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Sonntag, 17. Oktober 2021

5 Jahre digitaler Norden. Das ist erst der Anfang.

 HANSE DIGITAL MAGAZIN
* Update 18.10.2021 *


Liebe Leserinnen, liebe Leser:

"Es bedarf mehr medialer Aufmerksamkeit und Bericherstattung, welche Chancen die Digitalisierung in Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft bietet". Mit dieser Aussage mogelten sich Politiker auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene jahrelang aus der Verantwortung, Digitalisierung mit greifbaren Aktivitäten, politischen Rahmenbedingungen und angemessener Förderung zum Fliegen zu bringen. Seit fünf Jahren ist das in Hamburg, der Metropolregion und in den fünf norddeutschen Bundesländern nicht mehr ganz so einfach. Denn mit mehr als 2.200 Nachrichten und rd. 330 Beiträgen zeigt HANSEVALLEY, was digital tatsächlich passiert - und wer sich mit Sonntagsreden und Buzzwords, Schönwetterprognosen und leeren Versprechen vom Acker machen will.

Am 15. Oktober 2016 ging der erste Beitrag von HANSEVALLEY online. Das damalige Hamburg Digital Magazin berichtete unter dem Titel "Be Berlin? Hamburg Ahoi? Wer die Wahl hat ..." über die Unterschiede der beiden größten deutschen Millionenstädte, über ihre Stärken und Schwächen. Noch am selben Tag zitierten wir mit "Startups in Hamburg? “Deutschland hat nicht nur ein Paris.” die erfolgreiche Serienunternehmerin Verena Pausder und verglichen die Startupszenen an Elbe und Spree. So begann unser Weg als Digitalmagazin für Hamburg, die Metropolregion und seit Ende 2019 für alle fünf norddeutschen Bundesländer - inkl. digitaler Highlights, wie der künstlichen Intelligenz, Quantencomputing und dem autonomen Fahren.

HANSEVALLEY war ursprünglich nicht als Digitalmagazin geplant. Eigentlich sollte es ein Startupmagazin names "GRÜNDERMETRO" werden - in Anlehnung an das von mir in Berlin betreute Magazin gleichen Namens. Doch neben einem bereits existierenden Startupblog ergab das wenig Sinn. Unser Wingman Oliver Rössling brachte uns als Rostocker Hanseat bei einer Küchenparty des Altonaer Startups "Lifetime" auf unseren heutigen Namen. In unserer Startupberichterstattung im Hanse Startup Magazin HANSESTARTUPS fokussieren wir uns nun seit fast fünf Jahren auf die Jungunternehmen, die fernab heißer Luft, zweifelhafter Geschäftsmodelle und bunter Pudelshows echte Innovationen entwickeln und nicht zu den Lieblingen einzelner Startupmuttis gehören, wie "FashionCloud", "NautilusLog" oder "Nect". 

Mehr als 1 Mio. Views für 2.200+ News und 330 redaktionelle Beiträge.

Konnten sich unsere ersten Beiträge über jeweils gut 280 Leser freuen, wuchs die Leserschaft auf bis zu 2.200 Views auf besonders erfolgreichen Beiträgen an, z. B. bei unserem Hamburger Jahresrückblick 2017, unserem Bericht über "FashionCloud", die Bananen-Software von "Moia", unser Corona-Special für Hamburg oder die Methoden des Hamburger Versandhändlers "Otto". Gleiches gilt für unsere Themenmagazine, mit denen wir heute interessanten Entwicklungen einen eigenen Platz bieten. Wie bei unserem Namen haben wir auch bei den Schwerpunkten einen Pivot hingelegt. So berichten wir heute regelmäßig über die digitalen Aktivitäten an Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstituten im Norden. Die aktuellen Meldungen gibt es im Hanse Science Magazin HANSESCIENCE. Mit dem Hanse Health Magazin und dem Hanse Quantum Magazin gehen in Kürze unsere jüngsten Rubriken an den Start.

Womit wir beim wahrscheinlich wichtigsten Grundsatz unserer fünfjährigen Entwicklung sind: der Unabhängigkeit - z. B. von Politikern und Funktionären, und der Unerschrockenheit - z. B. vor Pressesprechern einzelner, vor allem Hamburger Unternehmen, die wir heute schwarz auf weiß benennen. Neben unseren im März 2017 gestarteten Hanse Digital Nachrichten HANSENEWS per Liveblog und über 143.000 Lesern erfreuen sich vor allem das Hanse Startup Magazin HANSESTARTUPS mit 20.000+ Lesern, das Hanse KI Magazin HANSEMACHINE mit 13.000+ und das Hanse Champion Magazin HANSECHAMPIONS mit 12.000+ Lesern großer Beliebtheit. Dort finden sich auch die entsprechenden Nachrichten zu den Schwerpunkten wieder. Unter dem Strich freuen sich unsere Redakteure aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen über mehr als 1 Mio. Views.

Shitstorm von SPD-Funktionär*in Nico Lumma: Hass ist keine Meinung.

Ein halbes Jahr nach unserer Gründung fingen wir uns einen Shitstorm des Hamburger SPD-Funktionärs, Web 2.0-Veteran*in und hauptberuflicher Startup-Hebamme Nico Lumma ein. An seiner/ihrer Seite: Die beiden Macher*innen des Hamburger Startupblogs. Aufhänger: Wir hatten es gewagt, die Machenschaften des Versicherungs-Startups "Haftpflichthelden" (heute "Helden.de") scharf zu kritisiert. Unter den Shitstormer*innen mit hasserfüllten Tiraden befanden sich so prominente Spezialist*innen, wie "About You"-Co-Founder*in Tarek Müller und der/die/das Hamburger Personalberater*in Dwight Cribb. Das Bundesamt für Justiz stellte nach 1,5 Jahren fest: Nico Lumma und seine Hamburger Kumpel*innen haben geltendes Recht gebrochen, sich strafbar gemacht und gehören auf die Anklagebank. Unsere Stellungnahme dazu gibt es auf der Seite des Hanse Digital Codex HANSECODEX.

Wenn man den Mund aufmacht, Missstände kritisiert und sich nicht einschüchtern lässt, werden die Nattern in der Schlangengruppe aka Subventionssumpf bissig. Schließlich steht in unserer Stellenbeschreibung nichts von "kriech brav und schleim vor den Hamburger Seilschaften" oder "sei ein harmloser Marketing-Dödel und verbreite blind die Staats-PR". So wurden wir über die Jahre auch von einigen Pressesprecher*innen angegriffen und man versuchte uns - Zitat - "in die Schranken zu weisen". Allen voran dürfen wir die unfair agierenden Zeitgenoss*innen von "Beiersdorf" (im Ruhestand), des Terminalbetreibers "HHLA", der Hamburger "Hochbahn" (der mit den Schranken ...) und der "Otto Group" nennen. Letzterer Chef*innensprecher meinte uns, schriftlich beleidigen zu müssen. Vielleicht ist er aber auch nur sauer, dass sein Klamotten- und Möbelversand von Jahr zu Jahr mehr Boden gegen "Amazon" verliert.

Chef*innensprecher, Liebesdiener*innen und andere Spezialist*innen. 

Über die vergangenen fünf Jahre haben wir uns ein Profil erarbeitet, das man u. a. mit 'zugespitzt und unverblümt', 'kritisch und investigativ' beschreiben kann. Unsere Enthüllungen finden Sie u. a. im Hanse Recherche Magazin HANSEINVESTIGATION. Fakt ist: Journalismus ist kein Storytelling, Berichterstattung kein Content-Marketing und ein Onlinemagazin kein Ad-Channel. Auch wenn Social Media Marketer*innen wie Nico Lumma und Philip Westermeyer nur zu gern Content für Reklame-Kampagnen benutzen. Geht es in unabhängiger Recherche und Redaktion um Tatsachen was passiert ist, versuchen genannte Protagonist*innen, bunte Bildchen aka GIFs, Gesabbel aka Podcasts und falsche Etiketten als "Medienmacher*innen" zu verkaufen. Dabei dienen die Liebesdiener*innen tief gebügt vor allem der werbetreibenden Wirtschaft. Das hat mit Glaubwürdigkeit im Geschäftsleben eher nichts zu tun.

Womit wir beim nicht weniger unappetitlichen Thema des Genderns sind: In der Redaktion haben wir - zwei "alte weiße Männer" (auch das ist übrigens diskriminierend!) und eine jüngere weisse Geschäftsfrau - uns entschlossen, den Genderwahnsinn nicht mitzumachen. Schauen Sie sich unsere Leitlinien im Hanse Digital Codex HANSECODEX an. Bekommen wir genderte Statements, werden diese von uns gekürzt oder weggelassen. So, wie 80 % von über 71.000 "FAZ"-Lesern,  86 % von 26.000 Befragten des "MDR" und 94 % von über 1.500 Lesern der "Berliner Zeitung" gendern für überflüssig halten, bringt es keiner Frau für 5 Cent mehr Respekt, Chancengleichheit und Anerkennung. Denn hier geht es nicht um eine feige (Mitläufer-)Haltung, sondern um Werte, wie man mit anderen Menschen zusammen lebt und arbeitet. Und die können nicht durch grammatikalisch falsche, politisch motivierte und moralisch überhöhte Sprache aufgezwungen werden.

Der digitale Norden: KI-Forschung, KI-Bildgebung & autonomes Fahren. 

Die Zukunft des Nordens mit Handel und Häfen, Autos und Logistik, Landwirtschaft und Tourismus liegt in Technologien. Eine unserer entscheidenden Leitfragen lautet: Wo passieren im Norden die spannenden Dinge rund um Digitalisierung, Transformation und Kulturwandel? Die Freie Hansestadt Bremen brilliert im 50. Jahr des Bestehens ihrer Universität mit dem Thema künstliche Intelligenz. Mit einem DFKI-Standort, dem Institut für künstliche Intelligenz und dem Technologiezentrum Informatik und Informationstechnik, dem Fraunhofer Institut für Digitale Medizin und dem künftigen KI-Schwerpunkt der "Jacobs University" ist die Wesermetropole einer der führenden KI-Forschungsstandorte in Deutschland. Jetzt geht es darum, die KI-Forschung in die Wirtschaft zu bringen. Hierzu soll es mit dem "Digital Hub Industry" im Technologiepark und an der FH in Bremerhaven zwei Transferzentren für Industrie und Mittelstand geben. Lesen Sie mehr dazu im Hanse KI Magazin HANSEMACHINE.

Bremens Erzrivale, die Freie und Hansestadt Hamburg, punktet - unabhängig eines hochgejazzten Verkehrskongresses - mit digital-vernetzter Mobilität. Mit Projekten zum autonomen Fahren inkl. einer Teststrecke für PKW in der Hamburger Neustadt, einer Teststrecke für autonome Kleinbusse in der Hafencity, einem künftig autonomen Sammel-Fahrdienst, autonomen LKW-Transporten im Hafen und einer jetzt autonom zu spät kommenden S-Bahn sammelt die Stadt Erfahrungen. Eine Übersicht dazu bietet das Hanse Mobility Magazin HANSEMOBILITY. Dank Verkehrswende-Diskussionen und spendablem Bundesverkehrsminister passen die Projekte wunderbar in die Klimaschutz-Duselei des rot-grünen Senats. Ein weiteres Zukunftsthema an Alster und Elbe ist die KI-gestützte Bildgebung - dank starker Player aus der Wirtschaft, wie der Klinikgesellschaft "Asklepios", dem Biometrie-Marktführer "Dermalog", dem Mikroskopie-Spezialisten "Olympus", der Röntgensparte von "Philips" und dem jungen KI-Identitätsspezialisten "Nect".

Digitaler Norden: Smart Farming, Smart Villages & ein Quantencomputer.

Womit wir bei den Küstenländern wären: Mecklenburg-Vorpommern ist zwar kein Vorreiter bei Industrie und Dienstleistungen. Die sechs digitalen Innovationszentren an den Standorten Greifwald und Neubrandenburg, Rostock und Schwerin sowie Stralsund und Wismar sind aus unserer Sicht jedoch vorbildliche Startpunkte z. B. für die flächendeckende Digitalisierung in KMUs und in der Verwaltung. Neben der Verknüpfung von Hochschulen, Startupsberatung, Mittelstandsförderung und lokaler Interessenten hat der Nord-Osten laut eines unabhängigen Zukunftsprogramms besondere Chancen in den Themen Smart Farming und Smart Villages. Mehr dazu gibt es Bereich MV des Hanse Future Magazins HANSEFUTURE. Mit der bereits 2018 eingeführten "Digitrans"-Förderung mit bis zu 50.000,- € für KMUs kann man in Schwerin über die "Digitalbonus"-Spätstarter Bremen, Hamburg und SH nur lächeln. Jetzt ist MV gefordert, mit seiner Mobilfunkmastgesellschaft schleunigst die 230 weißen Flecken zwischen Westmecklenburg und Vorpommern zu schließen.

In Niedersachsen spielen drei digitale Themenfelder eine Rolle: Rund um Hannover steht die digital-gestütze Elektromobilität und das ab 2015 erwartete autonome Fahren im Mittelpunkt. Hier kommen eine 280 km lange Teststrecke auf den Autobahnen zwischen Hildesheim, Hannover, Braunschweig und Wolfsburg zum Zug, die Forschung der TU Braunschweig und die digitale Transformation von "Continental" in Hannover und in den Werken von "Volkswagen" in Wolfsburg ("Trinity"), Hannover ("ID Buzz") und Salzgitter (Batterien). Am Stammsitz von "VW" wird an der Coding-School "42 Wolfsburg" der Nachwuchs für die "VW"-Softwareschmiede "Cariad" trainiert. Ein Verbund rund um die Leibniz-Universität, die TU und die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig, das Max-Planck-Institut für Gravitationstechnik und das DLR-Institut für Satellitengeodäsie und Inertialsensorik in Hannover entwickelt mit 25 Mio. € Förderung bis 2025 einen eigenen Quantencomputer - im "Quantum Valley Lower Saxony". Ein Thema, das wir künftig mit einem Hanse Quanten Magazin HANSEQUANTUM covern.

Digitaler Norden: Oldenburg, Osnabrück, Lübeck und ganz viel Intelligenz.

Schauen wir in den Westen des mit 8 Mio. Einwohnern größten und stärksten Bundeslandes im Norden: In der Metropolregion Nord-West machen sich die beiden Universitätsstädte Oldenburg und Osnabrück einen Namen als digitale Zukunftsschmieden: Hier stehen vor allem die KI-Themen Smart Farming (u. a. das "Digischwein"), Smart Enterprise Engineering, Marine Perception und interaktives maschinelles Lernen im Fokus. Das Engagement wird durch das OFFIS - Institut für Informatik an der Uni Oldenburg mit den Bereichen Energie, Gesundheit, Produktion und Verkehr und dem KI-Campus an der Uni Osnabrück mit Landwirtschaft sowie dem Schwerpunkt Vernetzung von Maschinen und Prozessen unterfüttert. Die Landesregierung will mit Oldenburg und Osnabrück einen eigenen DFKI-Standort etablieren. Dank der Technologieförderung durch die "Volkswagen-Stiftung" setzt Niedersachsen Akzente in der digitalen Entwicklung. Eine Übersicht zu den Digital- und KI-Strategien gibt es bei der Hanse Digital Initiative HANSEDIGITAL.

Ähnlich wie MV ist auch Schleswig-Holstein durch Landwirtschaft und Tourismus geprägt. Umso spannender ist die millionenschwere Förderung des KI-Standortes Lübeck mit Universität und dem Uniklinikum UKSH. Geht Bremen in die Breite der Grundlagen- und der Nord-Westen in die Anwendungsforschung, konzentriert man sich in Lübeck auf KI in der Medizin und an der TH um die Chancen von KI in der Verwaltung. Mit einem gerade verabschiedeten Digitalisierungsgesetz öffnet die Jamaika-Koalition die Chance, KI praktisch in der Verwaltung anzuwenden. Über einen Top-Down-Ansatz stößt die Landesregierung in Landwirtschaft und Produktion ebenso Digitalprojekte an, wie bei der Verwaltung mit Serviceportal und Glasfaser-Vernetzung in Stadt und Land. Sieben digitale Demonstrationszentren nehmen die Menschen im echten Norden per VR-Brille und 3D-Drucker mit auf die Reise in die digitale Zukunft. Die spannensten Entwicklungen zur Zukunft gibt es nach Nordländern sortiert im 
Hanse Future Magazins HANSEFUTURE.

Der digitale Norden: Die führenden Smart Citys an Nord- und Ostsee.

Jedes Jahr wertet die auf E-Government aka Verwaltungsmoderisierung spezialisierte Beratungsagentur "Haselhorst" 403 Städte in Deutschland mit mind. 30.000 Einwohnern auf ihre digitale Entwicklung aus. Beste Smart City im Norden ist 2021 - wie bereits im "Bitkom"-Ranking - Hamburg, dieses Mal auf Platz 2 nach München. Eine weitere Smart City unter den Top 10 ist die Autostadt Wolfsburg auf Platz 7. Auf den weiteren Plätzen folgen die Glasfasercity Norderstedt auf Platz 11, die TU-Heimat Braunschweig auf Platz 15, die KI-Metropole Bremen auf Platz 20, die Landeshauptstadt Kiel auf Platz 21, die Universitätsstadt Osnabrück auf Platz 25, das Wirtschaftszentrum Hannover auf Platz 29 sowie die Unistadt Oldenburg auf Platz 30. Damit erreichen alle Metropolen und Landeshauptstädte in den alten Bundesländern des Nordens gute oder sehr gute Platzierungen. Mehr dazu in den Hanse Digital Nachrichten HANSENEWS.

Womit wir bei der Frage sind: Wer interessiert sich für digitale Themen in den norddeutschen Bundesländern und hier vor allem in den vier Metropolregionen Hamburg, Hannover, Nord-West und Stettin? Unsere kontinierliche Analyse zeigt: Frauen wie Männer sind gleichermaßen an digitalen Neuigkeiten interessiert - auch ohne Rumgendere. Grundsätzlich sind die jungen Leser zwischen 25 und 34 Jahren mit fast 60 % unsere größte Nutzergruppe. 40 % sind Entscheider im Berufs- und Geschäftsleben zwischen 35 und 54 Jahren. Auch heute kommt im Jahresdurchschnitt fast ein Drittel (29 %) unser Leser aus Hamburg, gefolgt von Schleswig-Holstein und Niederachsen mit 10 bzw. 8 %. Die aktuellen Zahlen finden Sie laufend aktualisiert im Hanse Digital Marketing HANSEMARKETING. Interessant: 8,5 % unser Leser sitzen in Berlin. Womit jede digitale Hamburger Peinlichkeit sofort für Spass an der Spree sorgt. 

HANSEVALLEY: Bis zu 200 Neuigkeiten jeden Tag, 365 Tage im Jahr.

Jeden Tag bekommen wir bis zu 200 Mitteilungen, Newsletter und Einladungen. Wir wählen die neuesten, zukunftsweisensten und außergewöhnlichsten Geschichten für unsere Früh-, Mittags- und Spätmeldungen in den Hanse Digital Nachrichten HANSENEWS aus, die parallel auf unseren Social Media Kanälen gefeatured werden. Wir schauen online in Pressetermine, Dikussionen und Startupmeetings, um auf dem aktuellen Stand und einen Schritt weiter zu sein. Mit dem "digitalen Norden" setzen wir den Anspruch, vorn dabei zu sein, wenn es um die Entwicklungen an Hochschulen, die Digitalisierung in Wirtschaft und Verwaltung und die Chancen für uns Norddeutsche und für die Unternehmen geht. Ja, wir sind stolz, auf das was zwischen Ems und Weser, Leine und Elbe, zwischen Heide und Holstein, an Nord- und Ostsee sowie zwischen Warnemünde und Schweriner Schloss sowie Seenplatte und Strelasund digital läuft.

Als Hanse Digital Magazin haben wir drei essentielle Aufgaben: 1. zu beobachten, was passiert. Im Journalismus heißt das Recherche. 2. zu bewerten, ob die Fakten echt und für unsere Leser relevant sind. Im Journalismus heißt das Redaktion. Journalisten sind die Profis gegen Fake News. Und 3. zu berichten, wie es zu bewerten ist und welche Auswirkungen es hat. Im Journalismus nennt man das Publizieren. Mit täglicher Presseschau zu allen digitalen Themen im Norden und auf Bundesebene,
 Zugriff auf eine der größten Datenbanken mit 188 Mio. Beiträgen von Agenturen, Magazinen und Zeitungen, mit mehr als 4.200 archivierten Pressemeldungen sowie mehr als 7.000 thematischen Presse- und PR-Fotos + Illustrationen besitzen wir einen starken Backbone für Bewertung und Berichterstattung ohne Buzzwords und Bullshit.

Neugier, Offenheit und Begeisterung - trotz Schmuddelkindern.

Auch im neuen Jahr können Sie sich auf das führende norddeutsche Onlinemagazin zur Digitalisierung verlassen: Wir lassen uns keine (Hamburger) Schaufensterprojekte als Weltsensation andrehen. Wir fallen nicht auf vermeindliche Leuchttürme rein, bei denen nicht mal ein Teelicht den Weg weist. Wir nehmen keine Rücksicht auf Politiker oder Unternehmen, die uns den Mund verbieten wollen. Wir benennen Schmuddelkinder als genau das, was sie sind - auch wenn man uns mit der juristischen Keule plattmachen will (Danke für den Angriff, "Otto Group". Gut zu wissen, wie man Sie einordnen muss). Wir sprechen aus, wenn der Fisch anfängt, zu stinken. Und wir schreiben, was fakt ist, und nicht was sich Spindoktoren in Stabs- und Pressestellen ausgedacht haben, um ihre Organisation in ein besseres Licht zu rücken. 

Unser Antrieb ist die positive und nachhaltige Entwicklung unserer norddeutschen Heimat. Unsere Themen orientieren sich an den Chancen und Perspektiven der offenen und freien Gesellschaft, in der wir leben. Unser Fokus liegt auf den Möglichkeiten der Digitalisierung, der Transformation von Unternehmen, Verwaltungen und der Gesellschaft sowie auf dem Kulturwandel, der das möglich macht. Die Digitalisierung hat gerade erst begonnen und wir begleiten sie - mit leidenschaftlicher Neugier, unverrückbarer Offenheit und einem Sendungsbewußtsein für das, was uns begeistert. 
Im Namen des ganzen Teams bedanke ich mich bei Ihnen für jede einzelne Minute, uns Ihre Aufmerksamkeit zu schenken, Ihr Interesse für die digitalen Neuigkeiten wecken zu dürfen und gemeinsam jeden Tag einen noch vielfältigeren Norden mit digitaler Vernetzung zu entdecken. 

Ich wünsche Ihnen ganz persönlich für die vor uns liegende kalte und dunkle Jahreszeit vor allem eine starke Gesundheit. Bitte, lassen Sie sich impfen, sollten Sie dazu noch keine Gelegenheit gehabt haben. Schauen Sie in unseren Hanse Digital Service HANSESERVICE mit vielen Links zu aktuellen Informationen zum Thema Corona. Geimpft schützen Sie sich, ihre Lieben, ihre Familie, Freunde und Kollegen. Und sie geben uns allen die Chance, schon bald wieder ein nahezu uneingeschränktes Leben zu leben. 

Und bitte, vergessen Sie eines nicht: Bei allen digitalen Möglichkeiten auf Smartphones, in selbstfahrenden Autos, Bussen und Bahnen sowie in einem vernetzten Smart Home: Manchmal sollte man einfach den Bildschirm auslassen, sich etwas Gutes tun, mit einem lieben Menschen sprechen oder Musik hören und ein wenig träumen. Nach mehr als 1,5 Jahren Einschränkungen mit Schutzmaske, Lockdown und Regeln sollten wir alle das Leben genießen, wann immer es möglich ist. Das kann ich nach 19 Monaten Homeoffice nur unterstreichen.


Mit herzlichen Grüßen des ganzen Teams

Ihr Thomas Keup

Gründer und Herausgeber,
HANSEVALLEY - Das Hanse Digital Magazin


Dienstag, 26. November 2019

HANSESTATEMENT: Eine digitale Odyssee in Rot-Grün.

HAMBURG DIGITAL WAHLEN

Hanseatische Bescheidenheit zur Digitalisierung an Alster und Elbe.
Urheber: bekannt.

"
Ich wüsste schon, wen ich dort hin ... schicke", frotzelte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in Bezug auf sein Raumfahrtprogramm und den Traum vom Flug zum Mond - in einer viel beachteten Rede vor dem CDU-Bundesparteitag am 23.11.19 in Leipzig. Hamburgs Ersten Bürgermeister und SPD-Chefwahlkämpfer Peter Tschentscher meinte er eher nicht. Denn die Freie und Hansestadt beschäftigt sich vor allem mit sich selbst und hat - wie immer - die Stadt und damit sich selbst im Blick, fernab politischer Impulse für die Zukunft.

Der CSU-Chef lobte in seiner Rede den Wissenschaftsstandort Berlin - mit drei kooperierenden Universitäten als einen Exzellenzstandort für die Zukunftsthemen unserer Zeit. Der angstfreie Regierungschef kündigte an, dem Beispiel der Hauptstadt zu folgen, und Hochschulen fernab von LMU und TUM zu regionalen Themenschwerpunkten und lokalen Projektschwerpunkten - vor allem für den geplanten KI-District Bayern - zusammenzuschließen. An die unbekannte Science City Bahrenfeld dachte er offenbar nicht.

"Alle 20, 30 Jahre braucht es einen großen Sprung, eine nächste Stufe der Rakete.
Ich möchte, dass wir Pioniere der Zukunft sind, dass wir Mut für die Zukunft machen ...
Die Kunst ist auch, die Zukunft im Blick zu haben."
Markus Söder, Ministerpräsident des Freistaates Bayern

Suchen wir beim parteilosen, auf SPD-Ticket laufenden Wirtschaftssenator nach der Hamburger Zukunft. Am 30. September d. J. präsentierte Michael Westhageman voller Stolz die Gründung des Articial Intelligence Center Hamburg, einem privaten Zusammenschluss aus kleinen, mittleren und größeren Unternehmen sowie Hochschulen plus Technologietransfer-Experten. Der unermüdlich die Chancen der KI hervorhebende, scheidende Senator verspricht eine unglaubliche Unterstützung i. H. v. 400.000,- € pro Jahr - für max. 2 Jahre.

In Hamburg tüdeln drei Behörden mit Informatik-Plattform (BWFG), AI-Netzwerkförderung (BWVI) und KI-Prototypen-Förderung in Medien (BKM) herum. Und was macht Bayern? Der Süden investiert 360 Mio. €. Der Freistaat will allein 100 neue Lehrstühle nur zum Thema KI schaffen, davon 22 in der mit Hamburg durchaus vergleichbaren Stadt München - in Worten: "zwei-und-zwanzig". "Die KI ist die Dampfmaschine der neuen digitalen Welt und die Basis für eine grundlegende technische und industrielle Revolution", so Markus Söder.

"Das Tempo der Entscheidungen machen nicht wir,
aber die Geschwindigkeit der Reaktionen - das entscheiden wir."
Markus Söder, Ministerpräsident des Freistaates Bayern

Natürlich engagiert sich der Senat mit Bürgermeister*in-Kandidatin Katharina Fegebank für den Wissenschaftsstandort. Mit der Informatik-Plattform Ahoi Digital plant die Hansestadt mit 23 Mio. € Fördermitteln von Senat und zwangsweise mit zur Kasse gegebenen Hochschulen 35 neue Informatik-Professuren (auf dann 100 Stellen) und bis zu 1.500 zusätzliche IT-Studienplätze. Womit wir bei der Frage sind, wer den längeren Atem hat. Bayern plant 1.000 neue Professuren für noch einmal zusätzlich 10.000 Informatik- und Technologie-Studienplätze, plus 400 Mio. € für die Hochschulreform.

Zukunft vs. Hafen

Zurück zur rauen Wirklichkeit der Handels- und Logistikmetropole an Alster, Bille und Elbe. Während Markus Söder am 1. Juli d. J. in München die neue Raumfahrtfakultät an der TU einweiht, verbunden mit einem Förderprogramm von 700 Mio. €, einem eigenen Universitäts-Campus und dem Ziel, in Bayern Satelliten zu bauen, baggert man an der Hammaburg nach 17 Jahren Planung und diversen Prozessen zu den geschätzten Kosten einer Elbphilharmonie (866 Mio. €) den Schlick aus dem Fluss.

Gegensätze bringen auf den Punkt, worum es geht. Daher zitieren wir einmal mehr den Bayerischen Ministerpräsidenten: "Alle 20, 30 Jahre braucht es einen großen Sprung, eine nächste Stufe der Rakete. Ich möchte, dass wir Pioniere der Zukunft sind, dass wir Mut für die Zukunft machen." Wo in Antwerpen und Rotterdam innovative Terminals schneller laden und hochautomatisierte Logistikzentren schneller drehen, investiert Bayern mit der Hightech-Agenda 2 Mrd. € in die Zukunft als KI- und SuperTech-Standort, z. B. für Robotik.

Zukunft vs. Games

Der Blick in die Hamburger Wissenschafts- und Wirtschaftsbehörden lässt weder eine Strategie noch Visionen in Sachen digitaler Zukunft erkennen. Die für den Herbst erwartete neue Innovationsstrategie des Senats ist ein bis heute perfekt gehütetes Geheimnis. Schauen wir beim Senator für digitale Inhalte und Infrastruktur vorbei: Nach der Reanimation des staatlichen Branchenclusters für die Gameswirtschaft verkündet Scholz-Vertrauter Carsten Brosda zur Eröffnung der 1. Gamevention eine - zum 50 Mio. €-Paket von Bundesminister Andreas Scheuer (CSU) - ergänzende, "scharf zugespitzte" Gamesförderung für Hamburg.

Großmütig gesteht er ein, dass die Branche ohne Förderung nicht auskommt. Sein Freund Scholz hatte die vom CDU-Senat eingeführte Prototypenförderung mit bis zu 1 Mio. € zinslosem Kredit 2011 kurzerhand gestrichen. Statt auf Zukunftskurs für die so führende Gamesbranche zu gehen, sammelt der SPD-Wahlkämpfer die Hoffnungen der Branche gleich wieder ein: Eine Förderung wie in Bayern mit 3 Mio. € oder NRW mit 2,4 Mio. € werde es in Hamburg nicht geben. Klingt nach Haushaltskrümeln und Dezember-Fieber der Medenbehörde. Senatskollegin Fegebank wusste bei der Messeeröffnung davon jedenfalls (noch) nichts.

Zukunft vs. Bücherei

Bleiben wir noch einen Augenblick bei der Digitalisierung, wenn man sich im Blitzlichtgewitter oder in Kameralampen wieder einmal sonnen will. Neueste Idee der - die Dächer der Stadt im Blick behaltenden - SPD ist ein "Haus der digitalen Welt". Das medial von der Lokalpresse kolportierte Leuchtturmprojekt soll ein "Bildungs- und Zukunftsort für alle Hamburgerinnen und Hamburger" werden. "Es wird ein bundesweit einzigartiger Ort, an dem Digitalisierung erlebbar und erlernbar wird", feiern sich die Sozialdemokraten für die Schnapsidee ihres am kommenden Samstag zu verabschiedenden Wahlprogramms.  

Was heißt "digitales Haus" auf Deutsch? Ein neuer Standort für die Zentralbibliothek vom Hühnerposten, verbunden mit einer handvoll digitaler Selbstverständlichkeiten - umgesetzt von den staatlich gängelten Bücherhallen und Volkshochschulen. Das Ganze zu einer Fast-schon-so-gut-wie-Revolution an der Kaikante hochgejazzt - und fertig ist ein weiteres Stückchen "Future Hamburg". Kann ja nicht jeder mal eben 4,5 Mio. € in die KI-Entwicklung stecken, wie das arme Schleswig-Holstein. Aber wir wollten ja bei Hamburg vs. Bayern bleiben ...

"Deutscher Provinzialismus in der Hoffnung, das zieht an uns vorbei,
war schon immer gefährlich."
Markus Söder, Ministerpräsident des Freistaates Bayern

Hamburg liegt unter den deutschen Städten mit den meisten Digitalexperten auf einem so mittleren Platz 3 - hinter Berlin und München, bei den meisten KI-Experten nicht einmal unter den Top 5 - noch hinter Frankfurt, Stuttgart und Köln. Nur bei den angestellten IT-Experten führt die Hansestadt knapp vor der Startuphauptstadt Berlin. Bei den angesiedelten Startups entgeht die Hansestadt nur um Haaresbreite einem peinlichen 4. Platz, durchgereicht von Stuttgart und Karlsruhe. Dafür wird Hamburg unter den Smart Cities in diesem Jahr von Köln auf den 2. Platz degradiert.

Der Senat reagiert auf Zahlen und Fakten mit eingekauften oder zahmgestellten Leuchtturmprojekten. Der heisseste Scheiss der rot-grünen Sandmännchen unter Mondfahrer Tschentscher ist der "Digital Campus Hammerbrooklyn". Nachdem die miesen Machenschaften von Art Invest aufflogen, schnappte sich Vorzeigemobilisierer Westhagemann das Terrain. Seit dem wird in den grünen Blechboxen die Zukunft der Mobilität diskutiert, alternativ die "Stadt der Zukunft" - also das geplante Büro- und Gewerbeimmobilienprojekt hinter dem Digitalpavillon. Wenigstens der Name ist digital ... 


"Ich kriege manchmal den Satz zu hören: 'Wir müssen der Fels in der Brandung sein.'
Dann stelle ich die Frage: Da, wo Du stehst, gibt's gar kein Wasser mehr?"
Markus Söder, Ministerpräsident des Freistaates Bayern

Über die Grenzen der Elbe hinweg ist die Hansestadt in jüngster Zeit auch nicht durch Digitalkompetenz in Erscheinung getreten. Bei einem Spitzentreffen der Digitalminister, Staatssekretäre und Amtschefs glänzten SPD-Staatsrat Jan Pörksen und sein Chief Digital Officer Christian Pfromm mit Abwesenheit. Während Hamburg sich nicht mit den Unions-Gastgebern aus Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein an einen Tischen setzen wollte, hatten die Genossen aus Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen kein Problem mit der "Frankfurter Erklärung" zur Zusammenarbeit der Länder.

"Wir haben da Ambitionen, auch Anschluss zu finden."
Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

HANSEVALLEY hat in den vergangenen 3 Jahren in 1.100+ Nachrichten und mehr als 270 Interviews, Reportagen, Beiträgen und Kommentaren gezeigt, was digital in Hamburg läuft - und was nicht. SPD und Grüne haben in der vergangenen Wahlperiode nicht bewiesen, dass sie in der Lage sind, Hamburg in die digital-vernetzte Zukunft zu führen. Die oppositionellen Christdemokraten freuen sich über mehr oder weniger visionäre Straßenbahnträume, um die Stadt im Blick zu behalten. Die steckt derweil weiter im Schlick fest - statt durchzustarten.


*  *  *

Ein Meinungsbeitrag von Chefredakteur Thomas Keup.

 Hamburg Digital Background:

Rede Markus Söder 23.11.19

youtu.be/s9NdPNB3uac

Frankfurter Erklärung der Länder

digitales.hessen.de/sites/digitales.hessen.de/files/Frankfurter%20Erkl%C3%A4rung%20der%20D17%20-%20beschlossen.pdf

Spieleförderung des Bundes
bmvi.de/DE/Themen/Digitales/Computerspielefoerderung/computerspielefoerderung.html

Hightech Agenda Bayern

bayern.de/hightech-agenda-bayern/#I,1,3

Raumfahrt-Fakultät TU München

sueddeutsche.de/muenchen/tu-muenchen-neue-fakultaet-luftfahrt-raumfahrt-1.4507176

Sonntag, 28. April 2019

HANSEEXKLUSIV Staatsrat Jan Pörksen: Die Dienstleistungen des Staates vom Nutzer her denken.

HAMBURG DIGITAL SPEZIAL

Staatsrat Jan Pörksen verantwortet in der Senatskanzlei die Digitalisierung.
Foto: HANSEVALLEY

Die "beste digitale Verwaltung Deutschlands" bescheinigt das E-Government-Zentrum des Fraunhofer Instituts FOKUS dem Senat. Hamburg ist eine der digital zukunftsweisend aufgestellten Städte der Republik - mit Breitbandvernetzung, 5G-Testbett und autonomem Fahren in der Millionenstadt. Die wachsende Stadt wird zur Smart City.

Das Hamburg Digitalcluster Hamburg@work und das Hamburg Digital Magazin HANSEVALLEY haben den zuständigen Staatsrat in der Senatskanzlei zu Strategie, Umsetzung und Herausforderungen Hamburgs auf dem Weg zur digitalen Metropole befragt. Ein exklusives Hamburg Digital Spezial mit Staatsrat Jan Pörksen:

In Sachen Digitalisierung belegt Hamburg regelmäßig Spitzenplätze bei Vergleichsstudien, zuletzt als „beste digitale Verwaltung“ im „Deutschland-Index der Digitalisierung“. Ist Hamburg im Vergleich zu anderen Städten und Bundesländern tatsächlich so weit vorn? 

Es gibt in Hamburg bereits eine ganze Reihe von Verwaltungsdienstleistungen, die online verfügbar sind. Außerdem haben wir in unserer Stadt im Hinblick auf die Infrastruktur beste Voraussetzungen, etwa durch eine gute Breitbandversorgung. Unter anderem trägt dies dazu bei, dass Hamburg schon jetzt als digitale Stadt wahrgenommen wird. Allerdings wissen wir, dass es keinen Anlass gibt, sich auf den Erfolgen auszuruhen. Es ist nach wie vor viel zu tun, viele große Aufgaben liegen noch vor uns. 

Peter Tschentscher hat in seiner "Bürgermeister-Rede" vor dem Übersee-Club am 5. Februar d. J. pointiert, dass die Megatrends Digitalisierung und demografischer Wandel "das Leben in Hamburg grundlegend verändern". Wie kann der Hamburger Senat mit seiner Senatskanzlei an der Spitze diese Entwicklungen aktiv begleiten und positiv steuern?

Wir haben den Themen IT, E-Government und Digitalisierung schon immer eine große Bedeutung beigemessen. Deshalb wurden die Kompetenzen in der Senatskanzlei, im Amt für IT und Digitalisierung, an zentraler Stelle gebündelt. Wir entwickeln gemeinsam mit allen Behörden, Ämtern und städtischen Institutionen eine Digitalstrategie, die Hamburg als digitale Stadt voranbringen wird. 


Denkt über die Grenzen der Hamburger Verwaltung hinaus:
Staatsrat Jan Pörksen
Foto: HANSEVALLEY

"Unsere strategischen Überlegungen erstrecken sich auf alle Lebensbereiche der Stadt. Die Digitalisierung der Verwaltung ist ein Schwerpunkt." 

Es geht darum, die Lebensqualität und die wirtschaftliche Attraktivität unserer Stadt zu sichern und weiterzuentwickeln. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei, dass wir unsere Prozesse stärker vom Bürger oder von den Unternehmen aus denken müssen. Unsere strategischen Überlegungen erstrecken sich insofern auf alle Lebensbereiche der Stadt. Die Digitalisierung der Verwaltung ist dabei ein Schwerpunkt. 

Wie genau muss man sich das vorstellen, wenn die Verwaltung die Digitalisierung vorantreiben und sich an die Spitze der Bewegung setzen will? Wird es eine „trendy“ App geben, die uns durch die Stadt navigiert?

Es gibt ja schon eine Vielzahl „trendy“ Apps, die sich mit Hamburg beschäftigen und Touristen wie Bürgerinnen und Bürger begeistert. Wir müssen diese nicht selber anbieten, tun aber gut daran, alle Akteure zu unterstützen. Mit dem Melde-Michel bieten wir zum Beispiel auch eine eigene Online-Lösung an, über die Bürgerinnen und Bürger Mängel im öffentlichen Raum an die Verwaltung melden können. Unser Fokus liegt auf „echten“ Online-Services, die verlässlich, sicher und schnell einen deutlichen Mehrwert bieten. 

"Es ist richtig ist, die Dienstleistungen des Staates vom Nutzer her zu denken."

Zudem bin ich der Überzeugung, dass es richtig ist, die Dienstleistungen des Staates vom Nutzer her zu denken. Auch in der Vergangenheit gab es Innovationen, die allerdings sehr technikgetrieben waren. Mit unserem Programm „Digital First“ ist es uns gelungen, „Verwaltung neu zu denken“. Ein erstes Beispiel ist „Kinderleicht zum Kindergeld“ – ein Projekt, das Eltern in eine neue Lebensphase begleitet und den bürokratischen Aufwand im Zusammenhang mit der Geburt eines Kindes deutlich reduziert. Derartige Services müssen und werden wir ausbauen. 

Sie haben gerade im Staatsrätekollegium einen Design-Thinking-Workshop abgehalten, so dass das Thema Digitalisierung fortan bei allen Behörden und auf allen Ebenen die Aufmerksamkeit erhält, die erforderlich ist, um sich der Herausforderung zu stellen und Gestaltungsspielräume auszufüllen. 

Der Grundgedanke dabei ist, dass Verwaltungsmodernisierung und Digitalisierung kontinuierliche Prozesse sind, die fortdauern. Die damit verbundenen Vorhaben werden erfolgreich sein, wenn ihre Umsetzung als wichtige Führungsaufgabe wahrgenommen und zugleich von den Beschäftigten getragen wird. Deshalb ist es erforderlich, das „neue Denken“ auf allen Ebenen der Verwaltung zu etablieren. 

Stolz auf seine Kollegen: Gemeinsamer Design-Thinking-Workshop
der Hamburger Staatsräte.
Foto: HANSEVALLEY 

"Wenn man konkrete Veränderungen konkret angehen will, sind auch Flexibilität und Mut gefordert."

Die Staatsrätinnen und Staatsräte bekennen sich ausdrücklich zu ihrer eigenen Verantwortung, als aktiv und sichtbar Handelnde den digitalen Veränderungsprozess voranzutreiben. Generell gilt dabei: Wenn man konkrete Veränderungen nicht nur planen, sondern konkret angehen will, sind auch Flexibilität und Mut gefordert. Es muss möglich sein, auch Fehler und Lernprozesse zuzulassen; offene Denkweisen und innovative Methoden sollen so gefördert werden. Außerdem muss nicht jede digitale Anwendung von Beginn an als perfekte Variante mit umfangreichen Funktionen vorliegen. Im ersten Schritt ist auch immer die kleine Lösung – mit geringstmöglichem Aufwand – umsetzbar. 

Der Erste Bürgermeister hat im Rahmen seines Grußwortes auf dem Neujahrsempfang der Unternehmerverbände Nord am 10. Januar d. J. eine ganzheitliche Digitalisierungsstrategie für die Hamburger Verwaltung angekündigt. Welche Kernelemente umfasst das behördenübergreifende Konzept?

Jede Fachbehörde entwickelt eine eigene umfassende Digitalstrategie. Hierzu hat das Amt für IT und Digitalisierung das sogenannte ,Rahmenwerk behördliche Digitalstrategien‘ vorgelegt. Es enthält verbindliche strategische und operative Leitlinien für eine erfolgreiche digitale Transformation in den Behörden. Ein wichtiges Prinzip dabei: Unsere digitalen Lösungen machen den Nutzerinnen und Nutzern das Leben leichter – denn digitale Technologien sind kein Selbstzweck.

"Wir wollen keine Papierberge produzieren, sondern erfolgreiche Digitalvorhaben."

Wir verankern Automatisierung als Prinzip, wir wollen Prozesse besser machen, um beispielsweise die Beschäftigten von Routinearbeiten zu entlasten. Zu den Leitlinien gehört auch, dass wir Daten systematisch nutzen und teilen wollen, zum Beispiel mit der Urban Data Platform. Und: Unsere Strategien sollen zu konkreten Maßnahmen führen, denn wir wollen keine Papierberge produzieren, sondern erfolgreiche Digitalvorhaben.

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen bis 2022 bundesweit alle wichtigen Behörden-Dienstleistungen für Bürger, Firmen aber auch verwaltungsintern online zur Verfügung stehen. Der Hamburger Senat baut unter Leitung des in der Senatskanzlei angesiedelten Amts für IT und Digitalisierung mit "Digital First" ein umfassendes Webportal auf. Wie sieht das Portal ab 2021 aus - auch im Vergleich zum jetzigen "Hamburg Service"-Portal?

Mit dem Programm "Digital First" bieten wir bereits eine Reihe von digitalisierten Dienstleistungen an. Über eine standardisierte Serviceplattform werden künftig alle digitalen Kontakte mit der Verwaltung laufen. Maßgeblich hierfür sind vier Umsetzungsleitlinien:

  1. Alle Verwaltungsdienstleistungen sollen vorrangig digital erbracht werden. 
  2. Proaktives Verwaltungshandeln – die Anliegen von Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen werden möglichst proaktiv und antragslos erledigt. 
  3. Once only – Nutzer von Verwaltungsdienstleistungen sollen Informationen, die sie einmal angegeben haben, bei einem weiteren Verfahren möglichst nicht erneut angeben müssen. 
  4. Automatisierung – was durch digitale Technik erledigt werden kann, soll auch digital erledigt werden. 
Die IT-Plattform, die künftig als Grundlage für die „fabrikhafte“ Entwicklung von "Digital First"-Online-Diensten dient, ist seit Dezember 2018 in Betrieb. Geplant ist es, bis 2022 alle dafür geeigneten Verwaltungsdienstleistungen als Online-Services anzubieten, um so die Anforderungen aus dem Onlinezugangsgesetz zu erfüllen. Wir fangen mit den Verwaltungsservices an, die sich schnell und relativ unproblematisch umsetzen lassen.

Chief Digital Officer Christian Pfromm präsentierte zusammen mit dem CDO der Wirtschaftsbehörde BWVI und der Hafenverwaltung HPA Sebastian Saxe auf der "Solutions.Hamburg" im vergangenen Jahr erste Beispiele der Digitalisierung relevanter Verwaltungsangebote, wie den Kindergeldantrag. An welchen Diensten arbeitet Hamburg zusammen mit anderen Ländern?

Das Onlinezugangsgesetz wird seine Wirkung entfalten. Es verpflichtet uns, mehr als 570 Dienste bis 2022 online verfügbar zu machen. Die Umsetzung des OZG wird nur als gemeinsame Anstrengung und in Kooperationen gelingen. Bund und Länder haben sich geeinigt, dass sie sich die Aufgaben thematisch aufteilen. Wir haben unter den Ländern die Federführung für Prozesse der Unternehmensführung und -entwicklung übernommen. 


Der Hamburger Senat treibt die Digitalisierung der Länder an.
Der Mann hinter Peter Tschentscher: Staatsrat Jan Pörksen.
Foto: HANSEVALLEY

"Hamburg nutzt seinen Vorsitz in der Ministerpräsidentenkonferenz, um das Thema Digitalisierung als Schwerpunktthema zu verankern." 

Die Theorie dahinter ist, dass ein in einem Bundesland entwickelter Prozess von den anderen Ländern übernommen werden kann. Hamburg nutzt darüber hinaus auch seinen derzeitigen Vorsitz in der Ministerpräsidentenkonferenz, um das Thema Digitalisierung als Schwerpunktthema zu verankern. So wurde beispielsweise auf unseren Vorschlag ein Beschluss gefasst, wonach die digitale Identifizierung und Authentifizierung anwenderfreundlich sein muss, damit Bürgerinnen und Bürger sich nicht mit umständlichen Verfahren befassen müssen.


*  *  *

Vielen Dank für die klaren Worte!
Das Interview führte Thomas Keup.


Ein gemeinsames Interview mit




 Hamburg Digital Background: 

HANSEEXKLUSIV: Teamsport und KI in der Digitalen Stadt.

HANSEPERSONALITY Christian Pfromm: Digitalisierung ist Chefsache!

hansevalley.de/2018/06/hansepersonality-christian-pfromm.html

HANSEPERSONALITY Dr. Sebastian Saxe: Erfolgsfaktoren für Digitalen Hafen und Digitale Stadt. 
hansevalley.de/2017/09/hansepersonality-sebastian-saxe.html

Sonntag, 12. November 2017

HANSEPERSONALITY Michael Kruse: Zukunft des Medienstandorts Hamburg auf der Tagesordnung

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Mit stolzen 10,2 Prozent liberaler Zweitstimmen zur Bundestagswahl und einem desaströsen Abschneiden der Scholz-SPD mit 23,5% weht ein rauherer Wind durchs Rathaus. Hamburgs 1. Liberaler knüpfte die Koalition zum Gewinn des ITS-Weltkongresses denn auch gleich als "Stauhauptstadt" mit "desolater Verkehrssituation" auf. 


Hamburgs digitaler Oppositionschef Michael Kruse
Michael Kruse ist mit 34 Jahren jüngster Co-Fraktionschef aller Zeiten in der Hamburgischen Bürgerschaft - aktuell vorgestellt bei den Kollegen der "Welt". Bereits als parlamentarischer Geschäftsführer der Hamburger Liberalen schenkte er dem Rot-Grünen Senat bei ihren Digitalisierungsprojekten und der Hafenpolitik kräftig ein. 

Wie beurteilt einer der engagiertesten Digitalpolitiker die Bemühungen der Stadt auf dem Weg zur vernetzten City? Was sagt der führende Liberale zu den digitalen Aktivitäten in Hafen und HHLA? Und was schreibt der Oppositionschef dem Senat ins Stammbuch? Unser HANSEPERSONALITY ist der neue Fraktionsvorsitzende der FDP in der Hamburgischen Bürgerschaft - Michael Kruse:


Digitale Verwaltung Hamburg

Bei unserem ersten Sonntags-Interview brachtest Du auf den Punkt: Die Digitalisierung führt bei Rot-Grün ein "stiefmütterliches Dasein". Mittlerweile ist der Senat einen Schritt weiter: Vier Behörden arbeiten an digitalen Themen. Künftig soll die Senatskanzlei die Aktivitäten koordinieren. Zufrieden?

Dass der Senat die Kompetenzen für den Digitalbereich erst aufsplittet, um sie dann wieder zusammenzuführen, hat wertvolle Zeit gekostet. Natürlich ist das Thema Digitalisierung so wichtig, dass die Kompetenzen an einem zentralen Ort gebündelt werden müssen. Ich habe aber Zweifel, ob eine rein koordinierende Rolle des neuen Amtes in der Senatskanzlei ausreichen wird.

Die Stadt hat ein Angebot für die Besetzung des Chief Digital Officer abgegeben. Nach Abschluss der Ausschreibungsphase scheint es jetzt loszugehen. Bringt ein CDO unterhalb der Staatsräteebene in den zuständigen Ressorts die gewünschte Dynamik in der digitalen Entwicklung der Hansestadt? 

Das muss das Ziel sein. Allerdings zeigt sich in dieser Position die verzweifelten Bemühungen des Senats, sich ein digitales Image zu verpassen, anstatt die Digitalisierung der Verwaltung tatsächlich voranzutreiben. Zunächst wurde die Stelle eines Chief Information Officer (CIO) eingerichtet, nun wurde ein weiterer außertariflicher, hoch dotierter Posten geschaffen. Eine zusätzliche Stelle ohne Weisungskompetenz bringt Hamburg aber nicht voran.


Digitaler Verkehr Hamburg

Zur Entscheidung, den ITS-Weltkongress für intelligente Verkehrssysteme 2021 in Hamburg auszurichten hast Du die kleine Keule rausgeholt: Hamburg sei "Stauhauptstadt" mit "desaströser Verkehrssituation". Ist der ITS-Kongress keine Chance, zum "Musterschüler" zu werden?

Die erfolgreiche Bewerbung Hamburgs für den ITS-Weltkongress ist zu begrüßen: Das Großereignis wird die drastisch wachsenden Verkehrsprobleme Hamburgs schonungslos offenlegen. Im Bereich der Hafenverkehre trägt der Senat mit seiner Gebührenerhöhung für Binnenschiffer sogar aktiv dazu bei, dass ökologisch und ökonomisch vorteilhafte Transporte verteuert werden. Der ITS-Kongress ist eine Chance, aber ich sehe nicht, dass der Scholz-Senat sie nutzt.

Schauen wir uns die Projekte von HOCHBAHN, MOIA und switchh an, muss die Metropole Berlin eigentlich laut losheulen. Die Mobilitätspartnerschaften mit BMW, Daimler, Deutscher Bahn und VW sind doch richtig fortschrittlich. Wie will die FDP Hamburgs Straßenverkehr digital vernetzen? 

Der technologische Fortschritt verlangt leistungsfähige Kommunikationsnetze, bei denen z. B. Maschinen, Automaten und Fahrzeuge untereinander oder über Leitstellen verbunden sind. Die geplante Einstellung einzelner Projekte von "smartPORTlogistics" zeigt, dass Hamburg weit davon entfernt ist, intelligente Verkehrsprojekte zu präsentieren, die über die Pilotphase hinauskommen. 

Einführung des lange angekündigten Verkehrsmodells

Der Senat müsste erhebliche Anstrengungen unternehmen, um die notwendige Verkehrsbeschleunigung für eine Metropole zu erreichen. Dazu gehört die Einführung des lange angekündigten Verkehrsmodells, mit dem man Konfliktsituationen im Straßenraum bestmöglich abfedern kann, aber auch eine dynamische Ampelsteuerung, die nicht stumpf vor sich hinschaltet, egal, wie die Verkehrslage gerade ist.

Digitaler Hafen Hamburg

Die Digitalisierung im Hafen scheint nicht immer schon Realität zu sein: HHLA-Chefin Titzrath wiederholt seit Längerem den Wunsch, "Motor des Digitalen Wandels" werden zu wollen. Die Branche gilt nicht unbedingt als "digitale Boheme". Wie lange kann der Hafen hinter Rotterdam und Antwerpen hinterher laufen?


Kenner in Hafen- und Digitalwirtschaft: Michael Kruse
Hamburg verliert zunehmend den Anschluss – ohne die Fahrrinnenanpassung wird sich diese
Tendenz verstärken. Nur vier Prozent der Betriebe im Hafen verfügen über schnelles Internet, da müssen Senat und HPA endlich ihre Hausaufgaben machen. 

Unternehmen im Hafen besser als ihr Ruf

Tatsächlich sind die Unternehmen im Hafen aber fortschrittlicher als ihr Ruf: Die Truck-Appointment-Systeme der Terminalbetreiber in Hamburg zeigen, dass die Digitalisierungs-Fortschritte im Hamburger Hafen von privaten Unternehmen ausgehen. Ich freue mich, dass Frau Titzrath diesen Wandel mit der HHLA bestmöglich gestalten möchte.

Die Behörde BWVI ist dabei, die Logistik-Initiative neu und zukunftsweisend auszurichten. Der Digital Hub Logistics startet nach kurzer Anlaufphase in erste konkrete Digitalprojekte. Müsste die FDP nicht Applaus klatschen und einladen, mitzumachen?

Beide Initiativen sind wichtig für Hamburg, und deshalb unterstützen wir sie auch aus der Opposition heraus. Mit dem Leiter des Digital Hub Logistics habe ich mich gerade am Rande des 69. Eisbeinessens der Schiffsmakler ausgetauscht. Bei der Logistik-Initiative machen wir immer noch Druck, dass die Mitgliedschaft im ersten Jahr kostenlos wird für Start-ups. Das hatte die Bürgerschaft nämlich auf unsere Initiative hin Anfang des Jahres beschlossen.

Digitale Wirtschaft Hamburg

HANSEVALLEY hat die Medienförderung der Hansestadt als ineffektiv und verfilzt kritisiert. Neue Medienplayer, wie Microsoft, Ströer oder YouTube feiern ihre Newsrooms und damit die nächste Party in Berlin. Hat Hamburg als "Medienhauptstadt" den Anschluss gegen Berlin verloren?

Berlin hat lange Zeit Medien aus Hamburg weggelockt. Es ist wichtig, dass sich dies in Zukunft nicht fortsetzt. Hamburg und Berlin sind stark im Agenturbereich aufgestellt, gerade auch in Hamburg gibt es wichtige Medien- und Digitalagenturen. Weil wir aber auch kritische Entwicklungen im Print-Bereich sehen, wird der Ausschuss für Wirtschaft, Medien und Innovation sich am 23. November auf unsere Initiative hin mit der Zukunft des Medienstandorts Hamburg befassen.

Es gibt laut Monitoring mehr als 600 Startups an der Elbe, nach unserer Zählung allein mehr als 40 Startups in Logistik, Luftfahrt und Mobilität. Der Anfang 2016 mit den Stimmen der Opposition verabschiedete Wachstums-Fonds lässt jedoch auf sich warten. Verpasst Hamburg den Zug?

Wir hätten uns sehr gewünscht, dass der Innovations-Wachstumsfonds schneller an den Start geht. Allerdings geht es um viel Steuergeld und da haben wir als Freie Demokraten durchaus Verständnis dafür, dass der Senat lieber etwas vorsichtiger und bedachter vorgehen möchte, anstatt sich zu verlaufen. 

Startups und KMU bei der Entwicklung neuer Stadtteile berücksichtigen

Letztendlich ist dieser Fonds aber nur eines von vielen Instrumenten, um die Rahmenbedingungen für Startups am Standort Hamburg zu verbessern. Weitere Maßnahmen, wie die Einführung eines bürokratiefreien ersten Jahres, und die Berücksichtigung von kleineren Unternehmen und Startups bei der Entwicklung neuer Stadtteile – wie aktuell von uns gefordert beim Konzept Stromaufwärts an Elbe und Bille – müssen folgen.

Digitaler Ausblick Hamburg

Zu guter Letzt unsere traditionelle Hamburg-Frage: Gesetzt den Fall, die FDP kommt nach den nächsten Wahlen in die Regierung und stellt den Wirtschaftssenator der Hansestadt: Welche drei digitalen Aufgaben würdest Du der Koalition ins Regierungsprogramm schreiben?

1. Am Ende der nächsten Legislaturperiode muss Hamburg flächendeckend Breitbandinternet haben, und da reden wir nicht wie der rot-grüne Senat über 30 Mbit/s. 

2. Die Hamburger Verwaltung muss digitalisiert sein. Es kann doch nicht sein, dass der rot-grüne Senat unter Digitalisierung versteht, dass ich mir einen Termin online buchen kann. Kundenzentren als Service-Zentren am Bürger verstehen ist die Grundlage. Die Kür besteht darin, dass ich als Bürger für viele Dienstleistungen der Verwaltung nicht mehr zum Amt muss, sondern sie zuhause erledigen kann. 

3. Den konsequenten Einsatz von digitaler Technologie in den Lehr- und Lerneinrichtungen der Stadt. Für den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolg Hamburgs ist es wichtig, dass alle Menschen sicher und gut ausgebildet in die digitale Zukunft gehen. 

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Vielen Dank für die interessanten Antworten!
Das Interview führte Thomas Keup.

 Hamburg Digital Background: 

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