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Dienstag, 24. Mai 2022

HANSESTARTUPS: Hier trifft sich die Startup-Szene aus dem ganzen Norden.

HANSE STARTUP MAGAZIN
- HANSEPARTNER-Interview -

Startup-Highlight im Norden: www.startup-days.de

Startup-Gründungen in Deutschland: Schleswig-Holstein hat in den vergangenen Jahren massiv aufgeholt. Der echte Norden ist bei den Neugründungen heute unter den Flächenländern Top Nr. 2. Einer der Startup-Hubs zwischen Nord- und Ostsee ist in Lübeck zu Hause. Der Startup-Accelerator "Gateway 49" bietet Neugründungen und Startups im Wachsrtum ein neunmonatiges Förderprogramm auf dem Weg zu Produktreife und Marktexpansion.


Nach mehr als zwei Jahren Corona-Pandemie erwacht auch auf dem Hanse Innovation Campus im Lübecker Hochschulstadtteil das Leben. Anfang Juni treffen sich bis zu 400 Studenten, Gründer, Jungunternehmer sowie Mentoren, Förderer und Partner von "Gateway 49" zu den "StartUp Days 2022". Wir haben mit Programm-Manager Stefan Stengel gesprochen, welche Highlights Gäste aus Lübeck, der Metropolregion und den ganzen Norden erwarten:

Warum veranstaltet Ihr am 1. und 2. Juni d. J. die "StartUp Days 2022"?

Bringt Startups im Norden voran: Gateway 49-Programm-Manager Stefan Stengel.
Foto: TZL

Rund um das Technikzentrum Lübeck (TZL) am Hanse Innovation Campus hat sich ein spannendes StartUp-Ökosystem entwickelt. Diesen Menschen und Institutionen möchten wir mit den StartUp Days Lübeck eine Bühne bieten. Wir wollen nach einer langen Phase des digitalen Netzwerkens endlich wieder Begegnung und direkten Austausch ermöglichen. Dafür stehen dem TZL als Veranstalter viele Partner aus der Region zur Seite. Wenn wir unsere Kompetenzen noch besser verknüpfen, uns noch intensiver gegenseitig unterstützen, dann können wir hier im echten Norden noch viel mehr bewegen.

Für wen sind die Startup-Days eventuell richtig spannend, zu besuchen?

Das beginnt bei Studierenden, die mit dem Gedanken spielen, irgendwann ein Unternehmen zu gründen, und geht bis zu Investoren, die an hoch spannenden Innovationen interessiert sind. Die StartUp Days Lübeck bringen Akteure aller Ebenen in Kontakt, sowohl aus der regionalen Wirtschaft als auch aus den Lübecker Hochschulen.

Wer wird bei den Startup-Days im Hochschulstadtteil denn alles erwartet?

Fangen wir mal ganz vorne an: Wir freuen uns sehr, dass sich Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz die Zeit nimmt, um die StartUp Days Lübeck zu eröffnen. Bei der Keynote der StartUp Days Lübeck erklären die Berliner Business-Aktivisten Jule und Lukas Bosch als Gründerinnen von Holycrab, was heutzutage der eigentliche Antrieb sein sollte, um ein StartUp zu gründen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dürfen sich auf inspirierende Speaker und Experten aus der StartUp-Szene Schleswig-Holsteins freuen, die Gründerinnen und Gründer dabei unterstützen, neue Türen für die Zukunft zu öffnen.

Welche Highlights bietet Ihr an den zwei Tagen für Studenten, Gründer & Co.?

Tag 1 steht unter dem Motto „How to StartUp?“. Gründungsinteressierte, Studierende und Early Stage StartUps erfahren unter anderem, wie man ein Business Model konkretisiert, finanzielle Förderung erhält oder gute Pressearbeit für das eigene StartUp macht. An Tag 2 lautet die Devise „How to ScaleUp!“ Nationale und internationale Fachexperten mit viel Erfahrung zeigen auf, was Later Stage StartUps beherzigen sollten, um erfolgreich zu wachsen – von der Personalsuche über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Darüber hinaus haben wir eine Messe, um die unterstützenden Institutionen besser kennen zu lernen, und nicht zu vergessen die Party mit der Live-Band Atomic Playboys am 1. Juni ab 19 Uhr.

Hast Du einen besonderen Tipp, was man auf keinen Fall verpassen sollte?

Als Programm-Manager und Coach von GATEWAY49 freue ich mich natürlich besonders auf alle Teams, die wir mit unserem Accelerator unterstützen. Für viele Gründerinnen und Gründer aus Batch 4 ist es das erste Mal, dass sie auf einer großen Bühne stehen, um ihre innovativen Geschäftsideen zu präsentieren. Dabei können die frühphasigen Teams auch viel von den erfahrenen Gründern wie z.B. Moritz von Grotthuss von Bareways lernen. Aber um die Frage zu beantworten: Am besten sollte man an beiden Tagen kommen und sich nichts aus dem hochkarätigen Programm entgehen lassen.


Vielen Dank für die spannenden Insides!
- Das Interview führte Thomas Keup -

*  *  *

 Hanse Digital Service 

Alle Infos zu den "StartUp Days 2022" gibt es auf der Eventseite unter www.startup-days.de

Kostenlose Tickets für Studenten und Gründer können direkt bei Eventbrite gebucht werden. 

Infos rund um das Accelerator-Programm "Gateway 49" gibt es auf der Programmseite.
 
 Hanse Digital Partner 

HANSEVALLEY-Chefredakteur stellt am 1. Juni d. J. auf den "StartUp Days" Dos and Don'ts für die eigene Startup-PR vor. Das Hanse Digital Magazin ist Medienpartner des Lübecker Accelerator-Programms "Gateway 49".   

Donnerstag, 6. Februar 2020

HANSEPOLITICS: Die bildungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020

HAMBURG DIGITAL RECHERCHE
- Teil 3 Digitalisierung und Bildung -


Informatik-Schnupperkurs des IT-Executive Clubs@Codeweek 2019.
Foto: HANSEVALLEY

"
Hamburgs Schulen sind in Bezug auf die digitale Technik im Schulunterricht bundesweit ganz vorn."


Schulsenator Ties Rabe, 3. Februar 2020, Landesinstitut für Lehrerbildung, Hamburg 

Die Nachricht schlug in Hamburg ein, wie eine Bombe: Niedersachsen führt ab dem Schuljahr 2023/2024 Informatik als Pflichtfach in den 9. und 10. Klassen ein. 1.100 Pädagogen mit Informatik-Background braucht die Landesregierung dafür. Informatik als Pflichtfach fordert auch der IT-Executive Club Hamburg - die Interessenvertretung der 40.000 IT-Fachleute in Hamburger Unternehmen. 

Was macht der rot-grüne Senat für die Zukunft der nächsten Generation? Schulsenator Ties Rabe lädt zur 40 Mio. € schweren Einkaufstour von Laptops, Tablets und Whiteboards ein. 128 Mio. € bekommt die Hansestadt vom Bund im Rahmen des "Digitalpakts Schule" für die Ausstattung ihrer 340 allgemeinbildenden Schulen. 30.000 mobile Geräte sollen angeschafft, 12.500 Klassen- und Arbeitsräume werden für 50 Mio. € mit WLAN ausgestattet.

Der Wettbewerb um die klügsten Köpfe von Morgen hat begonnen. Die Freie und Hansestadt sieht sich mit der flächendeckenden Vernetzung ihrer Schulen mit Breitbandanschlüssen erstklassig aufgestellt. Wie sehen das die Abgeordneten in der Bürgerschaft? Welche Akzente helfen laut Regierungskoalition auf dem Weg zur smarten Schule? Welche Versäumnisse schmiert die Opposition dem SPD-Bildungssenator aufs Fischbrötchen?

Wir haben die Parteien in der Bürgerschaft zu ihren digitalen Positionen und Visionen befragt. Auf der Tagesordnung: die 5 digitalen Top-Themen 1. Wirtschaft, 2. Wissenschaft, 3. Bildung, 4. Verwaltung und 5. Stadtleben. Heute: Die bildungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020:

 Hamburg Digital Wahlprüfsteine 
Digitalisierung und Bildung

An allen 340 staatlichen Schulen gibt es einen Breitbandanschluss und einen nahezu flächendeckenden Anschluss ans Glasfasernetz. Dazu kommen bereits heute 30.000
Computer und 1.800 WLAN-Hotspots. Der Hamburger Senat sieht sich mit der digitalen Infrastruktur und den aktuellen Beschaffungen für 40 Mio. € bundesweit ganz vorn. Dazu kommen aktuell 125 digitale Lerninhalte - entwickelt im Digital Learning Lab von Joachim Herz-Stiftung und der TU Harburg.

1. Thema: Informatik im Unterricht


Welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um in der neuen Legislatur IT-Grundlagen und Programmieren verpflichtend an Hamburger Schulen einzuführen?

SPD Hamburg (2015: 59 Abgeordnete): "Infrastruktur im Fokus"

IT-Grundlagen und Programmieren wird im Unterrichtsfach Informatik erlernt. Informatik wird entsprechend der Ausbildungs- und Prüfungsordnung ausschließlich als Wahlpflichtfach unterrichtet. Eine in den Lehrplänen bzw. für den Unterricht verankerte Verpflichtung, IT-Grundlagen oder Programmieren zu lernen, ist nicht vorgesehen. 

Unser Ziel ist es, alle Schülerinnen und Schüler in unseren Schulen sehr gut auf das Leben und Lernen in der digitalen Welt vorzubereiten. Deshalb werden wir – aufbauend auf die bereits flächendeckend vorhandene Glasfaserversorgung – unsere Schulen so ausstatten, dass in allen Schulfächern und Klassenstufen Laptops, Smartphones und digitale Technik genauso selbstverständlich eingesetzt werden können wie Buch, Arbeitsheft und Füllfederhalter. 

Dazu werden wir in den nächsten fünf Jahren in allen 13.000 Unterrichtsräumen der allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen ein geschütztes WLAN und digitale Tafeln installieren. Für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte werden wir darüber hinaus rund 50.000 Laptops, Tablets und Mikrocomputer beschaffen, damit sie im Unterricht gut lehren und lernen können.

CDU Hamburg (2015: 20 Abgeordnete): "Informatik als Pflichtfach"

Wir müssen Hamburgs Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf die Herausforderungen und Chancen des digitalen Wandels vorbereiten und sie rechtzeitig für die digitale Wissensgesellschaft begeistern. Analog zu Sprachen und klassischen Naturwissenschaften muss Informatik an allen weiterführenden Schulen mindestens als Wahlfach ab Klasse 5 angeboten werden. 

Für die Oberstufe sollten entsprechende Profile entwickelt werden und das Fach allgemeinverpflichtend sein. Schülerinnen und Schüler müssen unter anderem fit gemacht werden in Grundzügen der Programmierung und des Datenschutzes für den späteren Umgang mit innovativen Zukunftstechnologien wie künstlicher Intelligenz, 3D-Druck, Robotik und Blockchain-Modellen, die den sicheren Umgang mit riesigen Datenmengen ermöglichen. 

Genauso wie im Physikunterricht gelehrt wird, wie ein Motor funktioniert, soll das Fach Informatik die Schülerinnen und Schüler dafür sensibilisieren, wie das Internet „funktioniert“. Dazu gehören auch die Grundlagen über die Funktionsweise von Algorithmen. Dieses Wissen soll helfen, Chancen und Risiken der Digitalisierung richtig einzuschätzen.

GRÜNE Hamburg (2015: 15 Abgeordnete): "Informatik-Lehrkräfte nötig"

Eine Verpflichtung der Schulen zur Vermittlung von IT-Grundlagen und zum Programmieren kann es erst geben, wenn sichergestellt ist, dass die entsprechenden Lehrkräfte in entsprechender Anzahl unterrichten. Gleichfalls gibt es bereits an jeder Schule mindestens Projekte und/oder Wahlpflichtkurse, die interessierte Schüler*innen die Inhalte näher bringen.

Seit fast 10 Jahren existieren Schulprojekte zur beispielhaften Entwicklung und Erprobung von Informatikcurricula für die Jahrgangsstufen 5 bis 13 an insgesamt vier Schulen. Allerdings muss auch die Lehrer*innenbildung noch nachwachsen, damit es entsprechendes Personal gibt, das den Unterricht flächendeckend gestalten kann. Ein verpflichtender Unterricht steht bisher also nicht so sehr im Fokus wie die allgemeine Vermittlung von Grundlagen digitaler Bildung im Rahmen von naturwissenschaftlichem oder mathematischen Unterricht.

LINKE Hamburg (2015: 11 Abgeordnete): "Keine verpflichtende IT-Grundlagen"

Digitalisierung erscheint als gesellschaftliches Schicksal, dem die Schulen durch das subjektive Verhalten der Schüler_innen (Nutzung mobiler Endgeräte, Internet und sozialer Medien) wie auch der Lehrer_innen ausgeliefert seien. Dem ist nicht so. Nur Institutionen wie Schulen laufen naturgemäß der rasanten technologischen Entwicklung hinterher. 

Dennoch sollten Lehrkräfte im entsprechenden Fachbereich nach Möglichkeit auf dem neuesten Wissensstand sein. Konkret „IT-Grundlagen“ und „Programmierern“ noch dazu verpflichtend an den Schulen einzuführen, plant DIE LINKE nicht. Fort- und Weiterbildungen, die sich ändernde Lern- und Lehrumgebungen sollen selbstverständlich angeboten werden.

FDP Hamburg (2015: 9 Abgeordnete): "Das digitale Klassenzimmer"

Es ist für uns wichtig, dass Selbstständigkeit, Unternehmertum und IT‐Grundlagen fester Bestandteil der schulischen Bildung werden. IT‐Grundlagen und erste Programmierkenntnisse sind im Zeitalter der Digitalisierung absolut notwendig. Nur so kann eine Basis auch für spätere Berufe gesetzt werden. Zudem muss die dafür notwendige Technik nutzbar gemacht werden. Wir wollen daher das digitale Klassenzimmer in jeder Hamburger Schule. 

Im Unterricht sollen digitale Schulbücher und Lernmaterialien genutzt werden können. Besonders wichtig ist uns die Förderung des spielerischen und interaktiven Erwerbs von Digital‐ und Technologiekompetenz, zum Beispiel durch da  Programmieren kleiner Roboter oder den Einsatz von Lernspielen. Auch der Einsatz von visuellen Programmiersprachen (Blocksprachen) soll ausgeweitet werden, um Schüler an das Thema Programmieren heranzuführen. 

Die Vermittlung digitaler Kompetenzen (z.B. Programmiersprachen, der Umgang mit Themen wie Fake News, Datenschutz oder Cyber‐Sicherheit, Nutzung von Text‐, Datenbearbeitungs‐ und Präsentationsprogrammen) geschieht am effizientesten im Informatikunterricht. Unser Ziel ist es, Informatik als Pflichtfach möglichst früh in den Stundenplan der Sekundarstufe I einzuführen.

AfD Hamburg (2015: 8 Abgeordnete): "Pflichtfach Medienkunde"

Die AfD beabsichtigt den Senat damit zu beauftragen, an jeder weiterführenden Schule
Hamburgs das neue Schulfach der „Medienkunde“ als wöchentlich einstündigen Wahlpflichtkurs einzuführen und in den Bildungsplan der Sekundarstufe I aufzunehmen. Unser Ziel ist es die Medienkompetenz der Schüler auf die Anforderungen der zukünftigen digitalen Gesellschaft auszurichten. 

Hierfür ist nicht nur eine Modernisierung der Ausstattung an den Schulen notwendig, sondern auch den Umgang mit den digitalen Medien zu lehren. Evtl. sollte es ein Grund- und Fortgeschrittenenkurs geben. Daneben soll das Wahlpflichtfach Informatik in ein Pflichtfach umgewandelt werden. Im Vorfeld der Einführung muss der entsprechende Fachkräftebedarf gedeckt werden.


2. Thema: Digitaler Unterricht

Wie wollen Sie die Lehrkräfte auf einen digital-gestützten Unterricht bei verringerter Konzentration online und mobil fokussierter Schüler aus- und weiterbilden?

SPD Hamburg (2015: 45,6%): " Lehrer digital fortbilden"

Schon jetzt werden Lehrkräfte im Rahmen der Aus- und Fortbildung des Landesinstitutes für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) so fortgebildet, dass digitale und analoge Unterrichtsansätze funktional miteinander verknüpft behandelt werden. Ebenso ist das Lernen mit und über digitale Medien ein wichtiger Bestandteil in den Haupt- und Fachseminaren des Lehramtstudiums.

Um den Unterricht weiterzuentwickeln, werden wir Lehrkräfte und Schulgemeinschaften zukünftig noch gezielter fortbilden, den Unterricht mit digitalen Medien bereits in der Ausbildung von Lehrkräften verpflichtend verankern und als Service für die Lehrkräfte eine digitale Lernplattform für den Austausch von digitalen Unterrichtsbeispielen entwickeln.

CDU Hamburg (2015: 15,9%): "Digitale Lernbausteine" 

Die Aus-, Fort- und Weiterbildung zum Themenbereich Digitalisierung sowohl fachlich als auch für den methodischen Einsatz im Unterricht muss systematisch geplant werden. Lehrerinnen und Lehrer müssen die Möglichkeit haben sich so zu qualifizieren, dass sie die IT-Infrastruktur pädagogisch sinnvoll einsetzen können. Entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten müssen angeboten werden.

Neben der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte müssen für einen digital-gestützten Unterricht auch entsprechende Bausteinen zur Unterrichtsgestaltung und zur Unterstützung von differenzierten Lerninhalten bereitgestellt werden.

GRÜNE Hamburg (2015: 12,3%): "Weitreichender Wandel"

Sicherlich wird es in diesem Fall für die Lehrkräfte die größte Umstellung, denn ihre Methoden und Konzepte werden weitreichenden Wandel erfahren. Hier muss sicher auch ein behutsamer Umgang gefunden werden. Gleichwohl werden die neuen Erfordernisse mit Fort- und Weiterbildungen begleitet. Neue Konzepte müssen erprobt und sinnvoll genutzt werden. Der Einsatz neuer Medien darf nicht unreflektiert geschehen.

LINKE Hamburg (2015: 8,5%): "Sinnstiftender Unterricht"

Die Belastung der Kinder und Jugendlichen, nur noch über geringen Aufmerksamkeitsspannen verfügen zu können, ruft hingegen nach einer Abkehr von Dogma der digitalen Bildung, die anscheinend höhere soziale Kosten verursacht, als sie Nutzen bringt. Studien zeigen, dass digitalisierter Unterricht nicht automatisch besserer Unterricht ist/wird. Oberstes Ziel für uns ist immer die Verbesserung der individuellen Lernbiographien. Wenn dafür die Digitalisierung sinnstiftend genutzt werden kann, begrüßen wir das.


FDP Hamburg (2015: 6,3%): "EdTech-Coaches für Schulen"

Digitale Bildung hat das Potenzial durch ganz neue Formen des Lehrens und Lernens die Qualität der Schulbildung außerordentlich anzuheben. Für die Nutzung der Technik müssen Lehrkräfte regelhaft aus‐ und weitergebildet werden. EdTech‐Coaches können Schulen dabei ganzheitlich beraten.

AfD Hamburg (2015: 6,2%): "Eine digitale Bildungscloud"

H. E. hängt die verringerte Konzentrationsfähigkeit der Schüler nicht mit der zunehmend
digitalen Gesellschaft zusammen, sondern ist eher ein Symptom zerfallender Familienstrukturen. Unabhängig hiervon vertritt die AfD die Auffassung, dass nicht jede
Lehrkraft zwingend befähigt sein muss, einen digital-gestützten Unterricht durchzuführen. 

Es geht darum, den Lehrkräften und Schülern verstärkt die Möglichkeit eines digital-gestützten Unterrichts zu bieten. Um dieses Ziel erreichen zu können, muss das Lehrmaterial sowohl digital als auch analog abrufbar sein. Wenn Schüler außerdem das Bedürfnis haben, analog im digital- gestützten Unterricht zu lernen, so muss ihnen auch das Lehrmaterial in Form von Arbeitszetteln oder Büchern zur Verfügung stehen. 

Eine entsprechende Fortbildung der Lehrkräfte im Bereich des digital-gestützten Unterrichts ist unabdingbar. Die Technikaffinität der zukünftigen Lehrkräfte wird den digital-gestützten Unterricht flächendeckend an die Schulen bringen. Um die digitale Bereitstellung der Unterrichtsmaterialien realisieren zu können, muss in der den Schulen übergeordneten Behörde die IT Abteilung gemeinsam mit den Bildungsplanern beauftragt werden, die Digitalisierung des Materials sowie die Erstellung digital-gestützter Unterrichtskonzepte voranzutreiben. 

Zur Umsetzung bedarf es einer Bildungscloud, auf die Lehrkräfte und Schüler dieses Material einsehen und interaktiv bearbeiten können. Die Unterrichtsmaterialen sollen auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand gehalten und immer aktualisiert werden. Das Lehramtsstudium muss entsprechend angepasst werden.


3. Thema: Entwicklung der Schulen

Welche Herausforderungen sehen Sie für die 340 staatlichen Schulen, den Unterricht digital-unterstützt durchführen zu können und wie sollen diese gelöst werden?

SPD Hamburg (Fachsprecher: Hansjörg Schmidt): "Digitale Lehrinhalte"

Die zentrale Herausforderung besteht darin, die digitalen Geräte so einzusetzen, dass dadurch die Qualität des Unterrichts gesteigert wird. Daher müssen die Lehrkräfte einerseits gut fortgebildet werden (s.o.), andererseits geht es darum, für den Unterricht passende digitale Unterrichtsmaterialien zur Verfügung zu haben. Dafür ist z. B. das digital.learning.lab in Kooperation mit der Technischen Universität Hamburg und der Joachim Herz Stiftung entstanden, das von der Behörde für Schule und Berufliche Bildung koordiniert wird. 

Hier werden derzeit bereits mehr als 125 Unterrichtsbausteine zum Erwerb digitaler Kompetenzen im Fachunterricht angeboten, die als Ideen und als Einstieg für den Einsatz digitaler Medien für Lehrkräfte dienen und im Internet frei verfügbar sind. Weitere digitale Unterrichtsbausteine können von Schulen eingestellt werden, sodass sich die Anzahl der digitalen Materialien ständig erweitert. Die zuständige Behörde stellt dabei immer die Qualität dieser Materialien sicher.

CDU Hamburg (Fachsprecher: Carsten Ovens): "Digitale Schulverwaltung"

Wir benötigen für die Aufrechterhaltung der Technik an jeder Schule einen IT-Spezialisten/eine -spezialistin. Bereits heute fehlen in Deutschland über 100.000 IT-Fachkräfte. Umso wichtiger ist es, Schülerinnen und Schüler durch ein frühes und flächendeckendes Angebot des Fachs Informatik für eine Ausbildung oder ein Studium in diesem Bereich zu begeistern.

Es mangelt zudem an einer einheitlichen, flächendeckenden Lösung einer digitalen Verwaltung. Das bedeutet, dass kein flächendeckender Digitalisierungsprozess erkennbar ist, der alle Hamburger Schulen im gleichen Maße einbezieht. Wir brauchen ein einheitliches Betriebssystem und Lizenzen für hochwertige Pädagogik- und Standardsoftware.

GRÜNE Hamburg (Fachsprecher: Farid Müller): "Digitalisierung der Bildung"

Die Herausforderungen sehen wir, neben der Technik und ihrer Wartung, in der Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte und im Wandel, den die Digitalisierung auch im Bildungsbereich vollzieht. Der Bildungsbereich ist genauso betroffen, wie alle anderen gesellschaftlichen Bereiche und jede Bevölkerungsgruppe trifft der Wandel anders. 

LINKE Hamburg (Fachsprecher: Norbert Hackbusch): "Vorsicht vor den GAFAs"

Wesentlicher als die Frage der technischen Nutzung digitaler Lehr- und Lernmittel ist es, den Schüler_innen Kompetenzen zu vermitteln, sich in der digitalen Welt zu orientieren. Hinzu käme eine kritische Bearbeitung der zunehmenden Digitalisierung, deren Profiteure die großen fünf Technologiekonzerne sind – die weder öffentlicher Kontrolle noch Steuerung unterliegen.

FDP Hamburg (Fachsprecher: Michael Kruse): "Ein Lern-Management-System" 

Wir sehen Lösungsmodelle, um den Unterricht an allen Schulen digital‐unterstützt durchführen zu können. Jede Schule soll über ein digitales Lern‐Management‐System verfügen, das aus einer internetgestützten Lernplattform mit Informations‐, Kommunikations‐ und Assessmentfunktionen sowie Schulverwaltungswerkzeugen mit einer integrierten Qualitätsmanagementfunktion besteht. Digitale Lernmaterialien sollten regelhaft zur Ausstattung einer Schule gehören.


AfD Hamburg (Fachsprecher: Peter Lorkowski): "Anreize für digitale Lehrer"

Die größte Herausforderung in der Umsetzung eines digital-gestützten Unterrichts liegt in der nicht hinreichenden Affinität der Lehrkräfte zu diesem Themenbereich. Eine oder mehrere Weiterbildungen werden aus kaum einem Lehrer eine Fachkraft für digital-gestützte Unterrichtsformen machen. Die Politik kann keinen Menschen, auch nicht ihr beamtetes Personal, nach ihrer Agenda beliebig formen. 

Zur besseren Motivation der Lehrkräfte, auf digitalen Unterricht umzusteigen, sind entsprechende Anreize zu schaffen. Daneben muss die schulische Infrastruktur modernisiert werden. Alle Schulen sind mit WLAN auszustatten. Endgeräte sollen in den Fällen zur Verfügung gestellt werden, in denen Schüler kein eigenes Endgerät zur Verfügung haben.

 Hamburg Digital Wahlempfehlung 
Digitalisierung und Bildung

Ergebnis der redaktionellen Auswertung: 

Beim Thema Bildung mit digitaler Ausstattung der Schulen, digitalen Lehrkonzepten für Lehrer und digitalen Lernkonzepten für Schüler sehen wir einige Erfahrung bei zahlreichen Parteien. CDU, FDP und GRÜNE fordern - zurecht - die Einführung von Informatik als Pflichtfach an Hamburgs Schulen. Lediglich Rot-Rot haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt - und nicht mitbekommen, dass Nachbar Niedersachsen Informatik ab 2022/2023 einführen wird.

Digitale Lehrerfortbildung mit digitaler Lernplattform (SPD) bzw. digitalen Lernbausteinen (CDU), EdTech-Coaches (FDP) und eine digitale Bildungscloud (AfD) sind Vorschläge, die sinnvoll sein können. Auch ein Unterricht mit dem Ziel besserer Lernbiographien in Zeiten gesunkener Aufmersamkeitsspannen unabhängig von digitalen Endgeräten (LINKE) ist ein richtiger Gedanke. Wenn die Rathausparteien die Bildung unserer Jüngsten nicht als Spielfeld politischen Taktierens missbrauchen würden, könnte man gemeinsam richtig fortschrittliche Bildung ermöglichen. 

Wie bei den zuvor beleuchteten Themen Wirtschaft und Wissenschaft zeigt sich auch bei der Bildung eine staatstragende Hochmütigkeit der SPD, inhaltlich sinnvolle - jedoch weitgehend unbekannte - Positionen der CDU sowie interessante jedoch unvollständige Vorschläge der FDP. Nach 3 von 5 Themen zeigt sich für uns eine wiederholt inhaltliche Schwäche der GRÜNEN. Interessant, wie man trotz inhaltsarmer Vorstellungen in Hamburg auf fast 30 Prozent kommen kann.

 Hamburg Digital Background: 

Alle aktuell in der Bürgerschaft vertretenen Parteien haben die Möglichkeit bekommen, die Fragen zu den digitalen Wahlprüfsteinen zu beantworten. Die Antworten der Parteien werden in der Reihenfolge der Sitzverteilung von 2015 veröffentlicht: SPD, CDU, Grüne, Linke, FDP und AfD. Eine Ausgrenzung von Parteien und ihren Positionen zur Digitalisierung in Hamburg - z. B. der AfD oder der Linken - findet nicht statt. 

Wir machen keine Politik. Wir beobachten, bewerten und berichten.

Die Antworten werden in der Reihenfolge der Themen und Fragen veröffentlicht. Eine Kommentierung oder Kürzung der Antworten gibt es nicht. Auf Grundlage der Antworten erarbeitet die Redaktion eine sachlich begründete Wahlempfehlung zu jedem Themenkomplex sowie insgesamt zur Digitalpolitik. In die Wahlempfehlung fließen über 1.200 veröffentlichte Digitalnachrichten aus Hamburg, der Metropolregion und Norddeutschland sowie gut 270 Fachbeiträge, Interviews und Statements ein.

HANSECODEX: Die Hanse Digital Präambel

Wir brauchen gute Politik. Dazu braucht es Wähler, die wissen wen sie wählen.

Am 23. Februar d. J. entscheidet Hamburg, wie es in den kommenden fünf Jahren weiter geht: 1.4 Mio. Wahlberechtigte sind aufgerufen, in 17 Wahlkreisen 121 Abgeordneten von 15 Parteien in die Bürgerschaft zu entsenden. Wird SPD-Bürgermeister Peter Tschentscher die ganze Stadt auch digital im Blick behalten oder die GRÜNE-Bürgermeisterin Katharina Fegebank Hamburg zum digitalen Labor entwickeln? 


Die Hamburg Digital Wahlprüfsteine - Thema Digitalisierung und Verwaltung - in der kommenden Woche nur hier auf HANSEVALLEY.


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 Hamburg Digital Wahlprüfsteine: 

Digitalisierung und Stadtentwicklung
HANSEPOLITICS: Die stadtentwicklungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020
https://hv.hansevalley.de/2020/02/hansepolitics-stadtentwicklung-hamburg-2020.html

Digitalisierung und Verwaltung
HANSEPOLITICS: Die verwaltungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020

Digitalisierung und Wissenschaft
HANSEPOLITICS: Die forschungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020

Digitalisierung und Wirtschaft
HANSEPOLITICS: Die wirtschaftspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020

 Hamburg Digital Statements: 

Digitalisierung und Stadtentwicklung
HANSESTATEMENT: Klimaschutz-App in Hamburg - auf dem chinesischen Weg?
hv.hansevalley.de/2020/02/hansestatement-klimaschutz-chinaloesung.html

Digitalisierung und Bildung
HANSESTATEMENT: Wenn Du einen toten Gaul durch die Schule reitest ... steig' ab!

Digitalisierung und Wissenschaft
HANSESTATEMENT: Das digitale Wolkenckuckucksheim. Wer hat hier die letzten 5 Jahre eigentlich regiert?
HANSESTATEMENT: Rot-Grün: Digitalstrategie? Echt jetzt?

Digitalisierung und Wirtschaft
HANSESTATEMENT: Die Digitalisierung wartet nicht auf Hamburg.

Mittwoch, 20. Juni 2018

HANSEWORKLIFE: Die 4. Dimension der Digitalisierung.

Kulturwandel, Neue Arbeit, Arbeitswelt 4.0: Keine Woche vergeht in Deutschlands Metropolen ohne eine Konferenz zur Zukunft der Arbeit.  In Hamburg adressiert das Business-Netzwerk Xing das Thema mit Konferenzen, Diskussionen und Fachbeiträgen. Die Otto Group hat für Ihre 50.000 Mitarbeiter den Kulturwandel 4.0 eingeführt. Es tut sich was an Deutschlands Arbeitsmarkt. Zeit, sich näher mit dem Phänomen zu beschäftigen.


Dr. Jutta Rump ist Professorin für Internationales Personalmanagement und Organisationsentwicklung an der Hochschule Ludwigshafen. Die Expertin warnt: Jetzt werden die mittleren Qualifikationen abgeschafft, z. B. Ärzte, Anwälte und Steuerberater. Bis zu 40% der Arbeitsplätze in der westlichen Welt könnten wegfallen, sagen Forscher. Die mehrfache Autorin war Gast im IT Executive Club Hamburg. HANSEVALLEY traf die engagierte Arbeitsmarkt-Expertin. Ein Hamburg Digital Report.

Expertin für die Arbeitswelt: Prof. Dr. Jutta Rump
Foto: Hochschule Ludwigshafen
Controlling im Konzern, Risikomanagement in der Kreditabteilung, Befundung von MRT-Bildern in der Radiologie - immer wenn es um manuelle oder kognitive Routinen geht, sind IT-Systeme und künstliche Intelligenz schneller, genauer, effektiver. "Wir verschwenden keine Zeit mehr in Routinen", fasst es die Wirtschaftswissenschaftlerin und langjährige Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability der Hochschule Ludwigshafen zusammen. Seit mehr als 18 Jahren ist sie im Thema - weiß, wohin die Reise geht.

4 Ebenen sieht Prof. Dr. Rump im Wandel: Technologien, Geschäftsmodellen und Wertschöpfungen sowie den Faktor Mensch: Auf der Mikroebene stellt sich die Frage: Wie sehen veränderte Arbeitswelten und künftige Arbeitsplätze aus? Auf der Mesoebene geht es für die Spitzen-Wissenschaftlerin um die Veränderungen in Betrieben und künftige Modelle der Führung. Auf der Makroebene beleuchtet sie den Arbeitsmarkt und die Effekte durch die Umbrüche. Und schließlich fokussiert sie auf der Metaebene auf die gesellschaftlichen Herausforderungen, einschließlich rechtlicher Rahmenbedingungen und der Mitbestimmung.

50 Handlungsfelder sind durch die Digitalisierung betroffen

"Die Digitalisierung ist in allen Bereichen angekommen", fasst die bundesweit engagierte Wissenschaftlerin zusammen. Ob Bundesregierung oder Arbeitsministerium, ob Industrie- oder Arbeitgeberverband, ob Caritas oder DAK, Robert Bosch- oder Randstad-Stiftung - ihre Expertise ist gefragt, Ihr Wort wird gehört. Eine der wichtigsten Aussagen der Wahl-Ludwigshafenerin: "Ich glaube nicht, dass die Betriebe die Mitarbeiter gehen lassen werden." Als positives Beispiel, die nächste Krise zu meistern, nennt Sie die Kurzarbeiterregelung von Ende 2008 bis 2010.

"Es ist eine Chance, gestärkt da rauszugehen", diktiert uns die sympathische Expertin in den Block. Statt die mittleren Qualifikationen auszusortieren, sollten die Firmen sie in der Transformation an Board behalten, Mitarbeiter auf die nächste Stufe qualifizieren und die Arbeitswelt professionell umbauen. Dabei geht es für die Arbeitsmarktexpertin um eine "Weiterbildung gemäß Kompetenzprofilen". Alle über einen Kamm zu scheren, wird aus Ihrer Sicht nicht mehr helfen, und das hat einen guten Grund:

Rump: "In Deutschland auf sehr gute Art und Weise vorgearbeitet"

Hamburgs Digital- und IT-Strategen im IT Executive Club
Foto: HANSEVALLEY
Die Expertin sieht in Deutschland eine breite Diskussion zu "Arbeit 4.0". In der Bundesrepublik werde nicht nur über Software, Organisationen und Prozessketten diskutiert. "Wir haben die perfekte Basis, um die Digitalisierung großflächig in der Wirtschaft einzuführen", ist sich die Gastrednerin des IT Executive Clubs sicher. Rump verweist auf 20 Jahre Optimierung, Rationalisierung und - besonders wichtig - Dokumentation in unseren Geschäftsprozessketten. "Andere wissen nicht, was sie in Software und Algorithmen einprogrammieren sollen." Vielleicht stellen wir Deutschen unser Licht mal wieder unter den Scheffel.

Automatisierung sei hier zulande gut möglich, fasst Prof. Dr. Jutta Rump zusammen. Sie lobt politische Stabilität und einen rechtlich verlässlichen Rahmen, die EU-weite Sicherheit der Daten, sehr gute Infrastrukturen und objektive Sicherheit für Unternehmen, ein gutes Bildungsniveau und geringe Fluktuation im Arbeitsmarkt. "Irgendwann werden die Arbeitsplätze, die eine Reise in Richtung Osten unternommen haben, wieder zurückkommen", hochautomatisiert, mit 3D Druck und Laserschweissen, in Mikrofabriken und klimatisch guten Bedingungen sowie ohne große Transportkosten zu den Kunden. Was heißt das für unseren Arbeitsmarkt?

Planen und Entwickeln, Beraten, Organisieren und Probleme lösen im Fokus 

Zukunftsforscher Erik Händeler
Foto: Günther Lintl
In Zukunft geht es um die Gestaltung von Prozessen, nicht um das Malen von Prozesstapeten, um das Programmieren von Routinen, nicht um das Ausführen stupider Fließbandarbeit. Wenn gleichbleibende Muster von Maschinen ausgeführt werden, muss es Menschen geben, die diese Muster bei Bedarf brechen. Und eines der Schlüsselthemen wird die soziale Interaktion. Zukunftsforscher Erik Haendeler brachte im Hamburg Digital Interview auf den Punkt: "Wohlstand ist in Zukunft nicht, noch härter zu arbeiten, sondern sich besser auszutauschen." 

Jutta Rump sieht als Notwendigkeit kluge Investitionen in die Zukunft - und die Notwendigkeit, die Menschen mitzunehmen auf die Reise. Das Ergebnis wären völlig neue Möglichkeiten: neue Erfindungen, neue Geschäftsmodelle, neue Arbeitsplätze. Für die Professorin geht es um kreatives Agieren, die Zeit sinnstiftend zu nutzen und die eigenen Stärken auszuleben. "Wenn man sich das klarmacht, das neue Geschäftsfelder, neue Tätigkeiten, neue Beschäftigung neue Zufriedenheit möglich machen"; schwärmt die Optimistin im Interview.

Schaut man objektiv über die vergangenen Jahrzehnte, ist unsere Arbeit in vielen Bereichen körperlich leichter und zugleich intellektuell anspruchsvoller geworden, ist unser Wohlstand auf breiter Front gewachsen und die Entwicklungsmöglichkeiten in Deutschland, Europa und weltweit gestiegen. So gesehen könnte Prof. Dr. Jutta Rump Recht haben, wenn Sie betont, dass die Arbeitwelt 4.0 "kein Horrorszenario" sein wird, wenn man den Wandel von alten zu neuen Arbeitsplätzen aktiv managt.

Hamburg Digital Reports:

HANSEPERSONALITY Erik Haendeler:
Wohlstand ist in Zukunft, sich besser auszutauschen.

Hamburg Digital Background:

Xing.de - Prof. Dr. Jutta Rump im Profil:

IBE Ludwigshafen - Leitung Prof. Dr. Jutta Rump:

IT Executive Club by Hamburg@work:

Dienstag, 28. November 2017

HANSEEDUCATION: Eine Digitale Toolbox für die Hamburger Wirtschaft.

HAMBURG DIGITAL REPORT

Ein Think Tank zu rechtlichen Folgen der Digitalisierung in der Schifffahrt. Ein Business Innovation Lab für die künftigen Prozesse in Produktion und Logistik. Ein Startup Center für technologische Ausgründungen aus der Hochschule. Und ein City Lab für die Beteiligung der Bürgerschaft an öffentlichen Maßnahmen. An Hamburgs Hochschulen bewegt sich was. Keine öffentliche oder private Hochschule, die die Chancen der Digitalisierung nicht im Blick hat.


"Digital Toolbox" der HSBA.
Foto: HANSEVALLEY
Besonders weit ist die Hochschule der Wirtschaft: Nach ihrer Unabhängigkeit startet die private Business School HSBA durch: Mit einer "Digital Toolbox" in Bachelor- und Masterstudiengängen und in der Weiterbildung macht "Chief Digital Evangelist" Uve Samuels einen mutigen Schritt in die Zukunft. Sein Statement: "Die enge Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft ist der Erfolgsschlüssel von Stanford, den die HSBA auch verankert hat." Und er begründet, warum. Ein Hamburg Digital Report - der ganz analog beginnt:

Die weiße Schachtel im Postkartenformat mit den geometrischen Symbolen ähnelt eher einem Werbegeschenk. Doch die Aufschrift "Digital Toolbox" und das Logo des "DI-Lab" der HSBA lassen einen stutzig werden. Überraschend geht es auch im Inneren weiter. Ein Satz bunter Stifte, Eine Schablone mit Hochschul- und Hipster-Vorlagen, eine Rolle blaues Klebeband und ein Satz Muster-Karten mit 6 verschiedenen Themen - im City-Campus am Alten Wall "Profile" genannt.


"Start-Paket" für Design-Thinking-Prozess zur Digitalisierung.
Foto: HANSEVALLEY
Die "Wundertüte" erinnert an Design Thinking mit Kreativmethoden, um dem Alltagstrott entflohen
neue Ideen zu entwickeln und in einem Sprint auch gleich in einen Prototypen umzusetzen. Und in der Tat: Fernab traditioneller Broschüren, gedruckter Programme und kopierter Stundenpläne präsentiert die stylische Pappschachtel ein ganzes Paket, um aus der analogen in die digitale Welt zu kommen. Die "Digital Toolbox" ist ein umfassendes Lehrprogramm, dass Anfang November gelauncht wurde und per Post an 250 Partner aus der Wirtschaft ging.

Harte Zeiten für Chief Digital Officer aus der Beratung

Dreh- und Angelpunkt des Digitalprogramms sind 6 "Profile" - sprich Kompetenzen, die es in jedem Unternehmen gibt bzw. geben sollte: angefangen beim Intrapreneur über den Digital-Strategen und den Kommunikator bis zum Prozessexperten, dem Big Data-Analysten und dem Entwickler. Das ist überraschend - für eine Wirtschaftshochschule. Während staatliche Universitäten ihre Informatiker in extra "Gehegen" unweit des Tierparks (UHH Informatikum) oder in Harburg (TUHH Campus) im Blick behalten, werden die Betriebswirte vom Adolphsplatz direkt auf ihre digitalen Herausforderungen losgelassen.

So können Studenten ab Januar '18 neben ihren Pflichtfächern auch Module aus der "Digital Toolbox" wählen: Wer sich für unternehmerische Methoden interessiert, bekommt dies mit Design Thinking, Lean Startup Methodik und Agilem Management an seiner Business-Hochschule vermittelt. Die heutige Generation Chief Digital Officer muss sich warm anziehen: Die nächste Generation lernt an der HSBA Strategische Entwicklung in Digitalen Märkten und Innovationsmanagement einschl. Datenschutz. Und weil alle Theorie trocken ist, lernen die künftigen Führungskräfte auch gleich Datenanalysen, Datenarchitekturen und die Grundlagen von Data Mining bis Machine Learning.

Ein offen-vernetzter Ansatz, das Passende zu nutzen.


Impulsgeber für die digital-vernetzte Ausbildung in Hamburg:
Dr. Uve Samuels (links) + Burton Lee aus Stanford (rechts)
Foto: HANSEVALLEY
In 6 Workshops hat das Team um Uve Samuels das Programm erarbeitet. Ein Schlüsselfaktor war der Besuch des Stanford-Professors Burton Lee in Hamburg. Er half der HSBA in einem Workshop auf die Sprünge, legte die Grundlage für den Digitalkurs. Und Samuels ist mutig: "Was muss man machen, um Stanford zu überholen?" Natürlich: Die USA sind nicht Deutschland, San Francisco nicht Hamburg, die Stanford University nicht vergleichbar mit der HSBA, ihren 13 Studiengängen, 930 Studenten, 30 Professoren und 200 Lehrbeauftragten - 20 neue davon in den Digitalkursen. Es sind Praktiker aus der Wirtschaft, fernab "verkopfter" Denke an anderen Hochschulen.

Und doch: Die Frage, wie man besser sein kann, hat der Informatiker, Betriebswirt und Geschäftsführer beantwortet: Es ist ein offener Ansatz, bei dem jeder die "Digital Toolbox" in dem für ihn passenden Rahmen nutzen kann. Und es ist ein offener Ansatz, die Mittel und Möglichkeiten gemeinsam weiterzuentwickeln. Damit geht man am Adolphsplatz in die digital-vernetzte Bildung - ohne Fördermittel. "Machen" heißt das Zauberworrt Bleibt die Frage vom Anfang, warum das "Hamburger Modell" dem der führenden Tech-Universität in der westlichen Welt überlegen sein soll?

Das Modell: Die Hochschule im Zentrum der Wirtschaft.


HSBA-Chef Uve Samuels mit der Toolbox.
Foto: HANSEVALLEY
Uve Samuels bringt auf den Punkt: Die HSBA steht - wie Stanford - im Zentrum der Wirtschaft Hamburgs und Norddeutschlands. Mit 250 Partnerunternehmen, die ihren Nachwuchs hier ausbilden lassen und ein spannendes Unternehmernetzwerk. Nicht genug: Mit der "Digital Toolbox" rückt der 49-Jährige die Wirtschaft zugleich in den Mittelpunkt der Hochschule. Es sind die Anforderungen der Digitalisierung von Prozessen und Produkten und der Business Transformation ganzer Geschäftsbereiche, die auf Mittelständler und Großunternehmen zukommen. 

"Wir kommen von der Basis", pointiert der "Chief Digital Evangelist". Uve Samuels wäre nicht er, wenn er nicht bereits 3 km weiter wäre: Ab April kommenden Jahres bietet die HSBA einen Master in "Digital Transformation and Sustainability" an. Nicht als Master of Arts, sondern als Master of Science - mit mathematisch-naturwissenschaftlicher Ausrichtung. Da müssen die Vertreter von bunten Sneakers, Ringelsöckchen, Skimützen und Vollbärten jetzt ganz tapfer sein. Oder wie sagt es der leidenschaftliche Vordenker? "Wir rocken die Republik!" Besser ist das.

 Hamburg Digital Background: 

Die "Digital Toolbox" in den Bachelor-Studiengängen:
www.hsba.de/studium/weitere-informationen/digital-toolbox-hsba/digital-toolbox-fuer-bachelor/

Die "Digital Toolbox" in den Master-Studiengängen:
hwww.hsba.de/studium/weitere-informationen/digital-toolbox-hsba/digital-toolbox-fuer-master/

Die "Digital Toolbox" in der Weiterbildung:
www.hsba.de/weiterbildung/seminare/digital-toolbox-hsba/

HANSEPERSONALITY Dr. Uve Samuels:
"Blockchain ist unsere Chance!"

Montag, 19. Dezember 2016

HANSEINNOVATE: Corporate-Innovatoren feierten bei Katjes Greenfood.

Exklusiver Rahmen - hochkarätiges Netzwerk-Event.
Foto: Stefan Kny / Kny Photographie
HAMBURG DIGITAL COMMUNITY

“Damit hätte ich nie gerechnet.” Es war das häufigste Statement der geladenen Corporate-Innovatoren am Montag-Abend, dem 5. Dezember ‘16, zum Engagement von Katjesgreenfood.

Die Top-Themen des 4. Corporate-Innovation-Events von Deutsche Startups, GRÜNDERMETRO und HANSEVALLEY in Berlin: nachhaltige Lebensmittelproduktion und zukunftsweisende Lebensmitteltechnologien.


Katjesgreenfood - Hidden Champion & echter Innovator.
Foto: Stefan Kny / Kny Photographie


Mit eigenen 3D-Süssigkeitendruckern der Magic Candy Factory, Druckshops für individuelle Süßigkeiten am Airport von Dubai wie im Café Grün Ohr am Hackeschen Markt in Berlin zeigt das Familienunternehmen, wie Innovationen im Lebensmittelsektor aussehen können. So netzwerkten auch die Bahlsen- mit den Katjes-Innovatoren im veganen Flagship-Store “Grün Ohr” bis in den späten Abend.
Ebenso wie Corporate-Innovatoren von Adlershof A2, DKB, GTEC, KPMG, Siemens, VW Financial Services und vielen anderen.



Wissenstransfer von Startups zu Corporates


Dawanda-Chefin Claudia Helmig überraschte mit Insides.
Foto: Stefan Kny / Kny Photographie
Die Startup-Keynoterin des 4. Corporate-Events - Dawanda-Gründerin Claudia Helmig - stellte die Erfolgsgeschichte der größten europäischen Plattform für Handarbeiten vor.

Die Fakten: Mehr als 7 Mio. Unikate von 380.000 Designern für aktuell 7,3 Mio. Nutzer. Und das Business entwickelt sich weiter von einem Marktplatz zu einer Full-Service-Agentur mit zahlreichen Kooperationen zu etablierten Anbietern und ihren Möglichkeiten - wie Brother Nähmaschinen oder Gütermann Garne.



Tim Vogelsang (li.) überzeugte seine künftigen Partner.
Foto: Stefan Kny / Kny Photographie
Erstmals pitchte auch ein junges Startup vor den Firmenvertretern aus ganz Deutschland: Tim Vogelsang stellte seine Peer-to-Peer-Auswertungsplattform Octorank für Pitch-Conteste vor. Sie erspart Innovationsprogrammen mühsame Vorrunden und wurde beim “Startup Choice Award” der Langen Nacht der Startups erfolgreich getestet und z. Zt. für den “Berliner Innovations Award” der Berliner Sparkasse eingesetzt.

Veranstalter Thomas Keup lud als Mentor den Teilnehmer des aktuellen Batches des Project Flying Elephant Inkubators ein. Ein erfolgreicher Testlauf, dem weitere spannende Startups mit corporate-affinen Produkten folgern werden.

Gemeinsam mit Medien, Events und Multiplikatoren


Vertrauliches Networking im Katjes Café Grün Ohr Berlin.
Foto: Stefan Kny / Kny Photographie
Das Vorweihnachtsevent von “INNOVATIONS meet INNOVATIONS” am Hackeschen Markt in Berlin-Mitte bot daneben gleich eine ganze Reihe von Highlights und Neuigkeiten, die die Eventreihe auch im Jahr 2017 begleiten werden.

Neben der Beteiligung unseres Hamburg Digital Magazins waren erstmals exklusiv auch corporate-affine Netzwerkpartner dabei, wie das Event-Netzwerk 12min.me und das Mobile-Magazin Moobilux.




Begeisterung beim Blick auf den eigenen, süssen Namen.
Foto: Stefan Kny / Kny Photographie
Zum Abschied gab es am Nikolaus-Vorabend eine süße Überraschung mit 3D-gedruckten Vornamen jedes Teilnehmers von Katjesgreenfood - direkt aus dem 3D-Drucker im Café Grün Ohr.

Außerdem faszinierte eine handgefertigte Überraschung von Europas größtem Onlinemarktplatz DaWanda die Gäste des Abend Und so wurde das Netzwerk-Event deutscher Corporate-Innovatoren ein Abend mit vielen leuchtenden Augen und glücklichen Gesichtern.


INNOVATIONS meet INNOVATIONS in Hamburg


Engagierte Gastgeber von Katjesgreenfood in Berlin.
Foto: Stefan Kny / Kny Photographie
Im kommenden Jahr planen die Organisatoren um die SPREEFACTORY sowohl eine Berliner Event-Reihe, als auch einen regelmäßigen Hamburger Treffpunkt für Corporate-Innovatoren auszurichten.

Die mehr als 270 gelisteten Unternehmensvertreter betreiben aktuell mehr als 80 interne und externe Innovationsprogramme in Berlin und zunehmend auch in Hamburg. Wöchentlich kommen neue Programme hinzu, zuletzt der neue S-Hub der Sparkassen-Finanzgruppe bei Star Finanz in Hamburg.


Süsser Rahmen für einen wundervollen Abend bei Katjes.
Photo: Stefan Kny / Kny Photographie
Interessenten aus Unternehmen mit eigenen oder gemeinsamen Innovationsprogrammen können sich in den geschlossenen Verteiler aufnehmen lassen. Für die Berliner Eventreihe unter innovations@spreefactory.com, für die Hamburger Eventreihe unter innovations@hansevalley.de.

VCs, Startups, Netzwerke und Vereine, Wirtschaftsförderer und Politiker können an dem geschlossenen Wirtschaftsevent leider nicht teilnehmen.


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