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Donnerstag, 20. August 2020

HANSESTATEMENT: Willkommen in der #CancelCulture - die Inquisition der Neuzeit.

Ein HANSE DIGITAL STATEMENT
- von Thomas Keup & Gerd Kotoll -
*Update 20.08.2020*

Kaberettistin und Provokateurin: Kunstfigur Lisa Eckhart, 2018
Foto: Richard Huber, CC BY-SA 4.0

War das ein Wirbel: 'Wie konnten sie nur?' 'Mit der Begründung?' 'Und ausgerechnet hier?' 'Und dann noch dieser Kultursenator!' Die österreichische Kunstfigur Lisa Eckhart wurde mit ihrem Debütroman "Omama" vom Literaturfestival "Harbour Front" der Freien und Hansestadt kurzerhand ausgeladen - und damit ausgesperrt. Die Veranstalter der von der Großspedition "Kühne + Nagel" und dem Hamburger Kultusenator gesponserten Veranstaltungsreihe sahen sich einer kollektiven Zensur von Autoren und Locationbetreibern konfrontiert. 

"Der berüchtigte Schwarze Block der Hafenstraße schlägt also den schwarzen Humor, und er muss dafür noch nicht mal randalieren. Das heißt, dass der Mob bestimmt, wer auftreten darf und wer nicht, und dass die Feigheit regiert."
Knut Cordson, "BR Kultur Bühne", 06.08.2020

Die ehrbare Kaufmannsstadt tappte mit dem Debütantensalon ihres ach so liberalen Vorzeigeevents in die "Cancel Culture"-Falle - und Diskursraumsenator Carsten Brosda mit einer Videoschalte als Notlösung vorneweg. Zwei Autoren lehnten es laut "Zeit" ab, mit der bekannt-aneckenden Nachwuchsautorin auf einer Bühne zu lesen. Ein alternativer Soloauftritt wurde von den offenbar verängstigten Betreibern des "Nochtspeichers" abgelehnt. Begründung: Drohender Krawall aus der Hafenstraße. Folge: Die Festival-Veranstalter drängten auf einen "freiwilligen Verzicht der Teilnahme".

Die laut "Zeit" an Alster und Elbe angekommene "Cancel Culture" ist gar nicht in Hamburg angekommen. Und sie ist auch kein Phänomen heutiger Tage. Die kollektive Zensur anläßlich der Nominierung des mit 10.000,- € dotierten "besten deutschsprachigen Romandebüts" inkl. Lesung am 14. September d. J. hat in der Heimat der Pfeffersäcke seit Fälschung der Hafenurkunde vor 821 Jahren Tradition. HANSEVALLEY ist ebenfalls ein Opfer der modernen Inquisition von ungeliebten Störenfrieden. Ein Hanse Digital Statement von Thomas Keup und Gerd Kotoll:

Hat die 27-jährige gebürtige Lisa Lasselsberger antisemitische Witze gemacht? Oder schlachtet die österreichische Kabarettistin antisemitische Klischees für schale Witze aus, wie es ihr die "Zeit" vorhält? Wer die steirische Künstlerin auf der Bühne oder im Fernsehen sieht, kann zu dem Ergebnis kommen: Hier konfrontiert eine Künstlerin der Worte und Gesten die feminine "Versace"-Eleganz mit frivoler Provokation. Wie 2018 in den "WDR-Mitternachtsspitzen", für die sie noch in diesem Jahr von "Gutunmenschen" mangels fehlender Anschwärz-Alternativen gesteinigt werden sollte. Hamburgs Wochenzeitung kritisiert sie bei ihrem zweiten von vier angekündigten Bühnenprogrammen für ein scheinbares Abdriften bei den Themen - vom Bildungsbürgertum zum Antisemitismus. 

Die Germanistin mit Masterabschluss ist sicher eines nicht: dumm. Schon an der Freien Universität Berlin beschäftigte sie sich mit dem Thema "Weiblichkeit und Nationalsozialismus". Thema einer Masterarbeit? Abgelehnt! Schade eigentlich ... hätte ein interessantes Stück deutsch-österreichischer Geschichte werden können. Ein Blick in die Wikipedia hätte auch den neunmalklugen Feuilletonisten geholfen. Aber wer recherchiert schon, wenn man eine gefestigte Meinung hat ... Eine Steiermärkerin, die über Graz und Wien nach Berlin kam - und weiter nach London (oder auch Amsterdam) reiste, um den Mief ihrer Kindheit zu verarbeiten? Ein gern genommener Weg dörflich gequälter Steirer in die große, weite Welt.

"Wenn man Hamburg und den Schwarzen Block in Hamburg kennt, von dem diese Drohungen wohl ausgegangen sind, muss man die ernst nehmen".
Veranstalter "Harbour Front"-Festival
"Deutschlandfunk Kultur", 14.08.2020

Anfang August d. J. meldet der "Spiegel" aus der Hafencity, die Leitung des "Harbour Front"-Festivals "sehe sich außer Stande, im Falle einer Lesung die Sicherheit der Besucher und der Künstlerin zu gewährleisten". Und das in einer Stadt, in der laut Olaf Scholz ein G20-Gipfel mit der Leichtigkeit eines Hafensgeburtstags gemeistert werden-können-sollte. Hat die Freie und Hansestadt ein ernsthaftes Sicherheitsproblem? Sind Hamburger Schutzleute in stylischen "Colani"-Uniformen so schwach, dass schon gegen die G20-Krawalle österreichische Unterstützung der Spezialeinheit "Cobra" einspringen musste? Ist Lisa Eckhart heuer Nachhilfelehrerin für die Hamburger Kultur?

Ok, Zynismus ist ein beißender Spott, den wir uns als unabhängige Redaktion in den vergangenen rd. vier Jahren zu Eigen gemacht haben, um uns über die gesellschaftlichen Konventionen von "Pfeffersäcken" (vgl. Ehrbare Kaufleute), "Boxenschubsern" (vgl. Container-Spediteure) und  "Kleingeistern" (vgl. Hamburger in mind. x-ter Generation) hinwegzusetzen. Zum Glück haben wir seit Jahresbeginn den parteiunabhängigen Blick auf den ganzen Norden - und nicht nur auf die Hammaburg hinterm Deich. Und damit konnten wir herzhaft lachen, als wir die "Cancel Culture"-Geschichte lasen - und mit unserer eigenen Geschichte abglichen.

"Es ist unseres Erachtens sinnlos, eine Veranstaltung anzusetzen, bei der klar ist, dass sie gesprengt werden wird, und sogar Sach- und Personenschäden wahrscheinlich sind. Wir haben in den letzten Tagen bereits aus der Nachbarschaft gehört, dass sich der Protest schon formiert".
Organisatoren "Nochtspeicher" Hamburg
"Spiegel", 05.08.2020

Die Strategie der kollektiven Zensur aka "Cancel Culture" ist so simpel wie perfide: Interessenvertreter werfen einer wortgewaltigen Künstlerin vor, noch gewaltiger mit rassistischen und antisemitischen Klischees zu arbeiten - und die Falle schnappt zu. Genau das ist des Pudels Kern: Ein Angriff auf der ethisch-moralischen Ebene - der einzigen Ebene unserer Kommunikation, die nicht von Argumenten geprägt und sachlich widerlegt werden kann: keine finanziellen oder technischen, keine organisatorischen oder zwischen-/menschlichen Aspekte (vgl. ETHOS-Prinzip). Hier spielen vermeintliche Gutmenschen  - Lisa Eckhart nennt Sie "Gutunmenschen" - auf der gesellschaftlichen Ebene mit idiologisch gefestigter Moral "Ene, mene, muh ...".

Bleiben wir bei moralischen Angriffen und Ausschlüssen: Fachleute unterscheiden zwischen fünf moralischen "Totsünden": Da gibt es 

  • die öffentliche Moral mit Verantwortung gegenüber der Gesellschaft
  • die politische Moral mit Blick auf die Vorbildfunktion öffentlicher Vertreter (bitte nicht verwechseln mit dem Hamburger Innensenator "Andy-wir-gehen-heute-Corona-groten-Grote")
  • die juristische Moral mit gesetzlichen Verstößen
  • die religiöse Moral im Namen (christlicher) Grundwerte sowie 
  • die private Moral und Verantwortung gegenüber der Familie.

"Mit aggressiven Methoden sollen politische Widersacher zum Schweigen gebracht werden."
Malte Lehming, "Der Tagesspiegel",
Update 08.08.2020

Wurden Übeltäter im Mittelalter mit religiöser Moral gesteinigt, gehängt oder gar geköpft, landen heute vor allem Politiker auf dem Scheiterhaufen. Dabei ist ein handfester Skandal aka Shitstorm niemals Zufall - sondern in den meisten Fällen mit Neid - eigentlich mit Missgunst -, Hass, Bösartigkeit und öffentlicher Reichweite verbunden. Wie gut, dass es verlässliche soziale/Medien gibt, die niiiieeemals blutrünstig eine Hetzjagd veranstalten würden. Na gut, fast nie. Uns stellte im April 2017 ein Hamburger SPD-Hinterzimmer-Funktionär mit seiner aus "Scholz & Friends"-Zeiten geliehenen Social Media-Community und dreisten Unwahrheiten an den "Facebook"-Pranger.

"Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden."
Schrift von Rosa Luxemburg (1871-1919),
Mitbegründerin Kommunistische Partei Deutschlands

Es war die Keule öffentlicher Moral, die der "Sozi" in 2. Generation schwang: 'Wie konnte es ein Berliner Journalist wagen, kleine Hamburger "Versicherungshelden" öffentlich die Leviten zu lesen, die den "12min.me"-Startuppreis - einen eintägigen PR-Workshop - einfach schwänzten?' Um es zum Skandal hochzujazzen, half dem vierfachen holsteiner Familienvater (Nein, er ist kein Hamburger!) sein Job für einen Marketing-App-Inkubator und die verdrehte Wahrheit, Startups seien vom HANSEVALLEY-Chefrredakteur als "NMA"-Mentor enttäuscht gewesen. Und schon schnappt die Falle zu: Ein Interessenverterer (bei uns Social Media-Berater), der eine mediale Kritik an Rotzlöffeln der Startup-Szene umkehrt, um daraus als öffentlicher Wortführer eine Hetzjagd anzuzetteln. Wirklich sozial - und demokratisch ...

Die Inquisition - von Political Correctness bis Cancel Culture:
Moralischer Angriff, Schuldumkehr, Skandalisierung & Ausschluss.

AblaufBeteiligteFall Lisa EckhartFall HANSEVALLEY
Eins:Missgünstiglinge getarnt2 Autoren2 "Startup-Muttis"
Zwei:Vorwurf/SkandalisierungAntisemitismus-Witzeoffene Startup-Kritik
Drei:Täter-Opfer-UmkehrKünstlerin als "Täter"Journalist als "Täter"
Vier:Moralische Angriffreligiöse Moralöffentliche Moral

Fünf:Multiplikator/enVeranstalterInkubator-COO
Sechs:Künstliche Eskalation"Schwarzer Block"NMA-Ausschluss
Sieben:Öffentlicher Pranger"Qualitätsmedien"Soziale Medien
Acht:Offizieller AusschlussAusladungKündigung
Neun:"Im Namen der Moral""Sie muss sterben""Er soll verschwinden"
Zehn:Öffentliche HinrichtungSystemausschlussSystemausschluss

Damit haben wir einen Interessenvertreter, der seine wahren Beweggründe tarnt, sei es die Furcht, nicht mehr "King of the castle" im digitalen, verschlossenen Mittelalterdorf Hammaburg zu sein, sei es die freundliche Hilfestellung mit-für selbsternannte Startup-Muttis, die womöglich ihre Felle wegschwimmen sahen/sehen, wenn ein Journalist echte Geschichten über echte Startups schreibt. Entscheidend sind die folgenden Schritte des Dramas in zehn Szenen, die bei jedem moralischen Angriff zu einem kollektiven Ausschluss aka "Cancel Culture" führen - und mit Vorsatz die wirtschaftliche Vernichtung anstreben. An dieser Stelle wird es interessant, wie die Kaufmannsgilde in Hamburg tickt:

In drei Schritten zum Rausschmiss aus der Gesellschaft.

Wie ich bereits 2014 in einer Präsentation zum professionellen Krisenmanagement aufbereit habe (s. u.), folgt dem Angriff zumeist der Ausschluss - eine fiese Aufführung in drei Akten: 1. Akt - Abkehr vom Delinquenten und Verweigerung der Zusammenarbeit. Im Fall von Lisa Eckhart waren dies zwei vermeintlich betroffene Autoren, die mit der frech-frivolen Österreicherin nichts zu tun haben wollten. Im Fall von HANSEVALLEY kündigte mir o. g. SPD-Funktionär die Zusammenarbeit mit (s)einem Hamburger Marketing-Inkubator auf. Das ist der Steigbügel für den Systemausschluss.

In unserem Fall verwehrte Hamburgs Behörden-Inventar Jens Unrau - Chef des Medien-Referats - auf Betreiben seines Web 2.0-Kumpels anschließend die "Freundschaft". Wir verloren Medienpartnerschaften mit "Nextmedia Hamburg" und "Gamescity Hamburg". Zudem zogen zwei stadtbekannte Startup-Flüsterinnen ihre Strippen und diskreditierten uns bei "12min.me". Sina G. schrieb sogar Kunden an, um mich als Chefredakteur und PR-Spezialist schlechtzumachen. Womit die "Cancel Culture" mind. seit April 2017 in Hamburg zum Handwerkszeug von Missgünstig*innen gehört. Das ist der Anfang vom gemeingefährlichen Einsatz versteckter Dolche.

Wenn die Qualitätspresse mit dem Benzinkanister zündelt.

Im nächsten Schritt solidarisiert man sich empört mit anderen mehr oder weniger oder auch gar nicht Betroffenen: 2. Akt - Mediale Koalition gegen den Schuldigen. Hier kommen heute gern "Facebook", "Twitter" & Co. zum Einsatz, weil ja so schön anonym: 'Kann man ihn nicht zurückschicken, woher er kam?' titelte Sina G's beste Freundin Sanya S. auf "Facebook" (ja, wir haben den Post noch ...). Like vom "DPA"-Chefinnovator! Das die Hetzjagd nichts mehr mit sachlichen, fachlichen Argumenten zu tun hat, ist klar. Bei Lisa Eckhart waren es "FAZ" und "taz", "SZ" und "Zeit" mit mehr oder weniger intelligenten Kommentatoren, die als selbsternannte Qualitätsmedien ein wenig mit dem Benzinkanister rumzündelten. Kann ja Leser bringen ... man weiß ja nie.

"Lisa Eckhart muss sterben" brachte die niedergestreckte Kabarettistin die Debatte mit vier klaren Worten gegenüber dem "Spiegel" selbst auf den Punkt. Womit wir beim 3. - finalen - Akt der Hinrichtung wären: der Drohung mit Konsequenzen auf juristischer und publizistscher Ebene. In diesem Fall waren es die echten oder echt erscheinenden Drohungen der Nachbarschaft des "Nochtspeichers" - beunruhigte Community mit Angst vom schwarzem Block aus der Hafenstraße. Ja, wirklich! Damit würde das Schreckgespenst seine Wirkung zeigen - wäre es doch nicht nur eine dreiste Lüge. Die Giullotine fiel trotzdem. Aber das gibt es im liberal erscheinenden Hamburg öfter ...

Hamburg - die #CancelCulture Hauptstadt als Serienerfolg.

Da der rot-grüne Hamburger Senat mit kleinen Tickets systematisch ein Netzwerk von Vereinen und Initiativen gesponnen hat, ist es nicht verwunderlich, dass HANSEVALLEY in den vergangenen Jahren nach dem Systemausschluss immer wieder "vergessen" - oder sagen wir lieber gecancelt - wurde. Welche direkten und indirekten Drohnungen dabei eine Rolle spielten, Förderungen nicht bewilligt zu bekommen, arbeiten wir gern in weiteren Folgen der Kriminalreihe "Willkommen in der #CancelCulture Hauptstadt" auf. Wir sind sicher, so schräg kann man gar nicht denken, wie Ausgrenzung und Drohungen z. B. in "BKM" und "BW(V)I" - Insider wissen jetzt Bescheid - gelebt werden.

Lisa Eckhart nimmt die Aus-, Um- und wieder Einladung verirrter, verwirrter und vielleicht auch verklärter Hamburger Kulturveranstalter und -senatoren mit begrüßenswerter Souveränität. Gegenüber "NDR Kultur" erklärt sie, dass sich "die Lust extrem in Grenzen hält" und sie "nicht gewillt war, jemanden jetzt zu einem Schützer der Kunstfreiheit zu erklären, der sich das nicht verdient hat." Womit die Veranstalter des "Harbour Front"-Festivals ebenso raus sind, wie Hamburgs ehrbarer Videosenator Carsten Brosda und wer sich sonst noch der Empörung über die Empörung anschließen wollen-dürfen-musste. 

"Wir haben keine „Drohungen“ erhalten und das auch nicht gesagt. Wir haben Warnungen bezüglich einer Störung oder Sprengung der Veranstaltung erhalten, die uns plausibel schienen."
Organisatoren "Nochtspeicher", 
Pressemitteilung 14.08.2020

Das Gespenst der "Political Correctness" wird seit jeher gern von mehr oder weniger Betroffenen für ihre Interessen missbraucht. Die Täter-Opfer-Umkehr und der öffentliche Ausschluss von "Schuldigen" zu deren wirtschaftlicher Vernichtung mittels "Cancel Culture" funktionieren immer nach der gleichen pseucho-moralischen Methode. 

Heinrich Manns "Untertan": 'Nach oben buckeln, nach unten treten.'

Wenn wir uns dann noch in vorauseilendem Gehorsam einer Kultur des Schweigens mit Sprech- und Denkverboten unterwerfen, sind wir nicht mehr weit weg von einem neuen Unterdrückungsapparat im schlimmsten Untertanengeist - sei er Braun oder Rot. Gegen blinden Gehorsam als Nährboden haben wir alle aufzustehen.

"Wo bleiben diejenigen, die sich Sorgen machen, diese aber friedlich äußern möchten?"
Dr. Nikolas Hill, Co-Initiator "Haltung.Hamburg"
Zitat hamburg.de, 2017 

Wo war eigentlich die "demokratische Antwort" der Initiative namhafter Bürger mit dem Titel "Haltung.Hamburg" im Fall der freien Künstlerin Lisa Eckhart? Wo waren - Zitat - die #HHaltungen "Weltoffenheit, Toleranz und demokratische Grundwerte", die bekannte Hamburger noch zum G20-Gipfel für sich in Anspruch nahmen? Wo sind die öffentlichen "Diskursräume", die ein entlarvter Kultursenator in jedem Grußwort beschwört?

Hören wir bei der Patriotischen Gesellschaft von 1765 e. V. - gegründet in der Epoche der Aufklärung als "Hamburgische Gesellschaft zur Beförderung der Künste und nützlichen Gewerbe" - auch nur beredtes Schweigen? Wir empfehlen einen Blick in die nahe Zukunft: Paris im Jahr 2022. Weitere Details unter dem Titel "Die Unterwerfung" beim "Deutschen Schauspielhaus" Hamburg.

Fortsetzung folgt: 
#CancelCulture in Zeichen von Datensammlung, Gesichtserkennung, Künstlicher Intelligenz und Überwachung von Städten. Bleiben Sie unabhängig ...

* * *

Verlagspräsentation "Lisa Eckhart" Roman "Omama"
hanser-literaturverlage.de

 Hanse Digital Chronik: 

14.08.2020 - Nochtspeicher Hamburg: Pressemitteilung "Richtigstellungen des Nochtspeichers zur Causa Lisa Eckhart"
14.08.2020 - Der Tagesspiegel: Interview "Vom Fundamentalismus der Gutunmenschen und rassistischen Omas"

11.08.2020 - NDR Kultur: Beitrag "Scharfe Kritik von Lisa Eckhart an Harbour Front"

10.08.2020 - NDR Zapp: Kommentar "Die konstruierte Debatte um Cancel Culture"

08.08.2020 - Die Zeit: Beitrag "Wie einmal die Cancel Culture nach Hamburg kam"

08.08.2020 - Der Tagesspiegel: Kommentar "Wie die Wächter über das Sagbare die Redefreiheit einschränken"

06.05.2020 - Die Zeit: Kommentar "Sich schön inkorrekt durchamüsieren"

05.08.2020 - Der Spiegel: Beitrag "Kabarettistin Lisa Eckhart von Literaturfestival ausgeladen"

07.04.2019 - Der Tagesspiegel: Porträt "Maulheldin in Versace":

 Hanse Digital Background: 

"Harbour Front" Literaturfestival Hamburg

Zsolney Verlag/Hanser Verlage: Leseprobe Lisa Eckhart "Omama"

Wikipedia Deutschland: Lisa Eckardt

Deutsches Schauspielhaus Hamburg: "Die Unterwerfung":

HANSEVALLEY: Hanse Digital Codex "HANSECODEX":

Thomas Keup: Präsentation "Crises Management"

Sonntag, 28. Mai 2017

HANSEPERSONALITY SPEZIAL: Die Hamburg-Frage an Hamburgs Meinungsführer.

HAMBURG DIGITAL SPEZIAL

Mehr als 2 Dutzend HANSEPERSONALITIES aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Startupszene haben in den vergangenen gut sechs Monaten HANSEVALLEY Rede und Antwort gestanden. Im Mittelpunkt: Die fortschreitende Digitalisierung der Freien und Hansestadt in allen Arbeits- und Lebensbereichen. Mit der "Hamburg-Frage" haben wir unsere exklusiven Interviewpartner zu den besonderen Herausforderungen befragt. Und sie haben geantwortet:

Hamburgs "Chefdigitalisierer" Dr. Carsten Brosda hat bei uns den Start des "Digital First"-Projekts verkündet. Wirtschaftsrats-Vorsitzender Dr. Henneke Lütgerath stellte auf HANSEVALLEY den "Digitalisierungskatalysator" mit einer internationalen Fachmesse für Digitale Produkte vor. Hammerbrooklyn-Initiator Prof. Dr. Henning Vöpel kündigte im Hamburg Digital Magazin den künftigen Ort für die Transformation "Hammerbrooklyn" an.

Hamburgs "Finanzprimus" Dr. Harald Vogelsang forderte bei uns eine "Digitale Agenda" und eine Bildungsoffensive 4.0 für die Hansestadt. "Startupförderer" Dr. Heiko Milde wünscht sich gegenüber HANSEVALLEY ein stärkeres Engagement des privaten Kapitals in Startups. Und Chief Digital Officer Arne Wolter fordert gegenüber dem Hamburg Digital Magazin, die Vorteile Hamburg stärker zu kommunizieren, um die besten Digitaltalente anzuziehen.

Hier unsere ausgewählten HANSEPERSONALITIES mit Ihren Antworten auf die "Hamburg-Frage" zur Digitalisierung der Freien und Hansestadt:


 HAMBURGER SENAT 

Dr. Carsten Brosda, Senator der Behörde für Kultur und Medien, zur Digitalisierung der Hamburger Verwaltung:

Hamburgs Chefdigitalisierer Dr. Carsten Brosda
Foto: Jörn Kipping
Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie angesichts der aktuell bestehenden Schuldenbremse und unterschiedlichster IT-Infrastrukturen in der Hamburger Verwaltung?

Hamburg steht heute im Ländervergleich gut da, was die IT-Ausstattung, Infrastruktur und Datensicherheit angeht. Weil die Digitalisierung aber zunehmend auch die öffentliche Infrastruktur und den öffentlichen Raum erfasst, rückt immer mehr die Stadt im Ganzen in den Fokus.

Wir wollen die städtischen Infrastrukturen und öffentlichen Räume mit digitalen Schnittstellen und Angeboten weiter optimieren. Dazu zählen Bildungs- und Kulturangebote ebenso, wie die Systeme einer integrierten Verkehrsstrategie und einer intelligenten Energieversorgung. Digitale Techniken erlauben uns hier, Steuerungsleistungen und Angebote zu entwickeln, die Effizienz steigern und Qualität verbessern.

Für all dies brauchen wir die passende IT-Infrastruktur. Vorhandene Daten und Fachsysteme der städtischen Institutionen wollen wir vernetzen, den Datenaustausch automatisieren und Anwendungen für den vielseitigen Zugriff auf die Daten bereitstellen. Im Übrigen stehen die Schuldenbremse der Hamburgischen Verfassung und des Grundgesetzes nicht im Widerspruch zu Investitionen in den digitalen Wandel – beide helfen uns dabei, unsere Stadt für die Zukunft gut aufzustellen.


Das Hamburg Digital Interview mit Dr. Carsten Brosda:
HANSEPERSONALITY Dr. Carsten Brosda: "Digital First"-Projekt nimmt seine Arbeit auf.


 HAMBURGER POLITIK 

Dr. Henneke Lütgerath, Vorsitzender des CDU-Wirtschaftsrats in Hamburg, zur Digitalisierung in Politik, Verwaltung und Wissenschaft:


Hamburgs Wirtschaftsrats-Chef
Dr. Henneke Lütgerath
Foto: Wirtschaftsrat Hamburg
Wenn Sie die Aktivitäten des Hamburger Senats mit der Standortinitiative "Digitale Stadt", der Behördeninitiative "Digital First" und der Hochschulinitiative "Ahoi.Digital" überblicken: Wie gut ist unsere Wirtschaftsmetropole auf die "Digitale Bugwelle" vorbereitet oder wie weit müssen wir uns auf "Hochwasser" in Hamburgs Wirtschaft gefasst machen?
Ein konkretes Wort zu „Ahoi.Digital“: Die 35 neuen Professuren und bis zu 1.500 zusätzlichen Informatik-Studienplätze sind gut, aber nicht ausreichend. Berlin plant zum Vergleich 100 neue Professuren für IT & Entrepreneurship, 50 davon sind nach unserem Kenntnisstand schon auf dem Weg. 

Bislang hat der Hamburger Senat die Informatik vernachlässigt, auf dem Arbeitsmarkt fehlen Experten. Viele Start-ups sourcen aus diesem Grund Entwicklungsarbeiten nach Osteuropa und Russland aus. Google eröffnet sein neues Entwicklungszentrum mit bis 800 IT-Ingenieuren nicht am Standort Hamburg, sondern in München, da LMU & TU in diesem Bereich wesentlich besser aufgestellt sind als die Hamburger Hochschulen.

Das Hamburg Digital Interview mit Dr. Henneke Lütgerath:
HANSEPERSONALITY Dr. Henneke Lütgerath: Eine internationale Messe für digitale Produkte in Hamburg.


 HAMBURGER WISSENSCHAFT 


Prof. Dr. Henning Vöpel, Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut, zur Digitalisierung der Freien und Hansestadt in Politik und Wirtschaft:

Hammerbrooklyn-Initiator  Prof. Dr. Henning Vöpel
Foto: HWWI
Wie gut ist unsere Stadt in Politik und Wirtschaft aufgestellt, um die digitalen Herausforderung in den kommenden Jahren zu meistern?

Insgesamt gut, aber in einigen Bereichen müssen wir Tempo aufnehmen und eine Vorstellung darüber entwickeln, wie wir die Stadt aus dem Status quo in ihre digitale Zukunft transformieren. Wichtig wäre es, einen Ort für digitale Transformation zu schaffen, an dem Digital real wird, also konkret in das urbane Leben einfließt. Über einen solchen Ort ließe sich die notwendige Agilität des doch noch eher traditionellen Wirtschaftsstandortes Hamburg erzeugen.

Innovationen entstehen im digitalen Zeitalter anders als früher. Dafür müssen wir die Innovationsstrukturen umbauen, wir benötigen ein experimentelles, interdisziplinäres und kollaboratives Innovationssystem, das zwischen Wirtschaft und Wissenschaft viel offener und durchlässiger ist und alle Akteure zusammenbringt.

Das Hamburg Digital Interview mit Prof. Dr. Henning Vöpel:
HANSEPERSONALITY Prof. Dr. Henning Vöpel: Wer zu spät kommt, fliegt raus.


 HAMBURGER FINANZWIRTSCHAFT 

Dr. Harald Vogelsang, Vorstandssprecher der Hamburger Sparkasse, zur Digitalisierung in der Hamburger Wirtschaft:



Hamburgs "Finanzprimus" Dr. Harald Vogelsang
Foto: HASPA
In welchen Bereichen sehen Sie die Wirtschaft und die Politik der Hansestadt gut aufgestellt, die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern? Und wo sehen Sie kritische Aspekte, auf die Senat, Handelskammer und Unternehmen reagieren sollten?

Aktuell ist es um die Wettbewerbsfähigkeit Hamburgs gut bestellt. Damit das so bleibt, muss sich die Wirtschaft noch stärker digital transformieren. Hierfür brauchen wir eine digitale Agenda und steigende öffentliche Investitionen in die digitale Infrastruktur.

Auch bei den privaten Investitionen in Innovationen gibt es noch Luft nach oben. All das sollte Hand in Hand gehen mit einer digitalen Bildungsoffensive. Gut ausgebildete Fachkräfte sind das A&O für die erfolgreiche Positionierung eines Wirtschaftsstandorts Hamburg 4.0.

Das Hamburg Digital Interviews mit Dr. Harald Vogelsang:
HANSEPERSONALITY Dr. Harald Vogelsang: Digitale Agenda, Investitionen und Bildungsoffensive für Hamburg 4.0.


 HAMBURGER STARTUPFÖRDERUNG 

Dr. Heiko Milde, Geschäftsführer der IFB Innovationsstarter GmbH, zur Digitalisierung der Hamburger Wirtschaft mit Unterstützung innovativer Startups:

Hamburgs "Startupförderer" Dr. Heiko Milde
Foto: IFB Hamburg
In den vergangenen gut 3 Jahren hat sich in der Hamburger Startupszene viel getan - dank privater und öffentlicher Initiativen. Heute haben wir rd. 600 bekannte Startups in Hamburg. Wie beurteilst Du den Startup-Standort Hamburg und wo können Politik, Verwaltung, Investoren und Wirtschaft noch eine "Schüppe drauflegen"?

Die in der ganzen Stadt herrschende Aufbruchsstimmung sollten wir nutzen und dabei noch mehr auf Hamburgs Stärken setzen. Ich denke da primär an Luftfahrt, Hafen und Logistik aber auch an das private Kapital, das sich gegenüber Startups stärker öffnen könnte. Zudem wird es spannend zu sehen, was aus den Aktivitäten der Hochschulen und Forschungseinrichtungen wird, die sich gerade alle mit dem Thema Startups befassen.


Das Hamburg Digital Interview mit Dr. Heiko Milde:
HANSEPERSONALITY Heiko Milde: "Wir sollten noch mehr auf Hamburgs Stärken setzen."


 HAMBURGER MEDIENWIRTSCHAFT 

Wolter, Chief Digital Officer des Verlagshauses Gruner + Jahr, zur Digitalisierung in der Medienmetropole Hamburg:

G+J Chief Digital Officer Arne Wolter.
Foto: Gruner+Jahr
Hamburg ist einer der führenden Medienstandorte. Die Branche gehört zu den wirtschaftlichen Säulen der Stadt. Wo sehen Sie Stärken und besondere Herausforderungen in der Zukunft, damit Hamburg als Medienmetropole weiter vorn dabei ist?
Mit seiner Agenturlandschaft, führenden Verlagen und Medien bietet Hamburg perfekte Ressourcen und eine optimale Infrastruktur für die Entwicklung digitaler Innovationen. Ich denke jedoch, dass wir alle diese Vorteile noch stärker kommunizieren müssen, um auch die besten Digitaltalente anzuziehen.

Das Hamburg Digital Interview mit Arne Wolter:
HANSPERSONALITY Arne Wolter: "Lernen, Ideen sammeln, Dinge anders machen - und die Transformation von G+J unterstützen."






Am kommenden Sonntag freuen wir uns auf einen neuen HANSEPERSONALITY im Hamburg Digital Interview.



Ihr Hamburg Digital Marketing _______________________________________

WILLKOMMEN bei HANSVALLEY - dem erfolgreichen Hamburg Digital Magazin:
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Sonntag, 22. Januar 2017

HANSEPERSONALITY Dr. Carsten Brosda: "Digital First"-Projekt nimmt seine Arbeit auf.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

HANSEHIGHLIGHT Themen-Special: Digitale Stadt oder digitale Diaspora.


Staatsrat und "CDO" Hamburgs: Dr. Carsten Brosda
Foto: Senatskanzlei Hamburg / J
örn Kipping
Er ist der "Chief Digital Officer"der Freien und Hansestadt. Dr. Carsten Brosda - bisher Staatsrat für Kultur, Medien und Digitales und jetzt neuer Kultursenator. Der gelernte Journalist steht vor eine Mammutaufgabe:

Wie wird aus der Handelsstadt mit 750 Jahren Hanse eine digitale Stadt mit Zukunft?

Seit 2011 leitet er das Amt Medien in der Senatskanzlei, das wichtige Zukunftsthemen wie IT, traditionelle und Neue Medien sowie die Transformation Hamburgs zu einer Digitalen Stadt mitgestaltet. Wir hatten die Gelegenheit, den Staatsrat zu den Schlüsselthemen Medien-Standort und Digitale Stadt zu befragen. Unser HANSEPERSONALITY ist Dr. Carsten Brosda:

 Thema "Medien-Standort" 


Hamburg hat eine starke, traditionelle Medienindustrie rund um Produktion, Distribution und Vermarktung. Sie planen, den Standort auf die nächste Stufe zu heben. Inwiefern sind Augmented und Virtuell Reality als Medientechnologien erfolgversprechend, Hamburger Content-Produzenten - von Informationen bis zu Unterhaltung - einen erfolgreichen Weg in die Zukunft zu ermöglichen?


Virtual Reality hat alle Chancen, einer der spannendsten Bereiche digitaler Entwicklung zu werden. Wann und inwieweit sich aber auf Basis von VR/AR-Technologien und -Anwendungen erfolgreiche Business-Cases aufbauen lassen, kann man aktuell nur schwer prognostizieren. Klar ist aber, dass sie das Potenzial haben, mehrere Sparten der Medienbranche grundlegend zu verändern. Mittels VR lassen sich beispielsweise Konsumenten von Inhalten auf völlig neue Weise in Reportagen und Geschichten einbinden.

So werden wortwörtlich neue Perspektiven eröffnet. Nicht ohne Grund hat die New York Times eine eigene VR-Abteilung gegründet. Aber auch junge Unternehmen – wie die Hamburger Startups wie NOYS oder SpiceVR - zeigen zunehmend, wie es geht. Aufgrund der Bedeutung des Themas für die Contentindustrie werden wir auch die VR-Aktivitäten in einem ersten Schritt an die Initiative nextMedia.Hamburg andocken.

Wie werden Sie die Themen AR und VR im Rahmen Ihrer Fördermöglichkeiten unterstützen - und wo liegen die Schwerpunkte? Sind es vornehmlich Technologien, die Vernetzung oder die Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen?


Aktuell machen wir gemeinsam mit verschiedenen Akteuren der Hamburger VR-Szene eine Bestandsaufnahme zu laufenden Aktivitäten, der Forschungsinfrastruktur sowie Anwendern und Anbietern am Standort. Es gibt z. B. bereits diverse gute Veranstaltungen rund um das Thema VR. Hier muss entschieden werden, wie man das vorhandene Angebotsportfolio sinnvoll weiterentwickelt und mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen eine möglichst große Hebelwirkung erzielt.

Konzentrieren werden wir uns zu Anfang sicherlich auf die Bereiche Vernetzung und Marketing. Dabei wird neben der überregionalen Positionierung des VR-Standorts Hamburg auch um die Vermittlung der Potenziale der Technologien für Hamburger Anwender gehen.

Welche weiteren Technologien sehen Sie als interessante Medienthemen, die die Hamburger Medien, Produzenten und Vermarkter an der Spitze der Wertschöpfung halten können? Was sagt Ihre Marktbeobachtung?

Alle Technologien rund um das Thema Daten werden für die Contentindustrie immens an Bedeutung gewinnen. So werden bereits heute Inhalte nicht nur aufgrund von Daten kuratiert, sondern bauen auch darauf auf: Netflix konnte anhand des ausgewerteten User-Verhaltens vorhersehen, dass die Serie „House of Cards“ ziemlich sicher erfolgreich sein wird. Aber eigentlich halte ich es mit Mark Twain: „Prognosen sind eine schwierige Sache. Vor allem, wenn Sie die Zukunft betreffen“.


 Thema "Digitale Stadt" 

Sie planen, mittel- und längerfristig zentrale Dienstleistungen der Stadt und ihrer Betriebe mit einem einheitlichen Servicekonto online nutzbar zu machen. Wie weit sind die Vorbereitungen auch in Verbindung mit der "Digitalen Leitstelle" fortgeschritten und wann können die Hamburger den ersten Behördengang mobil erledigen?

Bereits heute sind über das "HamburgGateway" rund 80 Verwaltungsverfahren online angebunden. Allerdings wollen wir erstens mehr Services online erbringen und zweitens das Angebot den heutigen Erwartungen anpassen. Wir wollen, dass es von zuhause geht und dass es einfach ist.

Wir orientieren uns an der Leitlinie „Digital First“. Das heißt: Die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger und auch der Unternehmen sollen künftig, soweit möglich, proaktiv und antragslos erledigt werden. Vorgangsbearbeitung, Entscheidungsfindung und -übermittlung sollen auf Seiten der Verwaltung möglichst automatisiert erfolgen. Die Verwaltung wird zunehmend digital kommunizieren. Wer Hilfe bei der digitalen Kommunikation braucht, wird von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt. Für Unternehmen steht ausschließlich der elektronische Weg offen.

Die Herausforderungen sind groß: Es müssen technische und rechtliche Fragen geklärt werden. Es müssen Prozesse und Arbeitsstrukturen neu abgestimmt werden. „Digital First“ wird für die Bürger und die Mitarbeitenden umso erfolgreicher verlaufen, je mehr es im Sinne eines Prozesses verstanden wird. Das Projekt, das über mehrere Jahre diesen digitalen Transformationsprozess vorantreiben soll, nimmt derzeit seine Arbeit auf.

Wie lauten Ihre zentralen Argumente, die Hausleitungen von Betrieben und Behörden trotz individueller Voraussetzungen und der unterschiedlichen Historien zur Zusammenarbeit zu gewinnen?

In der Senatskanzlei haben wir eine Leitstelle für die digitale Stadt eingerichtet, die den Überblick über die vielfältigen Projekte und Aktivitäten der Stadt sichert, für deren Koordinierung sorgt und die strategische Weiterentwicklung gewährleistet. Die Digitalisierung wurde zudem als prioritäre Regelaufgabe aller Politikbereiche definiert – und zwar vom gesamten Senat, also allen Hausleitungen gemeinsam. 

Um der Innovationsdynamik und den damit verbundenen erhöhten Anforderungen an das staatliche Wissens- und Innovationsmanagement Rechnung zu tragen, wurde ergänzend an der HafenCity Universität in einer Kooperation mit dem Massachusetts Institute of Technology das City Science Lab eingerichtet, auch um die Stadt und ihre Akteure im Transformationsprozess zu begleiten und zu beraten.

Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie angesichts der aktuell bestehenden Schuldenbremse und unterschiedlichster IT-Infrastrukturen in der Hamburger Verwaltung?


Hamburg steht heute im Ländervergleich gut da, was die IT-Ausstattung, Infrastruktur und Datensicherheit angeht. Weil die Digitalisierung aber zunehmend auch die öffentliche Infrastruktur und den öffentlichen Raum erfasst, rückt immer mehr die Stadt im Ganzen in den Fokus. 

Wir wollen die städtischen Infrastrukturen und öffentlichen Räume mit digitalen Schnittstellen und Angeboten weiter optimieren. Dazu zählen Bildungs- und Kulturangebote ebenso, wie die Systeme einer integrierten Verkehrsstrategie und einer intelligenten Energieversorgung. Digitale Techniken erlauben uns hier, Steuerungsleistungen und Angebote zu entwickeln, die Effizienz steigern und Qualität verbessern.

Für all dies brauchen wir die passende IT-Infrastruktur. Vorhandene Daten und Fachsysteme der städtischen Institutionen wollen wir vernetzen, den Datenaustausch automatisieren und Anwendungen für den vielseitigen Zugriff auf die Daten bereitstellen.

Im Übrigen stehen die Schuldenbremse der Hamburgischen Verfassung und des Grundgesetzes nicht im Widerspruch zu Investitionen in den digitalen Wandel – beide helfen uns dabei, unsere Stadt für die Zukunft gut aufzustellen.

Vielen Dank für das spannende Interview.

Das Gespräch führte Thomas Keup.
* * *

 Außerdem im Hamburg Digital Magazin: 

HANSEBUSINESS: Die Digitalen Wahlprüfsteine - Teil III: 
Die Digitale Stadt - Verwaltung, Unternehmensservices und Arbeitsmarkt.


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Montag, 24. Oktober 2016

HANSEPOLITICS: Hamburg und Berlin planen Zusammenarbeit.

HAMBURG DIGITAL NACHRICHTEN

Hamburg: Als “Gateway to Market” zum Erfolg.


“Berlin ist das German Lab. Hamburg ist das Gateway to Market.” Meinolf Ellers - seit 22 Jahren Intrapreneur der mit Hamburg und Berlin verbundenen Nachrichtenagentur DPA - spitzt zu, wie die digitale Zukunft Deutschlands wichtigster Startup-Zentren aussehen könnte. HANSEVALLEY tauchte in den vergangenen Wochen in die Wirtschaftshauptstadt an der Elbe ein und entdeckte neue und gute Ideen in Startupszene, Großunternehmen und Stadtpolitik.


Nur 77 von mehr 580 Hamburger Startups sind im aktuellen Deutschen Startup-Monitor des Berliner Startup-Verbands berücksichtigt, fasst SPD-Fraktionschef Hansjörg Schmidt die Diskussion um die vermeintlich schwachen Zahlen für die hiesige Startup-Szene in der “Welt” zusammen. Die Hamburger FDP holt die Keule der Kritik raus und wirft dem rot-grünen Senat nach dem jährlichen Startup-Zahlen-Roulette aus der Hauptstadt Versagen vor.


Innovationen nehmen im Hafen ihren Weg.


Aktuelle Zahlen und Fakten zur Hamburger Digital-Szene
Foto: mediaserver.hamburg.de / Christian Spahrbier
Nach der Euphorie über die dynamische Startup-Szene Hamburgs scheinen Teile der Stadt in Pessimismus zu verfallen: Abbau der Bürokratiehürden, Verbesserung des Kapitalzugangs, Vernetzung mit etablierten Unternehmen und konkret umsetzbare Lösungen - Forderungen, die im jüngsten Berliner Wahlkampf von Parteien und Vereinen genauso gefordert wurden.

Wie kann Hamburg seine dynamische Tech-Szene wirklich nach vorne bringen? Und was passiert tatsächlich im Hamburger Senat?


“Historisch gesehen, fangen Innovationen hier im Hafen an, ihren Weg zu nehmen”, fasst es Comdirect Startup-Macher Mariusz Bodek zusammen. Das könnte schon bald wieder so sein. Cisco entwickelt in seinem Berliner Innovationlab mit der TU Berlin eine intelligente Lichtsteuerung für Industrieanlagen. Diese Laternensteuerung soll im Hamburger Hafen erstmals eingesetzt werden, berichtet Hamburgs erster Digitalisierer - Staatsrat Carsten Brosda - bereits im vergangenen Jahr vor Studenten der HAW Hamburg.


Treffpunkt für das neue, digitale Hamburg.


Startup-Beratung im Betahaus Hamburg
Foto: mediaserver.hamburg.de / C. O. Bruch
Nach Berlin-Hype und Hamburg-Flucht könnte ein "hanseatischer Weg" Vorbild für einen nationalen Weg werden. Im Mittelpunkt: Die "Startup-Dynamik intelligent nutzen", um gestandene Industrien digital zu transformieren. Davon hat die Hansestadt mit Hafen, Handel, Logistik, Luftfahrt, Medien, Gesundheit und erneuerbaren Energien jede Menge. Fangen wir in der Startup-Szene an, die mit 580 Gründungen laut Hamburger Startup-Monitor eine wachsende Nr. 2 in Deutschland ist.


Ein Freitag-Abend, Anfang Oktober d. J., auf einem alten Fabrikgelände am Beerenweg in Altona. Der Gewerbehof ist das Zuhause des Startups “Connected Health”. Founder Johannes Jacubeit lädt zum Networking mit Freunden. Unter dem Motto “Bartime@Lifetime” treffen sich Gründer, Entwickler, Marketer und Partner, um sich auszutauschen. Die Küchenparty wird zur Ideenschmiede für neue Projekte und ist auch der Geburtsort des Titels “Hansevalley”. Mit dem Folge-Event am 9.12. wird die “Bartime” ein regelmäßiger Treffpunkt für das neue, digitale Hamburg.


Kooperation der Kaufleute für Innovationen.


Der neue, internationale Batch des nma.vc
Foto: next media accelerator / dpa / Medici
Ein gelungenes Beispiel für die Zusammenarbeit Hamburger Firmen mit Startups ist der “Next Media Accelerator” der DPA mit 10 Investoren. Im Vergleich zu Firmenlabs ist er ein Branchenaccelerator, dem die Medienhäuser der DPA-Genossenschaft vertrauen. Dabei geht die Agentur mit Chief Digital Officer Meinolf Ellers in den Lead: “Es braucht einen, der das Risiko trägt.” Das Ziel sind möglichst viele MVPs und Pilotprojekte rund um inhaltegetriebene Geschäftsmodelle, die schnell zusammen mit den medieneigenen Tech-Labs in Hamburg umgesetzt werden.


Das von Meinolf Ellers mit Hamburgs “Chefdigitalisierer” Carsten Brosda und Bodo Kraeter - Gründer und Chef der mit digitalen Geschäftsmodellen vertrauten M&A-Beratung Skillnet - entwickelte Konzept ist ein Impulsgeber für die starke Medienwirtschaft und ein mögliches Vorbild für weitere Hamburger Branchen und die Hansestadt als deutsches “Gateway to Market”. Gelingt es den Akteuren, die Kaufleute zur Kooperation in Sachen Brancheninnovationen zu bewegen, könnte von hier aus ein wichtiges Signal für eine erfolgreiche Digitalisierung in Deutschland ausgehen.


5% Investment in die Assetklasse Startups.


Mariusz Bodek von der “Comdirect Startup-Garage” hat ebenfalls klare Vorstellungen zur Förderung von Innovationen in der Stadt: “Wir sind hier die Wirtschaftshauptstadt Deutschlands. Ich will, dass das alte Geld das neue Geld trifft.” Unterm Strich gehe es um Investments der Hamburger Family-Offices in die Assetklasse Startup-Finanzierung, so Bodek. Hier sind wohl die Verbände der Familienunternehmer und Wirtschaftssenator Frank Horch gefordert.


Berkeleys Entrepreneurship-Vordenker Andre Marquis fordert beim 2. exklusiven “12min.me”-Event von “Hamburg Valley or Silicon Harbor” vergangene Woche im amerikanischen Generalkonsulat am Alsterufer ganz konkret 5% Investment deutscher Mittelständler und ihrer Stiftungen in innovative Startupideen. Für den Leiter der Berkley Innovation Acceleration Group geht es nicht um “Entweder, oder”. Der amerikanische Innovator empfiehlt etablierten Unternehmen und Stiftungen, ihren traditionellen Weg um Startup-Innovationen zu ergänzen.




Neue Zusammenarbeit Hamburg-Berlin.

Die kleine Reise endet im Hamburger Betahaus - neben dem Mindspace eines der Epizentren der jungen Tech-Szene an Alster & Elbe. Im Vergleich zum quirligen Schwesterhaus nahe des Berliner Moritzplatzes geht es hier deutlich ruhiger zu. Ein regelmäßiger Gast und Kenner der Hamburger Fintech-Szene fasst die Atmosphäre treffend zusammen: “Das Betahaus ist - wie die Hamburger Szene - eher Understatement, dafür aber mit Hand und Fuss.” Bleibt die Frage nach dem Verhältnis zu Berlin.  

HANSEVALLEY erfuhr exklusiv aus gut unterrichteten Kreisen, dass Hansestadt und Hauptstadt künftig zusammenarbeiten wollen. Die Metropolen an Elbe und Spree wollen international gemeinsam als deutsche Startup-Zentren auftreten, z. B. auf einer SXSW in Austin, in New York oder Tel Aviv. Nach der Idee von “German Lab” plus “Gateway to Market” könnten Berlin und Hamburg mit hauptstädtischer Sogwirkung und hanseatischem Geschäftssinn Gründer und Ideen aus aller Welt für Deutschland und unsere Wirtschaft interessieren. Und die ist in Hamburg.


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