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Sonntag, 7. April 2019

HANSEPERSONALITY Benny Bennet Jürgens: In unserer Jetzt-und-Sofort-Gesellschaft muss der Mehrwert sofort spürbar sein.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW


NECT-Co-Founder Benny Bennet Jürgens
Foto: Maximilian Probst

Neues Konto, neue Karte, neue Versicherung: 42 Mio. Deutsche nutzen Banken und Versicherungen immer häufiger online und mobil. Doch mit digitalen Kunden kommt auch das digitale Risiko. Um illegaler Geldwäsche und Versicherungsbetrug Einhalt zu gebieten, müssen wir uns mit Personalausweis oder Reisepass legitimieren. Und dann das Horror-Szenario: Kurz vor Feierabend in einer endlosen Schlange mit Paketabholern in der Postbank stehen. Willkommen bei Post-Ident.

Clevere Unternehmer ersparen uns den Weg zur Post und bieten mit Video-Ident einen Service über PC und Smartphone an: Per Video-Telefonat schwenken wir unseren Perso vor der Kamera, lesen Nummern vor und ärgern uns, wenn die Webcam zu schwach ist und die Verbindung abbricht. Doch jetzt wird die Identifikation richtig digital - ohne Agent, ohne lästiges Telefonat. Aus Hamburg kommt Selfie-Ident von NEXT, dem Serien-Award-Gewinner der Jahre 2017 und 2018. Unser HANSEPERSONALITY ist Co-Geschäftsführer Benny Bennet Jürgens:


Herzlichen Glückwunsch zur NECT-App, die wir zur Registrierung des mobilen Services der Krankenkasse HEK genutzt haben. Gleich beim ersten Mal hat alles geklappt. Keine 4 Versuche, wie bei S-Direkt fürs "Yomo"-Konto, keine kaputte App wie bei WebID für "Verimi". Ihr seid jetzt mit "Selfie-Ident" für die HEK , die R+V und 7 weitere Versicherungen im Markt. Erklär' unseren Lesern doch einmal, wie sich Euer Service von anderen Ident-Anbietern unterscheidet?

Wir haben eine Technologie entwickelt, die eine Self-Service-Identitätsfeststellung für natürliche Personen ermöglicht. Da unser Selfie-Ident vollständig automatisiert ist, können Nutzer Ihre Identität 24/7 ohne Wartezeit und an jedem Ort erledigen. Die KI-basierte Softwarelösung ist auf Nutzerfreundlichkeit sowie Kosteneffizienz optimiert und besonders relevant für regulierte Unternehmen, die bei der Erfassung von Kundendaten hohen gesetzlichen Anforderungen unterliegen. 


NECT-Macher Benny Bennet Jürgens, CEO (li.) und Carlo Ulbrich, CSO (re.)
Foto: Maximilian Probst

Unser technologiebasierter Prozess bedarf keiner menschlichen Kontrolle mehr, sodass wir fünf mal günstiger, aber - viel wichtiger - auch wesentlich sicherer sein können. Wir verbinden also kompromisslos (und wahrscheinlich zum ersten mal) Nutzerfreundlichkeit mit den höchsten Sicherheitsanforderungen. Wir haben also eine echte Win-Win-Win-Situation. Die Nutzer werden geschützt und erleben trotzdem einen nutzerfreundlichen Prozess. Die Unternehmen gewinnen mehr Kunden für Ihre Dienste, weil weniger Nutzer abbrechen - und Sie können dazu noch 75% der Kosten sparen. Und wir haben unser Ziel erreicht, die Industrie der Identitätsfeststellung zu revolutionieren. 

Im November 2015 habt ihr bei der Gründerakademie der Wirtschaftsjunioren die Idee zu einem Konzept weiterentwickelt. Seit 2017 arbeitet Ihr an der NECT-App und im September 2018 habt Ihr mit R+V den ersten Kunden freigeschaltet. 4 Jahre nach der Idee seid ihr mit einem voll digitalen Service live und habt in den App-Stores 4,9 von 5 Sternen. Worauf legt ihr bei Selfie-Ident besonderen Wert?

Wir legen auf zwei Aspekte jederzeit Wert: Nutzerfreundlichkeit und Sicherheit. Dabei sparen wir weder an dem einen noch an dem anderen Aspekt. Wir haben die kompletten internationalen gesetzlichen Anforderungen betrachtet und die jeweils strengsten Anforderungen umgesetzt. Dabei haben wir uns stets gleichzeitig überlegt, wie wir dies so nutzerfreundlich abbilden können, dass Selfie-Ident keine spürbare Hürde beinhaltet.

Hier konnten wir aus unserer Erfahrung profitieren - sind aber vor allem auch Wege gegangen, die andere für nicht umsetzbar hielten. Das bedeutet sicher den einen oder anderen Umweg und viel Ausprobieren, aber am Ende lohnt sich das Überdenken von bestehenden Meinungen fast immer. Damit wir aber nicht nur irgendeine großartige Technologie in unserem Labor entwickeln, haben wir jeden Entwicklungsschritt von realen Nutzern beurteilen lassen. So wurde Selfie-Ident noch vor der Veröffentlichung von 10.000 Usern getestet. 

An dieser Stelle müssen über Sicherheit sprechen: Die Wirtschaftswoche hat im Live-Test das Foto-Ident-Verfahren bei der Berliner Startup-Bank N26 als unsicher entlarvt. Nun macht man bei Euch ja auch Fotos des Personalausweises. Damit ist Selfie-Ident ja ein ähnliches Verfahren. In wiefern könnt Ihr Betrug wie bei N26 ausschließen?

Ich muss hier betonen, dass wir im Gegensatz zum Foto-Ident-Verfahren mit Videos arbeiten. Der Nutzer macht eine kurze Videosequenz seines Ausweisdokuments und nicht nur ein simples Foto. Die Verarbeitung von Videos ermöglicht es uns, beugungsoptisch wirksame Sicherheitsmerkmale auszuwerten, die bei Bewegung des Ausweisdokuments überprüfbar werden. Beispielsweise Hologramme oder optisch variable Farbe. 


Ein Teil des heutigen NECT-Teams in Hamburg
Foto: NECT

Diese Sicherheitsmerkmale sind extrem schwer bis nahezu unmöglich zu fälschen. So fliegen Betrüger bei Selfie-Ident sofort mit ihren Photoshop-manipulierten Ausweisdokumenten auf, mit denen Sie bei den Foto-Ident-Anbietern ziemlich sicher durchgekommen wären.

Es gibt eine ganze Reihe von Identity-Verification as a Service-Anbietern, wie IDNow, PostIdent, S-Direkt, WebIDent und YES. Dazu kommen die Single-Sign-On-Datensammler von NetID und Verimi. Während NetID die Medienkonzerne im Boot hat und Verimi den Bankenmarkt anvisiert, hat S-Direkt die Sparkassen-Konten und IDNow oder WebIDent diverse Kunden, wie N26. Wo ist da Platz für Eure Lösung?

Wir haben uns bewusst für die Assekuranz als Kunden entschieden. Die hier vorherrschende Methode war der Aktivierungsbrief. Sehr günstig aber vollkommen analog. Bezahlbar für die Unternehmen, aber hohe Abbruchraten bei den Nutzern. Die Kosten eines Video-Idents sind bis zu zehnmal höher als der Aktivierungsbrief. Mit Selfie-Ident haben wir also für jeden leicht erkennbar eine echte (meint wirtschaftlich attraktive), digitale Alternative zum Aktivierungsbrief geschaffen.

Ihr wachst bei den Nutzerzahlen schneller als Verimi von Deutscher Bank und Allianz mit 100 Mio. € Kapital. Mal davon abgesehen, dass die Login-Allianz schon zum 2. Mal einen CEO verloren hat. Wie kommt es, dass Selfie-Ident zu rocken scheint - und ein Millionen schwerer Anbieter nicht so richtig zum Fliegen kommt - trotz aller Erfolgsmeldungen?


Das Geheimnis liegt im Video - statt im Foto.
Grafik: NECT

Wenn Unternehmen eines im letzten Jahrzehnt gelernt haben sollten, dann dass sie kundenzentriert und nicht eigenzentriert denken müssen. Die Generalschlüssel-Intiativen der großen deutschen Old-Economy-Konzerne scheinen aber vor allem ihre eigenen Probleme lösen zu wollen: Beispielsweise, wie sie mit dem Generalschlüssel die E-Privacy Verordnung leichter umsetzen können. Der Mehrwert für den Kunden entsteht erst in einer sehr langfristigen Nutzung. In unserer Jetzt-und-Sofort-Gesellschaft muss der Mehrwert aber sofort spürbar sein. Das schafft aus meiner Perspektive bisher keiner der Anbieter und die öffentlich einsehbaren Installationszahlen (10.000+) von beispielsweise Verimi scheinen mir da recht zu geben. 

Wir sind 2016, also noch bevor es die anderen Anbieter gab, bereits mit dem Generalschlüssel-Gedanken gestartet, haben dann aber schnell gemerkt, dass wir das Problem für den Nutzer evolutionär und nicht als Disruption lösen müssen. So kann der Nutzer einen klaren Vergleich ziehen. Der Mehrwert von Selfie-Ident gegenüber den bisherigen Verfahren, wie dem Aktivierungsbrief oder Video-Ident, ist dem Nutzer sofort und ohne großen Erklärungsaufwand klar. Deswegen waren wir auch schon im ersten Monat im Einsatz bei der R+V Versicherung das beliebteste Verfahren zur Identitätsfeststellung. 

Gehen wir ans Eingemachte: Bei unserem Interview im Spätsommer 2017 wart Ihr zu Zweit in einem kleinen Büro über einem Postenmarkt in Harburg. Heute habt Ihr 10 Angestellte. Bis Ende dieses Jahres wollt ihr die Zahl Eurer Mitarbeiter mehr als verdoppeln, plus Werkstudenten. Hand aufs Herz: Wer finanziert Euch und wie verdient Ihr schon richtig Geld?

Zwischen Mai 2017 und Mai 2018 wurden wir im Rahmen des InnoRampUp-Programms von der Stadt Hamburg und aus EU-Mitteln zur regionalen Förderung unterstützt. Das Ziel ist die regionale Wirtschaftsförderung und der Aufbau von Arbeitsplätzen. Ich denke, dass dies mit unserem Case sehr gut erreicht wurde.


Benny Bennet Jürgens pitcht sein noch junges Startup.
Foto: NECT 

Im Jahr 2018 haben wir für das weitere Wachstum ein siebenstelliges Investment von DvH-Ventures (Dieter von Holtzbrinck Ventures, die Red.) erhalten. Mit der Höhe unserer Umsätze liegen wir bereits in einem Bereich, den nur 1% der Startups in unserer Phase erreichen. Unser Ziel ist es, dass wir in 2019 einen weiteren Investor aufnehmen können – aber nicht müssen.

Zu guter Letzt unsere traditionelle Hamburg-Frage: Ihr habt so gut wie alle Startup-Preise in Hamburg abgeräumt, die abzuräumen waren. Ihr wurdet von der IFB-Förderbank unterstützt. Wie beurteilst Du die Förderung von Tech-Startups an Alster und Elbe: Was läuft schon richtig gut - und wo würdest Du Dir - für Euch und andere - ein bisschen mehr "Drive" wünschen? 

Ich denke, dass Hamburg ein toller Standort zum Gründen ist. Die Stadt ist wunderschön und die Menschen offen, sodass man gute Karten hat, Talente aus der ganzen Welt in sein Startup zu holen. Hier könnte die Stadt einem jungen Unternehmen unter die Arme greifen. Bürokratiehürden senken ist hierbei nur die eine Sache. 

Da ein echter Fachkräftemangel vorherrscht, wäre es vielleicht eine Idee, die Einstellungskosten unter bestimmten Voraussetzungen zu übernehmen, sodass junge Unternehmen frische Talente anziehen können, die dann vielleicht auch sehr langfristig sesshaft in der Stadt werden und so den gesamten Wirtschaftsraum fördern. Immerhin ist das Vorhandensein von Fachkräften eines der wichtigsten Kriterien bei der Wahl des Standorts für Unternehmen.


*  *  *

Herzlichen Dank für Deine Offenheit!
Das Interview führte Thomas Keup.

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 Hamburg Digital Background: 

HANSESTARTUPS: NECT - Damit Benny auch wirklich Benny ist.
hansevalley.de/2018/01/hansestartups-nect.html

#NoBullshit: So führt man die Startup-Bank N26 an der Nase rum:
wiwo.de/videos/wiwo-videos/video-so-leicht-laesst-sich-mit-einem-gefaelschten-ausweis-ein-konto-eroeffnen/23180760.html

 Hamburg Digital Service: 

NECT Selfie-Ident im Einsatz bei der R+V Versicherung:
vimeo.com/309664520

NECT Selfie-Ident Einführungsvideo:
vimeo.com/290374136

Donnerstag, 25. Oktober 2018

HANSESERVICE: Zeit, das Girokonto zu wechseln.

HAMBURG DIGITAL SERVICE


Schicke neue Filiale in der Osterstraße: Teurer für "Klassik-Kunden"
Foto: HANSEVALLEY

195.000 Haspa-Kunden werden ab 1. Januar kommenden Jahres kräftiger zur Kasse gebeten. Das "Girokonto Klassisch" der Sparkasse kostet dann statt 3,95 € im Monat 4,95 €. Dazu kommen stolze 50 ct. pro Buchung - statt bislang 40 ct. Damit steigt der Preis für das günstigste Girokonto der Haspa um 25%. Vorstand Jürgen Marquardt erklärt: Die Gesamtkosten für das "Girokonto Klassisch" steigen pro Monat von rd. 7,- € auf 8,- €. Für die knapp 680.000 Joker-Kunden ändert sich erstmal nichts. Sie zahlen zwischen 7,90 € und 16,90 € für ein Konto von "smart" bis "premium".

Die Preisschraube der Haspa ist eine gute Gelegenheit, über ein kostenloses Konto im Internet und auf dem Smartphone nachzudenken. 29 Banken und Sparkassen bieten in Deutschland kostenlose Girokonten an - oft ohne Pflicht zur Nutzung als Gehaltskonto und ohne monatlichen Mindesteingang. HANSEVALLEY stellt in diesem HANSESERVICE ausgewählte Girokonten von Filial-, Online- und Mobile-Banken vor  - ohne auf Girocard und sogar auf die Haspa-Automaten verzichten zu müssen. Ein Hamburg Digital Service zum Kontowechsel 2019:


Der ganz normale Wahnsinn: Kunden vor dem Haspa-Automaten.
Foto: HANSEVALLEY

Er ist einer der meist genutzten Haspa-Geldautomaten der Stadt: Auf dem Weg zur U-Bahn stehen sich täglich tausende Kunden im Zwischengeschoss des U-Bahnhofs Hauptbahnhof-Süd die Beine in den Bauch. Für stolze 7,- € im Monat oder mehr beweist die Sparkasse an Hamburgs Verkehrsknotenpunkt Nr. 1, dass es noch Einiges zu tun gibt auf dem Weg zur kundenorientierten Bankingplattform. Doch statt jeden Monat stolze Gebühren bei der größten Sparkasse zu zahlen, geht Warteschlange vor dem Haspa-Automaten an Hauptbahnhof oder auf der Reeperbahn auch kostenlos - mit der Frankfurter Sparkasse:


Ein Sparkassenkonto - aber ohne Haspa.

Mit nur einer Buchung im Monat bietet die 1822direkt als Tochter der Frankfurter Sparkasse ein interessantes kostenloses Girokonto. Alle Buchungen sind bei der 1822direkt ebenso kostenlos wie bis zu 2 Sparkassencards - und damit kostenloses Geldabheben an allen 26.000 Sparkassen-Automaten in Deutschland - einschl. Hamburg. Das 1822direkt-Konto bietet zudem einen günstigen Dispo-Kredit bei regelmäßigen Zahlungseingängen. Dazu gibts auch noch eine Mastercard Credit im 1. Jahr kostenlos dazu. Das 1822direkt-GiroSkyline ist eine attraktive Alternative zum Haspa-Basiskonto - und dazu kostenfrei.

Das kostenlose Onlinekonto der 1822direkt finden Sie hier!


Online-Banking ist ja sooo Old-School.

Wem ein Online-Konto viel zu verstaubt ist und sowieso alles auf dem Smartphone macht, kann bei der 1822direkt ein Smartphone-Konto der Marke 1822MOBILE eröffnen. Das ist vergleichbar mit gehypten Startup-Banken, wie N26 oder Revolut. Mit dem Unterschied, dass sich im Falle eines Falles der Kundendienst um eine Lösung kümmert. Wir raten die Finger von sogenannten "Neo-Banken" aka "Challenger-Banken" wie N26 oder Revolut zu lassen, bei denen der Kunde Betatester ist. Mit dem 1822MOBILE-Konto bietet die Frankfurter Sparkasse ein vollwertiges Konto inkl. Dispokredit. Zudem gibts eine kostenlose VISA-Karte Credit. Die kostet beim Schwesterkonto ab 2. Jahr 30,- € - und das muss heute nicht mehr sein.

Das kostenlose Mobilekonto der 1822 direkt finden Sie hier!


Wenn Budni zum Bankschalter wird.


Kein Drogeriemarkt liegt näher - jetzt auch zum Geld abheben.
Foto: HANSEVALLEY

"Nichts liegt näher als die Haspa". Das liegt nicht zuletzt an rd. 130 Filialen sowie 360 eigenen Geldautomaten. Wer dennoch nicht um die Ecke eines Haspa-Automaten wohnt oder arbeitet, kann sich auch für ein Girokonto entscheiden, dass Bargeld z B. an den Automaten der Cash Group ermöglicht. Unter den Mobile-Banken empfehlen wir das O2-Banking-Konto der Fidor-Bank. Wie bei 1822MOBILE werden Überweisungen und Daueraufträge über die App erledigt. Für Bargeld gibt es eine kostenlose MasterCard Debit, die im Monat bis zu 3x ohne Gebühren an jedem Geldautomaten Bares auswirft. Der Clou: Beim Mobile-Konto der - zu BNP Paribas gehörenden - Fidor Bank gibts via App Geld auch in jeder der mehr als 170 Budni-Filialen sowie bei DM, Real, Rewe oder Penny.

Das kostenlose Mobilekonto der Fidor Bank finden Sie hier!


Online-Bank aus der Metropolregion.

Wer einen Geldautomaten der Commerzbank, der HVB oder der Postbank um die Ecke hat, für den gibt es gleich zwei attraktive Möglichkeiten. Mit einer ganzen Reihe ausgezeichneter Mobile Apps fürs Banking ist die Comdirect Bank aus Quickborn erste Wahl. Das Girokonto ist kostenlos ohne wenn und aber. Dazu gibt es eine Girocard für Bargeld an allen Cash Group-Automaten einschl. mehr als 50 Shell-Tankstellen in Hamburg und eine VISA-Karte Credit ohne Kosten. Mit 6,5% bietet die in der Region beheimatete Bank zudem einen günstigen Dispokredit. Für innovative Kunden bietet die Comdirect außerdem Bezahlen mit Google Pay auf Android-Smartphones. Rundherum ein attraktives Paket der Quickborner für online-affine Kunden.

Das kostenlose Onlinekonto der Comdirect finden Sie hier!


Commerzbank - die Bank aus Hamburg.


Der Ursprung des Handelsfinanzierers Commerzbank in der Altstadt.
Foto: GeorgHH, Rechte: Public Domain

Nicht jeder Kunde möchte alles online erledigen. Deshalb haben Filialbanken auch heute ihre Berechtigung. Unsere Empfehlung für eine Multikanalbank mit kostenlosem Girokonto ist die Commerzbank mit 26 Hamburger Filialen. Die sind überall rund um die Alster zu finden, dazu am Jungfernstieg und in der Mönckebergstraße. Hier gibts ein Konto mit nur 1 ct. monatlichem Mindesteingang, kostenloser Girocard für 9.000 Cash Group-Automaten und 1.300 Shell-Tankstellen. Im ersten Jahr gibts auf Wunsch eine kostenlose Mastercard Debit. Das Plus: Im Zweifelsfall kann man Probleme auch in der Filiale lösen.

Das kostenlose Onlinekonto der Commerzbank finden Sie hier!


Tschüss Haspa, tschüss Joker-Rabatt!

Fast 680.000 Hamburger nutzen die Joker-Mehrwertkonten. Der Clou sind zahlreiche Rabatte, z. B. bei Kaffeeklatsch, Restaurantbesuch, Kinobesuch oder beim Tierparkbesuch. Dazu kostenlose Handy- und Reiseversicherungen und viele Preisvorteile bei Shopping, Handyreparaturen oder Schlüsselnotdienst. Wer sich die Kontogebühren sparen will, kann die kostenlosen Kundenprogramme von Budni und Radio Hamburg nutzen. Hamburgs größte Drogeriemarktkette bietet rd. 120 Rabatte auf Freizeitaktivitäten. Der Radio Hamburg Hörerclub punktet mit 60 interessanten Vergünstigungen - ohne Kosten.




Tschüss Haspa, tschüss Volksbank!

Wer sich bei Gelegenheit auch gleich von seinem Volksbank-Konto für mind. 6,95 € bzw. 7,95 € pro Monat verabschieden möchte, kann zu einer anderen Genossenschaftsbank in Hamburg wechseln, z. B. zur PSD Bank Nord (mit CashPool-Geldautomaten) oder zur Sparda-Bank Hamburg (mit VR-Geldautomaten). Besonders attraktiv ist es bei der Handelsbank des Edeka-Verbunds mit kostenlosem Girokonto ohne wenn und - inkl. VR-Girocard. Mit ihr bekommt man Bargeld an den 18.600 Geldautomaten der Volks- und Raiffeisenbanken - und damit auch bei den 25 VR-Bankautomaten in Hamburg.

Das kostenlose Onlinekonto der Edekabank finden Sie hier!


Diese Banken empfehlen wir besser nicht. 

Postbank - Die "Steh-Dir-Die-Beine-In-Den-Bauch-Bank"
Foto: HANSEVALLEY

Neben N26 und Revolut können wir auch nicht alle Online- bzw. Direktbanken mit kostenlosem Konto empfehlen. Dazu gehört die DKB. Hier haben Freiberufler und Selbstständige schlechte Karten. Zudem ist das Mobile Banking mit der Authentizifierungs-App eine Katastrophe. Auch die Norisbank - der Deutschen Bank - ist keine Empfehlung. Die Bank bietet zwar günstige Konditionen, richtet sich aber vornehmlich an Kunden, die es etwas "krawalliger" mögen. Auch die Postbank wirbt in regelmäßigen Abständen für kostenlose Aktionskonten. Problem: Im Falle eines Falles stehen Sie mit 50 Paketkunden bei der Postbank in der Schlange, frei nach der Devise "Unterm Strich steh' ich".

Redaktioneller Hinweis:

Die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie basiert auf Erfahrungen der Redaktion. Dabei spielen kostenlose Angebote ohne Fallstricke, hohe Verfügbarkeit der Bargeldversorgung und regionale Nähe in eine Rolle. Zudem haben wir ausschließlich Banken empfohlen, bei denen Kunden sicher sein können, im Falle eines Falles einen Kundendienst zu erreichen. Auch die von uns nicht empfohlenen Banken basieren auf Erfahrungen der Redaktion - insbesondere bei unfairen Startup-Banken, wie N26 und Revolut. HANSEVALLEY verdient mit Empfehlungen für Banken keine Vermittlungsprovision durch Affiliate-Marketing.

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 Hamburg Digital Background: 

HANSERANKING: Das sind die digitalen Banken Hamburgs 2018.

HANSEFINANCE: Alles Fintech - oder was?

Samstag, 20. Oktober 2018

HANSEFINANCE: Alles Fintech - oder was?

HAMBURG DIGITAL STATEMENT
- von Autor Gerd Kotoll -

Fintechs bieten smarte, schnelle und schlanke Lösungen für…. ja, für wen eigentlich? Ah, na klar: für die Digital Natives, also den vermutlich nicht ganz so hoffnungslosen Teil der Generation Y. Mit mantraartigen Beteuerungen wird auf das Wachstum in dieser Zielgruppe verwiesen – auch wenn das im Widerspruch zur demografischen Realität steht. Aber was soll’s, Storytelling halt. 

Eigenwerbung N26 Bank, Berlin

Mit Blick auf die Demografie im Lande wird deutlich, dass die einzig wirklich stetig wachsende Bevölkerungsgruppe die der Generation 60+ ist. Für die ist das Internet zwar nicht mehr grundsätzlich Neuland, aber wirklich internetaffin sind diese Menschen in der Regel eben nicht. Ein Hamburg Digital Statement von Gerd Kotoll anläßlich der Fintech Week in Hamburg:


Die Zielgruppe, die Fintechs ansprechen wollen, sind Individualisten, die Wert auf Nachhaltigkeit legen und alles Mögliche sein wollen – nur nicht Teil der anonymen Masse, Mainstream wohlmöglich (Oh, wie gruselig!). Man fühlt sich hingezogen zu den Trendsettern und Meinungsmachern, die sich natürlich auch politisch engagieren – also bei Hanseatic Help oder so, in Parteien aber lieber nicht, denn die sind "bäh". 

Startups: "Fake it till you make it."

Also, anders sein ist wichtig, auf Seiten der potentiellen Kunden wie bei den Fintechs selbst, denn DAS ist das disruptive Element: anders sein. Das ist dann automatisch auch besser. Ganz bestimmt. Tatsächlich kommt fast täglich, naja: wöchentlich, also… monatlich aber bestimmt eine neue Idee raus, die dann mit viel Marketing-Dollars (irgendwie mit Medien) durch den virtuellen Markt getrieben wird. Und manchmal, das muss man sagen, gehen die echt viral!

Bei genauerer Betrachtung sind das dann aber oft doch nur Produkte von der Stange: standardisiert - und zwar maximal. Das kann auch nicht anders sein, wenn das Geschäftsmodell auf Skalierung angelegt ist. Das ist völlig in Ordnung. Nur, Individualität ist es eben nicht. Macht aber nichts, ist bislang kaum jemandem aufgefallen. Wichtig ist ja, beim "neuen heißen Scheiss" dabei zu sein.

N26: "Bullshit without Banking?"

Nur dass diese scheinbar so verantwortungsbewusste Generation der Digital Natives sich derart veralbern lässt, wundert dann schon. Beispiel gefällig? Gern! N26 zum Beispiel. Vor drei Jahren hätte man die noch fürs dritte Programm eines Nachrichtensenders gehalten. Die laut Fachjargon "Neo-Bank" plakatiert derzeit „Deine Bank verarscht Dich“, und versucht damit WAS zu werden? Genau, die Bank der Plakat-Leser. Wirklich, #nobullshit. 

Eigenwerbung N26 Bank, Berlin

N26 versteht sich als Mobile-Bank, also eine Bank - mit Bank-Lizenz. Und wie jede andere Bank auch, wird N26 Geld verdienen müssen, #nobullshit. Man mag das irritierend finden, aber N26 sagt: Eure (bisherige) Bank verarscht Euch. Lasst uns doch Eure neue Bank sein. Wir machen dann weiter (mit der "Verarsche"?). 

Wie schwer Bank sein ist, erfahren die österreichischen Gründer gerade durch die BaFin, die das in Deutschland unzulässige Foto-ID-Verfahren von N26 hochnimmt. Da gesellen sie sich gleich mal in eine Reihe mit Revolut, der britischen Version einer - Zitat T3N - "Challenger Bank". Aber mit Produkten, die einen klitzekleinen, aberentscheidenden Denkfehler haben, kennen sich die Wiener Eliteabsolventen ja bereits aus - Stichwort: Kinderkreditkarte "Papayer". Lohnt sich zu googeln ...

Eigenwerbung Haftpflichthelden, Hamburg

Da sind die Hamburger Haftpflichthelden schon ein gutes Stück weiter. Zunächst mal ist das ein sehr ordentliches, gutes und leistungsstarkes Produkt. Aber mit finanziellem Konzept hat das eben nichts zu tun. Beratung? Fehlanzeige! Hier werden Policen der NV-Versicherung an die Generation Y vertrieben. Okay, es sind nur Haftpflichtversicherungen, aber auch da kann man, mit dem Blick lediglich auf die Prämie, ärgerliche Fehler machen. Da kommt die Disruption dann von völlig unerwarteter Seite.

Alles jetzt so schön online und digital.

Getsurance bringt dafür jetzt die erste voll online abschließbare Versicherung gegen Berufsunfähigkeit auf den Markt. Okay, bei einigen etablierten Versicherern kann man das auch schon, auch schon vor Getsurance. Aber hey, irgendeine Story muss ja erzählt werden. War auch höchste Zeit, dass das jetzt ganz ohne Berater geht mit diesen BU-Versicherungen, von denen die Mehrzahl der Menschen glaubt, dass die im Zweifel eh nicht zahlen. Und auf "Only pur" ist sogar die Stiftung Warentest im "Schnelltest" reingefallen.

Eigenwerbung Getsurance, Berlin

Seht mal, was für Versager diese Versicherungsfritzen sind! Nichtskönner! Das wird jetzt alles anders. Der Markt wird mal so richtig durchgeschüttelt und die Durchdringung dieses Produktes mit ekelig langen und in unverständlichem Versicherungsdeutsch verfassten Bedingungswerken von derzeit mageren gut 25% BU-versicherter Bevölkerung auf, also mindestens…, wenn nicht noch mehr angehoben. Per Mausklick. Eben mal so. Wenn die Verbraucherzentrale Hamburg die Versicherung nicht auseinandergenommen hätte ... Kann ja keiner ahnen, dass der Teufel in den Vertragsdetails steckt.

Vielleicht ist der Bottleneck aber nicht so sehr die Technik, sondern doch die – größtenteils immer noch fehlende - Erkenntnis der Menschen, dass es Sinn macht, um die 100,- € im Monat in die Hand zu nehmen zur konzeptionellen Absicherung ihres relevantesten Risikos im Erwerbsleben. Und zwar wohl wissend, dass die gezahlten Prämien weg sind, wenn das Risiko nicht eintritt. Beratung? Konzept? Im Streitfall sitzt die Squarelife-Versicherung des Vermittlers Getsurance in Liechtenstein. Dumm gelaufen - für den Versicherten.

Eigenwerbung Ottonova, München

Kommen wir zur privaten Krankenversicherung, auch da gibt es Neuigkeiten: z. B. von Ottonova. Schick, frech, online. So unerklärlich wie die Namensgebung ist es dann wohl auch, dass die Tarife dieses neuen Versicherers eher digitale Ladenhüter sind (kann man den Begriff noch nehmen?). Am Bedingungswerk kann es nicht liegen. Höchstens zu Anfang, da waren die nicht sooo toll. Aber da hat man nachgebessert, auch nicht unintelligent. Damit sind die Tarife aber erklärungsbedürftig geworden. 

Ob das der Grund ist, warum die Beitragseinnahmen in 2017 rund 31.000,- € betragen haben? Im Bereich der privaten Krankenvollversicherung bei angenommenen 500,- € Beitrag im Monat sind das immerhin…. äh, ja, doch 5, also in Worten: fünf Versicherte. Hey, keine Häme bitte, jeder hat mal klein angefangen und private Krankenversicherung ist ein hartes Vertriebspflaster, keine Frage. Vielleicht kann Fernseh-Löwe Frank Thelen nach Flugtaxis und Blockchain ja auch Krankenversicherungen hochjazzen.

"Scale or Fail" - man weiß es nicht genau ...

Zur Wahrheit gehört, dass die Lunte der Skalierungsrakete oftmals ziemlich lang oder zwischendrin ein klein bisschen nass geworden ist, von verspätetem Nachtanken - sprich nächster VC-Runde - einmal abgesehen. Denn die für 2018 in der Bilanz abgegrenzten Vertriebskosten von etwa gut 250.000,- € bedeuten etwa 50 bis 60 neue Kunden. Mal sehen, wie dieses Jahr läuft für "Otto" und ob er dann noch "nova" aussieht.

Bezeichnender Weise ist laut einer jüngsten Umfrage die Zielgruppe dieser Unternehmen - also Hipster-Vollbärte - in Geldangelegenheiten immer noch erstaunlich spießig. So wollen sich zwei Drittel der 24 bis 39-Jährigen zwar im Internet informieren, dann aber mit diesem so erworbenen "Wissen“ (das kann ich jetzt kaum so nennen) erstaunlicher und erschreckender Weise bei ihrem Bankberater die Anlagen tätigen. Was wohl die Berater bei N26 dazu sagen? Ach ja: Die haben ja gar keine. Filiale ist ja so Neunziger, #nobullshit.

Klassische Haspa-Werbeträger Parkbank und "Manni", die Maus
Foto: HANSEVALLY

Wie nötig gute und konzeptionelle Beratung tatsächlich ist, zeigt ein Blick auf die Jahresstatistik der Bundesbank: Die vielleicht nicht beliebtesten aber dennoch volumenstärksten Anlagen sind ... Tagesgelder und Sparbücher. Sicher ist sicher! Man will ja kein Geld verlieren. Deswegen ist man schlau und legt nichts auf dem Aktienmarkt an. Viel zu unsicher. Auf der Bank, da weiß man, was man hat. Einen sicheren Zins nämlich. Da stört die Inflation auch nicht, die real das Geld vernichtet. Inflation hat man ja nur beim Einkaufen.

Vielleicht ist es ein PISA-Problem. Denn es hat sich offensichtlich noch nicht überall herumgesprochen, dass mit 0,03% p.a. Guthabenzins eine Inflation von 1,8% p.a. eben nicht zu schlagen ist: 'Wo ist das Problem, mein Geld ist doch noch da', winkt der clevere Kleinanleger mit seinem guten alten Sparbuch. Garantiert ist hier nur, dass das Geld am Ende des Jahres weniger wert ist. Das ist die Cash-Burn-Rate des kleinen Mannes.

Hippe Produkte für die Generation Hipster?

Während keine Lebensversicherung ein Problem mit dem Rentenversprechen hat, also tatsächlich lebenslang die Rente zahlen wird und von klassischen Lebensversicherungen aktuell noch 2,5 % p.a. Kunden gutschrieben wird, ist diese Produktart natürlich Teufelszeug. Denn eine Rentenversicherung ist träge und behäbig - und kein hippes Produkt für die Generation Y.

Frisches Geld fließt daher vor allem in Produkte mit Fonds oder Index-Orientierung – und das sind ja die guten Produkte, sagen jedenfalls die Experten. Genau deshalb gibt es auch kein Insuretech-Startup, keine Neugründung, die nicht Abspaltung und Anhängsel etablierter Gesellschaften wäre – oder in ihrem Auftrag Produkte unter die Leute bringt. Ist das die schöne neue Startupwelt der disruptiven Nachwuchsunternehmer, die unsere Welt retten wollen?

Eigenwerbung MyLife, Göttingen
Sicherheit oder mal was richtig Neues?

Moment…. Da ist doch die MyLife. Erst wenige Jahre am Markt, mit Netto-Tarifen, also Tarifen, die fast ohne Vertriebskosten daherkommen, hat MyLife sich wiederholt Platz 1 in der Statistik gesichert. Ups! Das ist ja die Statistik der höchsten Storno-Quoten. Und wenn diese Quote 20% und mehr beträgt, dann ist die Kundenabstimmung mit den Füßen sicher kein Zeichen für Qualität und Rendite-Ergebnisse.

Tatsächlich lassen sich für jedes Produkt genauso viele Argumente dafür wie dagegen finden. Es hängt ganz wesentlich von der jeweils individuellen Situation des Kunden - des Anlegers oder Versicherten - ab. Eine Beratung, die aktiv den sich wandelnden Lebenssituationen der Kunden in den Blick nimmt, findet aber nicht statt. Weil man Individualität eben nicht skalieren kann.

Deswegen sind Single-Product- oder Single-Solution-Startups gut beraten, wenn sie das erste Exit-Angebot annehmen, das ihnen auf den Tisch flattert. Dauerhaft allein am Markt zu bestehen wird den allerwenigsten gelingen. Nur wer wirklich Nutzen schafft oder Probleme für Kunden nachhaltig löst, wird dauerhaft bestehen können – immer unterstellt, dass man es schafft, sich an die wandelnden Bedürfnisse der Kunden und anderer Markterfordernisse anzupassen. Wer das nicht schafft, wird schnell feststellen, dass es nicht ausreicht, mit einer Menge Marketing-Wirbel ein Fintech hochjazzen zu wollen.
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Über Gerd Kotoll:

Hamburg Digital Autor Gerd Kotoll
Foto: HANSEVALLEY
Als unabhängiger Makler berät Gerd Kotoll hauptberuflich Vereine, Verbände und Unternehmen in Fragen der Absicherung. Besonderen Fokus legt er auf junge Unternehmen und Startups. Parallel vernetzt er Entrepreneure mit Partnern und Kunden - und berichtet von ausgewählten Events im Ökosystem der Hamburger Startup-Szene. 


Gerd Kotoll bei XING
Bernhard Assekuranzmakler





 Hamburg Digital Autoren: 

HANSECRIME: Cybercrime - das vermeintliche Risiko fürs Unternehmen!?hh.hansevalley.de/2018/08/hansecrme-cybercrime-das-vermeintliche.html

HANSESTARTUPS: Sperrig – dreckig – schwer: Movemates@Hackers & Founders
hh.hansevalley.de/2018/05/hansestartups-movemates.html

HANSEREPORT: #HanselabX – Hier wird Zukunft gemacht ...

Sonntag, 10. Dezember 2017

HANSETECHTEST: Der Sparkasse neue Kleider: Die Yomo-App.

HAMBURG DIGITAL TECHTEST

Eine junge Bankerin joggt durch Frankfurt und fragt sich: 'Braucht Deutschland noch eine Bank, die einfach so weitermacht?`Eine andere Bankerin balanciert über den Dächern der Stadt und kommt zu dem Schluss: 'Neue Zeit braucht neues Banking'. Und Deutschlands größter Bankenverbund wirbt damit, "Banking ist einfach".


Angriff der Sparkassen auf die Portmonais von Generation "Y" + "Z":
Hamburger "Yomo"-App versucht sich als buntes Lifestyle-Produkt.
Foto: Yomo
In der Null-Zins-Falle, mit tausenden teurer Mitarbeiter und schrumpfenden Filialnetzen müssen Deutschlands Banken die nächste Generation Kunden abholen. Die Sparkassen gehen mit "Yomo" einen eigenen Weg. Hinter dem Projekt stehen eine Hamburger Softwareschmiede, ein Hamburger Innovation Hub und auch das Konto einer Hamburger Großbank. Unser HANSETECHTEST: Der Sparkasse neue Kleider: die "Yomo"-App.

Banking im Jahr 2017 mit PIN und TAN - das ist in etwa so sexy wie die Steuererklärung. Aktuelle Banking-Apps - kommen so smart rüber, wie ein Leitz-Ordner - oder die VR-Banking-App. Und die 400 deutschen Sparkassen gelten als so cool, wie der Sparstrumpf unserer Großeltern. Keine guten Voraussetzungen, um die Next Generation "Y" + "Z" als Kunden an Land zu ziehen. Da reichen Banker ohne Krawatte, neue Nachbarschaftsfilialen und ein cleveres Kundenbindungsprogramm nicht mehr aus, wie von der "Haspa" umgesetzt.


Fast-schon-so-gut-wie-Banker: Wiener "Number 26"-Gründer Theyenthal (li.)
und Stalf (re.) machen immer mal wieder negativ von sich reden.
Foto: N 26
Anfang 2015 machten zwei Wiener Eliteabsolventen von sich reden. Der Traum vom "Neuen Banking" endete im rauen Alltag unausgereifter Services, raubeiniger Methoden und einem Shitstorm nach dem anderen. Hätte man wissen können, wenn Ex-Berater ein Startup aus dem Boden stampfen ... Nach gescheiterter Kinderkreditkarte und gekündigten Kunden war klar: Die "N 26"-Gründer sind eher frühphasige "Zauberlehrlinge". Deren Risk Management wird vom Ex-HSH-Risk Officer geleitet ... was auch immer das heißt. Berlins Tech-Elite ist nach schmerzlichen Erfahrungen weitergezogen, zu Comdirekt, DKB & ING. Nun wollen die "Zauberkünstler" sie mit Gratis-Zugang zu "WeWork"-Coworking-Spaces zurückgewinnen - inkl. altem Trick künstlicher Verknappung.

Die "Yomo-App" und ein Extralöckchen der Haspa.

In Hamburg macht sich ein 10-köpfiges Team auf den Weg, Banking offensichtlich neu zu denken, wie es die Konkurrenz aus Frankfurt in ihren Videos (s. o.) großspurig verspricht. Herzstück ist die Softwareschmiede der deutschen Sparkassen "StarFinanz" am Grüner Deich. Um coole Ideen für einen neuen, einfachen Zahlungsverkehr zu gewinnen, hat die IT-Tochter zusammen mit "Innovations-Sparkassen" (klingt irgendwie komisch ...) an der Wendenstraße einen Hub eröffnet. Mit an Board sind die Dickschiffe des Finanzverbundes aus Berlin, Köln, München und natürlich auch aus Hamburg. Können es die Sparkässler aus Hammerbrook besser, als die Wiener Möchtegern-Banker an der Spree?

"Yomo"-Startpaket: 'Achtung, Sie sind jetzt un-/freiwilliger Beta-Tester!'
(Hinweis: Ungültige Girocard mit alten Kontodaten)
Foto: HANSEVALLEY
Nach diversen Ankündigungen wurde Anfang Juli d. J. die immer wieder verschobene "Yomo"-App medienwirksam für den halboffenen Beta-Test freigegeben. Wer als stolzer Hamburger glaubte, jetzt das neue, mobile Banking mit der "Haspa" erleben zu können, wurde erstmal enttäuscht. Während alle anderen deutschen Sparkassen mit der zentralen Softwareplattform "One System Plus" des Frankfurter Sparkassen-Dienstleisters "Finanz Informatik" arbeiten, ticken die Uhren am Adolphsplatz nach wie vor etwas anders. Das "gallische Bankendorf" fährt noch bis 2019 seine IT größtenteils auf Basis von SAP.

Der Praxis-Test: Keine Vorurteile, kein Schongang.

Was für 1 Mio. Kunden, rd. 5.000 Mitarbeiter und 150 Filialen in den vergangenen 10 Jahren gut war, wird für Deutschlands größte Sparkasse auf dem Weg in die digitale Zukunft vor allem eines: teuer. Mehr als 200 Mio. Euro hat die "Haspa" für Ihre neue IT, digitale Services á la "Aino" und die neuen Nachbarschaftsfilialen zur Seite gelegt. Die IT-Abteilung musste die bunte "Yomo"-Welt denn auch gleich einmal komplett für die eigene Bankensoftware umbauen. Und damit verzögerte sich der Start von "Yomo" in der Alster um viele Wochen. Was lange währt, wird endlich gut - denkt man. Nachdem wir einen ersten "Yomo"-Test mit der Berliner Sparkasse gestartet haben, schlägt die Stunde der Wahrheit:

Künstliche Verknappung als Prinzip:
Damit machte sich schon "N 26" lächerlich.
Screenshot: HANSEVALLEY
  • Schaffen es Haspa & Co., mit einer coolen Banking-App die Generationen "Y" + "Z" abzuholen?
  • Kann eine "Yomo"-App die Berliner Hipster-Bank "N 26" auf die Plätze verweisen?
  • Wo geht die Reise beim neuen Banking des Sparkassenverbundes hin?
  • Lohnt es sich überhaupt, ein "Yomo"-Konto  heute aufzumachen?
Unser Ergebnis in "Quick & Dirty":
  • In "Yomo" steckt jede Menge neues Denken, wie Banking in Zukunft aussehen kann.
  • Zur Zeit ist der Service mit Girocard, Überweisungen und "Kwitt" jedoch kaum praktisch brauchbar.
  • App und Video-Authentifizierung haben schwerwiegende und fortlaufende Fehler.

Zugleich muss man das "Yomo"-Tech-Team in Schutz nehmen. Mit einem "Sack voller Flöhe" aus mehr als 400 regionalen Sparkassen, Dachverbänden und Marketinggesellschaften ist die Softwareschmiede "StarFinanz" nicht zu beneiden. Allein bei 10 beteiligten Innovations-Sparkassen gibt es mindestens 12 verschiedene Meinungen. Doch die Sparkassen-Politik ist keine Entschuldigung für fehlerhafte Software, unlogische Bedienerführung und ärgerliche Situationen. Aber fangen wir von vorn an:

Video-Identifikation: Das große "Yomo"-Dilemma. 

Kein Einzelfall sondern die traurige Regel:
Fehlermeldung bei der Video-Identifikation.
Screenshot: HANSEVALLEY
Bei drei Durchläufen (1. Neu-Identifikation Berliner Sparkasse, 2. Re-Identifikation nach Smartphone-Wechsel und 3. Neu-Identifikation Hamburger Sparkasse) ist die Video-Identifikation in keinem Fall ohne Probleme durchgelaufen: Nach schneller und einfacher Eingabe von persönlichen Daten gibt es ein Videotelefonat mit dem eigenen Dienstleister "S-Direkt". Die mehrfach aufgetretenen Fehler im Video-Ident-Prozess:
  • Es gab keine Verbindung und man wartet nach sinnlosem 90-Sekunden-Countdown umsonst.
  • Die Verbindung war instabil, man konnte den Supporter nicht hören oder er konnte nichts verstehen.
  • Die App friert sich während des Video-Ident-Prozesses ein und man fängt ärgerlich wieder bei Null an.

Video-Ident für Haspa-Konto erst im 4. Anlauf!

Fehlerhafte App-Software, zu wenige Video-Supporter beim eigenen Dienstleister und der kundenunfreundliche Video-ID-Prozess sind die absolute Sollbruchstelle von "Yomo" - und das, bevor ein Kunde überhaupt Kunde ist. Im Moment verlieren die Sparkassen an dieser Stelle jeden Wettbewerb aus mangelnder Qualitätskontrolle und nicht ausreichenden Video-Supportern. Wenn die Sparkassen diese Umstände nicht aus dem Weg schaffen, wird "Yomo" ein Millionen Euro teures Grab. Denn das macht kein Kunde zweimal mit - ob jung oder älter.

Keine Usebility, keine Funktionen, kein Nutzwert.

Das Versprechen: "Dein Smartphone-Konto".
Davon gehalten: so gut wie nichts.
Screenshot: HANSEVALLEY
Wer sich durch den - im Vergleich zu Post-Ident - komplizierten und nervenraubenden Video-ID-Prozess gekämpft hat, wer den gesamten Aufwand mit Fotos, Videos, Fragen und Bestätigung nicht abgebrochen hat oder zwangsweise mehrmals durchlaufen musste, freut sich auf ein neues Banking - mit fast nichts drin. Das "Yomo"-Team entschuldigt dies mit dem dauerhaften "Beta-Status". Ob das junge Kunden als Versuchskaninchen happy macht, ist mehr als fraglich.

Trotz monatelanger Verzögerungen und einem "Symbioticon"-Hackathon mit zahlreichen Dienstleistern - darunter unfreundlichen Vertretern der "Yes"-API, bietet die App so gut wie nichts an: Im Kern gibt es die Möglichkeit, Überweisungen zu empfangen und zu tätigen, Geld mit der Girocard an Sparkassen-Automaten zu ziehen und Freunden mit Sparkassen-Konto über "Kwitt" Geld zu schicken. Ende des Programms: keine Daueraufträge, keine Auswertungen. Einfach ... nichts. Nur zu Erinnerung, was Banking-Fintechs in ihren Produkten bereits integriert haben (ohne Werbung dafür zu machen):

Leistung für "Otto Normal":
  • Kontoeröffnung via Mobile App und PC (anbieterabhängig)
  • Kostenlose Kontoführung inkl. aller Zahlungsein- und ausgänge
  • Kontonutzung über Online-Portal per Notebook und Desktop-PC
  • Kostenlose Bargeldabhebung an Fremdautomaten (eingeschränkt)
  • Kostenlose Bargeldversorgung im Einzelhandel (eingeschränkt)
  • Kostenlose Geldanweisung per SMS oder E-Mail (z. B. an Freunde)
  • Kostenloser Dispo-Sofortkredit auf Anforderung (Dispo-Freigrenze)
  • Sofortige Einrichtung eines Dispo-Kredits (Schufa-abhängig)
  • Kostenlose Kreditkarte inkl. Rückvergütungen (Auszahlung)
Leistungen für "Digitale Nomaden":
  • Kostenlose Kreditkartennutzung in aller Welt (außerhalb Euro-Zone)
  • Kostenlose Bargeldabhebung in Fremdwährungen (eingeschränkt)
  • Integrierter Geldtransfer in alle Welt (via Dienstleister)
  • Kostenlose Reisekrankenversicherung (via Dienstleister)
  • Kostenloser Zugang zu Coworking-Spaces (Produkt-abhängig)

Design einfach nur geklaut:
Die original "Revolut"-Master Card
Und das "schicke", unique Design von "Yomo"? Ist nur abgekupfert. Mit dem Marktauftritt der britischen Startup-Bank "Revolut" platzt das Geheimnis, wo ein etwas selbstherrlich wirkender "Chefdesigner" abgemalt hat. Damit hat "Yomo" praktisch nichts Eigenes: Keine eigene Identität, keine besonderen Services (z. B. im Vergleich zu "N26 Metal"), nicht einmal ein funktionierendes Bankprodukt mit allen Basisfunktionen. Das ist mehr als 1 Jahr nach Genehmigung der Zusammenarbeit von 10 Groß-Sparkassen eher peinlich bis erbärmlich.

Bank-Service per Chat - ohne ein "Happy End".

Bei aller Kritik gibt es in "Yomo" interessante Ansätze: 

  • Das Konto geht konsequent auf die Handy-Nutzung. Allerdings nichts Neues, kennt man "N 26" und Fidor Bank mit "O2 Banking" sowie "1822 mobile". Grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung, wenn es nicht zur inakzeptablen Usebility bei der Video-ID käme. Kurios: Die Eröffnung des "O2 Banking"-Mobile-Kontos bei der Fidor Bank ging über "IDNow" schnell und problemlos: weniger Fragen, weniger Fotos, weniger Generve. Warum machen es die Sparkassen sich selbst so schwer?
  • Weiterhin bemerkenswert: der Chat-Service. Unser 1. Test-Konto bei der Berliner Sparkasse konnten wir per Chat mit wenigen Angaben schließen. Diese positive Erfahrung erinnert an die "1822 direkt". Auch dort konnte man ein Konto einfach per Telefonat schließen. Leider vergaß der "Yomo"-Service, uns über die Schließung zu informieren. Das kennen wir schon von der Berliner Volksbank: Mitdenken? Muss man auch bei "Yomo" nochmal üben.


    "Powered with love by Sparkasse":
    Die "Yomo"-App: Nichts drin, nichts dran, nicht nutzbar.
    Foto: "Yomo"
  • Mit "Yomo" platzieren die Sparkassen eine junge Marke - und halten sich mit den vor Ort geführten Konten an das Regionalprinzip. Wenn die nervende Abstimmung zwischen Hamburg, Berlin, Köln oder München - auch in der Zuständigkeit für die Presse - wegfallen würde, bekäme das Ganze Tempo. Leider stehen sich die Fürstentümer selbst im Weg. Und zu guter Letzt diskutieren die Sparkassen-Politiker in Berlin auch noch mit.
Lediglich die Frankfurter Sparkasse geht mit "1822 mobile" einen eigenen Weg: Eigene App, mit allen Zahlungsfunktionen, inkl. Fotoüberweisungen, ohne nervende TAN's, inkl. Chatbot, mit Kontoübersicht aller Banken und - jetzt kommt's - Post-Ident ohne nervende Video-Identifikation. Geht doch! Gebaut von der Frankfurter Sparkasse. Da schüttelt man den Kopf, warum es die einen können und die anderen nicht ...


Identifikation bei "1822 mobile":
Freie Wahl Post-Ident oder WebID.
Screenshot: Facebook/"1822 mobile"
Tausend Schnittstellen in bonbon-buntem Outfit.

Zurück zu "Yomo": Hinter den Kulissen scheinen die Systeme mehr oder weniger gut zusammenzuspielen: Die Schufa-Abfrage funktioniert automatisch, wie die sofortige Kontonummern-Vergabe. Auch bei Überweisungen ist "Yomo" flott: eine Überweisung von der Commerzbank zur "Haspa" lief von einem Tag zum nächsten - wie es sein soll. Leider kann man nur bis zu 1.000,- € ohne TAN direkt aus der App überweisen, weil kein TAN-Verfahren nötig ist. Wenn die App Daueraufträge und eine Kontoauswertung einbinden würde, wäre es sogar eine Möglichkeit des Banking. Wenn ...

Auch zum Mobile-Konto der Sparkassen gehört eine kostenlose Girocard mit PIN. Diese kommt bei "Yomo" innerhalb 1 Woche. Damit kann man bei 24.000 Sparkassen-Automaten Geld ziehen. Denn hinter den Kulissen ist das "Yomo"-Konto ein Girokonto, wie die AGB's der "Haspa" verraten. Leider sind im Moment nur eine handvoll Sparkassen dabei, was Nutzer im Falle eines Falles zwingt, eine "fremde" Sparkasse auszuwählen.

Persönliches Fazit aus 5 Monaten und 2 Konten:

"Yomo" ist ein halbes Jahr nach Einführung nicht wirklich brauchbar. Gegen die mobilen Referenzen "O2 Banking", "N 26" und "1822 mobile" schmiert die Sparkassen-App mit Fehlern und nervendem Video-ID-Verfahren ihres hauseigenen Dienstleisters sowie durch fehlende Funktionen ab. Das kostenlose "Haspa"-Konto ist bestenfalls "Nice to have". Mit einfacherem Video-ID-Prozess, Post-Ident am Schalter und Daueraufträgen wäre das etwas anderes. Was ist so schwer daran, den Weg von "1822 mobile" zu gehen - aus der Sparkassen-Familie?


Abgesang auf einen "toten Gaul"? Ist "Yomo" schon am Ende?'
"Yomo"-Twitter Channel mit "Pfeiffen im Walde".
Screenshot: @yomo_app

HANSETECHTEST-Gesamturteil:
"Yomo" ist aktuell eine quietsch-bunte Spielzeug-App im dauerhaften Beta-Stadium ohne echten Nutzen.
Selbst schuld und leider durchgefallen!


 Hamburg Digital Background: 

"Yomo"-App Mobile-Konto (Beta-Phase):
https://yomo.de/

Sparkassen Innovation Hub in Hamburg:
https://sparkassen-hub.com/

"Symbioticon" Innovations-Hackathon:
www.symbioticon.de/

Sparkassen-Softwareschmiede "StarFinanz":
http://starfinanz.de/

Sparkassen-Video-ID-Dienstleister "S Direkt"
www.sparkassedirekt.de/service-fuer-sparkassen/new-media-services/videolegitimation.html

Sparkassen-Alternative "1822 mobile":
www.1822mobile.de

Sparkassen-Regionaprinzip (Wikipedia)
https://de.wikipedia.org/wiki/Regionalprinzip