Posts mit dem Label Marketing werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Marketing werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 22. Februar 2023

HANSEMACHINE Bard, ChatGPT & Co.: Das geht mit den neuen KI-Chatbots in Marketing und Business.

HANSE KI MAGAZIN
Gastbeitrag von Raoul Plickat


ChatGPT wächst und wird kostenpflichtig:
Warum das gute Neuigkeiten sind – 
und wie die KI Marketing revolutionieren wird.

Mit ChatGPT haben viele Menschen erstmals bewusst Kontakt zu einer KI.
Foto: Gerd Altmann, Pixabay

ChatGPT, die fortschrittlichste KI-basierte Chatbot-Technologie, hat in den letzten Monaten ein rasantes Wachstum verzeichnet. Dass die KI in Zukunft kostenpflichtig werden soll, mag für viele zunächst enttäuschend klingen – es ist aber eine gute Nachricht für Unternehmen, die sich für die Zukunft des Marketings interessieren und ihren Markt dominieren wollen. 

Für professionelle Anwender ist das Tool aktuell teilweise unbenutzbar, ständig überlastet und wird mit minderwertigen Daten gefüttert“, verrät Raoul Plickat. Der Marketing-Profi hat sich auf Big Data und KI spezialisiert und weiß, welche Möglichkeiten ChatGPT mit sich bringt. In diesem Gastbeitrag verrät er, warum die Kostenpflichtigkeit von ChatGPT ein positives Signal für die Zukunft des Marketings ist und wie die Technologie bald im Marketing zum Einsatz kommen wird.

Analyse der Situation: Was ChatGPT und Co. leisten - und was nicht.

Schon jetzt bietet künstliche Intelligenz unzählige Möglichkeiten, die noch vor einigen Jahren unvorstellbar gewesen wären. So lassen sich etwa durch die Kombination mehrerer KI's nach Vorgabe eines Themas automatisch individuelle Titel, Texte sowie passende Bilder und damit ganze Power-Point-Präsentationen erstellen. 

Ebenso sind Helfer wie ChatGPT dazu in der Lage, persönliche Notizen zu ergänzen, E-Mails zu verfassen und Ideen für Skripte zu sammeln. Mit den richtigen Anweisungen können sie sogar Zeitungsartikel erstellen. Auf diese Weise vereinfachen KI's den Arbeitsalltag vieler Menschen. Eine der größten Stärken künstlicher Intelligenz ist also, dass Arbeitsabläufe durch sie automatisiert und damit sowohl effizienter als auch ertragreicher gestaltet werden können.

Zwar kann dadurch Manpower bis zu einem gewissen Grad ersetzt werden. All das soll jedoch nicht heißen, dass in Zukunft ganze Berufsgruppen verschwinden werden – sie werden lediglich kleiner, da einzelne Personen mithilfe der KI weitaus mehr Arbeiten erledigen können. Denn trotz aller Leistungsfähigkeit benötigen ChatGPT und Co. eine Person, die weiß, welchen Input sie ihr liefern muss, um beispielsweise einen detaillierten Marketingplan zu erhalten. 

Schließlich ist eine KI immer nur so smart wie der Mensch, der die Technologie für seine Zwecke nutzt. Um überzeugende Ergebnisse zu erzielen, muss man sich daher ausführlich mit der Thematik befasst haben. Somit werden die Resultate der KI wesentlich von der Qualität der Fragen und Anweisungen der Nutzer bestimmt. Doch selbst mit den besten Instruktionen liefern KI-Modelle in bestimmten Bereichen noch keine guten Ergebnisse. 

So können sie beispielsweise in der Architektur-Branche nicht dafür genutzt werden, die Inneneinrichtung von Gebäuden virtuell zu generieren und hierfür kreative Vorschläge zu machen. Allgemein sind sie nicht dazu in der Lage, komplexe Entwürfe, 3D-Modelle zu Vorführzwecken und Architekturzeichnungen zu erstellen. Die Automatisierung derartiger Arbeitsprozesse für diese und viele andere Berufsgruppen wäre also nur mit einem deutlich breiteren Leistungsspektrum möglich. 

Notwendigkeit von Weiterentwicklung und Qualitätssteigerung

Angesichts dieser Schwächen wird eines deutlich: Neben gutem Input braucht es eine stetige Weiterentwicklung - schließlich sind KI's offensichtlich noch nicht ausgereift und verlässlich genug, um in jedem Bereich sinnvoll eingesetzt werden zu können. So können sie trotz präziser Kommandos und fachgerechter Bedienung nicht immer brauchbare Ergebnisse liefern. Dass ChatGPT kostenpflichtig wird, zeigt allerdings, dass dieser Prozess durch finanzielle Mittel beschleunigt und weiterhin vorangetrieben werden soll.

Maßgeblichen Einfluss auf den Entwicklungsfortschritt von künstlicher Intelligenz nimmt dabei vor allem ein wegweisendes Konzept: Prompting. Durch diesen Bereich des maschinellen Lernens ist es ChatGPT und Co. möglich, spezifische Eingaben oder Informationen zur Lösung einer bestimmten Aufgabe zu nutzen. Sogenannte Prompts bestehen meist aus Text- oder Codefragmenten und helfen dem jeweiligen KI-Modell, eine spezifische Ausgabe zu generieren, ohne dass es jedes Detail aus den Trainingsdaten selbst herausfinden muss. Somit tragen klare Anweisungen nicht nur zur Qualität einzelner Ergebnisse, sondern auch zum gesamten Lernfortschritt künstlicher Intelligenzen bei.

Warum die Kostenpflichtigkeit von ChatGPT positiv zu bewerten ist

Ihre Fähigkeit, selbstständig zu lernen, kann jedoch sowohl ihre größte Stärke als auch ihre empfindlichste Schwäche sein. GPT-3, das Sprachmodell, auf dem ChatGPT aktuell basiert, wurde beispielsweise mit Informationen bis Anfang 2021 trainiert. Alle neuen Entdeckungen und Erkenntnisse aus der Zeit danach sind der künstlichen Intelligenz damit völlig fremd. Dass KI-Modelle immer nur so gut sind, wie die ihr zugrundeliegenden und zu ihrem Training genutzten Daten, zeigt sich dabei besonders an einem ihrer wesentlichsten Defizite: 

Werden sie mit qualitativ minderwertigem oder unvollständigem Input versorgt, hat das teils schwerwiegende "Denkfehler" - ein sogenanntes Bias - zur Folge. Negative Bekanntheit erlangte dieser Missstand etwa dadurch, dass einzelne Nutzer ChatGPT gebeten haben, eine Rede im Stile Donald Trumps zu verfassen. Das KI-Modell antwortete darauf lediglich, sie könne diese Anfrage nicht erfüllen – wohingegen sie zu Joe Biden passende Vorträge anstandslos erstellen konnte.

In Kombination mit Prompting wird dieser Aspekt auch für den Entwicklungsfortschritt aktueller und künftiger KI-Modelle relevant. Denn hier gilt: je genauer und zugleich ausführlicher ein Prompt ist, desto besser fällt die Antwort von ChatGPT und Co. aus. Umgekehrt sorgt zu knapper und lückenhafter Input für mangelhafte, generische Ergebnisse. 

Auf Dauer begünstigen detaillierte und zugleich umfangreiche Arbeitsanweisungen somit auch den Qualitätsfortschritt künstlicher Intelligenz. Visuell lässt sich das mit einer T-Shape vergleichen: je besser der Input und damit auch die Trainingsgrundlage der KI in der horizontalen Informationsebene sind, desto hochwertiger ist der Output in der vertikalen Ergebnisebene.

An diesem Punkt kommen auch die Vorteile der Kostenpflichtigkeit von ChatGPT zum Tragen: Denn im Durchschnitt wird das Sprachmodell dadurch mit hochwertigeren Anfragen versorgt. Schließlich wird kaum jemand einen kostenpflichtigen Service für unnötige Spielereien missbrauchen. Dank dieser Aspekte wird die Qualität des gelieferten Outputs sowohl kurz- als auch langfristig steigen, was die KI letztendlich in vielen Branchen und Einsatzgebieten zu einem wertvolleren Helfer machen wird.

Fazit: Künstliche Intelligenz als Tool der Zukunft

Erzielt man weiterhin in diesem Tempo Fortschritte, ist in den nächsten zwei bis drei Jahren eine starke Disruption in diesem Feld zu erwarten. So werden bereits mit GPT-4 - der neuesten und aktuell in der Entwicklung befindlichen Version des autoregressiven Sprachmodells von ChatGPT - große kreative Leistungssprünge folgen: Dadurch müssen Webdesigns beispielsweise nicht mehr manuell erstellt werden. 

Vielmehr wird es ausreichen, lediglich eine Design-Vorlage auszuwählen und diese um spezifische Informationen wie etwa die gewünschte Farbe zu ergänzen. Auf dieser Grundlage erstellt die KI eine vollständige Website mit dazugehörigen E-Mail-Kontakten, Sales Funnels und Werbeanzeigen. Die geplante Kostenpflichtigkeit von ChatGPT begünstigt diese Entwicklung zusätzlich – und schafft damit in kurzer Zeit neue Geschäftsfelder im gesamten Marketing-Sektor.

*  *  *

Über Gastautor Raoul Plickat:


Raoul Plickat ist Gründer von CopeCart und Marketing.MBA. Er ist seit 2012 im Marketing--Bereich tätig und hat sich seitdem zu einem der gefragtesten Marketer Deutschlands entwickelt. In seiner Tätigkeit optimiert der Experte die Positionierung und Marketingmaßnahmen großer Marken. Für sein Wirken wurde er unter anderem mit dem „TWO COMMA X-Award“ ausgezeichnet. 
Weitere Informationen unter: https://www.marketing.mba/de.

Montag, 9. Januar 2023

HANSEMETAVERSE: Alles im Norden wird digital - pardon - wird jetzt virtuell.

HANSE METAVERSE MAGAZIN
Digitaler Schnappschuss aus der virtuellen DXC-Vertriebskonferenz.
Grafik: DXC Technologies
Eines der kommenden Technologie-Topthemen heißt Metaverse. HANSEVALLEY führte in 2022 mit HANSEMETAVERSE dazu ein Themenmagazin ein. Nach World Wide Web, Mobile Web und Social Web rücken in den kommenden Jahren Möglichkeiten des Immersive Web in den Mittelpunkt. Im nächsten Schritt der Digitalisierung geht es nach Informationsmanagement und Kommunikation um die Zusammenarbeit auf digitalen Wegen.
Wenn alles virtuell werden wird - was heißt das für die professionelle Arbeits- und Lebenswelt von Unternehmen, Großevents und Sportvereinen. Das Fortune-500-Technologieunternehmen "DXC" hat sich mit fünf Trends rund um das Metaverse beschäftigt, die Geschäftswelt und unseren Alltag verändern werden. Hier die spannenden Einsichten im Überblick:
1. Virtueller Arbeitsplatz im Metaverse
Das Metaverse wird die Arbeitsplätze von Millionen von Menschen mit der künftigen Zusammenarbeit in virtuellen Räumen verändern: Die Teilnahme an Konferenzen findet nicht mehr nur in Besprechungsräumen oder im Videocall statt. Stattdessen nehmen die Kollegen Platz am Tisch eines virtuellen 3-D-Raumes.
Um die Vorteile des Metaverse zu nutzen, kombinieren Unternehmen heute bereits traditionelle Videokonferenzen mit immersiven Tools - beispielsweise, um mit Virtual-Reality-Brillen die Interaktion der Teilnehmer zu verbessern. Auch "DXC Technology" setzt das Metaverse für eigene Teams am Arbeitsplatz ein und beobachtet positiven Auswirkungen der virtuellen Welt auf die Produktivität, das Engagement und die Kreativität der Beschäftigten: 
DXC-Metaverse-Expertin Nathalie Vancluysen als digitaler Avatar.
Grafik: DXC Technologies
"Metaverse-Erfahrungen helfen den Mitarbeitern, sich besser zu konzentrieren und mehr Informationen zu erfassen", sagt Nathalie Vancluysen, Head of Extended Reality bei DXC Technology mit Arbeitsplatz in Flandern. "Virtuelle Welten helfen uns dabei, die Routine der Videokonferenzen zu verlassen und die Tür für mehr Zusammenarbeit und Innovation zu öffnen."
2. Virtuelle Großveranstaltungen
Das Metaverse ist ein Ort, an dem Tausende von Avataren aus der ganzen Welt zusammenkommen können, um sich auszutauschen und zu engagieren. Personalisierte 3D-Avatare, die von den Menschen am eigenen Rechner aus gesteuert werden, bewegen sich frei in einem nahezu unendlichen Raum und teleportieren sich mit nur einem Klick von einem Ort zum anderen. 
Diese Technologie macht Großveranstaltungen wie Konferenzen, Ausstellungen und Gipfeltreffen in virtuellen Welten möglich, wenn die Grafikleistung stimmt. Die Möglichkeit virtueller Events kann zu einer intensiveren Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg führen und den Zeitaufwand, die Ressourcen und den CO2-Fußabdruck für Reisen reduzieren.
Großes Auditorium der virtuell anwesenden DXC-Mitarbeiter.
Grafik: DXC Technologies
3. Virtuelle Gruppen und Vereine
In der Musik- und Sportbranche gibt es immer mehr virtuelle Veranstaltungsorte. Fans nehmen so von zu Hause aus an Konzerten und Spielen teil. Dating-Apps wie "Nevermet" und "Flirtual" bieten ebenfalls Dienste im Metaverse an. In den kommenden fünf Jahren werden den Verbrauchern neue interaktive und immersive Möglichkeiten angeboten, um über ihren digitalen Avatar in der virtuellen Welt wie in einer physischen Welt zu agieren.
4. Das Metaverse im Marketing
Virtuelle Kundenerlebnisse werden alltäglich werden, da Unternehmen für die Markenbindung nach neuen, interessanten Wegen suchen, um Kunden auf sich aufmerksam zu machen und in Kontakt zu kommen. Große Einzelhandelsmarken wie "Adidas, Coca-Cola, Gucci, Louis Vuitton oder Nike" sowie Automobilhersteller wie "Ferrari, Nissan und Toyota" experimentieren bereits mit virtuellen Umgebungen und Augmented Reality. 
Das internationale Technologieunternehmen "DXC Technology" mit Standort in Hamburg erwartet, dass in den kommenden fünf Jahren immer mehr Unternehmen ihren Kunden in unterschiedlichsten Branchen die Möglichkeit anbieten, ihre Markenwelt, Produkte und Dienstleistungen in 3D zu erkunden - von Hotels über Städte bis hin zu Flughäfen.
5. Recruiting und Onboarding
Die Rekrutierung von Talenten ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg eines Unternehmens. Der erste Schritt besteht darin, Talente überhaupt zu erreichen. Bis 2027 werden Unternehmen zunehmend auf das Metaverse setzen, um auf moderne Weise mit Bewerbern in Kontakt zu treten. 
Die Durchführung von Vorstellungsgesprächen im Metaverse hilft Personalverantwortlichen, die gewünschten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszuwählen, kennenzulernen und mehr zu erfahren, als traditionelle Lebensläufe liefern können. Was mit der Bewerbung im virtuellen Raum beginnt, setzt sich in der Einarbeitung der neuen Kollegen virtuell fort.
"Einzelpersonen und Unternehmen sollten die zahlreichen Möglichkeiten entdecken, die das Metaverse für den Nutzen im Alltag bietet", fasst die belgische Metaverse-Expertin Nathalie Vancluysen zusammen. Damit greift sie einen wichtigen Punkt auf: Viele Technologien sind erst durch die aktive Nutzung von Verbrauchern ins Business gekommen. Es bleibt spannend, wie sich das Metaverse entwickeln wird.
*  *  *
 Hanse Digital Background: 

Ein Best Practice, wie "DXC" seine europäische Vertriebskonferenz ins Metaverse verlagert hat und welches Mindset für den Erfolg im Metaverse notwendig ist, können hier nachgelesen werden.

Dienstag, 21. Juli 2020

HANSESTATEMENT Peter F. Schmid: Nur wer digitalisiert, überlebt diese Krise.

Hanse Digital Autoren

Digitalunternehmer und Visionär: Peter F. Schmid, Visable
Foto: Visable

Seit mehr als vier Monaten befinden wir uns durch die Corona-Krise in einem weltweiten Ausnahmezustand. Zahlreiche Unternehmen und ganze Branchen bangen um ihre Existenz. Peter F. Schmid ist CEO von "Visable", dem Dach der europäischen B2B-Plattform "Europages" und des deutschen Marktführers im Bereich digitaler B2B-Marktplätze "Wer liefert was“ (WLW). Der Vorsitzende der Landesfachkommission Internet und Digitale Wirtschaft des Wirtschaftsrats Hamburg beobachtet die Situation von Beginn an und identifiziert sieben eindeutige Entwicklungen. Ein Gastbeitrag von Peter F. Schmid:

Das IfO-Institut prognostiziert bereits eine Insolvenzwelle für die kommenden Monate. In diesen Zeiten zeigt sich so deutlich wie noch nie, dass KMU ohne den Einsatz von digitalen Tools vor dem Aus stehen. Ich beobachte die Situation von Beginn an und identifiziere die folgenden sieben Entwicklungen:

1. Beschleunigung der Digitalisierung der KMU im Bereich Einkauf und Vertrieb

Die klassischen, bekannten und bewährten Marketing- und Vertriebstools standen mit einem Mal nicht mehr zur Verfügung. Die Absage von zahlreichen Messen sowie die Abordnung von Vertriebsmitarbeiterinnen- und Mitarbeitern ins Homeoffice brachte den Vertrieb in vielen Unternehmen kurzfristig zum Erliegen. Ohne den zeitnahen, gezielten Einsatz von digitalen Tools müssten eine Vielzahl von KMU in Europa um ihre Existenz fürchten. Zugespitzt bedeutet das: Nur wer digitalisiert, überlebt diese Krise. 

Besonders im Vertrieb mussten und müssen neue Wege gegangen werden, um den Einkauf ohne persönlichen Besuch zu erreichen. Ob Sales-Pitches via Videocall oder der Einsatz eines virtuellen Messestands – die Möglichkeiten sind vielfältig und die Nachfrage nach Weiterbildung groß. Mehr als 350 Interessierte informierten sich beispielsweise in unserem Webinar zu dem Umgang mit neuen digitalen Vertriebslösungen. Das war ein toller Erfolg und eine erneute Bestätigung für Visable als digitaler Partner für KMU in Europa.

2. Messe als primäres Verkaufs- und Marketing-Tool nicht mehr zeitgemäß 


Jede vierte Messe wird es nach der Krise so nicht mehr geben. Schon vor dem Einsetzen der Coronakrise gab es die Diskussion um die Zweckmäßigkeit von vielen Messen weltweit. In Zeiten der Digitalisierung ist es weder zeitgemäß noch ökologisch und ökonomisch sinnvoll, komplexe Güter wie Maschinen um die halbe Welt zu transportieren, um sie für eine oder zwei Wochen auf einer Leitmesse auszustellen. Auch der enorme Reiseaufwand von Ausstellern und Besuchern sowie der Einsatz von finanziellen sowie ökologischen Ressourcen steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. Der Erhalt der Messebranche als Selbstzweck sollte für die Zeit nach Corona hinterfragt werden.

3. Besonderes Bedürfnis nach persönlichem Austausch und Wissensvermittlung 

Für viele sind die jährlichen Messebesuche auch immer Anlass zum Austausch innerhalb der eigenen Branche. Key Notes, Experten-Panels und Masterclasses dienen außerdem zum Wissenstransfer und zur Inspiration. Das Bedürfnis nach persönlichen Treffen, zwischenmenschlichem Austausch und Networking wird auch nach Corona nicht verschwunden sein – im Gegenteil. Konferenzen und Summits kommen ganz ohne den gewohnten Druck aus, möglichst viele Leads oder Abschlüsse generieren zu müssen, sie bieten einen echten Mehrwert und werden deutlich stärker nachgefragt werden.

4. Ausgaben für Online-Marketing steigen massiv 

Das durch die Absage von Messen freigewordene Marketingbudget wird von vielen Unternehmen nun für Tools wie SEA, Content Marketing und Social Media eingesetzt werden. Einer Umfrage von "iBusiness" zufolge will mehr als jedes vierte Unternehmen (27 Prozent) vermehrt auf virtuelle Lösungen setzen. Die Vorteile von Online-Marketing überzeugen auch in Krisenzeiten. Reichweite und Inhalte können gezielt gesteuert werden. Die Leadgenerierung via Plattformen ist einfach und flexibel möglich.

5. Die Bedeutung von Digital Sourcing in Europa wächst

Viele Unternehmen wurden Covid19-bedingt dazu gezwungen, ihre Beschaffungs-Strategie vollständig zu überdenken oder waren kurzfristig auf alternative Lieferquellen angewiesen, weil ihnen die etablierten Lieferketten weggebrochen sind. Auch rücken lokale, nationale und Anbieter aus den umliegenden Märkten mit kürzeren Lieferwegen wieder stärker in den Fokus. Der harte Shutdown am chinesischen Markt brach bewährte Lieferketten, die in den letzten 20 Jahren mit der Zuwendung nach Asien etabliert wurden. 

Sie überzeugten einst durch Flexibilität, Vielfältigkeit und günstige Konditionen. Jedoch wurde die Möglichkeit einer erneuten weltweiten Wirtschaftskrise von den meisten schlicht ignoriert. Durch Digital Sourcing sichert der Einkauf seine Lieferketten und kann schnell und flexibel auf Veränderungen durch Krisensituationen reagieren. Vorbei sind auch die Zeiten, in denen die Beschaffung auf nur eine, enge Lieferantenbeziehung setzte. In eine solche Abhängigkeit wird sich besonders nach dieser Krise niemand mehr begeben wollen.

6. Noch nie waren Online-Plattformen für Europas B2B-Markt wichtiger

Ein schneller Überblick über alle verfügbaren Anbieter, Akquisitionen von neuen Kunden lokal bis weltweit, die Messbarkeit des Budgeteinsatzes und die Verfügbarkeit an 365 Tagen im Jahr sind nur einige Vorteile, die Plattformen wie "Europages" und "WLW" bieten. "Visable" konnte in den ersten Wochen nach dem deutschlandweiten Lockdown einen signifikanten Anstieg der Zugriffszahlen verzeichnen.

Der Traffic wuchs seit Beginn der Coronakrise im Mittel um mehr als 25 Prozent auf "WLW" und um 22 Prozent auf "Europages" im Vergleich zum Vorjahr. In Spitzen lag der Zuwachs auf beiden Plattformen sogar über 50 Prozent im Vergleich zur Vorjahreswoche. Das Potenzial für den digitalen B2B-Markt ist nach wie vor enorm. Bereits vor Corona wuchs der Markt seit 2013 um durchschnittlich 13 Prozent jährlich. Prognosen zeigen, dass sich an diesem Wachstumstrend nichts ändern wird.

7. Der Einkauf nimmt die Schlüsselrolle des Unternehmens ein

Was vor der Coronakrise eher als ein Schattengewächs der Unternehmen galt, hat sich nun zu einer der wichtigsten Säulen eines Unternehmens entwickelt. Der Einkauf rückt durch den Ausfall der etablierten Lieferketten und Liefermärkte wie bspw. China in den Mittelpunkt und sichert durch schnelles Reagieren und die Nutzung von digitalen Tools das Überleben der Company. Es geht schon lange nicht mehr nur um den Einkauf von Waren. Mittlerweile ist es das Digitalisierungs-Know-how und das strategische Verhandlungsgeschick, was zum langfristigen Erfolg führt. 

Über den Autor:

Peter F. Schmid ist CEO des europäischen Plattformanbieters "Visable" mit den B2B-Marktplätzen "Europages" und "Wer liefert was". Visable unterhält Büros an den Standorten Hamburg, Berlin sowie Paris und beschäftigt heute in den Bereichen Marktplätze und Online-Marketing über 380 Mitarbeiter. Zusammen erreichen die Marktplätze der Hamburger Firmengruppe monatlich über 3,7 Millionen B2B- Einkäufer, die nach detaillierten Unternehmens- und Produktinformationen suchen. Insgesamt sind über 3,6 Millionen Firmen auf beiden Plattformen registriert. Weitere Informationen unter www.visable.com.

Ein Gastbeitrag von Peter F. Schmid. Die inhaltliche Verantwortung des Autorenbeitrags liegt beim Urheber.
 
 Hanse Digital Background: 

HANSEPERSONALITY Peter Schmid: Ein Leuchtturm für die Digitalwirtschaft in Hamburg.

Dienstag, 14. April 2020

HANSEFUTURE: Die Welt wird eine andere sein - der Norden nach Corona.

HANSE DIGITAL VISION
* Update: 17.04.2020 *

+++ Digitaler Wandel der Wirtschaft +++ Digitale Arbeitswelt im Home Office +++ Digitaler Lebensunterhalt nach Corona +++ Digitaler Konsum und Marken +++ Digitale Wirtschaft lokal und global +++ Digitale Wertschöpfung im Business +++ Digitale Perspektiven nach dem Shutdown +++

Ein Blick in die Hamburg-Glaskugel der Zukunft nach Corona.
Foto: Moritz Kindler, Unsplash

"Die Welt wird eine andere sein" bringt Bundespräsident Frank Walter Steinmeier in seiner außergewöhnlichen Osteransprache zu Beginn des vergangenen Wochenendes auf den Punkt. Was unser Staatsoberhaupt 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges und 30 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands als Wendepunkt in der Frage von Zusammenhalt vs. Egoismus zuspitzt, greifen wir unter gesellschaftlichen, wissenschaftlichen, technologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten auf. Eine Hamburg Digital Vision von Thomas Keup:

Wir haben in den vergangenen Tagen interessante Interviews und visionäre Beiträge anerkannter Forscher, Volkswirte und Wirtschaftslenker analysiert und ausgewertet. Dabei verzichten wir bewusst auf das Pfeifen im Walde übereifriger Lokalpolitiker aus Hamburg, NRW und dem Bund sowie prämiengetriebener Firmenvorstände, in der Hochzeit der Pandemie und des Sterbens über eine "Exit-Strategie" und zügige Lockerungen zu diskutieren. Wenn Südeuropa Ausgangsperren und Kontaktverbote verschärft, ist es nicht an der Zeit, leichtsinnig und profitfixiert ins Unheil zu laufen. Unsere Meinung.


"Wir sind völlig geeicht auf eine planbare Zukunft. Das ganze Leben ist auf Erwartung hin getaktet. Und jetzt haben wir das gerade nicht. Keine Sau weiß, wie es weitergeht. Und das macht den Druck aus."
Harald Walzer, Soziologe und Sozialpsychologie


In unserem Leitbeitrag "Wie Hamburg aus dem Corona-Trauma kommt" haben wir auf Grundlage einer internationalen Studie zu den 5 Stufen der Pandemie - von der Verleugnung über die Panik zur Isolation und von der Erneuerung zur Rückkehr ins normale Leben - gesagt: 'Unterm Strich würde das heißen, dass wir eventuell zu den Sommerferien die Normalisierung erreicht haben können.' Heute bekräftigen wir unsere Position: Wir gehen nach Abgleich der Aussagen namhafter Wissenschaftler von einer Lockerung in Richtung Pfingsten aus und erwarten eine gewisse Normalisierung mit Beginn der Sommerferien Mitte Juni d. J. - und schließen uns der Bewertung von Prof. Ulrich Reinhardt an, dem Leiter der Hamburger "Stiftung für Zukunftsfragen" (vorm. "BAT"-Institut). 


Digitaler Wandel durch Corona:

"Ich denke, daß es zu einer Rückkehr des Lokalen kommen wird, daß wir Digitalisierung als Ersatz für globale Aktivitäten nutzen."
Thomas Straubhaar, Ökonom und Migrationsforscher

Unter dem Titel "Zeit der Erneuerung" kommen in der "Welt Hamburg" der Direktor des "HWWI", Prof. Dr. Henning Vöpel, und der Vorstandsvorsitzende der "Haspa", Dr. Harald Vogelsang, zu Wort. Jurist Vogelsang spitzt zu: "Wir haben gemerkt, wie verwundbar wir als Wirtschaft und Gesellschaft sind." Der analytische Banker zieht den Schluss: "Wir werden die Abhängigkeit von internationalen Lieferketten in vielen Bereichen überprüfen und reduzieren müssen." Bereits im Oktober 2018 fragten wir die "Hafen-Königin", "HHLA"-Chefin und Ex-Postlerin Angela Titzrath: 'Braucht es nicht eine "Hamburger Hafen Logistik und Produktions AG?'. Ein nicht unbeachtlicher Teil der Wertschöpfung wird künftig lokal per 3D-Druck und anderen Technologien möglich sein. Die Notwendigkeit zu größerer Unabhängigkeit wird uns dahin bringen.

Bremen: Bei lokalen Handelsplattformen vorneweg.
Foto: Jürgen Howaldt, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Volkswirt Henning Vöpel fokussiert gegenüber der "Welt": "Die Infrastruktur des Alltags ändert sich. Die Wertschätzung für regionale und lokale Anbieter, die in dieser Krise plötzlich systemrelevant werden, wächst." Der Hamburger macht klar: "Viele Verbraucher, aber auch Anbieter merken gerade, welche Chancen im digitalen Vertrieb liegen". Eine Umfrage des Handelsverbandes "HDE" bestätigt: 2/3 aller betroffenen Händler bauen Ihr Geschäft in Richtung Internet um. Die Bremer Handelskammer hat mit "Jetzt kaufen in Bremen" sowie "Jetzt kaufen in Bremerhaven" innerhalb kürzester Zeit lokale Plattformen gestartet. Zwischenergebnis: Mehr als 700 Händler, Gastronomen und Dienstleister sind mit ihren Produkten und Services präsent, 30.000 Interessenten in weniger als 2 Wochen auf die Seiten gekommen. Ein Wunsch, den wir auch an die Handelskammer in Hamburg richten.

 "Die Schere scheint sich nicht zwischen arm und reich zu öffnen, sondern zwischen angestellt und selbstständig."
Andreas Hackethal, Ökonom


Besonders für Selbständige ist der Shutdown seit Mitte März d. J. eine große Herausforderung: 41% der Befragten Einzelunternehmer bestätigen in einer aktuellen Umfrage die Unterbrechung ihres Geschäfts. Hingegen sind nur 17% der angestellten Hauptverdiener in 7.000 befragten Haushalten von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen. Allerdings sind generell 54% aller Haushalte finanziell geschwäcjt, so eine Analyse des "IFH" in Köln. "Die Schere scheint sich nicht zwischen arm und reich zu öffnen, sondern zwischen angestellt und selbstständig", sagt Andreas Hackethal, Ökonom am "Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE", der "FAS". Eine 2. Umfrage fasst zusammen: 

Rd. 1/3 hat Angst, fast die Hälfte sieht keine oder kaum Veränderungen, rd. 1/5 hat sogar mehr zu tun.

Im Home Office per Video-Chat mit Kollegen konferieren, die Hausaufgaben in der Home Schooling-Plattform bearbeiten, E-Books aus der E-Bücherhalle leihen, Einkaufen beim Lieblingsladen im Netz, ein Sofa-Konzert zum Feierabend per Video-Stream geniessen und die erste Arzt-Sprechstunde per Video-Chat - vieles wird auch nach Lockdown und Kontaktverbot bleiben. "Wir erleben im besten Fall einen Innovationsschub, neue Dynamik", gibt Henning Vöpel zu Protokoll. Digitale Konferenzen, Digitaler Unterricht, Digitale Bildung, Digitale Kultur und Digitale Medizin - nur 5 Beispiele, was in Bremen, Hamburg, Hannover, Kiel, Lübeck oder Rostock plötzlich funktioniert. Und unsere Liste empfehlenswerter Angebote im HANSESERVICE wächst täglich über aktuell 80+ Servicelinks hinaus.

Digitale Arbeitswelt nach Corona:

"In naher Zukunft werden wir über die Einführung der Vier-Tage-Woche diskutieren."
Peter Wippermann, Zukunftsforscher

Für 55% der deutschen Arbeitnehmer sind Home Office und Video-Konferenzen seit 4 Wochen zur Normalität geworden. Für 30% ist "Mobiles Arbeiten" statt "Präsenzkultur" eine Premiere, analysiert "Immowelt" in einer Umfrage. Das könnte massive Auswirkungen auf die künftige Arbeitswelt von kaufmännischen Angestellten haben. Das "Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung IAB" in Nürnberg sagt: Bis zu 30% aller Schreibtischjobs können von zu Hause aus erledigt werden. Der Hamburger Zukunftsforscher Peter Wippermann zieht im Interview mit dem "BKK VBU"-Magazin die Konsequenzen: "Heute erledigen wir anfallende Arbeitsmengen in anderen Zeitblöcken als früher, vielleicht werden wir an wenigen Tagen viele Stunden in Home-Office arbeiten."

Von Aktivitäten zu Momenten.
Quelle: Microsoft One

Was für "Digital Natives" und "Startupper" seit gut 6 Jahren sowie aktuell für 82% aller Selbständigen Normalität ist, wird jetzt für "Otto Normal" Realität: Das Leben verschiebt sich von "Aktivitäten" - wie 1/3 Arbeiten + Familie + Freizeit - zu "Momenten" mit individueller und flexibler Einteilung des Tages - zwischen Video-Konferenzen, Hausaufgaben der Kinder, Hilfe in der Familie und Telefonaten mit Freunden. Für 58% ist das kein Problem, so "Immowelt". Schon 2014 schreibe ich für den "Netfox"-Firmenblog: 'Die Zukunft heißt: Arbeiten wann, wo und wie du willst’. Die Konsequenz ist ein 'Work-Life-Blur' - ein Verschwimmen von Arbeit und Freizeit, wie es für 320.000 Mitarbeiter von Microsoft seit Jahren Normalität ist.

Doch die digital-vernetzte Arbeitswelt der Zukunft hat weitere, gesellschaftliche Auswirkungen. Peter Wippermann spricht von einer Polarisierung der Gesellschaft. "Es wird zu erhöhter Spannung kommen zwischen denjenigen, die in der Lage sind, in ihrem beruflichen Umfeld die digitalen Technologien zu nutzen, und denjenigen, die in der sogenannten ersten Realität ihre Arbeitsplätze haben, etwa Pfleger oder Kassiererinnen." Auch wenn wir die Arbeit der Helfer in Krankenhäusern und Supermärkten heute wertschätzen. Die forcierte Digitalisierung sorgt für noch größere Gräben - zwischen denjenigen, die Digitales gestalten und denjenigen, die von digitalen Entwicklungen bestimmt werden. Darauf haben wir alle bislang keine Antworten gefunden.


Digitaler Lebensunterhalt nach Corona:

"Maximal 8 Wochen überleben Firmen in Hamburg, der Metropolregion und Deutschland die Schließung ihrer Betriebe."
IHK Nord-Umfrage zur Corona-Krise

Für die Wirtschaft ist nach Soforthilfen, Krediten und Bürgschaften noch lange nicht das rettende Ende schwerer See in Sicht. 55,7% der Selbständigen glaubt laut Umfrage von "Civey" nicht daran, daß die existenzielle Bedrohung ihres Betriebs durch die COVID 19-Pandemie abgewendet ist. Die Wirtschaftsinstitute "DIW" Berlin, "Ifo" München, "IfW" Kiel, "IWH" Halle und "RWI" Essen gehen für die Bundesregierung von einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts zwischen April und Juni d. J. von 9,8% aus - der größte Einbruch seit Messung im Jahr 1970, verbunden mit bis zu 5,9% Arbeitslosenquote und 2,4 Millionen Kurzarbeitern. Desto länger das öffentliche Leben stillsteht, desto größer sind die Folgen. Dennoch rechnet "HWWI"-Chef Hennig Vöpel nicht mit einer Inflation.

Je länger Shutdown und Soziale Distanz das Leben lahmlegen, je enger wird es mit den finanziellen Reserven. Im Gastbeitrag der ALSTERCOMPANY im Hanse Digital Magazin ist zu lesen: '92% von 4.500 norddeutschen Unternehmen sind laut einer IHK Nord-Umfrage von der Corona-Krise direkt betroffen. 12.000 Hamburger Firmen haben bereits Kurzarbeit für ihre Beschäftigten beantragt - 200 bis 300 kommen jeden Tag dazu. Maximal 8 Wochen überleben Firmen in Hamburg, der Metropolregion und Deutschland die Schließung ihrer Betriebe. Hamburg ist in der größten Krise seit 1945.' Deadline: Mitte Mai d. J. Diese Tatsache könnte in Hamburg und bundesweit zu einem Umdenken in Sachen Arbeitsleben und Lebensunterhalt führen.

"Das Virus macht uns alle gleich, warum sollten wir in dieser Situation nicht auch alle wirtschaftlich gleich leben."
Henning Vöpel, Volkswirt

Abwarten und Teetrinken? Das Corona-Virus hat unser Leben im Griff.
Foto: Gerd Altmann, Pixabay

"Man könnte überlegen, ob man ein temporäres, bedingungsloses Grundeinkommen organisiert. In dieser Situation könnte es eine Alternative sein, für den Fall, dass die Pandemie länger andauert und wir über mehr als 2, 3 Monate reden" bringt Henning Vöpel die interessiert wie skeptisch betrachtete Idee ins Spiel. "Dann geht es darum, die Liquidität aufrecht zu erhalten. Und das geht nur, indem wir direkte Einkommenstransfers an die Haushalte leisten. Das Virus macht uns alle gleich, warum sollten wir in dieser Situation nicht auch alle wirtschaftlich gleich leben." Stellt sich die Frage, ob wir über einen Stillstand von mehr als 2-3 Monaten sprechen? Und stellt sich die Frage, ob "Hubschrauber-Geld" a la "Trump-Checks" für Deutschland ein Modell sein können.

Einer herbei diskutierten, schnellen Erholung setzt der "HSBA"-Professor eine klare Prognose entgegen: "Ich glaube nicht, dass wir ein sogenanntes 'V' haben, dass es sehr schnell runter geht und dann genauso schnell wieder hoch. Die internationale Wirtschaft, die Wertschöpfungsketten werden noch relativ lange gestört bleiben, auch die Absatzmärkte natürlich. Wir müssen davon ausgehen, dass es eher ein 'U' ist, eine eher langgezogene Delle" so Vöpel im "NDR Fernsehen". Womit der Hamburger Hafen als Jobmotor für 156.000 Arbeitnehmer vor einer großen Herausforderung steht - fernab wenig glaubwürdiger Hinhalteparolen der PR-Abteilung von "Hamburg Hafen Marketing" zu Beginn der Krise im "NDR Hamburg Journal".

Digitaler Konsum nach Corona:

"Die Überlebensfähigkeit von Marken wird auf eine harte Probe gestellt."
Jürgen Gietl, Markenberater

Für den Binnenmarkt gehen "McKinsey" und die Hamburger Werb
eagentur "Jung von Matt" im White Paper "Post-Pandemie-Konsum - Gedankenanstöße und Phänomene der Marken in einer Welt nach der Krise" vor allem vom Anstieg digitaler Angebote aus, wie Online-Services und E-Commerce - z. B. in den Bereichen Home Entertainment und Lieferdienste. Auch der digitale Medienkonsum profitiert davon, in der Krise schnell und zuverlässig informiert werden zu wollen. Dies gilt für Fernseh-Nachrichten und Online News (z. B. 30-fach höhere Views beim Hanse Digital Magazin), Streaming-Angebote und auch für Tageszeitungen. Laut HANSEVALLEY-Informationen gehen auch beim "Hamburger Abendblatt" die Zugriffszahlen des Online-Angebots "durch die Decke".

Zu den Perspektiven für Marken sagen die Marketing-Autoren: "Der Wirkungsraum, in dem Marken in der Post-Corona-Zeit agieren werden, ist schlichtweg nicht mehr der gleiche." Sie gehen aus den Erfahrungen in der Krise von 3 Spannungsfeldern aus: 1. Globale Zusammenarbeit vs. lokale Lösungsansätze. Dies hat eine Auseinandersetzung mit digital-vernetzter Kommunikation einerseits sowie Heimat und Region andererseits zur Folge. 2. Sozialer Mehrwert vs. technische Möglichkeiten. Heißt: Solidarität mit der Nachbarschaft und Chancen durch digitale Technologien. Und 3. Wertschöpfende Firmenwerte ("Purpose") vs. purer Produktpreis. Der Wert von Marken steht im Wettbewerb mit Preiskämpfen und Promotions ums Überleben. So weit, so bekannt, so allgemein gehalten.

Internationale Studie von "Concept M" zu den 5 Stufen der Pandemie.
Screenshot: HANSEVALLEY

Im Fachmagazin "Absatzwirtschaft" schreibt Jürgen Gietl unter dem Titel "Stresstest für Marken in Zeiten von Corona": "In einer Zeit, in der Menschen unsicher, voller Ungewissheit und Angst vor einer schweren Krankheit oder Jobverlust und mit existentielleren Nöten konfrontiert sind, hat der Konsum nur noch eine nachgelagerte Bedeutung. Die Überlebensfähigkeit von Marken wird dadurch auf eine harte Probe gestellt." Der Magazin-Beitrag macht klar: "Gemessen wird eine Marke zukünftig daran, ob sie weiterhin versucht, Kunden zu verführen oder ob sie sich für die Menschen, für den Zusammenhalt und die Lösung gegen das Coronavirus und andere gesellschaftliche Herausforderungen wirklich interessiert und einsetzt."

Dirk Ziems, Geschäftsführer von "Concept M" und Herausgeber der tiefenpsychologisch erarbeiteten und HANSEVALLEY vorliegenden Studie zu den 5 Stufen der Corona-Pandemie macht in einem Gastbeitrag für die "Absatzwirtschaft" klar: "Die Unternehmen sind gefragt, jetzt Stellung zu beziehen und Haltung zu zeigen". Der visionäre Unternehmensberater weiter: "Marken können in der aktuellen Krisensituation für die Konsumenten und für die gesamte Gesellschaft Hilfestellungen leisten, um dem Gefühl der Destabilisierung entgegenzuwirken und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit zu vermitteln." Drei Werte sieht der Spezialist dabei im Fokus:

1. "Empowerment": Materielle Unterstützung und tatkräftiger Einsatz. 

Beispiel 1: Der Wolfsburger VW-Konzern lässt mit seinen 3D-Druckern z. Zt. Bauteile für Beatmungsgeräte fertigen, anstatt Prototypen von Fahrzeugteilen.

Beispiel 2: Der Hamburger Beiersdorf-Konzern hat seine Produktionslinien in Eimsbüttel z. T. umgestellt und produziert für Feuerwehr und UKE Desinfektionsmittel.

2. "Enabling": Menschen helfen, die Krise besser zu bewältigen. 

Beispiel 1: Der Hamburger Sammelfahrdienst "Moia" ist wie die Taxidienste Teil eines HVV-Hol- und Bringdienstes für Krankenschwestern und andere Nachtarbeiter.

Beispiel 2: Die Bremer Handelskammer hat zusammen mit dem "Weser Kurier" lokale Online-Plattformen für kleine Händler, Gastronomen und Dienstleister gelauncht.

3. "Encouragement": Mentale Unterstützung und Zuversicht.

Beispiel 1: Der "NDR" bietet mit "Der Norden hält zusammen" ebenso Beistand, wie die Hamburger Drogeriemarktkette "Budnikowski" ("Nachbarn halten zusammen").

Beispiel 2: HANSEVALLEY hat seine Redaktion mit Nachrichten, Magazin und Service weitgehend auf Informationen und digitale Hilfestellung in der Corona-Krise umgestellt.

"In Zeiten des Überflusses kaufen Menschen nicht mehr das “Was”, sondern das “Wie” und “Warum” einer Marke. Der Mehrheit der Markenverantwortlichen dürfte das mittlerweile bewusst sein. Fraglich ist, wie gut sie das bisher umgesetzt haben. Die Corona-Krise wird auch diesbezüglich zum Stresstest für Marken" sagt Jürgen Gietl. Und Dirk Ziems spricht vom "Call" - vom Aufruf in Krisenzeiten, eine neue Stufe der Entwicklung zu erreichen: "Die Marken zeigen beispielhaft: Jetzt gilt "Unselling" statt "Hardselling". Mit der richtigen Dosierung PR - nicht mit platter Kaltakquise, wie leider von einer Hamburger Agentur für "Ebay" per Pressemitteilung betrieben.

Digitale Wirtschaft nach Corona:

"Wir haben eine sehr ungewöhnliche Situation, die auch das Potenzial hat, in den nächsten Jahren Sprengstoff zu sein - nicht nur sozial, sondern auch wirtschaftlich."
Henning Vöpel, Volkswirt

Globaler Krise, lokaler Shutdown: Die Corona-Pandemie
Foto: Martin Sanchez, Unsplash

Vöpel betrachtet die akute Krise der deutschen Volkswirtschaft im "NDR" noch von einer anderen Seite: "Not macht erfinderisch, wie man so schön sagt, und Unternehmergeist ist jetzt gefragt - auch in so schwierigen Zeiten, in Zeiten der Not und des Mangels vielleicht neue Lösungen finden, auch im Umgang mit Produkten, mit Prozessen, mit Kunden. Man sieht schon Ansätze, dass die Bereitschaft sich zu wandeln da ist und das ist ein gutes Zeichen". Der "HWWI"-Chef ergänzt:  "Einige vermuten, es gibt eine Re-Nationalisierung. Das sehen wir auch in Teilen". Wenn bisherige Absatzmärkte wegbrechen, wenn Lieferketten unterbrochen sind und wenn der Staat den Shutdown verordnet, sind kreative Unternehmer gefragt.

"Das ist jetzt nur der sichtbare Teil eines Eisbergs von riesigen Risiken, die mit unserem Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell einhergehen. Wir haben diese großen Risiken vielleicht zu lange zu wenig ernst genommen und haben uns über kleine Risiken viel zu viele Gedanken gemacht."
Thomas Straubhaar, Ökonom

"Die Wirtschaft funktioniert wie ein riesiger Muskel, der kontrahiert und dabei besonders kleine und mittlere Firmen zerdrückt, sich dann aber wieder entspannen wird", fasst der Hamburger Strategieberater und Visionär Bernd Thomsen die aktuelle Entwicklung in einer "Handelsblatt"-Kolumne zusammen. Seine Empfehlung: Je schneller Unternehmer die 'kontraktile Zukunft" akzeptieren, desto kreativer und flexibler bleiben sie, um sich gemeinsam mit ihrer Belegschaft immer wieder neu zu erfinden. Der Familienvater geht in seinem Beitrag auch auf die Frage nach der "Re-/Nationalisierung" aka "Autarkie" ein. Er nennt dies "glokale" Produktion. 

Als konkretes Beispiel spricht Thomsen vom "Future Asset Safetainity" - zusammengesetzt aus "Certainty" (Gewissenheit) und "Safe" (Sicherheit). Womit wir vordergründig im Buzzword-Bingo angekommen sind. Doch hinter "Safetainity" steckt mehr: Lieferketten neu organisieren, regionale Produktion fördern, Lagerstände erhöhen - wie von "Haspa"-Chef Vogelsang vorhergesagt und von "HHLA"-Chefin Tizrath und ihrer global fixierten Beratertruppe gern ignoriert. Womit wir bei einer weiteren Fähigkeit sind, die für den Hamburger Unternehmensberater nach der Corona-Krise unabdingbar sein wird: Die Fähigkeit zur Reflektion.

"Letztendlich sind Krisen beides: Einmal schreckliche Ereignisse für direkt Betroffene. Aber für die Gesellschaft insgesamt unfassbar starke Elemente des Lernens, des Entwickelns neuer Technologien, des Suchens nach neuen Lösungen."
Thomas Straubhaar, Ökomom

Und wieder hilft unsere frisch heruntergeladene "Buzzword Bingo-App", um zu verstehen, wie ein kluger Berater kluge Gedanken an den nicht immer nur klugen Top-Manager bringt: Das "Future Asset Teccaptence" ist für Bernd Thomson der Schlüssel. Nicht schwer zu erraten, dass darin "Technology" und Acceptence" verborgen sind. Der Hamburger geht - wie wir - davon auf, dass die viel diskutierte Digitalisierung jetzt mit Nachdruck angepackt wird. Nicht zuletzt die Chance, in den Wochen des Lockdowns mit "Google Hangout", "Microsoft Teams", "Skype" oder "Zoom" den eigenen Betrieb am Laufen zu halten, zeigt die Effizienz und Effektivität digitaler Tools - im Home Office, im Betrieb und im global aufgestellten Business.

"Es gibt einen Unterschied zwischen zusammensein wollen und zusammensein müssen."
Harald Welzer, Soziologe und Sozialpsychologe


Open Innovation Barcamp: Zusammensein wollen oder müssen?
Foto: HANSEVALLEY

Statt "Lufthansa Lounge" und Business Class warten in diesen Wochen Home Office und Video-Konferenzen auf viel reisende Geschäftsleute. Nicht selten stellte ich in der "DB Lounge" und im "Bahn Comfort"-Bereich zwischen Berlin und Hamburg fest, dass die - neugieriger Weise von mir mitgehörten - Telefonate und Unterhaltungen in der Abteilung 'Kann man machen, ...' anzusiedeln sind. Nun bestätigt Prof. Harald Welzer von der Europa-Universität Flensburg meine Erlebnisse in den vergangenen Jahren: "Man wird feststellen, daß von 10 Meetings 9 überflüssig sind, und daß vieles an Kommunikation und Treffen und Verabreden und Geschäftsreisen redundant ist. Da kann man sicher viel neu sortieren und das eine oder andere auch runterfahren."

Der Hamburger Zukunftsforscher Ulrich Reinhardt spitzt wie sein Flensburger Kollege Harald Walzer im "After Corona Club" zu: "Fernreisen werden zurückgehen". Das betrifft sowohl den Vetriebler-Tourismus als auch den Wochenend- und Ferienreiseverkehr. Die Lufthansa hat ihre innerdeutsche Low Cost-Tochter "Germanwings" gleich komplett eingemottet. Erstaunlich: Experten gehen in Zeiten größerer Distanz im Interesse der Gesundheit von einer Renaissance des Autos aus. Ganz oben auf der Tagesordnung: E-Autos - wegen der Kaufprämie. Und schon wird der Ruf nach weiteren finanziellen Anreizen laut, die deutsche Leitbranche Automobilbau wieder in Schwung zu bringen.

Digitale Wertschöpfung nach Corona:

"Der größte Auftrieb für die Digitalisierung in Deutschland aller Zeiten. Es wird sich viel verändern, um nicht zu sagen alles."
Hannes Ametsreiter, Geschäftsführer "Vodafone Deutschland"


Corona forciert die Digitalisierung in allen Bereichen.
Foto: Brian McGowan, Unsplash

Der Bremer Luftfahrt-Unternehmer Marco Fuchs stellt Ende März d. J. in einem Statement klar: "Die Welt nach Corona wird digitaler werden. Vieles, was wir gerade erleben, wird auch nach dem Ende dieses Ausnahmezustands nicht wieder verschwinden. Ich bin fest davon überzeugt, dass es eine digitale Globalisierung geben wird. Damit meine ich, dass die bislang noch überwiegend physischen Abläufe digitalen weichen werden. Es ist einfach ein Fakt von Krisen, dass man nur in diesen erkennt, wie es auch anders, vielleicht sogar effizienter gehen kann. Viel mehr noch ist es jedoch Politik, Wirtschaft und Gesellschaft klar geworden, wie sehr sie auf dieses "digitale Rückenmark" angewiesen ist." Mit dem Geschäftsbereich "OHB Digital" geht der Familienunternehmer an der Weser vorneweg.

"Die Krise beschleunigt Entwicklungen, die bereits begonnen haben. Zeit, Weichen zu stellen."
Thomas Keup, Journalist und PR-Spezialist

Der Hamburger Wirtschaftsprofessor Thomas Straubhaar gibt im "NDR"-Interview zu bedenken, dass die jetzt forcierte Digitalisierung die jetzt diskutierten Veränderungen schon vor der Krise hervorbrachte: So konnten bereits in China ganze Häuser im 3D-Druck gefertigt werden und Wissenschaftler der "ETH Zürich" im Digitaldrucker Herzklappen aus Silicon entwickeln. Der gebürtige Schweizer dazu: "Ich denke, dass dieses Zurückholen der Produktion an den Ort, an dem es konsumiert wird, eine der Folgen dieser Coronavirus-Krise sein wird." Unsere (fast) liebevolle Frage nach der "HHLA"-Produktions AG hat genau hier ihren Ursprung: Im Aufbau eines lokalen 3D-Druck-Zentrums der "UPS" in Singapur - gemanagt von einem anerkannten Trust Center, wie z. B. einem Logistiker.

Digitale Perspektiven nach Corona:

"Wer es ablehnt, schnell mal neue Erfahrungen zu machen, der bleibt in der Welt gefangen, in die er damals von Prüfungsbehörden und Arbeitgeberanforderungen gezwungen wurde."
Gunter Dueck, Visionär

Wir wissen, dass wir zuverlässige Quellen nutzen sollten - das Gesundheitswesen, die Regierung, wissenschaftliche Quellen wie das Coronavirus-Dashboard der John Hopkins Universität - aber es ist oft einfacher, sich auf unsere Social-Media-Blasen zu verlassen. Schlimmer noch, angesichts eines so scheinbar endlosen Informationsflusses besteht die Tendenz, das Bizarre und Sensationelle herauszupicken", schreiben Prof. David Bawden und Dr. Lynn Robinson von der School of Mathematics, Computer Science and Engineering an der "City, University of London" in ihrem aktuellen Kapitelbeitrag "Information Overload: An Overview" in der "Oxford Encyclopedia of Political Decision Marketing".

"Für uns alle ist das neu, eine Krise, wie wir sie noch nie hatten. Ein sogenannter "schwarzer Schwan", ein sehr seltenes Ereignis, dass aber eine sehr große Wirkung hat auf die Gesellschaft."
Henning Vöpel, Volkswirt

"Aus der Not heraus müssen wir nun alle Erfahrungen machen." Gunter Dueck, Ex-Chefvisionär der "IBM Deutschland", fasst in seinen "Daily Dueck"-Gedanken unter dem Titel "Beyond Corona" zusammen: "Aber die neuen Zwangserfahrungen bleiben uns, jenseits von Corona. Wo sich viele verweigert hatten, sind nun Erfahrungen aus der Not gemacht. Die bleiben bei denen, die aus Erfahrungen lernen. Jetzt wird sich vieles verändern. Vieles Alte wird schneller vergehen, als man es befürchten musste. Vieles Neue kommt schneller, als man dachte. Denn der Erfahrungsraum hat sich vergrößert. Und dieser bestimmt die Welt, nicht der Wissensraum."

"Wie können wir vielleicht auch unsere Wirtschaft anders organisieren? Die Disruption zu nutzen, tatsächlich ein neues Modell aufzubauen, das wäre die Hoffnung."
Henning Vöpel, Volkswirt

Hamburg nach Corona - Das Tor zur Welt wird anders sein.
Foto: Polizei Hamburg

Visionär Ulrich Reinhardt bietet im "NDR" eine Achse für die Zeit nach Corona: "Andere Krisen haben gezeigt: Es dauert in der Regel zwischen sechs und neun Monate, bis eine große Krise überwunden ist." Dem schließt sich auch Volkswirt Henning Vöpel an. Im "DAS!"-Interview geht er von einer leichten Erholung der Wirtschaft in der 2. Jahreshälfte 2020 aus, verbunden mit einem möglichen Aufschwung ab Anfang 2021. "Die Chance besteht darin, dass fast alle Menschen auf der Welt jetzt zeitgleich ähnliche Erfahrungen machen. Diese kollektive Erfahrung kann helfen, einen Bewusstseinswandel auszulösen, der am Ende vielleicht dazu führt, dass wir unser Leben vielleicht anders betrachten, dass wir fragen 'Was sind eigentlich die wirklich wichtigen Werte?'"

Digital zu guter Letzt:

Der Flensburger Professor Harald Welzer teilt im "After Corona Club" gegenüber Anja Reschke kräftig aus: "Was mir total auf den Senkel geht, daß pausenlos irgendwelche tollen Sachen und lustige Filme produziert werden müssen. Man muß musizieren und singen und Briefe schreiben. Wer will das denn alles sehen und hören - das ganze Zeugs?" Der Soziologe und Sozialpsychologe kommt denn auch zur Sache: "Diese Phase der Pause, die ich für produktiv halte, die will ja noch gar nicht richtig einsetzen, weil wir ja dieses tolle Netz haben, wo man sich die ganze Zeit zuballern kann." Wahre Worte, denen wir uns als Online-Medium ohne Wenn und Aber anschließen.

Wir wünschen Ihnen vor allem: Bitte, bleiben Sie gesund.

*  *  *

 Hanse Digital Service: 

Absatzwirtschaft: 
"Studien und Statistiken zu den Folgen des Coronavirus":

 Hanse Digital Background: 

HANSEVALLEY: Gastbeitrag
"Wie Hamburgs Wirtschaft aus der Panik zu digitalen Perspektiven kommt":

HANSEVALLEY: Fachbeitrag
"Wie Hamburg aus dem Corona-Trauma kommt":

Netfox-Blog:
"Die Zukunft der Arbeit: Von Aktivitäten zu Momenten":