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Sonntag, 26. Februar 2017

HANSEPERSONALITY Senator Frank Horch: Hamburg bekommt Next Logistics Accelerator.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Exklusive Meldungen und Highlights im Überblick:

Hamburgs Startups:
  • Hamburgs Startup-Szene bekommt weiteren Branchen-Accelerator: Bis Jahresende Next Logistics Accelerator zusammen mit Skillnet geplant
  • Innovations-Wachstumsfonds wird im April in der Bürgerschaft beraten. Anschließend Ausschreibung und Auswahl des Fondsmanagements
Tech-Innovationen:
  • Hamburg bekommt einen "Digital Hub Logistics" für die Zusammenarbeit von Großunternehmen, KMUs, Wissenschaft, Investoren und Startups
  • Hamburg als Kompetenzzentrum für 3D-Metalldruck gestärkt: Laser Zentrum Nord wird zum Institut im Fraunhofer-Verbund ausgebaut
Hamburger Hafen:
  • Hamburger Hafen soll endlich Breitband bekommen: 1&1 Versatel baut auf eigene Kosten. Cluster Stenzelring wird in 1. Jahreshälfte angeschlossen
  • Hamburger Hafen wird virtualisiert: Hafenbehörde HPA prüft AR- und VR-Nutzung für Katastropheneinsatz, Planungs- und Entwicklungsvorhaben 

Zuständig für Wirtschaft, Hafen und Innovationen:
Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch
Foto: BWVI
HANSEEXKLUSIV: Das große Hamburg Digital Interview zum Digitalen Standort, zum Digitalen Hafen und zur Digitalen Zukunft. 

Im Mittelpunkt die aktuellen Themen der politischen Diskussion: Wie fördert die Wirtschaftsbehörde die wachsende Startupszene? Wann kommt der Innovations-Wachstumsfonds? 

Dazu Themen, die unter den Nägeln brennen: Wann wird der Hafen endlich mit Breitband-Internet erschlossen? Und was plant die HPA hinter verschlossenen Türen mit Augmented- und Virtual Reality?

Unser HANSEPERSONALITY ist Wirtschaftssenator Frank Horch:

 Thema Digitaler Standort 

Die Digitalisierung der Hansestadt steht im Mittelpunkt des Regierungsprogramms zur "Digitalen Stadt". Die Digitalisierung der Verwaltung mit der "Digitalen Leitstelle" und der Ausbau des IT-Standorts mit der Plattform "Ahoi Digital" sind zwei aktuelle Beispiele.

Hamburg ist Mitinitiator der "Digital Hub Initiative" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. In Hamburg soll ein "Digital Hub Logistics" mit internationaler Strahlkraft entstehen. Was kann man sich darunter vorstellen und wie ist der Stand der Dinge?

Die Logistik ist und bleibt eine der bedeutendsten Branchen unserer Stadt, unserer Region sowie der gesamten Bundesrepublik. Aber: Schon heute hat der digitale Wandel die Logistikbranche erfasst und verändert grundlegend Wertschöpfungsketten, Organisationsstrukturen, operative Prozesse, Geschäftsmodelle und sogar gesamte Unternehmen.


In dem Hub werden wir Gründer, KMUs, Wissenschaft und Forschung, Großunternehmen sowie Kapitalgeber an einem Ort zusammenbringen um die digitale Transformation der Logistikbranche zu befeuern. Wir prüfen derzeit verschiedenen Standortmöglichkeiten und sprechen mit potentiellen Partnern und Investoren. Die ersten Gespräche verliefen sehr vielversprechend.

Hamburg soll im Rahmen der "3D-Druckstrategie" beim Metalldruck vorn mitspielen. Wann kann die Wirtschaft mit konkreten Möglichkeiten rechnen?

Mit dem Laser Zentrum Nord (LZN) existiert bereits seit 2009 eine Forschungseinrichtung, die das 3D-Druckverfahren bei Metallen anwendet und Kooperationspartner für die Wirtschaft ist. Für einen - zusammen mit den Partnern Airbus und Concept Laser - entwickelten Kabinenhalter aus Titan, der bereits serienmäßig verbaut wird, wurde das LZN als einer von drei Finalisten für den Deutschen Zukunftspreis nominiert. 

Der Hamburger Senat hat das LZN in den vergangenen Jahren mit einer Förderung in Höhe von 1,16 Mio. € unterstützt. Der Senat bereitet derzeit mit der Fraunhofer-Gesellschaft die Überführung des LZN in eine Fraunhofer-Einrichtung vor. Unter dem Dach der Fraunhofer-Gesellschaft würde nicht nur die Förderung dieses wichtigen Forschungsbereiches verstetigt, sondern auch ein Ausbau der Aktivitäten ermöglicht.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion - Michael Kruse - kritisiert fehlende digitale Innovationen bei den städtischen Betrieben und Beteiligungen. Wie können Sie hier nachjustieren?

Wir haben eine ganze Reihe aktueller Initiativen bei städtischen Betrieben, die ich hier der Einfachheit halber auszugsweise tabellarisch aufliste:

Beispiel 1 - HVV/Hochbahn 
  • Einführung eines elektronischen Ticketings (Mit Umsetzung ab Sommer 2017) 
  • Entwicklung und Einführung von "Check in–Be out"-Funktionen über das Smartphone
  • Echtzeitinformationen und Anschlusssicherung für Busse und Bahnen (größtenteils umgesetzt) 
  • Entwicklung einer Dispositionsplattform für Bedarfsverkehre (Ein Forschungsprojekt - gefördert im Rahmen der "Road Map Digitalisierung" durch das BMV)
  • Weiterentwicklung der HVV-App
  • Verknüpfung aller kundenrelevanten Beziehungen über eine zentrale Kundenschnittstelle
Beispiel 2 - Hamburg Airport 

Der Hamburg Airport verfolgt seit 2013 eine Digitalisierungsstrategie mit einer stetig aktualisierten Roadmap für digitale Innovationsprojekte. Unter anderem wurde seitdem umgesetzt:

Extern:

  • Einführung des kostenfreien 24h WLAN Angebots
  • Launch der mobilen "Passngr"-App "Make it your flight“ als Gemeinschaftsprojekt mit den Flughäfen Düsseldorf und München
  • Relaunch der Hamburg Airport Website in responsivem Design.
  • Launch und Test des Food-Pre-Order Konzepts „Fill-my-Fridge“, bei dem sich Passagiere individuell zusammengestellte Einkaufstüten direkt am Airport abholen konnten und
  • Start der Endkundenkommunikation über SnapChat und WhatsApp als erster deutscher Airport
Intern:
  • Gründung eines fachbereichsübergreifenden Think Tanks (#Ideenfabrik) zur Ausarbeitung und Bewertung digitaler Projektideen 
  • Entwicklung eines Facebook Messenger-Chatbots

 Thema Digitaler Hafen 

Der Hafen ist nach wie vor der Wirtschaftsmotor der Hansestadt und mit 750 Mio. € eine der wichtigsten Steuereinnahmequellen. Mit "SmartPort" will die Hafenbehörde HPA unter Aufsicht der Wirtschaftsbehörde das Hafengeschehen weitgehend digitalisieren und lässt derzeit den Hafen umfassend virtualisieren.

Wie weit ist die Virtualisierung des Hafens durch das AR-/VR-Projekt der HPA fortgeschritten und welches Ziel verfolgt Herr Meier von der Hafenbehörde?

Das smartPORT-Konzept zielt darauf ab, die Effizienz des Hamburger Hafens als wichtigen Teil der Lieferkette zu erhöhen. Dabei werden sowohl ökonomische als auch ökologische Aspekte berücksichtigt. Im Rahmen der Digitalisierung glauben wir, dass auch das Thema Augmented und Virtual Reality (AR und VR) eine große Rolle spielen wird. 

So führt die HPA derzeit ein Pilotprojekt zu den Themen Virtual und Augmented Reality durch, das sich noch in einer sehr frühen, internen Entwicklungsphase befindet. Hier prüft die HPA, wie man diese neuartigen Visualisierungsmöglichkeiten in die Prozessabläufe im Hafen einbeziehen und nutzen kann. Mögliche Anwendungsszenarien wären zum Beispiel Planungsaufgaben, Entwicklungsvorhaben oder auch der Einsatz im Katastrophenfall im Hafen.

Die Hafenwirtschaft fühlt sich mit ihrem Port Community System unter Druck gesetzt. Soll die Hafenbehörde künftig alle Geschäftsdaten managen dürfen?

Der Austausch von Geschäftsdaten ist ein wichtiger Baustein innerhalb der Geschäftsprozesse der an der Transport- und Logistikkette Beteiligten. Dabei müssen entlang dieser Transportkette derzeit viele Informationen mehrmals durch verschiedenen Prozessbeteiligten manuell (per E-Mail, Fax, Telefon etc.) oder per systemische Schnittstelle weitergegeben werden. In Europa arbeiten Wirtschaft und Wissenschaft daher seit Jahrzehnten daran, den „Re-Use“ dieser Daten geltend zu machen. Die initiale Richtlinie ist die Meldeformalitätsrichtlinie oder auch "National Single Window" genannt.

Europaweit gibt es Initiativen und Projekte, die daran arbeiten, die Transport- und Logistikkette durch verbesserten Austausch der Daten effizienter zu gestalten. Ein konkretes Handlungsfeld ist die Sicherheit in der maritimen Schifffahrt. Jeder eingetretene Vorfall verursacht großen volks- und betriebswirtschaftlichen Schaden. Um effiziente Prozesse zu ermöglichen und schnell geeignete Maßnahmen einleiten zu können, sind die entsprechenden Daten unverzichtbar. Dies gilt auch für öffentliche Stellen wie Port State Control, Havarie Kommando, Nautische Zentrale, Wasserschutzpolizei, Feuerwehr, etc. Je schneller z. B. Informationen über die Ladung an Bord bekannt sind, desto schneller können entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Welche Daten auszutauschen sind, müssen die Beteiligten gemeinsam ausarbeiten und definieren, damit Synergien und Mehrwerte entstehen können.

Die Container-Logistik steckt seit 2008 in der Krise - Hamburg muss um seine Zukunft bangen. Wo liegen künftige, digitale Geschäftsmodelle im Hafen?

Es gibt unzählige Digitalisierungsstreiber und -megatrends, die wir beobachten und für den Hamburger Hafen evaluieren. Neben dem 3D-Druck, Internet of Things oder VR und AR ist hier auch das effektive Management von Leercontainern zu nennen. All diese Dinge führen langfristig zu einer Optimierung der internen Abläufe des Hafens und wirken sich auch auf die Hinterlandanbindung aus. Um auch zukünftig neue digitale Geschäftsmodelle zu identifizieren, stehen wir im stetigen Austausch mit der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

Warum haben heute nur 4% aller Internet-Anschlüsse im Hafen Breitband und wie können Sie die seit 2 Jahren bereitstehenden Fördermittel dafür aktiv nutzen?

Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung ist eine funktionierende Sprach- und Datenverbindung für unsere Unternehmen unerlässlich, und daher setzt sich die HPA in Gesprächen mit Providern dafür ein, den Ausbau von Internet- und Telefonleitungen im Hafen voranzutreiben.

Erst kürzlich hat ein Treffen zwischen der Deutschen Telekom, 1&1 Versatel, der BWVI, dem Verband Hamburger Spediteure, dem Unternehmensverband Hafen Hamburg e.V., dem Verein Hamburgischer Quartiersleute und der HPA stattgefunden. In dem sehr konstruktiven Austausch zur Ist-Situation der Internet- und Telefonleitungen im Hamburger Hafen sind sich die Teilnehmer darüber einig geworden, dass eine Verbesserung notwendig ist und haben beschlossen, gemeinsam daran arbeiten. 

Zudem stellten die Deutsche Telekom und 1&1 Versatel jeweils ihre konkreten Konzepte zum Ausbau Breitbandanbindung im Hafen vor und warben um Interessenten. Der Kreis war sich zudem einig, dass das neue Förderprogramm für den Breitbandausbau in Gewerbegebieten, das von Minister Dobrindt vorgestellt wurde, eine Möglichkeit für den Hamburger Hafen sein könnte, Fördermittel für den Leitungsausbau zu erhalten und damit langfristig dessen Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Ein konkreter Antrag für Fördermittel zum Ausbau der Netzinfrastruktur für Hamburg und insbesondere auch für den Hamburger Hafen wurde mittlerweile gestellt. 

Parallel dazu hat der Provider 1&1 Versatel bereits mit diversen Unternehmen der Hafenwirtschaft Kontakt aufgenommen und teils auch Breitbandverträge unterzeichnet. Bereits für die erste Jahreshälfte 2017 plant der Telekommunikationsanbieter weite Teile des Hafen Hamburgs an ein hochmodernes Glasfasernetz anzubinden, mit dem Internet-Geschwindigkeiten von bis zu 100 Gbit/s ermöglicht werden – das ist bis zu 1.000-facher VDSL-Speed. Dabei sollen den Unternehmen keine Baukosten entstehen: Im Angebotszeitraum übernimmt 1&1 Versatel die Kosten für die Tiefbauarbeiten, den Hausanschluss sowie die Installation und das Freischalten des technischen Equipments. 

Voraussetzung für die Erschließung ist, dass sich ausreichend Unternehmen in einem Gewerbegebiet für die Anbindung an das Glasfasernetz entscheiden. Dabei wurde der Hafen in verschiedene Cluster unterteilt. Nach aktuellem Stand ist der erste Cluster (Stenzelring) bereits soweit mit Anträgen, dass er ausgebaut werden kann.

 Thema Digitale Zukunft 

Der Startup-Standort Hamburg wächst. Unternehmen, wie Deutsche See, Haspa, die HSH Nordbank, Otto und Philips engagieren sich. Hamburgs Familienunternehmer sind bereit, zukunftsweisende Startups mit Wissen und Kapital zu unterstützen und bauen eigene Standorte auf.

Hamburg unterstützt den Next Media und den Next Commerce Accelerator. Können wir in diesem Jahr mit weiteren "Branchen-Beschleunigern" rechnen?

In Hamburg haben sich in der jüngeren Vergangenheit diverse Acceleratoren herausgebildet. Wir begrüßen diese Entwicklung ausdrücklich, denn Acceleratoren bieten innovativen Startups ein Umfeld, in dem Geschäftsmodelle schneller und mit größerer Aussicht auf Erfolg umgesetzt werden können. Im Wesentlichen handelt es sich bei den Acceleratoren um private Initiativen. Mit attraktiven Standortbedingungen in Bezug auf Fachkräfte, Forschung & Entwicklung, Gründungsförderung und nicht zuletzt eine hervorragende Infrastruktur schafft der Senat die Voraussetzungen für erfolgreiche privatwirtschaftlichen Initiativen. Die vitale Entwicklung in diesem Bereich zeigt, dass wir hier auf einem guten Weg sind.

Daher freuen wir uns auch, dass es in diesem Jahr einen weiteren Accelerator geben wird. Seit dem 01.01.2017 arbeitet die Firma Skillnet, die bereits sehr erfolgreich den Next-Media-Accelerator für die Senatskanzlei realisiert hat, an der Konzeption und Umsetzung des Next-Logistics-Accelerators. Ziel ist es, bis zum 4. Quartal 2017 einen Accelerator zu implementieren, der innovative Startups aus dem Bereich Logistik bei der Unternehmensgründung und Umsetzung neuer Geschäftsmodelle begleitet. Damit ist Hamburg Vorreiter in Deutschland und unterstreicht seine Bedeutung als bedeutendster Logistikstandort in Nordeuropa.

Der digitalpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Hansjörg Schmidt, hat uns gegenüber angekündigt, dass der Innovations-Wachstumsfonds in Kürze kommt. Wann können Startups damit rechnen?

Die Hamburgische Investitions- und Förderbank hat im Auftrag und in Abstimmung mit der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation einen Prüfbericht erstellt und die Schlussfassung im Oktober des Jahres 2016 vorgelegt. Die Ergebnisse wurden unter Einbeziehung externer Experten erarbeitet. Die Mitteilung an die Bürgerschaft wird voraussichtlich Anfang des 2. Quartals erfolgen. Wann der Innovations-Wachstumsfonds kommt, werden die Ausschreibung und Auswahl des Fondsmanagements zeigen. Außerdem erfordert das Fundraising noch etwas Zeit, bevor die erste Investitionsentscheidung getätigt werden kann.

Erste private Initiativen vernetzen Hamburger Familienunternehmer mit erfolgversprechenden Tech-Startups. Wie können Sie dies weiter befördern?

Hamburg ist mittelständisch geprägt und mehr als 95 Prozent der Unternehmen zählen zum Mittelstand, die überwiegend Familienunternehmen bzw. inhabergeführt sind. Der Senat hat in den letzten Jahren viel unternommen, um die mittelstandsfreundlichen Rahmenbedingungen weiter zu optimieren. Beispiele hierfür sind die Stärkung der Innovationsförderung in der Hamburgischen Investitions- und Förderbank und die nachhaltige Verbesserung der Standortbedingungen für den innovativen Mittelstand im Rahmen der "InnovationsAllianz Hamburg". Wir werden diese bewährten Arbeitszusammenhänge nutzen, um die Rahmenbedingungen im Dialog mit den Stakeholdern kontinuierlich weiter zu entwickeln.


Welche Schritte sind für die geplante "Digitale Gründerplattform" bereits umgesetzt worden und wann können Startups mit der Plattform rechnen?

Die digitale Plattform wird Gründungswilligen das Gründen erleichtern, deren Produktidee wissensbasiert und innovativ ist. Auf der Plattform finden die potenziellen Gründer Antworten auf und Ansprechpartner für die drängendsten Fragen, die sich ihnen stellen. Sie finden Kontakte und können sich miteinander und mit den Institutionen vernetzen, die Angebote für sie bereithalten. Wir haben dazu mit den wichtigsten Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Hamburg gesprochen und ein Konzept entwickelt, das auch Betrieb und Weiterentwicklung der Plattform umfasst, da wir nachhaltige Strukturen schaffen wollen. Wenn dies die Zustimmung aller Beteiligten findet, kann die Programmierung der Plattform bald ausgeschrieben werden und online gehen.

Vielen Dank für dieses Interview!

Das Interview führte Thomas Keup.


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Mittwoch, 25. Januar 2017

HANSEPERSONALITY Michael Kruse: Hamburg - Digitale Diaspora statt Digitale Stadt.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW


Michael Kruse: Tritt der rot-grünen Koalition auf die Füße, wenn nötig.
Foto: Michael Kruse / Patrick Lux
Er ist ein waschechter Hamburger, gelernter Volkswirt und Unternehmensberater. Der 33-jährige Michael Kruse ist vor allem aber ein Hamburger Politiker - und das mit Herz und Seele. Der Freie Demokrat engagiert sich für den Hafen und die Wirtschaft, die Digitalisierung und die Entwicklung der Stadt. 

Als parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion in der Bürgerschaft hat er den Hut auf, der roten-grünen Koalition die kritischen Fragen zu stellen. In diesem Jahr kandidiert er für die FDP für den Deutschen Bundestag und als Direktkandidat für Hamburg-Mitte.

Die Förderung von Technologien und Startups gehört ebenso zu den Schwerpunkten des präsenten Abgeordneten, wie die Digitalisierung der Hamburger Verwaltung und der städtischen Unternehmen. Wir stellen dem Volksvertreter aus Barmbek die Fragen, die er im Parlament Bürgermeister Olaf Scholz und Wirtschaftssenator Frank Horch stellt.


In einer Zeit von verdrossenen Wählen, die zur AfD flüchten, einer postfaktischen Zeit, in der Gefühle wichtiger zu sein scheinen, als Fakten: Warum hast Du Dich professionell für Politik entschieden? Und was macht aus Deiner Sicht die FDP von 
Christian Lindner im Wahljahr 2017 anders, als alle anderen Parteien?

Meine Motivation und auch der Grund, warum ich in die Politik gegangen bin, sind die vielen Menschen in der Mitte unserer Gesellschaft. Die Mittelschicht und der Mittelstand werden seit Jahren immer mehr belastet. Steigende Gesundheitskosten, die kalte Progression und immer mehr Bürokratie nehmen den Menschen die Luft zum Atmen und den Unternehmen ihren gestalterischen Spielraum. 
Das wollen wir als Freie Demokraten ändern.

Digitales Entwicklungsland dank Angela Merkel:  
"Wo war die denn in den letzen 20 Jahren?"

Wir wollen Selbstbestimmung und Aufstiegschancen für alle ermöglichen, wollen aus Deutschland ein Chancenland machen und den Menschen wieder Mut und Optimismus geben. Wir müssen dafür die Möglichkeiten der Digitalisierung viel stärker nutzen. Deutschland ist heute ein digitales Entwicklungsland, und das liegt auch an einer Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die das Internet noch kürzlich als „Neuland“ bezeichnete. Wo war die denn in den letzten 20 Jahren, frage ich mich. In keiner anderen Industrienation wird die digitale Revolution so sträflich vernachlässigt, wie in Deutschland.

Ganz persönlich stehe ich dafür, dass es wieder mehr um Fakten geht in der Politik. Unterschiedliche Meinungen sind normal, aber in vielen politischen Diskussionen hapert es ja auch an einem fundierten Verständnis von Sachzusammenhängen. Das treibt mich um, seit ich mich für Politik interessiere. An dieser Stelle möchte ich mit meiner Arbeit einen Unterschied machen.

Die Stadt Hamburg hat Anfang 2
015 die Strategie “Digitale Stadt” verabschiedet. Im Mittelpunkt sollen digitale Anwendungen stehen, die die Zusammenarbeit von Verwaltungen, Unternehmen und Hamburgern vereinfachen. Wie weit ist die Digitalisierung der Hansestadt aus Deiner Sicht vorangeschritten?

Die Strategie „Digitale Stadt“ soll Innovationspotenziale für alle gesellschaftlichen und staatlichen Bereiche erkennen und fördern. An sich ist das ein guter Ansatz, aber leider ist hier bislang kaum etwas geschehen. Die Digitalisierung führt bei Rot-Grün ein stiefmütterliches Dasein. Denn die Realität der Menschen in Hamburg ist nicht die aus blumigen Reden von Senatspolitikern. Die Realität der Menschen ist: Wer einen neuen Personalausweis beantragt, der muss sich einen Tag frei nehmen, weil das immer noch analog gemacht werden muss und der Senat ein Terminvergabesystem eingeführt hat, das zu zwei Monaten Wartezeit führt. Das ist digitale Diaspora statt digitale Stadt.



Zwei Monate Wartezeit in den Kundenzentren:
"Das ist digitale Diaspora statt digitale Stadt."


Und auch bei der Abarbeitung des Koalitionsvertrags hapert es: So sind beispielsweise die angekündigten Förderungen von Unternehmen und Prozessen, die die Digitalisierung der Wirtschaft vorantreiben sollen, bislang von Rot-Grün nicht umgesetzt worden. Ebenso fehlt bis heute die angekündigte wissensbasierte Gründerplattform, die Wissenschaft und Unternehmen besser vernetzen soll. Auch die im Koalitionsvertrag angekündigte 3-D-Druck-Strategie ist noch nicht umgesetzt. Lediglich im Masterplan Handwerk ist der 3-D-Druck als Handlungsfeld aufgenommen worden. Das sind nette Worte, ist aber insgesamt viel zu wenig.

Mittel für den Breitbandausbau:
"Versauern bald zwei Jahre auf den Konten der Stadt."

Aber was am meisten nervt: Hamburg hi
nkt bei der digitalen Infrastruktur hinterher: Der fehlende Breitbandausbau im Hafen – weniger als vier Prozent der Anschlüsse haben dort Internet - und selbst in neuen Stadtteilen wie der HafenCity - nur zwei Beispiele. Grotesk wird es, wenn man bedenkt, dass die Mittel für den Breitbandausbau bald zwei Jahren auf den Konten der Stadt liegen und dort versauern. Hier hat der rot-grüne Senat viel Zeit verdaddelt. Um eine wirkliche „Digitale Stadt“ zu werden, hat Hamburg also noch sehr viel Entwicklungsbedarf.

Ein Eckpfeiler der Strategie ist die “Digitale Leitstelle” zur Koordinierung der Aktivitäten auf Behördeneb
ene. Wie ist der Stand bei der Umsetzung dieser Leitstelle und kann sie als nachgeordnete Einrichtung ihre Arbeit effektiv leisten? Reichen die aktuellen Kompetenzen, um eingefahrene öffentliche Strukturen zu überwinden?

Leider ist auch dieses Konstrukt bislang wenig erfolgreich. Eine fachliche Zuständigkeit für einzelne Digitalisierungsthemen seitens der Leitstelle besteht nämlich nicht. Die ist nach wie vor bei den Fachbehörden. Die Leitstelle hat deshalb ausschließlich eine koordinierende Funktion und führt keine eigenen Projekte aus. Wer Behörden kennt, der weiß: Da geht gar nichts ohne Zuständigkeit.


Leitstelle mit Kompetenzen und Zuständigkeiten:
"Alles andere sind nette Worte ohne Folgen."

Meine Prognose ist, wenn sich das nicht ändert, wird auch in den Hamburger Behörden nicht viel geschehen. Wer Digitalisierung ernst nimmt, der muss eine solche Leitstelle mit Kompetenzen und Zuständigkeiten ausstatten und einen echten Reformplan vorstellen. Alles andere sind nette Worte ohne Folgen.

All dies trägt dazu bei, dass bisher nicht sichtbar ist, inwieweit die Leitstelle die Stadt Hamburg erfolgreich nach außen vertritt. Überhaupt nimmt man die Stelle noch nicht so wahr, wie man das bei einem so wichtigen Thema erwarten würde. Das ist schade und ändert sich hoffentlich noch.

Die Stadt ist u. a. mit Ihrer Konzernholding HGV Anteilseignerin an mehr als 400 Unternehmen, von Hapag-Lloyd und der HHLA über die Hochbahn bis zur HSH Nordbank und der SAGA. Wie gut sind die stadteigenen und teilweise öffentlichen Unternehmen auf die Herausforderungen der Digitalisierung der Wirtschaft
gewappnet?

Bei der Konzernholding der Stadt handelt es sich mittlerweile um einen Dschungel von Tochterunternehmen und Beteiligungen, die der Senat selbst nicht mehr zu steuern weiß, weil er schon lange keinen Überblick mehr hat. Neben dreistelligen Millionenverlusten aus städtischen Unternehmen bei der HGV führt das dazu, dass in Sachen Digitalisierung vom rot-grünen Senat keine Impulse ausgehen in Richtung der städtischen Unternehmen. Das hat natürlich langfristig Auswirkungen auf deren Innovationsfähigkeit.



Innovationsfähigkeit in defizitären Beteiligungen:
"Das riesige Unternehmensportfolio der Stadt ausmisten."

Auch, weil selten öffentliche Unternehmen Innovationen vorantreiben, sehen wir die vielen Unternehmensbeteiligungen der Stadt kritisch. Die Realität ist doch: Wenn ich vorher weiß, dass die Steuerzahler auch hohe Verluste ausgleichen, senkt das die Innovationsbereitschaft von Unternehmen. Wir müssen das riesige Unternehmensportfolio der Stadt ausmisten, um die Innovationsfähigkeit dieser Unternehmen zu steigern.


Digitale Diensleistungen in öffentlichen Unternehmen:
"Ein Plan dazu fehlt dem Senat leider."

Der Scholz-Senat muss sich hier endlich seiner Verantwortung stellen. Dabei kann es keineswegs nur um IT-Anschaffungen gehen: Die öffentlichen Unternehmen, die dann bei der Stadt bleiben, müssen kulturell komplett neu ausgerichtet werden in Richtung Kundenorientierung, Offenheit und Agilität. Schrittweise müssen Dienstleistungen und Angebote der öffentlichen Unternehmen und der Verwaltung digitalisiert werden. Ein Plan dafür fehlt dem Senat leider. Das muss sich ändern.

Hamburg hat seit 1997 ins Sachen Wirtschaftsförderung insgesamt 8 Themencluster mit geförderten Netzwerken initiiert - z. B. Luftfahrt, Maritime Wirtschaft und Logistik, Medien und Kreativwirtschaft, Gesundheitswesen und Erneuerbare Energien. Wo unterstützt Hamburg die Digitalisierung erfolgversprechend und wo ist noch “Luft nach oben”?

In den Hamburger Clustern sollten Wirtschaft und Wissenschaft auch im Hinblick auf die Digitalisierung erfolgreich vernetzt werden. Ziel muss es sein, übergreifende Clusterbrücken („Cross-Clustering“) zu schaffen, mithilfe derer auch die Digitalisierung vorangetrieben wird.


Hamburger Wirtschaftscluster öffnen:
"2 Jahre kostenlose Mitgliedschaft für Gründer."

Die Digitalisierung wird meistens von jungen, innovativen Unternehmen vorangetrieben, häufig Startups mit guten Ideen, jungen, top ausgebildeten Menschen und häufig mit noch nicht so viel Geld in der Tasche. Deshalb wollen wir Freie Demokraten die Cluster für Gründer öffnen: Wer neue Ideen hat, der soll schnell in Kontakt mit etablierten Unternehmen kommen. Dafür wollen wir eine kostenlose zweijährige Mitgliedschaft für Gründer in den Hamburger Clustern einführen.

Du bist engagiert für Startups und die digitale Szene in u
nserer Stadt. Zu guter Letzt unsere traditionelle Hamburg-Frage: Was sind aus Deiner langjährigen Erfahrung die echten Stärken, um in Hamburg mit Technologien und als Startup erfolgreich zu sein? Und wie siehst Du den Wettbewerb mit anderen Regionen, z. B. mit Berlin?

Hamburg ist eine großartige Stadt und ein toller Standort für Unternehmen jeder Größe und jeden Alters. Mit seiner jahrhundertealten Handels- und Kaufmannstradition wird Hamburg nicht umsonst das Tor zur Welt genannt. Es gibt auch eine vitale Startup-Szene, was eine gute Voraussetzung ist, um als junger Gründer im Digitalbereich schnell Kontakt zu finden.



Innovations-Wachstumsfonds des Senats:
"Eigentlich sollte der schön längst auf dem Weg sein..."

Derzeit fehlt Hamburg vielfach Geld für gute Ideen, die schnell skalieren. Das Thema Venture Capital ist ein großes. Der Senat wollte den Innovation-Wachstumsfonds auf den Weg bringen, der in der Wachstumsphase unterstützt und damit eine wichtige Lücke schließt. Wir unterstützen das, denn Hamburg hat da großen Nachholbedarf. Wir hoffen, dass der Senat bald sein Konzept für den Fonds vorstellt. Eigentlich sollte der schon längst auf dem Weg sein...

Digitalisierung und Startups in Deutschland:
"Am Ende soll natürlich Hamburg die Nummer Eins sein."

Wenn wir es nun in Hamburg schaffen, das alte Geld mit neuen Ideen zusammen zu bringen, dann werden wir auch Berlin noch als Standort überholen. Bis dahin gefällt mir Berlin als größerer Wettbewerber, an dessen Entwicklung man sich misst. Bei aller Konkurrenz dürfen wir aber nicht vergessen, dass wir auch die Brückenschläge nach Berlin suchen sollten, um gemeinsam Synergien zu heben. Am Ende soll aber natürlich Hamburg die Nummer Eins in Sachen Digitalisierung und Startups sein.

Vielen Dank für die Bürgersprechstunde!

Das Interview führte Thomas Keup.

* * *

 Hamburg Digital Background: 

Persönliche Seite mit aktuellen Nachrichten:
www.kruse.hamburg/

Informationen der FDP-Fraktion in Hamburg:
http://www.fdp-fraktion-hh.de/

Biographie bei den Freien Demokraten Hamburg:
http://www.fdphamburg.de/buergerschaftswahl/landesliste/michael-kruse/

Biographie in der Hamburger Bürgerschaft:
www.hamburgische-buergerschaft.de/abgeordnetenseite/nofl/4460532/kruse-michael/



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