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Freitag, 12. März 2021

HANSESCIENTISTS: Norddeutsche Gründerunis vorn mit dabei.

HANSE DIGITAL HOCHSCHULEN

Gründungsideen aus Bremen sind bundesweit vorn mit dabei.
Foto: Frank Pusch

Hamburg: Die Universitäten von Oldenburg, Bremen und Hannover sind die erfolgreichsten großen Hochschulen Deutschlands bei Ausgründungen von Jungunternehmen aus der Wissenschaft. Bei den mittelgroßen Hochschulen bis zu 10.000 Studenten erreicht die "Leuphana" in Lüneburg einen "guten" 10. Platz, ebenso wie die TU in Hamburg-Harburg auf Platz 14. Die Hanse Digital Hochschulen für Gründer - vorgestellt von Thomas Keup:


Die Universität von Oldenburg belegt mit 56,3 Punkten aus sieben Kategorien einen sehr guten 4. Platz unter Deutschlands großen Hochschulen, gefolgt von der Universität Bremen mit 47,8 Punkten auf Platz 11. Auf Platz 18 folgt die Leibniz-Universität Hannover mit 43,1 Punkten, auf Platz 24 die TU Braunschweig zusammen mit der Ostfalia Hochschule mit 40,2 Punkten und auf Platz 31 die Universität Göttingen und 36,8 Punkten.


Großunis in Oldenburg und Bremen mit guter Gründungsunterstützung


Die ersten 11 Hochschulen können auf "hervorragende" Leistungen bei Ausgründungen verweisen, die Plätze 12 bis 31 auf "durchschnittliche" Leistungen. Norddeutsches Gründer-Schlusslicht der großen Hochschulen ist die HAW in Hamburg auf Platz 32 mit "Verbesserungspotenzial". Erfolgreichste große Hochschule in Deutschland ist die TU München mit 57,2 Punkten, gefolgt von der HAW München mit 57,0 Punkten sowie der Universität Potsdam mit 56,8 Punkten.


Gute mittelgroße Gründer-Universitäten in Lüneburg und Harburg


Bei den mittelgroßen Hochschulen mit 5.000 bis 10.000 Studenten erreicht die "Leuphana" in Lüneburg einen "guten" 10. Platz mit 48,12 Punkten, ebenso wie die TU in Hamburg-Harburg auf Platz 14 mit 45,48 Punkten. Unter den "durchschnittlichen" mittelgroßen Hochschulen folgt die Technische Hochschule Lübeck auf Platz 22 mit 43,13 Punkten und die Hochschule Bremen auf Platz 30 mit 40,03 Punkten


Ebenfalls "durchschnittlich" sind die HAWK in Hildesheim, Holzminden und Göttingen mit 39,59 Punkten auf Platz 33, die Hochschule Osnabrück auf Platz 37 und 36,32 Punkten, die Hochschule Wismar auf Platz 39 mit 35,67 Punkten und die Hochschule Hannover auf Platz 44 mit 33,04 Punkten.


Mit "verbesserungsfähigen" Leistungen kommen die Universität Greifswald auf Platz 55 mit 27,39 Punkten, die Jade-Universität in Wilhelmshaven, Oldenburg und Elsfleth auf Platz 64 mit nur noch 21,8 Punkten, die Universität Osnabrück auf Platz 67 mit 19,82 Punkten und als Schlusslichter die Stiftung Universität Hildesheim auf Platz 74 und die Universität Rostock auf Platz 75.


Göttingen und Flensburg mit besten kleinen Gründerhochschulen


Bei den kleinen Hochschulen mit unter 5.000 Studenten punkten mit "guten" Werten im Norden die Private Hochschule Göttingen auf Platz 2 mit 55,63 Punkten, gefolgt von der Hochschule Flensburg auf Platz 6 mit 47.09 Punkten und die Universität Lübeck auf Platz 11 mit 43,94 Punkten.


Mit "durchschnittlicher" Gründerunterstützung schneiden die "Jacobs University" in Bremen auf Platz 16 mit 36,65 Punkten, die Hochschule Bremerhaven auf Platz 23 mit 34,98 Punkten, die FH Wedel auf Platz 33 mit 30,83 Punkten und die TU in Clausthal auf Platz 37 mit 25,43 Punkten.


Mit "verbesserungswürdigen" Leistungen bei den kleinen Hochschulen in Norddeutschland rangieren die FH Westküste auf Platz 43 mit 23,09 Punkten, die Hochschule Stralsund auf Platz 45 mit 22,61 Punkten, die Hochschule Neubrandenburg auf Platz 52 mit 12,52 Punkten und die Medizinische Hochschule in Hannover auf Platz 54 mit 9,67 Punkten.

Seit 2012 bewertet der "Stifterverband" im Gründungsradar das Klima für Existenzgründungen aus der Wissenschaft und veröffentlicht, welche Hochschulen die Gründung von Unternehmen besonders gut fördern. Im Ranking für das Gründerjahr 2020 standen die Themen Netzwerkarbeit, Internationalisierung und Vielfalt unter den Gründungsinteressierten und Persönlichkeiten im Fokus des Gründungsradars. 


Eine Übersicht zu den Gründungsrankings in den drei Kategorien gibt es auf den Seiten des Sifterverbandes.


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Dienstag, 26. November 2019

HANSESTATEMENT: Eine digitale Odyssee in Rot-Grün.

HAMBURG DIGITAL WAHLEN

Hanseatische Bescheidenheit zur Digitalisierung an Alster und Elbe.
Urheber: bekannt.

"
Ich wüsste schon, wen ich dort hin ... schicke", frotzelte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in Bezug auf sein Raumfahrtprogramm und den Traum vom Flug zum Mond - in einer viel beachteten Rede vor dem CDU-Bundesparteitag am 23.11.19 in Leipzig. Hamburgs Ersten Bürgermeister und SPD-Chefwahlkämpfer Peter Tschentscher meinte er eher nicht. Denn die Freie und Hansestadt beschäftigt sich vor allem mit sich selbst und hat - wie immer - die Stadt und damit sich selbst im Blick, fernab politischer Impulse für die Zukunft.

Der CSU-Chef lobte in seiner Rede den Wissenschaftsstandort Berlin - mit drei kooperierenden Universitäten als einen Exzellenzstandort für die Zukunftsthemen unserer Zeit. Der angstfreie Regierungschef kündigte an, dem Beispiel der Hauptstadt zu folgen, und Hochschulen fernab von LMU und TUM zu regionalen Themenschwerpunkten und lokalen Projektschwerpunkten - vor allem für den geplanten KI-District Bayern - zusammenzuschließen. An die unbekannte Science City Bahrenfeld dachte er offenbar nicht.

"Alle 20, 30 Jahre braucht es einen großen Sprung, eine nächste Stufe der Rakete.
Ich möchte, dass wir Pioniere der Zukunft sind, dass wir Mut für die Zukunft machen ...
Die Kunst ist auch, die Zukunft im Blick zu haben."
Markus Söder, Ministerpräsident des Freistaates Bayern

Suchen wir beim parteilosen, auf SPD-Ticket laufenden Wirtschaftssenator nach der Hamburger Zukunft. Am 30. September d. J. präsentierte Michael Westhageman voller Stolz die Gründung des Articial Intelligence Center Hamburg, einem privaten Zusammenschluss aus kleinen, mittleren und größeren Unternehmen sowie Hochschulen plus Technologietransfer-Experten. Der unermüdlich die Chancen der KI hervorhebende, scheidende Senator verspricht eine unglaubliche Unterstützung i. H. v. 400.000,- € pro Jahr - für max. 2 Jahre.

In Hamburg tüdeln drei Behörden mit Informatik-Plattform (BWFG), AI-Netzwerkförderung (BWVI) und KI-Prototypen-Förderung in Medien (BKM) herum. Und was macht Bayern? Der Süden investiert 360 Mio. €. Der Freistaat will allein 100 neue Lehrstühle nur zum Thema KI schaffen, davon 22 in der mit Hamburg durchaus vergleichbaren Stadt München - in Worten: "zwei-und-zwanzig". "Die KI ist die Dampfmaschine der neuen digitalen Welt und die Basis für eine grundlegende technische und industrielle Revolution", so Markus Söder.

"Das Tempo der Entscheidungen machen nicht wir,
aber die Geschwindigkeit der Reaktionen - das entscheiden wir."
Markus Söder, Ministerpräsident des Freistaates Bayern

Natürlich engagiert sich der Senat mit Bürgermeister*in-Kandidatin Katharina Fegebank für den Wissenschaftsstandort. Mit der Informatik-Plattform Ahoi Digital plant die Hansestadt mit 23 Mio. € Fördermitteln von Senat und zwangsweise mit zur Kasse gegebenen Hochschulen 35 neue Informatik-Professuren (auf dann 100 Stellen) und bis zu 1.500 zusätzliche IT-Studienplätze. Womit wir bei der Frage sind, wer den längeren Atem hat. Bayern plant 1.000 neue Professuren für noch einmal zusätzlich 10.000 Informatik- und Technologie-Studienplätze, plus 400 Mio. € für die Hochschulreform.

Zukunft vs. Hafen

Zurück zur rauen Wirklichkeit der Handels- und Logistikmetropole an Alster, Bille und Elbe. Während Markus Söder am 1. Juli d. J. in München die neue Raumfahrtfakultät an der TU einweiht, verbunden mit einem Förderprogramm von 700 Mio. €, einem eigenen Universitäts-Campus und dem Ziel, in Bayern Satelliten zu bauen, baggert man an der Hammaburg nach 17 Jahren Planung und diversen Prozessen zu den geschätzten Kosten einer Elbphilharmonie (866 Mio. €) den Schlick aus dem Fluss.

Gegensätze bringen auf den Punkt, worum es geht. Daher zitieren wir einmal mehr den Bayerischen Ministerpräsidenten: "Alle 20, 30 Jahre braucht es einen großen Sprung, eine nächste Stufe der Rakete. Ich möchte, dass wir Pioniere der Zukunft sind, dass wir Mut für die Zukunft machen." Wo in Antwerpen und Rotterdam innovative Terminals schneller laden und hochautomatisierte Logistikzentren schneller drehen, investiert Bayern mit der Hightech-Agenda 2 Mrd. € in die Zukunft als KI- und SuperTech-Standort, z. B. für Robotik.

Zukunft vs. Games

Der Blick in die Hamburger Wissenschafts- und Wirtschaftsbehörden lässt weder eine Strategie noch Visionen in Sachen digitaler Zukunft erkennen. Die für den Herbst erwartete neue Innovationsstrategie des Senats ist ein bis heute perfekt gehütetes Geheimnis. Schauen wir beim Senator für digitale Inhalte und Infrastruktur vorbei: Nach der Reanimation des staatlichen Branchenclusters für die Gameswirtschaft verkündet Scholz-Vertrauter Carsten Brosda zur Eröffnung der 1. Gamevention eine - zum 50 Mio. €-Paket von Bundesminister Andreas Scheuer (CSU) - ergänzende, "scharf zugespitzte" Gamesförderung für Hamburg.

Großmütig gesteht er ein, dass die Branche ohne Förderung nicht auskommt. Sein Freund Scholz hatte die vom CDU-Senat eingeführte Prototypenförderung mit bis zu 1 Mio. € zinslosem Kredit 2011 kurzerhand gestrichen. Statt auf Zukunftskurs für die so führende Gamesbranche zu gehen, sammelt der SPD-Wahlkämpfer die Hoffnungen der Branche gleich wieder ein: Eine Förderung wie in Bayern mit 3 Mio. € oder NRW mit 2,4 Mio. € werde es in Hamburg nicht geben. Klingt nach Haushaltskrümeln und Dezember-Fieber der Medenbehörde. Senatskollegin Fegebank wusste bei der Messeeröffnung davon jedenfalls (noch) nichts.

Zukunft vs. Bücherei

Bleiben wir noch einen Augenblick bei der Digitalisierung, wenn man sich im Blitzlichtgewitter oder in Kameralampen wieder einmal sonnen will. Neueste Idee der - die Dächer der Stadt im Blick behaltenden - SPD ist ein "Haus der digitalen Welt". Das medial von der Lokalpresse kolportierte Leuchtturmprojekt soll ein "Bildungs- und Zukunftsort für alle Hamburgerinnen und Hamburger" werden. "Es wird ein bundesweit einzigartiger Ort, an dem Digitalisierung erlebbar und erlernbar wird", feiern sich die Sozialdemokraten für die Schnapsidee ihres am kommenden Samstag zu verabschiedenden Wahlprogramms.  

Was heißt "digitales Haus" auf Deutsch? Ein neuer Standort für die Zentralbibliothek vom Hühnerposten, verbunden mit einer handvoll digitaler Selbstverständlichkeiten - umgesetzt von den staatlich gängelten Bücherhallen und Volkshochschulen. Das Ganze zu einer Fast-schon-so-gut-wie-Revolution an der Kaikante hochgejazzt - und fertig ist ein weiteres Stückchen "Future Hamburg". Kann ja nicht jeder mal eben 4,5 Mio. € in die KI-Entwicklung stecken, wie das arme Schleswig-Holstein. Aber wir wollten ja bei Hamburg vs. Bayern bleiben ...

"Deutscher Provinzialismus in der Hoffnung, das zieht an uns vorbei,
war schon immer gefährlich."
Markus Söder, Ministerpräsident des Freistaates Bayern

Hamburg liegt unter den deutschen Städten mit den meisten Digitalexperten auf einem so mittleren Platz 3 - hinter Berlin und München, bei den meisten KI-Experten nicht einmal unter den Top 5 - noch hinter Frankfurt, Stuttgart und Köln. Nur bei den angestellten IT-Experten führt die Hansestadt knapp vor der Startuphauptstadt Berlin. Bei den angesiedelten Startups entgeht die Hansestadt nur um Haaresbreite einem peinlichen 4. Platz, durchgereicht von Stuttgart und Karlsruhe. Dafür wird Hamburg unter den Smart Cities in diesem Jahr von Köln auf den 2. Platz degradiert.

Der Senat reagiert auf Zahlen und Fakten mit eingekauften oder zahmgestellten Leuchtturmprojekten. Der heisseste Scheiss der rot-grünen Sandmännchen unter Mondfahrer Tschentscher ist der "Digital Campus Hammerbrooklyn". Nachdem die miesen Machenschaften von Art Invest aufflogen, schnappte sich Vorzeigemobilisierer Westhagemann das Terrain. Seit dem wird in den grünen Blechboxen die Zukunft der Mobilität diskutiert, alternativ die "Stadt der Zukunft" - also das geplante Büro- und Gewerbeimmobilienprojekt hinter dem Digitalpavillon. Wenigstens der Name ist digital ... 


"Ich kriege manchmal den Satz zu hören: 'Wir müssen der Fels in der Brandung sein.'
Dann stelle ich die Frage: Da, wo Du stehst, gibt's gar kein Wasser mehr?"
Markus Söder, Ministerpräsident des Freistaates Bayern

Über die Grenzen der Elbe hinweg ist die Hansestadt in jüngster Zeit auch nicht durch Digitalkompetenz in Erscheinung getreten. Bei einem Spitzentreffen der Digitalminister, Staatssekretäre und Amtschefs glänzten SPD-Staatsrat Jan Pörksen und sein Chief Digital Officer Christian Pfromm mit Abwesenheit. Während Hamburg sich nicht mit den Unions-Gastgebern aus Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein an einen Tischen setzen wollte, hatten die Genossen aus Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen kein Problem mit der "Frankfurter Erklärung" zur Zusammenarbeit der Länder.

"Wir haben da Ambitionen, auch Anschluss zu finden."
Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

HANSEVALLEY hat in den vergangenen 3 Jahren in 1.100+ Nachrichten und mehr als 270 Interviews, Reportagen, Beiträgen und Kommentaren gezeigt, was digital in Hamburg läuft - und was nicht. SPD und Grüne haben in der vergangenen Wahlperiode nicht bewiesen, dass sie in der Lage sind, Hamburg in die digital-vernetzte Zukunft zu führen. Die oppositionellen Christdemokraten freuen sich über mehr oder weniger visionäre Straßenbahnträume, um die Stadt im Blick zu behalten. Die steckt derweil weiter im Schlick fest - statt durchzustarten.


*  *  *

Ein Meinungsbeitrag von Chefredakteur Thomas Keup.

 Hamburg Digital Background:

Rede Markus Söder 23.11.19

youtu.be/s9NdPNB3uac

Frankfurter Erklärung der Länder

digitales.hessen.de/sites/digitales.hessen.de/files/Frankfurter%20Erkl%C3%A4rung%20der%20D17%20-%20beschlossen.pdf

Spieleförderung des Bundes
bmvi.de/DE/Themen/Digitales/Computerspielefoerderung/computerspielefoerderung.html

Hightech Agenda Bayern

bayern.de/hightech-agenda-bayern/#I,1,3

Raumfahrt-Fakultät TU München

sueddeutsche.de/muenchen/tu-muenchen-neue-fakultaet-luftfahrt-raumfahrt-1.4507176

Mittwoch, 20. September 2017

HANSESTARTUPS an der Leuphana: "Gründen hat was mit Haltung zu tun."

HAMBURG DIGITAL REPORT

Sie ist die Nr. 1 unter den gründerfreundlichsten mittelgroßen Hochschulen Deutschlands. Sie weist als einzelne Universität viermal so viele Ausgründungen vor, wie alle staatlichen Hamburger Hochschulen zusammen. Sie ist die Heimat zahlreicher Größen aus Politik und Wirtschaft. Und Sie ist eine der fortschrittlichsten Hochschulen in der Metropolregion Hamburg: die Leuphana Universität Lüneburg


Das Libeskind-Zentralgebäude der Leuphana-Universität.
Foto: HANSEVALLEY
Was macht Lüneburg anders, als die Universität oder die Technische Universität in Hamburg? Was macht die Leuphana besser, um Gründern einen erfolgreichen Start in die Zukunft zu ermöglichen? Ein Blick hinter die Kulissen der Entrepreneurship-Universität am Lüneburger Bockelsberg vor den Toren der Freien und Hansestadt. Eine Hamburg Digital Report:

Die Wirtschaftswoche brachte es Anfang August d. J. auf den Punkt: Drei deutsche Hochschulen haben sich als besonders unternehmerfreundlich aufgestellt. 1. die führende Technische Universität in München - TUM. Das von der BMW-Eignerfamilie Quandt unterstützte Center for Innovation and Business Creation "UnternehmerTUM" gilt als Vorbild für Gründerberatung, Startupmentoring und Venture Capital. Eine weitere Adresse ist die private Handelshochschule in Leipzig - HHL. Die laut Gründungsradar "führende Business School für Entrepreneurship" macht mit ihrem "SpinLab" – den HHL Accelerator als hochschulübergreifende Plattform für Gründerförderung - auf sich aufmerksam.


Campus der Leuphana-Universität südöstlich von Hamburg.
Foto: Leuphana Universität
Die dritte herausragende Hochschule ist die Leuphana Universität - 60 km südöstlich von Hamburg. Zahlreiche Persönlichkeiten an Alster und Elbe haben an der Stiftungsuniversität in Niedersachsen studiert. Der Gründungsradar 2016 und eine Anfrage des Hamburger CDU-Abgeordneten Carsten Ovens brachte im Juni d. J. ans Licht: In Lüneburg wurden im vergangenen Jahr 55 durch das bundesweite "Exist"-Programm geförderte Jungunternehmen gegründet. An allen staatlichen Hamburger Hochschulen waren es laut Senat zusammen gerade einmal 14 Ausgründungen. 

Der Senat verweist auf die 6 Gründungen an der TU Hamburg, die noch unbekannte "Hamburg Open Online University" und die künftige Informatik-Plattform "Ahoi.Digital". Der Blick auf das futuristische Libeskind-Zentralgebäude der Leuphana macht hingegen klar: Hier wird nicht gekleckert. "Was wir sehen und erleben, hat Einfluss auf unser Denken und Handeln" ist auf der Landingpage zu lesen. "Die Universität für Entrepreneurship" steht als Überschrift auf der Broschüre des Leuphana "Entrepreneurship Hubs". Auf der Internetseite des 2013 gegründeten Hubs wird Hochschul-Präsident Prof. Dr. Sascha Spoun deutlich: "Entrepreneurship im Sinne der Leuphana ist nicht Gewinn-Maximierung, sondern Nutzen-Maximierung." 


Das Leuphana-Entrepreneurship-Team
Foto: Leuphana Universität
"Wir bilden Menschen für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts aus", macht Carsten Wille, Koordinator für die Gründungsförderung und Gründerberater an der Universität von Lüneberg klar. Entrepreneurship - also Gründergeist und Unternehmerkultur - haben in Lüneburg lange Tradition. Dabei steht das unternehmerische Handeln im Mittelpunkt. Mehrere Professuren, Lehrstühle und Institute leben die Kultur. Sensibilisierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen fördern unternehmerisches Denken ebenso, wie individuelle Beratungsangebote sowie finanzielle und infrastrukturelle Förderungen.

Die Leuphana als ganzheitliche Universität für Entrepreneurship.

"Management und Entrepreneurship" ist mit fünf Profilthemen eine von vier Wissenschaftsinitiativen in Forschung und Lehre. 75 Professoren für Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Wirtschaftspsychologie, Wirtschaftsrecht, Wirtschaftsinformatik und Ingenieurswissenschaften sind daran beteiligt. Die Verankerung des Leitgedankens bekräftigt der 52-jährige Gründerberater Wille mit einer ungewöhnlichen Aussage: "Wir haben aufgehört nachzudenken, Gründungen zu produzieren, denn wir als Hochschule können sie nicht produzieren." Der fortschrittliche Ansatz hat nicht zuletzt mit der "späten Geburt" der Leuphana zu tun.


Leuphana-Gründungsservice im Libeskind-Bau
Foto: HANSEVALLEY
2005 wurden die Universität Lüneburg und die Fachhochschule Nord-Ost-Niedersachsen zur neuen Universität zusammengeschlossen. Zwei Jahre später übernahm der deutsch-schweizerische Wirtschaftswissenschaftler Sascha Spoun mit 38 Jahren das Ruder und begann, die finanziell runtergewirtschaftete und zusammengewürfelte Hochschule neu zu denken. Die "Zeit" würdigt den "Mutigsten unter Deutschlands Univerversitätslenkern". "Präsident Tabula Rasa" - Gast-Professor in St. Gallen - entwickelt mit Scholz & Friends einen neue Identität, basierend auf der römischen Siedlung an gleicher Stelle - Leuphana. 

Seit 2010 nimmt sich Vizepräsidentin Prof. Dr. Sabine Remdisch des Entrepreneurships an, wird zum Aushängeschild der Unternehmer-Universität. Die Leiterin des Instituts für Performance Management beschäftigt sich u. a. mit dem Führen und Arbeiten in der digitalen Welt. Dazu forscht sie auch am "H-STAR Institute" der Universität Stanford. Mit dem Weiterbildungsprogramm Leuphana Enterprise Academy, dem Leuphana Forschumgszentrum für Entrepreneurship and its Evidence (RCE), der Leuphana Conference on Entrepreneurship (LCE) und einem umfangreichen Seminarprogramm des Gründungsservices zieht sich der Unternehmergedanke durch die Hochschule.

Studenten können mit Gründungen Credits für ihr Studium sammeln.

"Wir haben begonnen nachzudenken, was nötig ist, damit Gründungen entstehen", sagt Diplom-Kaufmann Carsten Wille, der seit 2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Gründungsberatung ist. Und ergänzt: "Man muß frühzeitig an den Leuten dran sein, um ihnen zu helfen." 3 Berater und insgesamt 7 Mitarbeiter kümmern sich in Lüneburg um den Gründungsservice. Dazu kommen Botschafter in den Fakultäten und externe Experten im Netzwerk. Es geht darum, eine Gründungskultur zu entwickeln. Carsten Wille ist stolz: "Uns interessieren nicht so sehr die Geschäftsidee, sondern die Köpfe." 



Im vergangenen Jahr ist man den nächsten Schritt gegangen und hat die Bereiche Gründungsservice, Careerservice, Alumniverein und Transferservice in einem gemeinsamen Bereich zusammengefasst. Während an anderen Exist-geförderten Einrichtungen gezählt wird, was durch den Prozeß gelaufen ist, zählt man an der Leuphana, mit wem man in Kontakt war. Qualität statt Quantität - wie von Präsident Spoun ausgerufen. "Wir sind unserem Ziel recht nahe gekommen, daß sich jeder einmal mit Gründung beschäftigt",  resümiert Carsten Wille im Interview mit HANSEVALLEY. 

Entrepreneurship als Schlüsselkompetenz für das 21. Jahrhundert. 

Im Oktober beginnt das neue Semester mit der traditionellen Startwoche, eine neue Generation auf unternehmerisches Denken vorzubereiten. Entrepreneurship ist an der Leuphana im Kurikulum aller drei Schulen - dem College, der Graduate School und an der Professional School verankert. Als Sohn eines Fahrzeugbau-Unternehmers spitzt Carsten Wille aber auch zu: "Es gibt nichts, was das Unternehmergen wissenschaftlich belegt." Umso besser zu wissen, dass in Lüneburg ein ganzheitlicher Ansatz vielen Studentinnen und Studenten die Chance gibt, einen unternehmerischen Weg zu gehen. 




 Hamburg Digital Background 

5. Leuphana Startup-Night
www.leuphana.de/kooperationen/regional/aktuell/veranstaltungen/3-night-of-the-start-ups.html

Leuphana Entrepreneurship Hub:
www.entrepreneurship-hub.de

Leuphana Gründungsservice:
www.leuphana.de/forschung/foerderung/existenzgruendung.html

Leuphana Wissenschaftsinitiative "Management und unternehmerisches Handeln":
www.leuphana.de/forschung/wissenschaftsinitiativen/management-und-unternehmerisches-handeln.html

Mittwoch, 7. Juni 2017

HANSEINNOVATIONS: Die Transferbeschleuniger aus dem InnovationCampus.

HAMBURG DIGITAL REPORT
Handelskammer InnovationCampus
Foto: HSBA/Daniel Sumesgutner

Der Handelskammer InnovationCampus am Adolphsplatz. Der Aufsehen erregende Neubau mit seiner Hochhausfasade im Art Deco-Stil ist seit 3 Jahren selbst eine Innovation: In der schmalen Baulücke zwischen Haspa und Deutscher Bank ist er gegenüber der spätklassizistischen Neuen Börse ein Highlight - auf nur 3 Punkten über dem U-Bahn-Tunnel der Linie 3 schwebend.

Das Green Building beherbergt neben 15 Konferenz- und Seminarräumen von HANSEPARTNER Hamburg School of Business Administration (HSBA) ein Café und eine futuristische Büroetage. In den lichtdurchflutenden Räumen im 6. Stock wird digitale Zukunft gestaltet - von der gemeinsamen Innovations Kontakt Stelle der Handelskammer und des Hamburger Senats. Ein Hamburg Digital Report:

Hamburg ist ein führender Wissenschaftsstandort in Deutschland: Mit 24 staatlichen, konfessionellen und privaten Hochschulen herrscht zwischen Alster und Elbe die höchste Hochschuldichte der Republik. Mehr als 1.600 Professorinnen und Professoren unterrichten aktuell mehr als 100.000 Studierende. Neben der Lehre ist die Forschung ein wesentlicher Bestandteil öffentlicher und privater Einrichtungen. Ihre Arbeit wird von Technologietransferstellen unterstützt.

Paragraph Eins: Jeder akquiriert seins.

Traditionelle Transferstellen, wie AWiTTHAW Transfer, HITeC oder TU Tech akquirieren im Auftrag der eigenen Hochschule, die Drittmittel einwerben muss. Dazu dienen sie der finanziellen Abwicklung von Projekten. Transferstellen fokussieren sich nicht selten auf interessante Projekte mit lukrativen Fördermitteln oder großem Prestige. Unternehmen erhalten so oft nur einen Ausschnitt der wissenschaftlichen Möglichkeiten durch die Technologietransfern vorgestellt.  

Unternehmen brauchen Innovationen - für neue Produkte und Dienstleistungen. Der Fokus ihrer Aktivitäten liegt jedoch auf dem Tagesgeschäft und der Kundenakquise. In der Regel unterhalten Firmen kaum wissenschaftliches Personal und Know how - von der Produktentwicklung abgesehen. Die Schlüsselfragen für Unternehmen drehen sich somit um den Zugriff auf externe Kompetenzen, externe Fachleute und geeignete Kooperationseinrichtungen.

Das größere Potenzial verläuft im Sand.

Für interessierte Unternehmen - von Großkonzern bis Mittelständler - keine einfache Situation. Wer hat umfassende Informationen über nützliche Technologien und aktuelle Forschungsprojekte? Gibt es Möglichkeiten der direkten Kooperation mit Forschern und Entwicklern? Und was kostet es mich als Unternehmer, mit dem Fachbereich einer Hochschule zu kooperieren? Die Unsicherheit hat eine unangenehme Konsequenz: Ein größerer Teil des Potenzials von der Wissenschaft in die Wirtschaft verläuft im Sand.

Machten die IKS 2011 möglich: Vertreter aus Wirtschaft,
Wissenschaft und Politik in Hamburg.
Foto: IKS Hamburg/Noel Hertling
Vor 6 Jahren begann man in Hamburg, es der Wirtschaft einfacher zu machen: Über die Grenzen einzelner Hochschulen und Transferstellen hinweg starteten Senat, Kammern und Hochschulen ein bis heute einzigartiges Projekt. Sie gründeten eine übergeordnete, neutrale und finanziell unabhängige Kontaktstelle für Unternehmen, die nach passenden Forschern suchen. 2004 begannen die ersten Gespräche für einen übergreifenden Wissenstransfer, 2008 wurde die erste Studie in Auftrag gegeben. 

Ein neutraler Ansprechpartner für KMU.

Als wirtschaftsnahe Einrichtung genießt die Innovations-Kontaktstelle - IKS das Vertrauen der Wirtschaft. Mit der Handelskammer und den Senatsbehörden für Wirtschaft (BWVI) und Wissenschaft (BWFG) können interessierte Unternehmen sicher sein, ein passendes Kooperationsangebot zu finden. So kommen 2/3 aller Anfragen tatsächlich aus der Wirtschaft, 75% davon zu je einem Drittel von Kleinst-, Klein- und mittelständischen Unternehmen. Sie hätten bei klassischen Technologietransferstellen kaum eine Chance. 

Bei den Anfragen geht es in alle Richtungen: von der Vermittlung fertig erforschter Themen über die Gewinnung neuer und weiterer Partner für Forschungsvorhaben bis hin zu Kooperationen für praxisnahe Daten zu aktuellen Projekten. Das Besondere: Mit Unterstützung der IKS können Unternehmen auch anonym suchen lassen, ohne dass der Wettbewerb etwas mitbekommt. Die IKS ist als Trust-Center ein Bindeglied und Beschleuniger für Technologien und ihren Transfer in die Praxis.

Von 3D-Druck über AR bis Industrie 4.0.
Das 5-köpfige Team der IKS in Hamburg.
Foto: IKS Hamburg/Noel Hertling


Die insgesamt 5 Mitarbeiter/innen sind inhaltlich aufgestellt, z. B. in
betriebswirtschaftlichen und nicht-technischen Themen oder im Bereich Schutzrechte und Patente. Von ihnen bekommen Unternehmen ehrliches Feedback und eine echte Bewertung von Transferthemen. Zu den Digitalthemen zählen u. a. der 3D-Metalldruck, der industrielle Einsatz von Augmented und Virtual Reality, künstliche Intelligenz im Bereich Machine Learning oder Assistenzsysteme für die digitalisierte Industrie 4.0.

1/3 aller Themen auf der Tagesordnung haben bereits mit digitalen Technologien zu tun. 2.700 Aufklärungsgespräche haben die Experten der IKS bislang erfolgreich durchgeführt, mehr als 750 konkrete Beratungen abgeschlossen und seit 2011 stolze 350 Kooperationen umgesetzt - vom Erstkontakt bis zur umfassenden EU-Forschung. 

Einmalig in Deutschland. Für Hamburg.

Die IKS Hamburg ist in Deutschland einmalig. In keinem anderen Bundesland gibt es vergleichbare, neutrale Ansprechpartner für Transferprojekte. Gut für die IKS. Denn sowohl Unternehmen als auch Hochschulen aus der gesamten Bundesrepublik können sich an Alois Krtil und sein Team werden. Lediglich eine kleine Voraussetzung gibt es für die erfolgreiche Vermittlung von Transferprojekten: ein Projektpartner sollte aus Hamburg kommen. Damit unsere Stadt auch weiterhin ein führender Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort bleibt.

 Hamburg Digital Background: 

Die Innovations Kontakt Stelle Hamburg:
www.iks-hamburg.de


Ihr Hamburg Digital Marketing: _______________________________________

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