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Dienstag, 28. Mai 2019

HANSESTATEMENT: MOIAs Mobilitäts-Märchen - eine Zeitreise ganz besonderer Art.


Hamburg Digital Statement


Viele Hamburger wünschen sich ein weiteres Feld:
"Welche MOIA Fahrt?"
Screenshot: HANSEVALLEY

Fast 2.000 Leser über unsere Media-Outlets HANSEVALLEY.de und MEDIUM.com. Unzählige Netzwerkpartner an Alster und Elbe, die von ähnlichen Erlebnissen in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis berichten. Und unsere Informanten bestätigen: Das Chaos bei "Moia" in Hamburg geht weiter: Fahrgäste, die durch die halbe Stadt kutschiert werden, um neue Mitfahrer abzuholen.  

Vor allem aber: Reihenweise Anfragen, die selbst mit stadtweit diskutierten Tricks für die App nicht bedient werden - und ein Pressesprecher, der Märchenstunde macht. Zeit für eine ganz besondere Zeitreise des Hamburg Digital Magazins - mit einem Mobilitäts-Märchen aus Wolfsburg, das zum Gespött Hamburger Innovatoren und Multiplikatoren zu werden droht. Gerd Kotoll ist Protagonist:

Üblicher Weise beginnen Märchen mit: „Es war einmal …“. Im Falle eines Wolfsburger Mobilitätsanbieters lautet der Einstieg ausnahmsweise „Es wird einmal …“.  Dabei wäre „Es hätte wirklich was werden können…“ der bessere Beginn unseres Märchens gewesen. Vor allem: der wahre. Von allen Mobilitätsanbietern in Hamburg ist "Moia" der Auffälligste: das liegt zum einen an den völlig überdimensionierten VW-Kleinlastern aka "E-Crafter", zum anderen an der mit Abstand auffälligen Langsamkeit, wofür offenbar eine unausgereifte Softwareplattform die Ursache zu sein scheint. 


Schaut man sich den Neuling an, ist es gar nicht innovativ und schon gar nicht service-orientiert, Menschen an virtuellen Haltestellen abzuholen, anstatt vor der eigenen Haustür. Zum anderen schafft es wirklich jeder Taxifahrer in Hamburg, mich exakt dorthin zu fahren, wo ich hin will, oft sogar ohne Navi - die heute vor allem den Weg durch Stau und Baustellen-Wirrwarr leiten und nicht etwa die mangelnde Ortskenntnis des Fahrers beheben sollen. 


Das Hauptptoblem von "Moia": Zu wenige Fahrer.
Foto: HANSEVALLEY

Anders bei Moia: hier wird auf Weisung der Software mit der einen oder anderen Runde um den Block noch eine Landeschleife gedreht, bevor der Fahrgast zumindest ungefähr dort abgesetzt wird, wo er wohl hinwollte. Vielleicht wird vorher aber noch ein anderer Fahrgast eingesammelt, was zumindest im Moment aber noch eher die Ausnahme als die Regel ist, denn ein Großteil der bronzierten Crafter transportiert nur einen Gast. 

Dabei sollte Ridesharing die öffentliche Mobilität eigentlich revolutionieren. Dieses Märchen wird aber nicht wahr - jedenfalls bisher nicht. Welch' innovative Disruptoren in Hamburg aber tatsächlich unterwegs sind (vermutlich ohne es zu wissen), kann man an den Fahrgastzahlen des HVVs ermessen: Schließlich ist Ridesharing – also: Fahrgemeinschaften bilden – dort ehernes Prinzip, denn in Bus & Bahn fahren Sie immer mit mehreren Fahrgästen in einem Fahrzeug. Und das übrigens regelmäßig schneller und günstiger als mit Moia ...



"Moia"-Pressesprecher Christoph Ziegenmeier wiegelt ab:
"Wir haben festgestellt, dass das Frontend schon sehr stabil läuft ...
und dass es keine größeren Schwierigkeiten gab."
Foto: HANSEVALLEY

'Aber sie fahren mit Strom', heißt es von standfesten Verteidigern des Corporate-Innovation-Startups. Stimmt. Das machen viele andere aber auch. Und auch nicht erst seit diesem Jahr. Hinzu kommt, dass man begründete Zweifel daran haben kann, dass elektrische Fortbewegung jenseits von Bahnen eine sinnvolle Energieverwendung ist. Hamburgs Wirtschaftssenatoren - von Frank Horch bis Michael Westhagemann - denken da schon weiter.

Ganz sicher ist es aber sinnfrei, mit einem Crafter  - ursprünglich als Transporter für Handwerker entwickelt - ein sehr viel schwereres Fahrzeug einzusetzen, dessen Kapazität zumindest bislang kaum benötigt wird. Denn der Verbrauch wird hier eben auch sehr viel höher sein, als bei einem E-betriebenen PKW als normales Taxi – das ja zusätzlich auch noch weniger Zeit benötigt, wie wir dank diverser Pressetests lernen durften.

Wir wollen an dieser Stelle nicht hinterfragen, warum ein Unternehmen mit einem derart holprigen Konzept eine Stadt als Werbefläche mißbrauchen darf, während man parallel mit Durchfahrverboten  - die ihren Ursprung letztlich beim gleichen Unternehmen aus Wolfsburg haben - versucht, die Luft sauberer zu machen. Trifft sich hier die vereinte Sinnfreiheit an Alster und Elbe? Oder wird der Bock mal wieder zum Gärtner?

Mein Fazit: An Moia ist nichts wirklich innovativ und schon gar nicht ausgereift. Mobilität schaffen andere besser und schneller. Auch das snobistische Interieur der Moia-Flotte wiegt das nicht auf. So ist dieser Dienst bestenfalls eine Stadtrundfahrt, leider als Stummfilm. Happy End geht aus meiner Sicht anders. Erst Recht, wenn es märchenhaft sein soll. 


*  *  *

 Hamburg Digital Autor Gerd Kotoll: 

Gerd Kotoll vernetzt Entrepreneure mit potentiellen Partnern und Kunden - und berichtet von ausgewählten Events und Entwicklungen im Ökosystem der Hamburger Startup-Szene. 

Als unabhängiger Makler berät und betreut Gerd Kotoll er Vereine, Verbände und Unternehmen in Fragen der betrieblichen Absicherung. Besonderen Fokus legt er auf junge Unternehmen und Startups. 

Gerd Kotoll ist Freier Autor des Hamburg Digital Magazins.

Die inhaltliche Verantwortung des Autorenbeitrags liegt beim Urheber.

 Hamburg Digital Background: 

HANSETECHTEST: MOIA - Versuchtskaninchen für Bananen-Software.
https://hv.hansevalley.de/2019/05/hansetechtest-moia-hamburg.html

Donnerstag, 5. Juli 2018

HANSEINSURTECH: Schnelle Lösungen aus der Werft für den Linienbetrieb.

HAMBURG DIGITAL REPORT

Hamburg, Neue Börse am Adolphsplatz. Einmal wöchentlich treffen sich Agenten, Makler, Assecuradeure und Sachverständige, um Transport- und Industrierisiken wie z. B. Feuer abzusichern. Seit dem Recht der Kaufleute von 1558, eine Börse zu betreiben, entwickelte sich die Versicherungsbörse zur wichtigsten Sparte  - wichtiger als Café, Getreide, Immobilien oder Wertpapiere. 


Altehrwürdige Eingangstüren der Hamburger Versicherungsbörse.
Foto: HANSEVALLEY

460 Jahre später drohen Versicherer den Kontakt zu ihren Kunden zu verlieren, schieben sich Plattformen dazwischen, übernehmen Startups mit schnellen Geschäftsmodellen Teile des Geschäfts. Jetzt müssen die Versicherer handeln. An Deutschlands drittgrößtem Standort brennt es unter den Dächern lichterloh. Eine neue Werft soll Hamburgs und Norddeutschlands Anbietern helfen, sturmfest zu werden. Ein Hamburg Digital Report:

Ein Ende mit Schrecken: Die jeden Donnerstag um 13.30 Uhr öffnende Präsenzbörse der Hamburger Versicherungsbranche schließt nach 460 Jahren täglichem Betrieb in diesem Monat ihre Pforten. Ein Opfer der Digitalisierung. Schluß mit offenen Briefen, die im Börsensaal ausgetauscht werden, um mit einer Signatur das Risiko für Geschäfte abzusichern. Die Digitalisierung macht vor der Heimat der Feuergilde als weltweit erster Versicherung von 1591 nicht halt. Hamburgs Versicherer sind mittendrin im Sturm.

Rund 20.000 Beschäftigte arbeiten in rd. 370 Unternehmen der Branche. Die Handelskammer zählt aktuell 4.000 Versicherungsvermittler, davon 1.500 unabhängige Makler. Doch wie sieht die Zukunft aus? Berlin, Köln und München haben eigene Innovationshubs für die Versicherungsbranche gegründet. Verschläft die Freie und Krämerstadt einen wichtigen Trend? Verliert Hamburg seine Position als Nr. 3 unter den Versicherungsstandorten der Republik. Am Großen Burstah denkt man weiter.



Versteht sich als Think- und Work Tank: Die Insurtech Werft
Foto; HANSEVALLEY

Tilman Freyenhagen ist seit 1996 in der Branche, hat bei der Condor gelernt, 2002 ein duales Studium zum Vertriebsökonomen absolviert. Er war Maklerbetreuer, Vertriebsdirektor bei der Ideal und Prokurist bei Condor und R+V Leben. Risikomanagement liegt ihm im Blut, 20 Jahre "Stallgeruch" haben ihre Spuren hinterlassen. Mit Alsterspree gibt er das Fachmagazin "Procontra" heraus, betreibt mit "Profino" eine digitale Online-Plattform für den Austausch der Branche. Mit sehendem Auge kümmert er sich jetzt darum, dass die Branche ihre Augen öffnet.


Insurtech-Innovator Tilman J. Freyenhagen
Foto: Alsterspree
"Wir sind mit unseren innovativen Ideen bei den Versicherungen abgeprallt", bringt der Wahl-Hamburger zunächst auf den Punkt. Für Versicherungen geht es darum, Bestände zu migrieren, Regulierung zu beherrschen und Effizienzen zu steigern. Digitalthemen gehören nicht zum Alltagsgeschäft. Hinzu kommt: Mittelgroße Anbieter, wie die norddeutschen Anbieter Hanse-Merkur, Itzehoer oder Uelzener haben nicht die Ressourcen der Großkonzerne, um eigene Labore zu betreiben.

Die Idee von Startups, das Maklergeschäft anzugreifen, zielt zu kurz.

Prof. Dr. Florian Elert, Spezialist für Versicherungsmanagement an der Wirtschaftshochschule HSBA und Partner der gemeinsamen Insurtech Werft Hamburg sagt, wie man den norddeutschen Versicherern helfen will: "Unsere Idee ist, dass die Versicherungen möglichst schnell und mit wenig Aufwand neue Dinge ausprobieren können." Der Veranstalter des 1. Hamburg Insurance Innovation Days macht klar: Die Idee vieler Startups, das Maklergeschäft anzugreifen, zielt zu kurz. So, wie Versicherungen nicht immer schnell genug sind, so haben Startups nicht den Zugang zu Kunden und Daten.


Rapid Prototyping der InsurTech Werft im DI-Lab der HSBA
Foto: InsurTech Werft
Die Insurtech Werft geht einen anderen Weg: Auf der einen Seite engagieren sich Versicherer mit ihren Innovatoren, die offen sind für neue Ideen und die Umsetzung. Auf der anderen Seite stehen ausgewählte Startups. 6x im Jahr treffen sich die Partner, um einen Use Case in die Praxis umzusetzen.
Dreh- und Angelpunkt: Die digitale Musterversicherung "Fury“ als Sandbox. Umgesetzt an einem Tag zusammen mit dem Hamburger Startup „Kasko“, dass wir vorgestellt haben. Mittlerweile hat Fury einen Chatbot und ein Robotics-Tool bekommen, mit dem Geschäftsvorfälle automatisch und ohne Schnittstelle bearbeitet werden können.

Die praktische Zusammenarbeit an konkreten Themen ist der Kern der Insurtech Werft von Alsterspree, HSBA und Gründungspartner Hanse-Merkur. 16 Corporates und Startups sind aktuell dabei, widmen sich 6x im Jahr im DI-Lab gegenüber der Neuen Börse der Zukunft der Versicherungsbranche. Das Besondere: Alle Partner erarbeiten gemeinsam Konzept, Funktionen und Umsetzung einer Idee. Am Ende des Tages können die Beteiligten den fertigen Prototypen mit in Ihre Companies nehmen - und nutzen.

Versicherungen, Startups und Dienstleister freiwillig in einem Boot

"Wir sind der Meinung, dass das operative Arbeiten der große Unterschied ist, betont Vordenker Tilman Freyenhagen die Idee des Rapid Prototyping-Ansatzes. Während die bayerischen Versicherungen im "Insurtech Hub" München Blockchain-Strategien erarbeiten und im größten deutschen Lab in Köln Hackathons im Mittelpunkt stehen, geht es in Hamburg um konkrete Entwicklungen und schnelle Ergebnisse. "Unser Wunsch war, etwas sehr nah am Unternehmensalltag zu machen", betont Florian Elert. Im April vergangenen Jahres wurde die Idee geboren, im September kam die Hanse-Merkur an Board, im März diesen Jahres gab es den ersten Workshop.


Versicherungsexperte Prof. Dr. Florian Elert von der HSBA
Foto: HSBA
Die Partnerschaft mit den beteiligten Unternehmen geht über mindestens 1 Jahr, beinhaltet 6 eintägige Sprints im DI-Lab der HSBA mit vorabendlichen Netzwerk-Events und bis zu 2 Vertretern pro Unternehmen am Puls der Zeit. Zu den wünschenswerten Mitarbeitern zählen Innovationsmanager, Tech- und Themenspezialisten, leitende Mitarbeiter und Vorstände. Die Kosten richten sich nach Größe und Funktion und liegen für Startups, Dienstleister und Versicherer zwischen 4.900,- € und 14.900,- € im Jahr. 

Alle Unterstützung für Hamburger und norddeutsche Versicherer 

Dabei arbeitet die Hamburger Innovationswerft selbst nach der Lean-Startup-Methodik, spart sich kostspielige Strukturen. Zweimal im Jahr trifft sich ein "Steering-Komitee" mit aktuell 9 Vorständen der Partner und den Organisatoren, um das Konzept weiterzuentwickeln und die nächsten Themen abzustimmen. Drei Grundsätze verfolgt die neuartige Innovationswerft: 1. Es geht um Support der Branche in Hamburg und Norddeutschland, 2. Offenheit für neue Ideen ist A und O, und 3. Dienstleister dürfen mit max. 20% nur eingeschränkt dabei sein.

Mit der Sommerpause ist die Aufbauphase der Insurtech Werft abgeschlossen. Ab Herbst geht es um die Frage, wie das Programm weiterentwickelt wird und welche Themen in Zukunft auf der Agenda stehen. Außerdem sollen die Erfahrungen in den beteiligten Häusern vertieft werden und breit zum Einsatz kommen. Tilman Freyenhagen fokussiert zum Abschluss, dass "Fury" als Sandbox zu einem digitalen Versicherer ausgebaut werden wird. Prof. Dr. Florian Elert ergänzt: "Welche Ideen die Partner aufgreifen und in den Häusern umsetzen, liegt bei den Unternehmen." 

 Hamburg Digital Backgrund: 

HANSESTARTUP Kasko: "Wir verkaufen eigentlich nur Schaufeln."
https://hh.hansevalley.de/2018/06/hansestartup-kasko.html

GESTERN:

Älteste Feuerversicherung der Welt: 
www.wasistwas.de/archiv-geschichte-details/die-aelteste-feuerversicherung-der-welt.html

Älteste Seeversicherung der Welt: 
http://versicherungswirtschaft-heute.de/dossier/seeversicherung-die-alteste-sparte-der-welt/

HEUTE:

Hamburger Versicherungsbörse:
http://hamburger-versicherungsboerse.de/

Hamburg Insurance Innovation Day:
www.hsba.de/hsba/unsere-hochschule/team/1-hamburg-insurance-innovation-day-start-ups/

Versicherungsstandort Hamburg:
www.vfvh.de/index.php/projekte

MORGEN:

Insurtech Werft, Hamburg:
https://insurtech-werft.de/

Insurhub, Berlin:
https://www.insurhub.de/

Insurlab Germany, Köln:
www.insurlab-germany.com/

Insurtech Hub, München:
www.insurtech-munich.com/

Werk 1 - W1 Insurtech, München:
www.werk1.com/branchen-programme/w1-insurtech/

Mittwoch, 20. Juni 2018

HANSEWORKLIFE: Die 4. Dimension der Digitalisierung.

Kulturwandel, Neue Arbeit, Arbeitswelt 4.0: Keine Woche vergeht in Deutschlands Metropolen ohne eine Konferenz zur Zukunft der Arbeit.  In Hamburg adressiert das Business-Netzwerk Xing das Thema mit Konferenzen, Diskussionen und Fachbeiträgen. Die Otto Group hat für Ihre 50.000 Mitarbeiter den Kulturwandel 4.0 eingeführt. Es tut sich was an Deutschlands Arbeitsmarkt. Zeit, sich näher mit dem Phänomen zu beschäftigen.


Dr. Jutta Rump ist Professorin für Internationales Personalmanagement und Organisationsentwicklung an der Hochschule Ludwigshafen. Die Expertin warnt: Jetzt werden die mittleren Qualifikationen abgeschafft, z. B. Ärzte, Anwälte und Steuerberater. Bis zu 40% der Arbeitsplätze in der westlichen Welt könnten wegfallen, sagen Forscher. Die mehrfache Autorin war Gast im IT Executive Club Hamburg. HANSEVALLEY traf die engagierte Arbeitsmarkt-Expertin. Ein Hamburg Digital Report.

Expertin für die Arbeitswelt: Prof. Dr. Jutta Rump
Foto: Hochschule Ludwigshafen
Controlling im Konzern, Risikomanagement in der Kreditabteilung, Befundung von MRT-Bildern in der Radiologie - immer wenn es um manuelle oder kognitive Routinen geht, sind IT-Systeme und künstliche Intelligenz schneller, genauer, effektiver. "Wir verschwenden keine Zeit mehr in Routinen", fasst es die Wirtschaftswissenschaftlerin und langjährige Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability der Hochschule Ludwigshafen zusammen. Seit mehr als 18 Jahren ist sie im Thema - weiß, wohin die Reise geht.

4 Ebenen sieht Prof. Dr. Rump im Wandel: Technologien, Geschäftsmodellen und Wertschöpfungen sowie den Faktor Mensch: Auf der Mikroebene stellt sich die Frage: Wie sehen veränderte Arbeitswelten und künftige Arbeitsplätze aus? Auf der Mesoebene geht es für die Spitzen-Wissenschaftlerin um die Veränderungen in Betrieben und künftige Modelle der Führung. Auf der Makroebene beleuchtet sie den Arbeitsmarkt und die Effekte durch die Umbrüche. Und schließlich fokussiert sie auf der Metaebene auf die gesellschaftlichen Herausforderungen, einschließlich rechtlicher Rahmenbedingungen und der Mitbestimmung.

50 Handlungsfelder sind durch die Digitalisierung betroffen

"Die Digitalisierung ist in allen Bereichen angekommen", fasst die bundesweit engagierte Wissenschaftlerin zusammen. Ob Bundesregierung oder Arbeitsministerium, ob Industrie- oder Arbeitgeberverband, ob Caritas oder DAK, Robert Bosch- oder Randstad-Stiftung - ihre Expertise ist gefragt, Ihr Wort wird gehört. Eine der wichtigsten Aussagen der Wahl-Ludwigshafenerin: "Ich glaube nicht, dass die Betriebe die Mitarbeiter gehen lassen werden." Als positives Beispiel, die nächste Krise zu meistern, nennt Sie die Kurzarbeiterregelung von Ende 2008 bis 2010.

"Es ist eine Chance, gestärkt da rauszugehen", diktiert uns die sympathische Expertin in den Block. Statt die mittleren Qualifikationen auszusortieren, sollten die Firmen sie in der Transformation an Board behalten, Mitarbeiter auf die nächste Stufe qualifizieren und die Arbeitswelt professionell umbauen. Dabei geht es für die Arbeitsmarktexpertin um eine "Weiterbildung gemäß Kompetenzprofilen". Alle über einen Kamm zu scheren, wird aus Ihrer Sicht nicht mehr helfen, und das hat einen guten Grund:

Rump: "In Deutschland auf sehr gute Art und Weise vorgearbeitet"

Hamburgs Digital- und IT-Strategen im IT Executive Club
Foto: HANSEVALLEY
Die Expertin sieht in Deutschland eine breite Diskussion zu "Arbeit 4.0". In der Bundesrepublik werde nicht nur über Software, Organisationen und Prozessketten diskutiert. "Wir haben die perfekte Basis, um die Digitalisierung großflächig in der Wirtschaft einzuführen", ist sich die Gastrednerin des IT Executive Clubs sicher. Rump verweist auf 20 Jahre Optimierung, Rationalisierung und - besonders wichtig - Dokumentation in unseren Geschäftsprozessketten. "Andere wissen nicht, was sie in Software und Algorithmen einprogrammieren sollen." Vielleicht stellen wir Deutschen unser Licht mal wieder unter den Scheffel.

Automatisierung sei hier zulande gut möglich, fasst Prof. Dr. Jutta Rump zusammen. Sie lobt politische Stabilität und einen rechtlich verlässlichen Rahmen, die EU-weite Sicherheit der Daten, sehr gute Infrastrukturen und objektive Sicherheit für Unternehmen, ein gutes Bildungsniveau und geringe Fluktuation im Arbeitsmarkt. "Irgendwann werden die Arbeitsplätze, die eine Reise in Richtung Osten unternommen haben, wieder zurückkommen", hochautomatisiert, mit 3D Druck und Laserschweissen, in Mikrofabriken und klimatisch guten Bedingungen sowie ohne große Transportkosten zu den Kunden. Was heißt das für unseren Arbeitsmarkt?

Planen und Entwickeln, Beraten, Organisieren und Probleme lösen im Fokus 

Zukunftsforscher Erik Händeler
Foto: Günther Lintl
In Zukunft geht es um die Gestaltung von Prozessen, nicht um das Malen von Prozesstapeten, um das Programmieren von Routinen, nicht um das Ausführen stupider Fließbandarbeit. Wenn gleichbleibende Muster von Maschinen ausgeführt werden, muss es Menschen geben, die diese Muster bei Bedarf brechen. Und eines der Schlüsselthemen wird die soziale Interaktion. Zukunftsforscher Erik Haendeler brachte im Hamburg Digital Interview auf den Punkt: "Wohlstand ist in Zukunft nicht, noch härter zu arbeiten, sondern sich besser auszutauschen." 

Jutta Rump sieht als Notwendigkeit kluge Investitionen in die Zukunft - und die Notwendigkeit, die Menschen mitzunehmen auf die Reise. Das Ergebnis wären völlig neue Möglichkeiten: neue Erfindungen, neue Geschäftsmodelle, neue Arbeitsplätze. Für die Professorin geht es um kreatives Agieren, die Zeit sinnstiftend zu nutzen und die eigenen Stärken auszuleben. "Wenn man sich das klarmacht, das neue Geschäftsfelder, neue Tätigkeiten, neue Beschäftigung neue Zufriedenheit möglich machen"; schwärmt die Optimistin im Interview.

Schaut man objektiv über die vergangenen Jahrzehnte, ist unsere Arbeit in vielen Bereichen körperlich leichter und zugleich intellektuell anspruchsvoller geworden, ist unser Wohlstand auf breiter Front gewachsen und die Entwicklungsmöglichkeiten in Deutschland, Europa und weltweit gestiegen. So gesehen könnte Prof. Dr. Jutta Rump Recht haben, wenn Sie betont, dass die Arbeitwelt 4.0 "kein Horrorszenario" sein wird, wenn man den Wandel von alten zu neuen Arbeitsplätzen aktiv managt.

Hamburg Digital Reports:

HANSEPERSONALITY Erik Haendeler:
Wohlstand ist in Zukunft, sich besser auszutauschen.

Hamburg Digital Background:

Xing.de - Prof. Dr. Jutta Rump im Profil:

IBE Ludwigshafen - Leitung Prof. Dr. Jutta Rump:

IT Executive Club by Hamburg@work:

Sonntag, 14. Januar 2018

HANSEPERSONALITY Kammer-Präses Tobias Bergmann: "Dialog auf Augenhöhe."

www.alstercompany.de


HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

"Die Mitarbeiter der Kammer und die Hamburger Wirtschaft sollten nicht zu einem Versuchslabor für unklare Ideen und Vorstellungen werden." Mit scharfen Worten kritisierte Gunter Menges, Vorsitzender des Vereins "Versammlung Eines Ehrbahren Kaufmanns", den amtierenden Handelskammer-Präses vor 1.700 Vertretern der Kaufmannschaft, aus Wissenschaft, Politik, Gesellschaft und Medien bei der Jahresabschlussveranstaltung am 29. Dezember 2017 am Adolphsplatz.


Tobias Bergmann: "Tapfer geschlagen" nach scharfer Kritik.
Foto: HANSEVALLEY
"Es geht darum, in den Dialog zu treten", entgegnete Kammer-Präses Tobias Bergmann den Wink mit der Container-Brücke. In der - laut Medien mit Hilfe einer McKinsey-Redenschreiberin entwickelten - Ansprache ging Hamburgs ungeliebter Kammerchef auf die Digitalsierung der Ausbildung, die Internationalisierung des Arbeitsmarktes, Innovationsstandorte in Hamburg, die digitale Disruption und die Mentalität der Kaufmannschaft sowie auf die Gründerkultur der Handelskammer ein.

HANSEVALLEY hat die Rede studiert, sie mit den Aussagen der "Rebellen" aus dem Kammer-Wahlkampf verglichen und die jüngsten Entscheidungen des Kammer-Präsidiums Revue passieren lassen. Das Ergebnis ist ein Fragenkatalog, der den kritischen Dialog anbietet - ohne Schönfärberei und Tabuthemen. Ein HANSEPERSONALITY mit Handelskammer-Präses Tobias Bergmann:

Digitalisierungsgipfel für Ausbildung der Handelskammer:

Tobias Bergmann: Sie haben vor der Kaufmannschaft die Bedeutung der Berufsausbildung bekräftigt und einen Digitalisierungsgipfel für Ausbildung im 1. Halbjahr 2018 angekündigt. Schaue ich in Ihre Wahlkampf-Aussagen, wollten Sie den Digitalgipfel bereits im 2. Halbjahr 2017 durchführen:

Warum liegen Sie mit Ihrem Versprechen für die Jugend 1 Jahr im Hintertreffen? 
Warum beschränken Sie Aktivitäten auf den Nachwuchs? Was ist mit Fachkräften?

Berufsbildungsrecht ist im ganz Wesentlichen eine Sache des Bundes. Um mit dem Bund verbindlich über die nötigen Entwicklungen diskutieren zu können, braucht man eine Bundesregierung als Gesprächspartner. Diese muss sich aber bekanntermaßen erst noch finden – dass das so lange dauert, hat ganz Deutschland überrascht. 

Deshalb findet der Gipfel 2018 statt. Ich freue mich bis dahin über ein erfolgreiches Ausbildungsjahr 2017. Die Handelskammer hält übrigens eine Menge an Fortbildungsangeboten für das lebenslange Lernen von Fachkräften bereit und entwickelt diese Angebote ständig weiter.

Ansiedlung und Förderung internationaler Fachkräfte:

Sie kritisieren die geringe Quote von nur 9% internationalen Fachkräften in Hamburg und fordern einen Wandel. Sie haben mit der HSBA eine internationale Nachwuchsschmiede - mit 35 weltweiten Partnern, davon 22 Hochschulen, fast 1/3 internationalen Studierenden pro Jahrgang sowie weitgehend englischsprachigen Bachelor- und Masterstudiengängen - vor die Tür gesetzt. 

Wie passen Ihre Forderungen und das zerschlagene HSBA-Porzellan zusammen?Was kann die Kammer gegen den immer größer werdenden Fachkräftemangel tun?


Tobias Bergmann: Gute Mine zum bösen "Rebellen-Spiel"?
Foto: Handelskammer Hamburg/Ulrich Perey
Gegen den Fachkräftemangel helfen exzellente Aus- und Fortbildung, ein starker Wissenschaftsstandort und gute Ansiedlungs- und Lebensbedingungen in unserer Stadt inklusive besserer Start-Angebote für neue Fachkräfte aus dem Ausland. An allen diesen Themen arbeitet die Kammer intensiv. 

Für die HSBA haben wir eine sehr gute Lösung gefunden, mit der sowohl die Hochschulgremien als auch der Senat zufrieden sind und die Studierenden- und Absolventenzahlen stabil lässt - und die Beitragszahler sind aus der Haftung.

Innovationen durch Wissenschaft und Jungunternehmen:

Sie schlagen vor, einen "Urbanen Innovationspark" als "Leuchturm" auf dem Kleinen Grasbrook zu errichten. Dort sollen - in 20 Jahren bebaut - Forschung, Startups und Corporates innovieren. Der Senat plant aktuell in Altona (DESY), Bergedorf (HAW), Finkenwerder (ZAL) und Harburg (TUHH) integrierte F&I-Parks. 2017 gab es laut Startup-Monitor keine 60 Neugründungen in Hamburg, die Überlebens-Quote liegt bei 10%. 

Wie sehen Ihre konkreten Vorschläge für die kommenden 3, 5 und 10 Jahre aus?Was wollen Sie in 20 Jahren im neuen Stadtteil ansiedeln, wenn es keinen Bedarf gibt?

Der Senat hat sich entschlossen, den Kleinen Grasbrook zu entwickeln. Jetzt geht es darum, für Stadt und Wirtschaft das Beste herauszuholen. Wenn man es richtig anpackt, kann der Grasbrook ein Kristallisationspunkt für die Ansiedlung neuer Startups werden – es geht ja gerade darum, über den heutigen Status Quo hinauszukommen und mehr Ansiedlungen zu schaffen. 

Konkret muss es als Erstes einen Entwicklungsplan in diesem Sinne geben, bei dessen Entstehung die Interessen von Startups und etablierten Unternehmen gleichermaßen berücksichtigt werden.

Digitale Disruptionen und Mentalität der Kaufmannschaft:

Sie sprechen von Disrpuptionen, Digitalisierung und Lösungen, die alte Geschäftsmodelle in 2 bis 3 Jahren aus dem Markt drängen. Vergangene Hamburger Wachstumstreiber, wie Medienwirtschaft und Versicherungen, haben - korrekt angemerkt - an Kraft verloren. 

Wie wollen Sie als Vertreter der gewerblichen Wirtschaft die Mentalität der Kaufmannschaft, in Dekaden zu denken, mit Ihrer Politik durchbrechen?

Das Denken verändert sich ja in vielen Teilen der Wirtschaft bereits. Unsere Aufgabe als Handelskammer ist dabei vor allem Wissens- und Methodentransfer. Wir vernetzen diejenigen, die voran marschieren, mit den traditionelleren Unternehmen. Unsere Aufgabe ist außerdem, Trends zu antizipieren und den Unternehmen möglichst früh die nötigen Informationen und damit Vorbereitungsmöglichkeiten zu geben.

Handelskammer als zentraler Ort für Hamburgs Gründer:

In Ihrer Rede laden Sie Gründer ein, die Börse als ihren Ort zu nutzen, sich zu vernetzen und Geschäfte zu machen. Im Wahlkampf klang das anders: 'Keine Startup-Unternehmerin braucht den Rat eines „Kammerbeamten“, wie sie den digitalen Wandel meistern soll'. Vor einem Jahr forderten Sie eine "Digitale DNA" für die Kammer. 

Hat sich die Kammer mit dem Verzicht der digitalen Kompetenz aus der HSBA mit Anlauf in die Zeit der Hammaburg zurück katapultiert?

Den logischen Zusammenhang zwischen unserer Einladung an die Mitgliedsunternehmen, sich in der Kammer zu vernetzen, dem angeführten Zitat zum digitalen Wandel müssten Sie mir erklären. Aber davon mal abgesehen: Die Handelskammer hat eine Menge digitaler Kompetenz – denken Sie nur an das Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0. 

Auch darüber hinaus haben wir 2017 Kompetenzen in Sachen Digitalisierung aufgebaut, die es vorher in diesem Maße nicht gab. Die digitale Kompetenz der HSBA geht uns übrigens auch nicht verloren, es ist vereinbart, dass es auch weiter eine Partnerschaft geben wird.

Zukunft der Handelskammer nach den Erlebnissen 2017:

Sie sprechen in Ihrer Rede von Transparenz der Prozesse, gemeinsamer Meinungsbildung und Entscheidungen mit der Mitgliederschaft. Sie wollen mit der Kammer wieder "Impulsgeber für wichtige wirtschaftspolitische Diskussionen der Stadt" sein. Im Moment scheinen sich wichtige Player eher abzuwenden und Alternativen zu entwickeln, wie die angekündigte Kooperation der VEEK mit der HSBA.

Wieso wussten und wissen die Mitglieder nichts von HSBA-Rauswurf und IHK Nord?Wie setzen Sie die Budgetkürzung von 20 Mio. € "auf Augenhöhe" + "im Dialog" um?

Noch nie hat die Handelskammer mehr Mitglieder an Ihrer Meinungsbildung beteiligt, als seit der Wahl 2017. Außerdem haben wir die Satzung geändert, um den ehrenamtlichen Ausschüssen mehr Einfluss zu geben. Insofern sind wir klar auf Kurs, was Partizipation und Transparenz der Interessenvertretung angeht, und das wird 2018 Früchte tragen. 

Die Übertragung der HSBA-Anteile an die Trägerstiftung war Gegenstand einer offenen und auch öffentlichen Diskussion, die Zukunft der Handelskammer in der IHK Nord ist es noch. Über die organisatorischen Veränderungen sprechen wir vor allen anderen mit den Mitarbeitern offen und binden ihre Ideen ein. Es gibt eine Betriebsvereinbarung, die die aktive Mitgestaltung der Belegschaft als Recht und Pflicht regelt und zugleich betriebsbedingte Kündigungen ausschließt.
* * *

Vielen Dank für Ihre offenen Antworten!
Das Interview führte Thomas Keup.

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G. Mengers (VEEK), T. Bergmann (HK), O. Scholz (FHH)
Foto: HANSEVALLEY
"Befreien Sie uns von unserer Skepsis und geben Sie uns Sicherheit, dass die Handelskammer ... zum Wohle Hamburgs und der hiesigen Wirtschaft denkt und auch entsprechend handeln wird", forderte Hamburgs Ehrbarer Kaufmann, Gunter Menges zum Abschluss des Jahres 2017.

Haspa-Chef Dr. Harald Vogelsang wurde noch deutlicher: "Wenig konstruktiv ist es aus meiner Sicht, wenn man viel Gutes, was über die Jahre entstanden ist, einfach mit der Abrissbirne zerstört. (...) jahrzehntelange Kontakte werden in Minutenschnelle eingerissen, langjährige Partner verprellt, erpresst, frustriert."


*  *  *

 Hamburg Digital Background:  

Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg:
Jahresabschlussveranstaltung 2017 - Video und Rede(n)

Nachbericht Hamburger Abendblatt 29.12.2017
hwww.abendblatt.de/hamburg/article212967737/Buergermeister-Olaf-Scholz-fordert-wirtschaftliches-Wachstum.html

Nachbericht Welt Hamburg 29.12.2017
www.welt.de/regionales/hamburg/article172033642/Versammlung-Eines-Ehrbaren-Kaufmanns-Kammerpraeses-ueberrascht.html

Nachbericht Bild Hamburg 29.12.2017
www.bild.de/regional/hamburg/party/beim-ehrbaren-kaufmann-54326592.bild.html

Kritik Harald Vogelsang Welt Hamburg 28.12.2017
www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article171999564/Triumphe-und-Tragoedien-die-Geschichten-des-Jahres-Harald-Vogelsang-ueber-die-Revolution-in-der-Handelskammer.html

Kritik Alt-Präsides Welt Hamburg 23.12.2017
www.welt.de/regionales/hamburg/article171856033/Hamburger-Handelskammer-Der-hanseatische-Handschlag-gilt-nichts-mehr.html

Mittwoch, 18. Oktober 2017

HANSESTARTUPS: Hamburgs Logistik-Startups digitalisieren die Handelsschifffahrt.


HAMBURG DIGITAL REPORT

Digitale Verschiffung von Containern und Paletten nach Asien, Nord- und Mittelamerika, digitale, vertrauenswürdige Dokumente für die weltweiten Handelsrouten, ein digitales Logbuch für Crew und Reederei und digitales Recycling in die Jahre kommender Handelsschiffe: Die Digitalisierung ist in der internationalen Logistik angekommen - und der Digital Hub Logistics Hamburg ist Herz der Logistik 4.0 in Deutschland. 


Digital Hub Logistics Hamburg im Mindspace am Rödingsmarkt
Foto: HANSEVALLEY

Fernab von gehypten Fahrradanhängern für das "Smorland" und Paketdepots in fremden Hausfluren hat sich an der Elbe eine junge digitale Logistik-Szene entwickelt. Mit Blockchain-Technologie, Plattform-Modellen und digitalisierten Dienstleistungen erobern Startups nationale und internationale Märkte. Ein Hamburg Digital Report aus dem Herzen der Digitalen Logistik-Szene am Rödingsmarkt:

Hamburg, im 2. Stock des Alten Klöpperhauses: Hier im Mindspace hat der Digital Hub Logistics mit 32 Arbeitsplätzen seit Anfang August d. J. seine Arbeit aufgenommen, wurde des Zentrum der Digitalisierung in Logistik, Hafen und Schifffahrt Ende August d. J. von Wirtschaftssenator Frank Horch mit großer Resonanz von "DPA" über "Die Welt" bis zur "Süddeutschen Zeitung" eröffnet. Es ist der nächste Schritt in der Digitalen Transformation - die Disruption der Hamburger Leitbranche. Vorn mit dabei: 5 smarte Startups für die Welt der Logistik.

Im Großraum des Digital Hub Logistics Hamburg im ehemaligen Klöpper-Handelskontor arbeiten sie an Ihren Geschäftsmodellen, bauen Businessportale und vernetzen sich mit etablierten Playern aus Hafen und Logistik. Karl-Heinz Piotrowski leitet den neuen Innovationshub im Auftrag der Logistik-Initiative Hamburg. Immer mehr Veranstaltungen kommen an den Rödingsmarkt, z. B. der  "ITS Hackathon Hamburg" mit der Open Data Initiative der Deutschen Bahn und das neue Logistik-Meetup der "Eisbein-Startups" - zusammen mit der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler.

HANSEVALLEY stellt mit dem Hamburg Startup Magazin HANSESTARTUPS heute die ersten 5 spannenden Logistik-Startups im Digital Hub Logistics Hamburg vor.


Blocklager im Container Terminal Buchardkai (CTB)
Foto: HHLA / Thies Rätzke

Chainstep - Die Blockchain-Realisierer

Chainstep ist eine junge Beratungsfirma, die das Know how rund um die Blockchain in die reale Wirtschaft bringt. Die Basistechnologie ist immer dann interessant, wenn mehrere Teilnehmer mit unterschiedlichen Interessen an einem Prozess beteiligt sind. Chainstep zeigt in Schulungen und Workshops, warum Blockchain die Geschäftswelt verändern wird und welche Schritte notwendig sind, damit Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Einsatz der Technologie steigern und neue Geschäftsmodelle nutzen können. www.chainstep.com

Clinch Logistics - Die digitale LATAM-Spedition

Clinch Logistics ist die digitale Spedition für Mexiko sowie für Mittel- und Südamerika. Die digitale Plattform löst das Problem langsamer Preisanfragen und ermöglicht Buchungen online und in Echtzeit. Hinter Clinch steht ein von Logistikern erstelltes Data-Warehouse sowie eine voll digitale Onlineplattform für Kunden in See- und Luftfracht. Ein ausgeklügelter Matching-Algorithmus sorgt für schnelle und verlässliche Auskünfte und ein verbindliches Angebot des digitalen Spediteurs inkl. aller Leistungen, über die Plattform einen Transport buchen zu können. www.clinchlogistics.com

Demogate - Die digitalen Schiffs-Recycler

Demogate ist der digitale Schiffs-Recycler und der erste digitale Schiffsmakler. Mit jahrelangen Erfahrungen im An- und Verkauf von Handelsschiffen setzt Demogate am Kern an und bietet einen transparenten Auktionsmarktplatz für verantwortungsvolles Schiffsrecycling. Das Startup bietet ein Online-Auktionstool zur Preisfindung inkl. eines Vergleichsmechanismusses weltweit verfügbarer Verschrottungsplätze. Die Onlineplattform unterstützt mit transparenten Marktinformationen und einem digitalen Dokumentenmanagment. www.demogate.com

FreightHub - Die digitale Asien-Spedition

FreightHub ist die digitale Spedition für die Handelsrouten Asien-Europa und Trans-Atlantik. Das Startup bietet sofortige Quotierung, Buchung und Sendungsverfolgung für den Container- und Palettentransport, inklusive Vor- und Nachlauf von Tür zu Tür. Um Echtzeitangebote zu generieren, hat die Vollspedition einen eigenen Such- und Routenoptimierungs-Algorithmus entwickelt, der in Echtzeit auf alle erforderlichen Daten zugreift. Der Kunde kann aus ca. 150 Möglichkeiten auswählen. www.freighthub.com

NautilusLog - Das digitale Logbuch

NautilusLog ist das digitale Logbuch. Die Lösung bietet eine offene Plattform zum Anschluss weiterer Dienstleister in der Schifffahrt. Der Vorteil der App-basierten Lösung liegt in einfacher Integration und sofortiger Einsatzbereitschaft an Board. NautliusLog unterstützt kleine Reeder ohne eigene IT ebenso, wie große Reeder mit eigener Infrastruktur. Durch Anbindung an vorhandene IT-Systeme wird eine optimierte Einsicht in den Kraftstoffverbrauch und die CO2 Emissionen der Schifffahrt erreicht. www.nautiluslog.com


Die zentrale Lobby des MINDSPACE Hamburg im 1. Stock
Foto: Mindspace

Vom Digital Hub zum Digital Campus Co-Living


Eine aktuelle Projektarbeit von acht Masterstudenten der "Nordakademie" zusammen mit der Logistik-Initiative Hamburg fand heraus: Für Logistik-Startups ist eine kompetente Beratung in Produkt-, Patent- und Finanzierungsfragen besonders wichtig. Um die Attraktivität der Startups für neue Mitarbeiter zu erhöhen, schlagen die Hamburger Absolventen eine Weiterentwicklung des "Digital Hub Logistics Hamburg" zu einem "Digital Campus Logistics" vor - einschließlich Co-Working und Co-Living.

Die Studenten machten in ihrem gemeinsamen Projekt deutlich, dass die Maßnahmen nur erfolgreich sein werden, wenn die Positionierung, die Produkte und der Absatz der Logistik-Startups intensiv gefördert werden. Denn nur so können die Startups im "Digital Hub Logistics Hamburg" zum starkem internationalem Wettbewerb aufschliessen. Das Hamburg Digital Magazin leistet gern seinen Beitrag dazu.

Veranstaltungshinweis:

Die Premiere des "Eisbein-Startups"

Am 1. November d. J. laden die Logsitik-Startups im Digital Hub Logistics Hamburg zusammen mit der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten zur Premiere des Startup-Meetups "Eisbein-Startups" in den Logistik-Hub an den Rödingsmarkt ein.

Einen Abend lang netzwerken Gründer, Techis und Marketer von Startups mit Geschäftsführern, IT'lern und Innovationsmanagern von Corporates aus Hamburg, Deutschland und aller Welt im Mindspace Hamburg - darunter Reedereien und Schiffsmakler, Transporteure, Logistiker und Mobilitätsanbieter.

Hintergrund: Anfang November treffen sich Schiffsmakler, Schiffsagenten und Reeder aus aller Welt zum mittlerweile 69. "Eisbein-Essen" in Hamburg. In der gesamten "Eisbein-Woche" vernetzt sich die Schifffahrtsbranche an der Elbe mit Kunden, Partnern und dieses mal auch mit Hamburgs Logistik-Startups im Digital Hub Logistics Hamburg.

Premiere der "Eisbein-Startups"
Startups meet Corporates - Logistics meet Digital
Mittwoch, 1. November 2017, 18.00 Uhr, Mindspace Hamburg, 2. OG
Anmeldung über Eventbrite hier!


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 Hamburg Digital Background: 

Logistik-Startups im Digital Hub Logistics Hamburg:
www.digitalhublogistics.hamburg

Chainstep - Die Blockchain-Realisierer
www.chainstep.com

Clinch Logistics - Die digitale LATAM-Spedition
www.clinchlogistics.com/

Demogate - Die digitalen Schiffs-Recycler
www.demogate.com

FreightHub - Die digitale Asien-Spedition
www.freighthub.com

NautilusLog - Das digitale Logbuch
www.nautiluslog.com

Potenziale für Logistik-Startups im Digital Hub Logistics Hamburg

www.hamburg-logistik.net/presse-und-news/news/detail/potentiale-der-start-up-szene-fuer-das-digital-hub-logistics-identifiziert/?cHash=ef47926c06e91027a6a7f22a2b29bb7b