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Mittwoch, 4. April 2018

HANSERANKING: Die digitalen Tops + Flops der Hamburger Wirtschaft

HAMBURG DIGITAL RANKING



Hamburg zwischen Hafenfolklore, Logistikhub und digitaler Zukunft.
Foto: mediaserver.hamburg.de / Hermes Logistik

Nur 20% der kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland sind digital unterwegs. Nur 30% der großen Unternehmen sind in der digitalen Zukunft angekommen. So das Ergebnis des Digital-Atlas Deutschland im Auftrag von Google Germany, erarbeitet vom Institut der Deutschen Wirtschaft. Wie gut sind Hamburgs Unternehmen aufgestellt? Wer brilliert mit Erfolg versprechender Strategie? Und wer entwickelt sich zum Totalausfall an Kaikante und in der Kaufmannsgilde?

Welche Unternehmen haben ein ernstes Erkenntnisproblem? Welche Familienbetriebe leiden am beliebten Umsetzungsproblem? Und welche Hamburger Konzerne besitzen ein kritisches Kommunikationsproblem? Das Hamburg Digital Ranking bietet einen aktuellen Überblick über TOP und FLOP, über Spitzenreiter, Aufsteiger, Fragezeichen und (unsportliche) Absteiger. HANSERANKING - so sind Hamburgs Unternehmen heute digital aufgestellt:


 TOP OF THE TOPS: Die digitalen Spitzenreiter 

TOP Nr. 1 - Die Hamburger Otto Group

Die Familie Otto baut seit über 5 Jahren an der Zukunft - mit einem strategisch agierenden Familienerben, einem Tech-Startup als Concept Proof, eigenem Corporate Inkubator, Company Builder und VC-Investmentarm, nachhaltigem Kulturwandel und Exzellenz mit eigener Task Force für E-Commerce, mehr als 300 Mann in Business Intelligence und Plattformstrategie. Der 50.000 Mann-Tanker hat Kurs auf die digital-vernetzte Zukunft.
Gesamturteil: Kulturwandel 4.1 - hier geht die Familie vorne weg.

 Hamburg Digital Empfehlung: 
HANSEMOBILITY: Das Mobile Lab und die mobile Zukunft der Otto Group.


Die Handelsriese Otto Group im größten Wandel aller Zeiten.
Foto: HANSEVALLEY

TOP Nr. 2 - Die Hamburger Hafenbehörde HPA

Dank eines visionären Informatikers ist die Hamburg Port Authority technologisch im Hafen weit vorn. Unter dem Dach der "Smart Port"-Initiative treibt das IT- und Digitalteam Innovationen zu Lande, zu Wasser und in der Luft - von Nautischer Zentrale über Katatrophenschutz bis zum 5G-Projekt zur Vernetzung des Hafens. Bei der HPA hat man auch keine Angst vor einem chinesischen Digitalterminal auf Steinwerder für Alibaba.
Gesamturteil: Innovationsfaktor 4.0 - der Hafen ist auf dem Weg.

 Hamburg Digital Empfehlung: 
HANSEPERSONALITY Dr. Sebastian Saxe: Erfolgsfaktoren für Digitalen Hafen und Digitale Stadt.

TOP Nr. 3 - Die Hamburger Sparkasse, HASPA

Ein Vorstandschef mit Weitblick und 25 Mio. € Investitionen in digitale Services bis 2020 zeigen: die Haspa kleckert nicht. Die Übernahme von "Heute in Hamburg" mit mehr als 200.000 Fans war ein Meilenstein für den künftigen Erfolg der Bank. In der Digital-Unit baut die Sparkasse ein neues Geschäftsmodell auf, erreicht die Kunden per App in den Stadtteilen. Lobenswert: Die "Beerdigung" des missglückten Mobile-Kontos "Yomo".
Gesamturteil: Execution 4.0 - wer weiter will, geht eigene Wege. 

 Hamburg Digital Empfehlung: 
HANSEVISION: Gut für die Haspa. Gut für Hamburg.


 TOP oder FLOP: Die digitalen Aufsteiger 

2+ Mio. Container fahren künftig First-, Business- oder Economy-Class.
Foto: Hapag-Lloyd

TOP Nr. 4 - Die Containerreederei Hapag-Lloyd


Mit einem wettbewerbsfreudigen Vorstandschef ist die gemütliche Zeit am Ballindamm beendet. Beginnend mit einer Restrukturierung werden jetzt weltweit alle Kühlcontainer mit Sensoren und Sendern ausgestattet, Boxen dank Daten künftig wie in der Luftfahrt priorisiert verladen und gelöscht. Ein 10-köpfiges Team arbeitet an digitalen Produkten und Dienstleistungen, um die HLAG mit Echtzeit-Services zum Qualitätsführer zu entwickeln.
Gesamturteil: Execution 3.5 - so wird's was auf den Weltmeeren.

 Hamburg Digital Empfehlung: 
HANSEPERSONALITY Dr. Ralf Belusa: Alles wird digitalisiert, was digitalisiert werden kann.

TOP Nr. 5 - Der Bootsausstatter A. W. Niemeyer

Das führende Handelshaus hat 1998 einen ersten Onlineshop gestartet, erzielt jedoch 3/4 seines Umsatzes in den Filialen. Nach drei Jahren in der Umsetzungsfalle hat AWN mit Hanse Ventures einen starken Gesellschafter und 30 Online-Experten im Haus, die Niemeyer in die digitale Zukunft katapultieren. Ein ungewöhnlicher wie konsequenter Weg, aus der Sackgasse zu kommen. Eine echte Aufsteiger-Story Made in Hamburg.
Gesamturteil: Strategie 3.5 - mit starkem Partner aus der Sackgasse.

 Hamburg Digital Empfehlung: 
HANSECHAMPION A. W. Niemeyer: "Wir wollen die Welt."


 TOP ODER FLOP: Die digitalen Fragezeichen 

Wie wird aus analoger Container-Abwicklung ein digitales Business-Modell?
Foto: HHLA / Thies Rätzke

FLOP Nr. 6 - Der Hamburger Busbetrieb VHH


Die VHH-Busse waren Vorreiter bei mobilem Internet in Hamburg. Dann zog die große Schwester HOCHBAHN mit Vollgas vorbei. Lediglich die Linien 3 und 31 sind mit Wifi versorgt, alle anderen gucken in die Röhre. Mittlerweile sind alle 1.000 Busse der HOCHBAHN mit WLAN ausgerüstet. Die ebenfalls zur Stadt gehörenden VHH-Busse können dringend ein digitales Upgrade auf die Zukunft gebrauchen.
Gesamturteil: Execution 2.0 - als Tiger gestartet, als Bettvorleger gelandet.

FLOP Nr. 7 - Der Terminalbetrieber HHLA

Die gebetsmühlenartig wiederholte Botschaft vom digitalen Player im Hamburger Hafen kann niemanden mehr vom Hocker reißen. Größter Hemmschuh: Gewerkschaften und widerwillige IT'er. Bei der Unterstützung des Digital Hub Logisitics Hamburg zeigt die HHLA aktuell offensichtlich wenig Entschlossenheit. Von der Beteiligung bis zum Speicher für den Hub ist öffentlich leider nicht viel zu sehen. Aber wir schauen gern noch ein zweites Mal hin.
Gesamturteil: Strategie 1.9 - weniger Angst, mehr Handeln ist gefragt.

 Hamburg Digital Statement: 
HANSEPERSONALITY Angela TItzrath: Pressestelle enthält Antworten leider seit Monaten vor.

 TOP OF THE FLOPS: Die digitalen Verlierer 


Zick-Zack-Kurs hinter schicker Fassade: Nur noch für ältere Kunndinnen attraktiv.
Foto: Beiersdorf

FLOP Nr. 8 - Der Werbevermarkter Weischer

Der Werbevermarkter kann zwar Spots und Anzeigen schalten, die Innovationsabteilung ist jedoch geprägt von einer wenig erfahrenen Werberin. Die "Manager Digital Revolution" verkauft vermeintliche Innovationen von Kreativ- und Techagenturen aus Hamburg, eine Strategie für die digitale Zukunft der Altonaer Werbefirma ist derzeit nicht erkennbar, Kommunikation findet daher auch erst gar nicht statt. Ist womöglich auch besser so.
Gesamturteil: Innovationsfaktor 0.9 - für einen Vermarkter traurig.

FLOP Nr. 9 - Der Chemiefabrikant Beiersdorf

Der Körperpflegehersteller macht mit Hire & Fire seiner Chief Digital Officer von sich reden. Mindestens drei leitende Innovationsmanager mussten bereits ihren Hut nehmen. Grund: Bei Beiersdorf steuert eine Unternehmerfamilie ohne sichtbaren Weitblick den Konzern. Ehemalige Mitarbeiter geben auf die digitale Zukunft der Eimsbütteler Dosenabfüller nicht viel. Da wundert es nicht, dass eine als unfair eingestufte PR-Chefin Maulkörbe erlässt.
Gesamturteil: Kulturwandel 0.9 - so ruiniert man sich am schnellsten.

 Hamburg Digital Statement: 
HANSEPERSONALITY Martin Böhm: Antworten von Beiersdorf-Pressesprecherin leider verboten worden.


Traum vom schnellen Reichtum: 7 von 10 Startups scheitern in den ersten 2 Jahren.
Foto: HANSEVALLEY

FLOP Nr. 10 - Der Marketing-Inkubator NMA


Man kann die Geldverschwendung von DPA, Senat & Partnern bestenfalls als Marketing-Inkubator titulieren. Die Startups kommen z. T. nur mit einer Idee ins Programm, werden mit schwachen Konditionen abgespeist, eine Betreuung nach dem Demo Day findet so gut wie nicht statt. Kluge Startups haben dankend abgelehnt, Experten über NMA-Pitches den Kopf geschüttelt, die NxA-Methode ist stadtweit bekannt - und wird offen kritisch diskutiert.
Gesamturteil: Execution 0.9 - hier kommt sicher kein Unicorn (groß) raus.

 Hamburg Digital Statement: 
HANSESTATEMENT: Hamburg, #daswarsmitmedien, oder?


HANSERANKING - aus der Praxis für die Praxis.

Das Hamburg Digital Ranking basiert auf mehr als 400 Vor-Ort-Recherchen in Unternehmen und Institutionen, über 500 Hamburg Digital Nachrichten und mehr als 180 Hamburg Digital Reports aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung sowie mehr als 50 exklusiven Interviews mit Unternehmern und Innovationsmanagern sowie Politikern und Experten. Das HANSERANKING erhebt trotz sorgfältiger Recherche und Informationen aus erster Hand keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 


Manchmal reicht es nicht aus, jung und unerfahren zu sein ...
Foto: Urheber anonym

HANSEVALLEY wünscht interessante Einblicke und hilfreiche Erkenntnisse für den eigenen Weg in die digital-vernetzte Zukunft. Die Redaktion freut sich auf spannende Vorschläge für HANSECHAMPIONS aus Industrie und Mittelstand an Alster und Elbe - per E-Mail an hamburg@hansevalley.de oder persönlich auf einem von mehr als 150 Vor-Ort-Terminen rund um Adolphsplatz und Rathausmarkt zu Digitalisierung und Transformation in 2018.

 Redaktioneller Hinweis: 

Dieser Artikel steht in keinem Zusammenhang mit der in Hamburg ansässigen Online Marketing Agentur Hanseranking GmbH. Die Hanseranking GmbH ist eine Full-Service-Agentur und berät zu Strategieentwicklung und Umsetzung von Online Marketing Maßnahmen. Weitere Informationen gibt es im Netz unter www.hanseranking.de

 Hamburg Digital Empfehlung: 
HANSEVISION: Von ehrbarer Kaufmannssiedlung zur Digitalen Metropole Hamburg.


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Sonntag, 14. Mai 2017

HANSEPERSONALITY Henrik Falk: "Der Bedarf am privaten Fahrzeug wird nahezu ganz aufgelöst."

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

Die Hansestadt Hamburg und der Fahrzeugbauer Daimler schließen am kommenden Freitag eine umfassende Partnerschaft in den Bereichen Elektromobilität, Carsharing, Brennstoffzellen-Infrastruktur, digitale Mobilitätsplattformen, Elektro-Busse und Elektro-Transporter. Auf Daimler-Seite sind die Mobilitätsplattform Moovel und die Financial Services beteiligt, neben dem Senat ist auf Hamburger Seite die HOCHBAHN federführend dabei.

1,2 Mio. Fahrgäste nutzen täglich allein die Buss
e und Bahnen der Hamburger HOCHBAHN. 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen vor und hinter den Kulissen für einen reibungslosen Betrieb. Die HOCHBAHN ist ein wichtiges Rückgrat im Hamburger Verkehrsverbund. Jeder 2. Fahrgast nutzt die roten Busse und Bahnen. Mit neuen U-Bahnlinien, CO2-freien Bussen und digitalen Innovation ist die HOCHBAHN ein Taktgeber für Mobilität in unserer Stadt. Unser HANSEPERSONALITY ist HOCHBAHN-Vorstand Henrik Falk:


Führt den Hamburger Nachverkehr in die Zukunft:
Der neue Hochbahn-Chef Henrik Falk
Foto: Hochbahn
1978 nahmen 300.000 Hamburger auf dem Rathausmarkt Abschied von der letzten Straßenbahnlinie an der Elbe. In Zukunft sollen weniger erschlossene Gebiete, wie Billbrook oder der Hafen mit individuellen Busshuttlen angeschlossen werden. Dazu können sich Fahrgäste - z. B. von Firmen - per App einen Zubringerbus bestellen, gemanagt über eine digitale Dispositionsplattform. Wie sie das praktisch vor und hinter den Kulissen aus?


Aktuell beschäftigt sich der HVV innerhalb eines Projekts mit genau diesem Thema. Als Mobilitätsexperte sind wir hier natürlich als Partner mit im Boot. Zur konkreten Planung ist der HVV Ansprechpartner.

Ganz grundsätzlich verstehen wir uns als Organisator einer nachhaltigen Mobilität der Smart City Hamburg. Darum setzen wir uns laufend mit Trends und Entwicklungen urbaner Mobilität auseinander - von Digitalisierung bis Shareconomy. Heißt, wir treiben das Thema digitaler Mobilitätsplattformen selbst auch an verschiedenen Fronten: Sei es bei der Weiterentwicklung und Ausweitung unseres Projektes Switchh oder bei Partnergesprächen zum Thema potenziell neuer Ridesharing-Modelle.

Und nicht zu vergessen ist natürlich das Thema, welches gerade die halbe Welt bewegt: autonomes Fahren. Modelle und Technologien hierzu werden wir uns in den kommenden Jahren näher ansehen und voraussichtlich ab 2021 auch erste Pilotprojekte für mehrjährige Testreihen anstoßen. Derzeit laufen die ersten Gespräche dazu mit den Partnern. 


Die erste U-Bahn wurde in Hamburg 1912 eröffnet - es ist eine Ringlinie und die bekannte U3. Heute können Hamburger Fahrgäste in den U-Bahnhöfen Borgweg und Mönckebergstraße sowie in den Metrobus-Linien 3 (VHH) und 5 (HHA) kostenlos im WLAN surfen. Können wir in Hamburg künftig in allen Bussen und U-Bahnen kostenlos surfen und wenn ja, wie sehen die Ausbaupläne konkret aus?

Der Ausbau des WLAN-Netzes ist ein wichtiges Element unserer Strategie zum digitalen Kundenerlebnis. Aus der Auswertung unseres Pilotprojekts im vergangenen Jahr haben wir gesehen, dass wir damit den Nerv unserer Fahrgäste getroffen haben. Deshalb haben wir die WLAN-Ausrüstung beschlossen: Alle 91 U-Bahn-Haltestellen und unsere gesamten Busflotte mit rund 1 000 Fahrzeugen werden einen Internetzugang erhalten.

Damit knüpfen wir außerdem auch direkt an das Vorhaben der Freien und Hansestadt Hamburg an, im gesamten Stadtgebiet rund 900 WLAN-Accesspoints bereitzustellen. Die Ausstattung unserer Infrastruktur mit dem Internetzugang via "MobyKlick" erfolgt sukzessive. Bis Ende dieses Jahres wird unsere gesamte Hochbahn-Busflotte über einen WLAN-Zugang via Router verfügen. Bis Ende 2018 sollen dann alle U-Bahn-Haltestellen an das Glasfasernetz angeschlossen sein. 


Alles begann 1839 mit vier Pferdefuhrwerken und bis zu 13 Fahrgästen zwischen dem Hamburger Steintor und der Altonaer Palmaille. Künftig können Fahrgäste mit ihrem Handy mittels "Check-in/Be-out" in Bussen, Bahnen und Fähren unterwegs sein und müssen nicht mal mehr ein Ticket lösen. Wie funktioniert das und wann können wir das erstmals live - z. B. auf der Metrolinie 5 - ausprobieren?

Nun, die Grundidee von Check-in/Be-Out ergibt sich aus zwei wesentlichen Kundenwünschen: Erstens ist das Tarifsystem in Hamburg – und ganz ehrlicher Weise wohl in keiner Großstadt – selbsterklärend und als Fahrgast will ich mir nicht lange überlegen müssen, welches Ticket das richtige ist. Zweitens will ich ebensowenig hin- und her rechnen, ob ich gerade wirklich das günstigste Ticket gezogen habe. Für genau diese Ansprüche gibt es in verschiedenen Städten bereits unterschiedliche Lösungsansätze.

Unsere Vorstellung ist, dass Kunden mit ihren Smartphones und sogenannten iBeacons, also Standortmarkern, erkannt werden, sobald Sie eine Haltestelle beziehungsweise ein Fahrzeug betreten. Mit dem Bestätigen der ersten Fahrt trackt die App via Smartphone dann jede weitere automatisch und rechnet am Ende des Tages den günstigsten Gesamtpreis ab. Aktuell befinden wir uns in der Ausschreibungsphase für die Entwicklung einer solchen Lösung. Wir sind zuversichtlich, im kommenden Jahr einen ersten Piloten laufen zu haben. 


Seit 2013 gibt es mit der "Switchh-Card" ein deutschlandweit einmaliges Kombiangebot für Hamburger Fahrgäste, auch Mietwagen von Cambio, Car2Go und DriveNow sowie Fahrräder von StadtRad nutzen zu können. Im Sommer bekommt Hamburg einen neuen Anbieter für E-Scooter-Sharing. Wie erfolgreich ist das Mobilitätskonzept und wie wird das "Switchh"-Angebot weiter ausgebaut?


Switchh-Carsharing-Station am Berliner Tor
Foto: Hochbahn
Wenn wir in die Zukunft schauen, wird irgendwann jede Verkehrsmittelnutzung öffentlich sein, weil der Bedarf am privaten Fahrzeug sich durch die Angebote „geteilter Mobilität“ nahezu ganz auflöst. Wir sharen unsere Mobilitätsangebote – das ist nichts anderes als öffentlicher Nahverkehr. Diesem Gedanken folgend, haben wir das Projekt Switchh gestartet - einen innovativen Ansatz zur Verknüpfung des öffentlichen Nachverkehrs mit anderen Angebotsformen, wie Bike- oder Carsharing.

Mit dieser Idee hat die Hochbahn in Hamburg Neuland betreten. Daher – und gerade auch mit Blick auf ähnliche Projekte in anderen Städten wie Wien, Hannover oder Leipzig – war uns total klar, dass dieser Ansatz bei Nutzern erst einmal verstanden und auch gelernt werden muss. Und auch wir lernen dazu: Nach der Pilotphase haben wir das Angebot – das zunächst auf HVV-Abonnenten beschränkt war – im letzten Jahr auf alle HVV-Nutzer ausgedehnt. Mit dieser Ausweitung haben wir einen Anstieg der Kundenzahlen um 10 Prozent erreicht. Wir sehen also: 

Mit unserem Angebot erhöhen wir das Verständnis und Bewusstsein für die Nutzung geteilter Mobilitätsangebote. Das ist ein guter erster Schritt!

Seit 2014 gibt es in Blankenese mit der "elektrischen Bergziege" den deutschlandweit ersten Regelbetrieb mit Elektrobussen. Ab 2020 wird es in Hamburg nur noch abgasfreie Elektrobusse geben. Das Stromnetz in Hamburg ist dafür gerüstet, so eine aktuelle Studie. Was dürfen wir in Sachen Innovationen in Zukunft noch von der Hochbahn erwarten?

Mit dem Ziel, ab 2020 nur noch emissionsfreie Busse zu beschaffen, stehen wir vor einer großen Aufgabe. Man muss sich klar machen, dass diese Entwicklung einer echten technologischen Revolution gleichkommt. Nicht nur, dass entsprechende Fahrzeuge bereitgestellt werden müssen. Auch die Infrastruktur und die IT-Systeme benötigen einen kompletten Wandel. Und das ist die eigentliche Mammut-Aufgabe. Neben der Herstellerfrage bezüglich der Entwicklung und Lieferung serienreifer Fahrzeuge beschäftigen wir uns daher eindringlich genau mit diesen Themen.


Hochbahn-Innovationslinie 109 im Elektobetrieb
Foto: Hochbahn
Derzeit zeichnet sich ab, dass Batteriebusse als Basistechnologie den Mobilitätsanforderungen der Zukunft am ehesten gerecht werden – gegebenenfalls mit ergänzenden Wasserstoffelementen. Darum planen wir heute schon unseren künftig größten Busbetriebshof Gleisdreieck so, dass er den entsprechenden Anforderungen gerecht wird und eine Lade-Infrastruktur für bis zu 250 E-Busse aufweist. Gleichzeitig prüfen wir anhand dieses Referenzprojektes, wie wir die IT-Systeme für die neuen Technologien gestalten. Damit schaffen die dann die Basis, künftig einen Betriebshof nach dem anderen umzurüsten. Zur Einordnung: Wir haben immerhin fünf dieser Höfe für insgesamt rund 1.000 Busse.

Zu guten Letzt unsere Hamburg-Frage: Ältester Verkehrsverbund der Welt, erste Millionenmetropole ausschließlich mit Elektrobussen - das klingt nach Weitsicht und kontinuierlichem Fortschritt. Welche Herausforderungen hat Hamburg mit seiner Hochbahn in Bezug auf die "wachsende Stadt" und eine immer attraktivere Touristenmetropole?


Neubau der U-Bahnlinie 4 zu den Elbbrücken
Foto: Hochbahn
Ganz klar: Wo Hamburg wächst, müssen wir es auch tun und unser Netz erweitern. Oder besser noch: Wir müssen heute schon berechnen, wo sich morgen Bedarfe für größere Kapazitäten ergeben werden und entsprechend planen. Bestes Beispiel hierfür ist der Ausbau der U4 durch die HafenCity bis zu den Elbbrücken. Hier gelingt es uns gerade, die Infrastruktur parallel zum wachsenden Bedarf eines sich im Ausbau befindlichen Stadtteils zu gestalten.

Aber auch dort, wo unsere Buslinien an ihre Grenzen stoßen, müssen wir Lösungen finden. Nehmen wir als Beispiel die Situation auf den Metrobus-Linien im Innenstadtbereich: Trotz der engst möglichen Bustaktung von zwei Minuten können wir das Fahrgastaufkommen hier langfristig – insbesondere zu Stoßzeiten – wahrscheinlich nicht abbilden. Deshalb treiben wir zur Entlastung der Metrobus-Linien 5 und 6 den Bau der U5 von Steilshoop über die Innenstadt bis zum Siemersplatz voran – ein Vorhaben, das Potential hat, das größte Infrastrukturprojekt der nächsten Jahrzehnte zu werden. Und die U5 wird auch technisch herausragend: sie wird vollautomatisch fahren. Denn nur so können wir auf einer U-Bahnlinie den Minutentakt und somit die maximale Auslastung abbilden. 


Zusammenfassend heißt das: Wir gestalten die Mobilität der Zukunft schon heute mit und unterstützen so die Hansestadt auf dem Weg zur Smart City. Unser Ziel ist nichts weniger als nachhaltige Mobilität langfristig im Hamburger Lifestyle zu verankern. Es soll künftig zum guten Ton gehören, auf das eigene Auto zu verzichten und Mobilität stattdessen ganz einfach zu teilen.



Vielen Dank für diese Rundreise!

Das Interview führte Thomas Keup.


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 Hamburg Digital Background: 

Hochbahn-Vorstand Henrik Falk:
hwww.hochbahn.de/hochbahn/hamburg/de/Home/Unternehmen/Unser_Job_fuer_Hamburg/Der_Konzern/Der+Vorstand/Henrik+Falk

Hamburger Hochbahn im Überblick:

Neubau der U-Bahnlinie 4:
u4.hochbahn.de/

Fortschritt der U-Bahnlinie 4:
www.hamburg.de/u4-hamburg/

Planungen der U-Bahnlinie 5:
www.hamburg.de/u5/

Mobilitätsprojekt Switchh:
www.switchh.de

NDR-Heimatkunde: Die Hamburger U-Bahn:
www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Heimatkunde-U-Bahn,hamj53614.html

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Der Hamburger Verkehrsverbund im Überblick:
http://www.hvv.de/ueber-uns/der-hvv/uebersicht/



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