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Sonntag, 5. November 2017

HANSEPERSONALITY Dr. Hansjörg Rodi: In Hamburg findet ein Großteil unserer technologischen Entwicklung statt.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Kühne + Nagel ist mit 127 Jahren Erfahrung einer der Platzhirsche unter den Speditionen an Alster und Elbe. Für die in Bremen gegründete und in der Schweiz notierte Aktiengesellschaft gilt es technologisch vorn mit dabei zu sein. Mit "KN Freightnet" hat "K + N" einen eigenen, digitalen Vertriebskanal u. a. im Wettbewerb mit "Freighthub" aus Berlin. Mit "K + N Login" gewährleistet die Spedition ihren Kunden das Monitoring der Fracht vom Schreibtisch aus.


Mehrere hundert Mitarbeiter kümmern sich bei Kühne + Nagel in der Hamburger Hafencity allein um die IT - vom eigenen Transport Management System bis zu agilen Anwendungen, eigenen Kundenportalen und Datenservices für andere Branchen. Wie gut ist eine der größten Speditionen Deutschlands für die Herausforderungen der Digitalisierung aufgestellt? Unser HANSEPERSONALITY ist Kühne + Nagel Deutschland-Geschäftsführer Dr. Hansjörg Rödi:



K + N Deutschlandchef Dr. Hansjörg Rödi
Foto: Kühne + Nagel
Die Digitalisierung ist in aller Munde. Kaum eine Woche vergeht ohne eine Konferenz zu den Herausforderungen der Transformation. Was heißt Digitalisierung konkret für die Internationale Großspedition Kühne + Nagel?

Wenn wir über Digitalisierung sprechen, stellen wir die Bedürfnisse und Anforderungen unserer Kunden in den Mittelpunkt unserer Überlegungen. Zugriffsmöglichkeit rund um die Uhr und ein extrem einfacher Umgang mit den Systemen sind dabei besonders wichtig. Wir profitieren davon, dass wir die für unser Unternehmen und unsere Kunden zentralen IT-Lösungen selbst entwickeln. 

Mit diesen Lösungen arbeiten wir weltweit einheitlich und standardisiert. Für unsere Kunden bedeutet das, dass Sie global auf jeweils identische Systeme zurückgreifen können. Kühne+Nagel war ein Vorreiter hinsichtlich der Internationalisierung des Unternehmens und dieser globale Ansatz prägt auch unsere Herangehensweise bei der Digitalisierung.

Gehen wir mal gemeinsam durch Ihr Haus und schauen uns Ihre digitalen Prozesse zusammen an: In welchen Bereichen hat Ihre mehrere hundert Mitarbeiter große IT bereits ganze Arbeit geleistet? Und wo wird's knifflig mit digitalen Services - intern und extern?

Unser Ziel ist es, unseren Kunden software- und datengetriebene Lieferketten anzubieten und damit Mehrwert für ihr Business-Modell zu schaffen. Wir haben bereits vor etwa zwanzig Jahren "KN Login" eingeführt, unsere Monitoring- und Visibility-Online-Plattform, deren Funktionen ständig erweitert werden. Mit "KN Freightnet" haben wir unseren Kunden als erstes Unternehmen eine komplett digitale Plattform für Quotierungen, Buchungen und Sendungsverfolgung zur Verfügung gestellt. Und wir verfügen wir über ein globales Operating-System.

Um unser Ziel zu erreichen, verlassen wir uns nicht allein auf unsere IT-Mitarbeiter. Alle unsere Mitarbeiter tragen dazu bei, dass unsere Kunden von unseren wertschöpfungsstarken Dienstleistungen profitieren. Insgesamt verbessern wir unsere Konnektivität kontinuierlich, um Kunden, Partner und Lieferanten reibungslos in unserer Systeme zu integrieren. Die Automatisierung unserer internen Prozesse erhöht unsere Effizienz. 

Sie dürfen aber nicht vergessen, dass nur ein kleinerer Teil der Container so transportiert wird, wie ursprünglich geplant. In diesen Fällen helfen automatisierte Prozesse nur bedingt weiter. Hier ist dann das logistische Know how unserer Mitarbeiter gefordert. Logistik bleibt auf absehbare Zeit ein Peoples‘ Business.

Neue Herausforderer, wie digitale Hamburger Speditionen - z. B. "Cargonexx" (Truck DE+EU), "Clinch Logistics" (LATAM-Europa) und "Freighthub" (Asien-Europa + USA-Europa) müssten Ihnen doch den Schweiß auf die Stirn treiben? Schlafen Sie noch ruhig angesichts der Startups?


K+N-Chef Dr. Hansjörg Rödi in der Handelskammer Hamburg
Foto: HANSEVALLEY
Wir beobachten mit großem Interesse, was die Startups unternehmen, und deren etwas anderen Blick auf unsere Industrie. Mit einzelnen dieser Unternehmen arbeiten wir gezielt zusammen. Allerdings haben wir weiterhin selbst den Anspruch, technologischer Marktführer zu sein - trotz dieser jungen Unternehmen. Dafür stehen u. a. unsere Online-Plattformen "KN Login" und "KN Freightnet", mit denen wir unseren Kunden seit langem attraktive Angebote machen und die wir kontinuierlich verbessern.

Sie organisieren Logistik und Lager für große Industrieplayer in führenden Branchen, wie Automotive, Pharma und Tech-Industrien. Wie unterstützen digitale Analysen und Services Sie in Ihrem Geschäft, das gegebene Lieferversprechen tatsächlich einzuhalten?

Wir wenden Predictive Analytics beispielsweise bei unserem Produkt "KN PharmaChain" an, wo wir ein dynamisches Lieferketten-Management entwickeln, das auf Big Data und intelligenten Sensoren basiert. Unsere Kunden erhalten noch während des Transports vorausschauende Analysen. Dadurch können sie sehr kurzfristig Maßnahmen ergreifen, um z. B. die Einhaltung von Temperaturgrenzen sicherzustellen.

Für Kreuzfahrtreedereien nutzen wir Predictive Analytics, damit diese die Belieferung von Kreuzfahrtschiffen sehr viel exakter planen können. Gleichzeitig kann dadurch die Belieferung in Echtzeit kontrolliert und synchronisiert werden. Wir stellen unseren Kunden ein Dashboard zur Verfügung, das einen Überblick über Vorlaufzeiten, Häfen, Routen, ETA (Estimated Time of Arrival) und ATA (Actual Time of Arrival) sowie Optionen zur Echtzeit-Positionsbestimmung anbietet. Letztlich können dadurch Wartezeiten und Liegekosten verringert werden. 

Perspektivisch werden wir in der Lage sein, den Beteiligten an einer Lieferkette bis auf Sendungs- und Artikelebene in Echtzeit Warnhinweise zu übermitteln und so ein dynamisches und vorausschauendes Supply Chain Management zu ermöglichen.

Amazon baut weltweit an Logistik-Ketten z. B. mit eigenen Frachtflugzeugen oder Partnerschaften im Liniendienst. Alibaba baut in Europa eigene Warehouses auf. Sie sind einer der Player im "3PL-Markt" (firmenexterne Logistikdienstleister). Sind Sie zunehmend nervös, was die E-Commerce-Riesen da in Ihrem Markt treiben?

Nein, absolut nicht. Man muss im Übrigen auch hier genau hinsehen. In der Seefracht sind die genannten Firmen eher unsere Kunden. Und mit Alibaba beispielsweise arbeiten wir im B2B-Bereich zusammen. Diese Zusammenarbeit werden wir weiter ausbauen.

Mit dem "GKNI" (Global Kühne + Nagel Indicators) haben Sie einen "Now Trade Casting"-Service entwickelt, mit dem Sie z. B. Finanzinstitutionen einen Index zur weltweiten Logistik in Echtzeit bereitstellen. Verabschieden Sie sich perspektivisch doch vom "Blechkisten" verschiffen?

Selbstverständlich nicht. Die Digitalisierung verändert unser Geschäft, aber das Know how des Spediteurs bleibt unverzichtbar. Unstrittig ist aber, dass Big-Data-Anwendungen in der Logistik eine immer größere Bedeutung bekommen. Mit "gKNi" bieten wir ein umfangreiches Trade Nowcasting an. Wir haben dafür viele interne und externe Datenquellen evaluiert und integriert. 

Auf diese Weise ist eine der größten Big-Data-Infrastrukturen in der Logistikbranche entstanden. "gKNi" ist ein Frühwarnsystem für Entwicklungen in der Weltwirtschaft, mit dem wir Einschätzungen zu wichtigen Wirtschaftsindikatoren weit vor den üblichen Analystenumfragen zur Verfügung stellen und unseren Kunden nahezu in Echtzeit Einblicke in die Wirtschaftsentwicklung einzelner Sektoren und Länder bieten. 

Die Blockchain bietet Vertraulichkeit von Dokumenten auf der ganze Reise von Containern, Paletten und Stückgut. Wie weit sind Sie heute bereits in diesen Technologien unterwegs, um den Anschluss nicht zu verpassen?

Die Blockchain-Technologie ist ein wichtiges Thema. Wir beobachten die technischen Entwicklungen nicht nur, sondern testen diese Technologie bereits. Gerade in Bezug auf die Vertraulichkeit von Dokumenten kann die Blockchain-Technologie in der Tat wichtige Impulse liefern.

Zum Schluss unsere Hamburg-Frage: Welche Herausforderungen sehen Sie für den Logistikstandort Hamburg, an dem Sie u. a. mit der HHLA und der VTG kooperieren und der auch für Ihren Umschlag wichtig ist? Und was empfehlen Sie der Stadt Hamburg für die kommenden 10 Jahre?

Mein Eindruck ist, dass Hamburg im Bereich der Digitalisierung sehr gut aufgestellt ist. Alle relevanten Hamburger Institutionen und Unternehmen beschäftigen sich intensiv mit diesem Thema. Für Kühne+Nagel ist Hamburg auch in der Hinsicht ein wichtiger Standort, denn hier findet ein Großteil unser technologischen Entwicklungsarbeit statt.

Was eher analoge Themen angeht, sind die Herausforderungen, vor denen Hamburg steht, bekannt: die Fahrrinnenanpassung und die Organisation von Vor- und Nachlauf, um nur diese zu nennen. Wir sind mit den in Hamburg angebotenen Dienstleistungen zufrieden, so wie wir es mit den Dienstleistungen in anderen Häfen auch sind.

 Hamburg Digital Background: 


Global Kühne+Nagel Index - "gKNi" 
https://logindex.com/

Mittwoch, 18. Oktober 2017

HANSESTARTUPS: Hamburgs Logistik-Startups digitalisieren die Handelsschifffahrt.


HAMBURG DIGITAL REPORT

Digitale Verschiffung von Containern und Paletten nach Asien, Nord- und Mittelamerika, digitale, vertrauenswürdige Dokumente für die weltweiten Handelsrouten, ein digitales Logbuch für Crew und Reederei und digitales Recycling in die Jahre kommender Handelsschiffe: Die Digitalisierung ist in der internationalen Logistik angekommen - und der Digital Hub Logistics Hamburg ist Herz der Logistik 4.0 in Deutschland. 


Digital Hub Logistics Hamburg im Mindspace am Rödingsmarkt
Foto: HANSEVALLEY

Fernab von gehypten Fahrradanhängern für das "Smorland" und Paketdepots in fremden Hausfluren hat sich an der Elbe eine junge digitale Logistik-Szene entwickelt. Mit Blockchain-Technologie, Plattform-Modellen und digitalisierten Dienstleistungen erobern Startups nationale und internationale Märkte. Ein Hamburg Digital Report aus dem Herzen der Digitalen Logistik-Szene am Rödingsmarkt:

Hamburg, im 2. Stock des Alten Klöpperhauses: Hier im Mindspace hat der Digital Hub Logistics mit 32 Arbeitsplätzen seit Anfang August d. J. seine Arbeit aufgenommen, wurde des Zentrum der Digitalisierung in Logistik, Hafen und Schifffahrt Ende August d. J. von Wirtschaftssenator Frank Horch mit großer Resonanz von "DPA" über "Die Welt" bis zur "Süddeutschen Zeitung" eröffnet. Es ist der nächste Schritt in der Digitalen Transformation - die Disruption der Hamburger Leitbranche. Vorn mit dabei: 5 smarte Startups für die Welt der Logistik.

Im Großraum des Digital Hub Logistics Hamburg im ehemaligen Klöpper-Handelskontor arbeiten sie an Ihren Geschäftsmodellen, bauen Businessportale und vernetzen sich mit etablierten Playern aus Hafen und Logistik. Karl-Heinz Piotrowski leitet den neuen Innovationshub im Auftrag der Logistik-Initiative Hamburg. Immer mehr Veranstaltungen kommen an den Rödingsmarkt, z. B. der  "ITS Hackathon Hamburg" mit der Open Data Initiative der Deutschen Bahn und das neue Logistik-Meetup der "Eisbein-Startups" - zusammen mit der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler.

HANSEVALLEY stellt mit dem Hamburg Startup Magazin HANSESTARTUPS heute die ersten 5 spannenden Logistik-Startups im Digital Hub Logistics Hamburg vor.


Blocklager im Container Terminal Buchardkai (CTB)
Foto: HHLA / Thies Rätzke

Chainstep - Die Blockchain-Realisierer

Chainstep ist eine junge Beratungsfirma, die das Know how rund um die Blockchain in die reale Wirtschaft bringt. Die Basistechnologie ist immer dann interessant, wenn mehrere Teilnehmer mit unterschiedlichen Interessen an einem Prozess beteiligt sind. Chainstep zeigt in Schulungen und Workshops, warum Blockchain die Geschäftswelt verändern wird und welche Schritte notwendig sind, damit Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Einsatz der Technologie steigern und neue Geschäftsmodelle nutzen können. www.chainstep.com

Clinch Logistics - Die digitale LATAM-Spedition

Clinch Logistics ist die digitale Spedition für Mexiko sowie für Mittel- und Südamerika. Die digitale Plattform löst das Problem langsamer Preisanfragen und ermöglicht Buchungen online und in Echtzeit. Hinter Clinch steht ein von Logistikern erstelltes Data-Warehouse sowie eine voll digitale Onlineplattform für Kunden in See- und Luftfracht. Ein ausgeklügelter Matching-Algorithmus sorgt für schnelle und verlässliche Auskünfte und ein verbindliches Angebot des digitalen Spediteurs inkl. aller Leistungen, über die Plattform einen Transport buchen zu können. www.clinchlogistics.com

Demogate - Die digitalen Schiffs-Recycler

Demogate ist der digitale Schiffs-Recycler und der erste digitale Schiffsmakler. Mit jahrelangen Erfahrungen im An- und Verkauf von Handelsschiffen setzt Demogate am Kern an und bietet einen transparenten Auktionsmarktplatz für verantwortungsvolles Schiffsrecycling. Das Startup bietet ein Online-Auktionstool zur Preisfindung inkl. eines Vergleichsmechanismusses weltweit verfügbarer Verschrottungsplätze. Die Onlineplattform unterstützt mit transparenten Marktinformationen und einem digitalen Dokumentenmanagment. www.demogate.com

FreightHub - Die digitale Asien-Spedition

FreightHub ist die digitale Spedition für die Handelsrouten Asien-Europa und Trans-Atlantik. Das Startup bietet sofortige Quotierung, Buchung und Sendungsverfolgung für den Container- und Palettentransport, inklusive Vor- und Nachlauf von Tür zu Tür. Um Echtzeitangebote zu generieren, hat die Vollspedition einen eigenen Such- und Routenoptimierungs-Algorithmus entwickelt, der in Echtzeit auf alle erforderlichen Daten zugreift. Der Kunde kann aus ca. 150 Möglichkeiten auswählen. www.freighthub.com

NautilusLog - Das digitale Logbuch

NautilusLog ist das digitale Logbuch. Die Lösung bietet eine offene Plattform zum Anschluss weiterer Dienstleister in der Schifffahrt. Der Vorteil der App-basierten Lösung liegt in einfacher Integration und sofortiger Einsatzbereitschaft an Board. NautliusLog unterstützt kleine Reeder ohne eigene IT ebenso, wie große Reeder mit eigener Infrastruktur. Durch Anbindung an vorhandene IT-Systeme wird eine optimierte Einsicht in den Kraftstoffverbrauch und die CO2 Emissionen der Schifffahrt erreicht. www.nautiluslog.com


Die zentrale Lobby des MINDSPACE Hamburg im 1. Stock
Foto: Mindspace

Vom Digital Hub zum Digital Campus Co-Living


Eine aktuelle Projektarbeit von acht Masterstudenten der "Nordakademie" zusammen mit der Logistik-Initiative Hamburg fand heraus: Für Logistik-Startups ist eine kompetente Beratung in Produkt-, Patent- und Finanzierungsfragen besonders wichtig. Um die Attraktivität der Startups für neue Mitarbeiter zu erhöhen, schlagen die Hamburger Absolventen eine Weiterentwicklung des "Digital Hub Logistics Hamburg" zu einem "Digital Campus Logistics" vor - einschließlich Co-Working und Co-Living.

Die Studenten machten in ihrem gemeinsamen Projekt deutlich, dass die Maßnahmen nur erfolgreich sein werden, wenn die Positionierung, die Produkte und der Absatz der Logistik-Startups intensiv gefördert werden. Denn nur so können die Startups im "Digital Hub Logistics Hamburg" zum starkem internationalem Wettbewerb aufschliessen. Das Hamburg Digital Magazin leistet gern seinen Beitrag dazu.

Veranstaltungshinweis:

Die Premiere des "Eisbein-Startups"

Am 1. November d. J. laden die Logsitik-Startups im Digital Hub Logistics Hamburg zusammen mit der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten zur Premiere des Startup-Meetups "Eisbein-Startups" in den Logistik-Hub an den Rödingsmarkt ein.

Einen Abend lang netzwerken Gründer, Techis und Marketer von Startups mit Geschäftsführern, IT'lern und Innovationsmanagern von Corporates aus Hamburg, Deutschland und aller Welt im Mindspace Hamburg - darunter Reedereien und Schiffsmakler, Transporteure, Logistiker und Mobilitätsanbieter.

Hintergrund: Anfang November treffen sich Schiffsmakler, Schiffsagenten und Reeder aus aller Welt zum mittlerweile 69. "Eisbein-Essen" in Hamburg. In der gesamten "Eisbein-Woche" vernetzt sich die Schifffahrtsbranche an der Elbe mit Kunden, Partnern und dieses mal auch mit Hamburgs Logistik-Startups im Digital Hub Logistics Hamburg.

Premiere der "Eisbein-Startups"
Startups meet Corporates - Logistics meet Digital
Mittwoch, 1. November 2017, 18.00 Uhr, Mindspace Hamburg, 2. OG
Anmeldung über Eventbrite hier!


* * *

 Hamburg Digital Background: 

Logistik-Startups im Digital Hub Logistics Hamburg:
www.digitalhublogistics.hamburg

Chainstep - Die Blockchain-Realisierer
www.chainstep.com

Clinch Logistics - Die digitale LATAM-Spedition
www.clinchlogistics.com/

Demogate - Die digitalen Schiffs-Recycler
www.demogate.com

FreightHub - Die digitale Asien-Spedition
www.freighthub.com

NautilusLog - Das digitale Logbuch
www.nautiluslog.com

Potenziale für Logistik-Startups im Digital Hub Logistics Hamburg

www.hamburg-logistik.net/presse-und-news/news/detail/potentiale-der-start-up-szene-fuer-das-digital-hub-logistics-identifiziert/?cHash=ef47926c06e91027a6a7f22a2b29bb7b

Mittwoch, 13. September 2017

HANSESTARTUP Cargonexx: Von Leerfahrten zum "One Klick Trucking"

HAMBURG DIGITAL REPORT

Hamburg ist die Logistikmetropole Nordeuropas und größter Logistikstandort Deutschlands. Neben dem Hafen mit Reedereien, Terminals und Dienstleistern spielt der Hinterlandverkehr eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Logistik in Hamburg. Zu den wichtigsten Verkehrsträgern für Container auf dem Weg zu Kunden in ganz Europa zählen die Bahn und der LKW. Genau hier setzt ein junges Hamburger Startup an. Ihr Konzept: "One Klick Trucking".

"Data ist the difference" steht auf den Visitenkarten von Co-Founder Rolf-Dieter Lafrenz. Er ist einer der Köpfe hinter Hamburgs digitaler Spedition für LKW-Verkehre in ganz Deutschland. Was das junge Hamburger Unternehmen Cargonexx von anderen Speditionen unterscheidet und für wen das Startup interessant ist - ein Hamburg Digital Report:



Sorgt für volle Brummis auf Deutschlands Straßen:
Cargonexx Co-Gründer Rolf-Dieter Lafrenz
Foto: Cargonexx
Das Gespräch mit Co-Founder Rolf-Dieter Lafrenz unweit des Rathausmarktes erinnert zunächst an den Strategieworkshop einer Unternehmensberatung. Kein Wunder: Der Geschäftsführer von Cargonexx ist in erfahrener Berater: Mit seinem Unternnehmen "Schickler" unterstützt er Kunden in den Bereichen Medien und E-Commerce. Der WHU-Absolvent spricht von Rubrikenmärkten mit hohen Marken, Netzwerkmärkten mit erforderlicher Datenintelligenz und Plattformmärkten, die Kunden zusammenbringen. 

Genau hier sieht sich der Serienunternehmer mit seiner digitalen LKW-Spedition zu Hause. "Wir sammeln Daten und werten diese aus", fasst der Gründer den Kern des Geschäftsmodells zusammen Das Ziel von Cargonexx ist einfach: die besten Spotpreise für LKW-Ladungen. 500.000 Touren sind täglich auf Deutschlands Straßen unterwegs - vom vollbeladenen Brummi bis zum halbleeren Trailer. Die wichtigsten Strecken gehen aus Produktions- oder Logisitikregionen - wie Rhein-Ruhr und Hamburg - in die Konsumregionen - wie Berlin oder München. 40% aller Fahrten auf Deutschlands Straßen managen mittlerweile Betriebe aus dem Ostblock. 

Bis zu 180.000 Brummis fahren täglich leer auf Deutschlands Straßen.


Das aktuelle Cargonexx-Team in der Hamburger Altstadt
Foto: Cargonexx
Rund 30% aller LKW-Kapazitäten rollen leer über Deutschlands Straßen. Jede 4. Fahrt ist komplett ohne Stückgut, Paletten oder Paketen unterwegs, weiß Daimler aus seinen Daten. Im Schnitt fährt jeder 3. LKW auf Deutschlands Straßen leer. Das sind täglich 150- bis 180.000 Schwerlasttransporter. Neben täglichen oder wöchentlichen Linien großer Spediteure - wie DB Schenker, Fiege oder Kühne+Nagel - versuchen Transportbörsen Überkapazitäten zu vermarkten. Bislang hieß das: viele Abstimmungen und jede Menge Unsicherheit in Bezug auf Preise, Verfügbarkeit und Qualität.

"Wir machen den Spotmarkt sicher und einfach", verspricht Rolf Dieter Lafrenz im Interview. Wie beim See- und Luftspediteur FreightHub verspricht auch Cargonexx einen schnellen, einfachen und sicheren Prozess. Auftraggeber können seit Ende vergangenen Jahres per Mausklick bis zu 3 Beladestationen und 3 Entladestationen in das Portal eingeben und bekommen sofort einen Preis. Dabei geht Cargonexx wie FreigtHub als vollwertige Spedition ins Risiko und verabschiedet sich nicht mit schlankem Fuß, wie Vermittlungsplattformen. Zu den Kunden gehören die großen Speditionen, um flexibel Kapazitäten bereitstellen zu können.


Tourenvergabe per Mausklick: Die Cargonexx-Plattform
Foto: Cargonexx
Cargonexx kümmert sich um die Administration. 7 Mitarbeiter mit Speditions-Know-how sitzen an der Großen Böckerstraße zusammen mit Softwareentwicklern, Business Developern und Werkstudenten. Sie prüfen Identität. Lizenz, Versicherung und Bonität der Fahrer und Betriebe. Zur Qualitätssicherung kommen die Statusmeldungen zu Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Waren es am Anfang vor allem schlechte Touren, die über die Plattform vermittelt wurden, wachsen die digitalen Spediteure bei ihren Kunden Stück für Stück hoch.

Cargonexx vs. Instafreight: Kein Kleinkram, kein Milchkannendienst.

Längst gehören nicht nur Last-Minute-Touren zum Geschäft. Die Nachfrage entwickelt sich vom Spotmarkt in Richtung wöchentlich regelmäßiger Linientouren, z. B. für einen Großhändler von Lebensmitteln und Tabakwaren. Eine Recherche der digitalen Speditionen zeigt: Neben Cargonexx tummelt sich ebenfalls seit 2016 das vom Berliner Company-Builder Rocket Internet hochgezogene Startup Instafreight in Deutschlands Schwerlasttransport. Während die Berliner alles ab 1 Palette von A nach B bringen, spezialisieren sich die Hamburger auf Aufträge ab 3 Tonnen bzw. 3 Lademetern.

Um nicht von einer Milchkanne zur nächsten schleichen zu müssen, werden keine Regionaltransporte unter 100 km angenommen. Das Hamburger Startup arbeitet zudem mit Importunternehmen und Umschlagdiensten zusammen und organisiert für sie die LKW-Transporte. Mittlerweile haben sich auf der Hamburger Plattform mehr als 500 Speditionen als Auftraggeber registriert. Dazu kommen rd. 2.300 Transportdienstleister, wie Trucker und Frachtführer. 


LKW-Abfertigung am HHLA-Terminal Buchardkai (CTB)
Foto: HHLA / Thies Rätzke
Für die LKW-Betreiber bietet Cargonexx unterm Strich eine höhere Auslastung, eine schnelle Bezahlung und höhere Planbarkeit. Über die digitalen Spediteure aus der Hamburger Altstadt können Trucker unterwegs an Board ihre Anschlusstouren planen und so die Leerfahrten reduzieren. Schon in einem Jahr will das junge Statup zwischen 10 und 20 Tonnen jeden Monat über Deutschlands Straßen schicken und dabei über Echtzeitpreise mittels des eigenen Preisalgorhythmus flexible Angebote unterbreiten können und die Auslastung der Brummis auf Deutschlands Straßen optimieren. 





   Hamburg Digital Background: 

Hamburgs digitale LKW-Spedition Cargonexx
www.cargonexx.de

Berlins digitale LKW-Spedition Instafreight
www.instafreight.de

Deutschlands erste Seefracht-Spedition FreightHub
www.freighthub.com


Ihr Hamburg Digital Marketing _____________________________________________


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Mittwoch, 19. Juli 2017

HANSELOGISTICS: Die digitalen Seefracht-Spediteure aus der Berliner Backfabrik

HAMBURG DIGITAL REPORT

Die Berliner Backfabrik: Heimat für viele erfolgreiche Startups und ihre VCs. Hier ist das Zuhause von Adjust, Decimo, Hello Fresh, Kochzauber, Lovoo, WestTech Ventures, Wooga und seit knapp 1,5 Jahren von FreightHub. Das überdimensionale Modell eines Hamburg-Süd-Frachters lässt ahnen, worum es in dem Großraum im 1. Stock geht: Das Berliner Startup ist Deutschlands digitaler Spediteur für Container zwischen Asien und Europa.


Berliner Zentrale mit Hamburger Frachter:
FreightHub am Prenzlauer Berg
Foto: HANSEVALLEY
Hamburg-Altona, ein kleines Büro im Westen der Hansestadt. Hier sitzt das operative Herz von FreightHub. 8 Speditionskaufleute managen aus der Logistikmetropole das Tagesgeschäft des digitalen Spediteurs, sorgen dafür, dass Amazon Marketplace-Händler ihre Paletten ebenso auf den Punkt genau ins Lager bekommen, wie industrielle Mittelständler 1.000 oder mehr Standardcontainer im Jahr. Ein Berlin-Hamburg Digital Report.

Die jüngste Geschichte von FreightHub nimmt am 16. Februar d. J. in Hamburg seinen Lauf. Es ist ein verregneter Donnerstag-Nachmittag im Grand Elysée Hotel. DailyDeal-Gründer und Earlybird-Investor Fabian Heilemann gibt HANSEVALLEY ein Interview zu seiner Hamburger Geschichte. Damals, 2003, beginnt Fabian an der Bucerius Law School seine Karriere, baut sich an der Elbe ein bis heute funktionierendes Netzwerk auf. Was niemand ahnt: Nach DailyDeal und Google-Deal zieht es Fabian und seinen jüngeren Bruder Ferry wieder in den Norden.


Hamburger Background und Berliner Drive:
Fabian und Ferry Heilmann
Foto: Sky & Sand
Jener verregneter Donnerstag im Februar, im ehrwürdigen Hafen-Klub an den Landungsbrücken: Das abendliche Event trägt den Titel "Digitale Revolution in Schiffahrt & Logistik – Ist das erst der Anfang?" Zusammen mit Bruder Ferry stellt Klub-Mitglied Fabian Heilemann die digitale Spedition vor. Die Jungunternehmer erhalten viel Zuspruch, gewinnen wertvolle Kontakte, nehmen mit Respekt vereinzelt skeptische Stimmen zur Kenntnis. Unterm Strich wird es ein gelungener Einstand der Berliner Digitalunternehmer in der Hamburger Hafen- und Logistik-Lobby.

Vom Baustoffhandel über Greentech zur Containerlogistik

Ein sonniger Mittwoch-Nachmittag im Juni diesen Jahres, wir sitzen im idyllischen Innenhof der Backfabrik an der Prenzlauer Allee unweit des Berliner Alexanderplatzes. CEO Ferry Heilemann berichtet, wie alles anfing mit FreightHub - im Herbst 2015. Die erfolgreichen Brüder entscheiden sich, eine neue Firma aufzubauen. Im B2B-Bereich sehen sie ungehobene Potenziale und die Chance, ein langfristiges Unternehmen mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell und einem großen Markt aufzubauen. Es ist genau das Gegenteil von DailyDeal, der Marketing-Plattform, die mit vielen Marketing-Dollars "gejazzt" wurde. 

Ferry und Fabian schauen sich verschiedene Branchen an: Baustoffhandel und die Digitalisierung der Baustelle fallen ihnen ins Auge, ebenso wie Greentech, ein Herzensthema des 30-jährigen Ferry. Nach Analyse verschiedener Märkte fällt die Wahl auf Logistik mit Fokus auf die Containerschifffahrt. Die mehr als 7 Jahre Hamburg-Erfahrungen des älteren Bruders Fabian und der Support durch den Roland Berger-Berater und späteren FreightHub-Beirat Prof. Dr. Burkhard Schwenker spielen eine wichtige Rolle. FreightHub geht mit Erik Muttersbach, Ex-CTO von DealyDeal, CCO Michael Wax und ehemaligen Mitarbeitern aus Hamburger Speditionen an den Start.

Der Grundsatz: "One-Stop-Shop"-Partner für die Verlader.


Logistik-Zentrale in der Berliner Backfabrik:
FreightHub-Großraumbüro
Foto: HANSEVALLEY
Heute sitzen in dem roten Backsteinbau an der Saarbrücker Straße mehr als 40 kaufmännische, technische und vertriebliche Mitarbeiter, sorgen rund um die Uhr dafür, dass auf der wichtigen "Far East-Westbound"-Route zwischen Asien und Nordeuropa Palettenware (Less then Container Load - LCL) ebenso zuverlässig ihren Zielort erreicht, wie volle Standard-Container (Full Container Load - FCL). 20 Mio. Container (Twenty-foot Equivalent Units - TEU) werden auf der Import-Route von den drei Reederei-Allianzen im Jahr transportiert. Mehr als 90% des FreightHub-Volumens werden auf der Handels-Route verschifft. 80% macht bei den Berlinern die Seefracht aus, die restlichen 20% sind Luftfracht, der nachlaufende Schienen- und LKW-Verkehr sowie die Binnenschifffahrt.

FreightHub ist mehr als eine Vermittlungsplattform. Das Tech-Startup ist ein vollwertiger "Freight Forwarder", haftet nach den Regularieren wie jeder Spediteur, hat den Durchgriff auf seine Partner, wenn etwas nicht klappt. Als "One-Stop-Shop" für den Verlader übernimmt das Team in Berlin und Hamburg alle Formalitäten, wie Packlisten, Zollbescheinigungen und Transportversicherungen bis hin zum Terminal-Handling, stellt sämtliche Dokumente digital bereit. Die Kunden bekommen von der "digitalen Spedition des 21. Jahrhunderts" bis zu 150 Quotes (Angebote) von 100 Abfahrtshäfen (Ports of Loading) für Port-2-Port- wie Port-2-Door-Shipments - variabel nach Transportdauer, Lieferdaten, Häfen und Frachtraten. 



Ein eigener Algorithmus bietet den KMU-Kunden - von Amazon-Händlern (FBA - "Fullfillment by Amazon") über E-Commerce-Anbietern bis zu Mittelständlern eine Transparenz, die ihres Gleichen sucht. Dazu gehören 5 Mio. Daten- und Preispunkte für die Angebotserstellung, wie 1,8 Mio. Sailing-Schedules mit regelmäßiger Aktualisierung und den günstigsten Frachtraten. Volle Transparenz über Verfügbarkeit und Kosten sind ein Argument von FreightHub, Angebote in Echtzeit über die Onlineplattform ein weiterer Pluspunkt, vergleichbar einer Flugbuchungsmaschine. In Kundenansprache, Angebotserstellung, Echtzeitbuchung und dem Echtzeit-Tracking über die eigene Shipment-Management-Software machen die Heilemann-Brüder den Unterschied. Schon heute spart FreightHub bei Kunden mehrere Stunden ein.

Die "digitale Spedition des 21. Jahrhunderts" aus Berlin

Natürlich haben die Seefrachtspediteure alle Reederei-Allianzen an Board, von der asiatisch-europäischen "Ocean Alliance" mit 37% Marktanteil auf der "Far East-Westbound"-Route,  über "2M" mit Maersk, Hamburg-Süd und MSC bei 34% Asien-Europa-Anteil bis zu "The Alliance" von Hapag-Lloyd, UASC und Partnern mit 29% Marktanteil. Die Logistiker kooperieren mit allen wichtigen Carriern (Linienreedereien), Truckern (Lieferverkehre) & Trains (Intermodal-Verkehre) - in jeglicher Kombination, einschl. der neuen chinesischen Seidenstraße und dem zeitoptimierten Versand per Frachter in die Vereinigten Arabischen Emirate und anschließender Luftfracht nach Nordeuropa. 

Im März vergangenen Jahres starteten Ferry und sein Team ihre digitale Reise in die weitgehend analoge Welt der Speditionen. Vor einem Jahr verschifften die Nachwuchsspediteure ihre ersten Container. Mittlerweile zählen die 50 Mitarbeiter/innen 350 Kunden zu ihrem Stamm. Und das Geschäft? Wenn ein Kunde 1.000 Container im Jahr über FreightHub verschifft, ergibt sich ein Umsatz von durchschnittlich 1,5 Mio. €. Im kommenden Jahr wollen die pfiffigen Jungunternehmer die 10.000 TEU-Marke durchbrechen, rechnen Ende kommenden Jahres mit mehr als 100 Mitarbeitern. 

Digitale DNA aus Berlin + Logistik-Expertise aus Hamburg

Noch zählen Ferry und Fabian Heilemann mit ihrem Team zu den kleinen Anbietern unter den 15.000 Speditionen in Deutschland, können sich nicht vergleichen mit Branchengrößen, wie DB Schenker, DHL oder Kühne+Nagel. Ein "Winner takes it all" ist auch in Zeiten zunehmender Digitalisierung in der Logistik nicht zu erwarten, doch eine Konsolidierung zugunsten der schnellen, transparenten und kundenfreundlichen Anbieter mit Buchungs- und Serviceplattformen - damit ist zu rechnen. Genau hier wird FreightHub mit seiner digitalen DNA aus Berlin und seiner Logistik-Expertise aus Hamburg punkten.

Nachdem Fabian und Ferry den Hamburger Hafen-Klub von ihrer Leistung überzeugen konnten, wird sich FreightHub auch im Verband Hamburger Spediteure engagieren, dem Zusammenschluss der "Freight Forwarder" an der Elbe. Auf die Frage, wie die Niedersachsen und Wahl-Berliner ihr Verhältnis zu Hamburg umschreiben würden, antwortet Ferry im sommerlichen Berlin: "Wir sehen uns eng verbunden mit Hamburg. Es ist eine der zentralen Städte weltweit in Sachen Schifffahrt." Das ist sicherlich eine gute Einstellung und eine Basis für eine erfolgversprechende Zukunft in Hamburg ... und Berlin.


 Hamburg Digital Background 

FreightHub Digitale Spedition
www.freighthub.com

HANSEPERSONALITY Heilemann-Brüder: Alles Gute von Elbe und Alster.
http://hh.hansevalley.de/2017/03/hansepersonality-heilemann.html

Earlybird Venture Capital
www.earlybird.com


Ihr Hamburg Digital Marketing _____________________________________________



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Sonntag, 12. März 2017

HANSEPERSONALITY Heilemann-Brüder: Alles Gute von Elbe und Alster.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Ein kalter Donnerstag-Abend im Februar. Schmuddelwetter begleitet die Hamburger in den Feierabend. An den Landungsbrücken trifft sich die Hafenwirtschaft zum Get-together. Mit Blick auf Elbe und Docks geht es im exklusiven Hafen-Klub um die Zukunft der Logistik. Unter dem provokanten Titel "Digitale Revolution in Schifffahrt & Logistik" stellen zwei junge Berliner die erste digitale Spedition vor.

Fabian und Ferry Heilemann sind gerade mal in den Dreizigern. Für Hamburgs Reeder, Spediteure und Kaufleute noch fast "Eierschalenfraktion". Doch die beiden smarten Startup-Macher haben etwas. Sie sind keine "Hubschrauber," keine "Overseller". Sie wirken hanseatisch, wissen, was sich gehört. Was kaum einer der Klub-Gäste ahnt: Hier trifft das neue auf das alte Hamburg, Hamburger Zukunft auf hanseatische Tradition.



Unternehmer und Investor Fabian Heilemann
Foto: Hoffotografen
Wenige Stunden zuvor treffe ich Fabian am Rand der Hamburger IT-Strategietage im Grand Élysée Hotel an der Rothenbaumchaussee. Er ist pünktlich, er ist smart und er ist gestresst. "Seit dem ich 18 bin, stehe ich auf dem Gas, mit einer Schlagzahl, die vergleichsweise hoch ist." Vor mir sitzt ein 34-jähriger, millionenschwerer Workoholic. Er hat mit seinem 4 Jahre jüngeren Bruder nach nur 2 Jahren das Gutschein-Portal DailyDeal für 114 Mio. € an Google verkauft, 2 Jahre später zum Schnäppchenpreis zurückgenommen, neu ausgerichtet und an die "Gutscheinpony"-Mutter MenschDanke verkauft.

Vom Rechercheinterview in der Hafencity an die Rothenbaumchaussee.

Beim Interview in der Bourbon Street Bar geht es nicht um DailyDeal, Millionen-Deals und den Dealflow bei Earlybird, einem der ältesten deutschen VCs, mit dem sich die Heilemann-Brüder zusammengeschlossen haben. Es geht um eine Spur, auf die mich Tobias Seikel von Hanse Ventures gebracht hat. Die Heilemann-Brüder haben sich Ende 2015 an der Seed-Finanzierung des Fenster- und Türen-Portals "Virtraum" mit einer 7-stelligen Summe beteiligt. Man kennt sich seit 9 Jahren, damals, als CEO Jochen Maaß bei DailyDeal einstieg.

Vom Hamburger Waffelbäcker zum Digitalunternehmer in Berlin.

"Das sind doch Hamburger Jungs", verrät COO Tobias Seikel in einem Hintergrundgespräch. Das ist eine interessante Spur. Sie führt auf einen wichtigen Lebensabschnitt der beiden Jungunternehmer. Es beginnt 2003. Fabian verlässt das elterliche Hameln, beginnt sein Jura-Studium an der Bucerius Law School, verdient sich mit seinem bereits zur Schulzeit gegründeten Startup "ChiChi Company" und französischen Waffeln den Lebensunterhalt. Die Geschäftsadresse: Lerchenstraße 106 im Schanzenviertel, ein gepflegter Altbau, direkt am Schulterblatt. Doch es eine 1-Zimmer-Studentenbude. Ferry besucht sein älteren Bruder Fabian an den Wochenenden, zieht 2008 mit ein.

Digitale Spur der Heilemanns: Schanze, Bergstedt & St. Georg. 

Im Sommer 2009 bringt Fabian aus Stanford eine Idee mit: Gutscheine verkaufen übers Internet. Kurz vor Weihnachten gründen die Brüder im Immenhorstweg 70 die Blue Ocean Internet UG, die spätere Daily Deal GmbH. Der vom leidenschaftlichen Surfer Fabian gewählte Name taucht Jahre später wieder auf. Die Karriere der Gründer nimmt in Bergstedt seinen Lauf. Operativ an der Schönhauser Allee in Berlin zu Hause, haben die Wahl-Hamburger immer ein Standbein an der Elbe. Schon 10 Monate zuvor gründen sie Heilemann Ventures, das an der Danziger Straße in St. Georg zu Hause ist.

"Wir sind selbst Gründer und Digitalunternehmer in der DNA."


Hamburger Background und Berliner Drive:
Fabian und Ferry Heilmann
Foto: Sky & Sand
Es sind nicht nur Hamburger Adressen, die Fabian und Ferry von anderen Startuppern unterscheiden. Jurist Fabian Heilemann bestätigt, auch heute "Hamburger Verträge" per Handschlag zu machen. Integrität ist ihm wichtig, persönlich wie professionell. Nicht umsonst haben sie sich mit Earlybird zusammengeschlossen, jenem VC, der von den Hamburgern Hendrik Brandes, Rolf Matthies und Christian Nagel vor fast 20 Jahren in Hamburg gegründet wurde. Man teilt hanseatische Werte, Tugenden und eine Weltsicht, wie man arbeitet. Die Heilemanns sind die nächste Generation "früher Vögel" - mit dem Tech Know-how aus ihrer Zeit bei "Zalando" bis "DailyDeal".

"Wir sind Investoren und sehr aktiv in der Unterstützung."

Mit ihrem neuen 150 Mio. €-Fonds gehen sie vor allem ins B2B-Geschäft. Es sind gut adressierbare Märkte mit vielen weißen Flecken. Eine ganze Reihe von Branchen laufen 10-15 Jahre der Digitalisierung hinterher. Für Fabian geht es um Ineffizienzen und Usibility. Während Amazon & Co. Verbraucherthemen in der Breite abdecken, gibt es im B2B noch was zu gewinnen. "Wir müssen große Wetten eingehen und auch ein paar Wetten gewinnen," gesteht der erfahrene Nachwuchsunternehmer offen ein. Zu den Themen gehören Cloud- und SaaS-Technologien, Fintech und Insuretech, Mobility- und E-Mobility-Themen sowie Logistik und Suppy Chain.

Fabian & Ferry Heilemann: Seit 5 Jahren operativ ein Team.

März vergangenen Jahres. Die beiden Brüder gründen in Berlin ihr nächstes Startup: "FreightHub" ist eine digitale Spedition. Die Firma dahinter: Deep Blue Ocean Internet GmbH. Und da ist er wieder: Der "blaue Ozean" vom Anfang ihrer Karriere, jene Gründung des Gutschein-Portals, die ihnen mit Hilfe von Google all das heute möglich macht. Mit an Board: Erik Muttersbach, Ex-CTO von DealyDeal, CCO Michael Wax und ehemalige Mitarbeiter aus Hamburger Speditionen. Es ist kein hoch gejazztes Startup, dass man nach 2 Jahren an einen Großkonzern verkaufen möchte. Es ist ein vollwertiger Spediteur mit einem eigenen Transport-Management-System. 

Freighthub: "Langfristig ausgerichtete Firma am Markt."


Bauen Europas digitale Spedition: Die FreigthHub-Gründer
Foto: FreightHub
Quotierung, Buchung, Versicherung, Transport & Verzollung - "FreightHub" deckt die gesamte Supply Chain ab - und das mit 1,5 Mio. Fahrplänen im System, mit Fokus auf Asien-Europa in See- und Luftfracht. 2/3 machen Container aus, 1/3 ist Stückgut. Vor der Gründung haben sie verschiedene Industrien gescannt. Logistik war unter den Top 10. "Ich habe mit Leuten aus der Branche in Hamburg gesprochen," Fabians Netzwerk hilft bei der Entscheidung. Mit dem "Freight Forwarder 2.0" sind sie Pioniere in Europa, "Wir wollen, dass die deutsche Logistik-Wirtschaft auch in 20 Jahren noch ihre führende Rolle hat - gegen US-Startups". Ferry Heilemann führt das 28-köpfige Team mit seiner operativen Expertise an.

"Ich arbeite lieber auf der sachlich-fachlichen Ebene," hebt Wahl-Berliner Fabian im Recherchegespräch hervor. Und ergänzt: "Ich bin ein Einzelgänger, der sich in Partnerschaften einfügen kann." Eigentlich wollte er sich nur 45 Minuten Zeit nehmen, doch Journalismus hat etwas mit Austausch zu tun - nicht mit Zahlen und Fakten, die Fabian gern in den Mittelpunkt stellt. Er beweist bei kniffligen Fragen Durchhaltevermögen, auch wenn es keines der standardisierten Frage- und Antwortspielchen um die bekannten Themen ist. 

Hamburger Logistik- mit Berliner Digital-Know how

Vielleicht war die Vorstellung an diesem Donnerstag-Abend im Hamburger Hafen-Klub der Anfang von etwas Großem, von digitaler Logistik - mit dem globalen Geschäft in Hamburg und dem digitalen Know how in Berlin - und einem hanseatischen Weg, der in der Schanze begann. Eine Frage bleibt zunächst noch unbeantwortet: Lange liefen die operativen Aktivitäten der Brüder unter der Marke "Sky & Sand". Aber warum? Vielleicht ist es der gleichnamige Song aus dem Soundtrack von Paul Kalckbrenners "Berlin Calling". Das würde erklären, warum die beiden sympathischen Jungunternehmer jetzt an der Spree aktiv sind.


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