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Freitag, 9. Februar 2018

HANSESTATEMENT: Steuerverschwendung "Beyourpilot" - 10 Millionen Euro für was?


HAMBURG DIGITAL STATEMENT

Das zieht einem fast die Schuhe aus: Das nur auf dem Papier existierende, dafür aber umso hoch gelobtere Startup-Portal "Beyourpilot" entwickelt sich zu einem noch größeren Fass ohne Boden, als ursprünglich sichtbar: Sage und schreibe 10 Mio. Euro soll das Projekt der - laut Landesrechnungshof öffentlich kritisierten -"Steuerverschwender" von Hamburg Innovation GmbH, der TuTech Innovation GmbH und "Startup Dock" kosten. Das sieht die Beschlussvorlage der Wirtschaftsbehörde BWVI für die Hamburger Bürgerschaft vor. Ein Hamburg Digital Statement:

Ein Portal mit "Ideenfinder" mittels altbekanntem Business Model Canvas, einer nicht existenten Datenbank mit "Expertenshop" und "Ressourcenfinder" zu Know how- und Technologie-Experten und Einrichtungen sowie ein "Finanzierungskompass", den die Hamburger Konzeptagentur Evers & Jung ähnlich schon einmal an die KfW und den Bund verkauft hat. Das Ganze für 500.000,- € über 5 Jahre. So sah es zum Zeitpunkt der Hamburg Digital Recherche zu Jahresbeginn aus. Mit der Veröffentlichung der Beschlussvorlage zur Finanzierung des Startup-Projekts wird klar: 


Ist "Beyourpilot" ein Fass ohne Boden?
Grafik: Hamburg Innovation

Das unausgereift konzeptionierte Startup-Portal kostet laut Planungen der Wirtschafts- und Innovationsbehörde in den kommenden 5 Jahren insgesamt rd. 10 Mio. € - in Worten: zehn Millionen, wie die Hamburg Digital Nachrichten am Mittwoch berichtet haben. Dabei werden von 2018 bis 2022 jedes Jahr linear fast 2 Mio. € mit vollen Händen aus dem Fenster geworfen - direkt in den Rachen der für die eigene "Luxusversorgung" bekannten TuTech Innovation GmbH, ihrer Schwestergesellschaft Hamburg Innovation GmbH und dem nach Beendigung des "EXIST"-Programm de facto überflüssigen "Startup Dock": 


„Finanzbedarf und Zeitplan werfen einige Fragen auf. Diese werden wir im Wirtschaftsausschuss detailliert besprechen. So jedenfalls wird Hamburg nicht zur Gründermetropole.“ 
Carsten Ovens, Sprecher für digitale Wirtschaft und Hochschulpolitik
der CDU-Fraktion in der Bürgerschaft

Blind auf dem Auge TuTech oder gemeinsame Leichen?

Allein für die Ausschreibung des simplen Portals, die Stellenausschreibung und das Lobbying kassierte Hamburg Innovation im vergangenen Jahr schlappe 500.000,- € - überwiesen von der Wirtschaftsbehörde BWVI nach Harburg - ohne Nachfrage, ohne Ausschreibung, ohne kritische Prüfung. Offensichtlich ist die Innovationsbehörde auf dem Auge TU Harburg und TuTech Innovation blind - oder der Harburger Geschäftsführer Martin Mahn und Vertreter der Behörde haben gemeinsame Leichen im Keller. Wer weiß ...


„Die Drucksache des rot-grünen Senats zur Start-up-Plattform wirft einige Fragen auf. Insbesondere die Höhe des Finanzbedarfs überrascht. Die FDP-Fraktion wird dazu im Wirtschaftsausschuss detaillierte Auskünfte verlangen.“
Michael Kruse, Vorsitzender der FDP-Fraktion in der Bürgerschaft

Diese Fragen stellen sich aus unserer Sicht nach der intensiven Recherche der Steuerverschwendung und der fortlaufenden Machenschaften im Harburger "TuTech-Haus":
  • Wie kann der Hamburger Senat - vertreten durch die Wirtschaftsbehörde BWVI - sicherstellen, dass es sich bei dem 10 Millionen Euro-Projekt "Beyoupilot" definitiv nicht um Subventionsbetrug und Schattenwirtschaft zu Lasten des Hamburger Steuerzahlers geht?

    "Der Senat braucht weniger als 1.000 Worte um knapp 10 Millionen Euro auf fünf Jahre für eine neue Startup-Plattform zu beantragen. Es ist abenteuerlich mit welch nebulösen Projektspezifizierungen hier eine Art Globalvollmacht zur Geldvernichtung vorgelegt wird."
    Stephan Jersch, wirtschaftspolitischer Sprecher der Linksfraktion in der Bürgerschaft

    Chefredakteur Thomas Keup
    Foto: HANSEVALLEY
    Jetzt liegt es bei der Hamburgischen Bürgerschaft, den 10 Mio. € Brocken blind durchzuwinken, oder kritische Fragen zu stellen und die Steuerverschwendung an der Süder-Elbe zu stoppen - im Interesse der nicht üppig gesähten Startup-Gründungen in Harburg, im Interesse der Hamburger Wirtschaft und - vor allem - im Interesse jedes einzelnen Hamburger Steuerzahlers. 

    Das Thema ist bei der Opposition bekannt. Es nicht gewusst zu haben, wird spätestens nach der Fragestunde im Wirtschaftsausschuss keine Antwort mehr sein. Wir bleiben dran.


    Vielen Dank für Ihr Interesse, Ihre Steuern nicht blind in der Elbe zu versenken.

    Mit  herzlichen Grüßen

    Ihr


    Thomas Keup
    Chefredakteur



     Hamburg Digital Recherche: 

    Beyourpilot - Startup Port Hamburg:
    Beschlussvorlage des Hamburger Senats

    HANSEINVESTIGATION: Der Fuchs im Hühnerstall. 
    Die millionenschwere Steuerverschwendung an der Süder-Elbe - Teil 1

    HANSEINVESTIGATION: Ein Startup Port für Hamburg. 
    Die millionenschwere Steuerverschwendung an der Süder-Elbe - Teil 2

    HANSEINVESTIGATION: Die Startup-Abzocke von Harburg.
    Die millionenschwere Steuerverschwendung an der Süder-Elbe - Teil 3


    HANSESTATEMENT: Von Harburger Subventionsrittern zur hanseatischer Metropole.











    Donnerstag, 11. Januar 2018

    HANSESTATEMENT: Von Harburger Subventionsrittern zur hanseatischen Metropole.



    Ein HAMBURG DIGITAL STATEMENT von
    Herausgeber & Chefredakteur Thomas Keup

    Liebe Leserinnen, liebe Leser:


    Herausgeber & Chefredakteur
    Thomas Keup
    Am 16. November 2016 besuchte ich mit großer Freude den jährlichen Pitch-Contest "Uni Pitch" der Hamburger Hochschulen im Forum Finkenau der HAW Hamburg. Ich war begeistert,  dass eine hochschulübergreifende Veranstaltung Studentinnen und Studenten aus Hamburg die Chance gibt, ihre Ideen für ein neues Geschäft in einem renommierten Wettbewerb zu präsentieren. Ein wenig verwundert war ich über die unübersehbare Präsenz des "Startup Dock". Als merkwürdig aufgefallen war mir der komplett eingekaufte Werbemittelkatalog - von Bierdeckeln bis zu Jutebeuteln. Damals dachte ich mir noch nichts dabei. Ein gutes Jahr später bin ich schlauer.

    55 Mann "Wasserkopf", 7,5 Mio. € Personaletats, 4,5 Mio. € "Luxus-Sanierung".

    In Hamburg hat sich mit TuTech, der Schwesterfirma Hamburg Innovation und ihrem "Startup Dock" allein ein Verwaltungsapparat von 55 Mitarbeitern in einem für 4,5 Mio. € sanierten "Luxus-Quartier" komfortabel eingerichtet. Ich selbst konnte bei einer Startup-Recherche am 29. August vergangenen Jahres die nagelneuen, ökologisch korrekten Glaskästen der Mitarbeiter*innen in der Harburger Schloßstraße in Augenschein nehmen. Noch bevor TuTech zu einem Investigations-Thema wurde wunderte ich mich, in welch' "Saus und Braus" eine öffentlich-rechtliche Technologie-Transfergesellschaft und ihre Startup-Förderung arbeiten. Heute bin ich mehr als schlauer.

    Die Geschichte zur "Steuerverschwendung an der Süder-Elbe" war ursprünglich als Sachbeitrag über die Arbeit der Technologietransfersstelle gedacht. Bis mehrere Kenner von Harburg auf mich zukamen und sagten: "Schauen Sie sich das mal näher an." Zu diesem Zeitpunkt wußte ich weder von dem exorbitanten Personalschlüssel, noch von der Beinahe-Pleite, den mich schockierenden Rügen des Rechnungshofes oder gar den unfassbaren Mieten für Startups in Harburg hintern Fußgängertunnel. Nach Gesprächen mit Hamburger Insidern über die geplante Serie bekam ich immer wieder neue Hinweise, die letzten Fakten teilweise erst 24 Stunden vor der Veröffentlichung.

    Jeder Politiker und Verwaltungsbeamter konnte die Zahlen und Fakten nachlesen.

    Nahezu alle Informationen in den drei Investigativ-Beiträgen sind öffentlich zugänglich, für jedermann ohne Hürden abrufbare Dokumente, jedoch nicht aus dem Hamburger Transparenzportal. Denn daran nehmen TU und TuTech aus "gutem Grund" nicht teil. Warum die Sprecher der Fraktionen in der Bürgerschaft die Berichte des Rechnungshofes, der TU Harburg und der TuTech GmbH bislang nicht zum Anlass genommen haben, nachzufassen, kann ich nur mit mangelndem Interesse, blinder Gutgläubigkeit und falsch verstandener Sympathie erklären. Hinter den Kellertüren von TuTech roch es bereits vor dem jetzigen Geschäftsführer ziemlich streng. Leider hat sich seit der Übernahme durch Martin Mahn seit 1. Oktober 2014 offensichtlich nichts verändert. 

    Mein Eindruck nach den persönlichen Reaktionen renommierter Protagonist*innen an Alster und Elbe, nach dem wütenden Aufschrei eines - natürlich nicht genannten - Mitarbeiters aus der Wirtschaftsbehörde (seine einzige Äußerung zur TuTech-Kritik: 'marktschreierische Darstellungen'), nach den Aufrufen meines Impressums und meiner Facebook-Seiten: hier habe ich offensichtlich in ein Wespennest gestochen. Nach der Veröffentlichung der drei Folgen zur finanziellen Situation, zum geplanten Gründerportal und zur Startup-Förderung kamen gut informierte Vertreter mit den Worten auf mich: "Weißt Du eigentlich schon das ...?".

    Die TuTech ist ein Thema - und im Gegensatz zu den Reden - leider nicht positiv.

    Ich hätte mir gewünscht, dass die Erfolgsbeispiele der Startup-Förderung - von Breeze bis Vilisto - nicht von durchsichtiger PR ("80% der Startups sind erfolgreich") billig verwässert werden. Das Aufwärmen der eigenen Aktivitäten in "Hamburg News" und "Harburg Aktuell" mit unbestätigter Behauptung nach Pareto-Prinzip lässt die Arbeit der Fleißigen, Ehrlichen und Engagierten in Technologietransfer, Patentverwertung und Startupförderung in ein zweifelhaftes Licht rücken. Derweil lässt sich Martin Mahn in Harburg als "Mann mit Meinung" feiern, der den Mief im Bezirk "wegwischt". Vielleicht sollte er mal vor der eigenen Haustür anfangen, bevor er den Bundesminister für digitale Infrastruktur anpöbelt.

    Diese Fragen stelle ich stellvertretend an die zuständigen Fachsprecher*innen für Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft und Technologie sowie Finanzen und Haushalt:
    • Wann wird die TuTech GmbH ihren überfälligen Geschäftsbericht 2016 veröffentlichen, damit jeder die testierten Fakten nachlesen kann?
    • Sind fast 1 Mio. € Notfall-Rettung und 55 Mann Verwaltung mit 7,5 Mio. € jährlichem Personalaufwand für eine lokale Transferstelle akzeptabel?
    • Ist die Harburger Schloßstraße für Technologie-Startups im internationalen Wettbewerb ohne innerstädtische Nähe heute wirklich eine gute Adresse?
    • Sind rd. 16,- €/qm Warmmiete für betreute Startups im 2. Jahr ff. noch ein vertretbarer Mietpreis oder schon Wucher gegenüber Jungunternehmen?
    • Sind 11 Mitarbeiter für 7 geförderte Jungunternehmen im Startup Dock womöglich eine reine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme?
    • Ist der "Gründerpate" Martin Mahn angesichts der nachzulesenden Fakten noch der geeignete Steuermann für die TuTech in Harburg?
    • Wie will der Senat die Geldverschwendung in den Griff bekommen und die Effizienz von TuTech auf ein akzeptables Niveau heben?

    Es ist die Aufgabe der Bürgerschaft in Koalition und demokratischer Opposition, im Auftrag der Hamburger Steuerzahler dafür zu sorgen, dem "Dukatenesel" das "Freiticket" zu entziehen. Wenn der von Wissenschafts- und Wirtschaftsbehörde geplante "Innovation Port Hamburg" nicht mit einem Geschmäckle von Steuerverschwendung und "Vetternwirtschaft" ans Netz gehen soll, ist jetzt die Zeit gekommen, in der Harburger Schloßstraße durchzufegen und auszumisten. Hierum wird sich in den kommenden Monaten auch das Bundeswirtschaftsministerium und der Bundesrechnungshof kümmern müssen, da das "Startup Dock" mit BMWi-Geldern im Werbemittelkatalog shoppen war.

    Olaf Scholz, Katharina Fegebank und Frank Horch haben Recht, Wissenschaft und Forschung, Wissenstransfer und wissensbasierte Startups in den Mittelpunkt der politischen Ambitionen für die Freie und Hansestadt zu stellen. Die digitale Transformation und die technologiebasierte Ausbildung der nächsten Generation sind das künftige Kapital, damit in Hamburg nicht mehr ein Kaffeesack nach dem anderen umfällt (wie z. B. Medien, Reederein, Banken und Versicherungen). Die Digital Hub Initiative von Bitkom und Wirtschaftsministerium zeigt: die 11 DE-Hubs neben Hamburg schlafen nicht. Niemand - und ich meine niemand - wird auf die Freie und schlafende Hansestadt warten.

    Appell an weltstädtische Politik der echten Offenheit im Interesse der Zukunft.

    Die Aufgabe eines Journalisten ist es, zu berichten, was ist. Eine Investigativ-Recherche über mehrere Monate, vertrauliche Gespräche und stundenlanges Studium ist sicher keine "Kuschelgeschichte".  Ja, es tut weh in Wissenschafts- und Wirtschaftsbehörde. Und es ist im Interesse der Stadt, für die ich mich aus voller Überzeugung entschieden habe und jeden Tag stark mache. Eine Stadt, die ein paar "Sümpfe trocken legen" muss, Offenheit gegenüber anderen Meinungen lernen darf und ihre etwas "provinzielle Anmutung" in der Öffentlichkeit gern ablegen kann. Als langjähriger Wahl-Berliner darf ich sagen: Dann klappt's auch mit der Weltstadt. Und das wäre plietsch!

    Vielen Dank für die Bereitschaft, sich eine andere Meinung durchzulesen!

    Mit  herzlichen Grüßen

    Ihr


    Thomas Keup
    Chefredakteur

     Hamburg Digital Recherche: 

    HANSEINVESTIGATION: Der Fuchs im Hühnerstall. 
    Die millionenschwere Steuerverschwendung an der Süder-Elbe - Teil 1

    HANSEINVESTIGATION: Ein Startup Port für Hamburg. 
    Die millionenschwere Steuerverschwendung an der Süder-Elbe - Teil 2

    HANSEINVESTIGATION: Die Startup-Abzocke von Harburg.
    Die millionenschwere Steuerverschwendung an der Süder-Elbe - Teil 3

    Montag, 8. Januar 2018

    HANSEINVESTIGATION: Der Fuchs im Hühnerstall.


    Unabhängig. Unmanipuliert. Ungewollt.

    Die millionenschwere Steuerverschwendung
    an der Süder-Elbe - Teil 1:

    Am 28. November 2017 erklärte Hamburgs Erster Bürgermeister in seiner Grundsatzrede zum Wissenschaftsstandort Hamburg im Übersee-Club am Neuen Jungfernstieg: "Der Innovationscampus soll Ausgangspunkt für wissensbasierte Startups und Existenzgründungen aus allen Hamburger Hochschulen heraus werden. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen bei Green Technologies, Life Sciences und Digitalisierung.


    Hamburgs Erster Bürgermeister vor dem Übersee-Club Hamburg
    Foto: Universität Hamburg/FHH

    Der SPD-Spitzenpolitiker weiter: "Das Wachstum (auf 15.000 Studenten in Harburg, die Red.) soll einhergehen mit einer noch besseren Vernetzung der TU mit der Hamburger Wirtschaft in den zentralen Branchen, mit einer fortschreitenden Verbesserung der Lehre und des wissenschaftlichen Transfers. Hier ist die TU mit der TuTech und dem Innovation Campus Green Technologies ... schon heute gut aufgestellt."

    Was ist der "Innovation Campus Green Technologies"? Wer ist die von Olaf Scholz gelobte "TuTech"? Was passiert am Harburger Hafen vor und hinter den Kulissen? HANSEVALLEY hat Geschäftsberichte studiert, eigenständig recherchiert und Protagonisten interviewt. Ergebnis: In Harburg ist eine millionenschwere Steuervernichtung am Laufen - vor den Augen von Senat und Bürgerschaft. 

    HANSEINVESTIGATION: Die millionenschwere Steuerverschwendung an der Süder-Elbe - Teil 1: Der Fuchs im Hühnerstall.

    Sie erzielte 2016 Erlöse von 15 Mio. €, landete im Jahr zuvor mit sage und schreibe 3 Mio. € in den roten Zahlen, ist Eigentümerin des Laserzentrums Nord und besitzt mit dem "Innovation Campus Green Technologies" seit März 2017 eine für 4,5 Mio. € Steuergeldern modernisierte "Luxus-Herberge" - mit gut 3.000 qm Büros und Eventläche am Harburger Hafen, so der Jahresabschluss der TU Hamburg 2016. Die TuTech Innovation GmbH ist Unternehmerin, Gesellschafterin und Immobilienbetreiberin. Satte 227 Mitarbeiter stehen auf der Gehaltsliste, davon stolze 55 Mitarbeiter in der Verwaltung - plus 171 Projektbeschäftigte. Personalkosten: unglaubliche 7,5 Mio. € in 2016 - und es waren schon 8,5 Mio. €.


    Heroisch wirkende Selbstdarstellung TuTech Innovation GmbH
    Foto/Grafik: Homepage TuTech

    Ohne eine Finanzspritze aka "Liquiditätsbeihilfe" von fast einer Million Euro in 2015 durch die Gesellschafter Technische Universität (51%) und Hamburger Senat (49%) wäre bei "TuTech Innovation" das Licht für immer ausgegangen, ohne Inanspruchnahme des Kontokorrents der Hausbank wäre die GmbH nicht mehr zahlungsfähig gewesen, weist der Jahresabschluss 2015 der TuTech GmbH (S. 25) aus. Bis heute hat die TuTech GmbH laut Bundesanzeiger keinen Geschäftsbericht für 2016 veröffentlicht, und damit Gesellschafter und die Bürgerschaft offensichtlich in Unkenntnis über die finanzielle Entwicklung gelassen.

    Nach ihrer Rettung in letzter Minute versucht die lokale Technologietransfergesellschaft TuTech mit einem sanierten "Luxus-Campus" und einer dominierenden "Startup-Trommel"  mit ihrem - Zitat eines Insiders - "Möchtegern-Gründerpaten" in Hamburg das Thema Existenzgründungen zu besetzen. Dabei sind nicht alle Protagonisten an Alster und Elbe über die forschen Aktivitäten des seit Herbst 2014 agierenden Geschäftsführers Martin Mahn, seines Harburger "Wasserkopfes" und der Millionen schweren Geldvernichtung begeistert. 

    Martin Mahn und seine GmbH lassen es sich richtig gut gehen. Der Rechnungshof kritisiert: Die TechTech GmbH hat Aufträge bis zu 25.000,- € einfach ohne Ausschreibung und ohne jede Prüfung veranlasst, nachzulesen im Jahresbericht 2017 des Rechnungshofs (Punkt 220-222, S. 82). Zugleich hat die GmbH Mitarbeiter der TU großzügig mit Honoraren versorgt und jede Menge Geld für Feiern - pardon: Repräsenationszwecke - locker gemacht, wie der Rechnungshof rügt. Nicht genug: Um bei Förderprojekten immer vorn dabei zu sein, hat die TuTech Personalkosten kleingerechnet und weitere Kosten geschönt, wie der Rechnungshof in den Punkten 213-216 auf S. 80/81 des Jahresberichts moniert.


    TuTech: Dominanz über Hamburgs Hochschulen.

    Eigentlich ist die TuTech eine "lokale Erscheinung". Als Transfergesellschaft der kleinen TU Harburg dürften 12,8 Mio. eingeworbene Fördermittel und 6 ausgegründete Tech-Startups in 2016 niemanden stören. Doch ein Blick auf die Website von TuTech zeigt: Hier ist "ein Fuchs im Hühnerstall" unterwegs. Das Vehikel heißt Hamburg Innovation GmbH. Größter Gesellschafter der 2004 gegründeten Servicegesellschaft: die TU Hamburg und ihre TuTech GmbH - mit zusammen 33% der Anteile. Damit haben die Harburger die Sperrminorität, können die anderen 7 staatlichen Hochschulen mit meist 3-10% Anteilen überstimmen. Zufällig ist Martin Mahn als Geschäftsführer der einen Firma auch Geschäftsführer der zweiten Firma, bewirtschaftet TuTech den Betrieb von Hamburg Innovation.


    Sinnbildlich: Gut gepolsterte Sitze in sanierter Luxus-Immobilie.
    Foto/Grafik: Ausschreibung Hamburg Innovation

    Mit seiner Hamburger Transferfirma dominiert der Macher aus der Harburger Schloßstraße die anderen Player gleich mit. Aktuelles Beispiel: "beyourpilot". Die von der Hamburger Beratungsagentur Evers & Jung konzeptionierte Online-Plattform ist nicht nur Monate im Verzug, sie wurde durch die Hamburg Innovation GmbH auch gleich ihren Gesellschaftern als stadtweiter "Startup Port Hamburg" verkauft, wie Olaf Scholz in seiner Rede betonte. Die geplante Website ist eine Nachfolge-Initiative des bereits von TuTech mit öffentlichen Steuergeldern versenkten "HEP - Hamburger Existensgründungsprogramms".

    Auch wenn das zu TuTech gehörende "Startup Dock" "beyourpilot" noch vor der Software-Entwicklung als Highlight 2018 feiert - die geplante Plattform ist alles andere, als ein geliebtes Wunschkind: Etablierte Startup-Förderer - wie die Hamburger Existenzgründerinitiative - H.E.I. - und der Gründerservice der Handelskammer Hamburg - sind trotz frühzeitiger Einladung nicht dabei, ebenso wenig, wie man die engagierten Privathochschulen nicht mit auf die Reise nehmen will. Auch wenn sich Hamburg Innovation als Mittler zwischen den Welten versteht, im Endeffekt beschränkt sich die Offenheit wohl auf jene staatlichen Partner, auf die man direkt Einfluss nehmen kann.

    Was wird die neue Hamburger Gründer-Plattform "beyourpilot" bieten? Ist sie womöglich dreist abgekupfert worden? Wer verdient mit "beyourpilot"? Und was beabsichtigt TuTech-Geschäftsführer Martin Mahn mit einer zentralen Online-Plattform in Hamburgs Wissenschaftslandschaft? HANSEINVESTIGATION: Die millionenschwere Steuerverschwendung an der Süder-Elbe - Teil 2: Ein Startup Port für Hamburg: www.hanseinvestigation.de.



    *  *  *

     Hamburg Digital Recherche: 

    HANSEINVESTIGATION: Ein Startup Port für Hamburg. 
    Die millionenschwere Steuerverschwendung an der Süder-Elbe - Teil 2

    HANSEINVESTIGATION: Die Startup-Abzocke von Harburg.
    Die millionenschwere Steuerverschwendung an der Süder-Elbe - Teil 3

    HANSESTATEMENT:
    Von Harburger Subventionsrittern zur hanseatischer Metropole.
     Hamburg Digital Background: 

    Rede Olaf Scholz, 28.11.2017, Übersee-Club, Hamburg:
    www.uni-hamburg.de/newsroom/videos/2017-11-30-scholz-wissenschaftsstandort.html

    TuTech Innovation GmbH, Hamburg:
    http://tutech.de/

    Hamburg Innovation GmbH, Hamburg:
    https://hamburginnovation.de/gesellschafter-und-partnerschaften/

    Jahresabschluss 2015 TuTech Innovation GmbH, Hamburg:
    www.firminform.de/unternehmen/217751/jahresabschluss

    Jahresabschluss 2016 Technische Universität Hamburg:
    www.hamburg.de/contentblob/8914242/ccb6faa2f51657de027d9aaa65830767/data/2016-tuhh-testierte-bilanz-technische-universitaet-hamburg2-harburg.pdf

    Jahresbericht 2017 Rechnungshof der Freien und Hansestadt Hamburg:
    http://daten.transparenz.hamburg.de/Dataport.HmbTG.ZS.Webservice.GetRessource100/GetRessource100.svc/1d17b155-cbe7-4b6b-8da7-514c379d2775/Akte_300.1204.007.pdf