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Montag, 19. April 2021

HANSECOMMERCE: Wie man gut und günstig bei Aliexpress einkauft - Teil 2.

HANSE ECOMMERCE SPEZIAL
- 1.500+ Leser. Und Sie. -
* Update 27.03.2024 *

Die Aliexpress-App bietet günstigere Preise als das Portal.
Screenshot: App Store

Hinweis: 

Seit 1. Juli 2021 gelten in der EU neue, strengere Regeln für den Import und die darauf entfallende Einfuhrumsatzsteuer von 19 %. Danach sind ab Jahresmitte nur noch Artikel aus China bis zu einem Verkaufspreis von max. 5,23 € inkl. Versandkosten von der Steuer befreit. Hintergrund: Steuern unter 1,- € werden nicht eingefordert. 

Bislang lag der Freibetrag für in die EU importierte Waren generell bei 22,- €. Da bislang Steuerzahlungen bis zu 5,- € nicht eingefordert wurden, waren bisher Einkäufe bis effektiv 26,- € inkl. Versand steuerfrei. Das änderte sich ab 1. Juli 2021.

Heute erheben chinesische Marktplätze wie AliExpress und Temu die Einfuhrumsatzsteuer automatisch beim Kauf über das Online-Portal und führen diese direkt ab. Eine Verzollung über die Deutsche Post mit "Wuchergebühren" oder Abholung beim lokalen Zollamt sind Geschichte! 

INFOS: Deutsche Post - Zollinformation - Neuerungen ab 1. Juli 2021

Die chinesische Marktplatz-Plattform "Aliexpress" ist mit 150 Mio. Kunden weltweit auf dem Weg, europäische Kunden von Paris über Berlin bis Moskau zu beglücken. Schon 2018 war der Endkunden-Onlinehändler die absolute Nr. 4 in der Schweiz. 2020 eröffnete der Mutter-Konzern "Alibaba" am belgischen Flughafen von Lüttich auf 220.000 qm sein erstes europäisches Zentrallager. Bis 2025 hat die Logistik-Tochter "Cainiao" ein Ziel: Jeder Kunde soll seine Bestellung über die chinesische Shopping-Plattform innerhalb von 72 Stunden geliefert bekommen. 

Hier: Wie man gut und richtig günstig bei "Aliexpress" & Co. einkauft - mit aktuellen Tricks für die niedrigsten Preise, wichtigen Tipps zu Kostenfallen und Kleidergrößen, allen Infos zu Versand und Sicherheit, Zahlungsabwicklung, Käuferschutz und Garantien sowie dem Kundendienst von "Aliexpress". Chefredakteur Thomas Keup verrät als Smart-Shopper und "Diamant"-Kunde, wie man auf "Aliexpress" gut und günstig shoppt - und bringt seine aktuellen Insides aus chinesischem Neujahrsfest, Ostersale und Singles Day einEin Hanse Ecommerce Spezial - Teil 2:

Die Schnäppchenjagd

Trick Nr. 1: Fotografieren Sie einen online oder mobil bei "Aliexpress" oder anderen Marktplätzen wie "Temu" gefundenen Artikel. Jetzt lassen Sie die Fotosuche über den Screenshot laufen - und werden sehen, das viele Händler den identischen Artikel zu unterschiedlichen Konditionen anbieten - denn "Aliexpress" schickt seine Marktplatzhändler in direkten Wettbewerb zueinander. Auch zwischen den Online-Marktplätzen herrscht Wettbewerb - und manchmal lohnt es sich, seine Einkäufe auf zwei oder mehr Plattformen zu verteilen.

Die Suchergebnisse können Sie nach aufsteigendem Preis sortieren lassen - und schon steht der niedrigste Produktpreis oben - fast. Denn nicht selten handelt es sich um flexible Preise, die je nach Lieferland variieren oder von Händlern auf Grund der Versandkosten gar nicht nach Europa geliefert werden. Erst mit Auswahl des konkreten Artikels, der Farbe oder Größe sowie der Anzahl bekommen Sie den aktuell für Deutschland gültigen Preis.

Die Handelswaren werden auf dem Marktplatz auch unter verschiedenen Produktbezeichnungen angeboten. Ein Vergleich der Produktfotos bei verschiedenen Händlern via Fotosuche im Portal oder in der App hilft herausfinden, ob es sich womöglich immer um ein und das selbe Produkt handelt. Vorsicht geboten ist bei Artikeln mit westlichen Labels. Hier kann es sich leicht um Fälschungen handeln, die spätestens teuer werden, wenn Sie vom Zoll rausgefischt und Sie als Empfänger zur Kasse gebeten werden.  

Neben dem Preisvergleich über die Artikelsuche spielen die Versandkosten eine wichtige Rolle: So sollten Sie beim Vergleich den für Versand nach Deutschland gültigen Verkaufspreis plus die darunter stehenden Lieferkosten zusammenrechnen. Aktuell bietet "AliExpress" einen kostenfreien Versand über die selbst verschickten Artikel ab 10,- € Bestellwert. Konkurrent "Temu" will 15,- € Mindestbestellwert, um dann alles gebündelt versandkostenfrei zu liefern.

Trick Nr. 2: Wählen Sie 2-3 günstige Optionen für einen einzelnen Artikel + Versand aus und legen diese in den Warenkorb. Anschließend klicken Sie im Warenkorb die verschiedenen Bezugsmöglichkeiten einzeln nacheinander an und schauen, welcher Endpreis Ihnen vor dem Gang zur Kasse angezeigt wird. Nicht selten ist ein höherer Verkaufspreis ohne Versandkosten günstiger, als ein niedriger Preis plus Versand. So lassen sich bei einem Artikel locker 1,- bis 2,- € sparen. Bei fünf oder zehn Artikeln im Warenkorb summiert sich die Ersparnis schon mal auf 6,- € bis 8,- € - nur durch Vergleichen.

Vorsicht vor Kostenfallen!

Ein weiterer, aktueller Trick: Bietet Ihnen der Händler einen reduzierten Preis zum "Sofortkauf" ohne Versandkosten an, greifen Sie ggf. zu. Legen Sie den Artikel nur in Ihren Warenkorb, kommen möglicherweise Versandkosten hinzu. Ist der Preis für den Wunschartikel mit der "Sofortkauf"-Option ideal, weil Sie ihn bereits über die Foto-/Suche mit anderen Angeboten verglichen haben, warten Sie nicht zu lange, denn die Sofort-Schnäppchen verschwinden auch wieder. 

Noch ein Trick zur Preissuche: Geben Sie alternativ zur Fotosuche auch mal Stichworte in Deutsch oder Englisch in die Suchleiste von "Aliexpress" oder "Temu". Manchmal kommen die günstigsten Preise per Zufall in einer Stichwortsuche zum Vorschein, nicht per Fotoscan. Probieren Sie einfach die verschiedenen Möglichkeiten aus.

Eine erste Warnung möchte ich an dieser Stelle mitgeben: 

Wollen Sie nicht einen Artikel, sondern zwei, drei oder vier identische Artikel kaufen, passen Sie auf die Versandkosten auf! Grund: Oft fallen bei höherer Anzahl Ihres Wunschartikels plötzlich Versandkosten an - oder sie summieren sich auf. So müssen Sie auf einmal für drei Artikel zusammen bestellt 2,54 € Versand bezahlen - bei gerade einmal 1,89 € Warenwert, während die drei kleinen Helferlein jeder allein versandkostenfrei wären. 

Die Lösung: Bestellen Sie dreimal einen Artikel ohne Versandkosten. Speichern Sie dazu den Artikel mit dem roten Herz als Wunschartikel ab, um ihn schnell das zweite und dritte Mal in den Warenkorb legen zu können. So sparen Sie sich plötzlich "explodierende" Versandkosten. Die drei Artikel werden anschließend sowieso zusammen verschickt. 

Die Frage nach dem Zoll

Alle Sendungen zu uns nach Deutschland werden im Zollpostamt am Frankfurter Flughafen eingeführt. Nach 1,5 Jahren "Wuchergebühren" von 6,- € der Deutschen Post für jede auch noch so kleine China-Sendung hat "AliExpress" wie seine Wettbewerber "Joom", "Temu", "Wish" & Co. das lästige Draufzahlen für uns Verbraucher geklärt: Für Sendungen bis 150,- € Warenwert (einschl. Versandkosten) wird die Einfuhrumsatzsteuer beim Shopping auf dem Portal direkt eingerechnet und direkt entrichtet. Damit ist "Deutsche Post" und "DHL" zwar eine lukrative Einnahmequelle los. Für uns sind China-Bestellungen damit aber wieder kalkulierbar und günstig.

Warengrößen und Versionen

Besonderes Augenmerk ist bei Kleidung von chinesischen Fabrikbändern geboten. Der Grund: Chinesische Größen sind in aller Regel zwei Nummern über den deutschen bzw. europäischen Größen angesiedlet. Heißt: eine deutsche "L" ist fast immer eine chinesische "XXL". Daher ist es nicht verwunderlich, dass die angebotenen Kleidergrößen z. T. bis 3XL, 4XL oder sogar 5XL gehen - bitte nicht verwirren lassen. 

Entscheidend ist die Größentabelle inder Fotogalerie oder auf der Produktseite! Hier finden Sie die Angaben in cm und inch, um den richtigen Umfang von Brust, Taille und Hüfte auszuwählen. Bestimmte Artikel werden mittlerweile auch in "westlichen" Größen für EU und US ausgewiesen. Wichtig: Hat der Händler die Angaben zu den Maßen korrekt gemacht und bietet keine kostenlose Rückgabe an, bleiben Sie auf den zu kleinen oder zu großen Klamotten sitzen. 

Also: Größentabelle checken oder im Zweifelsfall den Händler vor der Bestellung über die Chatfunktion anschreiben und Ihre Größe nachfragen. Dabei gilt: Keine Angst vor dem Chat: Die KI z. B. von "AliExpress" übersetzt alles in alle Sprachen. Schreiben Sie im Zweifelsfall in Englisch haben Sie auf keinen Fall Probleme bei der Klärung von Fragen mit einem Händler.

Im Übrigen bieten die meisten Händler gerade bei Bekleidung eine kostenlose Rücksendung mit Rückerstattung an. Das Paket geht dann mit einem deutschen Paketaufkleber z. B. nach Bremen oder Dresden. Bei geringen Einkaufspreisen schreibt "AliExpress" retournierte Produkte häufig ab, heißt: Geld zurück, Artikel verschenken oder in den Müll. Achten Sie bei einem Preisvergleich über die Bilder-/Suche bei Kleidungsstücken auf jeden Fall auch auf eine Information zur kostenlosen Rückgabe. 

Es kann sich lohnen, bei Shirts, Shorts und Sneakers ein paar Cent mehr auszugeben, die Ware aber im Falle eines Falles zurückschicken zu können. Die Rücksendung aktivieren Sie in der Bestellübersicht mit wenigen Klicks, laden sich das Etikett herunter und verschicken die Artikel an das Retourenzentrum. Ihr Geld haben Sie wenige Tage nach Eintreffen der Ware wieder auf dem Konto, wozu Sie eine Nachricht per Mail bekommen. Bleibt die Retoure irgendwo hängen, bekommen Sie Ihr Geld i. d. R. nach 2 Wochen (15 Tages-Frist) automatisch rückerstattet.

Da identische Artikel von verschiedenen Marktplatz-Händlern verkauft werden, haben die Produkte oft nur englische Angaben und ggf. eine englische Anleitung. Bei Elektroartikeln achten Sie bitte umbedingt auf EU-Stecker bzw. eine "internationale Version". Im Zweifelsfall gibt es auf "Aliexpress" einen Adapter für 1-2,- €. Die "internationale Version" ist umso wichtiger, wenn Sie ein Handy, Tablet oder Elektroartikel mit App-Anbindung (z. B. Luftreiniger) kaufen. Erwischen Sie die China-Version haben Sie spätestens bei der Anbindung an die App Sprachprobleme und bekommen den Artikel womöglich auch nicht auf die international aktuelle Software-Version upgedatet.

Verpackung der Sendung

Kleine graue Chinatüten erobern Deutschlands Haushalte.
Foto: HANSEVALLEY

Handelt es sich von Größe und Gewicht nicht um eine klassiche Paketsendung, werden die Artikel in zumeist weißen, hellgrauen oder schwarzen Plastiktüten als Warenpost oder Einschreiben per "Deutsche Post" zugestellt. In den reißfesten Tüten wird die Ware bei Bedarf mit Luftpolsterfolie oder Schaumstoff geschützt. Die eigentliche Ware wird wiederum in zumeist durchsichtigen Plastiktüten oder Pappschachteln verpackt. Die Pappschachteln sind vom Transport oft leicht zerdrückt, was der einwandfreien Lieferung von Plastik- oder Metallartikeln nicht unbedingt schadet. 

Sollte tatsächlich ein Artikel verbogen oder angebrochen sein, kann man im Portal oder in der App eine Beschwerde einreichen. Wichtig: Keine Erstattung ohne Beweis per Foto oder Video - Vertrauen ist gut, Kontrolle in China noch wichtiger. Können Sie eine Beschädigung nachweisen, haben Sie wenige Tage später das Geld zurückgebucht bekommen - manchmal auch sofort. In 2023 hat "AliExpress" beim Kundendienst noch einmal deutlich nachgelegt und erstattet die Kosten nicht nur für kaputte sondern auch nicht mehr gewünschte Artikel mit geringem Kaufpreis schnell und kullant zurück. 

Versand der Waren

Bei einer Bestellung auf "Aliexpress" werden in der Regel direkt die günstigten Versandkosten für das im Kundenkonto vorab eingestellte Zielland (hier: Deutschland) ausgewiesen. Vorsicht: Auch wenn in der Produktauswahl eine kostenlose Lieferung angezeigt wird, können im Warenkrob pötzlich Lieferkosten auftauchen (s. o.) - also lieber einmal mehr genau hinschauen. Der günstigste Versand ist ein Standard-Versand ohne Express-Lieferung (z. B. via "Aliexpress" oder "Cainiao").

Seit 2023 bündelt AliExpress gern Bestellungen und bietet dafür geldwerte Vorteile, z. B. "Kostenfreier Versand ab 10, €". Zudem wird oft eine 10- oder 12-Tages-Lieferung versprochen. Dauert es länger, bekommen Sie auf Anforderung 1,- € als Einkaufsgutschein zur Entschädigung. Achten Sie darauf, ob ihre im Warenkorb gesammelten Artikel über eine der beiden kostenlosen Lieferoptionnen ("Choice" = "AliExpress/Cainiao" bzw. andere) laufen. Nur Artikel der gleichen Versandoption werden zusammengezählt und bringen z. B. ab 10,- € einen kostenlosen Versand. 

In den Versandoptionen können in Einzelfällen schnellere und teurere Alternativen ausgewählt werden, z. B. ein Express-Versand via "DHL", "EMS" oder "Fedex". Dabei klettern die Kosten gern auf 30,-, 40,-, 50,- € oder mehr. Der Expressversand bietet sich nur an, wenn er kostenlos oder für wenige Euro aus einem europäischen Versandlager erfolgt (z. B. "7-Tages-Lieferung aus DE/BE/PL/ES"). In allen anderen Fällen kauft man alternativ - z. B. hochwertige Elektroartikel - noch günstiger, schneller und sicherer bei "Amazon" oder via "Ebay" ein.

Die zumeist kompakten Sendungen werden als Einschreibebriefe per "Cainiao", "China Mail", "China Post" oder anderen Logistikern direkt aus den Warenlagern der Händler oder Logistiker verschickt. Der Versand geschieht meist per Luftfracht von Hong Kong oder Shanghai nach Frankfurt am Main, zunehmend vor allem aber nach Lüttich in Belgien. Hier hat die "Aliexpress"-Logistiktochter "Cainiao" auf 220.000 qm für 75 Mio. €. direkt neben dem Rollfeld eine erste europäische Logistikdrehscheibe eingerichtet.

Allein im Corona-Jahr 2020 wurden über den belgischen Stützpunkt rd. 350 Mio. Sendungen gedreht - eine Schlappe Million pro Tag! 1.500 LKW sollen hier in der Spitze pro Tag be- und entladen werden - mit Waren aus Europa für China und Waren aus China für Europa - verpackt in großen braunen Paketen, gestapelt in Luftfrachtcontainern für die konzerneigenen "Cainiao"-Flieger. Damit hält der "Alibaba"-Konzern für seine Handelsplattformen "Aliexpress" (World Shopping), "T-Mall" (vgl. "Amazon"), "Taobabo" (vgl. "Ebay") die Logistikzügel fest in eigener Hand - wie Rivale "Amazon".

Der Versand via Containerschiff mit aktuell rd. 30-60 Tagen auf der China-Nordrange nach Bremerhaven oder Hamburg wäre einfach zu langsam. Von den Luftfrachtzentren werden die Sendungen einzeln oder gebündelt über Logistikpartner zu uns nach Hause transportiert. Hier kommen lokal der Briefdienst der "Deutschen Post" und internationale Dienstleister wie "PostNL" (aus den Niederlanden) zum Einsatz. 

Sendungen mit einer Paket-ID und der Endung "...DE" sowie von europäischen Warenlagern kommen zumeist per "DHL" oder Briefbote (z. B. als Warenpost), in Einzelfällen auch per "Hermes". In der DHL können sie über den Anbieter geplante Zustellungen ab Zolleinfuhr verfolgen. In der Versandübersicht findet sich dazu neben der chinesischen auch eine DHL-Sendungs-Nr. In Zukunft dürfen wir damit rechnen, dass die Waren vor allem aus europäischen Warenlagern verschickt werden, um den Kunden die lästigen Zollformalitäten zu ersparen. 

Zahlungs-Abwicklung

Zur Bezahlung seiner Waren hat man bei "Aliepexress" mittlerweile neben Kreditkarten, wie "Amex", "Mastercard" oder "Visa" in einer konzerneigenen "Alipay"-Wallet auch die Möglichkeit, per "Paypal" auszuchecken und so einen zusätzlichen Käuferschutz für den Fall der Fälle. Herausforderer "Temu" bietet seit Neuestem sogar die Zahlung der Bestellung erst nach Eingang des Pakets an. Auch dies ein Stück Vertrauensbildung der Chinesen.

Darüber hinaus kann man per Sofortüberweisung von "Klarna" oder per "Giropay" der Banken und Sparkassen über sein Konto bezahlen. Bei eventuellen Retouren oder Reklamationen bietet sich die Zahlung per "Paypal" an, denn "Aliexpress" bucht z. B. bei Genehmigung der Gutschrift den Beitrag sofort zurück, ähnlich wie bei "Amazon".

Wie überall in Asien liebt man auch bei "Aliexpress" Gamification. So können Sie an einem virtuellen Glücksrad oder beim Pflanzengießen Punkte sammeln und in virtuelle Münzen umtauschen. Beim Checkout werden die Münzen zur Preisreduzierung automatisch eingesetzt und man kann zudem gefundene Gutscheine eingeben, wenn diese aktuell sind und (nicht nur) für Neukunden waren (siehe Teil 1). Ist ein Gutschein nicht (mehr) gültig, werden Sie darüber informiert. 

Solange die Ware vom Händler noch nicht als versandt markiert und mit einer Sendungs-Nr. versehen wurde, kann man den Kauf stornieren, auch ohne einen Grund angeben zu müssen. Dazu haben Sie normalerweise ein bis ca. drei Tage Zeit - vereinzelt dauert der Versand auch mal ein oder zwei Wochen. Die Rückerstattung der stornierten Zahlung erfolgt auf das Konto, die Karte oder das Wallet der Originalzahlung. 

Dazu bekommen Sie eine Nachricht z. B. von "Aliexpress". Gleiches gilt auch bei Rückerstattung auf Grund von Nichtlieferung oder Erstattung wegen Beschädigungen. Das Handling für die Zahlungen wird grundsätzlich über eine Payment-Tochter von "Alibaba" in Singapur übernommen, während der eigentliche Kauf über eine "Alibaba"-Abteilung in Hong Kong läuft. 

Versand-Informationen

In der Rubrik Versand möchte ich eingangs eine kleine Warnung vor nicht 100 % zuverlässigen Händlern aussprechen: Kaufen Sie z. B. einen "Mi"-Rucksack im Rahmen einer Aktion ohne Versandskosten für 5,- statt regulär 12,- €, kann es Ihnen passieren, dass der Händler sich mit einer Nachricht über das Chat-System bei Ihnen meldet und bedauert, den ausverkauften Artikel in dieser Farbe oder generell nicht mehr liefern zu können. 

Vorsicht! Nicht selten hat der Händler in einem solchen Fall schlicht vergessen, die Versandkosten einzurechnen oder auszuweisen und droht nun, Verlust zu machen. Da Sie einen verbindlichen Kauf abgeschlossen haben, lassen Sie sich nicht "breitquatschen". Warten Sie, bis der Händler den Kauf entweder selbst storniert oder die Ware plötzlich doch auf dem Weg zu Ihnen ist. 

Bei tatsächlich oder vermeindlich nicht verfügbaren Waren oder erheblichen Lieferverzögerungen hat der Händler im Zweifelsfall die "L"-Karte in der Hand und bekommt von "Aliexpress" "Bullshit"-Punkte, weil er sich nicht gemäß der Richtlinien verhalten hat. Ganz doofe Idee in China und von Marktplatz-Händlern gemieden, wie die Pest. Um nicht den schwarzen Peter zu kassieren, wird man Sie als Kunde bitten, den Kauf Ihrerseits zu stornieren. 

So wandert die Verantwortung für den abgebrochenen Verkauf vom Händler zu Ihnen. Lassen Sie sich nur darauf ein, wenn Ihnen ein Artikel nicht so wichtig ist. Das Geld bekommen Sie nach dem Auslösen des Stornos in 2 Wochen auf Ihr ursprüngliches Zahlungsmittel zurückgebucht. Andernfalls können Sie zunächst auf der Bestellseite die Lieferzeit verlängern und dem Händler mehr Zeit einräumen. Dies ist interessant, wenn Ihnen das Produkt wichtig ist.

Zum Glück sind diese "Schummeleien" einzelner Händler mittlerweile Geschichte, da die Versandkosten automatisch berechnet und angegeben werden oder ein Verkauf nach Deutschland nicht angeboten wird.

"Cianaio"- Frachtflieger der "Alibaba"-Gruppe.
Foto: Alizila

Sendungsverfolgung

Zur Nachverfolgung der verschickten Sendungen gibt es nach dem Versand und einer Benachrichtigung per E-Mail oder Smartphone-Notiz direkt über das Portal oder die App die Möglichkeit, den Verlauf und den aktuellen Status jeder einzelnen Sendung zu verfolgen. Dies gilt für einen Cent-Artikel ebenso, wie für Handy oder Computer. Per Klick kann bei "Cainiao" oder "DHL E-Commerce Asia" nachverfolgt werden, wo die Bestellung gerade steckt. 

Doch Vorsicht: Die Angaben in den Portalen sind nicht immer aktuell und vollständig. So kann es sein, dass ein Artikel laut Tracking gerade China verlassen hat und 10 Minuten später klingelt der Postbote. Ein Blick auf die Sendungsverfolgung kann lediglich einen Zwischenstand geben. Erst wenn die Sendung als zugestellt deklariert wird, aber nicht angekommen ist, wird das Tracking wichtig für die Gutschrift von Kaufpreis und ggf. der Versandkosten.

Wird eine Sendung unkorrekterweise als zugestellt getrackt, zur Abholung in der Postfiliale ausgewiesen aber nicht hinterlegt oder nach vermeindlich erfolglosem Zustellversuchen als zurückgeschickt markiert (alles schon passiert), sollte man abwarten, bis die Bestellung zur Beschwerde ("Open Dispute") freigegeben wird. Dies geschieht spätestens 59 Tage bzw. zwei Monate nach dem Versandbeginn. 

Solange hat der Versender maximal Zeit, seine Lieferung zu uns bringen zu lassen. Ist die Sendung zur Beschwerde freigegeben, kann auf der Bestellseite via Formular Einspruch gegen die Nichtzustellung inkl. unkorrektem Tracking eingelegt werden. Hier hat "Aliexpress" mittlerweile einen aus eigener Erfahrung kundenfreundlichen Prozess mit schneller und korrekter Rückerstattung eingeführt. Das war nicht immer so.

Käuferschutz und Garantie

Ist die Sendung zugestellt, bittet "Alipexpress" um Bestätigung des Erhalts der Ware, wie die meisten Marktplätze. Erst jetzt bekommt der Händler sein Geld. Und jetzt haben wir als Verbraucher 15 Tage Zeit, das Produkt zu reklamieren, z. B. wenn das Küchenregal völlig verbogen angekommen ist, der Reißverschluss der Jacke beim ersten Ausprobieren kaputt geht oder das neue Zimmerthermometer falsche Angaben macht. Dazu muss man auf der Bestellseite "Reklamation/Rücksendung" anklicken, ein Formular mit den wichtigsten Angaben ausfüllen und einen Beweis als Foto oder Handy-/Video hochladen. 

Tipp: Nutzen Sie dazu die App, da hier keine Größenbegrenzung für die Bilder besteht - im Gegensatz zum Online-Portal via PC oder Laptop. Ganz wichtig: Im Gegensatz zu "Amazon" haben Sie auf "Alibaba" kein uneingeschränktes Rückgaberecht. Zudem gibt es keine deutsche oder europäische Garantie - da Sie in China shoppen gehen. Das sollten Sie im Hinterkopf behalten, wenn es um höherwertige Elektronikartikel wie Handys oder Tablets geht.

Generell wichtig: Verpasst man die 2-Wochen-Frist zur Beschwerde, gilt der Verkauf als abgeschlossen. Öffnet man eine Beschwerde nach dem Kauf, springt der Kundendienst ein. Die Anfrage wird im Hintergrund geprüft und im Regelfall die Rückerstattung eingeleitet. Sie müssen sich bei einem Disput in der Regel nicht mit dem Händler rumschlagen. Ihr Ansprechpartner ist die Plattform. Dazu bekommt man eine Mail mit dem Link zum Beschwerdeverlauf auf Portal bzw. in der App. 

Beobachten Sie den Verlauf Ihrer Beschwerde. Ein einigen Fällen müssen Sie der Lösung - z. B. einer Rückerstattung - ausdrücklich zustimmen. Ist man mit der Lösung - z. B. einer Teilerstattung - nicht einverstanden, kann man online eine weitergehende Beschwerde öffnen. Hier versagt "Aliexpress" allerdings auf ganzer Linie. Heißt: Ob man eine Beschwerde zur Entscheidung einlegt oder in China ein Sack Reis umfällt, läuft aufs Gleiche hinaus: keine Reaktion, keinerlei Antwort, keinerlei Hilfe. Ein echter Fail und meine schärfste Kritik. So darf es nicht bleiben!

Kunden-Kommunikation

Einen Kundendienst-Mitarbeiter von "Aliexpress" direkt zu erreichen, ist nicht möglich. Was bei "Amazon" und "Ebay" via vorgeschalteter Fragen & Antworten, asynchronem Chat oder versteckter Telefonfunktion möglich ist, ist beim chinesischen Marktplatz lediglich ein KI-basierter Chat - und der ist unterirdisch schlecht und hilft in keiner Weise. 

Zum Einen werden Fragen vom Deutschen oder Englischen ins Chinesische übersetzt, zum Anderen werden die Antworten vom Chinesischen ins Englische unsauber zurück geliefert. Zwar hat mir die KI versprochen, in oben genanntem Beschwerdefall einer Teilerstattung zu helfen - hier können wir als Verbraucher aber auch gleich das Geld im Gulli versenken. Passsieren tut ... nichts. Noch einmal: Offene Kritik eines Verbrauchers an diesen Machenschaften!

Das Portal und die App lassen sich generell ins Deutsche übersetzen. Teile des Portals bleiben jedoch Englisch. Weniger schön ist es nach der Bestätigung des Erhalts der Ware über die Website: Dann landet man schon mal auf der spanischen oder russischen Version der Übersetzung. Grundsätzlich empfiehlt es sich, mit englischen Grundkenntnissen auf "Aliexpress" einkaufen zu gehen - auch wenn die Lokalisierung zunehmend besser geworden ist. 

Englisch macht u. a. direkte Nachfragen bei Händlern über den Chat einfacher, z. B. bei Rückfragen zu empfohlenen Größen bei Kleidung oder zum unsauberen Tracking. Stichwort Rechnung: Seit Jüngstem liefert "AliExpress" über sein Kundenportal auch Rechnungen mit deutscher Umsatzsteuer-Nr. des Händlers und 19 % Mehrwertsteuer aus. Tatsächlich haben sich tausende chinesische Online-Händler beim Finanzamt in Berlin-Neukölln steuerrechtlich angemeldet. Eine Garantie für eine korrekte Steuer-ID gibt es allerdings nicht.

Mein Aliexpress-Fazit:

Heute können Sie weitgehend risikofrei über "Aliexpress" aber auch "Temu" Badezimmerausstattungen, Haushaltsartikel, Computerzubehör oder Sportkleidung online shoppen. Die Prozesse bei einer Beschwerde sind klar und mit einfachen Auswahlmenüs standardisiert. Die chinesischen Marktplätze haben gelernt, welche Erwartungen und Ansprüche deutsche und europäische Kunden haben. 

Die Preise der chinesischen Händler sind - unabhängig vom Zoll - in den meisten Fällen weiterhin extrem günstig. Da der Versand heute in rd. zwei Wochen vor allem über die konzerneigene Logistik-Drehscheibe in Lüttich/Belgien über die Bühne geht, muss ich als Verbraucher auch nicht mehr unnütz lange auf meine Ware warten. Aus dieser Sicht steht einem Shopping-Bummel in China nichts im Weg.

Die Qualität der Stoff-, Kunststoff- oder Metallartikel entspricht heute weitgehend westlichen Standards - lediglich bei Versand von empfindlichen Gütern ist für mich Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Noch immer verpacken einige Händler ihre Waren nicht 100 % stoßsicher, auch wenn dies zunehmend die Ausnahme ist. 

Hochwertige Unterhaltungselektronik, Smartphones oder Computer würde unter Berücksichtigung von Garantie und Gewährleistung nicht aus China importieren lassen, weil die Kosten für die Zollgebühren und fehlende Reklamationsmöglichkeiten auf Gund chinesischem Rechts eher schwierig sind. Ausnahmen sind Lieferungen aus EU-Lagern auch mit ausgewiesener Garantie. Grundsätzlich gilt auf "Aliexpress" wie auf jeder anderen Shopping-Plattform, im Falle eines Falles schnell und konsequent zu reklamieren. 

Wer bei "Aliexpress" oder "Temu" shoppt und sich an die Preise gewöhnt, ist perspektivisch für "Amazon" und "Ebay" ein "versauter" Kunde, denn einmal die wahren Konditionen aus China im Hinterkopf, lässt man sich nicht mehr mit vielfach überhöhten Preisen aus Deutschland über den Tisch ziehen - vom "Pornoaufschlag" für "Erwachsenen-Unterhaltung" in einschlägigen Online-/Shops ganz abgesehen. 

Grundsätzlich gilt: Auf "Aliexpress" und "Temu" gibt es fast nichts, was man nicht kaufen kann. Dabei sollte man natürlich darauf achten, das gefährliche Artikel nicht in den Warenkorb gehören - von offensichtlichen Produktfälschungen westlicher Markenartikel ganz zu schweigen. Und man sollte auch mal bei Konkurrenten vorbeischauen: gleiches Spiel und vielleicht sogar noch günstigere Preise.

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 Hanse Digital Service: 

HANSECOMMERCE -
Ein Shopping-Guide für Schnäppchen aus China - Teil 1:

Gutscheine von Marktplatz-Händern auf "Aliexpress":

Gutscheine für Neu- oder Bestandskunden bei "Mydealz":
mydealz.de

Homepage für deutschen Zugang zu "Aliexpress":
www.aliexpress.de

Versandverfolgung des "Alibaba"-Logistikers "Cainiao":
für Sendungen u. a. mit der Endung "...BE" (via "BPost") oder "...NL" (via "PostNL")
global.cainiao.com

Versandverfolgung von "DHL" E-Commerce Asia:
für Sendungsnummern mit der Endung "...DE" ("DHL"-Paket)

Montag, 12. April 2021

HANSECOMMERCE: Ein Shopping-Guide für Schnäppchen aus China - Teil 1.

HANSE ECOMMERCE SPEZIAL
* Update: 27.03.2024 *

Die Marktplatz-Homepage von "Aliexpress"
Screenshot: HANSEVALLEY

Hinweis: 

Seit 1. Juli 2021 gelten in der EU neue, strengere Regeln für den Import und die darauf entfallende Einfuhrumsatzsteuer von 19 %. Danach sind ab Jahresmitte nur noch Artikel aus China bis zu einem Verkaufspreis von max. 5,23 € inkl. Versandkosten von der Steuer befreit. Hintergrund: Steuern unter 1,- € werden nicht eingefordert. 

Bislang lag der Freibetrag für in die EU importierte Waren generell bei 22,- €. Da bislang Steuerzahlungen bis zu 5,- € nicht eingefordert wurden, waren bisher Einkäufe bis effektiv 26,- € inkl. Versand steuerfrei. Das änderte sich ab 1. Juli 2021.

Heute erheben chinesische Marktplätze wie AliExpress und Temu die Einfuhrumsatzsteuer automatisch beim Kauf über das Online-Portal und führen diese direkt ab. Eine Verzollung über die Deutsche Post mit "Wuchergebühren" oder Abholung beim lokalen Zollamt sind Geschichte! 

INFOS: Deutsche Post - Zollinformation - Neuerungen ab 1. Juli 2021

Drei von fünf Chinesen kaufen auf einem Marktplatz des "Alibaba"-Konzerns aus der 9 Mio. Einwohner zählenden Handelsmetropole Hangzhou unweit von Shanghai. Rd. 225.000 Mitarbeiter erwirtschafteten 2023 für den privaten Technologieriesen einen internationalen Handelsumsatz von 35 Mrd. $ mit allein mehr als 150 Mio. Kunden weltweit. Dazu der Konzernlogistiker "Cainiao" und die inländische Auktionsplattform "Taobao" und eine 72-Stunden-Garantie für die Zustellung innerhalb Chinas.

Seit gut 6 Jahren macht sich die zum Konzern gehörende B2C-World Shopping-Plattform "Aliexpress" auf den Weg, europäische Kunden von Paris über Berlin bis Moskau zu beglücken. Dazu gibt es einen eigenen Countrymanager für die DACH-Region, Mittel- und Osteuropa sowie die Türkei. Schon 2018 war der Endkunden-Onlinehändler die absolute Nr. 4 in der Schweiz. Im Jahr 2020 eröffnete "Alibaba" am belgischen Flughafen von Lüttich auf 220.000 qm sein erstes europäisches Zentrallager. Bis 2025 hat die Logistik-Tochter "Cainiao" ein klares Ziel: Jeder Kunde soll seine Bestellung über die chinesische Shopping-Plattform innerhalb von 72 Stunden geliefert bekommen. Damit geht "Alibaba" den "Amazon"-Weg: schnell, schneller, direkt.

Chefredakteur Thomas Keup ist seit mehr als 10 Jahren Smart-Shopper auf "Aliexpress" - und lässt für Haushaltsartikel, Elektronikzubehör und Freizeitkleidung bekannte Marktplätze wie "Amazon" und "Ebay" links liegen. Hauptgründe: unschlagbar günstige Preise, vernünftige Qualität, zunehmend schnellere Lieferung und ein weitgehend funktionierender Kundendienst. Heute plaudert er aus dem Nähkästchen, wie Online-Shopping auf der chinesischen Plattform funktioniert, wie man dumme Fehler vermeidet und vor allem, wie man die besten Preise auf "Aliexpress" bekommt. Ein Hanse Ecommerce Spezial:

In 18 Sprachen verkauft der zum chinesischen "Alibaba"-Konzern gehörende Marktplatz aus der "Alibaba Cloud" seit 2010 an Privat- wie Geschäftskunden in aller Welt. Neben Deutschland boomt das internationale Geschäft von "Aliexpress" auch in Brasilien, Indien, Russland oder Spanien - also überall dort, wo das verfügbare Einkommen deutlich niedriger ist, als in den "Amazon"- und "Ebay"-Hochburgen USA, West-Europa oder Großbritannien. Kein Wunder: Die internationale Shopping-Plattform verkauft ausschließlich Marken- und Noname-Artikel aus China, die über Groß- und Einzelhändler internationalen Kunden aus Europa, Fernost oder Südamerika direkt geliefert werden. 

Badezimmer- und Küchenutensilien, Computer- und Handyzubehör, Freizeit- und Partyklamotten: Über 600 Bestellungen bei "Aliexpress" seit Oktober 2014, Diamant-Status mit größten Kundenrabatten seit Dezember 2020. Das ist meine persönliche Zwischenbilanz aus mehr als 10 Jahren Online-Shopping bei einem der weltweit größten Online-Marktplätze "Made in China". Was mit dem Ausprobieren neuer Online-Händler wie "Banggood, Joom, Shein und Wish" begann, ist heute gezieltes Einkaufen günstiger Artikel aus zahlreichen Produkt-Kategorien. Dabei verkaufen chinesische Hersteller und Marktplatz-Händler über die Online-Plattform heute so gut wie alles, was nicht niet- und nagelfest ist: 

Von Handyhüllen über Kifferzubehör bis zu SM-Sextoys - der global agierende Marktplatz-Rivale von "Amazon, Ebay" & Co. ist dank Dumpingpreisen längst in deutschen Homeoffices, Schlafzimmern und auf Privatparties angekommen - und dies mit identischen Produkten, die auch auf "Amazon", "Ebay" & "Otto" zu finden sind. Sichtbare Folge: Zehntausende vornehmlich hellgrauer Versandtüten laufen täglich als Luftfracht durch das Zollpostamt am Flughafen Frankfurt Rhein-Main, um als Warenpost oder Paket vom Post- bzw. Paketboten zugestellt zu werden. 

Was vor nun mehr mehr als 20 Jahren mit Lieferzeiten von vier bis sechs Wochen und einem Risiko des Sendungsverlusts in Deutschland begann, ist heute in rd. zehn bis 14 Tagen rund doppelt so schnell bei uns, zunehmend auch innerhalb von 7-10 Tagen Express-Lieferung - mit nahezu lückenloser Sendungsverfolgung. Sendungen, die durch das Internationale Paketzentrum IPZ in Frankfurt/Main laufen, können mit der aktuellen Sendungs-Nr. aus dem Kundenkonto auch direkt in der DHL-Sendungsverfolgung getrackt werden. Das schafft zusätzliche Sicherheit.

Die kleinen und großen Chinatüten kommen längst nicht mehr nur per Flieger aus Hong Kong oder Shenzhen über Frankfurt am Main zu uns. Der "Alibaba"-eigene Luftfracht-Spezialist "Cainiao" und andere Logistiker importieren ebenso über Amsterdam und Lüttich und dann weiter mit "PostNL" nach Frankfurt/Main. Dazu kommen Lagerhäuser von Partnern z. B. in Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Russland, Spanien oder der Tschechei - vor allem für höherwertige Artikel, wie E-Schooter, Luftreiniger, Saugroboter oder Ventilatoren von "Xiaomi" & Co.

In der "Alibaba"-Zentrale in Hangzhou wird die Strategie für "Aliexpress" geschmiedet.
Foto: Alibaba

Deutsche Marktplatz-Händler auf "Amazon", "Ebay" und notfalls auch auf "Otto.de" müssen sich warm anziehen: Der globale Zugang zu Waren über chinesische Marktplätze wie "Aliexpress, Banggood, China Gadgets, DHGate, Joom, Light in the Box, Shein, Temu, Wish" & Co. ist keine Ausnahme mehr, sondern zunehmend die Regel - wie die offene Kritik von "Otto Group"-Vorstand Alexander Birken bereits 2019/2020 zeigte. Dabei rollen die asiatischen Plattformen das Geschäft mit günstigen, risikoarmen Kunststoff- und Metallartikeln sowie Freizeit- und Sporttextilien von unten auf. Das Nachsehen haben längerfristig Postenhändler, die vergleichbare Discountware zu deutlich höheren Preisen auf "Amazon, Ebay oder Otto" anbieten - von chinesischen Händlern auf den amerikanischen Plattformen abgesehen.

Der China-Shopping-Start

Wie bei allen Online-Einkäufen sollten Neukunden zunächst auf Schnäppchen- und Gutscheinportalen bie "Gutscheinsammler" nach Neukundenrabatten schauen. Diese sind nahezu immer verfügbar und belaufen sich auf rd. 10 % des Einkaufswertes, berechnet in US-Dollar, z. B. 3,- $ Rabatt auf 30,- $ Einkauf. Die Plattformen rechnen gegenüber ihren Händlern international in Dollar ab. Schwankende Wechselkurse führen so tagesaktuell zu leicht schwankenden Endkundenpreisen. 

Die Rabatte und Preise werden beim Einkauf im Portal automatisch in Euro umgerechnet, wenn man zuvor in den Einstellungen neben der Sprache auch die Währung für sich angepasst hat. Teilweise bietet "Aliexpress" sogar Gutscheine an, die den erstmaligen Einkauf fast umsonst machen, z. B. 4,- $ Rabatt bei 5,- $ Bestellwert. "Temu" lockt über Social-Media-Werbung mit Neukundenrabatten von 95% für ausgewählte Artikel. 

Als zumeist zuverlässige Quelle für besondere Angebote hat sich das größte deutsche Schnäppchenportal "Mydealz" mit einer eigenen Kategorie für "Aliexpress" etabliert. Hier finden sich auch Neukunden-/Gutscheine aus anderen EU-Ländern, die z. T. auch für deutsche Kunden nutzbar sind. Leider sind viele Gutscheine nur für Neukunden oder bestimmte Produktgruppen gütlig, manchmal trotz gültigem Ablaufdatum auf dem Portal bereits nicht mehr einlösbar. Dies wird von "Mydealz" oft nicht korrekt genannt. Hier hilft nur: ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren.

Kein Einkauf ohne Rabatt

Zu besonderen Anlässen - wie dem chinesischen Neujahrsfest, dem Plattformgeburtstag, dem Single Day oder dem Black Friday bietet "Aliexpress" wie andere Marktplätze reduzierte Preise auf viele Artikel an. Meist ist der Preisnachlass bei wenigen Cent oder gerade einmal einem Euro. Interessanter und kombinierbar sind zu den Schnäppchen-Aktionen die von "Aliexpress" veröffentlichten Kampagnen-Gutscheine auf Schnäppchenportalen und in den Online-Shops seiner Händler. Die Portal-Gutscheine sind am Starttag der Aktion (i. d. R. Montags mit Beginn um 9.00 Uhr unserer Zeit) meist innerhalb einer halben Stunde vergriffen. Oftmals gibt es einen Nachschlag an Gutscheinen nach drei bis vier Tagen, die jedoch ebenfalls schnell vergriffen sind.

Interessanter sind bei diesen Aktionsgutscheinen jene Rabattcodes, die ggf. auf den Marktplatzseiten der Online-Händler direkt veröffentlicht werden. Diese Rabatte sind u. a. an den Aktionszeitraum, eine Mindestbestellsumme und z. B. den Versand aus einem deutschen oder europäischen Warenlager gebunden. Daher tauchen die Codes auch auf den Seiten auf, die höherwertige Artikel aus europäischen Lagern z. B. innerhalb einer Woche ohne Zollabfertigung verschicken. Die Waren sind schon in die EU importiert.

Jüngste Rabatt-Methode von "AliExpress" zu Aktionstagen: Feste Rabatte z. B. i. H. v. 3,- oder 6,- € bei Einkauf über 20, € oder 40,- € zusätzlich zu den reduzierten Produktpreisen. Hier kann man bei Einkäufen auch mehr als 10 % Rabatt abstauben, ohne Gutscheine zu suchen. Das ist besonders bei größeren Anschaffungen interessant, wie z. B. bei Elektroartikeln oder einer größeren Anzahl vorab im Warenkorb gesammelter Artikel, da die Rabattaktionen vorher auf den Produktseiten bekannt gegeben werden und man so Einkäufe sammeln und sich auf das Rabatt-Shopping vorbereiten kann.


Groß geworden mit günstigen Haushaltsartikeln aus Plastik und Metall.
Foto: Markus Winkler, Unsplash

Die Portal-Anmeldung

Nachdem ich meine Shopping-Tour auf "Aliexpress" via Webbrowser auf dem Notebook begonnen habe, nutze ich heute fast ausschließlich die App zum Stöbern, Shoppen, Tracken, für Bestellbestätigungen oder zum Öffnen einer Beschwerde. Grund: Die App beschränkt sich auf die wichtigsten Funktionen, während die Website aus früheren Tagen überfrachtet wirkt, ähnlich wie es auch bei "Amazon" der Fall ist. Weiterer Vorteil: Während man regelmäßig aus dem Online-Portal ausgebucht wird und mühseelig wieder anmelden muss, bleibt man in der App automatisch als aktiver Nutzer eingeloggt.

Nach der Anmeldung kommt die Qual der Wahl: Wo finde ich was? Und wer bietet es zum besten Preis an? Ähnlich wie bei "Amazon" und "Ebay" hilft die Suche, mit geeigneten Begriffen und Kombinationen die richtigen Artikel zu finden. Ein Tipp: Fotografieren Sie vergleichbare Artikel bei "Amazon", "Ebay" oder "Otto" z. B. per Screenshot und lassen Sie die Fotosuche per "Alibaba"-KI finden. Sie werden erstaunt sein, wieviele identische Artikel aus den westlichen Marktplätzen ebenso auf dem chinesischen Portal angeboten werden. 

Dies gilt noch mehr für Artikel des Haushalts-Versenders "Die moderne Hausfrau" aus der "Wenz"-Gruppe oder den Elektronik-Onlinehändler "Pearl". Auch über Instagram angebotene Produkte, die dort im "Social Selling" mit vermeindlichen Rabatt angeboten werden, kann man per Screenshot bei "Aliexpress" finden - und dies oft zu einem Bruchteil des Social-Media-Preises. Gerade die kleinen Helfer für Alltag und Büro schlagen bei "Aliexpress" mit echten Schnäppchenpreisen zu Buche.

Aber Vorsicht: Mit der Energiekrise und der Inflation haben auch die chinesischen Händler ihre Preise z. T. drastisch angezogen oder schlagen dicke Versandkosten drauf. Hier hilft vor allem eines: vergleichen, vergleichen, vergleichen. Und dabei sollte man auch die großen US-Marktplätze, wie "Amazon" und "Ebay" mit einbeziehen. Denn zunehmend tummeln sich dort ebenso die chinesischen Händler mit den gleichen Produkten. Manchmal kann es günstiger sein, dann auf den westlichen Plattformen einzukaufen.

Im 2. Teil unserer HANSECOMMERCE-Story: Wie man gut und richtig günstig bei Aliexpress & Co. einkauft - mit aktuellen Tricks für die niedrigsten Preise, wichtigen Tipps zu Kostenfallen und Kleidergrößen, allen Infos zu Versand und Sicherheit, Zahlungsabwicklung, Käuferschutz und Garantien sowie dem Kundendienst von "Aliexpress". Bleiben Sie neugierig und probieren schon mal den Gutschein aus!

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 Hanse Digital Service: 


HANSECOMMERCE -
Ein Shopping-Guide für Schnäppchen aus China - Teil 2:

Gutscheine für Neu- oder Bestandskunden bei "Mydealz":
mydealz.de

Homepage für deutschen Zugang zu "Aliexpress":
aliexpress.de

Versandverfolgung des "Alibaba"-Logistikers "Cainiao":
für Sendungen u. a. mit der Endung "...BE" (via "BPost") oder "...NL" (via "PostNL")
global.cainiao.com

Versandverfolgung von "DHL" E-Commerce Asia:
für Sendungsnummern mit der Endung "...DE" ("DHL"-Paket)

Dienstag, 30. Juni 2020

HANSESTATEMENT: Wir alle sind ein Stück Wirecard.

Ein Hanse Digital Statement von
Chefredakteur Thomas Keup
* Update *

Nur ein Betrüger unter Deutschlands Wirtschaftsunternehmen: Wirecard.
Foto: Leo Molatore, Lizenz CC BY-SA 2.0

Blamage! Betrug! Beschiss! Die Kraftausdrücke zum "Wirecard"-Desaster können nicht kräftig genug sein. Schummelei! Sauerei! Skandal! Die Kommentatoren der Wirtschaftspresse haben alle Hände voll zu schreiben. Zumindest für ein, zwei Wochen - bis der nächste Aufreger übern Hof gejagt wird. Anders ausgedrückt: Der Beschiss ist an der Tagesordnung. Beispiele? Kursbetrug durch die "Deutsche Bank". Abgasbetrug durch "Volkswagen". Und jetzt Bilanzbetrug durch DAX-Neuling "Wirecard". Wir alle sind ein Stück "Wirecard" - jeden Tag, jeden Monat, immer wieder:

In Gesprächen mit unserer Frankfurt-Korrespondentin Yvonne Hess kam die langjährige Bankerin und Finanzmarkt-Expertin immer wieder zu einer rhetorischen Frage: 'Wieso gibt es Wirecard immer noch?' Nein, wir wissen als Digitalmagazin nicht mehr, als die britischen Kollegen der "Financial Times" und wir versuchen auch nicht, die Arbeit der Hamburger Kollegen von "finanz-szene.de" zu toppen. Aber durch unsere Einblicke in die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main sehen wir bestimmte Dinge. Und sind erschrocken.

Dreh- und Angelpunkt ist Gier.

Eigentlich wollte ich den systematischen und den Wirtschaftsprüfern von "Ernst & Young" offenbar bekannten Bilanzbetrug eines oberbayerischen Finanzdienstleisters nicht zum Thema machen, obwohl "Wirecard" als Zahlungsdienstleister für Bank- und Kreditkarten mit technologischen Vorteilen geworben hat. Inwiefern die frühere Bank hinter "N26", hinter "Allianz"-Mobile Payment sowie "Holvi"- und "Kontist"-Kreditkarten samt "Aldi"-Kartenterminals tatsächlich technologisch fortschrittlich ist, spielt nicht wirklich eine Rolle - dank digitaler Wettbewerber wie "Ayden" aus den Niederlanden oder "Concardis" aus Deutschland.

Der Dreh- und Angelpunkt des "Wirecard"-Betrugs ist ganz einfach: Gier. Gier, die wieder einmal eine Menge Hirn gefressen hat. Gier, die nicht etwa wenige verantwortungslose Top-Manager in der Chefetage von "Wirecard" in Aschheim bei München allein betrifft. Sondern eine Gier, die seit Ende der 70er Jahre zunächst in den USA, dann in West-/Europa und nun auch in Asien systematisch zum Geschäftsprinzip erhoben worden ist. Die Stichworte: "Business Administration" - statt Kaufmannslehre, "Business Opportunities" - statt Unternehmenswerte, "Quick Wins" - statt Nachhaltigkeit.

Asset Business Administration. 

Das alles erlernen "Business Administratoren" in Bachelor- und Master-Studium - statt Diplomstudiengängen - vor allem an "Business Schools" - statt Hochschulen. Die Folge: Eine "Otto Group", in denen genau jene Absolventen nach vermeintlich trackbaren KPIs die "Assets" wie "Otto.de" und Co. kaputt managen. Die Konsequenz: Kunden, die sich von überforderten Supporterinnen genervt und von überlasteten "Hermes"-Paketfahrern hängengelassen fühlen, flüchten zu "Amazon" und zu "Alibaba". Und die "Otto Group"? Deren Sprecher verunglimpft kritische Redakteure, sodass der Staatsanwalt das Wort bekommt.

Hinter der Trackbarkeit von allem und jedem steht eine Wirtschaftsphilosophie der Harvard Universität - einschl. kommerzieller Bachelor- und Masterstudiengänge. Mit US-Präsident Ronald Reagan wurde die Methode des gnadenlosen Kapitalismus Anfang der 1980er in den USA hoffähig, mit dem Export von Business Schools weltweit ausgerollt, mit der Übernahme von Bachelor und Master 1999 in Deutschland und Europa verankert. Bologna lässt grüßen. Genauso, wie die Politik: Mit den Hartz-Gesetzen von SPD-Kanzler Schröder und dem menschenverachtenden "Hartz IV" war 2005 der Dammbruch perfekt.

Wer im Glashaus sitzt, und so ...

Spätestens mit der kontinuierlichen Angst um den Verlust des eigenen Jobs, der eigenen Zahlungsfähigkeit und damit von Familie und Existenz gilt: "Geiz ist geil" - und das heißt in Psychologie-Deutsch: "Gier ist geil". Beispiel 1: Schnäppchenjäger*innen mit "Lidl-Ticket", die Geschäftsreisende hysterisch anbrüllen, wenn diese die für Vielfahrer reservierten Sitzplätze im ICE beanspruchen - verteidigt von der Chefkundendienstlerin der Bahn in Frankfurt. Weil man neue Kunden gewinnen will. Und da ist sie, die nimmersatte Gier. Beipsiel 2: Angestellte BWLer, die am Jahresende dank Verbrauchertipps auch die letzten Steuerschlupflöcher nutzen, um ihre Einkommenssteuer wegzudrücken.

Sie sind steuerehrlich? Sie sind niemals gierig? Dann werfen Sie bitte den ersten Stein. Doch Vorsicht! Vielleicht sitzen Sie ja doch im Glashaus. Das Grundprinzip der über Preis geweckten Gier macht sich auch Ihr Bankberater z. B. bei der Sparkasse zu Nutze, wenn er Ihnen mit Musterkurven hauseigene Verbundfonds und Versicherungen andreht. Das nennt man dann "Teaserprodukte". Die Möglichkeiten der globalen Abrufbarkeit von Informationen, Hintergründen und Einordnungen über das Internet haben Geschwindigkeit und Intensität des Beschisses an allen Ecken und Enden weiter massiv beschleunigt.

Die Online Marketing Abzocke.

Wenn die "Stiftung Warentest" in Sichtweite unseres Berliner Firmensitzes Verbrauchern empfiehlt, die "Vergleichsportale zu vergleichen", wenn Sie als Leser die nächste Anschaffung von Fernseher, Waschmaschine oder Bausparvertrag und Familienauto in nächtelanger Online-Recherche vorbereiten, sind sie mittendrin in der gesellschaftlich seit 2002 mit "Geiz ist geil" etablierten Form das Sparens, des Geizens, des Abzockens. Und das hat sich mit dem Online-Handel eine ganze Industrie zu Nutze gemacht: Die Online Marketing-Branche - einschließlich des vom Hamburger Senat mitfinanzierten AbzockMarketing-Festivals "OMR".

Wo wir bei rücksichtslosen Geschäftemachern sind: Jetzt ist der Aufschrei groß, "Facebook" toleriere Hass und gestatte Falschmeldungen. Jetzt schwingen sich 90+ Werbekunden als Gutmenschen auf. Jetzt, nachdem "Ben & Jerrys", "Coca-Cola", "The North Face" und "Unilever" uns über Jahre systematisch ausspioniert haben, nachdem ihre Marketing-Abteilungen über Jahre geschwiegen haben zum illegalen Verkauf von Nutzerdaten. Es ging ja nur um Werbung aka Profit. Wie verlogen ist das denn? Und wir alle wissen spätestens seit Anfang 2018 durch "Camebrigde Analytica", dass wir mit unseren vertraulichen Daten bezahlen. Aber die Gier nach einem Gratis-Account für bunte Essensbilder war größer.

Per Auktion zum Profit plus.

Warum verfolgen Sie Rucksäcke, Sneakers oder Fernseher über diverse Internetseiten hinweg, nachdem Sie diese in einem Onlineshop gesehen haben? Weil eine ganze Industrie darauf getrimmt ist, Sie zu verfolgen und zum "Checkout" zu treiben, damit Sie "konvergieren", so die neudeutschen Begriffe für Kassenzone und Kaufabschluss. Und weil der E-Commerce heute "Karstadt" und "Kaufhof" entgültig platt macht und Marktpätze morgen "Otto" und "ECE" das Genick brechen, haben sich die Online-Marketer gleich noch was einfallen lassen.

Was die Rinderauktion in Holstein und die Tulpenauktion in den Niederlanden können, das können Online Marketer schon lange: So werden Anzeigenplätze auf Internetseiten und in Mobile Apps per Auktion vergeben. Damit sind "Google", "Facebook" und die nach China verkaufte Mobile Advertising-Plattform "Smaato" groß und reich geworden. Nichts gegen Geldverdienen. Aber auch hier gilt das Prinzip der Gier, oder anders ausgedrückt: "Haben müssen" treibt den Preis hoch. Nicht Ihr Thema? Dann haben Sie noch nie alten Plunder über "Ebay" per Auktion vertickt? Sehen Sie? Nix anderes, als Online Marketing.

... und alle machen mit, gell!?

Was haben Schnäppchen-Angebote und Online-Auktionen mit "Wirecard" zu tun? Über die vergangenen 21 Jahre wurde der Shootingstar der deutschen Fintech-Szene systematisch gehypt - von Bankanalysten, die mehr Anleihen und Fondsanteile verticken konnten, von Wirtschaftsjournalisten, die mit der Erfolgsstory mehr Magazine und Online-Abos verhöckern konnten und von (bayerischen) Lokal-/Politikern, die den Traum vom ungebrochenen Wachstum mit 2018 testierten 2 Mrd. € Umsatz, rd. 350 Mio. € Gewinn und mehr als 5.000 Mitarbeitern für sich deklarieren konnten. Wenn das keine Story ist?!

Womit wir bei den kommunikativen Auswüchsen und katastrophalen Folgen des Gier-Prinzips sind: Ich rede von "Storytelling", "Sucess Stories" und "Rainmakern". Ja, wir wollen die Erfolgsgeschichten hören, ja wir wollen sie glauben und ja, wir fallen immer wieder auf das Storystelling nach den "Rainmaker principals" rein. Dabei sind wir gern bereit, den gesunden Menschenverstand abzuschalten. Jetzt wissen Sie, warum HANSEVALLEY so langweilig ist - weil wir kein "Storytelling" bringen und "Rainmaker" bei uns keine Experten für irgendwas sind - besonders keine Bachelor-Absolventen mit weißen Sneakern mit der nächsten weltverändernden "Cutting Edge"-Plattformidee. Danke, reicht.

Wenn VC zu Roulette wird.

Der erwartete Zusammenbruch von bis zu 50% der deutschen Startups in Folge der Corona-Krise, die nach dem amerikanischen Venture Capital-Prinzip (schnell aufsteigender "Rockets") alle 18 Monate ihren vermeintlichen Unternehmenswert verdoppeln, um für die nächste Runde der Risikofinanzierung weiter aufgebläht zu werden, sind das Beispiel für genau jenes US-Gier-Prinzip. Und "Wirecard" hat mit Finanzierungsrunden, Anleihen und schließlich dem Börsengang genau jene Karten gespielt, die jedes Tech-/Startup in Berlin, München oder Köln spielt - auch wenn Hamburg mit seinem "IFB"-Schnarchladen raus ist.

Um nicht auf einen falschen Pfad zu geraten: Wir brauchen mehr mutige Gründer - nicht nur "Copycat"-Startupper. Wir brauchen mehr fundierte Gründungen - wissensbasiert aus den Hochschulen heraus. Wir brauchen mehr finanzielle Unterstützung - statt Gründer in den ersten Jahren über den Tisch zu ziehen und sie im VC-Laufrad im besten Fall 5-7 Jahre für Private Equity-Anleger schuften zu lassen. Die Wette nach dem VC-/Startup-Modell, dass eines von zehn "Unicorns" überhaupt zum fliegen kommen kann, ist sicher keine nachhaltige Idee für fundierte Jungunternehmen - auch wenn es einzelne Beispiele gibt.

Middelhof macht es uns vor.

Gier frist Hirn. Damit wurde und wird schon immer eine Menge Geld verdient. Und die verantwortlichen Manager von "Wirecard" sind einfach ein wenig gieriger gewesen, so, wie die Kollegen bei "Deutscher Bank" und "Volkswagen". Mit etwas Glück werden die ertappten Betrüger dank cleverer Rechtsverdreher eine milde Bewährungsstrafe kassieren, die Strafzahlungen aus der Portokasse bezahlen und im schlimmsten Fall wie Ex-Bertelsmann- und Ex-Karstadt-Plünderer Thomas Middelhof am Ende des Tages mit Büchern und Lesereisen ihr Gewissen erleichtern.

Ob Finanzsenator Olaf Scholz eine härtere Aufsicht fordert oder in China ein Sack Reis umfällt, läuft unterm Strich aufs Gleiche hinaus, denn ändern wird sich nichts. Wir haben das "Minimax-Prinzip" übernommen, bei minimalem Einsatz maximal abzukassieren - mit Schnäppchenjagd, Versteigerungen und hochriskanten Wetten. Das ist mit der Schlacht um die letzten Klopapierrollen bei der "Schlecker"-Leichenfledderei 2012 ebenso in widerlichen Bildern festgehalten worden, wie zu Beginn der Corona-Krise mit Hamsterkäufern und anschließenden "Ebay"-Auktionen von Klopapier. Wie krank kann man im Hirn sein?

Von wegen "ehrbar" handeln.

Wir haben gelernt, Kunden und Partner zu unserem Vorteil über den Tisch zu ziehen - auch und trotz "Ehrbarer Kaufleute" an Elbe und Weser. Eine ganze Zunft von Anwälten lebt davon, dass wir meinen, uns immer einen Schluck mehr aus der Pulle genehmigen zu dürfen. Natürlich kommen irgendwo irgendwelche cleveren "Game Changer" auf neue Tricks und Raffinessen, ihre Finger noch tiefer in die Torte stecken zu können - wie bei "Worldcon" 2001, "Enron" 2002 oder "Lehman Brothers" 2008 - den Originalen "Made in USA". Und so, wie wir das Gier-Prinzip übernommen haben, haben wir auch die Pleiten übernommen. "Wirecard" ist nicht der erste Betrügerladen - und sicher nicht der letzte.

Nein, wir haben nicht gelernt, den gesunden Menschenverstand einzuschalten. Nein, wir haben nicht verstanden, dass Werte erarbeitet und geschützt werden müssen. Nein, wir haben nicht kapiert, dass wir mit Sneakers "Made in Vietnam"; T-Shirts "Made in Bangladesh" und Handys "Made in China" Menschen ausbeuten - mit Hilfe globaler Logistikketten, die genau das ermöglichen. Jetzt müssen Hamburger Kaufleute sich nicht mehr die Finger schmutzig machen und afrikanische Sklaven in den USA gegen Rohstoffe eintauschen. Jetzt importieren sie einfach Sneakers, T-Shirts und Handys von blutigen Kinderhänden zusammengetackert.

Spreche ich mich von der Verantwortung frei? Nein, denn ich bin ein Teil genau dieses Systems - mit möglichst billigen Konsumgütern, die nach genau 2 Jahren kaputt gehen, mit Schnäppchenjagd und Online-Preisvergleich. Wie jeder von uns. Werden wir das Prinzip verändern können? Sicher nicht von heute auf morgen. Aber wir können unseren gesunden Menschenverstand wieder einschalten und versuchen, nicht zu betrügen - wie Redaktionen, die durch Datenanalyse Beiträge "Keyword-optimiert" texten, um Suchmaschinen zu bescheissen. Und warum? Aus Gier!

Auch wenn wir in tiefen Abhängigkeiten des Systems stecken, die Entscheidung zum harmlosen Schnäppchenjagen, zum eiskalt Abzocken oder zum systematisch Betrügen trifft am Ende des Tages jeder für sich. Niemand kann sich davon frei machen, denn die Gier regiert unseren Alltag, unsere Arbeit, unser Leben. Wir alle sind ein Stück "Wirecard" - und morgen gibt es eine neue Ralley um die Maximierung des eigenen Profits. Ich sehe schon die widerwärtigen Bilder bei der Leichenfledderei von "Galeria Kaufhof" und "Karstadt Sports" auf der Hamburger Mö. Traurig ... 



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Montag, 19. November 2018

HANSESERVICE: Von Black Friday bis Cyber Monday - die Jagd ist eröffnet.

HAMBURG DIGITAL SERVICE
* Täglich Aktualisiert *

Werbung von Black-Friday.de zur Shopping-Week in Hamburg

Die Schnäppchenjagd ist eröffnet: Mit smarten Lautsprechern und günstigen Fernsehern sowie Spielzeug- und Imagewerbung platzierte sich der Online-Marktplatz  Amazon in der vergangenen Woche als Primus für unseren Weihnachtseinkauf. Mehr als 55.000 Blitzangebote im 5-Minuten-Takt für max. 6 Stunden und Tagesangebote mit durchschnittlich 20-25% Rabatt schaltet Amazon.de vom 19. bis 26. November frei, wie das Computermagagzin Chip.de meldet.

Bis zu 70% auf Apps und Software, 43% auf Lebensmittel und Delikatessen, fast 41% preiswertere Filme und Spiele, 40% günstigere Urlaubsangebote, fast genauso viel Ersparnis auf Möbel und Dekoartikel sowie 35% auf Sportartikel und Mode plus 30% auf Drogerieartikel und Parfüms: Bis zum Cyber Montag erwartet uns ein Feuerwerk der Sonderangebote im Internet. Mit 30% bilden Spielzeug und 25% Elektroartikel die Schlusslichter der Rabattparade, errechnete das Schnäppchenportal MyDealz.de bei der Auswertung von rd. 45.000 Angeboten der vergangenen 5 Jahre.

Das Hamburg Digital Magazin hat im Vorfeld der Schnäppchenwoche online recherchiert, wer in diesem Jahr online mit verlockenden Angeboten winkt, wann es sich wirklich lohnt, vorbei zu schauen - und wie man mit ein wenig Planung keine attraktiven Angebote bei Amazon, Ebay, Otto & Co. verpasst. Bis zum Cyber Monday gibt es bei uns täglich neue Seiten mit den besten Angeboten. Ein Hamburg Digital Service zu Black Friday, Cyber Monday und einer ganzen Woche Weihnachtsshopping:

 PREISVERGLEICH 

Bevor Sie in diesen Tagen zuschlagen, sollten Sie die Preise vergleichen. Die Stiftung Warentest empfiehlt dazu Preissuchmaschinen. Zu den größten Anbietern gehören Billiger.de, Geizhals.deIdealo.de und Preis.de. Wir empfehlen, auf den Suchmaschinen die Preishistorie der letzten 3, 6 oder 12 Monate anzuschauen und für Wunschprodukte automatische Preiswecker einzurichten. So fallen Sie nicht auf Scheinrabatte rein und werden per E-Mail informiert, wenn Ihr Wunschpreis erreicht ist.

Kühlen Kopf bewahren: Preishistorie kennen + Wecker stellen.

Für Amazon gilt: Die Cyber-Monday-Angebote werden 3 Stunden vorher veröffentlicht. Prime-Kunden können Schnäppchen 30 Minuten früher ergattern. Zeiten für die besten Preise sind neben dem Auftakt am Montag, dem Black Friday-Countdown am Donnerstag-Abend, dem kommenden Wochenende und dem Abschluss am Cyber Monday vor allem die Nachmittags- und Abendstunden. Dann schauen Kunden nach dem Bummel durch die Stadt besonders gern nach Onlinepreisen und gehen auf Schnäppchenjagd. 

Profi-Tipp: Cyber Monday Deal + Rabatt-Gutschein + Cashback.

Um den besten Preis zu bekommen, sollten Sie nicht gleich auf "Kaufen" klicken. Schauen Sie zuvor auf Gutscheinportalen nach gültigen Rabattcodes der Händler. Bekannte Portale sind u. a. Gutscheine.de, Gutscheinpony.de, Gutscheinsammler.de und Sparwelt.de. Erfahrene Schnäppchenjäger erhöhen durch einen kleinen Umweg über ein Cashbackportal noch einmal den Rabatt - so gibt es bei Ebay, Media Markt oder Saturn 2% auf den Nettopreis. Das rechnet sich bei einem neuen Smartphone, Tablet oder Fernseher sofort. Über 7 Jahre haben wir bei Shoop.de mehr als 1.000,- € beim Online-Shopping als Cashback zurückgeholt.

 WUNSCHLISTEN 
* Update *


43% der Deutschen kaufen zu Black Friday und Cyber Monday
gezielt, was Sie schon auf dem Wunschzettel haben.
Quelle: Oliver Wyman, Nov. 2018

Um Artikel im Blick zu behalten, empfehlen wir online Merkzettel bzw. Wunschlisten anzulegen. Erste Adressen sind hier die Wunschliste bei Amazon.de, die Beobachtungsliste auf Ebay.de und die digitalen Merkzettel der Preisvergleiche. Die Shoppingliste kann man vom Smartphone-Browser als Lesezeichen auf den Homescreen legen. So behalten Sie Ihre Wunschartikel im Blick - z. B. auf dem Weg zur Arbeit, beim Mittagslunch oder zum Feierabend. Alternativ laden Sie sich die kostenlosen Apps der Anbieter aufs Handy.

 HÄNDLERSEITEN 
* Update *

Über die Woche gibt es für Black Friday und Cyber Monday spezielle Aktionsseiten. Die Händler und Marktplätze starten offiziell an unterschiedlichen Tagen: Amazon am Montag-Morgen, Otto.de am Dienstag-Morgen, Media Markt und Saturn am Donnerstag-Abend und Ebay.de am Freitag. Aber Vorsicht: Während der Schlussredaktion am Montag-Morgen haben sich Cyberport, Gravis, Saturn & Co. schon die ersten Wettrennen geliefert. Hier finden Sie eine Auswahl von Händlern mit ihren Aktionsseiten für die Schnäppchenjagd:

In alphabetischer Reihenfolge:

Für Media Markt und ihre Schwester Saturn war der
Black Friday 2017 umsatzstärkster Tag - allerdings
zu Lasten eines schwachen Weihnachtsgeschäfts.
Amazon.de Cyber-Monday-Woche
amazon.de/gp/angebote

Apple Online Shop
apple.com/de/shop/gifts/shopping-event

Ebay.de Cyber Week
ebay.de/deals

Google Store
store.google.com/de/category/black_friday_cyber_monday_promos?hl=de-DE

Notebooksbilliger.de Black Weekend
notebooksbilliger.de/black+weekend

Media Markt Red Friday
mediamarkt.de/de/shop/redfriday.html

Otto.de Black Friday Sale
otto.de/black-friday/

Saturn.de Black Weekend
saturn.de/de/shop/angebote/black-weekend.html

 HAMBURGISCH 
* Update*

Nicht nur Onlinemarktplätze oder Elektromärkte locken zum Black Friday mit Attraktionen. Zahlreiche Händler in Hamburg sind on- und offline ebenfalls mit dabei. Die Seite Black-Friday.de hat eine Reihe von teilnehmenden Shops an Alster und Elbe aufgelistet. Diese können besonders interessant sein, wenn es Angebote bei Filialisten sowohl on- als auch offline gibt. Zudem winken die Kreuzfahrtreedereien Aida, Costa und MSC mit ihren Hamburg-Anläufen ab Donnerstag zu attraktiven Pauschalpreisen:

In chronologischer Reihenfolge:

Black Friday in Hamburg
black-friday.de/hamburg

Aida Black Friday
aida.de/kreuzfahrt/angebote/black-friday

Costa Kreuzfahrten Black Friday
costakreuzfahrten.de/angebote/black-friday.html

MSC Cruises Black Friday
msc-kreuzfahrten.de/de-de/Kreuzfahrt-Angebote/MSC-Black-Friday-Special.aspx

 RABATTSEITEN 
* Update *

Neben den bekannten Onlineriesen versprechen zahlreiche weitere Händler im Netz zu Black Friday und Cyber Monday hohe Rabatte. Mit dabei sind u. a. Fashionshops und Sportartikelanbieter, Fußballfanshops und Erotikartikelversender, Softwarehersteller und Möbelhändler. Die Angebote sind am schnellsten über spezielle Aktionsseiten, Schnäppchenblogs und Medienportale zu finden. 

In alphabetischer Reihenfolge:

Black-Friday.de Shops 2018
black-friday.de/shops

Blackfridaysale.de
blackfridaysale.de/

Chip.de Cyber Monday
chip.de/tests/cyber-monday,113931

Computer Bild Deals *Tipp*
computerbild.de/schnaeppchen/

MyTopDeals.de Black Freitag 2018
mytopdeals.net/blackfreitag/

MyDealz Black Friday *Tipp*
mydealz.de/black-friday

Schnäppchenfuchs Black Friday + Cyber Monday *Tipp*
schnaeppchenfuchs.com/cyber-monday

Shoop.de Black Week Cashback 

shoop.de/special/blackweek

T-Online Cyberweek Liveticker *Tipp*
t-online.de/ratgeber/id_82705088/cyber-week-2018-live-ticker-mit-den-besten-amazon-deals.html

 TIEFPREISKAUF 
* Update *

Für Privatkunden ist die Schnäppchenjagd zu Cyber-Monday-Week und Black-Friday-Weekend preislich weitgehend risikofrei. So bieten Media Markt und Saturn im Kundenkonto ein Storno der Bestellung per Mausklick an. Gleiches bietet Amazon bis die Sendung auf dem Weg ist. Verweigert ein Onlinehändler Ihnen ein Storno, können Sie die Annahme des Pakets ggü. Postbote oder im Paketshop verweigern. Damit geht der Artikel an den Verkäufer zurück und der Verkauf wird storniert. Übrigens: In Spitzenzeiten werden zur Weihnachtszeit täglich bis zu 18 Mio. Pakete in Deutschland ausgeliefert.

Kostenlose Rückgabe bei Amazon.de bis 31. Januar '19

Bei Online-Primus Amazon können Sie Artikel aus Weihnachtskäufen seit 1. November d. J. risikolos bis zum 31.01.2019 zurückschicken. Damit haben Sie die Chance, evtl. attraktivere Angebote aus Weihnachts- und Neujahrssale von Amazon oder anderen Händlern mitzunehmen. Bei Ebay gibt es auf die offiziellen WOW!-Angebote bei günstigeren Preisen bekannter Wettbewerber bis zu 48 Stunden nach dem Ebay-Kauf die Differenz und 10% obendrauf erstattet.


48 Stunden-Tiefpreisgarantie für Ebay-WOW-Angebote mit 10% Entschädigung

Grundsätzlich haben Sie als Privatkunde - sprich Endverbraucher - bei allen Onlinekäufen in deutschen Shops 14 Tage Widerrufsrecht, um ihre Bestellung rückgängig zu machen. Bei einer Reihe von Onlineshops müssen Sie den Widerruf schriftlich erklären, bei großen Händlern und Marktplätzen reicht z. T. die rechtzeitige Rücksendung. Auf jeden Fall sollten Sie gekaufte Artikel vorsichtig auspacken, nur kurz testen oder anprobieren, nicht beschädigen und wieder original verpacken. Händler werden Ihnen dann den Kaufpreis und die Versandkosten zurückerstatten. Sie tragen aber in den meisten Fällen den Rückversand.

Amazon Rückgaben
amazon.de/gp/help/customer/display.html/

Ebay Preisgarantie
pages.ebay.de/wow-tiefpreisgarantie

Verbraucherzentrale: Widerrufsrecht
verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/onlinehandel/widerruf-wann-kann-ich-beim-onlineshopping-die-ware-zurueckgeben-8363

Händlerbund: Widerruf und Annahmeverweigerung
haendlerbund.de/de/downloads/widerrufsrecht-im-online-handel-faq.pdf

 BETRÜGEREIEN 
* Update *

Zur beliebten Schnäppchenjagd vor Weihnachten gesellen sich leider immer mehr unseriöse Händler. Kunden werden von ihnen u. a. mit Vorkasse-Überweisungen oder minderwertigen Artikeln über den Tisch gezogen. Dabei locken die Abzocker vor allem mit überzogen niedrigen Preisen, die bei uns Gier auslösen sollen und dafür sorgen, dass wir nicht mehr genau hinschauen, ob es sich wirklich um einen ehrbaren Kaufmann handelt, der sein Versprechen einhält.

Gehen Sie auf Nr. Sicher: Zahlen Sie nicht per Vorkasse.

Zahlen Sie nur über sichere Zahlungsmöglichkeiten, wie Amazon Payments, Paypal auf Ebay oder Paydirekt, Lastschrift, Rechnungskauf oder mit Ihrer Kreditkarte. Dann genießen Sie Käuferschutz und haben die Chance, im Falle eines Falles Ihr Geld wieder zu bekommen. Auf keinen Fall sollten Sie per Vorkasse zahlen - schon gar nicht auf Marktplätzen. Achten Sie auf Bewertungen, Gütesiegel wie Trusted Shop, geprüfter EHI- oder TÜV-geprüfter Online-Shop und vollständige Angaben mit Impressum, AGB's und Versandkosten sowie Widerrufserklärung und Datenschutzbestimmungen.

Weitergehende Informationsquellen zu Ihrer Sicherheit:

Verbraucherzentrale: 5 Tipps zur Schnäppchenjagd am Black Friday
verbraucherzentrale.de/aktuelle-meldungen/digitale-welt/5-tipps-fuer-die-sichere-schnaeppchenjagd-an-black-friday-und-co-13224

Verbraucherzentrale: Wie zahlen beim Online-Shopping
vzhh.de/themen/einkauf-reise-freizeit/online-shopping/wie-zahlen-beim-online-shopping

BSI für Bürger: Seriosität und Sicherheit bei Onlineshops
bsi-fuer-buerger.de/BSIFB/DE/Service/Aktuell/Informationen/Artikel/Sicherheit_Onlineshopping_22112017.html



Tipps des BSI zur Sicherheit beim Onlineshopping.

 GEHEIMTIPP 
* Update *

Zu guter Letzt ein Geheimtipp: Amazon bietet bis zum Cyber Monday am 26.11.18 auf seine Warehouse-Deals 20% Extrarabatt. Wer mit bereits geöffneter Verpackung oder kleinen Fehlern leben kann, sollte nach Warehouse-Deals schauen und sich diese mit anderen Angeboten vergleichen. Das Ganze ist risikofrei, denn Sie haben 30 Tage Rückgaberecht und 2 Jahre Gewährleistung. Extra-Tipp: Den Warehouse-Rabatt gibt es parallel auch in den Amazon-Shops in Frankreich, Großbritannien, Italien oder Spanien. 

Übersicht Amazon.de Warehouse Deals
amazon.de/Warehouse-Deals/b?ie=UTF8&node=3581963031

Mit Ihrem deutschen Amazon-Konto und einer Kreditkarte können Sie auch in den Warehouse-Deals der anderen EU-Shops stöbern, haben z. T. eine noch größere Auswahl und können im Einzelfall noch mehr sparen, als auf der deutschen Seite. Bestimmte Produkte können vom Versand nach Deutschland ausgeschlossen sein. Wir haben auf diesem Weg schon einen Laserdrucker aus Großbritannien und einen Minilautsprecher aus Italien liefern lassen. Auch unsere neue Telefonanlage haben wir über einen Warehouse-Deal bestellt.

Bis zum Black Friday kamen bereits zwei smarte Lautsprecher mit echten 50% Nachlass aus einem der 13 deutschen Amazon-Logistikzentren zu uns, ein aktuelles Smartphone lächelte uns mit 50,- € Extrarabatt eines Preisvergleichsportals an und ein Tablet winkte uns mit fast 30% echtem Rabatt auf Ebay zu. Dazu haben wir ein Paar Kopfhörer noch einmal günstiger bestellt und den smarten Retourenprozess des größten deutschen Marktplatzes genutzt.

Auf der Wunschliste der Redaktion stehen bis zum kommenden Cyber Monday noch ein neuer Streaming-Mediaplayer und smarte Heizkörperventile. Fazit: Unsere Wunschlisten sind geschrieben, die Preiswecker gestellt und in Aktion, die Links zu den Schnäppchenseiten gespeichert und attraktive Schnapper bereits bei uns. Spätestens nach Black Friday und Cyber Monday werden vor allem Elektroartikel wieder teurer. Dann werden Schnäppchen bis zum Fest eher zur Ausnahme.

Wir wünschen Ihnen am Cyber Weekend und am kommenden Cyber Monday viele tolle Schnäppchen, dass alle Pakete schnell und bequem zu Ihnen kommen und natürlich jede Menge Freude mit Ihren Online- und Vor Ort-Einkäufen zum Fest der Liebe 2018!


 Hamburg Digital Background 
* Update *

Black Friday ist in den USA der Brückentag nach dem arbeitsfreien Erntedankfest, das auf den letzten Donnerstag im November fällt. Der Tag läutet eines der wenigen langen Wochenenden ein. Es steht im Zeichen der Familie und wird gern für Weihnachtseinkäufe genutzt. Am 24.11.1961 lockten Händler in Philadelphia erstmals unzählige  Kunden am Tag nach Thanksgiving in die Läden. Die Polizei sah nur noch eine "schwarze Masse" in der Innenstadt - der Black Friday war geboren. 

Dem Black Friday folgt der Cyber Monday - der Montag nach Thanksgiving. Er ist die Antwort der Onlinehändler auf den Black Friday. Am 24.11.2006 führte Apple den Black Friday in Deutschland mit seinem Online-Shop ein, um iPods zu verkaufen. Seit 2010 wird auch der Cyber Monday in Europa zelebriert - vor allem Dank Amazon mit der Cyber-Monday-Woche. Im Durchschnitt konnten deutsche Kunden in den vergangenen Jahren zwischen Freitag und Montag rd. 40% gegenüber regulären Preisen sparen, ermittelte MyDealz.de.

Im vergangenen Jahr setzten die Onlinehändler in Deutschland an den 4 Tagen von Black Friday bis Cyber Monday rd. 1,3 Mrd. € um. In diesem Jahr erwartet der Handelsverband zum 13. Black Friday und dem Cyber Weekend bis zu 1,8 Mrd. €. Der stärkste Einkaufstag im Weihnachtsfest ist jedoch der Panic Day am 23.12., gefolgt vom Cyber Monday und auf Platz 3 dem Black Friday. Dieses Jahr wollen die Hamburger im Schnitt 482,- € für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Das sind 22,- € mehr als der Bundesdurchschnitt, fand die FOM-Hochschule Hamburg heraus. 100 Mrd. €  wird der Handel zu Weihnachten 2018 insgesamt einnehmen, weiß Statista.

 Hamburg Digital Lesetipps 

MyDealz.de: Ratgeber zur Cyberweek - 15 Tipps für Verbraucher

Hamburger Abendblatt: Black Friday - So findet man die echten Schnäppchen


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