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Mittwoch, 6. November 2019

HANSEPOLITICS: Hamburg sucht den Impfpass - und Peter Tschentscher vorne weg ...

HAMBURG DIGITAL STATEMENT


Mit gutem Beispiel vorn: Mit Papier zum Impfstatus: Gesundheitssenatorin
Prüfer-Storcks und Hamburgs Erster Bürgermeister Tschentscher (v.l.n.r.)
Foto: Senatskanzlei Hamburg

Impfen? Ja, impfen! Da kann es ernsthaft keine zwei Meinungen geben.

So sehen das auch Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, und seine Gesundheitssenatorin, Cornelia Prüfer-Storcks - und lassen sich deswegen werbewirksam per Hausbesuch im Rathaus wie Privatpatienten impfen, um mit gutem Beispiel voran zu gehen. Vorbildlich! Möchte man meinen.

Tatsächlich muss man sich aber fragen, warum der Regierungschef eines deutschen Bundeslandes offenbar bisher doch Lücken in seinem Impfstatus hatte. Und, ebenso offenbar, ist er nicht der Einzige in seinem Kabinett. Wie viele Senatsmitglieder sind wohl noch ohne umfassenden Impfschutz unterwegs?

Vorbildlich wäre es gewesen, wenn eine Impfung ausweislich des dazugehörigen Passes nicht notwendig gewesen wäre. Dass es nicht so ist, erschreckt nicht nur, weil es um den Ersten Bürgermeister Hamburgs geht, der nicht richtig geschützt war-ist-gewesen wäre!? Vor allem irritiert es, weil Peter Tschentscher auch Arzt ist, und es dann eigentlich besser wissen müsste.

Wieder einmal gilt: Gut gemeint ist nicht immer gut PR-mäßig gemacht.


Deutschland sucht den Impfpass ... in Papier

Mit diesem Slogan versucht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) seit 2012 die Bevölkerung für die Aktualisierung ihres Impfstatus zu sensibilisieren. Zuletzt steigende Zahlen von Maserninfektionen zeugen vom mäßigen Erfolg dieser Aktion.

Dabei gibt es bereits funktionierende digitale Lösungen, die das Suchen des Impfpasses unnötig machen, weil die relevanten Daten griffbereit immer dabei sind. Denn das eigene Smartphone wird selten lange gesucht - nicht nur wegen aktueller WhatsApp-Nachrichten.

Mit den von Hamburger Krankenkassen frühzeitig eingeführten mobilen Patientenakten "Smart Health" der HEK und "TK-Safe" der Techniker Krankenkasse sowie "Vivy" der DAK und zahlreicher BKKn hat man heute und in Zukunft mit wenigen Klicks Klarheit über den eigenen Impfstatus - auch ohne medienwirksam in Szene gesetzte Senatoren.

Vorbildlich wäre es gewesen, auch die Information über die digitalen Möglichkeiten für einen möglichst vollständigen Schutz – um im Bild zu bleiben – einzuimpfen. Aber vielleicht braucht die Hamburger Politik noch ein bisschen Nachhilfe, dass digital-vernetzt bei jedem selbst anfangen sollte.

Redakteur: Gerd Kotoll
*  *  *

 Hamburg Digital Background: 

Pressemitteilung Gesundheitsbehörde Hamburg, 05.11.2019
https://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/13167132/2019-11-05-bgv-senatsimpfen/

Donnerstag, 27. September 2018

HANSEHEALTH: Die Techniker auf dem Weg zur digitalen Krankenkasse.

HAMBURG DIGITAL REPORT

Berlin, 24. April d. J., Bundespressekonferenz, im Regierungsviertel unweit von Reichstag und Kanzleramt: Deutschlands größte Krankenkasse stellt ihre digitale Gesundheitsakte "TK-Safe" vor. Der Datensafe wird in Hamburg gemeinsam mit der IBM entwickelt. 40.000 Betauser probieren bundesweit die "eGA" bereits aus - bis zu 10,2 Mio. "TK"-Versicherte können ihren Patientensafe in Zukunft auf iPhone und Android-Smartphone nutzen. 


Digitalisierung im Mittelpunkt des Engagements: Die Techniker Krankenkasse
Foto: HANSEVALLEY

Die "Techniker" geht als größte Ersatzkasse in der Digitalisierung voran - verfolgt von Deutschlands Nr. 2 - der Hamburger "DAK-Gesundheit" - mit ihrem IT-Dienstleister Bitmarck, der digitalen Gesundheitsassistentin "Vivy" und 13,5 Mio. möglichen Nutzern ihrer App. Mit mehr als 440.000 Versicherten an Alster und Elbe, 27% Marktanteil und einem "Digital Office ist die "Techniker Krankenkasse" ein maßgeblicher Entwickler der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Ein Hamburg Digital Report.

110 gesetzliche Krankenkassen gibt es in Deutschland, dazu kommen 42 private Krankenversicherungen. 72 Mio. Menschen sind bei AOKn, Barmer und BKKn, DAK, IKKn und TK versichert. Mit der im Auftrag der Allianz für den Hamburger IT-Dienstleister Bitmarck entwickelten  und am 5. juni d. J. in Berlin vorgestellten "Vivy"-App kommt Bewegung in die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Denn: Wenn sich die Krankenkassen mit ihren Lösungen nicht durchsetzen, droht die Gefahr, durch Amazon, Apple und Google einen weiteren Sektor an US-Technologiegiganten zu verlieren.


Expertin als Startup-Gründerin und Accelerator-Managerin:
Juliane Zielonka aus dem "TK"-Digital Office
Foto: Juliane Zielonka

Juliane Zielonka ist eine von 4 Beratern im Team des "Digital Office" der "Techniker", das zur Unternehmensentwicklung gehört. Hinzu kommen 4 Coaches und 4 Projekt-Consultants in der Zentrale an der Bramfelder Straße. Die 1884 gegründete "Hilfskasse für Architekten, Ingenieure und Techniker" weiß: Mit neuen Plattformen kann es schnell ungemütlich werden im Gesundheitsmarkt. Wer die Hoheit über die Daten hat, bestimmt den Kundenzugang. "Wir können gestalten, bis wir gestaltet werden", fasst die Wahl-Hamburgerin im persönlichen Gespräch zusammen.

Agiles Arbeiten bei der "Techniker" - für neue Möglichkeiten

"Wie können wir das Bestehende mit dem Neuen verbinden - und das aus der digitalen Perspektive." Für die Startup-Gründerin und frühere Managing Direktorin des "Startupbootcamp Digital Health Berlin" stehen interne und externe Aufgaben auf der Agenda. Auf der internen Seite des mit rund 14.000 Mitarbeitern arbeitenden Gesundheitsdienstleisters stehen Themen wie agiles Arbeiten im Fokus. Die Expertin stellt zur Diskussion: "Wie können wir uns selbst optimieren?" Das ist bei einer öffentlich-rechtlichen Struktur nicht das Einfachste. 


Vorschlag der "TK" für Risikoklassen bei digitale Produktenƒ.
Grafik: Techniker Krankenkasse

Spannend wird es auf der externen Seite: Hier arbeitet die "Techniker" daran, Medizinprodukte - wie die Hamburger Tinnitus-App "Tinnitracks" - für die Versicherten anzudocken, ebenso wie die "Migräne-App" der Schmerzklinik Kiel. Während Fitness-Tracker und Wellness-Angebote zum 2. Gesundheitsmarkt gehören, will die "TK" vor allem digitale Angebote für den 1. Gesundheitsmarkt finden und bereitstellen. Die langjährige Berlinerin fasst zusammen: "Wie können wir für unsere Versicherten das Optimale erzielen?"

Kooperation mit Startups - für Produkte im 1. Gesundheitsmarkt

Eine Brücke zu neuen digitalen Angeboten für ihre Versicherten ist der Kontakt zu Startups, z. B. im "Health Innovation Port" des Geräteherstellers Philips an der Röntgenstraße unweit des Flughafens Hamburg, den die "TK" von Anfang an unterstützt. Zudem veranstaltet die Krankenkasse seit 2016 jährlich ein eigenes Accelerator-Programm und den gemeinsamen Wettbewerb "Health-i" mit dem Handelsblatt - auf der Suche nach den hoffnungsvollsten Talenten. Zuletzt hatten sich 160 Talente, Startups und junge Unternehmen beworben.


Startup-Förderung - bei der "TK" mit Sinn und Zweck praktiziert.
Foto: Techniker Krankenkasse

Für die "Techniker" sind digitale Angebote nicht allein ein Marketing-Instrument. Laut Satzung können sich Versicherte im Jahr digitale Hilfsmittel für bis zu 300,- € erstatten lassen. Voraussetzung: Es handelt sich um nachgewiesene Medizinprodukte, die vom Arzt verschrieben werden - und damit im 1. Gesundheitsmarkt zu Hause sind. Die größte Krankenkasse würde sehr gern schneller digitale Lösungen anerkennen und einsetzen lassen. Das Problem: Es braucht im Schnitt 5 Jahre bis zur Zulassung. Die "TK" würde dies gern mit einer auf 2 Jahre befristeten Zulassung beschleunigen. Denn die Angebote von Apple, Google & Co. warten nicht.

Wer bestimmt künftig über digitale Angebote für Patienten?

Die Befürchtung ist berechtigt, unterstreicht Juliane Zielonka: "Wenn wir mit unseren Stakeholden nicht zusammen eine eigene Plattform aufbauen, kann es ein, dass wir den Staffelstab an einen anderen Player verlieren." Auf Nachfrage fasst die Digitalexpertin zusammen, wer mit Boot sein sollte: die gesetzlichen und die privaten Versicherer, Ärzte und Labore, Krankenhäuser, Dienstleister und die Gesundheitsindustrie. Und nicht zu vergessen: die Patienten. Vor diesem Hintergrund macht es Sinn, dass die "TK" mit IBM einen mobilen Datentresor für medizinische Daten als Plattform entwickeln lassen hat.


"TK"-Vizevorstand Thomas Ballast stellt den "TK-Safe" in Hamburg vor.
Foto: HANSEVALLEY

Beim "IBM-Safe" sind auch die privaten Versicherungen DKV, Generali und Signal-Iduna mit dabei. Als Klinikgesellschaft konnten für den "TK-Safe" bereits die 16 Agaplesion-Kliniken gewonnen werden. Weitere Partner, wie das UKE, sind in Planung. "TK"-Vorstand Thomas Ballast macht beim Kongress der Gesundheitswirtschaft im Grand Hotel Elyseé in Hamburg deutlich, dass letztendlich der Patient entscheidet, wie er seine digitale Gesundheitakte nutzt: "Das könnte dann zum Beispiel die Impfhistorie sein, eine Auflistung der Medikamente oder die Arzt- und Zahnarztbesuche inklusive Diagnosen."

"Vivy" und "TK-Safe" oder Amazon, Apple & Google?

Auf dem Gesundheitskongress versichern führende Vertreter von "TK" wie von "DAK-Gesundheit": Es geht nicht um "TK-Safe" gegen "Vivy". Beide mobilen Systeme werden kompatibel sein. Der Versicherte soll bei einem Kassenwechsel seine Daten in den anderen Safe mitnehmen können. Ab Mitte kommenden Jahres erwarten die Anbieter eine einheitliche Schnittstelle zum Datenaustausch mit allen 178 Praxisprogrammen. Damit wird klar: Hier geht es um das Gesundheitssystem im Wettbewerb mit globalen Datensammeln, die aus Gesundheitsdaten Geschäft generieren wollen.

Vorstellung des "TK-Safe" in der Bundespressekonferenz in Berlin:




Neben konkreten Angeboten im 1. Gesundheitsmarkt und einer digitalen Gesundheitsakte für bis zu 10,2 Mio. "TK"-Versicherte, kümmert sich das "Digital Office" der "TK" auch um Sekundärprävention, also der Verhinderung von Folgeerkrankungen z. B. bei jungen Chronikern. Bei Diabetes Typ 2 und weiteren Erkrankungen hat die "Techniker" mit "Transfit" ein Projekt zur ergänzenden Videoberatung mit den DRK-Kliniken Berlin initiiert. So können sich 12- bis 24-Jährige und ihre Eltern per App und Chatroom ergänzend beraten und begleiten lassen. Das Ziel des wissenschaftlich begleiteten Projekts ist ein selbstständiges Management der chronischen Erkrankungen durch die jungen Patienten selbst.

Mit Spannung können wir die weitere digitale Entwicklung bei der Techniker Krankenkasse beobachten. So sind aus der Zusammenarbeit mit Philips im "Health Innovation Port" erst konkrete Ideen und Möglichkeiten entstanden. Juliane Zielonka deutet an, dass es zwar noch keine spruchreifen Ergebnisse, aber hoffnungsvolle Ansätze gibt. Das klingt doch nach einer "Technologisch digital-aufgestellten Krankenkasse" der Zukunft - oder kurz: einer "digitalen TK".

 Hamburg Digital Background: 

Elektronische Gesundheitsakte "TK-Safe" der IBM
tk.de/tk/themen/digitale-gesundheit/elektronische-gesundheitsakte-tk-safe/981794

Digitale Angebote der "Techniker" für ihre Mitglieder
tk.de/tk/themen/digitale-gesundheit/digitale-angebote/723220

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"Transfit"-Projekt der "TK" mit den DRK-Kliniken Berlin
tk.de/techniker/service/gesundheit-und-medizin/igv-vertraege/transfit-fuer-den-uebergang-zur-erwachsenenmedizin-2024816

"Migräne-App "von Schmerzklinik Kiel und "TK"
tk.de/techniker/gesund-leben/digitale-gesundheit/apps/migraene-app-2025392

"Tinnitracks-App" von "Sonomed" bei der "TK"
tk.de/techniker/gesund-leben/digitale-gesundheit/tinnitracks-tinnitus-app-2010642

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Startup-Förderung und "TK-Accelerator"
tk.de/tk/themen/digitale-gesundheit/start-up-foerderung/959200 

"Health-i" Wettbewerb von "Handelsblatt" und "TK"
health-i.de/de/

"Health Innovation Port" von Philips und "TK"
healthinnovationport.de/

"Digital Health Hub Hamburg" - GWHH & Partner
gwhh.de/digital-health-hub-hamburg/

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Techniker Krankenkasse in Hamburg:
tk.de/tk/hamburg/tk-landesvertretung/die-tk-in-hh/170484#

Techniker Krankenkasse auf einen Blick:
tk.de/tk/ueber-das-unternehmen/unternehmens-und-finanzdaten/die-tk-auf-einen-blick/109214

 Hamburg Digital Reports: 

HANSESTARTUPS:
"Digital Dudes" treffen "Röntgen-Riese" im Health Innovation Port.

HANSEPERSONALITY Helmut Gerhards: