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Montag, 26. April 2021

HANSESTARTUPS: Nect zeigt, wie KI Kurzarbeitern und Unternehmen auch nach Corona hilft.

 HANSE STARTUP MAGAZIN

Nect-Gründer Benny Bennet Jürgens setzt auf KI bei der Online-Identifikation.
Foto: Nect/Matthias Friel

Bis zu 700.000 Hilfesuchende, die sich seit Frühjahr 2020 beim Arbeitsamt als arbeitslos oder in Kurzarbeit meldeten. Die Notwendigkeit der Bundesagentur, die Identität ihrer Kunden zu überprüfen - mit bis zu 5.000 Online-Identifikationen pro Stunde. Und ein ID-Verfahren über Nacht bei der IFB in Hamburg, damit Unternehmer die Corona-Soforthilfe bekommen konnten. 2020 schlug die Stunde für “Selfie-Ident” aus Hamburg. Das HANSESTARTUP “Nect” gehört seit der Pandemie zu den führenden Online-ID-Anbietern - und hat den elektronischen Personalausweis ebenso auf die Plätze verwiesen, wie Video-Ident-Dienstleister.


Zeit für das Hanse Startup Magazin nachzufragen, wie das Team um Benny Bennet Jürgens und Carlo Ulbrich bis zu 700.000 “Selfie-Idents” auf dem Handy gepackt hat, was die mehr als 60 Mitarbeiter - davon rd. 30 Techis - vom Großen Burstah in diesem Jahr vorhaben - und wohin die Reise des jungen norddeutschen Technologieanbieters geht. Chefredakteur Thomas Keup nutzte die KI-Identifikation selbst bei HEK und HKK - und sprach anlässlich des 4-jährigen Bestehens mit Gründer und Geschäftsführer Benny Bennet Jürgens über Status Quo und Ausblick:


Nect in der Corona-Pandemie


Mit der Pandemie mussten schnell digitale Lösungen geschaffen werden:
Die Bundesagentur für Arbeit entschied sich für Nect aus Hamburg.
Illustration: Gerd Altmann, Pixabay

Ihr seid seit geraumer Zeit in Richtung Versicherungswirtschaft unterwegs, habt im vergangenen Jahr die Bundesagentur für Arbeit als großen Kunden gewonnen. Wie gewinnt ein Tech-Startup aus Hamburg einen bundesweiten Großbetrieb wie die Bundesagentur für Arbeit?


Im letzten Jahr war es so, dass es aufgrund der Pandemie Ausnahmen gab, damit Vergaben beschleunigt stattfinden konnten. Die Bundesagentur für Arbeit hat ein Research gemacht, wie Ihr Problem gelöst werden kann und ist dabei u. a. auf unsere Technologie gestoßen. Über eine Ausschreibung konnten wir dann ein Angebot abgeben.


Es gibt diverse Authentifikationsverfahren mit Videoagenten, mit Personalausweisen die man fröhlich in die Kamera hält, mit Verfahren die mehr oder weniger sicher sind - Stichwort “N26” in der Vergangenheit. Habt Ihr im Nachgang erfahren, wie die Bundesagentur auf Euch gekommen ist bzw. was war der BA besonders wichtig?


Der Kernpunkt war, dass es ein automatisiertes Verfahren sein musste, weil mindestens 5.000 Idents pro Stunde verarbeitbar sein sollten. Es hatten sich im Mai/Juni vergangenen Jahres rd. 600.000 bis 700.000 Arbeitslosmeldungen angesammelt, die möglichst schnell abgearbeitet werden mussten, damit die Leute weiterhin ihr Geld bekommen konnten. Mit einem Video-Ident wäre das gar nicht möglich gewesen. Bei 5.000 Idents die Stunde braucht man wahrscheinlich 1.000 Mitarbeiter, die man auch erst schulen müsste. Deshalb ein automatisiertes Verfahren. 


Die Bundesagentur für Arbeit ist ja nicht immer und überall nur als digital-fortschrittlicher Dienstleister bekannt. Nicht immer werden die u. a. durch Unternehmensberater eingeführten Abläufe als hilfreich und damit kundenorientiert wahrgenommen. Welche Erfahrungen habt Ihr in den rd. drei Wochen gemacht, als Ihr “Selfie-Ident” im Frühsommer vergangenen Jahres bei der Nürnberger Bundesagentur eingerichtet habt?


Ich war sehr, sehr positiv überrascht, wie die Bundesagentur für Arbeit im Inneren arbeitet - sehr fortschrittlich, sehr kundenorientiert. Natürlich kennt man die Storys und sicher gibt es auch negative Erfahrungen bei der Arbeitslosmeldung. Gleichzeitig muss ich sagen, dass sich in der Zusammenarbeit für mich ein komplett anderes Bild entwickelt hat. Und so hat sich denn auch gezeigt, dass die Entscheidung nicht als reiner Kostenfaktor gewertet wurde. Die Bundesagentur hat Umfragen unter allen Teilnehmern des Selfie-Idents gemacht, wie man das bewertet und möchte man das auch in Zukunft haben. Es ist eher eine Entscheidung auf Nutzerseite getroffen worden. Deshalb soll es auch weiter gehen.


Ihr seit auch bei privaten Versicherern unterwegs. Werdet Ihr tatsächlich zum Dienstleister für Authentifizierungsverfahren der öffentlichen Hand?


Wir sehen uns in dem Sweetspot, in dem wir alle großen Kunden mit unserer Lösung bedienen. Wir haben angefangen mit den großen Schwergewichten, mit einer R+V zum Beispiel. Auch ich habe vorher zehn Jahre in einem Versicherungskonzern gearbeitet. Wir wissen gut, wie wir mit denen umgehen müssen - und das macht einfach auch Spaß. Wir sehen uns aktuell sehr stark bei großen Versicherungshäusern, bei großen Banken und auch Behörden gehören dazu. Wir bieten nicht die ‘eine Lösung für besondere Einzelfälle’, unser Fokus sind die großen Schwergewichte, ebenso wie der Mittelstand. 


Ausblick Produkt + Entwicklung

Die Nect-App mit Selfie-Ident und wiederverwendbarer ID.
Illustration: Nect

Für 2021 ff.: Was dürfen Eure Kunden in diesem Jahr und darüber hinaus an Neuerungen erwarten?


Das nächste große Produkt, das wir auf den Markt bringen, ist die E-Signatur; dass wir unsere Identitätsbestätigung auch dafür nutzen, um digital Verträge unterzeichnen zu können. Hier sind wir auf dem höchsten regulatorischen Level, der qualifizierten elektronischen Signatur, so dass auch die Schriftform ersetzt werden kann mit unserer Nect-Signatur. Was für uns dann auch sehr wichtig auf dem Plan steht, ist das Thema Internationalisierung. Wir wollen dieses Jahr möglichst auch die ersten Kunden aus dem Ausland gewinnen und nicht nur in Deutschland.


Bei vielen Apps ist es so: einmal benutzt und dann nie wieder angefasst. In wiefern erwartet Ihr, dass Eure Lösung, nachdem sie einmal z. B. bei einer Krankenkasse genutzt wurde, besser auf dem Smartphone bleibt, weil man sie in Zukunft wieder brauchen könnte?


Wir sehen jetzt schon eine relativ hohe Quote an Leuten, die die App mehrfach verwenden, weil sie mehrere Versicherungen haben. Ein Beispiel: Ich habe eine gesetzliche Krankenversicherung und dann habe noch eine Haftpflicht bei einer R+V oder einer HUK Coburg. Da haben wir dann schon zwei Fälle, wo man unsere App verwenden kann. Meist ist es aber so, dass man nicht nur eine oder zwei Versicherungen, sondern vier, fünf, sechs Versicherungen hat. Und wir haben schon einen relativ hohen Marktanteil im Versicherungssegment - jetzt auch bei den Krankenkassen. Daher ist es sinnhaft, die App mehrfach weiterzuverwenden, denn es wird für viele Menschen immer häufiger die Chance dazu geben. Die Möglichkeit dazu schafft Nect mit einer wiederverwendbaren ID in der App.


Künstliche Intelligenz in Hamburg


Schafft es die Hafenstadt Hamburg, zur Heimat für Software und KI zu werden?
Foto: HANSEVALLEY

Blick aus der Vogelperspektive: Hamburg als Startup-Standort unter den großen Metropolen Nr. 3 nach Berlin und München, unter den Bundesländern Nr. 4 nach Berlin, Bayern und NRW. Es gab letztes Jahr zum Startup-Monitor bei PwC massive Kritik. Wie bewertest Du heute 2021 auch unabhängig von Corona den Startup-Standort Hamburg?


Ich glaube es ist eine Frage, welchen Blickwinkel man darauf hat: Ich bewerte den Standort deswegen positiv, weil wir als Deep-Tech-Unternehmen einen schönen Standort haben, um gute Talente zu finden, ohne in den Riesen Wettbewerb gehen zu müssen. Ich habe in der Stadt mit vielen Einwohnern und Universitäten schon mal per se gute Möglichkeiten, um Talente zu gewinnen. Es ist eine wunderschöne Stadt, in der auch viele Leute leben wollen, d . h., ich kann auch Leute von außerhalb überzeugen, hierherzuziehen. Aber in allen Bereichen habe ich nur relativ wenig Wettbewerb - vor allem auf der Startup-Ebene.


“Die Firma verdanke ich dem Standort.”


Ich habe natürlich viel Wettbewerb, wenn ich in Richtung Philips oder Dermalog gucke. Die haben ja auch Computer-Vision-Talente am Start. Aber als Arbeitnehmer kann es ja auch eine Entscheidung sein, jetzt Lust zu haben, in einem Startup mitzuarbeiten oder auch in einem Scaleup, wie wir uns jetzt schimpfen dürfen. Wenn ich diese bewusste Entscheidung treffe, dann habe ich in Hamburg halt gar nicht so viel Auswahl. Das ist für uns vom Standort her dann erstmal ganz gut, dass man Talente finden kann. Und auch, dass man von der Stadt Hamburg eine gute Förderung bekommt. Ich bin der Überzeugung, dass es uns nicht geben würde, hätten wir damals nicht die Förderung von der IFB Hamburg bekommen.


Natürlich gibt es nicht nur einen “War of Talents”, sondern auch einen “War of Regions” - z. B. im Wettbewerb mit Lübeck und der Universitätsmedizin oder in Niedersachsen mit dem autonomen Fahren und der Autoindustrie. Wo siehst Du denn Stärken bzw. besondere Chancen für KI in Hamburg?   


Wir haben ja viel optische Kompetenz in Hamburg. Wir haben Philips, wir haben Olympus, wir haben Dermalog. Wir haben viele große, namhafte Unternehmen, die aus Tradition mit optischer Verarbeitung unterwegs sind. Ich sehe allgemein KI im Rahmen der optischen Erfassung und Verarbeitung als extrem wertvoll an. Wir haben eine gute Chance, die Kompetenzen die man in Hamburg versammelt hat, dann auch mit KI zu nutzen, um sich dort zu positionieren. 


Durch die Presse gegangen, hart aufgeschlagen, wir waren da ganz vorn mit dabei: keine Anschlussfinanzierung für “Ahoi Digital”, die Informatik-Initiative der Freien und Hansestadt Hamburg. Die Chance auf 35 zusätzliche Informatik-Professuren ab 2021 nicht mehr da. Wie beurteilst Du die Informatik-Ausbildung und was sollte die Stadt machen, um Tech-Unternehmen wie Euch die Chance auf neue, zusätzliche Talente zu bieten?


Ich würde auch da weiter vorn anfangen: Allgemein ist in Deutschland Informatik und Software - alles was nicht klassisches Ingenieurwesen ist - immer noch sehr stiefmütterlich behandelt - und ist in Deutschland auch nicht als das wertvolle Handwerk angesehen. Das ist - glaube ich - das Problem. Wenn man erkennen würde, wie wertvoll das Handwerk Software ist, dann würde man vielleicht auch andere Entscheidungen treffen.  


DIE HAMBURG-FRAGE Ich bin bei Dir: stiefmütterlich? Ja! Kulturfrage? Ja! Ich möchte Dich an der Stelle aber nicht entlassen wollen mit ‘Es ist eine Kulturfrage’. Ich bleibe bei Hamburg, ich komme nochmal zurück: Was kann, was sollte der Hamburger Senat machen, um die Informatik aus der Kellerecke herauszuholen?


Ich finde, es ist am Ende des Tages eine Marketing-Aufgabe, indem ich jede Gelegenheit nutze darüber zu reden, welche Vorteile dem einzelnen Bürger durch Software entstehen, und vielleicht auch noch Porträts über entsprechende Leute machen, die das ganze Thema ins rechte Licht rücken. Das ist etwas, das begleitet mich schon seit 15 Jahren. Der Beziehungsstatus von Deutschland und Software ist immer noch 'kompliziert'. 


Natürlich gibt es positive Beispiele, z. B. das ganze Thema Deep Fakes, was viel durch die Presse gelaufen ist. Eine der Kernkompetenzen für Deep Fake sind dann auch an einer Uni in München. D. h., wir haben ja positive Beispiele in Deutschland, die sich auf die ganze Welt auswirken - und das muss man dann vielleicht noch stärker nutzen im eigenen Marketing, um zu sagen, was das für einen Impact hat. Das ist natürlich das, was Menschen immer gern wollen, einen Impact. Vielen ist bei Software nicht so ganz klar: Was habe ich denn für einen Impact? Das kann ich ja gar nicht greifen.


Nect-Gründer Benny Bennet Jürgens und Carlo Ulbrich:
Digitale Zukunft entwickelt in Sichtweite des Hamburger Rathauses.
Foto: Nect

Das ist das, wo eine Uni oder eine Stadt Hamburg anpacken muss, wenn sie einen Standort in diese Richtung fördern will. Wenn sie es nicht will, weil sie sagt, wir leben weiter von dem klassischen Handwerk und vom Hafen, ist das ja auch ok. Das kann ja eine Entscheidung sein. Ob ich jetzt die Entscheidung so treffen würde, ich glaube nicht. Wenn man in Richtung Software gehen will, ist das eine große Marketing-Aufgabe.  


Vielen Dank für die offenen Worte!

Das Interview führte Thomas Keup.


* * *


 Hanse Digital Background:  


Spotifiy Podcast:

4 Jahre Nect - Interview mit Benny Bennet Jürgens

 https://open.spotify.com/


HANSESTARTUPS:

Nect - Damit Benny auch wirklich Benny ist

hansevalley.de/2018/01/hansestartups-nect.html




Donnerstag, 12. November 2020

HANSEINVESTIGATION: Startup-Förderung in Hamburg - Die Stunde der Wahrheit!

Ein HANSE DIGITAL INVESTIGATIV von
- Landeskorrespondent Gerd Kotoll -

Oder: Wer plündert hier das Hamburger Steuersäckel? 

Den Schein wahren ... und manchmal auch die Scheinchen:
Der rot-grüne Hamburger Senat 2020-2025
Foto: Senatskanzlei Hamburg

Knapp 50 Mio. € Fördersumme für staatliche Startup-Förderprojekte in gerade einmal drei Jahren. Fast 60 Experten für Beratung, Ausgründung, Transfer und Finanzierung von Startups und ihren Innovationen an Alster und Elbe. Aber: Ein “Innovations- und Wachstumsfonds” mit geplanten 100 Mio. € Volumen, der nach fast 5 Jahren abgeblasen wird. Willkommen im Startup-Universum hinterm Deich.

Was ist aus der 2014 für dieses Jahr versprochenen “Innovationsregion” des SPD-geführten Senats geworden? Warum musste der viel beschworene Investitionsfonds für Startups scheitern? Wie hat sich eine Startup-Unit mit 1,5 Mitarbeitern zum Fixstern des Hamburger Gründeruniversums aufschwingen können, und welche neue Idee hat sich die staatliche Förderbank IFB ausgedacht, um doch noch Investoren das Geld abzunehmen? Landeskorrespondent Gerd Kotoll mit den Fakten:


Auf welches Ergebnis kommen Sie?

Grob überschlagen sind es rd. 50 Mio. Euro, die aus dem Hamburger Haushalt seit gut 3 Jahren in die Strukturen der (halb)staatlichen Förder- und Beratungseinheiten geflossen sind und weiter üppig fließen. Auch hier gilt: Unsere Aufzählung ist sicher weder in Bezug auf die Anzahl der Institutionen noch auf die aus dem Steuersäckel zur Verfügung gestellten Summen vollständig.

Anders formuliert: Seit dem Zeitpunkt des Bürgerschaftsbeschlusses zur Einrichtung des “Innovations- und Wachstumsfonds” im Januar 2016 hat die Stadt Hamburg durch den Senat rund die Hälfte des Volumens des jetzt abgeblasenen Fonds in den Aufbau von Strukturen, Stellen und Zuständigkeitswirrwarr gesteckt - ohne dass ein Startup mit einem einzigen Euro direkt gefördert wurde. Die Stadt hätte also eigenhändig einen Fonds auf den Weg bringen können, ohne private Kapitalgeber mitzunehmen.

Die hatten übrigens aufgrund der für sie unattraktiven Konstruktion des geplanten Fonds kein Interesse an einer Beteiligung, wie wir aus dem Umfeld des beauftragten Initiators erfuhren - womit dann auch der wahre Grund dieses Fiaskos genannt ist. Dabei hatte man die Hamburger Senatsgesandten auf ihrer Investorensuche in Berlin bereits 2016 unverrichteter Dinge zurück in die schönste Stadt der Welt geschickt. Aber man wollte ja nicht hören.

Nicht hören möchte man in diesem Zusammenhang auch die Aussagen aus der Finanzbehörde, die es als nicht vermittelbar ansieht, wenn durch einen mit 100% aus Steuermitteln ausgestatteten Fonds finanzielle Risiken eingegangen werden, die zum Totalverlust führen können. Stimmt, möchte man reflexartig meinen. Aber ist das Schaffen redundanter Strukturen sinnvoller? In Bezug auf das eingesetzte Steuergeld sicher nicht, denn das ist in jedem Fall weg. Bei gleichzeitig noch niedrigerer Renditeerwartung.

Und die Strukturen der Beratungsinstitutionen? Die sind ja alle noch da. Haben Sie mitgezählt? Auf wie viele sind Sie gekommen? Mehr als zehn? Mehr als fünfzehn? Wir hatten Sie im ersten Teil gewarnt: Hefte raus, Mathe-Klausur (auch im Corona-Lockdown)! Genannt haben wir zwölf - denke ich. Dabei ist die Aufzählung - wie gesagt - in keinem Fall vollständig oder abschließend. Gerade deswegen drängt sich aber folgende Frage auf:

Wozu braucht eine Stadt mehr als ein Dutzend Gründungsberatungsstellen? Wohlgemerkt: eine Stadt, die einen Startup-Förderfonds nicht auf die Beine gestellt bekommt. Eine Stadt, die aber noch im Dezember 2018 von sich behauptete, auf dem Weg zur “Innovationshauptstadt Europas(!) ein gutes Stück vorangekommen” zu sein (Spoiler: Dank der IFB). Wir konnten das auch kaum glauben, haben es aber schwarz auf weiß. Und jetzt?

Was haben Sie übersehen? Na? Entschuldigung, die Frage war gemein, denn Sie konnten gar nichts sehen. Weil es sie nicht gibt, z. B. die Mittel für die Schaffung bzw. den Ausbau von Entrepreneurship-Professuren an den Hamburger Hochschulen. Vielfach gefordert, von der zuständigen Senatorin freundlich-unverbindlich als wichtige Aufgabe öffentlich bekräftigt, ist in Sachen Entrepreneuship an Hamburgs Hochschulen … nichts passiert. Außer ein “Startup Dock” und ein “Startup Port” in Harburg - u. a. dank üppiger “EXIST”-Mittel des Bundes.

Falsche Prioritäten - fehlgeleitete Mittelverwendung!

Genau das würden die Programmbetreuer der IFB Innovationsstarter GmbH den sich bewerbenden Startups wohl vorhalten - und dann eine Förderung ablehnen. Diese Erkenntnis fehlt dem Senat aber. Für einen Senat mit einem derart hohen Anspruch ist das alles zusammen ein niederschmetterndes Ergebnis. Senat? Geht es nicht ‘ne Nummer kleiner? Die Wirtschaftsförderung ist ja “nur” bei der Wirtschaftsbehörde aufgehängt. Ja, genau. Und dort strampelt sie weitgehend ohne Bodenkontakt vor sich hin.

Wie wir darauf kommen? Schauen Sie sich doch mal an, wie viele Menschen bei “Hamburg-Invest” für Immobilien zuständig sind, und dann wie viele für die Startup-Förderung? (Und ziehen Sie den gern mehrfach verkauften Pressesprecher bitte ab). Ach so?! Das geht trotzdem, meinen Sie, weil es ja die vielen anderen Startup-Beratungs-Förderungs-Vernetzungs- und (nur nicht) Finanzierungs-Dingens gibt? Jaja. Nur sagt “Hamburg-Invest” dazu Folgendes (Zitat, entnommen aus dem unten genannten Artikel):

“Mit der Bündelung unterschiedlicher Services unter dem Dach der Hamburg Invest professionalisieren wir das rasant wachsende Startup-Ökosystem zwischen Elbe und Alster.” (Hervorhebung durch die Redaktion) 

Soso. Wenn das mit der aktuellen Personalzahl der Startup-Unit (1 Leiterin + 1 Aushilfe) bei “Hamburg-Invest” funktioniert, dann kann man die anderen rd. 60 gezählten Akteure wohl in der Tat als unprofessionell bezeichnen (z. B. “Be your pilot”: 11 Team-Mitglieder, “IFB Innovationsstarter”: 11 Finanzierungsprofis, “Ahoi.digital”: 8 Hochschul-Koordinatoren, Handelskammer: 5 Gründungsprofis, “HEI Hamburg”: 4 Gründungsprofis, “IKS Hamburg”: 4 Transferprofis, “DESY Startup Office”: 4 Gründungsberater). Vielleicht sieht man sich deswegen auch nicht als Konkurrenz, wie es in dem Artikel weiter heißt.

Dennoch bleibt es ein Problem das ganzen Senats, da sich auch die Wissenschaftsbehörde nicht mit Ruhm bekleckert: zu wenig Ausgründungen (2018: 14 in Hamburg zu 59 in Lüneburg), zu wenig MINT-Studenten (200 neue zu 1.500 mit “Ahoi digital” geplanten), zu wenig Entrepreneurship-Kurse. Alles im “Deutschen Startup-Monitor” 2019 und 2020 für Hamburg belegt. Wenn in einer Stadt erheblich mehr Lehrstühle für Genderstudies als für Entrepreneurship an den staatlichen Universitäten finanziert werden, wundert es nicht, dass es keine Hamburger Hochschule unter die Top Ten der Gründer-Unis schafft, im Gegensatz zu Bremen ...

Solange universitäre Exzellenz im Elfenbeim-Turm der wissenschaftlichen Unantastbarkeit verharrt, solange werden teure Programme wie “Ahoi digital” erfolglos bleiben - mit allen negativen Konsequenzen für die Stadt. Pro-Tipp: Suchen Sie den Begriff “Ahoi digital” doch mal im aktuellen Koalitionsvertrag. Ist ja ein Programm, was über fünf Jahre aufgelegt wurde.*

Bestimmt konnte man weder bei “Hamburg-Invest” noch bei der Wirtschaftsbehörde Anfang September d. J. ahnen, dass das mit dem “Innovations- und Wachstumsfonds” nach fast fünf Jahren nun doch nichts wird. Wie sonst ist es zu erklären, dass in einem Interview - nachzulesen auf der Homepage von “Nextmedia Hamburg” - auf die Frage, was den Hamburger Gründungsstandort so besonders macht, folgende Antwort von “Hamburg-Invest” kommt. Zitat:

“Es gibt hier viele mittelständische und familiengeführte Gesellschaften, die unternehmerisch denken und sich als Business Angel für Startups engagieren.” 

Für ein finanzielles Engagement beim Innovations- und Wachstumsfonds reichte die Überzeugungskraft dann wohl doch nicht aus. Das erklärt sicher auch, warum die neueste Idee der "IFB" - das “Hamburger Investorennetzwerk” - erst einmal getagt hat - aber mit einem eigenen Mitarbeiter bei der Förderbank glänzt. Insgeheim hofft man in der Wirtschaftsbehörde an der Wexstrasse jetzt wohl auf den Startup-Fonds des Bundes. Der ist 10 Mrd. Euro schwer, und davon könnte doch in Hamburg was vom Laster fallen.

“Weil wir Hamburg sind” - so lautet der neue Hamburger Werbeclaim. Und der bekommt mit dem aktuellen Wissen aus mehr als einem Dutzend staatlicher Startup-Förderer einen ganz neuen, allerdings eher peinlichen Klang. Denn er ist offensichtlich mehr Schein als Sein. Früher war das in der ehrbaren Kaufmannsstadt mal umgekehrt.

Apropos “Jaja”. Sie wissen was “Jaja” bedeutet? Genau: ‘Klei mi an de Feut!’

*  *  *

 Hanse Digital Investigation: 

HANSEINVESTIGATION:
Startup-Förderung in Hamburg Teil 1 - Wer sagt hier die Unwahrheit?

 Hanse Digital Background: 

* “Ahoi digital” im Koalitionsvertrag (Seite 90): 
hamburg.de/senatsthemen/koalitionsvertrag/

Bericht des Haushaltsausschusses: Nr. 21/12652
buergerschaft-hh.de/

Kleine Anfrage der Bürgerschaft an den Senat: Nr. 21/13117
buergerschaft-hh.de/

Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft: Nr. 21/15571
buergerschaft-hh.de/

Öffentlich zugängliche Information genannter Institutionen:
ahoi.digital/

und weitere Recherchen und mathematisch gelöste Aufgaben. 

 Hanse Digital Recherche: 

HANSEINVESTIGATION:
Der Fuchs im Hühnerstall.

HANSEINVESTIGATION: 
Ein Startup Port für Hamburg.
HANSESTATEMENT: 

Mittwoch, 28. Oktober 2020

HANSEINVESTIGATION: Startup-Förderung in Hamburg - Wer sagt hier die Unwahrheit?

Ein HANSE DIGITAL INVESTIGATIV von
- Landeskorrespondent Gerd Kotoll -

Oder: Die Fehlgeburt des Hamburger Innovations- und Wachstumsfonds. 

Wirtschaftssenator Michael Westhagemann gibt den Startschuss für "Be your pilot".
Foto: Hamburg Innovation


100 Mio. € für einen Innovationsfonds, der nie kommen wird. Mehr als 50 Mio. € in den vergangenen drei Jahren, die die Stadt für ihre Beratungs- und Förderangebote ausgegeben hat. Dazu fast 60 Mitarbeiter und Experten, die über 1.300 Hamburger Startups im Zweifelsfall ratlos ohne finanzielle Hilfe alleine lassen. Das sind die Fakten des nur noch drittgrößten Startup-Standorts der Republik.

HANSEVALLEY hat die Aussagen von staatlichen Vertretern und die öffentlichen Zahlen und Daten einem erhellenden Faktencheck unterzogen. Ergebnis: Mindestens einer sagt hier die Unwahrheit - und produziert womöglich Hamburger Fakenews. Landeskorrespondent Gerd Kotoll öffnet die Kellertüren von mehr als einem Dutzend staatlich subventionierten Startup-Initiativen - mit erstaunlichen Ergebnissen:

Anfang Oktober 2020, ein Donnerstag-Abend: Via Zoom vermittelt die Wirtschaftsfördergesellschaft “Hamburg-Invest” Einblicke in die Gedankenwelt amerikanischer Investoren, die sich auf den Gesundheitsmarkt spezialisiert haben und bietet gleichzeitig ausgewählten Startups aus Hamburg eine Präsentationsmöglichkeit. Eine der zentralen Aussagen:

‘Es ist genug Geld im Markt, so viel wie nie zuvor, besonders für Gesundheitsthemen.’

Nur gut eine Woche zuvor, Ende September d. J.: Die zuständige Wirtschaftsbehörde teilt per Pressemeldung in wenigen dürren Sätzen mit, dass der Anfang 2016(!) von der Bürgerschaft beschlossene “Innovations- und Wachstumsfonds” das Licht der Welt niemals erblicken wird. Das “aktuelle wirtschaftliche Umfeld” (seit 2016?, Frage der Redaktion) habe das Fundraising deutlich erschwert. Auch sei vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie die Bereitschaft der Investoren, risikoreiche Investments einzugehen, weiter gesunken. Soso.

Wer sagt hier in Hamburg nicht die Wahrheit?

Ganz anders lesen sich die Erfolgsmeldungen von “Hamburg-Invest”: Diese verkünden allein in den zurückliegenden drei Monaten Investitionen in junge Hamburger Unternehmen mit einem Volumen von über 100 Mio. Euro. Also ziemlich exakt die Summe, die der Hamburger Senat in vier Jahren nicht zusammen bekommen hat. Damit bestätigt sich, dass trotz des “aktuellen wirtschaftlichen Umfelds” und des Bedauerns seitens der Behörde zum gescheiterten Fonds mehr als 100 Mio. Euro nach Hamburg geflossen sind - sogar während der Corona-Pandemie. Wirklich.

Zur Einordnung: “Hamburg-Invest” ist die staatliche Wirtschaftsförderungsgesellschaft in Hamburg und der Wirtschaftsbehörde des Senats direkt unterstellt.

Klappern gehört zum Handwerk - eigentlich ...

Meldungen über erfolgreiche Finanzierungen gehören zu den Aufgaben von Wirtschaftsförderern, ganz klar. Das ist Teil des Standortmarketings - und vielleicht sogar dessen vornehmste Aufgabe. Quasi das Klappern, das zum Handwerk gehört: ‘Seht her, in Hamburg gibt es Geld!’ Welche Botschaft könnte ein Wirtschaftsförderer verkünden, die noch schöner wäre?

Während also ein Teil der Hamburger Wirtschaftsbehörde - trotz wirtschaftlich herausfordernder Zeiten durch Corona - mit hübscher Regelmäßigkeit erfolgreiche Fundings vermeldet, kommt aus dem gegenüberliegenden Häuserblock der gleichen Behörde kleinlaut die Aussage ‘Nö, das klappt aktuell nicht.’ HANSEVALLEY übersetzt das gerne für Sie: ‘Wir kriegen das nicht hin’. Dass heisst auch, dass damit ein Beschluss von Regierungsfraktionen und bürgerlicher Opposition der Hamburger Bürgerschaft nicht umgesetzt wird.

Anders formuliert: ‘Hier gibt es kein Geld!’ ist jetzt die offizielle Hamburger Positionierung. Vermutlich ist den handelnden Personen gar nicht bewusst, welchen Schaden sie jungen, begeisterten Unternehmern, in Hamburg entwickelten Innovationen und dem Startup-Standort anrichten. Stellt sich die Frage, ob sich die Startuphauptstadt (Berlin), die Technologiehauptstadt (München) und die Medienmetropole (Köln) jetzt heimlich ins Fäustchen lachen, dass Hamburg für sie Standort-Marketing betreibt.

Mitzählen und Mitrechnen - versuchen Sie es mal!

Um von dieser Peinlichkeit abzulenken, verweist die besagte Pressemeldung eilig auf andere ‘attraktive Fördermöglichkeiten’ - und zwar aus dem Haus der Investitions- und Förderbank, kurz: IFB. Diese versorgt - als nach eigenen Angaben aktivster Finanzierer der Stadt - innovative und wachstumsträchtige Startups seit 2012 u. a. mit Geld aus dem “Innovationsstarterfonds”. Natürlich nicht zum Nulltarif: So müssen Gründer Anteile ihrer GmbH abgeben. Zusätzlich fließen rund 600.000,- Euro pro Jahr als Honorar an die IFB, pauschal rd. 20% der Fördersumme - u. a. für 11 Mitarbeiter.

Eine Verknüpfung an den Erfolg der Förderung ist damit nicht verbunden. Das erscheint uns doch recht … üppig - und erklärt im Nachhinein auch die so tadellos geputzten Schuhe unseres hauptverantwortlichen Gesprächspartners der Hamburger Förderbank, was seinerzeit so gar nicht zum Schmuddel-Wetter passte. Tja, man hält eben was auf sich. Ganz Hamburg-typisch, den Schein wahren. Mit Verlaub: Hier sind es wohl eher viele Scheine.

Das aktuelle Umfeld: 3 Mio. € Crowdfunding in 300 Min.

Machen wir weiter mit den Zahlen: Ausweislich der eigenen Landingpage hat die IFB mit ihren drei Programmen rund 175 Gründerteams Geld gegeben, seit 2012 rd. 25 Mio. €. Das macht pro Jahr rund 3 Millionen aus. Mmmh. Jaja, das ist Hamburgs aktivster Gründungsfinanzierer... Lesen Sie jetzt oben doch gern nochmal nach, wie viel Investitionskapitial von privater Seite “Hamburg-Invest” für die letzten drei Monate(!) für die Hansestadt veröffentlicht hatte (kleiner Tipp: vorn eine Eins und dann zwei Nullen).

Psst! Das Hamburger Banking-Startup “Tomorrow” warb die Jahresleistung des “Innovationsstarterfonds” i. H. v. 3 Mio. Euro gerade per Crowdfunding allein für sich ein - innerhalb von 300 Minuten! Und, ganz unter uns: Eigentlich wollte man nur 2 Mio. Euro reinholen, aber weil das so gut lief, hat man sich breitschlagen lassen, das Ziel um 50% zu erhöhen. Das muss dieses ‘aktuell wirtschaftliche Umfeld’ und die Corona-Pandemie sein, von der in der Pressemitteilung des Wirtschaftssenators die Rede ist.

Offenbar ist niemandem in Hausleitung, Fachabteilung und Pressestelle der Wirtschaftsbehörde bewusst, dass mit jeder weiteren Finanzierungsmeldung die Aussagen aus der eigenen Pressemitteilung immer weiter ins Absurde abgleiten. Weil es eben auch nur Ausreden sind. Womit die Frage beantwortet wäre, wer in der schönsten Stadt die schönsten Märchen erzählt - aber nicht weitersagen ...

Übrigens, wo wir gerade über Investitionen im Krisenjahr 2020 sprechen: Der BVK - also der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften - bestätigt in seiner aktuellen Statistik, dass es im ersten Halbjahr 2020 zu keinem massiven Einbruch bei Investitionen in innovative Unternehmen gekommen ist. Im Gegenteil zeige sich gerade der Bereich der frühphasigen Beteiligungen unverändert stark. Sieh an, sieh an.

Die (weiteren) “Bruchpiloten” des Hamburger Senats:

Quasi hausintern hat sich eine Konkurrenz aufgebaut, die sich ebenfalls über einen reichen Geldsegen aus dem Hamburger Haushalt freuen durfte (aka: Schein(e) wahren): “Be your pilot”. Hier ist nicht nur die Namensgebung bereits unglücklich, sondern auch die Erfolgsbilanz eher dürftig - mit ganzen 15 “EXIST”-Förderungen von 2019 bis 2020, wie die Protagonisten über Twitter stolz vermelden. Ganz im Gegenteil zum Funding:

Über 10 Mio. Euro hat der Senat hier über fünf Jahre zur Verfügung gestellt für…. ja, für was eigentlich? Laut eigener Homepage wird in vielen Worten die Förderung wissensbasierter (Aus-)Gründungen staatlicher Hamburger Hochschulen gefördert - mit allem, was man meint, heutzutage anbieten zu müssen. Man könnte also verführt sein zu denken, dass es sich hier um innovative Gründungen handeln muss. Ach nee, die werden ja von der IFB gefördert.

Apropos “dürftige Erfolgsbilanz”: Da geht noch was!

Ahoi! Wie bitte? Ja, ahoi! Und zwar digital. Also: “Ahoi digital”. Die Namensgebung ist eine weitere kognitive Herausforderung, bei der es hinterher wieder niemand gewesen sein will, aber sei’s drum, es kommt ja auf die Inhalte an. Und die haben es in sich! Also, sie hätten es in sich haben sollen. Denn die Initiative “Ahoi digital” sollte das Informatik-Profil der vier beteiligten Hamburger Hochschulen schärfen, 35 Professuren schaffen und gut 1.500 zusätzliche Studenten für IT-Fächer gewinnen.

Gute 30 Mio. Euro war das Projekt dem Senat 2017 wert, das die Hafen- und Handelsstadt in die wissenschaftliche Champions League von Data Science & Co. katapultieren sollte. Bis Ende 2019 waren gerade 4 (in Worten: vier) Professoren-Stellen besetzt und keine 200 Studenten hatten sich für die Zukunfts-Wissenschaften mehr eingeschrieben. Bonus-Gag: Werfen Sie gern mal einen Blick auf die Instagram-Seite unter @ahoi_digital. Geht schnell, versprochen. Die ist nämlich leer. Passt irgendwie zu der am 1. Januar 2018 gestarteten Initiative, oder?

Übrigens: Wussten Sie, dass die Wissenschaftsbehörde mit der Handelskammer die “Innovationskontaktstelle” - kurz: IKS - eingerichtet hat und aus EU- und Landesmitteln bezahlt? So ist es die Aufgabe der IKS, Gründer von (staatlichen) Hamburger Hochschulen mit Unternehmen zu vernetzen, sie zu fördern und zu unterstützen - genau jenen Hochschulen von “Ahoi digital”. Laut Gründungsmitteilung von 2011 sollte die IKS die Hansestadt bis 2020 zu einer ‘führenden Innovationsmetropole Europas’ machen. Jaja.

Und, nein, wir fassen uns jetzt nicht an den Kopf, dass es für 105 Mio. € inkl. Bau und Betrieb (davon 95 Mio. Bundesmittel) 
über 2 Gebäude eine weitere Einrichtung dieser Art im neuen Epizentrum der Hamburger High-Tech-Wissenschaften - der 2025 teilweise fertigen “Science City Bahrenfeld” - geben soll. Ganz wichtig: Gründer-Förderung. Und natürlich GründerInnen-Förderung. Dazu wurde (heute) schon mal über 2,5 Stunden der Startschuss online feierlich schöngeredet. Okay, ein kleiner verzweifelter Griff an den Kopf passiert jetzt doch. 

Während die “DESY Innovation Factory” zumindest ein wenig Klang im Namen hat, ist das mit dem “Startup-Port” (nicht zu verwechseln mit dem “Startup-Dock” für Harburg, das ist zwei Türen weiter - also der selbe Betreiber) wieder die eher “Was mit Hafen”-Nummer. Immerhin gab es 3,5 Mio. Euro (in diesem Fall vom Bund) für…. ja, genau, für die Förderung der Startup-Gründung aus der Wissenschaft. Man wünscht sich sogar noch den Austausch mit Wirtschaft und Gesellschaft - und das ganze sogar in der Metropolregion (die aber auch nur bis Wedel und Lüneburg reicht).

Wo wir gerade so schön beim Buddeln sind ...

By the way: Die Anzahl der - vom Bund “EXIST”-geförderten - Gründungen aus allen staatlichen Hamburger Hochschulen wurde in 2018 mit 14 (in Worten: vierzehn) gezählt. Von 2019 auf 2020 sind es laut “Be your pilot” auch nur 15. Von 2012 bis einschließlich 2017 hat die IFB ihrerseits gerade einmal 35 Startups unterstützt - von aktuell gut 1.300 Startups. In gut fünf Jahren. Jaja, Hamburgs aktivster… ach, lassen wir das. Und hinter dem Deich, in der Metropolregion? Wissen Sie, wie viele “EXIST”-Ausgründungen es 2017 an der “Leuphana” in Lüneburg gab? 55. Und 2018? 59. An einer einzigen mittelgroßen Universität.

Hoppla! Hätten Sie es beinahe auch übersehen, das Gründerzentrum der Handelskammer? Auch an dieses können sich Gründer selbstverständlich wenden, werden auch dort natürlich mit dem Ökosystem vernetzt - z. B. mit den Wirtschaftsjunioren der altehrwürdigen Kammer. Die verleihen jährlich den “Hamburger Gründerpreis”, was aber in der Stadt kaum bekannt ist. Diesbezügliche Ähnlichkeiten mit dem umso lauter promoteten Gründer-Preis von Abendblatt und Haspa sind nur rein zufällig. Bestimmt. Nicht.

Jaja, alles klar strukturie ... Nee. Nochmal, so ist’s richtig: So vielfältig ist die Gründerförderung in Hamburg! Jaajaa, denn außerdem gibt es ja auch noch die “H.E.I.” Gründerberatung der staatlichen Bürgschaftsbank und die “TU Tech Innovation” und ihre Schwester “Hamburg Innovation”, die den “Hamburg Innovation Summit” veranstaltet. Ganz ordentlich getrennt in öffentlich finanzierten GmbHs. Dazu kommen diverse privat-wirtschaftliche Initiativen mit ähnlicher Stoßrichtung. Haben Sie damit alles im Blick, also: die ganze (Gründer-)Stadt?

Nicht? Macht nichts. Der Wahlkampf-Slogan ist bei Politik und Verwaltung auch längst im Schredder gelandet. So hat man auch aus der fundierten Kritik, die Anfang März d. J. bei der Vorstellung des 2019er Startup-Monitors vor mehreren hundert Hamburger Jungunternehmern, Förderern und Journalisten vorgebracht wurde, wenig gelernt. Und die 2020er Zahlen manifestieren es: In den relevanten Kennzahlen und Messgrößen ist Hamburg niemals unter den Top 3 - also in der Realität völlig anders, als offenbar in der eigenen Wahrnehmung und den Verlautbarungen des Hamburger Senats.

So schneidet das oben - im Zweifel unvollständig - aufgezählte Ökosystem bei den örtlichen Startups mit der geringsten Zufriedenheit ab; im Vergleich finden in keiner anderen Metropole Startups die Unterstützung so schwach wie in Hamburg. Und: Der Anteil derer, die dazu nichts sagen können oder wollen und deshalb “neutral” angekreuzt haben, macht fast die Hälfte der befragten Gründer aus. Übrigens war ”Hamburg-Invest” Mit-Gastgeber der Vorstellung des Startup-Monitors im Frühjahr d. J. ... Jaja.

Damit kommen wir zu einer kleinen Bitte an Sie: Merken Sie sich bitte die genannten Zahlen und Fakten - für den Schnack mit Ihren Freunden - und für unseren zweiten Teil. Da fragen wir sie nochmal ab. Stichwort: Hefte raus, Mathe-Klausur auf HANSEVALLEY. Das meinen wir ernst!

Wie viele Mitarbeiter durch die Subventionen von Startup-, Beratungs-, Ausgründungs-, Transfer- und Finanzierungs-Institutionen in Hamburg ihr Lohn und Brot aktuell verdienen, wie sich eine der staatlichen Einrichtungen mit ganzen 1,5 Mitarbeitenden selbst zum Mittelpunkt des Startup-Universums kürt und warum der “Innovations- und Wachstumsfonds” wirklich geplatzt ist - und platzen musste.

Lesen Sie hier, wer in Hamburg noch die Unwahrheit sagt:


NACHTRAG


Per Vibrationsalarm meldet sich am Montag, den 2. November ‘20 gegen 17.00 Uhr das Handy, dass es einen neuen, einen ersten Instagram-Beitrag gibt. Und zwar auf dem Account von @ahoi_digital. Ist das bemerkenswert? An sich ... nicht. 


Nachdem wir am Freitag-Mittag zuvor per HANSELETTER über die Fehlgeburt des Innovations- und Wachstumsfonds (nach über vier Jahren in den Wehen), aber äußerst ineffiziente und wirkungsarme Mittelzuwendungen u. a. bei “Ahoi digital” berichtet haben, kommt nun also das erste Bildchen bei Instagram. 


Origami-Giraffen statt 35 Informatik-Professuren und 1.500 -Studenten?
Quelle: Instagram @ahoi_digital

Die bisherige inhaltliche Leere hatten wir dankbar mit dem verwaisten Instagram-Account von @ahoi_digital versinnbildlichen können. Damit Sie nicht erst zu Instagram wechseln müssen: Das besagte Bildchen zum Thema Informatik an den staatlichen Hamburger Hochschulen zeigt … eine Origami-Papier-Giraffe (s. o.). 


Das scheint irgendwie Informatik zu sein, findet man bei “Ahoi digital”. Wir können unsererseits feststellen: HANSEVALLEY wird nicht nur gelesen, man reagiert auch ganz hektisch darauf und fühlt sich womöglich ein klitzekleines Bisschen aus dem Tiefschlaf gerissen. Und sei es nur bei den eigenen, beispielhaften Social Media-Aktivitäten. Na dann ... 


*  *  *
 Hanse Digital Investigativ: 

HANSEINVESTIGATION:
Startup-Förderung in Hamburg Teil 2 - Die Stunde der Wahrheit!

 Hanse Digital Background: 

* “Ahoi digital” im Koalitionsvertrag (Seite 90): 
hamburg.de/senatsthemen/koalitionsvertrag/

Bericht des Haushaltsausschusses: Nr. 21/12652
buergerschaft-hh.de/

Kleine Anfrage der Bürgerschaft an den Senat: Nr. 21/13117
buergerschaft-hh.de/

Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft: Nr. 21/15571
buergerschaft-hh.de/

Öffentlich zugängliche Information genannter Institutionen:
ahoi.digital/

und weitere Recherchen und mathematisch gelöste Aufgaben. 

 Hanse Digital Recherche:

HANSEINVESTIGATION:
Der Fuchs im Hühnerstall.

HANSEINVESTIGATION: 
Ein Startup Port für Hamburg.
HANSESTATEMENT: 

Donnerstag, 2. April 2020

#CoronaSoforthilfeHH: Was haben Sie an “sofort” nicht verstanden, Herr Senator?

Ein HAMBURG DIGITAL STATEMENT
von Landeskorrespondent Gerd Kotoll

Verantwortlicher Finanzsenator Andreas Dressel in Erklärungsnot.
Foto: Senatskanzlei Hamburg

Er feiert sich mit roten und grünen Parteifreunden, Senatspersonal, Kostgängern und Subventionsrittern auf Facebook selber: Finanzsenator Andreas Dressel in seinem Social Media Stream: “Haben sich die vielen Telefonkonferenzen doch gelohnt *smile*”. Der SPD-Landespolitiker mit Seitenhieb gegen die Bremer Soforthilfe zum Ausdrucken und getrennten Anträgen: “Soforthilfe Bund & Land digital & aus einer Hand *grünes Häckchen”. 

Dabei hat der Hamburger Lokalpolitiker nur gut 24 Stunden zuvor Freiberuflern, Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmern mit einer peinlichen Selbstoffenbarung und einer dreisten Zumutung für die viel gepriesene “Hamburg Corona-Soforthilfe” mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Landeskorrespondent Gerd Kotoll mit Fakten und Fragen zur neuesten “Hamburg-Alles im Blick-Peinlichkeit” aus dem Rathaus:

Vergangenen Freitag-Nachmittag, auf der Landespressekonferenz mit Corona-Folgen-bekämpfenden Vertretern des Senats erklärt Hamburgs Erster Kassenwart Andreas Dressel das geplante Prozedere zum Online-Antrag für die “Hamburg Corona-Soforthilfe” über die Website der Investitions- und Förderbank in Hamburg. Start: Montag-Morgen. Mit an Bord: “externe Server”. Da konnte man eigentlich schon ahnen, das was kommen wird …

Die artigen Fragen der per Videokonferenz zugeschalteten Journalisten konnte das Dreigestirn Tschentscher, Prüfer-Storcks und Dressel noch nicht aus der Fassung bringen. Bis die letzte Frage kam, von unserem Chefredakteur Thomas Keup, isoliert und doch einsatzbereit in seinem Berliner Home-Office. Von dort fragte er brav per Mail, wie Hamburg denn technisch aufgestellt sei - im Fall von mehr als 130.000 Hilfesuchenden in Berlin in nur 5 Stunden.

Hintergrund: Die seit Freitag-Mittag in Berlin freigeschaltete Online-Lösung der dortigen Förderbank IBB für die “Hauptstadt Corona-Soforthilfe” wies nach 5 Stunden 139.000 Wartenummern aus - bei bereits abgearbeiteten 7.000 hilfesuchenden Freiberuflern, Solo-Selbständigen und Kleinunternehmern und einer Bearbeitungszeit von rd. 10 Minuten - macht einen stündlichen Antragsdurchsatz des Berliner Portals von 6.000 Datensätzen.

Senat mit live übertragener Schnappatmung

Landespressekonferenz aka Hamburg Märchenstunde.
Foto: Senatskanzlei Hamburg

Da war es mit der gemütlichen Plauderstunde der Landespressekonferenz mit dem Ersten Kassenwart und seinem Ersten Senatspräses vorbei, denn mit solchen Zahlen (mehr als 130.000 Hilfesuchende in wenigen Stunden) hatte man offenbar nicht auf einmal gerechnet. Nach der Schnappatmung der IBB-Server in der Millionenmetropole im Osten schnappten nun die Senatsmitglieder im Norden nach Luft für ihre mehr oder weniger überzeugenden, sich leider doch nur im Kreis drehenden Antworten. Thomas Keup schrieb brav mit.


So werde auch über das Wochenende fieberhaft geprobt und getestet, dass am Montag die Freischaltung des Antrags sichergestellt werden könne. Im Nebensatz erwähnte SPD-Finanzchef Dressel den Einsatz von “externen Servern”. Was er gegenüber der versammelten Hamburger Journaille lieber nicht verriet: Senat, Finanz- und Wirtschaftsbehörde, Förderbank und IT-Dienstleister überließen den kompletten Online-Antrag … SAP. Genau, die mit der leicht nutzbaren ERP-Lösung … Und das verhieß nichts Gutes.

“Gehen Sie weiter! Es gibt nichts zu sehen!”

Am Montag passierte dann zunächst … wir schauen noch mal nach … Moment ... genau: nichts. Nicht um 9.12 Uhr, nicht um 12.37 Uhr, nicht um 15.08 Uhr, nicht mal zum Feierabend um 18.55 Uhr. Entsprechend zerknirscht kam um 18.57 Uhr eine Pressemeldung aus der Senatskanzlei, dass leider leider .... wir schauen noch mal genau hin … genau .. leider eine Verzögerung eingetreten sei. Aber man müsse sich keine Sorgen machen, Geld sei genug da. Und: man könne ja bis Ende Mai d. J. die Anträge stellen. Richtig gelesen!

Dies verteidigt die zuständige Sprecherin der beteiligten Wirtschaftsbehörde, durch deren Hände die peinliche Pressemeldung ebenfalls ging, auch 2 Tage nach der Unmöglichkeit. Mehr noch: Die bekannte PR-Frau zeigt auf dem Facebook-Account von Senator Andreas Dressel lieber mit nacktem Finger auf die Berliner Datenpanne mit insgesamt 390 fehlgeleiteten Antragsbestätigungen - bei 6.000 verarbeiteten Anträgen pro Stunde. Susanne Meinicke: “So sieht das dann aus, wenn Schnelligkeit vor Gründlichkeit geht.” So, so, Hamburger Gründlichkeit ...

Genug Geld, genug Zeit - kein Grund zur Eile.

Bemerkenswert: Dass genug Geld da sei, hörte man ja bisher eher selten in Politiker-Statements. Eigentlich heißt es ja sonst immer, dass eben nicht genug Geld da sei. Aber in Zeiten der Krise wollen wir das mal nicht kommentieren. Gleichwohl, der klitzekleine Hinweis sei erlaubt: Berlin hat bereits am Montag gemeldet, dass die veranschlagten 100 Mio. € nicht ausreichen würden und man bei mittlerweile rd. 300 Mio. € Antragsvolumen sei. Und sich darum kümmere.

Und auch wenn es ab 23.57 Uhr mit den Anträgen der “Hamburg Corona-Soforthilfe” - trendig “HCS” abgekürzt (dürfte demnächst wie Dressels #CoronaSoforthilfeHH auch als Hashtag die sozialen Medien erobern) - funktionierte: eine Soforthilfe, Herr Senator, soll sofort helfen. Sofort. Und nicht erst Ende Mai. Denn im Mai wird es viele Selbständige und Kleinunternehmen schlicht nicht mehr geben, wenn diese nicht sofort Hilfe bekommen. Sofort.

Peinliche Bankrott-Erklärung der Senatoren Dressel und Westhagemann.
Screenshot: HANSEVALLEY

Das gilt für den Barmbeker Hausmeister-Service ebenso, wie für die kleinen Friseursalons in Harburg, Wandsbek und Ottensen, bei denen der mühsam ersparte und gegen alle Widerstände hart erarbeitete Traum der Selbständigkeit nun zu platzen droht - weil diese mutigen Unternehmerinnen und Unternehmer aus Sicht der “die ganze Stadt im Blick”-habenden SPD-Senatsbehörde nicht geduldig genug sind. Zitat Senator Andreas Dressel, Landespressekonferenz, Freitag, 27.03.2020, 18.28 Uhr: “Aber ein bisschen Geduld und Verständnis glaube ich wäre jetzt in der Startphase etwas, das für alle Beteiligten wichtig ist."

Was für eine Haltung, was für eine Denke ist das?

Was ist das für eine Haltung, auf Geduld zu verweisen? Während Niedersachsen oder Schleswig-Holstein bereits ausgezahlt haben, um nicht nur mit dem bösen Osten und dem reichen Süden zu “stänkern”. Was ist das für eine Denke, das angesichts der drohenden Pleite unzähliger kleiner Boutiquen, Läden und Gastronomiebetriebe, als “erste hilfreiche” Maßnahmen Steuerstundungen und -herabsetzungen der Vorauszahlungen anzubieten? Herabgesetzt wurden hier nur die selbständigen Steuerzahler.

Facebook-Post hilfesuchender Solo-Selbständiger in Hamburger.
Screenshot: HANSEVALLEY
Dass Hamburg einmal mehr technisch hinter anderen Ländern her hinkt, ist schon schwer zu akzeptieren - überrascht aber auch nur die, die den offiziellen Verlautbarungen des Senats zum technischen Fortschritt der Stadt immer geglaubt haben (vgl. “Digital First”, vgl. “Mobile First”, vgl. “Digitale Stadt” und so weiter und so weiter). Jetzt zeigt sich, dass die Stadt bei Weitem nicht so toll aufgestellt ist, wie in den politischen Sonntagsreden gern behauptet wird. Und das ist keine Einbildung einer kleinen Ansammlung besserwissender Tech-Journalisten.

Dass Sie Herr Senator sich hinstellen und auf Zeit spielen, ist einfach nur eines: unverantwortlich. Dass Sie damit der Hamburger Geschichte und Tradition als Hansestadt ehrbarer Kaufleute nicht gerecht werden: geschenkt (man sollte sich angesichts einer gefälschten Hafengründungsurkunde vielleicht auch nicht soviel auf seine Traditionen einbilden). Dass Sie damit die Sorgen und Nöte hart arbeitender, selbständiger Menschen in der Stadt nicht ernst (genug) nehmen, macht fassungslos.

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 Hamburg Digital Background: 


HANSEVALLEY: Gastbeitrag "Wie Hamburgs Wirtschaft aus der Panik zu digitalen Perspektiven kommt."

HANSESTATEMENT: "Die Zögerlichen": Wie Hamburg den Vorsprung gegen das Corona-Virus verspielt.
hv.hansevalley.de/2020/03/hansestatement-zoegerlich-hamburg-senat.html

HANSEVALLEY: Fachbeitrag "Wie Hamburg aus dem Corona-Trauma kommt":
hv.hansevalley.de/2020/03/hansespecial-wie-hamburg-aus-dem-corona.html