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Freitag, 19. Januar 2018

HANSEVISION: Von ehrbarer Kaufmannssiedlung zur Digitalen Metropole Hamburg.

HAMBURG DIGITAL VISION


Blick in die Zukunft von Chefredakteur Thomas Keup
Foto: HANSEVALLEY
Von digitalisierten Prozessen über digitale Vertriebskanäle zu Digitalprodukten: was als klassischer Dreiklang in den Strategien Hamburger Unternehmen in Industrie & Handel, Hafen & Logistik, Finanzen & Versicherungen sowie Medien & Marketing auf der Agenda steht, ist für das Unternehmen Hamburg eine Herausforderung. Wie kann die Freie und Hansestadt - FHH - mit ihrem Chief Digital Officer und neuen Brücken interdisziplinäre Verwaltungsprozesse und digitale Services für Hamburger, Handelshäuser und die Hafenwirtschaft entwickeln. Eine HAMBURG DIGITAL VISION:

Ein chinesisches Konsortium will auf "Steinwerder-Süd" ein 4. Containerterminal bauen. Das ist das Ergebnis eines Ideenwettbewerbs des Hafenmanagements HPA. Am 13. Juli 2017 verkündet das Hamburger Abendblatt: Chinas größte Firmengruppe für Internet-Dienstleistungen und Online-Handel - Alibaba -, der größte Hafenbaukonzern China Communications Construction Company (CCCC) und dessen Tochter ZPMC, Weltmarktführer bei Containerbrücken, planen auf den 42 Hektar an der Norder-Elbe ein vollautomatisches Hightechterminal mit überdimensionalem Logistikzentrum zu errichten - einschließlich Finanzierung und Projektmanagement.

Alibaba-Logistikzentrum oder Altenwerder-Sigthseeing?


Bisheriges BUSS-Terminal auf Steinwerder:
Neues Kreuzfahrtterminal oder Alibaba-Hub?
Grafik: HPA / Kartographie
Am gleichen Tag frage ich Angela Titzrath, Vorstandschefin des stadteigenen Terminalbetreibers HHLA, auf einer Konferenz zur digitalen Transformation der Logistik in der Handelskammer, nach ihrem Verhältnis zur Hafenbehörde HPA. Hätte ich gewußt, dass die reservierte Konzernlenkerin bei diesem Thema rot sieht, hätte ich mir die Frage eventuell noch einmal überlegt. Titzrath holt mit Schwung in Richtung Jens Meier aus und stutzt die technologisch erfahrene Hafenbehörde mit scharfen Worten auf einen "Infrastrukturdienstleister im Auftrag der Hafenwirtschaft" zurück.

Ein halbes Jahr später sage ich nach mehr als 120 Gesprächen, über 120 Nachrichten-Terminen, 200 Stunden Interviews, 380 Nachrichten und 150 Geschichten zur Digitalisierung allein in 2017: Ja, ich würde das Terminal bauen lassen. Ja, ich würde die Chinesen in der Stadt offen begrüßen. Ja, ich würde die Chancen mit einem Global Player Alibaba am Handels- und Logistikstandort Hamburg in den Mittelpunkt stellen. Warum? Weil der größte chinesische Internetkonzern an einem europäischen Hafen anlanden wird, entweder in Rotterdam, Antwerpen oder - nicht - in Hamburg. Und weil ein vollautomatisches Terminal und ein Alibaba-Logistikzentrum echte Leuchttürme für Hamburg wären, unabhängig vom 16 Jahre alten HHLA-Container Terminal in Altenwerder, dass man höchstens dem Bundespräsidenten vorführen kann.

Digitale Transformation + technologiebasierte Bildung.

UVNord-Präsident Uli Wachholtz
Foto: HANSEVALLEY
Szenenwechsel: Der Präsident der Vereinigung der Unternehmerverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein, Uli Wachholtz, schreibt den 600 geladenen Repräsentanten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft beim Neujahrsempfang 2018 der UVNord im Atlantik Hotel Hamburg am 9. Januar d. J. ins Stammbuch: "Wachstumstreiber werden Bildung und Digitalisierung, weniger als in der Vergangenheit der globale Handel, wie in den Jahren nach dem Mauerfall." Den Beweis liefert HHLA-Chefin Titzrath in einer Ansprache beim Wirtschaftsrat der CDU: In den vergangenen 2 Jahren hat sich die Zahl der internationalen Reedereien von 20 auf 12 dezimiert. In nur 2 Jahren.

Keine Festansprache, kein Grußwort und kein Pressestatement von Olaf Scholz, Katharina Fegebank und Frank Horch ohne den Hinweis, dass die digitale Transformation und die technologiebasierte Bildung der nächsten Generation das künftige Kapital an Alster und Elbe sein werden, damit in der stolzen und traditionellen Hafen- und Handelsstadt die Lichter nicht ausgehen. Womit wir beim Pferdefuss der Geschichte wären: Volker Ernst, Vorsitzender der Familienunternehmer in der Metropolregion sagt zum Neujahrsempfang am 9. Januar d. J. im Hamburg Mariott Hotel: "Unser Quartal dauert 25 Jahre. Unser Ziel ist es, unser Unternehmen in bestmöglicher Situation an die nächste Generation weiterzugeben."

Hamburg: Der rote Faden sind digitale Technologien.

Hamburgs Erste Bürgermeister Dr. Olaf Scholz
Foto: HANSEVALLEY
Damit sind wir bei Kontoren und Kammern, Banken und Versicherungen, Reedern, Schiffsmaklern und Spediteuren. Olaf Scholz schreibt der Unternehmerschaft in seiner Grundsatzrede zum Wissenschaftsstandort am 23. November 2017 wiederholt ins Stammbuch: „Es gibt keinen Zustand, der es uns erlauben würde, uns gemütlich einzurichten und bloß noch das Bestehende besser zu machen.“ Damit stellt der SPD-Spitzenpolitiker die entscheidende Schlüsselfrage für Hamburgs Existenz: Wie kommt unsere Stadt von 500 Jahren ehrbarer Kaufmannssiedlung zu einer "Digitalen Metropole"? 

Olaf Scholz fragt nach: "Wie bewegen wir uns in Zukunft fort und wie bewegen wir Güter – in der Stadt, auf dem Wasser und in der Luft? Wie können wir Krankheiten heilen und wie sieht morgen die medizinische Versorgung aus? Wie gestalten wir unsere Stadt, damit alle gut zusammenleben? Welche Werte und Fertigkeiten wollen wir jungen Menschen mit auf den Weg geben? Wie sehen Medien in Zukunft aus?"Alle von Scholz adressierten Themen haben einen gemeinsamen Nenner - mehr noch als Wissenschaft und Forschung: der rote Faden sind digitale Technologien - mit ihren wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und sozialen Möglichkeiten und Herausforderungen.

Chief Digital Officer für das Unternehmen Hamburg.


Hamburgs Chief Digital Officer Christian Pfromm
Foto: Privat
Der Beweis? Geliefert von Olaf Scholz: "Schon heute wissen wir, dass drei von acht Arbeitsplätzen in der Stadt einen IT-Bezug haben. Das ist deutschlandweit ein Spitzenwert. Er kommt zustande, weil IT-Arbeitsplätze nicht nur in IT-Unternehmen, sondern in allen Branchen entstehen, in denen es konkrete Anwendungsbezüge gibt." Rd. 14.000 Medien- & Kreativfirmen, rd. 9.000 IT-Firmen sowie 1.500 Software-Schmieden einschl. 150 Games-Firmen sind der technische Backbone des drittgrößten Wirtschaftsstandortes. Ohne Technologien und die Digitalisierung von Prozessen, Vertrieb und Produkten wird es schwierig - für Kontore, Kammern und die Senatskanzlei.

Anfang 2015 hat der Senat eine Strategie für eine "Digitale Stadt“ beschlossen, um die IT-Prozesse zu bündeln und Strukturen zu schaffen. Aktivitäten, wie die "Digitale Leitstelle", die "Mobile First"-Initiative und das Hamburg Serviceportal mit aktuell 70 Anwendungen beschäftigten Carsten Brosda, den Hamburger IT-Dienstleister Dataport und die IT-Abteilung bei der Finanzbehörde. Mit Chief Digital Officer Christian Pfromm kommt im neuen "Amt für IT und Digitalisierung" zusammen, was zusammen gehört: Ab Januar '18 arbeiten 60 Mitarbeiter aus der ehemaligen "Finanz-IT" mit Spezialisten von Dataport zusammen an der "Digitalen Stadt". Budget: 18 Mio. €.

FHH: Von Ordnungswidrigkeiten bis Landespolizei.


Senatskanzleichef Dr. Christoph Krupp
Foto: HANSEVALLEY
Christoph Krupp, Chef der Senatskanzlei und Staatsrat für IT und Digitalisierung bringt auf dem Neujahrsempfang des "IT Executive Club" von Hamburg@work am 12. Januar d. J. auf den Punkt: "In Sachen Digitalisierung sind wir in Hamburg ganz weit vorn." Stellvertretend nennt er das Serviceportal, die IT-Hochschulförderung "Ahoi Digital", die Hamburg Open Online University und das digitalisierte Weltkultur-Erbe Speicherstadt. Zugleich nennt der Physiker vor den 100 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft die Herausforderungen: allem voran die fehlenden, ressortübergreifenden Prozesse der Verwaltung sowie die doppelte Belastung Hamburgs als Stadt und Staat.

Stellt sich die Frage: Kann ein Ex-CIO und IT-Chef aus der privaten BHF-Bank in Frankfurt am Main der Freien und Hansestadt mit ihrer eigenen Art zu denken die zukunftsweisende Vision, die begeisternde Emotionalität und damit das erforderliche Momentum anbieten, um über digitalisierte Behördenservices hinaus der 1,8 Mio. Einwohner zählenden Großstadt mit ihren rd. 60.000 Beamten und öffentlichen Angestellten den notwendigen Funken mitzugeben? Im Moment beschränkt sich die Begeisterung für digitale Prozesse, Kanäle und Produkte an Alster und Elbe zumeist auf Wirtschaftskonferenzen, Sonntagsreden und Programmpapiere. 

Wirtschaft, Verkehr und Innovationen im Zentrum.

Hamburger Innovator: Peter Jäger
Foto: Microsoft
Ralf Siebert, 3D-Druck-Experte und einer von 4 Verantwortlichen des am 15. Februar '18 in der Handelskammer startenden 3D-Druck-Netzwerkes sagt nach dem Neujahrsempfang der Familienunternehmer zum Thema Konzeptionen: "Bitte nicht noch ein Arbeitspapier!" Wenn die sinnvollen Ideen und Konzepte, wie ein "Digital-Senator" (von Microsoft-Geschäftsführer Peter Jäger) bis zur "Digitalen Agenda" (vom CDU-Wirtschaftsrat in Hamburg) die "große Lösung" sind, wie kann dann eine "kleine Lösung" aus Hamburger Sicht aussehen? Anders gefragt: Welche Behörde adressiert die meisten der entscheidenden Zukunftsthemen aus Olaf Scholz' Rede im Übersee-Club am Neuen Jungfernstieg? 

Es ist die BWVI - die Wirtschafts-, Verkehrs- und Innovationsbehörde: 
  • mit Verkehr zu Lande, zu Wasser und in der Luft - einschl. Elektro-/Mobilität (HHA + LSBG), Hafen & Schiffahrt (HPA) sowie intermodaler Logistik (HHLA)
  • mit Firmenansiedlungen (HIE)  & Wirtschaftsförderung (HIW), Startupförderung (HIW) & Finanzierungen (IFB), Standort-Marketing (HMG) & Tourismus (HHT)
  • mit mehr als 30 ITS-Projekten bis 2021 in Hafen (HPA), Verkehr und Stadtentwicklung (HHA-PMO + GV) sowie der Güter-Logistik (LIHH)
  • mit ITS-Weltkongress (CCH) und Großmessen (HMC + HIS) sowie Kongressen und Events (HCB)   
  • mit den Cluster-Initiativen als Teil der Hamburger Innovations-Strategie, u. a. für Martime Wirtschaft (MCN), Logistik (LIHH) und Luftfahrt (HA).
  • mit Digital Hub Logistics Hamburg (LIHH) und dem Hammerbrooklyn Digital-Campus (HWWI).
Hier werden viele digitale Innovationsthemen des Unternehmens Hamburg behandelt.

Mit Übernahme der Regierungsverantwortung durch Rot-Grün bekam die Behörde 2011 den Zusatz "Innovation". Mit Beginn der Legislatur-Periode 2015 begannen die Themen, zu leben. Im vergangenen Jahr kamen Verkehr, Logistik und Startups in Fahrt, u. a. durch die selbst vor die Nase gehaltene "Möhre" ITS-Weltkongress. Bisher galt auch in der BWVI das allseits verankerte Prinzip 'mein Sessel, mein Silo, mein Lobeerkranz'. Mit Innovationsthemen, wie den F&I-Parks, dem "Hamburg Innovation Port" und der Bündelung der Startup-Aktivitäten bei Hamburg Invest bekommt die BWVI Querschnittsaufgaben für die Freie und Hansestadt - häufig in Zusammenspiel mit der Wissenschaftsbehörde BWFG. Silodenken? Wird zunehmend schwierig!

Ein "digitaler Kapitän" des Unternehmens Hamburg.


Wirtschatssenator Frank Horch.
Foto: HANSEVALLEY
Wenn wir Wirtschaft, Verkehr und Innovationen in den Mittelpunkt stellen, wenn wir die anderen Behörden mit ihren Themen, wie "Digitale Schule" (BFB), "Ahoi Digital" (BWFG), "Digitale Medientechnologien" (BKM) und "Digitale Umweltservices" (BUE) darum positionieren, bekommen wir ein Bild. Die gemeinsame Klammer sind Innovationen - in und mit Bildung, Forschung und Wirtschaft. So, wie der Erste Bürgermeister die Leitlinie der Hamburger Politik vorgibt, so sollte der "Digital-Senator" die Leitlinie der Hamburger Digitalpolitik aufzeigen. Auch wenn Frank Horch womöglich nicht scharf auf den Titel "Digital-Senator" sein wird. De Facto braucht es einen Kapitän, der das "digitale Team" führt.

Praktisch braucht es einen "Chief Operating Officer" bzw. "Chief Digital Officer" an der Spitze des "digitalen Dampfers" BWVI. Einen, der die Verwaltung von innen kennt, der als Mitarbeiter, Referatsleiter, Amtsleiter und auf Vorstandsebene die Sorgen und Nöte der Menschen versteht und sie mit auf die Reise nehmen kann. Einen, der die Entwicklung der Stadt organisatorisch und technologisch kennt. Und einen, der mit seiner Lebenserfahrung nicht mehr über jedes "Stöckchen springen" muss, einen Holzweg rechtzeitig erkennt und an der einen oder anderen Stelle auch mal einen größeren "Kieselstein" ins Wasser werfen darf.

Glaubwürdigkeit, Interdisziplinariät & Kommunikation.

Ein "Chief Digital Officer für Wirtschaft, Verkehr und Innovationen" ist Ansprechpartner für Unternehmen, Initiativen, Netzwerke und Verbände der Wirtschaft - in Industrie und Handel, in Dienstleistungen und Technologien. Auf der anderen Seite des Tisches baut Hamburg@work genau dafür das horizontale "DigitalCluster.Hamburg“ auf. In privater Initiative bündelt das älteste Wirtschaftscluster Hamburgs horizontal die Expertise für die Digitale Transformation und gibt diese an kooperierende Focus-Cluster weiter. 

Mit 20 Jahren Erfahrung in der Medien- und Digitalwirtschaft entsteht so eine technologieübergreifende Digitalplattform für Anwender aller Hamburger Branchen. Wenn die Digitalkompetenz auf Verwaltungs- und Wirtschaftsseite gebündelt und koordiniert zusammen wirken kann, dann vermeiden wir misslungene Projekte, aufwendige Reibungsverluste und unnötige Stellvertreteraktivitäten der vergangenen Jahr.


Hamburgs IT-Executives und Digital Leader bei Hamburg@work
Foto: HANSEVALLEY
Im Mittelpunkt der "Digitalen Metropole" stehen vor allem Glaubwürdigkeit, Interdisziplinarität und Kommunikation. So baut man eine Brücke über Silos, einen "Layer" für Austausch, Verständigung und Vertrauen. Das sind Skills fernab von Tagespolitik. Das sind Faktoren fernab von Skimützen, Hippster-Bärten, bunten Sneakers und Buzzword-Bingo. Wenn ein "Chief Digital Officer" der BWVI eine digitale Vision für uns an Alster und Elbe, konkrete Themen für Wirtschaft & Verkehr, Bildung & Wissenschaft oder Hafenbetrieb & Umwelt fördert und wenn dieser CDO den gepflegten "Pfeffersack" am Herzen packt, dann ist mir um die "Digitale Metropole" Hamburg nicht bange.

Eine digitale Dachmarke für das digitale Hamburg.

Am 29. Januar '17 titelte ich: 'Sei Digital. Sei Erfolgreich. Sei Hamburg.' Der scheidende Präses der noch ehrbaren Handelskammer, Fritz Horst Melsheimer, forderte gegenüber Olaf Scholz und Frank Horch in seiner Ansprache auf der noch fast ungetrübten Jahresveranstaltung der Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns eine "digitale Dachmarke" für Hamburg. Nach stürmischem Wahlkampf und ungestümen Erlebnissen versuchte Adrian Ulrich als Leiter der Abteilung IT, Medien- und Kreativwirtschaft mit "Digital Voraus" die Idee zu retten. Angesichts der "Irrungen und Wirrungen" aus dem Präsidium eher ein schwieriges Unterfangen für den anerkannten Fachmann.


Standort-Kampagne "Be Berlin"/"Sei Berlin"
Grafik: Berlin Partner
Mit "Sei Digital" schlage ich eine Brücke zur Standort-Kampagne "Be Berlin" von Berlin Partner (das ist das, was Hamburg Marketing gern einmal werden möchte). Seit März 2008 hat es die Hauptstadt Marketing GmbH geschafft, durch Partizipation mit allen Gruppen der Gesellschaft und durch inhaltliche Verankerung - wie Wissenschaft, Kultur und Sport - eine stadtweite, landesweite und weltweite Marke aufzubauen und zu verankern. Durch die individuelle Nutzung der Marke für standortnahe Aktivitäten von Initiativen, Netzwerken, Firmen & Verbänden hat sich "Be Berlin" zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt.

Brückenschlag, Kommunikation und Kollaboration.

Überrücken wir die Aktivitäten der 6 Fachabteilungen in der BWVI mit einem kommunikativen Layer, bauen wir eine Brücke für Austausch und Verständigung an der Wexstraße, laden wir die Vorreiter von Senatsbehörden, Landesbetrieben und Beteiligungen zu einem gemeinsamen Engagement auf dem Weg zur "Digitalen Metropole" ein - und kommunizieren wir mutig, was wir Gutes tun, damit es der Stadt, den Menschen und der Wirtschaft an Alster und Elbe in der digitalen Zeit gut und besser geht.

Bringen wir zu internem Brückenschlag, zu externer Kommunikation und gemeinsamer Kollaboration Persönlichkeiten an einen Tisch, die sich um das Wohl unserer Stadt Gedanken machen, können wir mit einer Handvoll der 1.000 Stiftungen rund um die Alster die nächste Stufe, das nächsthöhere Platteau der Entwicklung Hamburgs zur "Digitalen Metropole" aktiv und erfolgversprechend gestalten - mit Hafen und Handel, mit Logistik und Mobilität, mit Banken und Versicherungen, mit Medien und Marketing und einem Schulterschluss der Innovatoren und Multiplikatoren in Wirtschaft und Verwaltung.

Konkrete Schritte, gemeinsame Wege und ein Team.


Alt-Bürgermeister Klaus von Dohnany
Foto: HANSEVALLEY
Alt-Bürgermeister Klaus von Dohnany schreibt Hamburgs IT-Executives und Chief Digital Officern bei Hamburg@work am 12. Januar d. J. im Norddeutschen Ragattaclub ins Stammbuch: "Es ist eine Kommunikationsrevolution. Die Veränderung von Kommunikation hat immer die Gesellschaft verändert." Der 89-jährige Vordenker weiter: "Wir leben in einer totalen Veränderung der strukturellen Form unserer Gesellschaft." Klaus von Dohnany gibt den IT- und Digital-Spitzen mit auf den Weg in die Zukunft: "Ich bin für eine offene, mutige, streitbare Debatte. Erst dann wird die Demokratie vorankommen."

Olaf Scholz gibt uns bereits am 2. Mai 2016 in seiner Rede vor der Universitätsgesellschaft zur "Digitalen Stadt" die Hausaufgaben an die Hand: "Die „Digitalisierung der großen Stadt“ ... ist kein Wettbewerb um die abgefahrensten Zukunftsvisionen, es ist ein ganz realistisches Projekt für die Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt. Ein Projekt, das alle Bereiche des Lebens, Arbeitens und Lernens durchdringt und in einer Vielzahl konkreter Schritte vollzogen wird." Fangen wir an, mit konkreten Schritten gemeinsame Wege zu gehen - z. B. mit ein Team Christoph Pfromm in der Senatskanzlei und Dr. Sebastian Saxe in der Innovationsbehörde BWVI - für die "Digitale Metropole" Hamburg, die so zur "Innovationsmetropole" werden kann. 


Dr. Sebastian Saxe ist Chief of Digital Office der BWVI
Foto: HPA

*  *  *

 Hamburg Digital Nachrichten: 

Dr. Sebastian Saxe ist neuer CDO der BWVI
www.hansenews.hamburg

 Hamburg Digital Background: 

XING-Profil Dr. Sebastian Saxe, CDO BWVI + HPA
www.xing.com/profile/Sebastian_Saxe

XING-Profil Christian Pfromm, CDO FHH
www.xing.com/profile/Christian_Pfromm2

Dienstag, 31. Oktober 2017

HANSETRANSPORT: Läuft intelligent in Hamburg!

HAMBURG DIGITAL REPORT
*Update*


Offizieller Titel des Bid Book Hamburgs für "ITS2021"
Foto: Marc Hübner, www.fotowelt-hamburg.de
Design: Tanja Gottschalch & Christina Föllmer, Hamburg

Es ist einer der Höhepunkte des 4-tägigen ITS-Weltkonkresses 2017 in Montreal: Hamburg wird das Gipfeltreffen für Mobilität, Transport und Logistik 2021 im frisch sanierten "CCH" ausrichten. 10.000 verkehrspolitische Entscheider, Forscher, High-Tech-Innovatoren und Geschäftsleute kommen dann vom 11. bis 15. Oktober '21 zur Messe, um die Zukunft von Transport und Verkehr zu gestalten. Damit wird die Hansestadt zur globalen "Smart City".


Gruppenfoto zur Entscheidung in Montreal: ITS2021 in Hamburg.
Foto: Frank Pflugfelder, @meet_in_hamburg)
Über 2 Mio. Menschen nutzen täglich Busse und Bahnen an Alster und Elbe. 770.000 Autos sorgen für unzählige Staus - Tendenz steigend. 2.200 Busse von "Hochbahn" und "VHH" sowie 2.000 U-Bahn-Wagons und die S-Bahnen rollen täglich durch die Hansestadt. Der Hamburger Hafen ist 3. größter Seehafen Europas, mit rd. 9 Mio. Containern und 138 Mio. Tonnen Umschlag in 2016. Die Hansestadt ist das Logistikdrehkreuz Nordeuropas und der Verkehrsknotenpunkt Norddeutschlands. "Smart City" und "Smart Port" sind Hamburgs wichtigste Aufgaben für die Zukunft. Ein Hamburg Digital Report:

Mittwoch, 15. März des Jahres: Eine Hamburger Deligation übergibt zusammen mit dem "Starship"-Zustellroboter in Brüssel der europäischen ITS-Organisation "ERTICO" die offizielle Bewerbung Deutschlands für die Ausrichtung des Weltkongresses 2021. Mehr als 100 Unterstützer aus Industrie, Wissenschaft und Interessenvertretungen stehen hinter der Präsentation des geheimen "Bid Book" der Freien und Hansestadt. Der Kongress gastiert alle 3 Jahre in Europa. Und der Senat plant Großes: Unsere Stadt soll Test- und Erprobungsumfeld für neue Technologien sein. 

Frank Horch fasst anlässlich der Bewerbung im März d. J. das Ziel zusammen: "Wir wollen in den nächsten Jahren Deutschlands Modellstadt für intelligente Mobilität und Logistik werden. Der Einsatz von modernsten Technologien und breit gefächertem Know-how wird den Verkehr für die Bürgerinnen und Bürger zugänglicher, sicherer, effizienter und umweltfreundlicher machen. Die Ausrichtung des ITS-Weltkongresses bietet die Chance, unsere Innovationskraft der Welt zu präsentieren.“


Handlungsfelder der ITS-Strategie "Verkehr 4.0" für Hamburg
Grafik: Strategiepapier BWVI

6 Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Strategie für Intelligente Transportsysteme (ITS) der Wirtschaftshauptstadt: angefangen bei der Bereitstellung von notwendigen Informationen mittels vernetzter Verwaltung und digitaler Daten, gefolgt von intelligenter Verkehrssteuerung mittels Sensoren und selbststeuernden Ampeln, einer intelligenten Infrastruktur via WLAN in der City und LoRaWAN im Hafen, smarten Parkraumlösungen über Sensoren und Handy-Apps, der Entwicklung von Mobilität als Service mit "Switch" und Partnern sowie intelligenten Fahrzeugen mit dem Ziel autonomen Betriebs in der Zukunft.

Smart und umweltfreundlich zum Paket

Wirtschaftssenator Frank Horch ärgert sich über wild parkende Paketwagen vor seiner Haustür in der Hafencity. Nur mit intelligenten Lösungen kann der E-Commerce-Lawine Einhalt geboten werden. Im Hamburger Projekt "SMILE" werden Lösungen für die letzte Meile erarbeitet. "UPS" hat in den vergangenen 2 Jahren mit einem Container als lokalem Hub und Zustellung per Sackkarre und Fahrrad rund um den Neuen Wall getestet, wie flexible, umweltfreundliche Zustellung aussehen kann. Die "Otto Group"-Tochter "Hermes" testete im Winter die Zustellung vom Paketshop zur Haustür mit dem Starship-Roboter "6D9" in Ottensen, Volksdorf und Grindel.

Ein weiteres Projekt hat die Otto-Tochter "ECE" initiiert: Das "Alstertal Einkaufs-Zentrum" dient dem Betreiber als "Future Lab": Kunden können Produkte aus den Shops bequem in der "Digital Mall" bestellen - und anschließend stressfrei abholen. 56% aller Deutschen leben laut Informationen von ECE im Umkreis von 30 Minuten zum nächsten Center. Verknüpft man Online-Bestellungen in über 100 Shops des "Otto"-Konzerns mit flexibler Abholung in Centern oder flexibler Lieferung per Fahrrad, wird Online-Shopping intelligent.

Bereits in der Planung ist ein smartes Parkraum-System. So sollen die kostenpflichtigen Parkplätze der Stadt mit Sensoren ausgestattet werden, zunächst versuchsweise rund um den Hauptbahnhof. In einer Mobile App und über Navis werden dann freie Parkplätze angezeigt. Los gehts Anfang kommenden Jahres. Läuft der Test von "T-Systems" und dem Landesbetrieb "LSBG" erfolgreich, könnten in Zukunft alle 10.000 bewirtschafteten Parkplätze mit Sensoren zu intelligenten Parkplätzen werden. 

Kostenlos vernetzt in Bus und Bahn

Zu vernetzter Mobilität gehört die Versorgung mit kostenfreiem WLAN. Die "Hochbahn" stattet aktuell alle 1.000 Busse ihrer Flotte mit WLAN-Zugängen von "MobyKlick" auszustatten, bis Ende 2018 auch alle 92 U-Bahnstationen. Ebenso werden die 68 Haltestellen der "S-Bahn Hamburg" ausgeleuchtet. Nicht genug: "MobyKlick" baut bis Dezember '18 150 kostenlose Hotspots zwischen Jungfernstieg und Lombardsbrücke auf, 900 Stück werden von "Willy.Tel" insgesamt mit Unterstützung der Stadt errichtet - zugleich der Backbone für künftige mobile Services.


Olaf Scholz nimmt die 600. Ladestation für Elektromobilität in Betrieb
Foto: Senatskanzlei Hamburg / Frederik Sperber

Elektrisch unterwegs in der Innenstadt

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz nahm Mitte Oktober d. J. mit "Stromnetz Hamburg" die 600. Ladestation für E-Autos in Betrieb. Aktuell sind in der Hansestadt nur rd. 2.400 elektrisch angetriebene PKW unterwegs, in der Metropolregion kommen noch einmal rd. 1.000 dazu. Bis 2030 soll die Zahl der emissionsfreien Autos auf bis zu 100.000 steigen. Hinzu kommen die emissionsfreie Busse von "Hochbahn" und "VHH". Ab 2020 werden die Verkehrsbetriebe nur noch solche Busse anschaffen, eine Ausschreibung für die ersten 60 E-Busse der "Hochbahn" läuft gerade. Die ersten serienreifen Fahrzeuge sollen 2019 über Hamburgs Straßen rollen.

Bis zu 550 "BMWs" und "Minis" der "Drive Now"-Flotte werden bis Ende 2019 elektrisch unterwegs sein, ebenso wie 400 der 800 "Car2Go"-Smarts. Bereits Anfang kommenden Jahres präsentiert die VW-Tochter "Moia" ihren neuen E-Shuttle, der mit der "Hochbahn" als Sammeltaxi fahren wird. Ende kommenden Jahres sollen 200 "Moias" über die Mobilitätsplattform "Switchh" Fahrgäste zum Preis zwischen "HVV"-Ticket und Taxi chauffieren, ebenso wie die neuen Shuttlebusse der Bahn. Möglich wird dies durch Mobilitätspartnerschaften zwischen dem Senat und "BMW", "Daimler", "Volkswagen" sowie von "Hochbahn" und "Deutscher Bahn".

Nicht genug: Im September gestartet, werden 20 "Toyota"-Wasserstroff-PKW bis zum Jahresende nach Hamburg kommen, abends als Shared Service und Taxi-Alternative Hamburger nach Hause bringen. In Zukunft soll "Clever Shuttle" ebenfalls in "Switchh" eingebunden werden. Und auch das "Stadtrad" wird noch attraktiver: Hier sollen den 350.000 Kunden 350 Stationen mit 4.500 Rädern zur Verfügung stehen, buchbar über über "Switchh" buchbar mit Rabatt. "Switchh"-Betreiber "Hochbahn" sieht sich denn auch als 1. Adresse für Mobilität in Hamburg, wie Vorstandschef Henrik Falk im HANSEVALLEY-Interview erläutert.



Multitouch-Tisch der HPA bei der Solutions Hamburg 2017
Foto: HANSEVALLEY

Transport + Logistik im intelligenten Hafen

Dr. Sebastian Saxe ist stolz auf eines seiner jüngsten Babies: Der Multitouch-Tisch ermöglicht in der "Nautischen Zentrale" am Lotsenhaus Seemannshöft das Steuern von 30.000 Schiffsbewegungen im Jahr - u. a. von Tankern und Kreuzfahrern - mit Wassertiefen in Echtzeit. Der digitale Tisch ist zudem eine Managementtool im Landesbetrieb "LSBG" bei der Baustellenkoordinierung für Straßen gemacht. Mit einer speziellen Software können in "Roads" 30.000 Baumaßnahmen pro Jahr koordiniert werden. So müssen Straßen nicht mehrmals aufgerissen werden. Ende September d. J. gab es dafür den "Deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr".

Nicht weniger spannend ist das bis zum kommenden Jahr laufende Projekt "Smart Port Traffic Light" aka "Green4TransPORT" der Hafenbehörde zusammen mit dem Betreiber der Hamburger Verkehrsanlagen "HHVA". "NXP" und "Siemens". So kann eine Fahrzeugkolonne im Hafen, die sich einer Ampel nähert, eine längere Grünphase bekommen. Fußgänger, die über RFID identifiziert werden, fordern damit ihre grüne Ampel an. Sollte ein Fußgänger bei Rot über die Straße laufen, wird von der Ampel eine Warnung an heranfahrende Autos geschickt.

"Smart Road", "Smart City" & "Smart Port"

Eines der ersten Projekte im Hafen war "Smart Road": Auf einem Straßenabschnitt im Hafen wurde bis Mitte 2016 eine intelligente Straße getestet. Dazu gehörten Verkehrserfassung und Steuerung sowie eine selbst steuernde Straßenbeleuchtung für Fußgänger und Radfahrer. "Cisco", "Philips", "T-Systems" und Partner zeigten, wie mittels Sensoren Infrastruktur- und Umweltdaten gesammelt werden können. Mit der "Smart Port"-Strategie hat sich die HPA zur "Werkstatt für die Digitale Transformation" entwickelt. Sebastian Saxe erklärt im HANSEVALLEY-Interview, wie man mit "Smart Port" die "Smart City" voranbringt.

Das Bundesverkehrsministerium hat Hamburg als eine von 8 Städten im Rahmen des Programms "Digitales Testfeld Autobahn" ausgewählt, zukunftsweisende Projekte in den Bereichen sicheres, autonomes Fahren zu erkunden. Dabei werden in Hamburg vor allem Szenarien im Innenstadtverkehr getestet. Eine Rolle wird auch das "Smart Road"-Projekt aus dem Hafen spielen, und die dahinter stehende "V2X"-Technologie für die digitale Kommunikation von Fahrzeugen und ihrer Umgebung. Eine Ebene höher mündet das ganze in einer stadtweiten IT-Infrastruktur einschließlich Nutzerdaten und künstlicher Intelligenz. Ein Projekt, an dem der Landesbetrieb Geoinformation "LGV" arbeiten wird.


Visualisierung einer ICT-City Plattform für Hamburg
Grafik: LGV

Ausblick auf die Smart City Hamburg

Und wo geht die Reise hin? Ein Zwischenbericht von Verkehrssenator Frank Horch zu den ITS-Projekten im Ende Mai vergangenen Jahres weist bereits die Richtung: Die Entwicklung durch die Vernetzung von Prozessen, Systemen, Daten und Dingen hat eine neue Qualität. Da werden nicht nur möglichst viele Computer, Sensoren, Aktoren oder Maschinen miteinander vernetzt. Auch die damit entstehenden Schnittstellen sind Gegenstand der Digitalisierung. Im "Internet of Everything“ interagieren Maschinen, Bauteile, Autos und Ampeln direkt miteinander. Eine spannende Aufgabe auch für den neuen Digital Hub Logistics Hamburg.

Willkommen in der Zukunft - in Hamburg, wo's läuft!

 Hamburg Digital Background: 

ITS-Übersicht Hamburg 2017
www.hamburg.de/its

ITS-Strategie Hamburg "Verkehr 4.0"
http://its2021.hamburg/downloads/ITS%20Strategie%20Hamburg.pdf

HPA "Smart Port"-Strategie im Hafen
https://www.hamburg-port-authority.de/de/hpa-360/smartport/

 Hamburg Digital Interviews: 

HANSEPERSONALITY Senator Frank Horch:
"Hamburg bekommt Next Logistics Accelerator."

HANSEPERSONALITY Henrik Falk:
"Der Bedarf am privaten Fahrzeug wird nahezu ganz aufgelöst."