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Donnerstag, 5. Dezember 2019

HANSEPERSONALITY Andreas Moring: Ich will, dass Hamburg die Nr. 1 in Deutschland in Sachen KI wird.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW


Will Hamburg zur führenden KI-Metropole machen: Andreas Moring.
Foto: Andreas Moring

HANSEMACHINE: Hamburg. Intelligent.

Im Jahr 2030 wird jeder 4. in der Wirtschaft verdiente Euro durch Daten beeinflusst. Die Künstliche Intelligenz ist in aller Munde. Rund 1/3 aller Einsatzmöglichkeiten in Unternehmen haben in Zukunft mit Geschäftsprozessen und Produktionsketten zu tun, rd. 20% mit Marketing und Vertrieb. Die Wirtschaftsmetropole Hamburg bereitet sich auf die datengetriebene Zukunft vor.

Andreas Moring ist Experte für Innovationsmanagement, Business Modelling und Digitalisierung sowie ... Künstliche Intelligenz. Der 41-jährige Professor der ISM Hochschule Hamburg bringt das Thema KI mit seiner Initiative "WeGoFIve" in die breite Öffentlichkeit. Unser HANSEPERSONALITY ist KI-Spezialist Prof. Dr. Andreas Moring:

Ganz Hamburg spricht über KI. Ihr habt an der ISM Hamburg eine eigene Konferenz gemacht, in Hammerbrooklyn gab es gerade eine große Cluster-Konferenz zu AI und das Event-Netzwerk 12min.me hat eine eigene Eventreihe dazu gestartet. Fangen wir am Anfang an: Wo macht Künstliche Intelligenz wirklich Sinn?

KI macht immer da Sinn, wo ich definierte Prozesse automatisieren kann und wo es um Mustererkennungen geht. Je genauer Abläufe beschrieben werden können, desto schneller, einfacher und zuverlässiger kann eine KI sie lernen und dann selbstständig ausführen. Das gilt nicht nur in der Produktion, sondern zunehmend auch in den sogenannten Verwaltungsjobs. Hier wird es sogar mehr Veränderungen geben, als sich manche heute vorstellen wollen. 


Jobs werden von Maschinen übernommen werden, neue Jobs werden entstehen. Bei den meisten Jobs wird sich aber das Profil verändern: Weniger Routine, mehr in Zusammenhängen denken und mit anderen zusammenarbeiten und mehr ein System am Laufen halten und verbessern, als einzelne Jobs abzuarbeiten.

Bei den Mustererkennungen geht es um vielfältige Bereiche in Medizin, Marketing, Logistik, genauso, wie in der Finanzbranche oder im Bereich Green Tech. Denn schließlich gibt es überall Muster, typische Abläufe und Korrelationen. Einige sind leicht zu erkennen und von KI zu lernen, andere sind schwerer zu erkennen. Deswegen ist zunächst wichtig, zu definieren, was eine KI für ein Unternehmen leisten soll. Dann kann man daraus auch ableiten, nach welchen Mustern gesucht und welche gelernt werden sollen. Un diese Zieldefinition ist eine Aufgabe für den Menschen.

Künstliche Intelligenz ist nicht unbedingt ein Thema, bei dem jeder von uns sofort vor Begeisterung in die Luft springt und enthusiastisch "Hier!" ruft. Du bist Betriebs- und Volkswirt mit vielen Jahren Tech-Background. Was sind Deine ganz persönlichen Treiber, das Thema KI an der ISM und mit Deiner Firma WeGoFive voranzubringen?

Als Professor fasziniert es mich, dabei zu sein, die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten einer neuen Technologie zu erforschen und zu entdecken. Ich denke, dieser Entdeckergeist ist typisch für Wissenschaftler und Unternehmer. Als Hochschule wollen wir natürlich hier auch vorne mit dabei sein. Sowohl, was die Forschung und Projekte angeht, aber auch, weil es unsere Aufgabe ist, junge Leute fit zu machen, für die Berufswelt von heute und vor allen Dingen von Morgen.


Leider haben wir schon gegenüber München, Berlin oder auch Aachen etwas den Anschluss verloren.

Ich will mit der ISM einen Teil dazu beitragen, dass Hamburg die Nummer Eins in Deutschland in Sachen KI wird. Leider haben wir hier schon gegenüber München, Berlin oder auch Aachen etwas den Anschluss verloren. Aber das sollte gerade Ansporn sein. 
Die Initiative WeGoFive habe ich zusammen mit Sascha Dem vor knapp zwei Jahren ins Leben gerufen. Hier wollen wir Wissen und Know-How zur Umsetzung von KI in Unternehmen sammeln. 

Kollaboration und Vernetzung bringen uns voran. Am besten ist es, wenn wir voneinander lernen. Mit WeGoFive wenden wir uns vor allem an mittlere und kleinere Firmen, die ganz konkret vor den Frage stehen: Wo macht KI bei mir Sinn und wie bringe ich das Ganze in mein Unternehmen und zu meinen Mitarbeitern? Denn die müssen mitmachen wollen. Dieser entscheidende Faktor wird bei aller Technik unserer Meinung nach leider noch zu sehr übersehen. 

Lass uns "Butter bei die Fische" packen: Wo stehen wir mit dem Thema aktuell - insbesondere bei wichtigen in Hamburg starken Branchen und Bereichen, wie Mobilität, Medizin, Marketing oder Personal? Und wo ist Künstliche Intelligenz schon weit fortgeschritten oder sogar marktreif?

In den Bereichen Marketing, Kommunikation, Logistik und Medizin sehen wir schon viele Anwendungen in Hamburg. Ebenfalls in Produktionsprozessen in verschiedenen Branchen und zunehmend auch Anwendungen im Human Resources Bereich in unterschiedlichen Branchen und Unternehmen. Da kann man ohne Bedenken von Marktreife sprechen. Bei Mobilität und Finanzen geht es gerade los, ebenso im Bereich Immobilienwirtschaft.

Im Bereich von Green Tech und Nachhaltigkeit sehe ich eine große Dynamik und vor allem für Hamburg realistische Möglichkeiten, zu dem KI-Standort in den Bereichen in Deutschland und Europa zu werden. 

In der Immobilienwirtschaft sehe ich sehr großes Potenzial, weil sich hier gerade der Trend zur allgemeinen Digitalisierung mit dem Fortschreiten von KI verbindet und eine besondere Dynamik gewinnt. Sowohl beim Planen, als auch beim Bauen, als auch beim Betreiben von Immobilien. Im Bereich von Green Tech und Nachhaltigkeit sehe ich ebenfalls eine große Dynamik und vor allem für Hamburg realistische Möglichkeiten, zu dem KI Standort in den Bereichen in Deutschland und Europa zu werden. 

Vor allem, wenn die Metropolregion Hamburg einbezogen wird, beispielsweise bei erneuerbaren Energien, die dann mithilfe von KI „intelligent“ gesteuert, gespeichert und verteilt werden. Diese Kooperation sollten wir sogar noch ausbauen, mit unseren Partnern im Ost- und Nordseeraum. München ist in Süddeutschland und der Ecke Europas in dieser Hinsicht sehr aktiv und erfolgreich. Wir in Hamburg können das doch auch?!

Wir müssen auch die Kehrseite der Medaille ansprechen: Müssen Menschen Angst haben, dass ihre Arbeitsplätze durch Artificial Intelligence abgeschafft werden? Und wenn ja, in welchen Branchen? Dazu ein "Deep Dive": Welche Aufgaben kann eine KI wirklich übernehmen - und wo sind die Grenzen?

Die Frage kann sich jeder selbst beantworten. Denn es gilt: je genauer Du Deinen Job und Deinen Tagesablauf beschreiben kannst, desto schneller und sicherer wird dieser Job von einer (intelligenten) Maschine übernommen werden. Das gilt in der Produktion, aber vor allem - wie vorhin gesagt - in der „Verwaltung“; egal ob öffentliche Verwaltung oder in privatwirtschaftlichen Unternehmen. Und es betrifft wirklich alle Branchen: 

Grenzen für den KI-Einsatz gibt es überall da, wo es auf individuelle Interaktion ankommt.

Von der Stadtreinigung über die Landwirtschaft oder Landschaftspflege über die Herstellung oder den Bau von Dingen bis in die Medizin, die Vermarktung, Finanzen, Recht und selbst Lehre oder Programmierung. Mir macht das keine Angst, denn das ist nie ein guter Ratgeber. Ich kann aber verstehen, wenn sich viele Menschen deswegen zunehmend Sorgen machen. Grenzen für den KI-Einsatz gibt es überall da, wo es auf individuelle Interaktion ankommt:

Eine KI kann eine Diagnose machen, aber das Gespräch davor und danach mit den Patienten muss der Arzt oder die Ärztin führen, wo es um Kreativität geht (das geht von Kommmunikationskampagnen, über Produktentwicklung oder strategischen Aufgaben bis hin zur Kindererziehung oder der Organisationsentwicklung) und wo unterschiedliche Domänen zusammenkommen und es deshalb eben keine eindeutigen Muster und Zusammenhänge mehr gibt (wenn sich also beispielsweise unternehmerische Interessen und politische Interessen überlappen) überall da ist der Mensch gefragt. 
 
Von Grundlagen über Deine Motivation, der Nutzen und die Folgen zu den Grenzen. In Verbindung mit Künstlicher Intelligenz steht immer wieder die Frage im Raum: Welche Entscheidungen kann man einer Maschine übertragen? Und wo sind die moralischen Grenzen von Maschinen?

Gute Frage. Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Eine eindeutige Grenze ist in jedem Falle da, wo die Würde oder die Unversehrtheit des Menschen in Gefahr sind. Alles andere kann meiner Meinung nach nicht definitiv und allumfassend festlegen. Letztlich werden wir herausfinden, wie wir mit diesen neuen Möglichkeiten umgehen wollen. Das war bei allen technischen Neuerungen in der Vergangenheit auch so. Die Würde und die Unversehrtheit sollten der moralische Kompass sein. Allerdings sollten wir hier aufpassen, dass unter der Überschrift Moral und Menschenwürde nicht alles tot diskutiert und mit Bedenken überlastet wird. 

Wenn Europa eine eigene Stimme haben und die eigenen Werte bewahren will, dann können wir nicht nur diskutieren und abwägen, sondern müssen mit dabei sein - am besten vorne.

Wie gesagt: Wir finden es nur heraus, wenn wir es machen. Und wir sollten uns auch immer klar darüber sein: In China oder Russland oder auch in den Ölstaaten wird massiv in die Entwicklung von KI investiert und da zähen solche Überlegungen zu Moral und Menschenwürde einfach nicht. Wenn Europa hier eine eigene Stimme haben und die eigenen Werte bewahren will, dann können wir nicht nur diskutieren und abwägen, sondern müssen mit dabei sein - am besten vorne. 

Zu guter Letzt unsere traditionelle Hamburg-Frage: In welchen Unternehmen oder Branchen siehst Du Hamburg beim Einsatz von KI bereits gut aufgestellt? Und wo wünscht Du Dir ein stärkeres Engagement in Wirtschaft, Wissenschaft oder Politik

Am besten aufgestellt sind die Bereiche Medizin und Marketing in Hamburg. Bei Logistik, Produktion und Immobilien tun die Unternehmen in Hamburg auch wirklich viel. Ein stärkeres Engagement von politischer Seite wünsche ich mir im Bereich Green Tech. Vor allem aber brauchen wir in Hamburg branchenunabhängig mehr Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Da gibt es gute Ansätze, wie beispielsweise das Artificial Intelligence Center ARIC, bei dem ich Themenpate für Mensch-Maschine-Kollaboration bin, oder an der TU Harburg oder beim Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung und es gäbe noch mehr Beispiele. 

Ich bin optimistisch, das wir das in Hamburg durchaus hinbekommen.

Da geht aber noch mehr. Es kommt nicht auf die Anzahl der Initiativen an, sondern auf die Dynamik und die Ernsthaftigkeit. Die ist bei vielen (nicht allen) Akteuren aus Wissenschaft und Wirtschaft da, politisch könnte hier sicherlich noch mindestens eine Schippe drauf gelegt werden. Denn solche Aktivitäten brauchen ja auch immer eine Zeit, um ihre volle „Performance“ zu erreichen. Bei der schnellen internationalen Entwicklung haben wir aber eben nicht allzu viel Zeit. Ich bin aber ungeachtet dessen optimistisch, das wir das in Hamburg durchaus hinbekommen.

*  *  *
Herzlichen Dank für Deine Offenheit!
Das Interview führte Thomas Keup.

Grafik: Schäfer Shop
www.hansemachine.de

 Hamburg Digital Background: 

Prof. Dr. Andreas Moring:

Initiative WeGoFive:

Sonntag, 29. Oktober 2017

HANSEPERSONALITY Peter Jaeger: Ein Senator für Digitales mit weitreichender Richtlinienkompetenz.


Er ist Informatiker, Betriebswirt, Director Developer Experience and Evangelism (DX) - und denkt gerade im Sabbatical über sein nächstes Startup nach. Er kennt die großen der IT-Industrie, wie HP, IBM und Microsoft aus eigenem beruflichen Engagement.  Er gründete 1993 sein erstes Software - und Systemintegrationshaus: Peter Jaeger aus Hamburg. 


Der passionierte Visionär präsentierte zum Jubiläum des Hamburger Community-Eventnetzwerks 12min.me einen spannenden Blick in die Zukunft: Brauchen alle Unternehmen Daten-Know how? Wie können wir trotz Cloud Services sicher sein? Dreh- und Angelpunkt ist für den Hamburger Techi jedoch der Umgang mit künstlicher Intelligenz. Unser HANSEPERSONALITY ist Visionär Peter Jaeger:


Du sagst, jedes Unternehmen sollte eine "Datadriven-Company" sein - egal, ob es Lebensmittel, Zeitungen oder Automobile verkauft. Du vergleichst Kundendaten mit der Bedeutung von Gold, Öl und Erdgas. Sind nicht exzellente Produkte das A und O, um als Hersteller und Vertrieb erfolgreich zu sein?


Hamburgs Visionär Peter Jaeger.
Foto: Microsoft
Die Annahme ist, dass wir einen homogenen Markt mit gut informierten Kunden haben. Somit sind alle Produkte am Markt exzellent und unterscheiden sich nur marginal. Sprich: Der Hersteller muß auf Basis von Daten die er sammelt versuchen, einen Wettbewerbsvorteil zu erreichen und weiß im optimalen Fall, welches Produkt ein potentieller Kunde kaufen möchte, bevor der Kunde selbst weiß, welches Produkt er haben möchte. 

Wenn ein Autohersteller wüsste, welcher Fan im Stadion gerade darüber nachdenkt, ein neues Auto zu kaufen und heute noch kein Kunde der Marke ist. Und wenn der Hersteller zudem wüsste, wie hoch das Budget ist, wäre das doch von einem enormen Vorteil? Auf der einen Seite für den Hersteller, da die Werbung viel zielgerichteter mit viel weniger Streuverlusten ausgespielt werden kann. Und für den potentiellen Neuwagen Käufer wäre es von Vorteil, dass ihm ein Wagen angeboten würde, der zu seinem Budget passt und nicht der, der zuletzt im Internet angesehen wurde. 

Genau solche Themen kann ich nur angehen, wenn ich im Besitz von Daten bin oder zumindest den Zugriff auf diese Daten habe.

Bleiben wir in der Arbeitswelt. Du prognostizierst in den kommenden 3-5 Jahren einen Wegfall vieler Standardjobs von Wissensarbeitern. Xing geht in einer aktuellen Studie davon aus, dass nur rd. 12% der Arbeitnehmer Angst von einer Disruption haben. Alles also nur halb so schlimm?

Zu dem Thema schreibe ich gerade an einem Buch und ich kenne natürlich auch die Xing- und die IZA- Studie. Grundlegend bedeuten 12,6% der Erwerbstätigen aktuell 5,54 Millionen Arbeitnehmer, bei denen der Job real in Deutschland bedroht ist - bei aktuell ca. 2,6 Millionen Arbeitslosen. Wenn wir diese beiden Zahlen addieren sind wir bei potentiell 8,14 Millionen Arbeitslosen in Deutschland welches die höchste Nachkriegs Arbeitslosenzahl wäre. Und das finde ich schon beängstigend. 

Allerdings sagt die Studie auch aus, dass nur ca. 2,3% einer nicht repräsentativen Stichprobe unter Xing-Mitgliedern Angst vor dem Change haben. Fakt ist auch, dass die gerne zitierte Studie aus 2013 von Frey & Osborne davon ausgeht, dass ggf. 42% der Wissensarbeitsplätze in Deutschland bedroht sind. Eine andere Studie von KPMG aus 2016 besagt, dass weltweit ca. 100 Millionen Jobs im Business Process Outsourcing (BPO) Umfeld bedroht sind und bis 2025 wegfallen werden. Alle diese Studien sind sich aber in einem Punkt einig: 

Es wird einen bedeutenden Change in den Job- und Tätigkeitsprofilen der bisher von den 3 voran gegangenen industriellen Revolutionen verschont gebliebenen Wissensarbeitern geben.

Und das ist kein Thema für die nächste oder die übernächste Generation. Wir müssen uns der Herausforderung bereits heute stellen und über ein Aus- und Fortbildungsbündnis für die betroffenen Wissensarbeiter diskutieren. Interessanter Weise haben dies die Gewerkschaften und allen voran Ver.di bereits erkannt und sind aus meiner Sicht hier weiter als die meisten Unternehmen bzw. Unternehmer. (siehe Interview in der "Zeit"). 

Data Scientists sind für Dich die neuen "Götter in Weiß", die aus "Big Data" mittels Künstlicher Intelligenz (AI) und Machine Learing (ML) qualifizierte Prognosen über unser Kaufverhalten ableiten können. Warum bekommen wir immer dann immer noch "Verfolgerwerbung" angedreht

Leider setzen die meisten Ads im E-Commerce immer noch auf die alten Methoden: Die Dinge, die ich in der letzten Zeit angeklickt habe, verfolgen mich dank der alten Cookie-Technologie auf den unterschiedlichsten Seiten. Und die Anbieter hoffen, dass man den Artikel – sieht man ihn nur oft genug – irgendwann kauft. Diese Systeme erkennen nicht, dass man den Artikel schon gekauft hat. Mit Machine Learning und AI wird dies besser und es ist tatsächlich möglich, mit modernen Recommender Engines - wie sie z.B. von Netflix eingesetzt werden - abzuleiten, was der Kunde tatsächlich kaufen möchte. 

Schauen wir uns Netflix mal etwas genauer an:

Zuerst versucht ein AI basierter Recommender zu verstehen, was passiert ist. Also welche Filme und Serien habe ich mir angesehen, welche habe ich abgebrochen und welche gegebenenfalls sogar geliked. Als nächstes versucht der Recommender herauszufinden, warum ich diese Aktionen bei den Filmen und Serien durchgeführt habt. Also: Warum habe 
ich „Orange is the new Black“ abgebrochen und warum habe ich „Designated Survivor“ 
angesehen und vielleicht sogar mehr als einmal?

Als nächstes versucht der Recommender vorauszusehen - sprich zu lernen -, was ich wohl als nächstes tun werde. Schaue ich mir tatsächlich neben „Designatd Survivor“ auch noch „House of Cards“ an – was recht naheliegt. In dieser Phase zeigt der Recommender seine Vermutungen noch nicht den Usern. Das bleibt komplett im System verborgen und Netflix versucht zu lernen.

Der letzte Schritt – und alle Schritte basieren auf Wahrscheinlichkeiten – ist der, dass mir der Recommender, wenn er genügend Daten gesammelt hat - also die Wahrscheinlichkeit einen gewissen Threshold überschritten hat – Vorschläge macht, um für mich das Netflix-Erlebnis so gut zu machen wie nur irgend möglich. Und die Vorschläge aus dem Recommender sind so gut, dass sie in aller Regel tatsächlich meinen Geschmack treffen. Mir hat er z. B. nach „House of Cards“ und „Designated Survivor“ „White Collar“ angeboten. Was soll ich sagen? Ich bin gerade am Ende der 2. Staffel.

Wenn Daten im Mittelpunkt jeden Geschäfts stehen, kommen wir um Cloud Services als Rechenzentrum nicht drumherum. Besteht nicht die Gefahr, dass Amazon's AWS, Google's G-Suite und Microsoft's Azure uns ausspionieren? Sollten wir wirklich US-Diensten vertrauen?

Peter Jäger bei 12min.me in Hamburg.
Quelle: Twitter @lets_bundle
Auf jeden Fall sollten wir diesen Diensten vertrauen. Sie sind erheblich sicherer und flexibler als die Angebote aller lokalen IT-Service Provider zusammen. Von den eigenen Rechenzentren der Mittelständler möchte ich hier gar nicht sprechen. 
Natürlich müssen Regeln verhandelt und vereinbart werden für die Erbringung der Dienstleistungen. Aber aus meiner Sicht sind die Daten in allen 3 Clouds sicherer und die Serviceleistung zuverlässiger als in 
jedem lokalen Rechenzentrum - und das bei in aller 
Regel viel geringeren Kosten. 

Mit der für alle Unternehmen und Cloud-Provider ab Mai 2018 verbindlichen Datenschutzgrundverordnung DSGVO bzw GDPR haben wir ein zuverlässiges und rechtlich bindendes Rahmenwerk insbesondere für die Verarbeitung personenbezogener Daten. Können Nachrichtendienste trotzdem auf die Daten zugreifen ohne, dass wir es merken? Vermutlich - aber dies 
können sie bei den eigenen Rechenzentren dann auch und vermutlich sogar einfacher. 
Leider löst die DSGVO nicht alle Herausforderungen im Datenschutz. Insbesondere noch 
nicht den Zwang für bestimmte regulierte Industrien oder für den öffentlichen Sektor, Daten im eigenen Land zu speichern. 

Für diese besonderen Ansprüche gibt es dann Angebote wie von Microsoft mit der „Microsoft Cloud Deutschland“, bei der sichergestellt ist, dass die Daten Deutschland nicht verlassen und die Rechenzentren von einem deutschen Datentreuhänder betrieben werden. Diese „Microsoft Cloud Deutschland“ ist für diese Anwendungsfälle ein absolutes Alleinstellungsmerkmal und nicht zu vergleichen mit den deutschen Rechenzentren von Amazon oder Google, die immer noch von den jeweiligen Firmen betrieben werden.

Du hast selbst 5 "Alexen" in Deinem Haus - warnst zugleich vor Konkurrent Google mit einem dauerlauschenden "Home Mini". Warum lässt Du Dein Haus von Amazon "aushorchen" und was empfiehlst Du im Umgang mit den neuen Geräten? Worauf sollte jeder von uns achten?

Und die 6. kommt bald mit dem "Sonos One" 😊

Grundlegend muß jeder für sich entscheiden, was er von sich freiwillig preisgibt - und was nicht. Am Ende des Tages funktionieren diese Services, ob nun von Amazon, Google, Microsoft oder Apple nur dann, wenn ich umfangreiche persönliche Daten von mir dem Anbieter zur Verfügung stelle. Dafür bekomme ich dann aber auch einen entsprechenden Gegenwert. 

Wichtig ist, dass die Anbieter möglichst transparent erklären, was mit den Daten passiert, wie sie geschützt sind, was ich dafür erhalte und in wieweit ich dem Anbieter vertraue. Aus meiner Sicht sind hier die Assistenten von Amazon mit Alexa und Microsoft’s Cortana diejenigen, denen ich heute persönlich am meisten Vertrauen schenke und wo ich verstehe, wie die Daten und deren Verarbeitung geschützt sind.

Diese Transparenz und das Vertrauen fehlen mir heute (noch) bei Apple’s Siri und Google Home. Am Ende des Tages wird hier sehr schnell ein 2- bis 3-Kampf der Systeme zwischen Facebook, Google und Microsoft starten. Amazon macht zwar ein Top-VUI (Voice User Interface), allerdings fehlen hier aus meiner Sicht die wirklichen visionären Ideen und Ansatzpunkte, wie man vNext Bots tatsächlich auch außerhalb von E-Commerce und einfachen An/Aus-Funktionen nutzen kann. 

Im "Wired Backchannel" ist im Juni ein Top Artikel zum Thema AI erschienen, der ein wenig stärker beleuchtet, was Microsoft so vorhat. Der Artikel ist sehr lesenswert. In meinem neuen Startup werden wir übrigens auf einen Mix von Googles und Microsofts AI setzen.

Elon Musk warnt vor künstlicher Intelligenz. IBM's Watson las das Urban Directory aus. Facebook schaltete ein AI-System ab, nachdem zwei Bots begannen, sich in einer unbekannten Sprache zu unterhalten. Und Microsoft schaltete einen Bot ab, der 
zum Nazi und Sexisten avancierte. Ist das Ende der Menschheit nah?

Auf keinen Fall! Alles in allem leben wir in einer spannenden Zeit: Fast jeder Aspekt unseres Lebens wird durch Technologie verändert – und das in atemberaubendem Tempo. Ich glaube, dass wir heute erst am Beginn einer neuen technologischen Revolution stehen. Sie verspricht uns einen Wandel der Art, wie wir leben, arbeiten, kommunizieren und lernen. Und das in einem Tempo und Umfang, wie das die Menschheit noch nie zuvor erlebt hat. 

Eine neue Generation technologischer Innovationen verschafft uns Möglichkeiten, die neue Wege zur Erschließung wirtschaftlicher Chancen und die Lösung von einigen der brennendsten Fragen der Menschheit versprechen.

Die Vorteile dieser Veränderungen könnten gewaltig sein. Jetzt wird eine nicht allzu ferne Zukunft vorstellbar, in der es keine Armut mehr gibt, in der Krankheiten ausgelöscht sind, die die Menschheit seit Jahrtausenden quälten, in der eine Lösung für den Klimawandel gefunden wurde und in der neue Formen der Kommunikation und Zusammenarbeit zu einem epochalen Anstieg von Innovation und Kreativität führen.

Doch wir können uns beim Blick auf dieselbe technologische Revolution auch fragen: Gehen wir nicht eher einer düsteren Zukunft entgegen, in der Roboter und Automatisierung Millionen von Arbeitsplätzen vernichten, in der Einkommensunterschiede zu einer unüberbrückbaren Kluft führen, in der die öffentliche Sicherheit permanenten Bedrohungen ausgesetzt ist und in der unsere Privatsphäre durch aggressive Überwachung und unkontrolliertes Sammeln von persönlichen Daten untergraben wird?


Viele Menschen bezweifeln, dass man künstlicher Intelligenz vertrauen kann. Diese weit verbreitete unterschwellige Angst ist durchaus nachvollziehbar. Genau daher ist es so wichtig, Ethische Grundsätze für die Nutzung dieser neuen Technologien und Methoden verbindlich zu vereinbaren.

Aus meiner Sicht hat Microsoft mit seinem CEO Satya Nadella hier einen sehr guten Vorschlag erarbeitet, den ich hier gerne teilen möchte:

  • A.I. muss zur Unterstützung der Menschheit designt werden
  • A.I. muss transparent sein
  • A.I. muss Effizienz maximieren ohne die Würde des Menschen zu verletzen
  • A.I. muss für intelligenten Datenschutz konzipiert werden
  • A.I. muss eine algorithmische Verantwortung besitzen, so dass unbeabsichtigter Schaden korrigiert werden kann
  • A.I. muss Unvoreingenommenheit und repräsentative Forschung sicherstellen, so dass falsche Heuristiken nicht zu Diskriminierung genutzt werden können

Was getan werden kann, wird getan. Das müsste uns doch trotz aller Regeln 
erhebliche Angst einflößen. Du nennst als Beispiel ein IoT-Projekt aus dem Jahr 2013 in Japan, bei dem erstaunliche Erkenntnisse in Sachen Fortpflanzung von Kühen gemacht wurden. Was hat es damit auf sich?

Ja das ist eher ein eher ungewöhliches AI Projekt, aber nicht minder spannend: In 2013 gab es ein IoT-Projekt in Japan, mit dessen Hilfe japanische Farmer es geschafft haben, das Wunschkalb zu züchten. Nicht von der DNA her, aber vom Geschlecht. In der industriellen Kuh-Produktion ist das weibliche Kalb interessanter als das männliche. Von daher versucht jeder Betrieb, möglichst viele weibliche Kälber zu züchten. Ja selbst bei Wagyu. 

Man hat nun auf Basis von vielen Daten (Big Data) und ML (Machine Learning) festgestellt,dass eine weibliche Kuh 16 Stunden vor dem optimalen Zeitpunkt für die Befruchtung durch einen Bullen sich extrem viel bewegt und sehr aktiv ist. Zudem hat man herausgefunden, dass die Wahrscheinlichkeit für ein weibliches Kalb im Zeitpunkt bis zu 2 Stunden vor dem optimalen Zeitpunkt extrem hoch ist und bei bis zu 2 Std. nach dem Zeitpunkt ein männliches Kalb gezeugt wird. 

Üblicherweise liegt diese Start-Zeit immer zwischen 22.00 Uhr abends und 8.00 Uhr morgens. Um genau diesen Zeitpunkt zu treffen müsste der Bauer nun entweder die ganzen Nächte wach sein oder man versieht die Kühe mit einer Smartwatch, die diese Bewegungen
 protokolliert und dem Bauern am nächsten Morgen den optimalen Zeitpunkt für die Befruchtung durch einen Bullen mitteilt und der Bauer hat eine nahezu 100%ige Wahrscheinlichkeit für ein weibliches oder männliches Kalb.

Zu guter Letzt unsere "Hamburg-Frage": Du bist Hamburger und kennst Wirtschaft und Politik an der Elbe sehr gut. Wo ist die "Wirtschaftshauptstadt" bereits gut auf die digitale Zukunft vorbereitet und wo würdest Du den Verantwortlichen raten, die Zeit besser und aktiver zu nutzen

Aus meiner Sicht fehlt es an einem ganzheitlichen Digitalen Masterplan 2025 für Hamburg. Es ist schön, dass die Stadt es endlich geschafft hat, einen CDO (Chief Digital Officer) zu finden. Dieser fängt allerdings erst im Januar 2018 an und ich frage mich, ob ein Person – wer diese auch immer sein mag – unter der Staatsratsebene tatsächlich Dinge bewirken kann oder ob auch er in den Silo’s der einzelnen Behörden gefangen ist. 

Grundsätzlich gibt es aus jeder Behörde viele gute Dinge, die zur Digitalisierung unserer Stadt – ob nun im Hafen, für Startups, die Gaming Branche oder auch Hammerbrooklyn - beitragen. Diese sind aber selten über die Behörden hinweg koordiniert und zeigen so gut wie nie einen echten Impact. Persönlich bin ich besorgt, ob wir es wirklich schaffen, die Chancen, die sich mit der Digitalisierung ergeben, wirklich zu erkennen und zu nutzen. Meine klare Empfehlung – nicht nur für die Stadt, sondern auch für den Bund – lautet:

Wir benötigen dringend einen Senator bzw. Minister für Digitales und Infrastruktur, 
der weitreichende Richtlinienkompetenzen in alle betroffenen Behörden und Ministerien hat. Es ist z. B. ein Unding, dass in Hamburg der Informatikunterricht kein Pflichtfach an allen Schulen ist.

Vielen Dank für spannenden Antworten!
Das Interview für Thomas Keup.


* * *


 Hamburg Digital Background: 

Vortrag "AI, Ethik und was die Kühe damit zu tun haben"
https://jaeger.to/?p=369

Persönlicher Blog von Peter Jaeger zu digitalen Themen
https://jaeger.to/?cat=2

Kontakt zu Peter Jäger beim Business-Netzwerk Linkedin
www.linkedin.com/in/pejaeger/

Donnerstag, 20. April 2017

HANSESHIPPING: Hapag-Lloyd - Vom Gießkannendienst zu Data in Action.

HAMBURG DIGITAL REPORT

Hamburg, Binnen-Alster: Das Ballinhaus mit der Nr. 25 am gleichnamigen Damm weist stolz auf die globale Präsenz der "Hamburg America Linie" von Dampfschiffen bis Containerriesen hin. Die Zentrale der Hapag-Lloyd AG ist nach dem Hamburger Dampfschiff-Reeder Alfred Ballin benannt, der 1888 in den Vorstand der HAPAG berufen wurde und die Linie ab 1899 zur weltweiten Nr. 1 machte.


Hamburg, Ballindamm 26, die Zentrale der Hapag-Lloyd AG.
Foto: Hapag-Lloyd
Damals wie heute geht es am Ballindamm um den Linienverkehr rund um den Globus. 163 Hapag-Lloyd-Containerschiffe laufen die Häfen der Welt an - viele davon mit dem Hamburger Wappen voran. Mehr als 160 Direktverbindungen zählt die weltweit fünftgrößte Reederei. In Zeiten schwankender Märkte, fusionierender Anbieter und globaler Allianzen geht es am Ballindamm auch um die eigene Zukunft. 

Diskutieren Politiker über die Digitalisierung der Logistik, die Auswirkungen auf die Seefahrt und die Unterstützung durch digitale Logistiklabs, hat am Ballindamm die Zukunft bereits begonnen. Hinter den dicken Mauern schlägt im Fleet Support Center der Hapag-Lloyd das digitale Herz der Hamburger Weltreeder. Ein Hamburg Digital Report:

Alle 3 Minuten senden die Datenpunkte von den weltweit vernetzten Containerschiffen aktuelle Informationen, alle 10 Minuten empfängt das Fleet Support Center in Hamburg Positionsdaten der 163 Hapag-Lloyd-Frachter sowie aller Schiffe in den Allianz-Liniendiensten. Alle 15 Minuten wissen die Ingenieure im abgeschotteten Kontrollzentrum, wie es um Schiffsschrauben, Maschinen und Ruderanlagen steht. 


Das Fleet Support Center der Hapag-Lloyd in Hamburg.
Foto: Hapag-Lloyd
Wären die sekundengenauen Erhebungen über die Flotte mit dem Hamburger Wappen bereits eine spannende Geschichte, machen die Satellitendaten für 1.700 Schiffe mit HLAG-Containern rund um den Globus aus einem Hausbesuch eine digitale Big-Data-Story. 

Es ist eine Geschichte über 1,6 Mio. orangefarbene Hapag-Lloyd-Container mit insgesamt 7,5 Mio. Transporten pro Jahr, eine Geschichte um Containerpositionen, Erschütterungen, Klima und Temperaturen. Es ist die digitale Echtzeitüberwachung eines weltweit elektronisch gemanagten Business "Made in Hamburg".

Es war einmal: Datensilos und das berüchtigte Laufwerk:C

2013 fängt alles an: In einem Projekt sollen Schiffsmechaniker, nautischer Offizier Jörn Springer und eine handvoll Kollegen herausfinden, wie man mehr Ladung mit weniger Brennstoff transportieren kann. Das Projekt beginnt wie jedes Projekt: Informationen sammeln. Von gedruckten Kopien bis elektronischen Sensordaten ist alles dabei. Die Daten sind fragmentiert - verstreut in Excel-Tabellen, Diagrammen und Word-Listen, gebunkert in den Datensilos der Fachabteilungen und dem berüchtigten "Laufwerk:C". Neben einmaligen Informationen liegen regelmäßige Erhebungen auf dem Tisch. Aus der scheinbar einfachen Frage nach mehr Wirtschaftlichkeit wird ein Großprojekt.


Die vollbeladene "Antwerpen" mit 13.167 Containern.
Foto: Hapag-Lloyd
Die Herausforderungen: Welche Daten sind für welche Anwendungsfälle relevant? Wie sind die Daten zu bewerten? Welche Daten können automatisch verarbeitet werden? In welcher Zeitzone sind sie erhoben worden? Wie können sie in die richtige Reihenfolge gebracht werden? Und: Nach welchen Standards sind Daten und Zustände weltweit erhoben worden? 

Dazu kommen die baulichen Besonderheiten unterschiedlichster Frachter unterschiedlicher Klassen unterschiedlicher Historie? Keine Kleinigkeit bei Schiffen von 2.300 TEU bis zu Megafrachtern des Fusionspartners UASC mit bis zu 19.000 Containern auf bis zu 400 Metern Länge und 60 Metern Breite. 

Vom Teilprojekt zum Support Center zur strategischen Abteilung

Aus der einmaligen Erhebung wird ein kontinuierliches Monitoring, aus dem Projektteam Ende 2013 das Fleet Support Center, aus dem Center im Sommer 2014 eine entscheidende Abteilung in der Firmenzentrale am Ballindamm. Ein Dutzend Spezialisten arbeiten heute in der NASA-gleichen Kommandozentrale, bis zum Jahresende werden es 17 sein. Und die Herausforderungen steigen: Neben eigenen Schiffen müssen die Controller auch die rd. 120 gecharterten Schiffe monitoren, neben selbst bewirtschafteten auch fremd gemanagte Schiffe im Blick behalten.

Viele Schiffe werden befristet gechartert. Wie bei Bahn und Bus ändern sich Ziele, Routen und Termine. War und ist die "Hamburg-Amerika-Linie" Marktführer zwischen Europa und Nordamerika, sind die Hamburger mit Übernahme von CP Ships zunehmend in Richtung Kanada, Australien und Asien unterwegs. Mit der neuen "THE Alliance" werden Linien neu geplant. Im Fokus: Mehr Direktverbindungen zwischen Port-Pairs und weniger Dienste von "Gießkanne" zu "Gießkanne", so ein HLAG-Manager augenzwinkernd bei der Vorstellung der neuen Allianz.

Die "Yantian Express" am Container-Terminal in Altenwerder
Foto: Hapag-Lloyd
2015 holt sich das Team um Dipl.-Ing. Jörn Springer und Logistikspezialistin Julia Kühnbaum wertvolles Know how aus anderen Segementen: ob PKW oder Stückgut, ob Öl oder Gas, ob Fischerei oder Militär - die Besonderheiten der Seelogistiksparten helfen auch der hoch standardisierten Containerlogistik, mit Hilfe feingranularer Daten umfassende Optimierungen vorzunehmen. 

Wie können die Hapag-Frachter optimal be- und entladen werden? Gibt es zusätzlich verfügbares Volumen oder Gewicht, dass gemakelt werden kann? Malten die Ausbilder des HLAG-Offiziers einst Container für die einzelnen Häfen mit Buntstiften in große Pläne, sorgen die Daten des Fleet Support Centers heute automatisiert für optimale Beladungsplanung.

Aus Optimierern werden Analysten für Entscheidungen an Board

Was passiert zwischen den Häfen auf hoher See? Im Fleet Support Center geht es längst um vorausschauende Planungen: Reichen die bestehenden Kapazitäten auf eigenen und verbundenen Schiffen aus? Muss ich Routen mit kleineren oder größeren Schiffsklassen bedienen? Kann ich die Nachfrage mit einem eigenen Liniendienst betreiben? Brauche ich zusätzliche Charterschiffe oder muss ich die Flotte eher verkleinern?

Das Messingschild am Ballinhaus in Hamburg.
Foto: HANSEVALLEY / Thomas Keup
Ging es früher in 5-Jahres-Plänen um die kontinuierliche Entwicklung des eigenen Geschäfts, führen Wettbewerbsdruck und Rahmenbedingungen heute zu ständiger Volatilität. Heftige Ausschläge in der Geschäftsentwicklung können schnell zum unkalkulierbaren Risiko werden. Die Brennstoff-, Ladungs-, Routen- und Umschlagsoptimierer sind zu hochspezialisierten Datenanalysten geworden, die den Tanker Hapag-Lloyd auf den Weltmeeren auf Kurs halten. 

All dies wäre ohne Millionen Datensätze undenkbar. Gut zu wissen, dass in Zeiten von "Industrie 4.0" Hapag-Lloyd die "Schifffahrt 4.0" bereits aktiv lebt. Am Schluss geht es aber vor allem um die Seefahrt. Und der frühere Schiffsoffizier Jörn Springer fasst treffend zusammen: "Wir wollen die beste Entscheidung an Bord ermöglichen." Damit das Hamburger Wappen noch lange sicher und erfolgreich in die Häfen der Welt einläuft.




 Hamburg Digital Background: 

Hapag-Lloyd AG, Hamburg:
https://www.hapag-lloyd.com/de/home.html

NDR-Heimatkunde: Reedereien:
www.ndr.de/kultur/geschichte/hamj21671.html


 Hamburg Digital Reports: 

HANSEBUSINESS: DAKOSY - Der digitale Lotse im Hamburger Hafen.
http://hh.hansevalley.de/2017/04/hansebusiness-dakosy.html

HANSEPERSONALITY Willem van der Schalk: "Das Rad nicht neu erfinden!"
http://hh.hansevalley.de/2017/03/HANSEPERSONALITY-van-der-Schalk.html



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