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Mittwoch, 20. Juli 2022

HANSESTATEMENT: Was erlauben Titzrath?

HANSE DIGITAL STATEMENT
von Chefredakteur Thomas Keup
- Update: 03.11.2022, Version 1.6 -

Hamburgs HHLA-Chefin und Ex-Postlerin Angela Titzrath greift in der Energie- und Wirtschaftskrise offen Online-Shopper an: 

"Es war selbstverständlich, dass beim Kauf im Internet der Versand nichts extra kostet und die Produkte am nächsten Morgen an der Haustür sind. Wir als Kunden sind verwöhnt."
Die Zeit, 14.07.2022

Greift Online-Shopper offen an: Ex-Postlerin und HHLA-Chefin Angela Titzrath
Foto: HANSEVALLEY

In der aktuellen Energiekrise zeigt sich, welche Spitzenvertreter aus Politik und Wirtschaft ehrlich und fair agieren - und wer im Interesse von Manchester-Kapitalismus oder rot-grüner Utopien mit Forderungen um die Ecke kommt, bei denen wir alle nur mit dem Kopf schütteln können: Ein narzistisch wirkender Vertreter ist Karl-Ludwig Kley, Aufsichtsratschef bei "Eon" sowie der totgesparten Chaos-Airline "Lufthansa". Er fordert, die EU-weit geschützte Gasversorgung für Verbraucher zu kippen - und im Winter unbedingt den Privathaushalten zuallererst die Wärme abzudrehen. 

Offensichtlich fällt Grünen-Politiker Robert Habeck unter die Kategorie Zyniker, wenn er die verbindliche EU-Richtlinie zur Gasversorgung von Haushalten seinerseits ernsthaft aushebeln will. Ein weiterer als kundenfeindlich einzustufender Spezi: Berlins "Gasag"-Boss und Ex-"Vattenfall"-Manager Georg Friedrich. Der Banker sagt der "Berliner Zeitung": Mit zwei Pullovern und etwas Treppensteigen kommt man schon über den Winter. Da kann die Heizung ja auch gleich ganz abgedreht werden ...

Neueste Vertreterin in der Kategorie "Schuss nicht gehört" ist Hamburgs HHLA-Chefin Angela Titzrath. Die Wirtschaftswissenschaftlerin ohrfeigt im Interview mit der "Zeit" pauschal alle deutschen Online-Shopper. Perfide: Die Einkommens-Millionärin profitierte als Personalvorstand der "Deutschen Post DHL" ebenso von jedem mit dem Fast-Monopolisten verschickten Ecommerce-Paket, wie als "HHLA"-Chefin. Denn die von ihr - vermeintlich weitsichtig - kritisierten Online-Einkäufe werden u. a. über 15 Frachter-Linien in rd. 2,6 Mio. Containern pro Jahr über ihre vier Container-Terminals in die Warenlager von "Amazon" & Co. geliefert. 

Thomas Keup nimmt sich die Doppelzüngigkeit einer vermeintlichen Top-Managerin vor:

Von 2012 bis zu ihrem mehr oder eher weniger freiwilligen Abgang im Sommer 2014 war Angela Titzrath Personalvorstand des Konzerns "Deutsche Post DHL". Nicht genug, dass Kritiker ihr wohl zurecht vorwarfen, als Arbeitsdirektorin von damals 437.000 Arbeitnehmern überfordert gewesen zu sein, wie das "Manager Magazin" aufgearbeitet hat. Mit dem von ihr aufgeblähten Vorstandsbereich versuchte sie offenbar, alle Personalthemen an sich zu reißen - und kriegte prompt mehr als eine Abfuhr von den mächtigen Konzerngesellschaften. Offenbar hat die langjährige Daimler-Managerin bei ihrer aktuell verteilten Ohrfeige an Deutschlands Verbraucher etwas Wichtiges vergessen:

Mit einem jährlichen Einkommen von über 1 Mio. Euro € war sie es, die über zwei Jahre mitverantwortlich dafür war, dass Pakettouren in Deutschland an billige Subunternehmen ausgelagert wurden (und weiterhin werden), dass Fahrer sich dort de facto unter dem Mindestlohn totschufften müssen und dass Paketboten statt bis zu 120 zustellbaren Sendungen auf einer Innenstadt-Tour zu "Black Friday" oder Weihnachten bis zu 300 Pakete und mehr pro Tag aufs Fahrzeug geknallt bekommen. Die Konsequenz: Die von ihr personell verantwortete "DHL" schafft heute so gut wie nie, Paket-Lieferungen innerhalb eines Tages zuzustellen, ebenso wie die Hamburger "Paket-Sklaven" von "Hermes" - auch wenn man hier noch nicht reihenweise den Telefonhörer aufwirft, wie die Spacken des in Hamburg-Barmbek beheimateten "DHL"-Kundendienstes.

Die Lüge vom Gratis-Versand - als dreiste Kritik an Online-Shoppern.

Titzrath behauptet dreist, dass der Versand im Internet nichts kostet. Diese altbekannte Lüge der Paketsklaven-Treiber in Gelb und Blau vertuscht als Schuldzuweisung getarnt die Wahrheit: Jeder Online-Händler preist die Versandkosten gnadenlos in die Verkaufspreise ein oder lässt sich von den Kunden fürstlich für den Versand extra entlohnen - inkl. interner Lager- und Verpackungskosten. Dies ist auch bei "Otto Group"-Firmen wie "Baur" und "Heine" so. Die alte Mär vom Gratis-Versand im Online-Shopping ist die alt-bekannte PR-Methode von "DHL" & Co., Online-Shopper für überforderte und in Akkord gezwungene Paketfahrer schuldig zu machen. Eine Versandkosten-Lüge, die Ex-Postlerin Titzrath wieder aus der Mottenkiste holt und der "Zeit" unterjubelt. Was man so als Postlerin gebrauchen kann ...

Nimmt es mit der Wahrheit im E-Commerce nicht ganz so genau: Angela Titzrath.
Foto: HHLA/Nele Martensen

Wahrscheinlich kauft "Hamburgs teuerste Azubine" seit ihrer beruflichen Wiedereingliederung dank eines HHLA-Millionen-Gehalts ohnehin nur auf dem Luxusboulevard Neuer Wall ein. Dass sie dabei gerne einmal Weihnachtsgeschenke hamstert, verrät uns die Herrin über die gern dreimal gezählten und seit 2011 in Hamburg kontinuierlich sinkenden Container-Umschlagszahlen im aktuellen "Zeit"-Interview. Zugleich schlägt sie ihren Terminal-Arbeitern und der Forderung nach 14 % mehr Gehalt mit der geballten Vorstandsfaust und rd. 11x so hohem Gehalt ins Gesicht: Auf die Frage nach dem 74 Millionen-Gewinn der HHLA in 2021 und den Forderungen der Hafenarbeiter schwadroniert sie von sicheren Arbeitsplätzen und überdurchschnittlichen Gehältern. So sicher und gut bezahlt wie Ihre Sub-Sklaven bei "DHL Paket", Frau Titzrath?

*Update*
Doch die Titzrath hat nicht nur vor Verbrauchern offenbar keinerlei Respekt. Im Interview mit der "Zeit" beklagt sich die Kistenschieberin bitterlich, dass Personenzüge auf den Bahnstrecken Vorrang haben. Am Liebsten wär es ihr, dass sich alle Bahn-Reisenden auf Busse von "Flix" & Co. verziehen würden, damit sie ihre Blechkisten mit der eigenen "Metrans"-Bummelbahn schneller nach Berlin, Leipzig und den Süden verschieben könnte. Damit verpasst die rücksichtslos wirkende Kapitalistin im Namen und im Auftrag ihres rot-grünen Eigentümer-Senats allein bis zu 17.000 täglichen Pendlern zwischen Berlin und Hamburg einen Schlag unter die Gürtellinie, die auf über 60 Verbindungen der "DB" und von "Flix" zur Arbeit oder zu ihren Lieben kommen müssen. Damit zeigt die Titzrath ihrem grünen Verkehrssenator den virtuellen Stinkefinger in Sachen "Mobilitätswende". F.ck!

Das Märchen vom Digital-Terminal - und ein entzaubertes Klima-Terminal.

Unabhängig von Corona-, Ukraine- und Energie-Krise zeigt sich die Mogelpackung "HHLA" und ihre im Senatsauftrag versaute Zukunft (Eigenwerbung: "Das Tor zur Zukunft") an weiteren Beispielen: Seit dem Jahr 2002 war das Container-Terminal "CTA" in Altenwerder eines der Effizientesten zumindest in Europa - dank Automatisierung. Bis zur Corona-Krise verkauften "HHLA"-Marketing und PR das digital heute nur noch zweitklassige Terminal weiterhin als weltweit führendes seiner Art. Ein Blick in die Reportage über das wirklich digitale "A. P. Moeller"-Terminal in Rotterdam zeigt: das "CTA" ist bestenfalls im Vergleich mit den anderen Hamburger Terminals noch irgendwie konkurrenzfähig. 

Seit 2019 ist das Terminal dank großzügiger Zertifizierung des "TÜV Nord" nun plötzlich das erste "klimaneutrale" der Welt - nachdem der rot-grüne Senat die Klimaflagge gehisst und zum alles erdrückenden Leitthema erkoren hat - auch wenn es purer Aktionismus ist, wie auf dem verschandelten Jungfernstieg. Und wie ist das "CTA" mit stinkenden Frachtern klimaneutral geworden? Ganz einfach: Man schaltet nachts das Licht aus. Kein Scherz! Ansonsten bringen Diesel-Brummis weiterhin die Blechkisten zum Güterbahnhof. Nun prankt auf der "CTA"-Webseite unter der nicht immer so ganz sauber argumentierenden Chefin stolz das selbst gebastelte Logo "HHLA Balanced Logistics". Die anderen Terminals versuchen noch nicht, etwas vorzutäuschen, was sie nicht sind.

*Update*
Zum Vergleich: Die "Bremenports" sind sich ihrer Herausforderungen an der gut 4.600 Meter langen Bremerhavener Kaje mit insgesamt 43 Container-Brücken in den drei "Eurogate"- und Partner-Terminals sowie mit einer verschlickten Weser bewusst - und tun nicht so, als wären sie mit den 20.000 Mitarbeitern im Bremer Logistikkonzern "BLG" der "Global Leader" überhaupt. Mit gerade einmal rd. 6.500 Mitarbeitern sollte die HHLA-Chefin sich genau überlegen, wie weit sie ihren Schnabel aufreißt - wenn in Hamburg Schiffe dank 80 km Schlick aufwärts vier Stunden länger brauchen, bis zu drei Tage länger liegen und Reeder höhere Gebühren und Abfertigungskosten zahlen, als z. B. in den Westhäfen. 

Das interessiert die Titzrath aber offensichtlich nicht, wenn sie Online-Shopper pauschal angreift, alte "DHL"-Lügen verbreitet, ihrer Belegschaft im Tarifstreik ins Gesicht schlägt und mit ihren Millionen in der Tasche wohl auf dem Luxusboulevard Neuer Wall Weihnachtsgeschenke hamstert. Was erlauben Titzrath?

*  *  *

 Hanse Digital Service: 

Die Zeit: Interview Angela Titzrath: "Wir Kunden sind verwöhnt." (Bezahlschranke)

 Hanse Digital Background: 

Hamburger Abendblatt: "Soviel verdienen  die Top-Manager in Hamburg"

Stadt, Land, Hafen: "Hamburgs teuerste Azubine" (Seiten 16-17)

Manager Magazin: "Die Gründe für das Scheitern der Post-Personalchefin Titzrath"


Cancel Culture bei der städtischen HHLA 

Die HHLA-Presseabteilung verweigert bis heute kontinuierlich die Zusendung jeglicher Presseinformationen an HANSEVALLEY und die HANSENEWS. Anfragen zu Interviews mit HHLA-Dienstleistern im Kontext digitaler Aktivitäten z. B. am "CTA" werden ggü. HANSEVALLEY grundsätzlich abgelehnt.

Wir bedanken uns ausdrücklich bei Pressesprecher Hans-Jörg Heims und seinen Kollegen für die sichtbare Verachtung unabhängiger Berichterstattung durch Ausgrenzung unbequemer Medien. Wir empfehlen den Mitarbeitern der HHLA-PR dringend den Deutschen Kommunikationskodex als Grundlage für eine künftig professionelle Pressearbeit.

Donnerstag, 20. Juni 2019

HANSEBUSINESS: Nach WhatsApp Newsletter-Aus - Messenger Marketing mit Köpfchen.

HAMBURG DIGITAL REPORT


Messenger-Services wie "MagicPostr" von "DM"
erobern WhatsApp-Chats. Foto: DM

Die Hochbahn nutzt ihn. Radio Hamburg ist mit ihm auf den Straßen unterwegs. Die Volksbank weiß, wie er ihren Kunden hilft. Auch die Bücherhallen und der Hauptbahnhof schätzen die Möglichkeit, mit ihm direkt ins Gespräch zu kommen. Das Portal "Wunderweib" von Bauer Excel nutzt ebenfalls die Vorzüge vom ihm auf unseren Smartphones:

Die Rede ist von WhatsApp - dem führenden Messenger in Deutschland und der westlichen Welt und einem der beliebtesten Newsletter-Kanäle der Werbewirtschaft. Doch jetzt ist damit Schluss. Ab Dezember '19 verbietet Facebook den Versand von Newslettern über WhatsApp. Was über Jahre zum beliebten Marketing-Kanal gehörte, ist kurz vor dem Ende. 

Wenn vier von fünf Nutzern in Hamburg und Deutschland mit ihren Freunden auf WhatsApp setzen, wird's für Unternehmen richtig spannend. Denn der mobile Chatservice kann viel mehr, als Werbung spammen. Ein Blick hinter die Kulissen von Messenger Marketing - und was man Gutes damit tun kann. Ein Hamburg Digital Report:

50 Prozent der Deutschen nutzen mehrmals täglich einen Instant Messenger. 71 Prozent der Bundesbürger haben eine Messenger-App auf ihrem Smartphone. 81 Prozent davon sind Nutzer der Facebook-Tochter WhatsApp und über den globalen Messenger-Service mit Familie, Freunden und Kollegen vernetzt. Wenn kaum noch telefoniert wird, wird umso mehr getextet.


Fast alle jungen User nutzen WhatsApp aktiv.
Grafik: Statista, Quellen: Faktenkontor, IMWF

Messenger wie Facebook, WhatsApp und Telegram übernehmen die Kommunikation - für Terminabstimmungen und Freundschaftsdienste, beim Showrooming sowie unterwegs und auf Reisen. Der kleine Dienst ist Briefbote - und hat schon so manche Beziehung in Bedrängnis gebracht. Die unschlagbaren Vorteile kleiner grüner Häkchen: Das schnelle und einfache Teilen von Fotos, Videos sowie vertrauliche Text- und Sprachnachrichten ohne Umweg.

WhatsApp auf dem Handy: Rote Karte für Werbemüll.

Die Potenziale hat auch die Werbewirtschaft für sich erkannt: Mit News-, Wetter- und Verkehrs-Alerts, Newslettern und Gutscheinen drängen sich mehr oder weniger legale Dienste in unsere Privatsphäre. 58% der deutschen User lehnen es jedoch ab, wenn es um das Zuspammen eines weiteren Kanals durch reichweiten-optimierte Performance-Kampagnen geht. Das hat auch Facebook erkannt und die Reißleine gezogen. Was wir dagegen akzeptieren: Informationen und schnelle Kommunikation.


WhatsApp: Macht Beziehungen ein Ende - und bringt neue Liebe -
z. B. über das Magazin von Parship/Elite Partner aus Hamburg.
Screenshot: HANSEVALLEY

Die entscheidende Frage für Unternehmen lautet? Wie kann ein Messenger-Dienst so genutzt werden, dass er Kunden und Usern, Partnern und Mitarbeitern hilft - und nicht nervt, wie inhaltsfreie Bullshit-Kampagnen? Die Zauberworte heißen Service und Support - statt Spammen und Schleudern. Für die eine oder andere Online Marketing-Agentur in Hamburg wird das jetzt vielleicht eine größere Herausforderung.

Der Sperr-Bildschirm: Das Heiligste auf unserem Handy.

Die Fakten sprechen eine eigene Sprache, bei der alle Relationship-Experten mit dem Kopf nicken und alle Performance-Marketer abtreten dürfen: Eine aktuelle YouGov-Studie zeigt: 12 Prozent der Deutschen wünschen sich lokale Informationen von Restaurants, Cafés oder Bars, 8 Prozent schätzen Informationen lokaler Händler, z. B. von Möbel-, Blumen- oder Dekoläden. Das ist für kluge Kaufleute besonders interessant, denn: 


WhatsApp ist vor E-Mails und Facebook auf dem Sperrbildschirm erlaubt.
Grafik: MessengerPeople

Während News-Apps von N-TV, Spiegel, Welt & Co. nur zu 12 Prozent auf unserem heiligsten Display - dem Sperrbildschirm - Nachrichten abliefern dürfen, erlauben Android- wie iPhone-Nutzer WhatsApp zu 45 Prozent Nachrichten auf dem Bildschirm, gefolgt von E-Mails mit 26 Prozent und mit gerade einmal 20 Prozent auch Facebook, so das Ergebnis der YouGov-Studie von "MessengerPeople" aus dem vergangenen Jahr. Ein Umstand, der mit Umsicht behandelt werden sollte, um nicht vom Bildschirm verbannt zu werden.

Services und Support - statt Alerts und Newsletter-Spam.

Matthias Mehner ist Marketing-Chef beim Service-Provider "MessengerPeople". Mit gut 1.600 Messenger-Kunden und rd. 18 Mio. versandten Nachrichten täglich sind die Münchener ein führender Anbieter für Messenger-Dienste. Anlässlich der "Online Marketing Rockstars" nutzten wir die Chance, dem langjährigen Social Media-Experten von "Pro Sieben Sat 1 Fernsehen" auf den Zahn zu fühlen - mit überraschenden Erkenntnissen.


Einer der ersten Hamburger WhatsApp-Dienste:
Störungenmeldungen auf den U-Bahn-Linien.
Foto: Hamburger Hochbahn AG

Seit 4 Jahren beschäftigt sich das Münchener Team mit Messenger Marketing - und hat u. a. mit der Hochbahn den viel beachteten Störungsdienst für die vier Hamburger U-Bahn-Linien aufgesetzt. Mittlerweile arbeitet das fast 80 Mann starke Team vor allem an cleveren Messenger-Lösungen, denn Alerts und Newsletter werden von der WhatsApp-Mutter Facebook gebrandmarkt und ab Dezember komplett verbannt.

WhatsApp im Business: Kundendienst + wichtige Infos.

Weltweit sind rd. 25 WhatsApp-Anbieter von Facebook als "Business Solutions Partner" zertifiziert. Sie allen haben sich verpflichtet, über WhatsApp keine Spam-Kampagnen abzufeiern, und bei einmaligen Informationen den Messenger-Stream nicht als regelmäßige Reklame-Mülltonne zu missbrauchen. Einer dieser Anbieter sind die "Messenger People". Und Matthias Mehner macht klar: 


Eine Nachricht per WhatsApp genügt:
3-S-Service auf dem Hauptbahnhof:
Foto: Deutsche Bahn AG

WhatsApp dient im professionellen Einsatz zu 90% am Besten dem Kundendienst, zu 10% gewünschten, einmaligen Benachrichtigungen, z. B. einer Info über die Paketsendung. Womit wir bei Hamburgern Anbietern sind: Die Hochbahn testet gerade einen WhatsApp-basierten Kundendienst und die Deutsche Bahn schickt auf Messages von Reisenden die Putzkolonne in Wandelhalle, auf Südsteg und die Bahnsteige des Hauptbahnhofs (Stichwort "3-S-Service"). 

Messenger Marketing: Hamburgs Wirtschaft mittendrin.

Radio Hamburg betreibt über seinen Kanal "Content Sourcing" mit Verkehr & mehr von Hamburgs Straßen. Bei den Bücherhallen können sich Interessenten in einen Abo-Dienst zu interessanten Veranstaltungen eintragen lassen. Schließlich gilt "all Business is local". Apropos: Die Hamburger Otto Group bedient über ihre heimischen Outlets "Bon Prix" und "Otto.de" Interessenten mit gewünschten Angeboten, wie dem "Deal des Tages". Für 11 Prozent der User absolut ok.


Online Marketing Rockstars mit News für WhatsApp und Instagram.
Screenshot: HANSEVALLEY

Die Beispiele zeigen: Der Kontakt zu Kunden, Abonnenten und Nutzern via WhatsApp ist nicht nur möglich, sondern im konkreten Fall sogar nützlich - auch mit werblichem Charakter. Verschickten Anbieter im Messenger Marketing in den Jahren 2016 bis 2018 vor allem Newsletter als Push-Dienst, hat sich der Nachrichtenkanal im vergangenen Jahr zunehmend zur Möglichkeit für Interaktion und Kommunikation entwickelt. 

Kundendienst: Die Leute fragen immer das Gleiche.

Seit ca. 2017 kommt ein weiteres, spannendes Thema ins Spiel: WhatsApp als automatisierter Kundendienstkanal im 1st Level - in Verbindung mit vorprogammierten Chatbots. Damit wird das Thema Messenger-Kommunikation zu einem Massenmarkt-zentrierten Dienstleistungsthema. Für die nicht unbedingt immer innovative Call- und Contact Center-Branche heißt das: bis zu 4 mal mehr gelöste Tickets mit dem selben Personaleinsatz. 


Best Practice bei Otto.de: Chatbot "Clara" mit WhatsApp-Service
Screenshot: HANSEVALLEY

Was in Best Practices wirkt, muss sich auch im Controlling rechnen. Für die Cost-Center Services sowie Support gibt es auch in der digital vernetzten Welt nicht mehr Budget - aber den Druck, mit den selben Ressourcen mehr Fälle abzuarbeiten. Hier können Chatbots ohne KI im 1st Level bereits eine Quote von bis zu 80% erledigten Fällen verbuchen, gefolgt von 20% Telefon-Support im individuellen 2nd Level-Support.

WhatsApp für Mitarbeiter: Der Tot der Intranets.

Wenn Kunden für Standardanfragen Antworten von einem Bot bekommen, können sich Service-Mitarbeiter auf die wichtigen Themen konzentrieren. Neben dem B2C-Kundendienst ziehen Messenger-Services zunehmend auch in die B2B-Kommunikation ein. Im nächsten Schritt ermöglichen WhatsApp & Co. per verschlüsselter Verbindung die interne Kommunikation und lösen tote "schwarze Bretter" aka Intranet-Portale ab.


Messenger als Kunden-Kommunikations-Kanal.
Foto: WhatsBroadcast

Im Geschäftskundenbereich ist WhatsApp ebenfalls bereits ein Service- und Support-Kanal: So kommuniziert der amerikanische Traktor- und Bagger-Hersteller "John Deere" mit Bauern und Bauarbeitern via Messenger. Was dem Traktor-Hersteller recht ist, ist dem Dünger-Lieferanten Bayer nicht nur billig. Auch die Leverkusener interagieren mit ihren Kunden live vom Kartoffelacker. 

2 Klicks zur Kommunikation - oder zu 500 Containern.

Für Privat- wie Geschäftskundenangebote gilt in Zeiten zunehmenden Wettbewerbs, geänderter Kommunikation - nicht nur von jungen Kunden -und einer verpflichtenden Erreichbarkeit via Internet: mit nur 2 Klicks müssen Messenger den Kunden in die Kommunikation bringen - ohne lästige Handy-Nr. im Telefonbuch einspeichern zu müssen. Wir haben dies live ausprobiert - und waren positiv angetan. Damit nicht genug.


Cyber Tactical Operations Workshop im IBM C-Force Lagezentrum.
Foto: HANSEVALLEY

IBM verriet in einem Presseworkshop im 23 Tonnen schweren mobilen "Cyber Tactical Operation Center" in Berlin: Während des weltweiten Cyberangriffs auf A. P. Moeller Maersk lies die dänische Hochseereederei über WhatsApp und die Smartphones der Mitarbeiter 500 Container verschiffen - ein Plan des Krisenmanagements von Maersk, während die IT und die Terminals in Rotterdam stillstanden. Mal so als Tipp für die digital verloren wirkende HHLA ...

Messenger Marketing: Thema zur richtigen Zeit.

Übrigens: Matthias Mehner und die "MessengerPeople" haben die "Online Marketing Rockstars" trotz des jüngeren Publikums und der "Legebatterie" im "Hühnerstall" als rundherum erfolgreich erlebt. Für die 150 Plätze in der von ihnen geplanten Masterclass gab es über 400 "Bewerber". Ein Zeichen für das richtige Thema zur richtigen Zeit - und eine erfolgreiche Adressierung des OMR-Teams aus der Schanze. Kein Wunder, dass OMR selbst auch auf WhatsApp als Servicekanal setzt.


*  *  *

 Hamburg Digital Background: 

Aus der Whatsapp-Newsletter: Wie Marken und Medien auf den Reichweiten-Verlust reagieren

Montag, 8. Oktober 2018

HANSEPERSONALITY Angela Titzrath: Maulkorb-Erlass für die Königin des Hafens?

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW


Angela Titzrath: Ist sie die digitale Visionärin im Hafen?
Foto: Nele Martensen

Die Digitalisierung des Hamburger Hafens. Senator Frank Horch weiß: Ein 'weiter so' führt in die Bedeutungslosigkeit des nur noch 3. größten Containerhafens in Europa. Der langjährige Unternehmer und Kenner bringt auf den Punkt, worauf es jetzt ankommt: "Wir sind bereit, neue Wege zu gehen - sowohl bei der Nutzung und bei der Art der Entwicklung als auch bei den Partnern, mit denen wir das umsetzen."

Ein Blick ins "Haifischbecken" zwischen Norder- und Süderelbe zeigt: Die einen machen es, die anderen "sabbeln" darüber: Die staatliche Hafenbehörde HPA schraubt mit Next Reality, digitaler Vernetzung und künftig automatisierten Schleppern am "Hafen 4.0". Mit "Chain Port" vernetzt die Port Authority Hamburg über Zukunftsthemen wie Blockchain mit den Häfen der Welt. 


Die HHLA bei St. Annen: Ein Zuhause für Innovationen?.
Foto: HANSEVALLEY

Das Hamburg Digital Magazin wartet seit Mai 2017 auf Antworten von HHLA-Chefin Angela Tizrath. 18 Monate ohne eine klare Visionen des größten Hamburger Terminalbetreibers. Nach unserem Hamburg Digital Interview mit HPA-Chef Jens Meier ist es Zeit, das die HHLA Farbe bekennt - über eine Tankreinigungs-App hinaus, über eine Ankündigung für selbstfahrende LKW ab Mitte 2020 hinaus.

In der kommenden Woche lädt Hamburg Hafen Marketing zur großen Digitalisierungs-Pressekonferenz für den Hafen. Auch wenn die Hafenwirtschaft nicht begeistert war: Auf dem Podium sitzen DAKOSY, HHLA und HPA sowie Vessel Coordination Center, Digital Hub Logistics und Hamburg Hafen Marketing e. V. Seite und Seite. Beste Gelegenheit, die entscheidenden Fragen an HHLA-Unternehmenslenkerin Angela Titzrath zur Diskussion zu stellen.


Unsere Fragen an HANSEPERSONALITY und die "Königin des Hafens", HHLA-Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath: 


Sie haben mit Altenwerder seit 2002 eines der modernsten Terminals in Europa im Betrieb, am Burchardkai seit 2013 die größten und modernsten Containerbrücken im Einsatz. Wie lassen sich bei diesen Superlativen weitere, hausinterne Effizienzsteigerungen mit digitaler Unterstützung erreichen? Welche konkreten Projekte betreiben Sie aktuell - Stichwort "KI an der Kaikante"?



Angela Titzrath: Will sie nicht oder darf sie womöglich nicht?
Foto: HANSEVALLEY

Die HHLA ist in den vergangenen Jahren vor allem durch den Ausbau des Güterschienenverkehrs gewachsen. Sie haben in den vergangenen Monaten die IT und Projekte auf den Prüfstand stellen lassen. Was ist bei der Prüfung herausgekommen - und dürfen wir mit Ihnen eine neue HHLA mit neuen Geschäftsfeldern erwarten, wie Senator Horch es fordert?



Hamburg ist nur noch die Nr. 3 unter Europas Seehäfen. Mit 3D-Druck wird die Wertschöpfung in der Produktion neu geordnet, wie UPS in Singapur beweist. Bei Ihnen spielen nach Ihren Worten die Azubis mit 3D-Druckern. Braucht es nicht eine "Hamburger Hafen Logistik und Produktions AG"?



Mit Jan Bovermann haben Sie zum 1. August 2017 einen Head of Corporate Development and Digital berufen. Was hat Ihr neuer CDO in einem Jahr auf die Beine gestellt - abgesehen von einer beim IBM-Hackathon entwickelten App für die Koordination der Waschanlagen für Tankcontainer?


Digitalisierung bei der HHLA: Erst gemeint oder noch in Planung?
Foto: HHLA

Sie beteiligen sich sowohl am "Digital Hub Logistics" in der Speicherstadt, als auch am VC-orientierten "Next Logistics Accelerator" von Logistik-Initiative Hamburg und Partnern. Welche Ziele knüpfen Sie an den neu aufgestellten Logistik-Hub und an den nach eigenen Worten auf Endkundensoftware ausgerichteten Logistik-Accelerator?



Werden Sie sich auch an den weiteren Initiativen in Hamburg beteiligen, wie dem Digital-Space "Hammerbrooklyn" sowie dem "Deutschen Maritimen Zentrum" in Hamburg? Welche Kompetenzen bringen Sie - außer Dortmunder Drohnen mit HHLA-Logo bei Presseterminen - in die Initiativen real mit ein?



Zu guter Letzt unsere traditionelle Hamburg-Frage: Digitale Innovatoren sagen eine Konsolidierung der Startup-Szene voraus. Zwischen den städtischen "Hafenschwestern" HHLA und HPA gibt es regelmäßig "Gesprächsbedarf". Wo sehen Sie Herausforderungen in der Digitalisierung des Hamburger Hafengeschäfts, die angepackt werden sollten? 



Digitalisierung in hummanistischen Dosen: Gibt es noch mehr?
Foto: HANSEVALLEY

Schade, dass die HHLA nicht antwortet!

Die Fragen stellt Thomas Keup.


Redaktionelle Schlussbemerkung:

Leider hat uns die Pressestelle unbegründet aus dem Presseverteiler gestrichen und verwehrt uns aktuelle Informationen. Kommunikationschef Hans-Jörg Heims verweigert zudem Antworten auf E-Mails. HHLA-PR-Chef Heims machte erstmals im Herbst 2017 von sich reden. Damals zweifelte er unsere Integrität in Journalismus und Kommunikation an. Wir weisen das Verhalten zurück und verweisen auf den HANSECODEX.

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 Hamburg Digital Background: 
Interview Angela Titzrath bei "Blue Rocket" (DVZ)

Vita Angela Titzrath bei der HHLA

Übersicht HHLA in der Wikipedia

HHLA-Team-App mit Betriebsinterna

Sonntag, 23. September 2018

HANSEPERSONALITY Jens Meier: "Wir leben in einem Zeitalter der Veränderung – und das sollten wir als Chance sehen."

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Seit dem gefälschten Freibrief von Kaiser Friedrich Barbarossa im Jahr 1189 ist der Hafen das Herz der Ham(ma)burg. Auf 7.200 Hektar werden heute im Jahr rd. 140 Mio. Tonnen Waren u. a. in 9 Mio. Containern umgeschlagen und mehr als 800.000 Kreuzfahrt-Passagiere ein- und ausgeschifft. Das Tor zur Welt ist mit mehr als 900 Häfen in über 170 Ländern verbunden. Der drittgrößte Hafen Europas bringt mehr als 21 Mrd. € Bruttowertschöpfung im Jahr und ist Standort für 155.000 Arbeitsplätze.


Innovator und Motor für den digitalen Hafen Hamburg:
HPA-Geschäftsführer Jens Meier.
Foto: HANSEVALEY

Herr über Vessel Traffic- und Cruisegate-Center, über 280 Liegeplätze und 119 Brücken, 270 km Bahnschienen, 140 km Straßen und den alten Elbunnel ist die Hamburg Port Authority mit rd. 1.800 Mitarbeitern. Fernab von 4.500 Container- sowie alles in allem 9.000 See- und 10.000 Binnenschiffen im Jahr, 50 eigenen Hafenschiffen und der Elbvertiefung hat die HPA mit Zukunftstechologien den Wettlauf um die Führungsrolle des Hafens eingeläutet. 

Ein preisgekrönter "virtueller Hafen" unterstützt in Augmented- und Virtuell Reality bei Bauprojekten und Katastrophenschutz. Im "SmartPort" werden Logistik und Energie digitalisiert und optimiert. Und der "ChainPort" ist das weltweite Netzwerk für die Zukunft des Hafens. An der Spitze des digitalen Hafens steht ein 52-jähriger Informatiker. Unser HANSEPERSONALITY ist HPA-Geschäftsführer Jens Meier:

Port-Thema Single Window:

Einigen Verdächtigen in Hafen und Medien stehen offensichtlich ab und zu die Nackenhaare zu Berge, wenn sie HPA hören. Ein Streitthema war der seit 2013 diskutierte "SmartPort" als Ablösung des "Port Community Systems" des Hafendienstleisters DAKOSY. Ist das Thema "Single Window" vom Tisch - und was halten Sie von einer zentralen Lösung a lá "National Single Windows"?


SmartPort steht bei der Hamburg Port Authority für eine Philosophie, im Zuge des Megatrends Digitalisierung innovative Projekte im Hamburger Hafen zu pilotieren – und diese bei Erfolg umzusetzen. SmartPort war nie EINE IT-Lösung oder App, die das existierende Port Community System ablösen sollte. 

Der Hafen kann als Testlabor für die ganze Stadt dienen. Hier können wir zeigen, dass der Hafen einen Schritt weiter ist. Seit dem Start von SmartPort im Jahr 2013 haben wir alleine im SmartPort logistics-Kontext mehr als 20 Projekte durchgeführt– alle "Made in Hamburg". Für mich ist das eine Erfolgsbilanz, die sich beispielsweise in der Verfügbarkeit und intelligenten Auslastung unserer Infrastruktur positiv bemerkbar macht – ein Streitthema ist es für mich überhaupt nicht. 


Eine globale Bill of Lading Cloud für die Sicherheit.

In die Entwicklung des National Single Window Plus war die HPA selbst nicht involviert. Als Informatiker begeistert mich in diesem Zusammenhang allerdings immer wieder eine andere Vision: Nämlich die Idee, eine globale Bill of Lading Cloud zu etablieren und zwar aus Sicherheits-, aber nachrangig auch aus Prozessoptimierungsgründen. Mit dieser könnten alle relevanten Ladungsdaten von Seeschiffen weltweit in eine zentrale Cloud hochgeladen werden – unabhängig von Reedern und Dienstleistern. Komplett diskriminierungsfrei. Die Vorteile lassen sich mit einem einfachen Beispiel erklären: 


Treibt mit IT- und innovationsabteilung die Digitalisieung:
HPA-Hafenchef und Informatiker Jens Meier
Foto: HPA/Andreas Schmidt-Wiethoff 

Im Falle einer Havarie könnten dann sofort für jeden einzelnen Container Daten abgerufen werden, welche Ladung er enthält und ob eventuell Gefahrstoffe enthalten sind. Bei dieser Lösung würden auch Container erfasst werden, die im Slot Charter auf einem Schiff transportiert werden – die Behörden hätten sofort über jeden Container die nötigen Informationen. Leider stehen nicht alle Prozessbeteiligten – aus unterschiedlichen Gründen - so einer weltweiten Lösung positiv gegenüber. Ich finde es schade, dass Dinge, die in der Luftfracht bereits lange transparent sind, sich in der Seefracht nur sehr schwer etablieren lassen. Aber wir bleiben dran.

Port-Thema Drohnenflüge:

Ein Blick nach oben: Zur Eröffnung des neuen Logistik-Hubs ist eine Drohne als Zeichen der Zukunftschancen in den Speicherboden am St. Annenufer geflogen. Die HPA plant mit "Port Wings" im Rahmen des Testfeldes "Digitaler Hafen" Drohnen zur Überwachung von Straßen, Brücken und Kränen einzusetzen. Ist das Millionenprojekt mehr, als eine Spielerei - wie z. B. "fliegende Container"?

Von Spielerei kann hier keine Rede sein. Denn egal ob in der Luft, auf dem Wasser oder unter Wasser: Der Einsatz von Drohnen eröffnet uns auch im Hafen völlig neue Perspektiven – beispielsweise bei der Inspektion, Wartung und Ausbau der Hafeninfrastruktur. Der Zustand von Gebäuden, technischen Anlagen und Infrastruktur wie Brücken, Schleusen und Kaimauern im Hafenbereich ist für den reibungsfreien Hafenbetrieb entscheidend. 


"Wir tragen Verantwortung, dass sich der Hafen entwickelt."

Der Zugang zu diesen Objekten ist vom Boden aus aber oft schwierig oder gefährlich. Auch beim Havariemanagement von Sturmfluten oder Unfällen bieten Drohnen ein riesiges Potenzial, das wir nutzen möchten. Mit dem Projekt „Port Wings“ möchte die HPA untersuchen, wie Drohnen in den Hafenalltag integriert werden können. Das Projekt, das voraussichtlich im Herbst startet und für das die HPA bei der Bundesregierung um Fördermittel wirbt, ist in das „Testfeld Digitaler Hafen“ eingebettet. 

Wir tragen Verantwortung, dass sich der Hafen entwickelt und auch in Zukunft wettbewerbsfähig ist. Dazu gehören Innovationen – also auch der Einsatz von Drohnen. So hatte ich im Januar gemeinsam mit Senator Frank Horch die Gelegenheit, im Sandtorhafen den Test einer Inspektionsdrohne live zu verfolgen. Die sogenannte „DriX“kann völlig selbstständig Wassertiefen oder Unterwasserhindernisse vermessen. Auch das ist für den Hamburger Hafen eine interessante Entwicklung - hier ist die Technik noch am Anfang. 

Port-Thema Automatisches Fahren:

Die Bundesregierung kann sich den Hafen, die Unterelbe und die Berliner Flusslandschaft als Testgebiete für autonome Schiffe vorstellen. Planen Sie bereits ein Testfeld für autonome Schiffe im Hafen? Und wo können Sie sich in Ihrer Infrastruktur mit Hafenbahn, Straßen, Brücken und Tunneln autonomes Fahren vorstellen?

Die Verkehre und die Gegebenheiten innerhalb des Hafens sind sehr komplex. Ich erwarte eher, dass Seeschiffe in nicht mehr allzu ferner Zukunft autonom über die Ozeane fahren. Nach dem Auslaufen aus dem letzten Hafen verlässt die Besatzung mit dem Lotsenversetzer das Schiff und die Reise wird fernüberwacht bis zur Annäherung an die Küste fortgesetzt, wo die für die Hafeneinfahrt notwendige Besatzung per Hubschrauber wieder an Bord gebracht wird.


Klare Ziele, klare Worte für den digitalen Hafen im Wettbewerb.
Jens Meier bei einer Konferenz der Telekom in Hamburg.
Foto: HANSEVALLEY

Natürlich gibt es auch bei uns im Hafen Ansätze, wie mithilfe digitaler Steuerung ein Plus an Sicherheit erreicht werden kann. Erste praktische Erfahrungen wollen wir in Kürze bei einem Projekt mit teilautonomen Schleppern sammeln, an dem neben verschiedenen Dienstleistern aus dem maritimen Sektor auch das Fraunhofer Institut und die HPA eingebettet sind.

Gemeinsam mit der Deutschen Bahn für autonomes Rangieren.

Im Kern wird es darum gehen, zu zeigen, dass die Kommunikation zwischen Lotsen und Kapitän sowie dem Schlepperführer über eine digitale Steuerung möglich wäre. Bisher läuft das noch klassisch per UKW-Funk. Wir könnten uns aber vorstellen, dass die digitale Steuerung effizienter und weniger anfällig für Fehler sein könnte. Das auf drei Jahre angelegte Projekt erstreckt sich von der automatisierten Leinenübergabe über die Kommunikation bis hin zu einer innovativen Steuerungskonsole. 

Einmal abgesehen von der Wasserseite: Ein ideales Einsatzfeld für autonomen Verkehr wäre die Hafenbahn. Der schienengebundene Verkehr lässt sich per se einfacher automatisieren als die Schifffahrt. Ich könnte mir gut vorstellen, gemeinsam mit einem Partner wie der Deutschen Bahn praktische Erfahrungen beim autonomen Rangieren im Hafen zu sammeln.


Port-Thema Straßentransporte:

Zurück auf den Boden der Hafenstraßen - und den Staus, nicht nur auf der Köhlbrandbrücke: Sie arbeiten mit Partnern der Logistik-Initiative an einer grünen Welle für LKW-Kolonnen im Hafen. Mit "Green4Transport" im EU-Projekt "Horizon 2020" wollen Sie für freie Fahrt sorgen. Wie und wann soll das funktionieren

Vereinfacht gesagt sollen Lastwagen im Hafen automatisch mit Ampeln kommunizieren. Wenn sich dann mehrere Lkw in einer Kolonne auf eine ansonsten freie Kreuzung zubewegen, soll die Ampel rechtzeitig auf Grün springen. Die Lastwagen müssten dann nicht bremsen, an einer leeren Kreuzung warten und wieder anfahren. Das verhindert Staus und hat unmittelbar positive Auswirkungen auf die Feinstaubbelastung und den Ressourcenverbrauch. 


"Wir wollen "dummen" Beton mit intelligenter Technik kombinieren."

Die Schlüsseltechnologie hinter diesem Projekt heißt V2X. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich die sogenannte „Vehicle to Everything“-Kommunikation. Mit dem Projekt „Green4Transport“ will die HPA die Stabilität von V2X beweisen. Partner bei dem Projekt sind Scania CV, NXP Semiconductors Germany, Siemens Mobility und Technolution.


Praktiker ohne Star-Allüren und Angst vor der Zukunft:
Seine Mitarbeiter bescheinigen ihm Dynamik.
Foto: HPA/Andreas Schmidt-Wiethoff


Bevor wir voraussichtlich im kommenden Jahr in den Praxistest übergehen können, ist noch einiges an Vorarbeit zu leisten. Für das Projekt werden rund 200 Lastwagen, mehrere Ampeln und eine bewegliche Brücke mit entsprechender Technik ausgestattet. Wir wollen quasi „dummen“ Beton mit intelligenter Technik kombinieren.

Port-Thema digitalisierter Hafen:

Gemeinsam mit Nokia und der Telekom setzen Sie im Hafen im Rahmen von "5G MoNArch" die mobile Anbindung und Steuerung von Ampeln um. Zugleich gibt es im Hafen Gebiete ohne Breitbandanbindung und Elbabschnitte ohne Mobilfunk. Was wünscht sich der "Erste Hafenmanager" von den Telekommunikationsanbietern? 

Beim Projekt „5G MoNArch“ beginnt gerade die heiße Phase. Vom Fernsehturm aus beleuchten wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern, der Telekom und Nokia, den Hafen mit dem 5G-Signal. Wie mehrere Messfahrten gezeigt haben, ist das Signal stabil und erfasst den Großteil des Hafengebietes. Beste Voraussetzungen 5G erstmals weltweit in einem industriellen Umfeld zu erproben. In Kürze werden wir in Finkenwerder mobile Ampelschaltungen via 5G testen. 

Zudem sind Versuche mit mobilen Umweltsensoren auf Schiffen der "Flotte Hamburg" sowie 5G-gestützte Bauwerksplanungen über Virtual- und Augmented Reality geplant. Im Winter planen wir einen Workshop mit Vertretern der Hafenwirtschaft, um mit Ihnen über den späteren Einsatz von 5G zu diskutieren. 

"Netzabdeckung entlang der Elbe umgehend lückenlos verbessern."

Natürlich darf man beim Blick in die Zukunft nicht die aktuellen technischen Anforderungen aus dem Auge verlieren. Im laufenden Jahr ist der Ausbau an Glasfaser-Anschlüssen im Hafengebiet deutlich vorangekommen. Dafür arbeitet die HPA sowohl mit den zuständigen Behörden in der Stadt als auch mit Telekommunikationsanbietern wie der Deutschen Telekom und Vodafone eng zusammen. Allein die Deutsche Telekom plant 2018 bis zu weiteren 4.500 Betrieben im Hafen einen Anschluss mit hohen Bandbreiten anzubieten.

Mein zweiter großer Wunsch an die Telekommunikationsanbieter - neben dem Glasfaserausbau im Hamburger Hafen, der dringend notwendig und längst überfällig ist - betrifft den Verlauf der Elbe. Lotsen oder Schiffsbesatzungen müssen von Helgoland bis in den Hamburger Hafen sicher und unterbrechungsfrei auf dem neuesten Standard kommunizieren können. Nur so können wir auch die Potenziale einer optimalen Schiffssteuerung auf der Elbe gemeinsam heben. Ein schnelles Netz ist Voraussetzung für viele Anwendungen der Zukunft. Insofern würde ich mir wünschen, dass die Netzabdeckung entlang der Elbe umgehend lückenlos verbessert wird. 

Startschuss für das 5G-Testbed mit Telekom und Nokia.
Jens Meier mit Wirtschaftssenator Frank Horch auf dem Telemichel:
Foto: BWVI

Port-Thema Internationalisierung:

Böse Zungen sprechen von "Hafenfolklore" bei sinkendem Containerumschlag. Zugleich geht der Hafen Rotterdam mit IBM in einem IoT-Projekt voran und fischt mit "PortXL" in Ihren Gewässern. Sie haben mit "ChainPort" eine internationale Initiative gestartet. Wie sieht die Kooperation aus und was dürfen wir perspektivisch erwarten?


ChainPORT wurde auf Initiative der HPA sowie des Hafens in Los Angeles im April 2016 ins Leben gerufen. Wie der Name verrät, handelt es sich um eine globale Kette von smarten Top-Häfen wie Singapur, Barcelona oder Busan, die gemeinsam an der Lösung von Zukunftsfragen arbeiten. Unser Ziel ist, neue zukunftsorientierte und innovative Lösungen für anstehende Herausforderungen zu etablieren. Im Vordergrund steht dabei immer der Gedanke der Vernetzung und der Digitalisierung.


"Wir sehen uns als Partner und nicht als Konkurrenten."

Eine Triebfeder für die Gründung des Netzwerks ist das Bewusstsein, dass mehr Effizienz in der maritimen Versorgungskette vor allem durch eine bessere Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure erreicht werden kann. Das Potenzial für mehr Effizienz liegt an der Optimierung von Abläufen an der Kaikante – und nicht im ungebremsten Größenwachstum der Schiffe.

Perspektivisch können alle Teilnehmer zielorientierte Lösungen erwarten, bei denen einer vom Know-how des anderen profitieren kann. Wir sehen uns da ganz klar als Partner und nicht als Konkurrenten. Im Oktober werden wir dazu sowohl in Antwerpen als auch in Los Angeles mit den ChainPORT-Hackathons eine besondere Premiere feiern – der Hackathon beginnt in Antwerpen und endet in Los Angeles. Gemeinsam werden Challenges aus den Bereichen Mobility, Safety & Security sowie Nachhaltigkeit bewältigt. Ich bin sehr gespannt auf die innovativen Ergebnisse. 

Die traditionelle Hamburg-Frage:

Ein Branchenvertreter sprach gegenüber HANSEVALLEY mal von einer "großen Schlangengrube" im Hafen - von der "liebevollen Beziehung" der städtischen "Halbgeschwister" ganz abgesehen. Butter bei die Fische: Was läuft im Hamburg Port schon richtig zukunftsweisend, vor allem digital - und was wünschen Sie sich von ihrer "Halbschwester" und der Hamburger Wirtschaftspolitik für den Hafen?

Digital hat der Hamburger Hafen den richtigen Kurs gen Zukunft eingeschlagen. Wir sammeln mit dem 5G-Testbed gerade zwei Jahre lang Erfahrungen, bevor der Kommunikationsstandard überhaupt irgendwo auf der Welt so richtig gestartet wird. Das bringt uns einen riesigen technologischen Vorsprung. Wir wissen, wie 5G funktioniert, bevor andere die Technologie nutzen können. An diesem Wissen werden wir auch die Hafenwirtschaft frühzeitig teilhaben lassen. Und Hamburg setzt einen europäischen Standard. 

"Digitalisierung bedeutet Veränderung – und das fällt nicht jedem immer ganz leicht."

Auf diese Entwicklung können wir stolz sein. Wie aber immer wieder zu hören ist, sorgt der Megatrend Digitalisierung bei vielen durchaus auch für Vorbehalte. Digitalisierung bedeutet Veränderung – und das fällt nicht jedem immer ganz leicht. Vor diesem Hintergrund wünsche ich mir manchmal noch mehr Mut und Initiative, um Innovationen gemeinsam mit Leben zu füllen. Wir leben in einem Zeitalter der Veränderung – und das sollten wir als Chance sehen. 

Zeigt den Weg auf für ein partnerschaftliches Miteinander:
HPA-Geschäftsführer Jens Meier.
Foto: HANSEVALLEY

Wichtig ist aber auch hier, immer die Kolleginnen und Kollegen im Hafen mitzunehmen. Denn bei allem digitalen Fortschritt: sie sind es, die unseren Hafen 365 Tage im Jahr rund um die Uhr auch in Zukunft am Laufen halten. 

Herzlichen Dank für Ihre Offenheit.
Das Interview führte Thomas Keup.
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 Hamburg Digital Background: 

Weitere Innovation im Hafen:

Die Hamburg Port Authority hat im Rahmen der 2013 eingeleiteten "SmartPort"-Initiative zahlreiche Digitalprojekte umgesetzt. Hierzu zählen das "PrePort System" zur Kontrolle der LKW-Parkplätze mit einer um 30% höheren Auslastung, das "Rail Data Gate" zur Erfassung von mehr als 600.000 Bahncontainern  pro Jahr oder das "Virtuelle Depot" für Leercontainer zur Halbierung von Leerfahrten, ab 2018 als "Myboxplace" von DAKOSY fortgesetzt.

Externe Digital-Initiativen der HPA:

Internationale "ChainPort"-Initiative:

Europäisches "5G MoNArch"-Projekt:

Hamburger "SmartPort"-Initiative:

Interne Digital-Initiativen der HPA:

Nautische Zentrale / Vessel Transport System:
https://youtu.be/9Ab2__HJHik

Hafeneigenes "TransPort"-Bahnsystem:

Hafeneigenes "Port Road" + "Pre Port"-Management:

Hafeneigenes "Truckgate"-LKW-Slotmanagement (DAKOSY):

Hafeneigenes "Myboxplace"-Containermanagement (DAKOSY):

Hafeneigenes "InfoPort"-Informationsmanagement:
hamburg-port-authority.de/de/infoport/

Städtische Digital-Initiativen für ITS:

Deutschlandweite ITS-Initiative in Hamburg:

Unternehmensinitiative ITS-Projekte in Hamburg:

HANSESERVICE:
Alle Kontakte in den Hamburger Hafen (Stand 08.2018)