich aus den Fängen ihrer IT befreien. Auf die Frage, warum sie soviel günstiger sein können, als klassische IT-Dienstleister mit großen Systemen, antwortet der Insurtech-Unternehmer: "Wir sind soviel günstiger, weil wir viele Sachen nicht machen. Das ist nicht sexy, aber es ist ein Geschäftsmodell." Mit Standorten in London, Hamburg und Riga sind sie international aufgestellt. 

Stellt sich die Frage, wer unter den jungen, flinken Startuppern zu leiden hat. Es sind vor allem interne IT-Abteilungen mit eigenen Entwicklungen, die sie unter Kontrolle haben wollen. Es sind Software-Häuser mit spezialisierten Fachanwendungen für die Versicherungswirtschaft und es sind IT-Systemhäuser, z. B. im SAP-Umfeld. Nikolaus ist stolz auf seine Technologie, denn "am Ende geht es um Kapazitäten". Und wieder einmal zeigt sich, dass die Kooperation mit einem etablierten Partner auch für junge Partner hilfreich sein kann. In diesem Fall ist es Häuser wie Barmenia oder Basler, die Kasko mit spannenden Projekten den Start ermöglichen und weiter begleiten.


Reiseversicherung von AXA Starling in Großbritannien.
Grafik: Kasko
Als Nächstes plant Nikolaus zusammen mit seinem Co-Founder Matthew Dataservices und ein Marktplatzmodell für Versicherungen. Dabei spielt trotz Startup-Anfängen seine langfristige Ausrichtung eine wichtige wichtige Rolle: "Mir geht's um die Freiheit zu entscheiden und dass es langfristig Sinn macht." Dabei hilft ihm auch sein "Stallgeruch" aus der Versicherungsbranche. Kein Wunder, dass Kasko auch ein Partner der noch jungen Hamburger "Insurtech Werft" der Agentur Alsterspree und der HSBA ist. Aber das ist unsere Insurtech-Geschichte in einer Woche.

 Hamburg Digital Background: 

KASKO - InsurTech as a Service:
www.kasko.io

Nikolaus Sühr bei Linkedin:
www.linkedin.com/in/nikolaussuehr/de/

InsurTech Werft: Alsterspree + HSBA:
https://insurtech-werft.de/