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Montag, 28. Januar 2019

HANSEINVESTIGATIV: Faktor 3 + die merkwürdigen Methoden des Monsieur Martens.

HAMBURG DIGITAL RECHERCHE
* Update *

Sie galt eine der ersten Adressen an Alster und Elbe zu sein: Die Hamburger PR-Agentur Faktor 3. Bekannt und reich geworden dank einst pfiffiger Ideen und renommierter Großkunden, wie Olympus, Samsung oder Sharp. Doch mittlerweile scheint sich die Aktiengesellschaft eher in einen "gierigen Allesfresser" mit "selbstherrlichem Gehabe" und fehlender Kinderstube entwickelt zu haben. 


Eigenwerbung Faktor 3

Was lokale Kunden, wie Beiersdorf mit "Eucerin" und "Nivea", Carlsberg mit "Astra", die Dräger-Werke aus Lübeck, die Otto Group mit "Limango", "MyToys" und "Otto.de" sowie der Senat mit "Next Media Hamburg" wohl nicht wissen: Bei Faktor 3 werden Journalisten ausgesperrt und schriftlich angepöbelt. Zeit, in die Dreckecken einer fragwürdigen Hamburger Erscheinung zu leuchten. Eine Hamburg Digital Recherche:

Mehr als eine Million Euro kassiert die berüchtigte Agentur mit Hipster-Vollbärten, Skimützen- und Basecap-Liebhabern sowie (unerfahrenen) Junior-Beraterinnen im Jahr vom Hamburger Senat, so gut informierte Kreise. Der Auftrag: Betreuung der erfolglosen, relaunchten und immer noch nicht erfolgreicheren Mediennitiative "Next Media Hamburg". Die Summe ist dringend notwendig, denn die vom umtriebigen Volker Martens gegründete Agentur schleppt nach eigenen Angaben 200 Mann mit, die bezahlt werden müssen. 


Vorstand Martens hat gut Lachen - etwa über seine Kunden?
Foto: Next Pressefoto

Also verkauft Faktor 3 vermeintlich den letzten "heissen Scheiss", ob die Kunden der Kunden ihn nutzen - oder auch nicht. Ein für jedermann sichtbares Zeugnis: Die mit großem Aufwand in Studio-Optik produzierten, den Kunden in Rechnung gestellten, jedoch weitgehend nutzlosen - weil schlicht unbekannten - YouTube-Videos für Klienten, wie "Next Media Hamburg" und auf Events, wie "Next Konferenz" und OMR. Das macht aber nichts, denn das merkt im selbstverliebten Marketing-Sumpf rund um Alster und Elbe zwischen all der Selbstbeweihräucherung sowieso (fast) keiner.

"Wir nutzen die gesamte Klaviatur der Kommunikation, um Ihr Unternehmen erfolgreich in der öffentlichen Wahrnehmung zu platzieren." 

Ein besonders raffinierter Trick der Kommunikateure aus der Kattunbleiche in Wandsbek: 1. Die von Innovatoren als "Geschäftemacher" eingestuften PR'ler treten als Co-Veranstalter von Events auf, wie bei der "Next Konferenz" mit der Accenture-Tochter Sinner-Schrader und auf den "IT-Strategietagen" mit dem Hauptveranstalter Digitalcluster Hamburg@work. 2. Organisieren die Junior-/Truppen aus dem Osten Hamburgs dann die Events - einschl. Konzeption, Inhalten, Technik, PR und Marketing. So kassiert die sichtlich nimmersatte PR-Truppe mindestens zweimal ab - als Co-/Veranstalter eine Gewinnbeteiligung und als Exklusiv-/Dienstleister ohne Ausschreibung und Wettbewerb nochmal.


Alles in einen Topf - und dann mehrfach abkassieren.
Video: Next Media Hamburg@Next 2018

Bei der "Next Konferenz" greifen Volker Martens und seine Mannen sogar mind. dreimal in Kasse, da man den Kunden "Next Media Hamburg" als Sponsorpartner mit ins Boot des Events geholt hat. Damit die von Kennern aus Veranstalterkreisen als "Agentur-Abzocke" pointierte Methode nicht auffällt, unterhält man neben der PR-Agentur eine Event-Firma sowie eine Public Affairs-Tochter, die natürlich eigenständig die Kunden bekuscheln. Und damit es finanziell richtig Spaß macht, gibts auch eine eigene "Beratungs-Bude" mit ganz großen Rechnungen für Bertelsmann, Deutsche Messe, Microsoft, Porsche oder Vattenfall.

"Wir können öffentliche Meinung. Wir haben ein Gespür für den Public Sense."*

Insider der Hamburger Tech-Szene und die Grünen in der Bürgerschaft fragen sich seit Jahren nicht nur hinter vor gehaltener Hand, welche Leichen sich Faktor 3 mit dem Senat teilt, um mit "Next Media" die linke Tasche, die rechte Tasche und auch noch die Reisetasche voll zu schaufeln. Ob Kunden, wie Microsoft, Nestlé mit "Bübchen", der Elektronik-Riese Samsung, Zellstoff-Fabrikant SCA mit "Tempo", "Tork" und "Zewa" sowie der schwedische Handelskonzern Stadium über "Martens Machenschaften" Bescheid wissen, dürfte fraglich sein. Umso wichtiger ist es, gründlich hinter die Fassade der Hamburger PR'ler zu schauen.


IT-Strategietage von Hamburg@work: Okkupiert von Faktor 3?
Foto: Hamburg@work

"Wir sorgen für eine strategisch geplante, einheitliche und widerspruchsfreie Kommunikation über alle Kanäle hinweg." *

Anscheinend hat Faktor 3 jedoch nicht nur ein Problem mit offensichtlicher Maßlosigkeit gegenüber Kunden. In den vergangenen 24 Jahren hat sich bei der gern selbst gefeierten "Top-10-Agentur" mit Porsche als Vorzeige-Referenz erkennbar eine Kultur der Überheblichkeit und Selbstverliebtheit entwickelt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der für die "IT-Strategietage" zuständige PR-Betreuer Thomas Pelkmann die Bitte zur problemfreien - weil 2018 verschlampten - Akkreditierung mit einer maßlosen, Berufskodex-brechenden und ganz eigenen Faktor 3-Antwort ablehnt:

 "Ihrer Bitte um Akkreditierung werde ich nicht entsprechen; ich möchte Ihnen nicht erneut „Probleme und Behinderungen seitens der Agentur“ zumuten, die diese Veranstaltung trägt." 

Die Akkreditierung ohne sachliche Begründung verweigern? Interessante PR-Politik seitens Faktor 3. Eine Agentur, die als Dienstleister die IT-Strategietage trägt? Interessante Sicht auf die eigene Agenturarbeit. Ist die ausverschämte Rückmeldung eines angestellten Mitarbeiters ein "bedauerlicher Einzelfall" oder ein "versehentlicher Fehltritt"? Hat die Kommunikation des offensichtlich nicht auf der Höhe der Zeit befindlichen Angestellten etwas mit "unglücklichen Missverständnissen" zu tun? Oder handelt es sich um die "Methode Martens & Co.", der sich ein abhängig Beschäftigter gern annimmt? 

"Unsere Kunden erhalten strategische Beratung auf Augenhöhe und operative Exzellenz in der Umsetzung." *


Künstliche Verknappung und Selektion als Abzock-Methode?
Foto: Next Pressefoto

Die Antwort: Schon 2016 druckste ein Agenturbetreuer bei der Akkreditierung zum "Scoopcamp" von "Next Media Hamburg" herum und schrieb von "begrenzten Plätzen" für Journalisten. Der Pressetisch bei dem von Faktor 3 organisatorisch und PR-seitig betreuten Event war halb leer. 2017 und 2018 lehnten die Agenturbetreuer die Teilnahme unseres Magazins an der - von ihnen mehrfach gechargten - "Next Konferenz" ab. Begründung: "Begrenzung auf ausgewählte, vornehmlich bundesweite Berichterstatter". Dafür tummelte sich - per Imagevideo festgehalten - die halbe digitale Dorfszene mit Kreti & Pleti einschl. Junior-Somethings dank Freitickets auf der geschrumpften und mangels Erfolg aus Berlin geflüchteten und vom Hamburger Senat gepamperten Lokalkonferenz.

"Wir sind überzeugt von glaubwürdiger Kommunikation. Wir formulieren Ihre Botschaften so, dass sie für den einzelnen Menschen bedeutsam sind." *

Nun pöbelt ein Redakteur von Faktor 3 offen gegen die Akkreditierung eines Fachmediums, das mit Veranstalter Hamburg@work vertrauensvoll zusammenarbeitet, zeigt die Agentur ihr wahres, fieses Gesicht. Thomas Pelkmann gehört nicht zum unerfahrenen, ungebrieften Nachwuchs. Er sitzt 5 Jahre auf einem gut gepolsterten Sessel. Heißt: Die so renommierte Agentur betreibt Cherrypicking und Zwei-Klassen-Politik, welche genehmen Hofberichterstatter sie zulässt und welche kritischen Journalisten sie lieber nicht in die Dreckecken der von ihnen mitveranstalteten und abgerechneten Events schauen lässt. Schade, wenn man bedenkt, dass bei der Agentur eigentlich viele nette Leute arbeiten:


Faktor 3-Eigenwerbung Weihnachten 2018
Quelle: Facebook-Seite

Auch wenn die lokale Marketing-Szene rund um Kunde "Next Media Hamburg",  Partner "Next Acceleratoren" und Eventpartner "Online Marketing Rockstars" Applaus klatscht und sich freut, dass jemand HANSEVALLEY mal so richtig eins ausgewischt zu haben scheint: Für eine sich selbst als Top-Agentur mit Top-Kunden feiernde PR-Firma ist die herabsetzende - und von Veranstalter Hamburg@work mit Intervention zurückgewiesene - Kommunikation ihres PR-Mitarbeiters und die Veröffentlichung des Falls ein Fiasko für die eigene Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Kunden. Das Verhalten von Faktor 3 spricht eine eindeutige Sprache, das auch durch Social Media Fanposts nicht besser wird.

Unser persönliches Fazit aus fast 3 Jahren merkwürdiger "Martens-Methoden":

Bei Faktor 3 kommt heute zusammen, was wohl schon immer zusammen gehört: Sichtbar selbstherrlich agierende Vorstandsmitglieder, die meinen, wohl etwas Besseres zu sein. Mitarbeiter, die arrogant ihre Kunden - sprich Journalisten - abkanzeln und der Kultur ihrer Vorstandsmitglieder zu folgen scheinen. 


M. Schrader (li) und V. Martens (re) - lachen Sie sich ins Fäustchen?
Foto: Next Pressefoto

Dazu Partner wie Matthias Schrader, die Selektion und Cherrypicking seit Jahren bei der "Next Konferenz" betreiben. Und Kunden, wie Samsung, die mit ihren Marketing-Mitarbeitern beim Mobile World Congress in Barcelona mit einer Arroganz auftreten, dass man sich wünscht, der chinesische Rivale Huawei hätte sie bereits überholt. Aber das ist ein Thema für die nahe Zukunft.

* Zitate: Eigenwerbung Faktor 3 und verbundene Firmen.

 Hamburg Digital Background: 

HANSESTATEMENT: Der kleine "Philipp" - die neue "Barbara" für Hamburg:
https://hv.hansevalley.de/2019/01/hansestatement-maskottchen-philipp.html

HANSESTARTUPS: Next Acceleratoren - Die Durchlauferhitzer des Bodo Kraeter:
hv.hansevalley.de/2018/08/hansestartups-next-acceleratoren.html

HANSESTATEMENT: Hamburg, #daswarsmitmedien, oder?
https://hv.hansevalley.de/2017/09/hansestatement-medienstandort-hamburg.html

Sonntag, 26. August 2018

HANSEPERSONALITY BSI-Präsident Arne Schönbohm: "Die Lage ist ernst!"

HAMBURG CYBERCRIME INTERVIEW

Cybercrime aus der Ukraine, rechtliche und politische Grenzen, wirtschaftliche Interessen von Ländern aus Osteuropa und Asien: Internetnetkriminalität ist in Deutschland angekommen. Wie reagiert die Politik? In der Bundesrepublik ermittelt bislang jedes Bundesland für sich, gibt es kaum Datenabgleich zwischen den Landeskriminalämtern. 


BSI-Präsident Arne Schönbohm (re) mit ITEC-Vorstand Raphael Vaino.
Foto: HANSEVALLEY

Mit dem nationalen Cybersicherheitszentrum und Kooperationen mit den Ländern will das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik die Probleme anpacken. BSI-Präsident Arne Schönbohm ist Deutschlands Botschafter für Sicherheit im Internet. Am Dienstag war er im IT Executive Club Hamburg zu Gast. HANSEVALLEY hatte die Gelegenheit für ein exklusives Interview. Unser HANSEPERSONALITY ist BSI-Präsident Arne Schönbohm:

Sehr geehrter Herr Schönbohm: Sie sind gebürtiger Hamburger, heute sozusagen zurück in der alten Heimat. Was ist das für ein Gefühl, mit 60 CIOs, CTOs und IT-Strategen über die Herausforderungen von Cyberkriminalität nicht zuletzt in der Wirtschaft zu diskutieren?

Hier bin ich geboren worden, hier bin ich getauft worden, hier habe hier nach wie vor viele Freunde, die später auch in vielen politischen Bereichen aktiv geworden sind. Und Hamburg hat eine ganz besonders bedeutende Herausforderung im Bereich Logistik als Transportdrehscheibe, aber auch im Bereich der alternativen Energien, in Medien, Versicherungen und anderen Wirtschaftsbereichen, die hier in Hamburg besonders stark ausgeprägt sind.


"Informationssicherheit ist die Voraussetzung für die Digitalisierung."

Darum ist es wichtig, dass wir hier die Diskussion haben, weil es nicht nur darum geht, dass wir die IT voran bringen. Die IT ist genau wie die Informationssicherheit Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung - damit wir neue Geschäftsmodelle erfolgreich aufsetzen können.


BSI-Präsident Arne Schöhnbohm im Dialog mit einem Gründer.
Foto: HANSEVALLEY

Ein Blick zurück, 27. Juni vergangenen Jahres: Alle 17 Fabriken von Beiersdorf stehen für 4,5 Tage still, 18.000 Mitarbeiter müssen auf ihr Gehalt warten. Der Schaden laut offiziellen Angaben: 35 Mio. € Umsatzausfall. Wie gefährdet sind sowohl Hamburger als auch deutsche Unternehmen, Opfer z. B. von Erpressungstrojanern oder Cyberspionage zu werden?

Wir haben über 620 Mio. Schadprogramme weltweit. D. h., alle Unternehmen in Hamburg, in Deutschland oder die weltweit tätig sind und IT benutzen laufen Gefahr, Opfer dieser Themen zu werden - von Ransomware-Epressung, wie z. B. der Nürnberger Kabelhersteller Lionie, der im Rahmen von CEO-Fraud einen Verlust von 40 Mio. € hatte. Sie haben Beiersdorf erwähnt. Es gibt andere Unternehmen, wie im Bereich Logistik, z. B. Maersk oder die FedEx-Tochter TNT Express, die Opfer davon geworden sind - teilweise in deutlich höheren Bereichen.


"Bewußte Risikoentscheidung - und das dann anwenden."

Da ist eine ganz entscheidende Bedingung, die jeder verstehen muss: Die Informationssicherheit ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung. Und ich kann mich nicht nur mit den Chancen beschäftigen, sondern muss auch die Risiken verstehen, und genau das macht einen guten Manager aus.

Cyberspionage kostet Unternehmen allein in Deutschland im Jahr 55 Mrd. €, so der Bitkom. Gezieltes Ausspionieren von Unternehmen wird aktuell erst nach 243 Tagen bekannt. Thema Ransomware, also Epressungstrojaner: Rund 350 Ransomware-Familien beobachten sie als BSI. Wo kann ein Hamburger Unternehmen mit seiner IT-Abteilung ansetzen? Wo ist der Startpunkt, sich mehr, intensiver um diese Themen zu kümmern?


Klare Worte an Hamburgs Unternehmer: Arne Schönbohm.
Foto: HANSEVALLEY

Ich glaube, dass es im Bereich der Informationssicherheit und der Digitalisierung insgesamt einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen gilt. Es geht darum, dass man eine Balance herstellt, dass man versteht, welche Risiken bin ich bereit zu akzeptieren, welche bin ich nicht bereit, zu akzeptieren - und dazu gehört Informationssicherheit als Regelwerk, wie ich damit umgehen kann. Dafür gibt es eine Vielzahl vom Standards, denken Sie an die ISO 27001, aber auch an den BSI-Grundschutz, der weltweit mittlerweile anerkannt ist, den andere Länder wie Estland eingeführt haben.


"Welche Risiken bin ich bereit, einzugehen?"

Das gilt auch für kleine und mittelständische Unternehmen - die Betriebe, die jetzt anfangen, sich zu digitalisieren, mit einem vernünftigen Regelwerk zu agieren. Und da ist der BSI-Grundschutz ein guter Schritt, sich näher damit zu beschäftigen und dann Mitglied zu werden - neben dem IT Executive Club - z. B. bei der Allianz für Cybersicherheit, oder wenn Sie eine kritische Infrastruktur haben, beim Umsetzungsplan KRITIS.

In den 10 bekanntesten Softwareprodukten gab es im vergangenen Jahr 1.000 kritische Lücken. Große Unternehmen, wie Beiersdorf, Hapag-Lloyd, Kühne + Nagel, Otto Group oder Tchibo haben IT-Spezialisten, können IT-Dienstleister beauftragen. Stellen Sie sich vor, Sie wären IT-Security-Verantwortlicher eines mittelständischen Unternehmens. Was würden Sie als besondere Herausforderungen für Daten und ihr Geschäft sehen?

Die 1.000 Sicherheitslücken in den 10 bekanntesten Softwareprodukten wird man nicht wegbekommen. Es geht darum, dies zu verstehen und eine vernünftige Update-Policy zu haben. Es geht darum, dass man vernünftige Backups hat, d. h. wenn Ihre Daten als kleineres Unternehmen verschlüsselt werden, dass Sie Backups haben, die sich nicht automatisch überschreiben, sondern die Sie separat betreiben und dann wieder einspielen können. Wie immer im Leben: Es ist relativ einfach - wie im Straßenverkehr - ein Mindestmaß an Informationssicherheit zu bekommen. 


"Ich will, dass es nicht mehr heißt 'sicher oder nicht sicher'!"


Arne Schönbohm in der Diskussion mit Hamburgs IT-Executives.
Foto: ITEC/Saskia Wegner Photographie

Das ist es, worum es geht als kleiner Mittelständler - sich heranzutasten, Backups zu machen, Sicherheitssysteme zu implementieren, vernünftig mit offenen Augen damit umzugehen. Das ist für den Mittelständler eine gute Grundlage, um erfolgreich in der Digitalisierung bestehen zu können.

Sie kümmern sich um den Staat, um die Bundesebene, aber natürlich auch um die Bürger. Bleiben wir bei der Wirtschaft. Sie haben das Thema BSI-Grundschutz bereits angesprochen. Es gibt verschiedenste Zertifizierungen. Stellen Sie unseren Lesern einmal die Möglichkeiten vor, die das BSI für Unternehmen hat?

Einfachstes Thema ist natürlich das gesamte Thema des BSI-Grundschutzes. Das ist komplett überarbeitet worden. Dort gibt es drei Kategorien, also "low", "medium" und "high". D. h., je nachdem, welches Risikoprofil Sie haben, können Sie darauf eingehen und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen. Das beginnt bei der Veränderung der Passwörter über Verschlüsselung bis hin zu weitergehenden Schulungsmaßnahmen.

Arne Schönbohm - an der Seite der Hamburg Wirtschaft.
Foto: HANSEVALLEY

Das, was ich für den Mittelstand und für die Entscheider von besonderer Bedeutung halte ist, Abende zu haben, wie hier beim IT Executive Clubabend, aber natürlich auch im Rahmen der Allianz für Cybersicherheit, wo knapp 3.000 Unternehmen mittlerweile Mitglied sind, um sich zu informieren, wer z. B. zertifizierte Partner sind. Ich glaube, es gibt auch viele Scharlatane. Es geht darum zu wissen, wer ist denn wirklich gut, wer ist zertifizierter Partner mit einem Mindestkriterium? Also Austauschrunden zu organisieren und Best Practices austauschen.

"Das BSI hat eine große Bandbreite an Hilfsmaßnahmen,
die der Wirtschaft zur Verfügung steht."

Und dann, wenn ein Vorfall da ist, wo ist das rote Telefon, bei wem im BSI kann ich mich melden? Das geht, indem man sich als Betreiber kritischer IT-Infrastrukturen beim BSI registriert. Dann weiß man, wen man anrufen kann, damit einem sehr schnell geholfen wird - wo auch die anderen Institutionen wie das Bundesamt für Verfassungsschutz und das Bundeskriminalamt herangezogen werden, wenn es ein Spionageangriff ist. Auch wir sind bereit, unsere Mobile Response Teams rauszuschicken. Das sind praktisch die Cyber-Feuerwehren, wie damals beim Lukaskrankenhaus in Neuss, wo wir gesagt haben, da wollen wir helfen.

Sie sind nicht nur auf der Bundesebene, sondern auch auf der Länderebene aktiv. In der vergangenen Woche haben Sie eine Kooperation mit dem Land Berlin geschlossen. Sie planen, stärker in die Länder zu gehen. Auch in Hamburg wird beim Deutschen Wetterdienst eine Niederlassung eingerichtet. Welches Ziel verfolgen Sie mit der Regionalisierung und was haben Unternehmen - nicht nur in Hamburg - davon?

Wir wollen nicht nur als nationale Cybersicherheitsbehörde mit Hauptsitz in Bonn sagen 'Wir haben den Stein der Weisen'. Wir wollen rausgehen, auf der einen Seite, um einfacher zu kommunizieren. Ich glaube - und das gilt in Hamburg wie in allen anderen Regionen Deutschlands auch - man muss vor Ort sein, man muss Teil der Community sein bzw. werden, um auch entsprechend Unterstützung anbieten zu können. Wir sich kennt, kann auch besser Informationen austauschen. 


Auf den Punkt. Arne Schönbohm stellt sich den Fragen.
Foto: ITEC/Saskia Wegner Photographie

Das zweite Thema ist: Wir wollen unmittelbar darüber informieren. Also nicht nur die Informationen aufnehmen, sondern auch senden - nach dem Motto 'Wir haben bestimmte Gefährdungslagen. Überlegen Sie, wie Sie damit umgehen'. Das ist es, wofür wir auch hier die Niederlassung aufbauen. Wir haben uns ganz bewußt in Norddeutschland für Hamburg entschieden. Von Hamburg ist man relativ schnell in Hannover oder in Schleswig-Holstein, aber auch in Bremen. Damit haben wir Norddeutschland einschl. Mecklenburg und Schwerin ganz gut abgedeckt. Aber das ist nur ein erster Schritt.

"Es wäre gut, dass es auch Interesse seitens der Landesregierung gibt."

In Süddeutschland haben wir ein großes Buhlen der Bundesländer, wer wo wie was haben will. Ich glaube es gut, dass wir so etwas auch in Norddeutschland haben, und wir auch merken, dass es Interesse seitens der Landesregierung gibt.

Hamburg ist die Wirtschaftshauptstadt Deutschlands, die Drehscheibe für Handel und Logistik, eine der Top 3 Industriestandorte. Welche Botschaft haben Sie an die vornehmlich mittelständischen Familienunternehmen in der Region - gerade vor dem Hintergrund des Totalausfalls bei Beiersdorf - nicht Opfer von Cyberkriminalität zu werden? Was ist Ihre zentrale Botschaft an Unternehmer aber auch an IT-Chefs?

Ich glaube, man muss aufpassen, dass man nicht hinten runter fällt. Ich war neulich beim IBM-Internet of Things-Center weltweit in München. Die haben mir ihre Beispiele gezeigt. Das war leider nicht der Hafen Hamburg im Bereich Internet of Things. Das war der Hafen Rotterdam D. h., ich glaube man muss auch hier in Hamburg erheblich aufpassen, dass man sich nicht selbstgefällig zurücklehnt und sagt "das gucken wir mal in Ruhe weiter an". Die Geschwindigkeit nimmt dramatisch zu, und darum muss man auch hier die Chancen entsprechend realisieren und implementieren - und damit auch ein entsprechendes Risikomanagement. 

Gründer, CDOs, Vorstände und IT-Dienstleister beim ITEC-Abend.
Foto: HANSEVALLEY
Die Botschaft an die Familienunternehmen ist eine relativ einfach: Es gibt zwei Arten von Unternehmen - wachsende und sterbende. Ein wachsendes Unternehmen digitalisiert sich und geht mit der Zeit - und stellt sich auf die neuen Kundenbedürfnisse und Anforderungen ein, und optimiert damit auch seine Kostenstrukturen. Das gelingt aber nur, indem man auch ein vernünftiges Risikomanagement betreibt und damit nicht nur sagt 'Informationssicherheit macht der Fachmann', sondern selber weiß, die richtigen Fragen zu stellen und sich mit dem Thema zu beschäftigen - genau wie mit dem Thema der Digitalisierung. 

*   *   *

Vielen Dank für die offenen Worte!
Das Interview führte Thomas Keup.

Wir bedanken uns beim IT Executive Club Hamburg für die Möglichkeit dieses Interviews.

Die Hamburg Cybercrime Woche:

HANSECRIME: Cybercrime - das vermeintliche Risiko fürs Unternehmen!?
hv.hansevalley.de/2018/08/hansecrme-cybercrime-das-vermeintliche.html

HANSECRIME: Cybercrime an der Alster. Die Ermittlungen des "CSI ZAC".
hv.hansevalley.de/2018/08/hansecrime-cybercrime.html

 Hamburg Cybercrime Background: 

Zentrale Anprechstelle Cybercrime (ZAC)
Tel. 42 86 - 75 4 55, E-Mail zac@polizei.hamburg.de
polizei.hamburg/cybercrime/6714092/zentrale-ansprechstelle-cybercrime/


BKA zu Internetkriminalität / Cybercrime:

bka.de/DE/UnsereAufgaben/Deliktsbereiche/Internetkriminalitaet/internetkriminalitaet_node.html

BSI Allianz für Cybersicherheit - Erste Schritte für mehr Cybersicherheit:

allianz-fuer-cybersicherheit.de/ACS/DE/Informationspool/ErsteSchritte/Erste_Schritte_node.html

BSI + BBK Internetplattform zum Schutz kritischer Infrastrukturen - KRITIS:
kritis.bund.de/

Mittwoch, 22. August 2018

HANSECRIME: Cybercrime an der Alster. Die Ermittlungen des "CSI ZAC"

HAMBURG CYBERCRIME REPORT


Die Hamburger Polizei im Einsatz gegen Cybercrime.

Dienstag-Nachmittag, 27. Juni 2017: Der Hamburger Beiersdorf-Konzern wird Opfer der Ransomware "Petya/Not Petya". 4,5 Tage lang werden die weltweit 17 Fabriken von Eucerin, La Prairie, Nivea, Tesa & Co. stillgelegt - einschl. der Nivea-Produktion in Billbrook, müssen 18.000 Mitarbeiter auf ihre Gehälter aus Hamburg warten. Rechner und Telefonanlagen sind lahmgelegt - durch das Update einer manipulierten Buchhaltungssoftware bei einer Tochter in Kiew. Der sich aus der Ukraine verbreitete Virus kostet den Konzern 35 Mio. € Umsatzausfall.


Nach Ransomware: fast 1 Woche außer Gefecht, 35 Mio. € Umsatzausfall.
Foto: Beiersdorf

300 IT-Experten befreien die verschlüsselten Daten und fahren die Computersysteme in Produktion, Logistik und Buchhaltung wieder hoch. Der weltweite Angriff trifft neben Beiersdorf auch Bohrinseln und Containerterminals des dänischen Logistikkonzerns A. P. Möller-Maersk, den niederländischen Transporteur TNT Express, den britischen Haushaltswaren-Hersteller Reckitt Benckiser, die französische Staatsbahn SNCF, den russischen Ölproduzenten Rosneft und den amerikanischen Lebensmittelkonzern Mondeléz. 

Dienstag-Abend, 21. August '18, im Norddeutschen Regattaclub: Der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik Arne Schönbohm referiert vor 60 CIOs und IT-Strategen über die Gefahren durch Cyberkriminalität. Der Chef des BSI ist Gast des IT Executive Clubs, der Vereinigung Hamburger IT-Führungskräfte. Cybercrime ist an Alster und Elbe angekommen - und Top-Thema des Landeskriminalamtes. HANSEVALLEY hat mit dem Chef der Zentralen Ansprechstelle beim LKA gesprochen. Ein Hamburg Cybercrime Report:



Hamburgs Experte in Sachen Cybercrime:
ZAC-Leiter Andreas Dondera
Foto: Privat
"Cybercrime werden wir nicht in den Griff kriegen", fasst der 50-jährige Andreas Dondera zusammen. Mehr als 10 Jahre ist der Hamburger Ermittler für Internetkriminalität, leitet seit 2 Jahren die Zentrale Ansprechstelle für Cyberkriminalität "ZAC". 9 Mitarbeiter hat die Abteilung, insgesamt ermitteln 46 Cybercrime-Spezialisten an Alster und Elbe, vor allem Informatiker und Forensiker und damit IT-Spezialisten. Die "ZAC" ist Teil der Hamburg Crime Scene Investigation für alles, was mit Daten zu tun hat. So kümmert man sich bei der "CSI ZAC" um Wirtschaftskriminalität und Kinderpornokriminalität im Internet, unterstützt aber auch Kollegen z. B. bei Drogen im Darknet.

Die Zentrale Ansprechstelle ist erster Kontakt für betroffene Unternehmen. Das Thema ist höchst sensibel: Niemand möchte, dass ihm Server und Desktops aus der Firma getragen werden, bei Mitarbeitern, Kunden und Partnern ein Makel aufkommt, die Daten seien nicht sicher. Latente Ängste spielen eine Rolle: Übernimmt die Polizei die Ermittlungen, könnten unangenehme Dinge zu Tage treten: Wie sieht es aus mit den Softwarelizenzen? Schaut sich die Kripo auch gleich mal die Steuerdaten an? Darum geht es nicht, versichert der IT-Profi und langjährige Dozent an der Hamburger Polizeiakademie.

"Kein Angriffsmedium im Unternehmen ist relevanter als E-Mail."

Andreas Dondera macht klar: In mehr als 80% aller Fälle seien Fehler von Mitarbeitern ursächlich für Cyberattacken. "Kein Angriffsmedium im Unternehmen ist relevanter als E-Mail", bringt es der frühere Streifenbeamte und Hundeführer auf den Punkt. Kriminelle nutzen gern vermeintliche E-Mails vom iPhone des Chefs, im Anhang lauern Trojaner und Co. Eines der aktuellen Themen krimineller Banden: Ransomware - Verschlüsselungstrojaner, mit der Zahlungen erpresst werden. 1.000 bis 10.000,- € Lösegeld sind ein Erfahrungswert, den der Polizist mit mehr als 35 Jahren IT-Background weitergeben kann. Das kann aber auch bis zu 100.000,- € hochgehen.
Sicherheit fängt bei Passwörtern an.
Illustration: Andreas Dondera

Neben Mitarbeitern sind IT-Anbieter eine der Schlüsselgruppen, um Cyberkriminalität eindämmern zu können. Wie ist die Qualität des eigenen IT-Dienstleisters? Wie gut ist die Wartung der IT-Systeme? Und wie sieht das Backupkonzept im Unternehmen aus? Bis heute gibt es keine einheitlichen Standards und Zertifizierungen. Genau hier beraten die Experten des Landeskriminalamtes, können auf mögliche Schwachstellen hinweisen und Tipps geben, ohne das Gesicht zu verlieren. Das gilt nicht zuletzt für das Thema Datendiebstahl durch ausscheidende Mitarbeiter - bis zur vorsätzlichen Beschädigung der Firmen-IT.

"Praktikanten sind total toll. Sie brauchen für alle Bereiche Zugangsberechtigungen."

"IT-Sicherheit muss von der Geschäftsführung aus anfangen", betont der unkonventionelle Kripo-Beamte. "Für IT-Sicherheit müssen Sie auch ein gewisses Know-how haben", ergänzt der Rahlstedter im Gespräch mit HANSEVALLEY. Und pointiert: "Praktikanten sind total toll! Sie brauchen irgendwann für alle Bereiche Zugangsberechtigungen." Damit macht er klar, dass der Angriff über Mitarbeiter besonders häufig passiert, Mitarbeiter, die von innen das Tor aufmachen. So wie beim infizierten Buchhaltungs-Update bei Beiersdorf in Kiew.


Grundprinzip von 350 verschiedenen Ransomware-Methoden:
"Geld her oder Du kriegt Deine Daten nicht wieder"
Illustration: Andreas Dondera
Neben Erpressung mit Trojanern (Ransomware) berichtet der Spezialist über weitere, nicht weniger gefährliche Methoden von Cyberkriminalität. Sogenannte APT-Angriffe (Advanced Persistant Threats) zielen auf ein längerfristiges Eindringen und Abhören von IT-Systemen ab. Das Gefährliche: Laut BSI vergehen zwischen dem Eindringen und dem Erkennen durch Abwehrsoftware mittlerweile 243 Tage, 8 Monate Geschäftstätigkeit, 8 Monate vertrauliche Datenübertragung. Nicht weniger gefährlich: Payment Diversion Fraud - die Umleitung von Zahlungsflüssen durch gefälschte Zahlungsanweisungen - trotz Plausibilitätsprüfung.

"Das Internet und die Möglichkeiten enden nicht an der Landesgrenze."

Ein großes Problem beim Thema ist, das IT-Sicherheit virtuell und damit nicht greifbar für Mitarbeiter und Geschäftführung ist. Hinzu kommt, dass heute globale Organisationen mit einer hohen kriminellen Energie am Werk sind und Angriffe massive finanzielle Folgen haben - von 35 Mio. € Ausfall bei Beiersdorf bis zu 111 Mio. € bei Reckitt Benckiser - auf Grund einer einzigen Attacke aus der Ukraine. Nicht weniger brisant ist das Internet als Grundlage für immer mehr Anwendungen, wie vernetzte Geräte und Maschine im Internet of Things (IoT). Die E-Mail, sie wurde nach Aussagen des Experten "sicherheitsfrei" entwickelt, dabei haben sich verschlüsselte Transportwege bis heute nicht flächendeckend durchgesetzt.


Heimlich, still und leise in den Datenleitungen:
Hacker, die es auf die Daten abgesehen haben.
Illustration: Andreas Dondera
War die Übermittlung von Nachrichten über das Internetprotokoll früher auf Grund geringeren Angriffspotenzials weniger kritisch, wurde mit Online-Shopping und ungesicherter Datenübertragungen die Sache richtig gefährlich. Mit Online-Banking ist der Datentransfer nicht mehr nur kritisch, sondern bedrohlich. Andreas Dondera gibt zu bedenken, dass für Angreifer immer mehr interessante Daten im Umlauf sind, z. B. über Mobile Apps und Online-Services. Dondera fasst zusammen: "Das Internet und die Möglichkeiten enden nicht an der Landesgrenze." Womit das Problem zwischen globalen Aktivitäten von Cyberkriminellen und förderalen Möglichkeiten von Kriminalämtern auf dem Tisch liegt.

"Man braucht keine Scheu haben, sich an uns zu wenden. Wir posaunen nichts nach draußen."

Mehr als 70 Vorträge hat der dreifache Familienvater im vergangenen Jahr gehalten, um Unternehmen Mut zu machen. Eine seiner wichtigsten Botschaften: Kein Polizist schleppt vor der Belegschaft Computer aus der Firma. Die IT-Abteilung behält uneingeschränkt die Hoheit über die Systeme. Befürchtete Einschränkungen gibt es bei Ermittlungen der LKA-Cybercrime-Experten nicht. 69% aller Industriebetriebe in Deutschland wurden laut IT-Branchenverband Bitkom bereits Opfer einer Cyberattakte. Nur 13% der Opfer haben im vergangenen Jahr Cybercrime angezeigt. Dabei werden 55% aller Betroffenen mehr als einmal Opfer. Auf Grund geringer Erfolgsquote sehen die meisten dennoch kaum einen Sinn, mit der Polizei zu sprechen.
Im Dialog mit Unternehmern und Mitarbeitern:
Die Ansprechpartner des LKA Hamburg.
Illustration: Andreas Dondera

Andreas Dondera widerspricht: Die Mitarbeiter des "CSI ZAC" haben höchste Expertise, im Schnitt mehr als 5 Jahre. Die Mitarbeiter seiner Abteilung seien up-to-date - bilden sich mehrheitlich auch privat weiter, z. B. in Forensik-Fragen. Mit öffentlichen Vorträgen und Schulungen in Hamburger Unternehmen bietet die "CSI ZAC" interessierten Unternehmen aktuelles Wissen und die Möglichkeit, sich aus erster Hand briefen zu lassen, welche Schritte sinnvoll sind, um die eigene Infrastruktur und die eigene Organisation vor Angriffen von Außen  aber auch von Innen zu schützen. Spätestens an diesem Punkt dürften aufmerksame Unternhmer und IT-Chefs aufhorchen.


Andreas Dondera: "Ich bin immer wieder überrascht, wie kreativ die sind."

Der nächste Angriff kommt bestimmt - und die traditionellen Hamburger Unternehmen in Handel und Logistik, Banken und Versicherungen, Dienstleistungen und Produktion sind nicht in Sicherheit. 


Die Hamburg Cybercrime Woche:

BSI-Präsident Arne Schönbohm spricht Klartext - im exklusiven Hamburg Cybercrime Interview, dass HANSEVALLEY im IT Executive Club Hamburg führen durfte:

HANSEPERSONALITY BSI-Präsident Arne Schönbohm: "Die Lage ist ernst!"

HANSECRIME: Cybercrime - das vermeintliche Risiko fürs Unternehmen!?
hv.hansevalley.de/2018/08/hansecrme-cybercrime-das-vermeintliche.html


 Hamburg Cybercrime Background: 

Zentrale Anprechstelle Cybercrime (ZAC)
Tel. 42 86 - 75 4 55, E-Mail zac@polizei.hamburg.de
www.polizei.hamburg/cybercrime/6714092/zentrale-ansprechstelle-cybercrime/

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Bitkom - Industrie im Visier von Cyberkriminellen und Nachrichtendiensten:
www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Industrie-im-Visier-von-Cyberkriminellen-und-Nachrichtendiensten.html

BKA zu Internetkriminalität / Cybercrime:
www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/Deliktsbereiche/Internetkriminalitaet/internetkriminalitaet_node.html

BSI Allianz für Cybersicherheit - Erste Schritte für mehr Cybersicherheit:
www.allianz-fuer-cybersicherheit.de/ACS/DE/Informationspool/ErsteSchritte/Erste_Schritte_node.html

DSiN Deutschland Sicher im Netz - Für Unternehmen:
https://www.sicher-im-netz.de/dsin-für-unternehmen

Telekom Security fordert Unternehmen zu mehr Cybersicherheit auf:
www.telekom.com/de/medien/medieninformationen/detail/telekom-security-fordert-unternehmen-zu-mehr-cybersicherheit-auf-517392


Mittwoch, 4. April 2018

HANSERANKING: Die digitalen Tops + Flops der Hamburger Wirtschaft

HAMBURG DIGITAL RANKING



Hamburg zwischen Hafenfolklore, Logistikhub und digitaler Zukunft.
Foto: mediaserver.hamburg.de / Hermes Logistik

Nur 20% der kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland sind digital unterwegs. Nur 30% der großen Unternehmen sind in der digitalen Zukunft angekommen. So das Ergebnis des Digital-Atlas Deutschland im Auftrag von Google Germany, erarbeitet vom Institut der Deutschen Wirtschaft. Wie gut sind Hamburgs Unternehmen aufgestellt? Wer brilliert mit Erfolg versprechender Strategie? Und wer entwickelt sich zum Totalausfall an Kaikante und in der Kaufmannsgilde?

Welche Unternehmen haben ein ernstes Erkenntnisproblem? Welche Familienbetriebe leiden am beliebten Umsetzungsproblem? Und welche Hamburger Konzerne besitzen ein kritisches Kommunikationsproblem? Das Hamburg Digital Ranking bietet einen aktuellen Überblick über TOP und FLOP, über Spitzenreiter, Aufsteiger, Fragezeichen und (unsportliche) Absteiger. HANSERANKING - so sind Hamburgs Unternehmen heute digital aufgestellt:


 TOP OF THE TOPS: Die digitalen Spitzenreiter 

TOP Nr. 1 - Die Hamburger Otto Group

Die Familie Otto baut seit über 5 Jahren an der Zukunft - mit einem strategisch agierenden Familienerben, einem Tech-Startup als Concept Proof, eigenem Corporate Inkubator, Company Builder und VC-Investmentarm, nachhaltigem Kulturwandel und Exzellenz mit eigener Task Force für E-Commerce, mehr als 300 Mann in Business Intelligence und Plattformstrategie. Der 50.000 Mann-Tanker hat Kurs auf die digital-vernetzte Zukunft.
Gesamturteil: Kulturwandel 4.1 - hier geht die Familie vorne weg.

 Hamburg Digital Empfehlung: 
HANSEMOBILITY: Das Mobile Lab und die mobile Zukunft der Otto Group.


Die Handelsriese Otto Group im größten Wandel aller Zeiten.
Foto: HANSEVALLEY

TOP Nr. 2 - Die Hamburger Hafenbehörde HPA

Dank eines visionären Informatikers ist die Hamburg Port Authority technologisch im Hafen weit vorn. Unter dem Dach der "Smart Port"-Initiative treibt das IT- und Digitalteam Innovationen zu Lande, zu Wasser und in der Luft - von Nautischer Zentrale über Katatrophenschutz bis zum 5G-Projekt zur Vernetzung des Hafens. Bei der HPA hat man auch keine Angst vor einem chinesischen Digitalterminal auf Steinwerder für Alibaba.
Gesamturteil: Innovationsfaktor 4.0 - der Hafen ist auf dem Weg.

 Hamburg Digital Empfehlung: 
HANSEPERSONALITY Dr. Sebastian Saxe: Erfolgsfaktoren für Digitalen Hafen und Digitale Stadt.

TOP Nr. 3 - Die Hamburger Sparkasse, HASPA

Ein Vorstandschef mit Weitblick und 25 Mio. € Investitionen in digitale Services bis 2020 zeigen: die Haspa kleckert nicht. Die Übernahme von "Heute in Hamburg" mit mehr als 200.000 Fans war ein Meilenstein für den künftigen Erfolg der Bank. In der Digital-Unit baut die Sparkasse ein neues Geschäftsmodell auf, erreicht die Kunden per App in den Stadtteilen. Lobenswert: Die "Beerdigung" des missglückten Mobile-Kontos "Yomo".
Gesamturteil: Execution 4.0 - wer weiter will, geht eigene Wege. 

 Hamburg Digital Empfehlung: 
HANSEVISION: Gut für die Haspa. Gut für Hamburg.


 TOP oder FLOP: Die digitalen Aufsteiger 

2+ Mio. Container fahren künftig First-, Business- oder Economy-Class.
Foto: Hapag-Lloyd

TOP Nr. 4 - Die Containerreederei Hapag-Lloyd


Mit einem wettbewerbsfreudigen Vorstandschef ist die gemütliche Zeit am Ballindamm beendet. Beginnend mit einer Restrukturierung werden jetzt weltweit alle Kühlcontainer mit Sensoren und Sendern ausgestattet, Boxen dank Daten künftig wie in der Luftfahrt priorisiert verladen und gelöscht. Ein 10-köpfiges Team arbeitet an digitalen Produkten und Dienstleistungen, um die HLAG mit Echtzeit-Services zum Qualitätsführer zu entwickeln.
Gesamturteil: Execution 3.5 - so wird's was auf den Weltmeeren.

 Hamburg Digital Empfehlung: 
HANSEPERSONALITY Dr. Ralf Belusa: Alles wird digitalisiert, was digitalisiert werden kann.

TOP Nr. 5 - Der Bootsausstatter A. W. Niemeyer

Das führende Handelshaus hat 1998 einen ersten Onlineshop gestartet, erzielt jedoch 3/4 seines Umsatzes in den Filialen. Nach drei Jahren in der Umsetzungsfalle hat AWN mit Hanse Ventures einen starken Gesellschafter und 30 Online-Experten im Haus, die Niemeyer in die digitale Zukunft katapultieren. Ein ungewöhnlicher wie konsequenter Weg, aus der Sackgasse zu kommen. Eine echte Aufsteiger-Story Made in Hamburg.
Gesamturteil: Strategie 3.5 - mit starkem Partner aus der Sackgasse.

 Hamburg Digital Empfehlung: 
HANSECHAMPION A. W. Niemeyer: "Wir wollen die Welt."


 TOP ODER FLOP: Die digitalen Fragezeichen 

Wie wird aus analoger Container-Abwicklung ein digitales Business-Modell?
Foto: HHLA / Thies Rätzke

FLOP Nr. 6 - Der Hamburger Busbetrieb VHH


Die VHH-Busse waren Vorreiter bei mobilem Internet in Hamburg. Dann zog die große Schwester HOCHBAHN mit Vollgas vorbei. Lediglich die Linien 3 und 31 sind mit Wifi versorgt, alle anderen gucken in die Röhre. Mittlerweile sind alle 1.000 Busse der HOCHBAHN mit WLAN ausgerüstet. Die ebenfalls zur Stadt gehörenden VHH-Busse können dringend ein digitales Upgrade auf die Zukunft gebrauchen.
Gesamturteil: Execution 2.0 - als Tiger gestartet, als Bettvorleger gelandet.

FLOP Nr. 7 - Der Terminalbetrieber HHLA

Die gebetsmühlenartig wiederholte Botschaft vom digitalen Player im Hamburger Hafen kann niemanden mehr vom Hocker reißen. Größter Hemmschuh: Gewerkschaften und widerwillige IT'er. Bei der Unterstützung des Digital Hub Logisitics Hamburg zeigt die HHLA aktuell offensichtlich wenig Entschlossenheit. Von der Beteiligung bis zum Speicher für den Hub ist öffentlich leider nicht viel zu sehen. Aber wir schauen gern noch ein zweites Mal hin.
Gesamturteil: Strategie 1.9 - weniger Angst, mehr Handeln ist gefragt.

 Hamburg Digital Statement: 
HANSEPERSONALITY Angela TItzrath: Pressestelle enthält Antworten leider seit Monaten vor.

 TOP OF THE FLOPS: Die digitalen Verlierer 


Zick-Zack-Kurs hinter schicker Fassade: Nur noch für ältere Kunndinnen attraktiv.
Foto: Beiersdorf

FLOP Nr. 8 - Der Werbevermarkter Weischer

Der Werbevermarkter kann zwar Spots und Anzeigen schalten, die Innovationsabteilung ist jedoch geprägt von einer wenig erfahrenen Werberin. Die "Manager Digital Revolution" verkauft vermeintliche Innovationen von Kreativ- und Techagenturen aus Hamburg, eine Strategie für die digitale Zukunft der Altonaer Werbefirma ist derzeit nicht erkennbar, Kommunikation findet daher auch erst gar nicht statt. Ist womöglich auch besser so.
Gesamturteil: Innovationsfaktor 0.9 - für einen Vermarkter traurig.

FLOP Nr. 9 - Der Chemiefabrikant Beiersdorf

Der Körperpflegehersteller macht mit Hire & Fire seiner Chief Digital Officer von sich reden. Mindestens drei leitende Innovationsmanager mussten bereits ihren Hut nehmen. Grund: Bei Beiersdorf steuert eine Unternehmerfamilie ohne sichtbaren Weitblick den Konzern. Ehemalige Mitarbeiter geben auf die digitale Zukunft der Eimsbütteler Dosenabfüller nicht viel. Da wundert es nicht, dass eine als unfair eingestufte PR-Chefin Maulkörbe erlässt.
Gesamturteil: Kulturwandel 0.9 - so ruiniert man sich am schnellsten.

 Hamburg Digital Statement: 
HANSEPERSONALITY Martin Böhm: Antworten von Beiersdorf-Pressesprecherin leider verboten worden.


Traum vom schnellen Reichtum: 7 von 10 Startups scheitern in den ersten 2 Jahren.
Foto: HANSEVALLEY

FLOP Nr. 10 - Der Marketing-Inkubator NMA


Man kann die Geldverschwendung von DPA, Senat & Partnern bestenfalls als Marketing-Inkubator titulieren. Die Startups kommen z. T. nur mit einer Idee ins Programm, werden mit schwachen Konditionen abgespeist, eine Betreuung nach dem Demo Day findet so gut wie nicht statt. Kluge Startups haben dankend abgelehnt, Experten über NMA-Pitches den Kopf geschüttelt, die NxA-Methode ist stadtweit bekannt - und wird offen kritisch diskutiert.
Gesamturteil: Execution 0.9 - hier kommt sicher kein Unicorn (groß) raus.

 Hamburg Digital Statement: 
HANSESTATEMENT: Hamburg, #daswarsmitmedien, oder?


HANSERANKING - aus der Praxis für die Praxis.

Das Hamburg Digital Ranking basiert auf mehr als 400 Vor-Ort-Recherchen in Unternehmen und Institutionen, über 500 Hamburg Digital Nachrichten und mehr als 180 Hamburg Digital Reports aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung sowie mehr als 50 exklusiven Interviews mit Unternehmern und Innovationsmanagern sowie Politikern und Experten. Das HANSERANKING erhebt trotz sorgfältiger Recherche und Informationen aus erster Hand keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 


Manchmal reicht es nicht aus, jung und unerfahren zu sein ...
Foto: Urheber anonym

HANSEVALLEY wünscht interessante Einblicke und hilfreiche Erkenntnisse für den eigenen Weg in die digital-vernetzte Zukunft. Die Redaktion freut sich auf spannende Vorschläge für HANSECHAMPIONS aus Industrie und Mittelstand an Alster und Elbe - per E-Mail an hamburg@hansevalley.de oder persönlich auf einem von mehr als 150 Vor-Ort-Terminen rund um Adolphsplatz und Rathausmarkt zu Digitalisierung und Transformation in 2018.

 Redaktioneller Hinweis: 

Dieser Artikel steht in keinem Zusammenhang mit der in Hamburg ansässigen Online Marketing Agentur Hanseranking GmbH. Die Hanseranking GmbH ist eine Full-Service-Agentur und berät zu Strategieentwicklung und Umsetzung von Online Marketing Maßnahmen. Weitere Informationen gibt es im Netz unter www.hanseranking.de

 Hamburg Digital Empfehlung: 
HANSEVISION: Von ehrbarer Kaufmannssiedlung zur Digitalen Metropole Hamburg.


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