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Mittwoch, 15. August 2018

HANSESTARTUPS: Next Acceleratoren - Die Durchlauferhitzer des Bodo Kraeter

HAMBURG STARTUP REPORT
* Update *

Der nächste Schlag ins Kontor der Hamburger Medienbranche: Der Axel Springer-Verlag zieht mit der Redaktion der "Sport-Bild" und 30 Mitarbeitern von der Alster an die Spree. Das Ausbluten der ehemaligen Medienhauptstadt geht weiter. Und was macht die Hamburger Wirtschaftsförderung, um die Zukunft zu retten? 


Sie verkaufen sich als Acceleratoren - und sind doch Inkubatoren. Sie versprechen Investoren den Zugang zu zukunftsweisenden Geschäftsmodellen - und ködern Startups mit wenig Geld und greifen dafür kräftig Geschäftsanteile ab: Die Next Acceleratoren des Hamburger M&A-Beraters Bodo Kraeter sind alles andere, als strahlende Leuchttürme am Hamburger Startup-Himmel.


Aktuelle "NMA"-Kandidaten: Noch hoffen die jungen Gründer auf das große Geld ...
Foto: DPA/Teresa Enhiak Nanni

Der Autor des Beitrags war Mentor des "Next Media Accelerators", hatte die Gelegenheit, mit hoffungsvollen Gründern zu arbeiten - und sie nach ihrem Demoday über Investoren und die Zukunft zu befragen. Das Prinzip ist immer das Gleiche. Den schwarzen Peter kriegen immer dieselben. Das große Geld machen dabei nur wenige. Die Durchlauferhitzer des Bodo Kraeter - ein Hamburg Startup Report:

Hamburg-Altona, Sternschanze, im Betahaus an der Eifflerstraße. Auf einer knappen halben Büroetage ist seit 3 Jahren der "Next Media Accelerator" zu Hause - ein Startup-Brutkasten aus Sperrholzmöbeln, der eigentlich Next Marketing Inkubator heißen sollte. Denn um neue Medieninhalte geht es beim "NMA" von Anfang an so gut wir gar nicht, ebenso wenig wie um die Acceleration von bestehenden Geschäftsmodellen.

Fast alle Ideen des "NMA" drehen sich um Vermarktung - damit um Marketing, sei es online, mobile, social oder - der letzte Schrei - virtuell oder per künstlicher Intelligenz. Die wohlklingenden und durch einen Hamburger Startupblog gern hochgejazzten Geschäftsmodelle bestehen zu Beginn im besten Fall aus einem Satz Powerpoint-Folien. Fertiger Quellcode für ein Minimal Viral Product? Nicht selten Fehlanzeige.

"Next Media Accelerator"-Eigenwerbung: "Innovate or die".

Aktuelle Kandidatin für "Raketenstart" und das "große Geld" ist u. a. die One-Woman-Show "The Distriqt" aus Hamburg, laut lokalem Startup-Blog künftig eventuell mal so etwas wie das "Netflix für moderne Frauen". So einen Spruch gab's zuletzt bei "Edition F" aus Berlin. Man kann ja mal ein wenig hochstapeln ... Kleiner Schönheitsfehler: Das Portal ist noch gar nicht existent, Videoinhalte gibt es keine, die geldbringende Paywall ist ein Wunschtraum. Das Engagement der Medienwissenschaftlerin ist begrüßenswert - und zugleich symptomatisch.

Weitere mehr oder weniger weltbewegende Beispiele des aktuellen Batches: eine Kino-App mit Gamification und Datenauswertung für die Filmindustrie, ein Website-Baukasten für Landingpages mit Social Media-Funktionen, eine Video-Produktions-App für Social Media-Kampagnen und eine Bewerbungs-App mit Interaktionsmöglichkeit. Nette Ideen aus Köln, Leipzig, Potsdam oder Tallin, die in bestimmten Bereichen sicherlich ihre Chance haben. Aber können sie den Abstieg der Medienhauptstadt Hamburg aufhalten?

"NMA"? "Da haben wir aber richtig viel Geld reingesteckt."

Es geht nicht darum, junge, ambitionierte Nachwuchsunternehmer aus Deutschland, Europa oder aller Welt zu kritisieren. Es geht nicht darum, ihren guten Willen, etwas Neues zu erschaffen, zu schmälern. Es geht um das Geschäftskonzept einer "fleischfressenden Pflanze" in Hamburg, die nur überlebt, wenn ihr genügend dumme Fliegen in die Falle gehen. Nennen wir es Inkubator oder Accelerator - z. B. für "Media", "Commerce" und "Logistics".


Hamburger M&A-Berater und Skillnet-Eigner: Bodo Kraeter
Foto: Xing.de

2015 initiieren DPA-Chief Digital Officer Meinolf Ellers und sein Kumpel - der in Hamburg nicht unumstrittene M&A-Berater - Bodo Kraeter den ersten von drei Durchlauferhitzern - finanziell unterstützt durch einen gut gefüllten Geldkoffer des Amt-Medien-Chefs und heutigen Senators Carsten Brosda. Mit "Next Media" lehnt man sich an die landeseigene Clusterinitiative an. Als Dank wird der Inkubator zur Versorgungsanstalt für Hamburger Genossen. Doch: Großzügige Fördermittel und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen retten die abgestürzte Medienhauptstadt auch nicht mehr vor der Kreisliga.

15+ Jahre Niedergang der Medienhauptstadt Hamburg.

Den Auftakt macht 2002 Universal Music. Der Berliner Senat wirbt den in Hamburg beheimateten Musikverlag ab. Die Deutschlandzentrale siedelt sich am ehemaligen Osthafen unweit der Oberbaumbrücke an, bildet den Auftakt für die "Media Spree" - eine Businessmeile, an der sich auch die SAT.1-/Fernsehstudios der Medienwerft, die MTV-Deutschlandzentrale und internationale Modelabel im Showroom-Zentrum niederlassen.

Im Mai 2006 eröffnet der Spiegel sein neues Hauptstadtbüro am Pariser Platz - mit Blick aufs Brandenburger Tor. Die Berliner Redaktion ist verantwortlich für die Politik im Nachrichtenmagazin. Insider munkeln, ohne die Hamburger Mitarbeiter-KG und die Einfamilienhäuschen der Angestellten wäre der ganze Augstein-Verlag längst an der Spree. Bei Axel Springer ist man konsequenter: Im März 2008 wechselt die Bild-Redaktion mit mehr als 400 Mitarbeitern und 120 Umzugs-Lastern ins Berliner Zeitungsviertel.


Wiedervereint im alten Zeitungsviertel: Axel Springer in Berlin
Foto: Axel Springer Verlag

Hamburg: Verlust fast aller tagesaktueller Redaktionen.

2009 wird die ehemalige SPD-Zeitung Mopo an die Kölner Dumont-Gruppe verkauft - die Talfahrt zum Praktikantenblatt beginnt. Im September 2010 folgt der DPA-Newsroom mit 180 Hamburger Mitarbeitern dem Ruf des Regierungsviertels, zieht in die neue Axel-Springer-Passage, unweit von TAZ und Le Monde. Ende 2012 folgt die Welt-Redaktion, die Hamburg-Redakteure werden mit dem Abendblatt fusioniert. Im Sommer 2013 trennt sich der in Berlin wiedervereinte Axel Springer Verlag von Hamburger Abendblatt und Hörzu.

Hamburg hat so gut wie alle tagesaktuellen Redaktionen verloren. Geblieben sind ARD-Aktuell, die Wochenzeitung "Zeit" sowie die Zeitschriftenverlage, wie Bauer, Jahrenzeiten-Verlag und Gruner + Jahr. Beim Hamburger Traditionsverlag geht es ebenfalls hoch her, über die Jahre halbiert sich die Belegschaft, berichten langjährige Mitarbeiter über verweiste Gänge am Baumwall. Chief Digital Officer Arne Wolter verkündet Anfang April '17 gegenüber der Presse: "Wir glauben nicht an bunte Garagen", und beendet die Kooperation mit dem "Next Media Accelerator".

Gruner+Jahr: "Wir glauben nicht an bunte Garagen."

Nach zwei Jahren Experimentierphase, mit einem eigenen "Greehouse"-Innovationlab und selbst betriebenem Venture Capital-Fonds ist man bei der Hamburger Bertelsmann-Tochter alles andere als begeistert von der Nachwuchsförderung aus der Sperrholz-Abteilung. Ein Blick hinter die Kulissen des "NMA" zeigt die Geburtsfehler und die Denke eines gewinnmaximierenden Finanzberaters Bodo Kraeter, der sich mit seiner Initiative "Reset" selbst gern als Gutmensch darstellt.


Klassisches VC-Startupmodell bei Kraeters reset.org
Quelle: reset.org

Der nach eigenen Angaben mit mehr als 180 Finanzierungen - vom abgestürzten Startup bis zum nicht näher ausgeführten Großunternehmen - erfolgreich präsentierende Betriebswirt arbeitet nach der bekannten Methode, die er mit "Reset" bereits seit 2007 versucht, zum Erfolg zu führen. Es ist das Modell von Venture Capital-Gebern, aus Nichts etwas Großes machen zu wollen. Doch 7 von 10 Startups scheitern in den ersten 2 Jahren, bestenfalls eine Idee hat überhaupt eine Chance. Fakten, die bewiesen sind.

"NMA" Für lausige 50.000,- Euro sind 10% Anteile weg.

Kraeter denkt groß: Bis 2022 will er die Position als "Europas führender, unabhängiger Accelerator für mediennahe Startups ausbauen". Das kostet die "NMA2"-Fondsgesellschafter aus den Branchen Medien, Werbung, Technologie und Dienstleistung zwischen 200.000,- und 1 Mio. €. 8 Mio. € sollen laut "NMA"-Chef Ellers in den kommenden 5 Jahren von den Investoren kommen. Als Output gibt es vor allem "Zugriff auf die umfassenden Bewerbungsunterlagen von hunderten von mediennahen Startups aus ganz Europa". Darauf muss man erstmal kommen.


Fast mehr CxO's als Startups: Das bisherige Leitungsteam des "NMA".
Foto: DPA/Christian Charisius

Um das Risiko zu minimieren, braucht es dummer Kandidaten, die sich Runde für Runde billig einkaufen lassen. Der "NMA" und seine Schwestern "NCA" und "NLA" arbeiten nach dem gleichen Prinzip: 50.000,- € gibt es gegen 10% Firmenanteile ("Gold"-Status) - womit klar ist, wer hier das Geld machen will. 25.000,- € gibt es für 5% ("Silber"), und wenn man Pech hat, gibt es gar kein Geld - für 3% ("Bronze"). Das war für einige bekannte, von HANSEVALLEY interviewte Medienstartups schlicht zu teuer und damit keine Alternative. 

"NMA"-Startupgründer: "Nein, wir haben kein Funding."

Die im besten Bullshitbingo promoteten Programmstufen "Product Check", "Test Preparation", "Best Practice Gathering", "Test Case Promotion", "Executive Summary" und "Seed Round Funding"  enden nach 6 Monaten in einem meist erfolglosen Demoday und einem Mix aus allein gelassen werden und zerplatzten Träumen, wie Gründer nach ihrem Auftritt berichten. Das ändern auch 150 präsentierte Mentoren, 31 Gesellschafter, 17 Businesspartner und einzelne Testimonials nicht. Kraeter und seine Fonds wollen vor allem eines: Frühzeitig "die Finger in die Torte" stecken. Den schwarzen Peter haben die Startups.

Teil der als "Pudelshow" bezeichneten Methode sind Hackathons, die der "NMA" mit öffentlichen Einrichtungen - wie Hamburg Kreativgesellschaft und Hamburg Tourismus - sowie an der Alster beheimateten Unternehmen - wie DPA und ihrer Tochter News Aktuell, dem NDR oder Weischer initiiert hat. Auch hier werden Ideen geboren. Lobenswert, wenn es keine PR-Veranstaltung für den nächsten "NMA"-Batch wäre. Weil es nicht genug Ideen für den sich alle 6 Monate wiederholenden Startup-Zirkus gibt, expandiert man ins Ausland.

Höher, schneller, weiter: Die "NMA-Internationalisierung"

Im Rahmen einer offiziellen Hamburger Delegationsreise zur Digitalkonferenz DLD nach Tel Aviv zeigten die Startup-Macher Anfang September vergangenen Jahres, wie sie wirklich ticken. Mit Verwunderung nahmen Teilnehmer der "Silicon Wadi-Reise" zur Kenntnis, wie sich die "NMA"-Truppe absonderte - inkl. Pitch-Event in eigener Sache. Von gemeinsamen Aktivitäten waren die Startupper weit entfernt, wie der Reisebericht von Christoph Hüning auf seinem Medium-Blog zeigt. Einmal mehr beweisen die Inkubator-Macher, wofür sie stehen.


"Rocket Sciene"? Das Facebook-Titelbild des "NCA"
Grafik: NCA

Alle "Next Acceleratoren" haben einen Geburtsfehler, weshalb weder im 3. Jahr des "NMA" mit seinen 43 - mehr oder weniger lebendigen - "Portfolio-Companies", noch bei "NCA" oder "NLA" heute oder in Zukunft Unicorns zu erwarten sind: Die junge "Business Developerin" Maja des "Next Logistics Accelerators" bringt es vor Kurzem im Digital Hub Logistics auf den Punkt: Man suche vor allem "softwarebasierte Geschäftsmodelle", vornehmlich im "B2C-Segment", die "schnell skalieren". Darum geht es: "Think Big" und "Fast Track", wiederzufinden in Titelbildern und Posts der Facebookseiten von "NCA" und NLA".

"NCA": Pflegende Fußmasken und Herrenunterwäsche.

Die sich mittlerweile selbst in der Berliner Gründerszene überlebte Idee von B2C-Medieninkubatoren wird an der Alster als toter Gaul fleißig weiter geritten - um eine Inhaltebranche, in der Produzenten aka Journalisten immer noch nicht skalieren und skalieren werden. Mittlerweile dürfte der letzte Bauer verstanden haben, dass mit Katzenfotos kein Geschäft zu machen ist, wenn man nicht die Reichweite von Instagram, Facebook oder YouTube besitzt oder erreicht.


Mit Unterhosen zu Ruhm und Reichtum? 2. Batch des "NCA"
Foto: HASPA

Den Fehler von schnell skalierenden Geschäftsmodellen überträgt Finanzjongleur Bodo Kraeter 1:1 auf seine jüngsten Copycats, den "Next Commerce Accelerator" und den "Next Logistics Accelerator". Die ersten "NCA"-Startups zeigen, welches Niveau herrscht: ein Onlineshop für pflegende Fußmasken, ein Unterwäscheversender und eine Suchmaschine für Reiseaktivitäten. Nichts gegen die Ideen, die begeisterten Gründer und ihr Engagement. Mit AI, AR und VR - wie auf der Homepage addressiert - hat das aber wohl weniger zu tun, ebenso wie mit dem nächsten Handelshaus aus der Abteilung "Rocket Science".

Hamburg: B2B-Märkte, Partnerschaften, Nachhaltigkeit.

Hamburgs Stärken als Hafen-, Handels-, Produktions- und Dienstleistungsstandort stammen aus 800 Jahren Handel & Wandel am Fluss, überlegten Entscheidungen, vorausschauenden Investitionen und hoher Kontinuität. Startups in Brutkästen nachzureifen, sie nach 6 Monaten Aufpeppeln dem Markt zu überlassen und mit Rosinenpicken auf ein Unicorn zu hoffen, sind gar nicht hamburgisch. Natürlich kann man als Haspa ein paar hunderttausend Euro in den Inkubatoren versenken. Erstaunlich, dass einige Banker schon kurz nach dem Kick-off  von "NCA" und "NLA" nicht mehr an den Erfolg ihrer Investments glauben.


Startup-Kultur in Hamburg: Von der Reeperbahn zum Global Business?
Foto: HANSEVALLEY

Die Hamburger Medien- und Kreativbranche mit ihren gut 48.000 Beschäftigten in 14.000 Unternehmen, der Hamburger Handel mit gut 140.000 Beschäftigten in rd. 32.000 Unternehmen und die Hamburger Logistik mit ihren fast 85.000 Beschäftigten in mehr als 10.000 Unternehmen können kreative Ideen, mutige Gründer, engagierte Startups und ihre Methode gut gebrauchen, Ob die Durchlauferhitzer des Bodo K. ein Erfolg versprechender Ansatz sind, die Familienunternehmen an der Alster in die Zukunft zu führen, darf mehr als bezweifelt werden.

Es sind echte Geschäftsmodelle entwickelnde, frühzeitig auf B2B-Märkte setzende und mit Partnerunternehmen Pilotprojekte planende Jungunternehmen, die in Hamburg eine reale Chance haben werden. Vereinzelt sind sie sicher auch bei "NCA" und "NLA" zu finden, auch wenn wohl weniger unter die Kategorie "Unicorns". Dafür werden diese Jungunternehmen aber langfristig ihren Weg gehen - mit oder ohne die Durchlauferhitzer eines Bodo Kraeter. 

 Hamburg Digital Background: 

HANSENEWS Aktuell:
Axel Springer Verlag zieht mit "Sport Bild" weitere Redaktion aus Hamburg ab.
www.hansenews.hamburg

HANSEINVESTIGATION: Die Startup-Abzocke von Harburg.
https://hh.hansevalley.de/2018/01/hanseinvestigation-tutech-teil3.html

HANSESTATEMENT: Hamburg, #daswarsmitmedien, oder?
https://hh.hansevalley.de/2017/09/hansestatement-medienstandort-hamburg.html

HANSEPERSONALITY Arne Wolter: "Lernen, Ideen sammeln, Dinge anders machen - und die Transformation von G+J unterstützen."

Donnerstag, 2. März 2017

HANSESTARTUPS: "Next" Chance für "Heute in Hamburg".

*Update*

Es war eine Rettung in letzter Minute. Eigentlich wäre am Dienstag endgültig Schluss gewesen. Trotz 160.000 Facebook-Fans und 3.500 Twitter-Followern konnten die sympathischen Gründer des Hamburger Freizeit-Portals "Heute in Hamburg" (HiH) in den letzten gut 20 Monaten nicht die notwendige finanzielle Grundlage schaffen, um zu überleben. Sie drohten nach dem Ende ihres ersten Projektes "SessionLine" zum zweiten Mal aufgeben zu müssen. Doch es geht weiter:

Am 25. Januar verkündeten die Macher auf ihren Kanälen den Exodus. Unser Partnermedium Deutsche Startups berichtete ausführlich. Der Cash-Flow reichte nicht, um das 10-köpfige Team mit seinen Lifestyle-Seiten für Hamburg und Köln zu unterhalten. Finanzielle Reserven zur Überbrückung konnte das Startup nicht zurücklegen. Die Sympathiebekundungen der Hamburger Fanbase waren überwältigend. Nutzer boten an, für ihre Lieblingsseite zu zahlen. Doch die Rettung kam aus einer ganz anderen Richtung.

Die Hamburger Sparkasse bekam die Welle der Sympathie hautnah mit. Kurzerhand traf sich "Chefdigitalisierer" Tobias Lücke mit dem Gründerteam. Was ein 1-stündiges Ausloten möglicher Lösungen sein sollte, wurde ein 3-stündiges Brainstorming, wie "Heute in Hamburg" der Haspa auf ihrem Weg zu jungen Nutzern und Kunden im Netz helfen kann. Die jungen Unternehmer Jan Becker und Patrick Hencke bekamen spontan ein überwältigendes Angebot:


Haspa und HiH bei der Vorstellung der Partnerschaft.
Foto: HANSEVALLEY / Thomas Keup
Am Mittwoch-Abend wurde es im Braugasthaus "Altes Mädchen" vor der Hamburger Presse verkündet: Das Innovationslab Haspa Next GmbH übernimmt die Betreibergesellschaft SessionLine UG. Die "Heute in Hamburg"-Jungs werden Mitarbeiter des Digitalprogramms der größten deutschen Sparkasse. Gemeinsam mit Tobias Lücke als verantwortlichem Manager für die Digitalaktivitäten sowie Programmmanager Markus Wienen helfen die Startupper der ältesten deutschen Sparkasse bei ihren Digitalisierungsplänen. 

Bereits im Sommer wird es von "Haspa Next" eine Freizeit-App für 18-30-jährige User in Hamburg geben. Das gut 10-köpfige Team soll Lifestyleangebote und personalisierte Services für die nächste Generation Hamburger Sparkassenkunden bauen. Dabei stehen "Non-Banking"-Themen im Mittelpunkt der Aktivitäten. Die "coole Freizeit" von "Heute in Hamburg" ergänzt die eigenen Planungen und gibt dem bislang unter dem Radar fliegenden und im Mindspace Hamburg mit der Digital-Szene vernetzten Haspa-Inkubator mehr Drive. 

Die Anfang Januar gegründete Haspa Next GmbH arbeitet weitgehend unabhängig von der Hamburger Banken-Gruppe. Das Innovationsprogramm kann mit Projekten, wie "About You" der Otto Group verglichen werden. Der interne Inkubator greift auf Ressourcen der Haspa-Gruppe zurück, entwickelt jedoch fernab von möglichen Bedenkenträgern am Adolphsplatz eigene Produkte, die sich im Markt bewähren müssen. Hier folgt "Haspa-Next" dem Prinzip des Company Builders "Liquid Labs" von Otto Group Digital Solutions in Hamburg.

Neben dem internen Inkubator "Haspa Next" zum Adressieren junger Nutzer als künftige Kunden, wird die Hamburger Sparkasse zusammen mit der HSH Nordbank einen externen Accelerator für die Unterstützung von Tech-Startups mit Branchenfokus auf den Handel aufbauen. Der "Next Commerce Accelerator" (NCA) wird nach dem Vorbild des "Next Media Accelerators" der dpa und 9 weiterer Medien-Investoren entwickelt. Bei dem Startup-Programm erhalten Tech-Gründer bis zu 50.000,- € Funding und Zugang zum 5.000 Handelskunden umfassenden Portfolio von Haspa und HSH Nordbank. 


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Donnerstag, 16. Februar 2017

HANSESTARTUPS: Hamburgs Startup-Szene ist im Aufbruch.

HAMBURG DIGITAL REPORT

Bisher war Hamburgs Startup-Szene eher kuschelig: Ein engagiertes Netzwerk-Cluster, eine Reihe cooler Netzwerk-Treffen, eine Hand voll Pitch-Events, ein gepflegter Termin-Guide und ein Startup-Blog. Mit dem neuen Jahr kommt kräftig Bewegung in die Startup-Community an Elbe und Alster: 


Rocken die Stadt: 12min.me - aber nicht ohne Meyborg-Korn
Foto: Oliver Rößling
Neue Inkubatoren, Acceleratoren und Venture Capital-Anbieter positionieren sich - dazu neue Netzwerkevents und Medienanbieter. 

Während andere gern historische Zahlen aus dem Startup-Monitor zitieren, verraten wir in einem aktuellen Überblick, wohin die Reise für Hamburgs Startups in diesem Jahr geht:

12min.me startet heute die Drohnen in der Börse

Mit "Caps'n'Collars" startet Hamburgs größte Tech-Event-Community mit 4.300 Meetup-Mitgliedern heute Abend die nächste Top-Event-Reihe: 'Startups treffen auf Mittelständler' ist das Motto. Gleich beim ersten Mal lässt das 12min.me-Team in den ehrwürdigen Hallen von Eventpartner Handelskammer die Drohnen steigen.

Was kann man mit den fliegenden Objekten im Unternehmen anfangen? Wie helfen Drohnen in der Filmproduktion? Und: Was haben Drohnen in der Logistik zu suchen? Das Event in der HSBA am Adolphsplatz droht alle Rekorde zu sprengen. Nur mit etwas Glück gibt es noch die Chance, von der Warteliste aufzurücken. Wir werden als Medienpartner berichten.

Familienunternehmen gehen auf Startups zu

Mit Unterstützung des Hamburger Instituts für Familienunternehmen, der Leuphana Universität Lüneburg und dem Startup-Team der Haspa unternehmen Hamburgs Familienunternehmer erste mutige Schritte in Richtung Startup-Szene. Den Auftakt macht die morgige Zukunftswerkstatt mit eigenem Pitch-Event.


Die 1. Zukunftswerkstatt mit Pitch-Event
Grafik: HIF
Die Macher planen jedoch weitaus mehr: Wie wir aus gut unterrichteten Kreisen erfuhren, wollen die Familienunternehmer erfolgversprechende Startups über längere Zeit mit qualifiziertem Know-how als auch finanziell unterstützen. Mehr demnächst im Hamburg Digital Magazin.

HVB berät erfolgreiche Later Stage Startups

Mit "HVB Tech" hat die HypoVereinsbank bereits in der Startup-Hauptstadt Berlin ein eigenes Team für Tech-Companies im Wachstum am Start. Ab sofort betreuen eigene Tech-Spezialisten am einstigen Westbank-Standort Hamburg ebenfalls Tech-Startups in der Later Stage-Phase. 

Die Relationship-Manager kümmern sich um Schlüsselthemen, wie internationales Cash Management, Software- und IT-Lösungen - z. B. für wachstumsstarke E-Commerce-Anbieter - und Investment Banking, einschl. M&A sowie IPOs. Zu den Referenzen von "HVB Tech" zählt u. a. der Lieferservice "Delivery Hero/Lieferheld".

Haspa & Partner bauen Commerce Accelerator

Nach dem erfolgreichen Vorbild des "Next Media Accelerators" der dpa und 9 weiterer Investoren aus der Medienbranche folgt mit dem "Next Commerce Accelerator" der nächste Branchen-Beschleuniger. Die Federführung haben die Haspa, die HSH Nordbank, die M&A-Agentur Skillnet und die Wirtschaftsbehörde der Hansestadt. 

Im "nca" sollen Startups für die Zusammenarbeit mit den rd. 10.000 Hamburger Handelspartnern fit gemacht und vernetzt werden, darunter auch die ganz Grossen der Branche. Das Konzept der Branchen-Acceleratoren könnte bei Erfolg weiter Schule machen, wie es "nma"-Initiator Meinolf Ellers im Gespräch mit HANSEVALLEY auch empfiehlt.

Philips baut neuen Digital Health Accelerator 


Die deutsche Philips-Zentrale in Hamburg.
Foto: Philips
Philips Healthcare baut in Fuhlsbüttel einen zentralen Digital Health Accelerator auf. Unter dem Titel "Philips Innovation Port" versammelt der Medizintechnik-Hersteller eine Reihe bekannter Größen aus der Gesundheitsbranche um sich. Philips stellt Startups neben 1.000 qm Büros und Coworking-Space auch Labore und Werkstätten bereit.

Zum Angebot des Teams gehört auch die aktive Vernetzung mit Krankenhäusern, Universitäten und Unternehmen des Health-Sektors. Im Rahmen der Premiere von INNOVATIONS meet INNOVATIONS konnten wir die Philips-Mitarbeiter bereits begrüßen, die den Accelerator im Frühjahr offiziell einweihen werden.

Sparkassen-Gruppe baut zentralen Fintech-Hub

Die Hamburger Softwaretocher Star Finanz des Sparkassen-Dienstleisters Finanz Informatik baut in ihrer Zentrale am Grüner Deich den zentralen "S-Hub" für die Sparkassen-Finanzgruppe auf. Damit haben Hamburgs Fintechs eine erste Adresse, wenn sie mit dem größten Bankenverbund der Republik kooperieren wollen.

Der Fokus des "S-Hubs" liegt auf dem Privatkundengeschäft mit Kontoführung (Identity & Fraud), Zahlungsverkehr (P2P-/Payments), Konsumentenkredite (P2P-/Lending) Sparanlagen (Wealth Management) und Wettbewerb (Comparison). Im Mittelpunkt der geplanten Projekte steht die eigene, multibankenfähgie "Ahoi-API".


Ende März ist offizielle Eröffnung des Campus.
Foto: HANSEVALLEY / Thomas Keup
20Scoops baut eigenen Corporate-Campus

Der Startup-Arm eines bekannten Hamburger Familienunternehmens baut in den traditionsreichen Zeisehallen in Altona einen eigenen "20Scoops Startup-Campus" für 40-50 Startupper auf. "20Scoops" setzt bei seinem Engagement sowohl auf Inkubation von Ideen, Acceleration von Prototypen als auch auf Venture Capital für erfolgversprechende Startups.

Ein künftiger Schwerpunkt von "20Scoops" soll der Fintech-Sektor werden, umgesetzt mit einem neuen Fonds. Der Investment-Arm ist mit seiner Eigengründung - dem regionalen Lieferdienst - "Food Place" und einer 6-stelligen Beteiligung an der Freizeit-Dating-App "Jetztra" bereits aktiv unterwegs. 

Otto setzt auf interne Innovationen und Kultur

Mit Project Collins hat Filius Benjamin Otto in den vergangenen 2 Jahren den Concept Proof für den künftigen Weg des traditionellen Versandhändlers erbracht. Die Startup-Methodik wird im Konzern weiter verankert: Im Rahmen des Projekts "Kulturwandel 4.0" dürfen die rd. 53.000 Mitarbeiter ab sofort auch ihren Vorstand dutzen. 

Im nächsten Schritt können die Mitarbeiter in Bramfeld den 1.700 qm großen Coworking-Space "Collabor8" nutzen und sich auf die "Arbeitswelt 4.0" einstimmen. Nun hat der Otto-Konzern auch einen Chief Digital Officer bestellt: Der 37-jährige Physiker und Ex-BCGler Sebastian Klauke soll den Konzern weiter auf Fordermann bringen, berichtet das Branchenmedium "New Business".

Es bleibt spannend, welche Themen in Zukunft neue Player, VCs und Multiplikatoren dazu begeistern, in Hamburg noch mehr zu machen. Welche Rolle spielt das Hype-Thema Food tatsächlich im Business der Hansestadt? Und was passiert in Sachen Logistik? Wir begleiten mit "HANSESTARTUPS" die interessantesten Tech-Startups, Tech-Acceleratoren und Tech-Investoren mit exklusiven Interviews, persönlichen Porträts und spannenden Hintergrundgeschichten.


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