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Montag, 15. Oktober 2018

HANSERANKING: Das Digital Ranking Hamburger Banken 2018.

HAMBURG DIGITAL RANKING
- Teil 1- 

Hamburg: Bankenstandort Nr. 2 in Deutschland - mit 25.000 Mitarbeitern, fast 50 Banken und mehr als 40 Fintechs. Bekannte Namen, wie Berenberg, Donner & Reuschel oder Warburg sind rund um die Alster zu Hause. Doch die Gründerstadt von Commerz- und Vereinsbank muss aufwachen: Startup-Banken und Mobile Services, Direktangebote und Online-Transparenz machen Hamburgs Geldhäusern das Leben schwer. Die Digitalisierung ist in der Hamburger Bankenwelt angekommen.


Bankenplatz Hamburg: Wie digital sind die Geldhäuser an der Alster?
Foto: HANSEVALLEY

Die Heimat der ersten Aktienbörse Deutschlands, der ältesten Privatbank Berenberg und der größten Sparkasse der Republik ist im Umbruch: Bankschalter werden geschlossen, Filialen zu Gamingzonen, Senioren lernen Banking auf dem iPad und lokale Onlineplattformen ebnen den Weg zu neuen Geschäftsmodellen. Wie digital sind Hamburgs Banken? Wer ist auch digital noch plietsch? Und wer ist ein Schnacker? Zur Fintech Week 2018 fühlen wir Hamburgs Banken auf den Zahn -  Hamburgs Banken mit und ohne digitale Zukunft:

Wer ist Hamburgs digitale Filialbank? Wer ist Hamburg digitale Onlinebank? Das sind die entscheidenden Fragen im Hamburg Digital Ranking zum Bankenstandort Hamburg. Welche Banken sind echte Aufsteiger? Welche Banken haben gute Zukunftschancen? Welche Banken müssen noch ihre Hausaufgaben machen? Und welche Banken sind mehr analog als zukunftsfähig. Das Hamburg Digital Magazin wollte es wissen. Und hat die Retailbanken vor Ort und im Netz angeschrieben, sich ein eigenes Bild gemacht und ohne Einfluss von Außen gewertet. Zur Fintech Week 2018 veröffentlichen wir das erste Hamburg Digital Ranking zum Bankenplatz Hamburg.

2 Typen, 2 Seiten, 3 Themen, 8 Kategorien.

Für den Bankentest haben wir zusammen mit Bank- und Digitalexperten acht Kategorien zu Digitalisierung, Transformation und Kulturwandel in Filial- und Onlinebanken erarbeitet. In einem Brainstorming wurden interne und externe Faktoren evaluiert und nach Banking- und Nonbanking-Angeboten sowie Vor-Ort und Online- bzw. Mobile-Services kategorisiert. Zur Beurteilung wurden die Presseabteilungen aller neun ausgewählten Geldinstitute mit einem Fragenkatalog zu den acht Kategorien angeschrieben, verbunden mit einer Woche Zeit, uns mit Informationen, Einordnungen und Nachweisen zu überzeugen.



Fragebogen, Recherche + Erfahrungen.

Die Bewertung der digitalen Aktivitäten Hamburger Filial- und Onlinebanken basiert auf drei Säulen: 1. den Antworten der Pressestellen der Hamburger Geldinstitute, 2. der Recherche des Hamburg Digital Magazins in den vergangenen 12 Monaten und 3. den eigenen positiven und kritischen Erfahrungen der Redaktion mit Produkten und Services beteiligter Geldinstitute. Die Auswertung ist eine Kombination der Informationen und Nachweise aus den drei Bereichen der Recherche. Sie erfolgt unabhängig von finanziellen bzw. unternehmerischen Interessen der Geldinstitute.

Fokus: Retailbanken in und aus Hamburg.

Hier sind die neun Geldinstitute: Sind Filial- und Onlinebanken für jedermann, privat oder genossenschaftlich organisiert. Sie bieten Zahlungsverkehr, Geldanlagen und Verbraucherkredite. Sie sind in Hamburg zu Hause, mit Gründern aus Handel oder Handwerk, mit Müttern aus Frankfurt, Frankreich oder Großbritannien. Sie sind lokal, regional oder bundesweit aktiv. Sie sind Partner der Fintech Week - und auch nicht. Diese neun Banken haben wir unter die Lupe genommen und bewertet:

Die HANSERANKING-Teilnehmer:

Barclaycard/Barclays Bank
Comdirect Bank
Edekabank
Hamburger Sparkasse
Hamburger Volksbank
Hanseatic Bank
PSD Bank Nord
Sparda-Bank Hamburg
Sutor Bank

(alphabetisch, Blau: Online- bzw. Direktbanken, Rot: Filial- bzw. Multikanalbanken)

Mit vier Direkt- bzw. Onlinebanken und fünf Filial- bzw. Multikanalbanken haben wir zwei starke Gruppen im Rennen. Mit Edekabank, Hamburger Volksbank, PSD Bank Nord und Sparda-Bank Hamburg sind vier unterschiedliche regionale Genossenschaftsinstitute dabei. Hinzu kommen fünf privatrechtliche Banken einschließlich einer Privatbank (Sutor Bank), einer börsennotierten Aktiengesellschaft (Comdirect Bank), einer freien Sparkasse (Haspa) sowie zwei deutschlandweit aktiven Verbraucherkreditbanken mit französischem und britischem Gesellschafter (Hanseatic Bank und Barclaycard).


Rund um die Alster ist das Merchant- und Private Banking zu Hause.
Aber werden Hamburgs Banken auch die Digitalisierung überleben?
Foto: HANSEVALLEY

Die HANSERANKING-Bedingungen:

Beim Hamburg Digital Ranking sind nur Kreditinstitute teilnahmeberechtigt, die ihren Sitz in der Freien und Hansestadt Hamburg oder der Metropolregion Hamburg haben. Bei Überschneidungen mit benachbarten Städten und Kreisen werden die in Hamburg beheimateten und primär im Stadtgebiet aktiven Institute berücksichtigt. Dies betrifft eine Reihe von Volksbanken und Sparkassen in der Metropolregion, z. T. auch mit Filialen im Hamburger Stadtgebiet.

Zur Teilnahme berechtigt sind nur Geldinstitute mit einem für jedermann zugänglichen Endkundengeschäft mit Zahlungsverkehr, Einlagen und Krediten, sprich Retailbanking. Hamburger Institute, die ausschließlich Private Banking oder Wealth Management für Privat- oder Geschäftskunden sowie Investmentbanking anbieten, sind bei diesem HANSERANKING leider ausgeschlossen, auch wenn Sie eigene Digitalaktivitäten in Hamburg unternehmen.

Die HANSERANKING-Kategorien:

EXTERNE DIGITALE FAKTOREN - Alles Digitale für die Kunden:

BANKING

NON-BANKING

Filiale / Vor Ort
Online / Mobile
Filiale / Vor Ort
Online / Mobile
- App-Schulungen?
- Mobile Apps?
- Community-Bereich?
- Vorteilsprogramm?
- Selbstbedienung?
- Onlinebanking?
- Stadtteiltreffpunkt?
- Lokale Plattformen?


INTERNE DIGITALE FAKTOREN - Alles Digitale in der Bank:

INNOVATIONEN

MITARBEITER

F+E Intern
F+E Extern
Filiale / Vor Ort
Online / Mobile
- Eigene Programme?
- Partnerprogramme?
- Offene Kollaboration?
- Online-Akademie?
- Verbundhubs/-labs?
- Startup-/Beteiligung?
- Digitale Weiterbildung?
- Team-Interaktion?

Am Dienstag veröffentlichen wir die Sieger und Verlierer, die Aufsteiger und die Absteiger, die Macher und die Schnacker - mit spannenden Insides, welche Banken am Standort Hamburg auch in Zukunft nah an den Kunden sein wollen, welche Banken rund um Alster und Elbe schon jetzt hinterher laufen und welche Banken noch gar nicht begonnen haben, von ihrem hohen Ross herunterzukommen. 

Sind Sparkassen tatsächlich so altbacken, wie "graue Mäuse" auf roten Parkbänken signalisieren? Sind Volksbanken tatsächlich so zukunftsfähig, wie das Gemeinschaftsprinzip verspricht? Und können Direktbanken gegen die neue Konkurrenz von dynamischen Startup-Banken mithalten? Am Dienstag - Das HAMBURG DIGITAL RANKING zum Bankenplatz Hamburg. Das wird eine Überraschung ...

HANSERANKING: Das sind die digitalen Banken Hamburg 2018
https://hh.hansevalley.de/2018/10/hanseranking-hamburgs-digitale-banken-gewinner.html

HANSERANKING: Die digitalen Tops + Flops der Hamburger Wirtschaft
hh.hansevalley.de/2018/04/hanseranking-tops-und-flops.html

 Redaktioneller Hinweis: 

Dieser Artikel steht in keinem Zusammenhang mit der in Hamburg ansässigen Online Marketing Agentur Hanseranking GmbH. Die Hanseranking GmbH ist eine Full-Service-Agentur und berät zu Strategieentwicklung und Umsetzung von Online Marketing Maßnahmen. Weitere Informationen gibt es im Netz unter www.hanseranking.de


 Hamburg Digital Background: 

Finanzplatz Hamburg:
finanzplatz-hamburg.com/de/finanzplatz-hamburg/ueber-uns.html

Fintech Monitor Hamburg:
fintech-hamburg.com/fintech-monitor/

Fintech Week Hamburg:
fintechweek.de/programm/

Sonntag, 10. Dezember 2017

HANSETECHTEST: Der Sparkasse neue Kleider: Die Yomo-App.

HAMBURG DIGITAL TECHTEST

Eine junge Bankerin joggt durch Frankfurt und fragt sich: 'Braucht Deutschland noch eine Bank, die einfach so weitermacht?`Eine andere Bankerin balanciert über den Dächern der Stadt und kommt zu dem Schluss: 'Neue Zeit braucht neues Banking'. Und Deutschlands größter Bankenverbund wirbt damit, "Banking ist einfach".


Angriff der Sparkassen auf die Portmonais von Generation "Y" + "Z":
Hamburger "Yomo"-App versucht sich als buntes Lifestyle-Produkt.
Foto: Yomo
In der Null-Zins-Falle, mit tausenden teurer Mitarbeiter und schrumpfenden Filialnetzen müssen Deutschlands Banken die nächste Generation Kunden abholen. Die Sparkassen gehen mit "Yomo" einen eigenen Weg. Hinter dem Projekt stehen eine Hamburger Softwareschmiede, ein Hamburger Innovation Hub und auch das Konto einer Hamburger Großbank. Unser HANSETECHTEST: Der Sparkasse neue Kleider: die "Yomo"-App.

Banking im Jahr 2017 mit PIN und TAN - das ist in etwa so sexy wie die Steuererklärung. Aktuelle Banking-Apps - kommen so smart rüber, wie ein Leitz-Ordner - oder die VR-Banking-App. Und die 400 deutschen Sparkassen gelten als so cool, wie der Sparstrumpf unserer Großeltern. Keine guten Voraussetzungen, um die Next Generation "Y" + "Z" als Kunden an Land zu ziehen. Da reichen Banker ohne Krawatte, neue Nachbarschaftsfilialen und ein cleveres Kundenbindungsprogramm nicht mehr aus, wie von der "Haspa" umgesetzt.


Fast-schon-so-gut-wie-Banker: Wiener "Number 26"-Gründer Theyenthal (li.)
und Stalf (re.) machen immer mal wieder negativ von sich reden.
Foto: N 26
Anfang 2015 machten zwei Wiener Eliteabsolventen von sich reden. Der Traum vom "Neuen Banking" endete im rauen Alltag unausgereifter Services, raubeiniger Methoden und einem Shitstorm nach dem anderen. Hätte man wissen können, wenn Ex-Berater ein Startup aus dem Boden stampfen ... Nach gescheiterter Kinderkreditkarte und gekündigten Kunden war klar: Die "N 26"-Gründer sind eher frühphasige "Zauberlehrlinge". Deren Risk Management wird vom Ex-HSH-Risk Officer geleitet ... was auch immer das heißt. Berlins Tech-Elite ist nach schmerzlichen Erfahrungen weitergezogen, zu Comdirekt, DKB & ING. Nun wollen die "Zauberkünstler" sie mit Gratis-Zugang zu "WeWork"-Coworking-Spaces zurückgewinnen - inkl. altem Trick künstlicher Verknappung.

Die "Yomo-App" und ein Extralöckchen der Haspa.

In Hamburg macht sich ein 10-köpfiges Team auf den Weg, Banking offensichtlich neu zu denken, wie es die Konkurrenz aus Frankfurt in ihren Videos (s. o.) großspurig verspricht. Herzstück ist die Softwareschmiede der deutschen Sparkassen "StarFinanz" am Grüner Deich. Um coole Ideen für einen neuen, einfachen Zahlungsverkehr zu gewinnen, hat die IT-Tochter zusammen mit "Innovations-Sparkassen" (klingt irgendwie komisch ...) an der Wendenstraße einen Hub eröffnet. Mit an Board sind die Dickschiffe des Finanzverbundes aus Berlin, Köln, München und natürlich auch aus Hamburg. Können es die Sparkässler aus Hammerbrook besser, als die Wiener Möchtegern-Banker an der Spree?

"Yomo"-Startpaket: 'Achtung, Sie sind jetzt un-/freiwilliger Beta-Tester!'
(Hinweis: Ungültige Girocard mit alten Kontodaten)
Foto: HANSEVALLEY
Nach diversen Ankündigungen wurde Anfang Juli d. J. die immer wieder verschobene "Yomo"-App medienwirksam für den halboffenen Beta-Test freigegeben. Wer als stolzer Hamburger glaubte, jetzt das neue, mobile Banking mit der "Haspa" erleben zu können, wurde erstmal enttäuscht. Während alle anderen deutschen Sparkassen mit der zentralen Softwareplattform "One System Plus" des Frankfurter Sparkassen-Dienstleisters "Finanz Informatik" arbeiten, ticken die Uhren am Adolphsplatz nach wie vor etwas anders. Das "gallische Bankendorf" fährt noch bis 2019 seine IT größtenteils auf Basis von SAP.

Der Praxis-Test: Keine Vorurteile, kein Schongang.

Was für 1 Mio. Kunden, rd. 5.000 Mitarbeiter und 150 Filialen in den vergangenen 10 Jahren gut war, wird für Deutschlands größte Sparkasse auf dem Weg in die digitale Zukunft vor allem eines: teuer. Mehr als 200 Mio. Euro hat die "Haspa" für Ihre neue IT, digitale Services á la "Aino" und die neuen Nachbarschaftsfilialen zur Seite gelegt. Die IT-Abteilung musste die bunte "Yomo"-Welt denn auch gleich einmal komplett für die eigene Bankensoftware umbauen. Und damit verzögerte sich der Start von "Yomo" in der Alster um viele Wochen. Was lange währt, wird endlich gut - denkt man. Nachdem wir einen ersten "Yomo"-Test mit der Berliner Sparkasse gestartet haben, schlägt die Stunde der Wahrheit:

Künstliche Verknappung als Prinzip:
Damit machte sich schon "N 26" lächerlich.
Screenshot: HANSEVALLEY
  • Schaffen es Haspa & Co., mit einer coolen Banking-App die Generationen "Y" + "Z" abzuholen?
  • Kann eine "Yomo"-App die Berliner Hipster-Bank "N 26" auf die Plätze verweisen?
  • Wo geht die Reise beim neuen Banking des Sparkassenverbundes hin?
  • Lohnt es sich überhaupt, ein "Yomo"-Konto  heute aufzumachen?
Unser Ergebnis in "Quick & Dirty":
  • In "Yomo" steckt jede Menge neues Denken, wie Banking in Zukunft aussehen kann.
  • Zur Zeit ist der Service mit Girocard, Überweisungen und "Kwitt" jedoch kaum praktisch brauchbar.
  • App und Video-Authentifizierung haben schwerwiegende und fortlaufende Fehler.

Zugleich muss man das "Yomo"-Tech-Team in Schutz nehmen. Mit einem "Sack voller Flöhe" aus mehr als 400 regionalen Sparkassen, Dachverbänden und Marketinggesellschaften ist die Softwareschmiede "StarFinanz" nicht zu beneiden. Allein bei 10 beteiligten Innovations-Sparkassen gibt es mindestens 12 verschiedene Meinungen. Doch die Sparkassen-Politik ist keine Entschuldigung für fehlerhafte Software, unlogische Bedienerführung und ärgerliche Situationen. Aber fangen wir von vorn an:

Video-Identifikation: Das große "Yomo"-Dilemma. 

Kein Einzelfall sondern die traurige Regel:
Fehlermeldung bei der Video-Identifikation.
Screenshot: HANSEVALLEY
Bei drei Durchläufen (1. Neu-Identifikation Berliner Sparkasse, 2. Re-Identifikation nach Smartphone-Wechsel und 3. Neu-Identifikation Hamburger Sparkasse) ist die Video-Identifikation in keinem Fall ohne Probleme durchgelaufen: Nach schneller und einfacher Eingabe von persönlichen Daten gibt es ein Videotelefonat mit dem eigenen Dienstleister "S-Direkt". Die mehrfach aufgetretenen Fehler im Video-Ident-Prozess:
  • Es gab keine Verbindung und man wartet nach sinnlosem 90-Sekunden-Countdown umsonst.
  • Die Verbindung war instabil, man konnte den Supporter nicht hören oder er konnte nichts verstehen.
  • Die App friert sich während des Video-Ident-Prozesses ein und man fängt ärgerlich wieder bei Null an.

Video-Ident für Haspa-Konto erst im 4. Anlauf!

Fehlerhafte App-Software, zu wenige Video-Supporter beim eigenen Dienstleister und der kundenunfreundliche Video-ID-Prozess sind die absolute Sollbruchstelle von "Yomo" - und das, bevor ein Kunde überhaupt Kunde ist. Im Moment verlieren die Sparkassen an dieser Stelle jeden Wettbewerb aus mangelnder Qualitätskontrolle und nicht ausreichenden Video-Supportern. Wenn die Sparkassen diese Umstände nicht aus dem Weg schaffen, wird "Yomo" ein Millionen Euro teures Grab. Denn das macht kein Kunde zweimal mit - ob jung oder älter.

Keine Usebility, keine Funktionen, kein Nutzwert.

Das Versprechen: "Dein Smartphone-Konto".
Davon gehalten: so gut wie nichts.
Screenshot: HANSEVALLEY
Wer sich durch den - im Vergleich zu Post-Ident - komplizierten und nervenraubenden Video-ID-Prozess gekämpft hat, wer den gesamten Aufwand mit Fotos, Videos, Fragen und Bestätigung nicht abgebrochen hat oder zwangsweise mehrmals durchlaufen musste, freut sich auf ein neues Banking - mit fast nichts drin. Das "Yomo"-Team entschuldigt dies mit dem dauerhaften "Beta-Status". Ob das junge Kunden als Versuchskaninchen happy macht, ist mehr als fraglich.

Trotz monatelanger Verzögerungen und einem "Symbioticon"-Hackathon mit zahlreichen Dienstleistern - darunter unfreundlichen Vertretern der "Yes"-API, bietet die App so gut wie nichts an: Im Kern gibt es die Möglichkeit, Überweisungen zu empfangen und zu tätigen, Geld mit der Girocard an Sparkassen-Automaten zu ziehen und Freunden mit Sparkassen-Konto über "Kwitt" Geld zu schicken. Ende des Programms: keine Daueraufträge, keine Auswertungen. Einfach ... nichts. Nur zu Erinnerung, was Banking-Fintechs in ihren Produkten bereits integriert haben (ohne Werbung dafür zu machen):

Leistung für "Otto Normal":
  • Kontoeröffnung via Mobile App und PC (anbieterabhängig)
  • Kostenlose Kontoführung inkl. aller Zahlungsein- und ausgänge
  • Kontonutzung über Online-Portal per Notebook und Desktop-PC
  • Kostenlose Bargeldabhebung an Fremdautomaten (eingeschränkt)
  • Kostenlose Bargeldversorgung im Einzelhandel (eingeschränkt)
  • Kostenlose Geldanweisung per SMS oder E-Mail (z. B. an Freunde)
  • Kostenloser Dispo-Sofortkredit auf Anforderung (Dispo-Freigrenze)
  • Sofortige Einrichtung eines Dispo-Kredits (Schufa-abhängig)
  • Kostenlose Kreditkarte inkl. Rückvergütungen (Auszahlung)
Leistungen für "Digitale Nomaden":
  • Kostenlose Kreditkartennutzung in aller Welt (außerhalb Euro-Zone)
  • Kostenlose Bargeldabhebung in Fremdwährungen (eingeschränkt)
  • Integrierter Geldtransfer in alle Welt (via Dienstleister)
  • Kostenlose Reisekrankenversicherung (via Dienstleister)
  • Kostenloser Zugang zu Coworking-Spaces (Produkt-abhängig)

Design einfach nur geklaut:
Die original "Revolut"-Master Card
Und das "schicke", unique Design von "Yomo"? Ist nur abgekupfert. Mit dem Marktauftritt der britischen Startup-Bank "Revolut" platzt das Geheimnis, wo ein etwas selbstherrlich wirkender "Chefdesigner" abgemalt hat. Damit hat "Yomo" praktisch nichts Eigenes: Keine eigene Identität, keine besonderen Services (z. B. im Vergleich zu "N26 Metal"), nicht einmal ein funktionierendes Bankprodukt mit allen Basisfunktionen. Das ist mehr als 1 Jahr nach Genehmigung der Zusammenarbeit von 10 Groß-Sparkassen eher peinlich bis erbärmlich.

Bank-Service per Chat - ohne ein "Happy End".

Bei aller Kritik gibt es in "Yomo" interessante Ansätze: 

  • Das Konto geht konsequent auf die Handy-Nutzung. Allerdings nichts Neues, kennt man "N 26" und Fidor Bank mit "O2 Banking" sowie "1822 mobile". Grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung, wenn es nicht zur inakzeptablen Usebility bei der Video-ID käme. Kurios: Die Eröffnung des "O2 Banking"-Mobile-Kontos bei der Fidor Bank ging über "IDNow" schnell und problemlos: weniger Fragen, weniger Fotos, weniger Generve. Warum machen es die Sparkassen sich selbst so schwer?
  • Weiterhin bemerkenswert: der Chat-Service. Unser 1. Test-Konto bei der Berliner Sparkasse konnten wir per Chat mit wenigen Angaben schließen. Diese positive Erfahrung erinnert an die "1822 direkt". Auch dort konnte man ein Konto einfach per Telefonat schließen. Leider vergaß der "Yomo"-Service, uns über die Schließung zu informieren. Das kennen wir schon von der Berliner Volksbank: Mitdenken? Muss man auch bei "Yomo" nochmal üben.


    "Powered with love by Sparkasse":
    Die "Yomo"-App: Nichts drin, nichts dran, nicht nutzbar.
    Foto: "Yomo"
  • Mit "Yomo" platzieren die Sparkassen eine junge Marke - und halten sich mit den vor Ort geführten Konten an das Regionalprinzip. Wenn die nervende Abstimmung zwischen Hamburg, Berlin, Köln oder München - auch in der Zuständigkeit für die Presse - wegfallen würde, bekäme das Ganze Tempo. Leider stehen sich die Fürstentümer selbst im Weg. Und zu guter Letzt diskutieren die Sparkassen-Politiker in Berlin auch noch mit.
Lediglich die Frankfurter Sparkasse geht mit "1822 mobile" einen eigenen Weg: Eigene App, mit allen Zahlungsfunktionen, inkl. Fotoüberweisungen, ohne nervende TAN's, inkl. Chatbot, mit Kontoübersicht aller Banken und - jetzt kommt's - Post-Ident ohne nervende Video-Identifikation. Geht doch! Gebaut von der Frankfurter Sparkasse. Da schüttelt man den Kopf, warum es die einen können und die anderen nicht ...


Identifikation bei "1822 mobile":
Freie Wahl Post-Ident oder WebID.
Screenshot: Facebook/"1822 mobile"
Tausend Schnittstellen in bonbon-buntem Outfit.

Zurück zu "Yomo": Hinter den Kulissen scheinen die Systeme mehr oder weniger gut zusammenzuspielen: Die Schufa-Abfrage funktioniert automatisch, wie die sofortige Kontonummern-Vergabe. Auch bei Überweisungen ist "Yomo" flott: eine Überweisung von der Commerzbank zur "Haspa" lief von einem Tag zum nächsten - wie es sein soll. Leider kann man nur bis zu 1.000,- € ohne TAN direkt aus der App überweisen, weil kein TAN-Verfahren nötig ist. Wenn die App Daueraufträge und eine Kontoauswertung einbinden würde, wäre es sogar eine Möglichkeit des Banking. Wenn ...

Auch zum Mobile-Konto der Sparkassen gehört eine kostenlose Girocard mit PIN. Diese kommt bei "Yomo" innerhalb 1 Woche. Damit kann man bei 24.000 Sparkassen-Automaten Geld ziehen. Denn hinter den Kulissen ist das "Yomo"-Konto ein Girokonto, wie die AGB's der "Haspa" verraten. Leider sind im Moment nur eine handvoll Sparkassen dabei, was Nutzer im Falle eines Falles zwingt, eine "fremde" Sparkasse auszuwählen.

Persönliches Fazit aus 5 Monaten und 2 Konten:

"Yomo" ist ein halbes Jahr nach Einführung nicht wirklich brauchbar. Gegen die mobilen Referenzen "O2 Banking", "N 26" und "1822 mobile" schmiert die Sparkassen-App mit Fehlern und nervendem Video-ID-Verfahren ihres hauseigenen Dienstleisters sowie durch fehlende Funktionen ab. Das kostenlose "Haspa"-Konto ist bestenfalls "Nice to have". Mit einfacherem Video-ID-Prozess, Post-Ident am Schalter und Daueraufträgen wäre das etwas anderes. Was ist so schwer daran, den Weg von "1822 mobile" zu gehen - aus der Sparkassen-Familie?


Abgesang auf einen "toten Gaul"? Ist "Yomo" schon am Ende?'
"Yomo"-Twitter Channel mit "Pfeiffen im Walde".
Screenshot: @yomo_app

HANSETECHTEST-Gesamturteil:
"Yomo" ist aktuell eine quietsch-bunte Spielzeug-App im dauerhaften Beta-Stadium ohne echten Nutzen.
Selbst schuld und leider durchgefallen!


 Hamburg Digital Background: 

"Yomo"-App Mobile-Konto (Beta-Phase):
https://yomo.de/

Sparkassen Innovation Hub in Hamburg:
https://sparkassen-hub.com/

"Symbioticon" Innovations-Hackathon:
www.symbioticon.de/

Sparkassen-Softwareschmiede "StarFinanz":
http://starfinanz.de/

Sparkassen-Video-ID-Dienstleister "S Direkt"
www.sparkassedirekt.de/service-fuer-sparkassen/new-media-services/videolegitimation.html

Sparkassen-Alternative "1822 mobile":
www.1822mobile.de

Sparkassen-Regionaprinzip (Wikipedia)
https://de.wikipedia.org/wiki/Regionalprinzip

Dienstag, 27. Juni 2017

HANSEFUTURE: AINO - ein "WeChat"-Bot, der Hamburg kann.

Das Team von "Heute in Hamburg" ist mit fast 180.000 Facebook-Fans eine Institution an Alster und Elbe. Die Banker der Haspa sind mit 1 Mio. Kunden ebenfalls eine Institution in der Freien und Hansestadt. Gemeinsam machen sich Startup und Sparkasse auf dem Weg, die nächste Generation mit relevanten Angeboten und attraktiven Services für sich zu gewinnen. Ein Hamburg Digital Report aus dem Innovation Lab der "Haspa Next" im Hamburger Nikolaiviertel:

Ein verregneter Juni-Tag, an der Großen Johannisstraße Ecke Börsenbrücke, Mittags um halb Eins: Kammerpräses Tobias Bergmann versteckt sich unter seinem Schirm auf dem Weg in die Mittagspause. Hier am Adolphsplatz trifft "neue" auf "alte" Generation, künftiges auf angestammtes Geschäft. Während im Finanz-Center der Haspa über Firmenkredite, Immobilienfinanzierung und Vermögensverwaltung gesprochen wird, entsteht direkt gegenüber im alten Kontorhaus "Börsenburg" die Zukunft.


Das Kontorhaus "Börsenburg" im Nikolaiviertel.
Foto: HANSEVALLEY
Der gläserne Fahrstuhl im ehrwürdigen Treppenhaus von 1908 führt in den 4. Stock, eine moderne Büroetage, 270 qm, das Zuhause der Haspa Next GmbH. An einer Bürotür ein Post-it mit der Aufschrift "Business Lab", auf dem Flur davor Verpackungen von Möbeln und Büroausstattung. An einer Wand aufgereihte Haftnotizen zu Ideen und Strategien. Es ist das Digital Innovation Lab "Haspa Next" der Hamburger Sparkasse - jenem Schwergewicht unter den Kreditinstituten von der anderen Straßenseite.

"Ein geschützter Raum, um den Wandel umsetzen zu können."

In einem Nachbarbüro wird es gerade spannend: Ein Testuser berichtet von seinen Erfahrungen mit der neuen AINO-App, dem ersten Produkt der Banktochter. Vor den Monitoren sitzt das von Team von "Haspa Next" und "Heute in Hamburg"- jenem Startup, dass von der Haspa-Tochter in nur 4 Wochen übernommen wurde und das mit kuratierten Freizeitangeboten für 18- bis 30-Jährige den Kern des neuen "Haspa-WeChats" auf dem Handy ist. 'Alles außer Banking', lautet die Devise, denn Geld abheben und Überweisungen machen kann man gegenüber und via Sparkassen-App von Star Finanz.

Es ist gerade ein paar Wochen her, da stellte das Team um HiH-Gründer Jan Becker und den bisherigen Haspa Next-Programmchef Markus Wienen in der "Erste Liebe Bar" vor mehr als 30 interessierten Journalisten, Bloggern, Influencern und Fans an der Michaelisbrücke den bankeigenen Chat Bot vor. "Das AINO-Tierchen", wie Markus Wienen nicht ohne stolz berichtet, "kann Hamburg". Und das scheint keine Untertreibung zu sein, denn mit fast 60.000 App-Usern im Monat hat der Chat Bot in den letzten Wochen seine Userzahl gegenüber der alten "Heute in Hamburg"-App rund verdoppelt.  

"Wir glauben an ein intelligentes Chat Bot-Backend."


Redaktionssitzung des AINO- und Haspa Next-Teams.
Foto: HANSEVALLEY
Die größten Hamburger Zeitungen wollten bei der Premiere nicht dabei sein. Warum nur? Vielleicht weil sie ahnen, was in der "Börsenburg" entsteht. Noch ist die Technologie nicht soweit, aber künftig sind Chat Bots eine gute Möglichkeit, Content an Nutzer zu bringen. Das fast 20-köpfige Team aus Unternehmern und Business Developern, Backend- und Frontend-Entwicklern, hauseigenen und externen Spezialisten weiss, dass es die User nicht als Versuchskaninchen verprellen darf. Deshalb bietet die App einen geführten Dialog. Künftig sollen Generation Y und Z mit der App individuell ihre Stadt entdecken können.

"Wir bauen ein hyperlokales Produkt auf", erklärt der 28-jährige Chemieingenieur, HiH-Gründer und operative Kopf Jan Becker. 'Wie komme ich von Hamm in die Schanze?', 'Wo sind geile Jogging-Strecken fernab der Alster?' und 'Welchen Food-Truck empfiehlst Du heute Mittag?`Solche und ähnliche Fragen kann AINO in Hamburg künftig beantworten - wie Alexa, Cortana oder Siri für die große, weite Welt. Zwischen 80.000 und 100.000 Nutzer der Zielgruppe kommen jedes Jahr nach Hamburg zum Studieren oder Arbeiten - und gehen auch wieder. Das ist Potenzial nicht nur für Freizeitangebote, wie Danceparties, Theaterpremieren oder Foodevents.

Guter Wunsch als Ziel: "Mach das Beste aus Deiner Zeit"

Ein Blick in die "AINO"-App zeigt, wohin die Reise geht. Neben bekannten Rubriken, wie Events und Locations fallen aktuell die Deals ins Auge. Rd. 20 Angebote sind bereits zu finden, 200 fertig verhandelt und demnächst verfügbar - vor allem lokal, online wie offline. Dazu soll es mehr Themen und Services geben, vergleichbar mit "Heute in Hamburg". Shopping und Mode stehen im Raum, genauso wie Tourismus und Mobilität oder die Karriere. "Wir arbeiten an einem neuen, digitalen Kosmos", pointiert der 39-jährige promovierte Philosoph, UX-Spezialist und corporate-erfahrene Markus Wienen. Das erinnert an "WeChat" aus China und den Klone "Kik" aus Kanada.


Das Technik-Department bei Haspa-Next.
Foto: HANSEVALLEY
Nicht verwunderlich, dass einige Platzhirsche den Braten riechen. Dabei geht es für "AINO" und "Heute in Hamburg" nicht um fette Marketing-Etats. Das Angebot aus der Börsenburg muss sich mittelfristig rechnen und selbst finanzieren, ein Profit-Center mit harten Zielvorgaben für die Bilanz des Mutterhauses ist es heute nicht. Bereits 2017 steht ein namhafter Betrag für Produkt, Entwicklung, Redaktion und Vermarktung zur Verfügung. Es erinnert an die Anfänge von T-Mobile im Sommer 1992 - fernab des Festnetzgeschäfts der Telekom. Immer im Fokus: die junge Zielgruppe zu erreichen und sich mit ihr zu vernetzen.

"Es ist faszinierend, wieviel Freiraum hier möglich ist."

Es gibt keine Akquise von Haspa-Kunden für die AINO-Services. Und deshalb müssen Partner auch keine Kunden der Haspa sein, um mit den Chat Bot-Services zu kooperieren. Der Produktfokus des Next-Teams liegt klar auf Hamburg, auch wenn es Schnittflächen zu Sparkassen-Kunden gibt. Man kann das "AINO-Universum" am ehesten mit Kommunikationsplattformen a la "WeChat" vergleichen. Die Chinesen haben mehr als 750 Mio. Nutzer, mehr als 100 Mio. davon weltweit und bieten auf ihrem Chatsystem zahlreiche Services, wie Freunde finden, Termine buchen, Bestellungen aufgeben, Online shoppen und mit "WeChat Pay" einen eigenen Bezahldienst - u. a. für 300.000 Geschäfte vor Ort. Womit wir bei der Haspa wären.

Als Nächstes will das Team alle Kernkompetenzen ins eigene Haus holen, von der Konzeption über die Softwareentwicklung bis zu Vermarktung. Dabei hat die "dgroup" als Partner mit ihren Entwicklungsressourcen und der Marketingunterstützung keineswegs ausgedient. Denn es werden neue Herausforderungen auf das "AINO-Tierchen" warten - auf dem Weg zu einem neuen Hamburger Angebot mit ganz viel Zukunft und einer neuen Chance für die Hamburger Sparkasse, mit künftigen Kunden relevant in Kontakt zu kommen und dabei Geld zu verdienen.

 Hamburg Digital Background: 

AINO Chatbot-App:
http://heuteinhamburg.de/app-info/

Heute in Hamburg:
www.heuteinhamburg.de

Bericht zur Fusion:
http://hh.hansevalley.de/2017/03/hansestartups-haspa-heuteinhamburg.html


Ihr Hamburg Digital Marketing _____________________________________________



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Montag, 28. November 2016

HANSEPERSONALITY André Bajorat & echtes "Finance to go"

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Fintech-Macher und Wahl-Hamburger: André Bajorat
Foto: André Bajorat
6,8 Mio. € u. a. von der Deutschen Börse AG für das in Bahrenfeld beheimatete B2B-Fintech-Startup Figo. 6,8 Mio. € für die erfolgreiche Arbeit des sympathischen Fintech-Machers und Wahl-Hamburgers André Bajorat. 6,8 Mio. € Series B-Finanzierung für das Hamburger Ökosystem. Neben Finanzcheck (33 Mio. €), Kreditech (10 Mio. €), Exporo (8,2 Mio. €) und Deposit Solutions (7 Mio. €) ist Figo ein weiterer Star am Hamburger Fintech-Himmel.

André Bajorat zeigt seit genau 4 Jahren wie kein zweiter Vertreter der Fintech-Szene, was B2B im Banking möglich ist: Die "Dropbox für Finanzen", wie er t3n in den Block diktierte. Gerade gewann er den "Euro Finance Tech Award" in der Kategorie "Transaction & Infrastracture". Zusammen mit den Kollegen von Deposit Solutions unterstützt André die Deutsche Bank in der Frankfurter "Digitalfabrik" - auf dem Weg zu einem "Banking der Zukunft".

Wir haben André auf der Hub Conference des Bitkom getroffen - einen Tag vor dem Millionen-Announcement. Wir haben ihm Fragen zu Themen gestellt, die ihn wirklich interessieren. Und wir fragen ihn über unsere Stadt, unser Ökosystem und die Digitalisierung der Bankenwelt. Viel Spaß beim Entdecken:

Im Oktober d. J. gab es die erste Fintech Week in Hamburg, organisiert u. a. von Clas Beese und Carolin Neumann. Knapp 4% der 600 hiesigen Startups sind laut Hamburg Startup-Monitor Fintechs. Ist Hamburg eine Fintech-City, oder ist das Thema besser in Berlin aufgehoben?

Ich mag diese Standortfrage nicht wirklich und es kommt eh meist auf das passende Team an. Das kann sich in Ibbenbüren wie in London finden. Natürlich ist es irgendwann eine Frage der Skalierung im Sinne des Personals - und da helfen Metropolen und Unis natürlich. Hier sehe ich aber eine Reihe deutscher Städte auf Augenhöhe. Wenn wir die sonstigen Rahmenbedingungen ansehen, sollten wir in GER/Europa gründerfreundliche Rahmenbedingungen schaffen und uns nicht auf Städte konzentrieren.


Als Gründer des Fintech Stammtisches Berlin musste ich feststellen, dass sich unter den gut 150 Fintechs an der Spree vor allem B2C-, P2P-, Payment- und Lending-Startups befinden. Wo liegen die wirklichen Herausforderungen für Banken, ihre IT und die Geschäftsprozesse?

Das hat aus meiner Sicht nichts mit einer Stadt zu tun, sondern mit dem “Reifegrad” von Fintech. Am Anfang versuchst du halt eher, die “eigenen” Themen anzugehen, und im Laufe der Zeit finden sich dann oft mehr Optionen tiefer in den Systemen. Es ist normal für eine Branche im Umbruch, denke ich. Banken haben sicher ein Problem mit den in die Jahre gekommenen Kernsystemen - hier wurde in den letzten Jahren oft nicht in Erneuerung, sondern in “run the system” investiert.

Du bist mit Figo und Eurer API-Technologie ein gern gesehener Partner traditioneller Banken, z. B. der Deutschen Bank. Was könnt Ihr mit Eurem Wissen und Können für klassische Geldhäuser tun, um den Anschluss an die voll digitalisierte Banking-Zukunft zu finden?

Ja, Banken sind inzwischen sehr wichtige Partner für uns geworden. In erster Linie natürlich, um unsere Technologie zu nutzen und ihren Kunden neue Dienste auf Basis unserer Plattform zu bieten. Natürlich bringen wir in einer solchen Zusammenarbeit auch unseren “Mindset” ein und können damit hoffentlich einen kleinen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unserer Partner beitragen.  

Du beschäftigst Dich mit den Themen "Talents" und "Skills" für das Banking der Zukunft. Wenn ich durch die Hallen einiger Bankzentralen laufe, habe ich da eher meine Zweifel. Haben die "Dinosaurier" mit ihrem Personal überhaupt eine Chance, die nächste Stufe zu erreichen?



Natürlich haben Banken eine Chance. In unserer Zeit gehört dazu aber ein Umdenken, auch in nötigen Skills und Art des Personals. Die vorhandenen Assets vieler Banken machen diese eigentlich zum perfekten Arbeitgeber vieler Talente. Das wird Stand heute vor allem in Deutschland noch nicht immer klar und Banken verkaufen sich hier deutlich unter Wert. Bank und vor allem Banking ist Software und sind Daten - das ist hochgradig spannend für die Künstler unserer Zeit: Developer.


Du hast 2012 die Facebook-Gruppe "Hamburg Startups" mit heute 3.000 Mitgliedern gegründet. Hat Hamburg eine echte Chance, vorn im Wettbewerb auch um internationale Gründer und Talente mitzuspielen - und was sollten die Netzwerke und Partner bei uns dazu unternehmen?


Ja, ich wollte damals einfach einen Raum schaffen, in dem sich Gründer und Interessierte austauschen können - den gab es so noch nicht. Seitdem hat sich natürlich eine Menge verändert und Hamburg hat eine gut vernetzte und lebendige Szene. Das Betahaus und Hamburg Startups haben dazu sehr viel beigetragen. Wenn ich auf uns schaue, so ist es in Hamburg möglich, gute internationale Talente zu finden und von einer Unternehmung und dann auch von der Stadt zu überzeugen.


Du lebst seit 1998 im Großraum Hamburg. Was zeichnet der Standort Hamburg und die Gründer an Elbe und Alster aus Deiner Sicht besonders aus? Du hast schließlich die Vergleiche u. a. mit Berlin und Frankfurt, wo Du z. B. Deinen Hackathon veranstaltest.
Wie schon mehrfach gesagt: Ich mag diese Vergleiche nicht, da sie aus meiner Sicht keinen Mehrwert bringen. Ich kenne tolle Gründer in allen Städten und genauso gibt es überall weniger angenehme. Vielleicht ist Hamburg an der einen oder anderen Stelle etwas ernsthafter als beispielsweise Berlin.

Vielen Dank für die ehrlichen Antworten!
Das Interview führte Thomas Keup.

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