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Montag, 23. September 2019

Die IHK Nord in Shenzhen und Hongkong: Weckruf für die norddeutsche Wirtschaft.

HAMBURG DIGITAL AUTOREN

Die norddeutsche IHK-Delegation bei Tencent in Shenzhen.
Foto: IHK Nord

Eine Delegation der IHK Nord war vom 24. bis 31. August 2019 mit 35 Unternehmern und IHK-Vertretern aus ganz Norddeutschland in Shenzhen und Hongkong unterwegs. Unter Federführung der IHK zu Flensburg wurden im Rahmen von Unternehmensbesuchen - z. B. bei Huawai, Tencent und Royole - branchenspezifischen Gesprächen sowie Events mit lokalen Startups und Akteuren Einblicke in die Wirtschaftsmetropolen in der Greater Bay Area in China gegeben. Ein Hamburg Digital Gastbeitrag:



Shenzhen – das Silicon Valley Chinas

Shenzhen ist weltweit bekannt als das „Silicon Valley Chinas“. Die Stadt ist extrem jung und innerhalb kürzester Zeit rasant gewachsen. Noch 1980 war Shenzhen eine Kleinstadt mit rund 30.000 Einwohnern, heute zählt sie inklusive der Wanderarbeiter rund 20 Millionen Menschen. Dies ist das Ergebnis eines politischen Experiments: 

Shenzhen wurde 1980 zur ersten Sonderwirtschaftszone der Volksrepublik China erklärt. Mittlerweile ist die Stadt eine Hightech-Metropole. Durch die industriepolitische Strategie „Made in China 2025“ will das Land zur führenden Hightech-Nation aufsteigen. Bis 2025 sollen 70 Prozent der in China genutzten Elektrofahrzeuge, Roboter und Hochtechnologieprodukte auf heimischem Boden hergestellt werden. 

Huawei oder der Online-Konzern Tencent sind dabei technologische Leuchttürme. Daneben gibt es vor allem in Shenzhen tausende kleine Firmen, die mit ihren Komponenten und Erfindungen den Großen zuarbeiten. Während in anderen Ländern Gesichtserkennung, künstliche Intelligenz und Roboter oft mit Skepsis betrachtet werden, kann es in Shenzhen nicht schnell genug voran gehen auf dem Weg zur nächsten Erfindung.


Blick auf die Tech-Boom-City Shenzhen.
Foto: Simbaxu, Lizenz: CC BY-SA 4.0

China hat mit Shenzhen ein Hightech-Labor geschaffen, in dem digitale Produkte konsequent angewendet werden, so dass der Digitalisierungsgrad deutlich höher und umfassender ist als in Norddeutschland“, so Rolf-Ejvind Sörensen, Vizepräsident der IHK Schleswig-Holstein und Delegationsleiter der IHK Nord-Reise.

Bei ihrem Besuch bei Royole konnten die Delegationsteilnehmer das weltweit dünnste vollfarbige Display sowie das erste vollständig biegsame Handydisplay testen. Präsentiert wurden dort auch Wearables, d. h. flexible Displays, die z. B. auf Taschen oder T-Shirts angebracht werden können.


„Digitalisierungsgrad und Innovationsgeschwindigkeit sind sehr viel höher und umfassender als in Norddeutschland“


Transport- und Verkehrssteuerung in Shenzhen.
Foto: IHK Nord

Aus Bremen haben Dirk Schwampe (Team Neusta GmbH) und Alexander Witte (Early Brands GmbH) an der Delegationsreise teilgenommen. Auch sie zeigten sich von Umfang und der Geschwindigkeit digitaler Innovationen beeindruckt: 

Shenzhen hat sich zu einem bemerkenswerten Innovationsstandort entwickelt. Hier ist vieles bereits realisiert, was in Deutschland erst Ideen sind: Intelligent vernetzte Mobilitätsangebote im öffentlichen Nahverkehr zur Stauvermeidung in Echtzeit, spielerisches Erlernen von Programmierung und Robotik in Schulen, bis hin zur Bezahlung im Supermarkt und auf Wunsch sogar der Steuerung mittels Smartphone. 

Dabei wird in nahezu allen Industrien und Sektoren von der Bank bis zum Flughafen daran gearbeitet, innovative Services und Geschäftsmodelle zu realisieren. Es wurde sehr schnell deutlich, dass die Innovationsgeschwindigkeit sehr viel höher und umfassender ist als in Norddeutschland“, sagen Schwampe und Witte. 


Smart City Demonstration in Shenzhen.
Foto: IHK Nord

Shenzhen und China sind, so der allgemeine Eindruck der Delegationsteilnehmer, in Bezug auf neue Technologien sogenannte „innovative executors“: Neue Technologien und Produkte werden schnellstmöglich in allen Anwendungsbereichen scheinbar mit einem Minimum an regulatorischen Grenzen umgesetzt. Shenzhen verfügt daher über weitreichende Erfahrungen und Kompetenzen in der realen Erprobung dieser Technologien und Big Data-Lösungen. 


Hightechregion "Greater Bay Area".
Foto: IHK Nord
China investiert derzeit viel in Forschung und Entwicklung eigener Produkte und Dienstleistungen, um den Schritt von der Werkbank zu einer innovativen Volkswirtschaft zu schaffen. „Das schafft zum Teil beeindruckende volkswirtschaftliche Gewinne, wie etwa eine hocheffiziente Verkehrsplanung- und -steuerung – die ich mir auch in Norddeutschland wünschen würde, solange die Freiheit des Individuums gewährleistet bleibt und Auswirkungen auf die Umwelt angemessen berücksichtigt werden.“, so Sörensen.

Neben international tätigen Technologie-Konzernen wie die auch von der Delegation besuchten Huawei oder Tencent ist u.a. das Shenzhen Urban Transport Planning Center (SUTPC) - ein High-Tech Unternehmen im Feld der innerstädtischen Verkehrsforschung - ein weiterer innovativer Player in der Region. SUTPC bietet Dienstleistungen zur Verkehrsüberwachung, -planung und -steuerung für über 100 chinesische Städte an. Dafür werden täglich rund 750 Millionen Datensätze mit innovativen Softwarelösungen analysiert.

Das Unternehmen Shenzhen Haylion Technologies hat sich auf intelligente Fahrtechnik-Innovationen für Bus-, Konzeptproofing- und Industrialisierungsentwicklung spezialisiert. Zu den Kernkompetenzen gehören autonom fahrende Fahrzeuge und E-Busse. Shenzhen ist eine Beispielregion für E-Mobilität. Sämtliche Busse, Taxen und Lieferdienste fahren rein elektrisch. Doch auch in anderen Bereichen startet China durch: 


Demonstration bei Roboticsspezialisten Ubtech.
Foto: IHK Nord

Bei Ubtech Robotics - einem Unternehmen, das in der Forschung und Entwicklung von künstlicher Intelligenz und deren Anwendung in der Robotik weltweit im Spitzenfeld ist  - lernten die norddeutschen Unternehmer u.a. humanoide Roboter mit unterschiedlichen Funktionen, z.B. im Bildungsbereich, für den Sicherheitsbereich, für häusliche Anwendungen und als Spielzeug kennen. 

Hier wird deutlich: Wachstum und Wertschöpfung erfordern bereits heute innovative Services und Geschäftsmodelle, die digitale Technologien zum Vorteil des Kunden einsetzen. Und dies gilt sowohl für herstellende Betriebe und Händler als auch für Dienstleister – in China wie in Norddeutschland.


Spontaner Empfang des Bürgermeisters Ai Xuefeng von Shenzhen

Offizieller Empfang des Bürgermeisters von Shenzhen.
Foto: IHK Nord

Innovation braucht Spontanität - dieses Motto lebt auch der Bürgermeister von Shenzhen, Ai Xuefeng, und empfing auf Vermittlung von Delegationsmitglied Leon Wankum spontan eine Abordnung der IHK Nord-Delegation. Ai Xuefeng regte Gespräche über eine Innovationspartnerschaft zwischen der Shenzhener Greater Bay Area und Norddeutschland an. 

Themen von besonderem Interesse sind Erneuerbare Energien, Elektromobilität, Industrie 4.0 und Logistik. Shenzhen sucht zudem Partner im Norden, um das deutsche duale Berufsbildungssystem in Shenzhen zu implementieren. Delegationsleiter Rolf-Ejvind Sörensen sprach sogleich eine Einladung für die „Standortkonferenz Norddeutschland“ der IHK Nord am 7. November in Lübeck aus, die dankend angenommen wurde.


Hongkong: Brücke zwischen Festlandchina und dem Rest der Welt

Die chinesische Sonderwirtschaftszone Hongkong.
Foto: Ralf Roletschek, Lizenz: CC BY 3.0

Nach drei Tagen Shenzhen ging es für die Teilnehmer weiter nach Hongkong. Wolfgang Niedermark, Delegierter der deutschen Wirtschaft von der AHK Hong Kong, und David Schmidt vom deutschen Generalkonsulat Hongkong erläuterten die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. 

Auch in Hongkong machen sich die wirtschaftlichen Auswirkungen des Handelskrieges zwischen den USA und China langsam bemerkbar. Neben der Rolle als führendes Handels- und Finanzzentrum ergibt sich Hongkongs wirtschaftliche Bedeutung vor allem aus seiner Stellung als Brücke für den wirtschaftlichen Austausch Festlandchinas mit dem Rest der Welt. 

Die Motive für die Handelspartner zur Nutzung Hongkongs liegen dabei vor allem in geringeren Informationskosten, Rechtssicherheit, der Ausnutzung von Steuer- und Abgabenvorteilen, der guten internationalen Vernetzung und dem hohen technischen Know-how. 


Zu Gast in Digital Mobility Hub von Siemens.
Foto: IHK Nord

Know how, dass zum Beispiel im Siemens Digital Mobility Hub genutzt wird, einer gemeinsamen Initiative der Hongkong Science and Technology Parks Corporation (HKSTP) und Siemens Limited, die darauf abzielt, die Entwicklung von Smart-City-Anwendungen und Lösungen spezifisch für Hongkong zu beschleunigen. 

Der Hub ist als Open Lab konzipiert und umfasst ein Smart Mobility Testbed sowie ein Smart Energy Lab, das Experten für die Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsaufgaben in den Bereichen Datenanalyse, IoT, Konnektivität, intelligente Gebäude, intelligente Energie und intelligente Mobilität zur Verfügung steht. Es bietet damit Start-up-Unternehmen und Infrastrukturanbietern eine Plattform. 

Abschließend: Die Erkenntnisse der Reise Insgesamt wurde deutlich, dass die USA und China derzeit die unbestrittenen Pole der digitalen Welt bilden. China setzt hierbei mit seiner großen Binnenmarkt-Macht und 1,3 Mrd. Menschen mittlerweile auch Standards, wie z.B. Huawei bei der 5G-Technologie. Dabei spielen europäische oder norddeutsche Bedürfnisse eine immer geringere Rolle. 

Um in der weltweiten Wirtschaft weiterhin global oben mitspielen zu können, werden gemeinsame europäische Ansätze sowie internationale Kooperationspartner benötigt, wie sie die IHK Nord bereits auch auf vorherigen Delegationsreisen nach Israel als führende Nation im Bereich der Cybersecurity oder Estland mit digitalen Lösungen im Bereich des E-Governments kennengelernt hat. Bei einer Zusammenarbeit mit China sollte vorab definiert werden, welche Bereiche für eine Kooperation in Frage kommen - eine technologische Abhängigkeit sollte dabei allerdings vermieden werden.


Karikatur in der Puck vom 23. August 1899: „Uncle Sam“ steht auf einer Karte von China, 
die von europäischen Staatsoberhäuptern zerschnitten wird, und sagt:
„Gentleman, Sie können diese Karte so oft zerschneiden, wie Sie möchten, aber bedenken Sie,
 dass auch ich hier bin, um zu bleiben.“
Grafik: J.S. Pughe, Library of Congress, Washington. Lizenz: gemeinfrei

Auf europäischer Ebene müssen schnell Antworten auf die wirtschaftspolitische Fragestellung gefunden werden, ob und unter welchen Standards der Vorsprung von China und den USA im digitalen Bereich aufgeholt werden kann. Hierbei kann eine engere Partnerschaft der norddeutschen Wirtschaft mit Unternehmen aus der Greater Bay Area rund um Shenzhen und Hongkong für wichtige Impulse für die Entwicklung des Standortes Norddeutschland sorgen. 

Die norddeutschen Kammern arbeiten weiter an entsprechenden Verbindungen, auch um beispielsweise Exportchancen für norddeutsche Umwelt- und Erneuerbare Energien-Technologie zu sichern. Warum dies wichtig ist, zeigt ein Blick nach Hongkong, das mit ähnlichen Herausforderungen wie Norddeutschland zu kämpfen hat: 

Eine relativ stark alternde Gesellschaft mit einem wirtschaftlichen Fokus auf Branchen, wie Handel, Logistik oder Finanzen, die noch stark auf traditionellen Geschäftsmodellen basieren sowie einer verhältnismäßig geringen Industriequote. 

In Hongkong beträgt der Anteil der verarbeitenden Industrie am Bruttoinlandsprodukt laut Außenhandelskammer heute nur mehr knapp 3 % - jährlich um 9 % sinkend. Dabei gerät Hongkong durch die starke Konkurrenz des nahe gelegenen Shenzhen bei Startups und der Ansiedlung von innovativen Unternehmen ökonomisch immer mehr ins
Hintertreffen.

 Hamburg Digital Background: 

Ausführlicher Reisebericht:
www.ihk-nord.de/china

Hongkong in der Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hongkong

Shenzhen in der Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Shenzhen

China in der Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/China

 Hamburg Digital Autoren: 



Die IHK Nord ist der Zusammenschluss 12 norddeutscher Industrie- und Handelskammern aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Sie vertreten knapp 700.000 Unternehmen in Norddeutschland und stützen sich auf rund 20.000 ehrenamtlich engagierte Unternehmer. Arbeitsschwerpunkte sind die Maritime Wirtschaft mit dem Schwerpunkt Infrastruktur und Seeverkehr, die Energie- und Industriepolitik, der Tourismus, die Ernährungswirtschaft und die Außenwirtschaft. Weitere Informationen unter www.ihk-nord.de

Rückfragen:
Dr. Malte Heyne, IHK Nord e. V., Telefon (0)40 / 3 61 38-459, heyne@ihk-nord.de

Die inhaltliche Verantwortung des Autorenbeitrags liegt beim Urheber.

Samstag, 6. Oktober 2018

HANSECODEWEEK: Roboter bauen, programmieren lernen und in 3D drucken.

HAMBURG DIGITAL SPEZIAL

Am vergangenen Samstag aht die Code Week Hamburg in der Zentralbibliothek am Hühnerposten ihre Pforten geöffnet. Ein gigantischer Roboter aus Luftballons begrüßte die Besucher und steht als Beispiel für das Verhältnis zwischen Mensch und Technik. 200 Kids und Jugendliche erwarteten Luftballonketten mit Computer-Geheimcodes, Workshops und Mitmachstationen, z. B. um LED-Schmuck zu gestalten, Roboter durch ein Labyrinth zu steuern oder ihr Informatik-Talent testen. Der Nachmittag war Auftakt für mehr als 90 Veranstaltungen der Code Week Hamburg vom 6. bis 21. Oktober '18.

Die Code Week Hamburg - ein Erlebnis für Kids und Jugendliche.
Grafik: Körber-Stiftung

Die Vereinigung der Hamburger IT- und Digitalexperten begrüßt die Code Week Hamburg. Der IT Executive Club unterstützt die gute Sache mit seinen Mitgliedsunternehmen und deren Workshops. HANSEVALLEY hatte die Chance, im Vorfeld der größten Veranstaltung ihrer Art mit dem Beauftragten für den IT- und Digitalnachwuchs der IT-Expertenvereinigung "ITEC" - Sven Heinsen - zu sprechen. Ein Hamburg Digital Spezial zur Code Week Hamburg 2018:

Lachende Schülerinnen beim Basteln ihrer eigenen VR-Brillen, konzentrierte Nachwuchsingenieure, die mit Lötkolben arbeiten, begeisterte Kids, die am Notebook die Faszination IT entdecken: 2 Wochen lang bekommen Schüler und Jugendliche in über 90 Events rund um Alster und Elbe ihre ganz persönliche Chance, IT und das Internet live zu entdecken. Damit ist unsere Stadt auf dem besten Weg, mit der 6. Code Week Hauptstadt des Tech-Nachwuchses zu werden. Mit bundesweit 425 Veranstaltungen im vergangenen Jahr ist die von der Europäischen Union initiierte Code Week eine der erfolgreichsten Eventreihen, Kinder und Jugendliche auf ein Leben in der digital-vernetzten Welt vorzubereiten.


Lachende Kinder mit VR-Brillen - gibt es etwas Schöneres?
Foto: Sandra Schinck 

Mitgliedsunternehmen des IT Executive Clubs laden Schüler und Jugendliche zu spannenden Aktionen ein: So bietet z. B. Otto.de am 11. Oktober einen Kurs zum Roboter programmieren mit "Lego Mindstorms" an. Der "ITEC" nutzt zudem seine Mitgliederplattform und sein Netzwerk, um die Relevanz der Initiative zu verdeutlichen und für die Zukunft noch mehr Unternehmen zu motivieren, Workshops bei der Code Week anzubieten. Es ist Sven Heinsen, Beauftragter für den IT- und Digitalnachwuchs besonders wichtig, dass möglichst viele Schüler und Jugendliche daran teilnehmen. Aber worum geht es eigentlich neben Spiel und Spaß?

Digital kompetent, wie man IT und das Internet nutzt.

Sven Heinsen vom IT Executive Club Hamburg erklärt die wichtigsten Aufgaben der 2 Wochen: „Digitale Souveränität bedeutet, digitale Medien selbstbestimmt und unter eigener Kontrolle zu nutzen und sich an die ständig wechselnden Anforderungen in einer digitalisierten Welt passen zu können. Wenn wir im IT Executive Club von digitaler Souveränität sprechen, geht es uns um zwei wichtige Elemente. 1. die digitale Kompetenz und 2. die digitale Mündigkeit von Schülern und Jugendlichen."


Bauklötzer staunen ... ist der Anfang von allem.
Foto: Sandra Schinck

Der Diplominformatiker macht klar, dass es sich bei digitaler Kompetenz um das Wissen rund um die IT-Welt handelt. Dazu gehören Kenntnisse in Coding, aber auch das Verständnis, wie Computer funktionieren. Zur digitalen Kompetenz gehört für den 49-Jährigen aber auch, zu wissen, wie Know how im Internet bestmöglich genutzt werden kann. Und das hat nicht zuletzt etwas mit IT-Nachwuchs zu tun: Der IT-Fachkräftemangel behindert Innovationen, Digitalisierung und Wachstum auch in Hamburg. Um diesem zu begegnen, ist es unverzichtbar, frühzeitig Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Informationstechnik spielerisch näher zu bringen.

Digital fit, was Internet-Dienste bewirken (können).

Die digitale Mündigkeit betrifft aus Sicht von Heinsen eher das Wissen um die Wirkung, die digitale Medien haben können. Viele Jugendliche lernen sehr schnell, digitale Plattformen zu bedienen, oftmals leider ohne gleichzeitig die enormen Risiken vermittelt zu bekommen. Stundenlanges "Binge Watching" auf Amazon Prime, Netflix oder YouTube ist eines der bekannten Beispiele. Der verantwortungsvolle Umgang sollte gelernt werden. Hier sind sowohl die Schule als auch die Eltern manchmal überfordert. Digitale Mündigkeit bedeutet aber auch zu lernen, wann man mal „abschaltet“.


Spannende Möglichkeiten, die man auch abschalten kann.
Foto: Sandra Schinck

Der Geschäftsmann und Nachwuchsbeauftragte begrüßt die Code Week Hamburg: "Sie ist aus unserer Sicht eine wichtige Initiative, weil sie hilft, eine Lücke zu schliessen, die im Bildungssystem noch herrscht bzw. im Übergang vom schulischen zum beruflichen Leben." Für Heinsen sind die einzelnen Aktionen im Rahmen der Code Week eine notwendige Erweiterung der schulischen Digitalbildung und helfen, sowohl die digitale Befähigung als auch die digitale Mündigkeit zu fördern. "Beides braucht unsere Gesellschaft und auch der Wirtschaftsstandort Hamburg, um seine führende Position beibehalten zu können."

IT-Professionals für den IT-Nachwuchs an der Alster.

Im Rahmen der Code Week kann man auf vielfache Art mit dem IT Executive Club und seinen Mitgliedern in Kontakt kommen. Am einfachsten ist es, wenn die Schüler und Jugendlichen direkt an den Aktionen der Unternehmen – z. B. der Otto Group – teilnehmen. 
Selbstverständlich wird der Club auch die Auftaktveranstaltung am 6.10. in der Zentralbibliothek am Hühnerposten begleiten.

Experimentieren und zum Experten werden - auf der Code Week.
Foto: Sandra Schinck

Die Bildungsinitiative des IT Executive Clubs greift aber noch weite: Sie unterstützt Schule, Ausbildung und Hochschule, jungen Menschen IT-Themen näher zu bringen und nachhaltiges Interesse sowie Kompetenz für IT und Digitalisierung zu fördern. Mit dem "ITEC Cares Award" honoriert und prämiert der Club jährlich drei herausragende Initiativen mit einem Preisgeld von 6.000,- €. "ITEC Cares" würdigt das Engagement und schafft Sichtbarkeit für die vielfältigen Ansätze. Damit will der IT Executive Club Verantwortung für die digitale Kompetenz und Mündigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen übernehmen.

"Digital Medien werden unsere zukünftige Entwicklung prägen."

Sven Heinsen hat eine klare Botschaft an die mehreren tausend jungen Teilnehmer in den zwei Wochen Hamburger Code Week: "Wir können alle Teilnehmer nur dazu aufrufen, sich mit digitalen Medien intensiv zu beschäftigen – sie werden unsere zukünftige Entwicklung prägen und fehlende Kenntnisse werden im Berufsleben ein echter Nachteil sein. Und, wenn man sich ein wenig damit beschäftigt, kann man auch entdecken, wieviel Spass in diesem Themengebiet stecken kann und welche Chancen darin entstehen können." 


"It's cool, men". Kommt vorbei!
Foto: Sandra Schinck

Neben Sprachkenntnissen wird aus Sicht des Experten die Digitalkompetenz für die vernetzte und globalisierte Welt zum wichtigsten Erfolgsbaustein werden. Viele Jugendliche können diese Chance nicht nutzen, weil ihnen der richtige Zugang fehlt und später eine gewisse Furcht existiert. Die Körber-Stiftung und die Bücherhallen als Veranstalter der Code Week Hamburg ermöglichen diesen Zugang gemeinsam mit Initiativen der Coding- und Maker-Szene sowie Vertretern aus Hochschulen und Unternehmen. HANSEVALLEY leistet seinen Beitrag für das digitale Hamburg.

 Hamburg Digital Background: 

Code Week Hamburg 2018 Programmüberblick:

Code Week Hamburg: Otto.de - Lego Mindstorms Workshop

Sonntag, 1. April 2018

HANSEEXKLUSIV: Klaus von Dohnanyi zur Digitalisierung an Alster und Elbe.

HAMBURG DIGITAL EXKLUSIV

Hamburgs Visionär im exklsuiven Interview zu Digitalisierung und Globalisierung.
Foto; HANSEVALLEY

Klaus von Dohnanyi, ehemaliger Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, hat im gemeinsamen Interview für das Hamburg Digital Magazin und Hamburg@work die Digitalisierung an Alster und Elbe beleuchtet. Im Gespräch mit HANSEVALLEY-Chefredakteur Thomas Keup diskutiert der Jurist und SPD-Spitzenpolitiker die Bereiche Technologien und digitale Infrastrukturen, Bildungswesen und Arbeitswelt, Dezentralisierung, Standortwettbewerb und Wissenschaft sowie Demokratie und Eigenverantwortung.

Der Hamburger Visionär und gefragte Berater beantwortet unter dem Titel "Alles bleibt anders" u. a. diese Fragen:

  • Wie können Politik und Gesellschaft auf die Herausforderungen antworten?
  • Wie ist der Zustand der Infrastrukturen für künftige digitale Anwendungen?
  • Mit welchem Alter sollten Kinder beginnen, neue Möglichkeiten zu nutzen?
  • Welche Impulse sind wichtig, damit Menschen in Zukunft erfolgreich sind?
  • Welche Besonderheiten gibt es in Europa, die Digitalisierung zu bestehen?
  • Worauf sollte sich die Hafen- und Handelsmetropole Hamburg fokussieren?
  • Welche Versäumnisse hat die Hamburger Politik bis heute zu verantworten?
  • Was kann jeder Einzelne tun, um in einer digitalisierten Welt zu bestehen?

Klare Antworten eines Hamburger Visionärs: Klaus von Dohnanyi im Interview.
Foto: HANSEVALLEY