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Montag, 26. April 2021

HANSESTARTUPS: Nect zeigt, wie KI Kurzarbeitern und Unternehmen auch nach Corona hilft.

 HANSE STARTUP MAGAZIN

Nect-Gründer Benny Bennet Jürgens setzt auf KI bei der Online-Identifikation.
Foto: Nect/Matthias Friel

Bis zu 700.000 Hilfesuchende, die sich seit Frühjahr 2020 beim Arbeitsamt als arbeitslos oder in Kurzarbeit meldeten. Die Notwendigkeit der Bundesagentur, die Identität ihrer Kunden zu überprüfen - mit bis zu 5.000 Online-Identifikationen pro Stunde. Und ein ID-Verfahren über Nacht bei der IFB in Hamburg, damit Unternehmer die Corona-Soforthilfe bekommen konnten. 2020 schlug die Stunde für “Selfie-Ident” aus Hamburg. Das HANSESTARTUP “Nect” gehört seit der Pandemie zu den führenden Online-ID-Anbietern - und hat den elektronischen Personalausweis ebenso auf die Plätze verwiesen, wie Video-Ident-Dienstleister.


Zeit für das Hanse Startup Magazin nachzufragen, wie das Team um Benny Bennet Jürgens und Carlo Ulbrich bis zu 700.000 “Selfie-Idents” auf dem Handy gepackt hat, was die mehr als 60 Mitarbeiter - davon rd. 30 Techis - vom Großen Burstah in diesem Jahr vorhaben - und wohin die Reise des jungen norddeutschen Technologieanbieters geht. Chefredakteur Thomas Keup nutzte die KI-Identifikation selbst bei HEK und HKK - und sprach anlässlich des 4-jährigen Bestehens mit Gründer und Geschäftsführer Benny Bennet Jürgens über Status Quo und Ausblick:


Nect in der Corona-Pandemie


Mit der Pandemie mussten schnell digitale Lösungen geschaffen werden:
Die Bundesagentur für Arbeit entschied sich für Nect aus Hamburg.
Illustration: Gerd Altmann, Pixabay

Ihr seid seit geraumer Zeit in Richtung Versicherungswirtschaft unterwegs, habt im vergangenen Jahr die Bundesagentur für Arbeit als großen Kunden gewonnen. Wie gewinnt ein Tech-Startup aus Hamburg einen bundesweiten Großbetrieb wie die Bundesagentur für Arbeit?


Im letzten Jahr war es so, dass es aufgrund der Pandemie Ausnahmen gab, damit Vergaben beschleunigt stattfinden konnten. Die Bundesagentur für Arbeit hat ein Research gemacht, wie Ihr Problem gelöst werden kann und ist dabei u. a. auf unsere Technologie gestoßen. Über eine Ausschreibung konnten wir dann ein Angebot abgeben.


Es gibt diverse Authentifikationsverfahren mit Videoagenten, mit Personalausweisen die man fröhlich in die Kamera hält, mit Verfahren die mehr oder weniger sicher sind - Stichwort “N26” in der Vergangenheit. Habt Ihr im Nachgang erfahren, wie die Bundesagentur auf Euch gekommen ist bzw. was war der BA besonders wichtig?


Der Kernpunkt war, dass es ein automatisiertes Verfahren sein musste, weil mindestens 5.000 Idents pro Stunde verarbeitbar sein sollten. Es hatten sich im Mai/Juni vergangenen Jahres rd. 600.000 bis 700.000 Arbeitslosmeldungen angesammelt, die möglichst schnell abgearbeitet werden mussten, damit die Leute weiterhin ihr Geld bekommen konnten. Mit einem Video-Ident wäre das gar nicht möglich gewesen. Bei 5.000 Idents die Stunde braucht man wahrscheinlich 1.000 Mitarbeiter, die man auch erst schulen müsste. Deshalb ein automatisiertes Verfahren. 


Die Bundesagentur für Arbeit ist ja nicht immer und überall nur als digital-fortschrittlicher Dienstleister bekannt. Nicht immer werden die u. a. durch Unternehmensberater eingeführten Abläufe als hilfreich und damit kundenorientiert wahrgenommen. Welche Erfahrungen habt Ihr in den rd. drei Wochen gemacht, als Ihr “Selfie-Ident” im Frühsommer vergangenen Jahres bei der Nürnberger Bundesagentur eingerichtet habt?


Ich war sehr, sehr positiv überrascht, wie die Bundesagentur für Arbeit im Inneren arbeitet - sehr fortschrittlich, sehr kundenorientiert. Natürlich kennt man die Storys und sicher gibt es auch negative Erfahrungen bei der Arbeitslosmeldung. Gleichzeitig muss ich sagen, dass sich in der Zusammenarbeit für mich ein komplett anderes Bild entwickelt hat. Und so hat sich denn auch gezeigt, dass die Entscheidung nicht als reiner Kostenfaktor gewertet wurde. Die Bundesagentur hat Umfragen unter allen Teilnehmern des Selfie-Idents gemacht, wie man das bewertet und möchte man das auch in Zukunft haben. Es ist eher eine Entscheidung auf Nutzerseite getroffen worden. Deshalb soll es auch weiter gehen.


Ihr seit auch bei privaten Versicherern unterwegs. Werdet Ihr tatsächlich zum Dienstleister für Authentifizierungsverfahren der öffentlichen Hand?


Wir sehen uns in dem Sweetspot, in dem wir alle großen Kunden mit unserer Lösung bedienen. Wir haben angefangen mit den großen Schwergewichten, mit einer R+V zum Beispiel. Auch ich habe vorher zehn Jahre in einem Versicherungskonzern gearbeitet. Wir wissen gut, wie wir mit denen umgehen müssen - und das macht einfach auch Spaß. Wir sehen uns aktuell sehr stark bei großen Versicherungshäusern, bei großen Banken und auch Behörden gehören dazu. Wir bieten nicht die ‘eine Lösung für besondere Einzelfälle’, unser Fokus sind die großen Schwergewichte, ebenso wie der Mittelstand. 


Ausblick Produkt + Entwicklung

Die Nect-App mit Selfie-Ident und wiederverwendbarer ID.
Illustration: Nect

Für 2021 ff.: Was dürfen Eure Kunden in diesem Jahr und darüber hinaus an Neuerungen erwarten?


Das nächste große Produkt, das wir auf den Markt bringen, ist die E-Signatur; dass wir unsere Identitätsbestätigung auch dafür nutzen, um digital Verträge unterzeichnen zu können. Hier sind wir auf dem höchsten regulatorischen Level, der qualifizierten elektronischen Signatur, so dass auch die Schriftform ersetzt werden kann mit unserer Nect-Signatur. Was für uns dann auch sehr wichtig auf dem Plan steht, ist das Thema Internationalisierung. Wir wollen dieses Jahr möglichst auch die ersten Kunden aus dem Ausland gewinnen und nicht nur in Deutschland.


Bei vielen Apps ist es so: einmal benutzt und dann nie wieder angefasst. In wiefern erwartet Ihr, dass Eure Lösung, nachdem sie einmal z. B. bei einer Krankenkasse genutzt wurde, besser auf dem Smartphone bleibt, weil man sie in Zukunft wieder brauchen könnte?


Wir sehen jetzt schon eine relativ hohe Quote an Leuten, die die App mehrfach verwenden, weil sie mehrere Versicherungen haben. Ein Beispiel: Ich habe eine gesetzliche Krankenversicherung und dann habe noch eine Haftpflicht bei einer R+V oder einer HUK Coburg. Da haben wir dann schon zwei Fälle, wo man unsere App verwenden kann. Meist ist es aber so, dass man nicht nur eine oder zwei Versicherungen, sondern vier, fünf, sechs Versicherungen hat. Und wir haben schon einen relativ hohen Marktanteil im Versicherungssegment - jetzt auch bei den Krankenkassen. Daher ist es sinnhaft, die App mehrfach weiterzuverwenden, denn es wird für viele Menschen immer häufiger die Chance dazu geben. Die Möglichkeit dazu schafft Nect mit einer wiederverwendbaren ID in der App.


Künstliche Intelligenz in Hamburg


Schafft es die Hafenstadt Hamburg, zur Heimat für Software und KI zu werden?
Foto: HANSEVALLEY

Blick aus der Vogelperspektive: Hamburg als Startup-Standort unter den großen Metropolen Nr. 3 nach Berlin und München, unter den Bundesländern Nr. 4 nach Berlin, Bayern und NRW. Es gab letztes Jahr zum Startup-Monitor bei PwC massive Kritik. Wie bewertest Du heute 2021 auch unabhängig von Corona den Startup-Standort Hamburg?


Ich glaube es ist eine Frage, welchen Blickwinkel man darauf hat: Ich bewerte den Standort deswegen positiv, weil wir als Deep-Tech-Unternehmen einen schönen Standort haben, um gute Talente zu finden, ohne in den Riesen Wettbewerb gehen zu müssen. Ich habe in der Stadt mit vielen Einwohnern und Universitäten schon mal per se gute Möglichkeiten, um Talente zu gewinnen. Es ist eine wunderschöne Stadt, in der auch viele Leute leben wollen, d . h., ich kann auch Leute von außerhalb überzeugen, hierherzuziehen. Aber in allen Bereichen habe ich nur relativ wenig Wettbewerb - vor allem auf der Startup-Ebene.


“Die Firma verdanke ich dem Standort.”


Ich habe natürlich viel Wettbewerb, wenn ich in Richtung Philips oder Dermalog gucke. Die haben ja auch Computer-Vision-Talente am Start. Aber als Arbeitnehmer kann es ja auch eine Entscheidung sein, jetzt Lust zu haben, in einem Startup mitzuarbeiten oder auch in einem Scaleup, wie wir uns jetzt schimpfen dürfen. Wenn ich diese bewusste Entscheidung treffe, dann habe ich in Hamburg halt gar nicht so viel Auswahl. Das ist für uns vom Standort her dann erstmal ganz gut, dass man Talente finden kann. Und auch, dass man von der Stadt Hamburg eine gute Förderung bekommt. Ich bin der Überzeugung, dass es uns nicht geben würde, hätten wir damals nicht die Förderung von der IFB Hamburg bekommen.


Natürlich gibt es nicht nur einen “War of Talents”, sondern auch einen “War of Regions” - z. B. im Wettbewerb mit Lübeck und der Universitätsmedizin oder in Niedersachsen mit dem autonomen Fahren und der Autoindustrie. Wo siehst Du denn Stärken bzw. besondere Chancen für KI in Hamburg?   


Wir haben ja viel optische Kompetenz in Hamburg. Wir haben Philips, wir haben Olympus, wir haben Dermalog. Wir haben viele große, namhafte Unternehmen, die aus Tradition mit optischer Verarbeitung unterwegs sind. Ich sehe allgemein KI im Rahmen der optischen Erfassung und Verarbeitung als extrem wertvoll an. Wir haben eine gute Chance, die Kompetenzen die man in Hamburg versammelt hat, dann auch mit KI zu nutzen, um sich dort zu positionieren. 


Durch die Presse gegangen, hart aufgeschlagen, wir waren da ganz vorn mit dabei: keine Anschlussfinanzierung für “Ahoi Digital”, die Informatik-Initiative der Freien und Hansestadt Hamburg. Die Chance auf 35 zusätzliche Informatik-Professuren ab 2021 nicht mehr da. Wie beurteilst Du die Informatik-Ausbildung und was sollte die Stadt machen, um Tech-Unternehmen wie Euch die Chance auf neue, zusätzliche Talente zu bieten?


Ich würde auch da weiter vorn anfangen: Allgemein ist in Deutschland Informatik und Software - alles was nicht klassisches Ingenieurwesen ist - immer noch sehr stiefmütterlich behandelt - und ist in Deutschland auch nicht als das wertvolle Handwerk angesehen. Das ist - glaube ich - das Problem. Wenn man erkennen würde, wie wertvoll das Handwerk Software ist, dann würde man vielleicht auch andere Entscheidungen treffen.  


DIE HAMBURG-FRAGE Ich bin bei Dir: stiefmütterlich? Ja! Kulturfrage? Ja! Ich möchte Dich an der Stelle aber nicht entlassen wollen mit ‘Es ist eine Kulturfrage’. Ich bleibe bei Hamburg, ich komme nochmal zurück: Was kann, was sollte der Hamburger Senat machen, um die Informatik aus der Kellerecke herauszuholen?


Ich finde, es ist am Ende des Tages eine Marketing-Aufgabe, indem ich jede Gelegenheit nutze darüber zu reden, welche Vorteile dem einzelnen Bürger durch Software entstehen, und vielleicht auch noch Porträts über entsprechende Leute machen, die das ganze Thema ins rechte Licht rücken. Das ist etwas, das begleitet mich schon seit 15 Jahren. Der Beziehungsstatus von Deutschland und Software ist immer noch 'kompliziert'. 


Natürlich gibt es positive Beispiele, z. B. das ganze Thema Deep Fakes, was viel durch die Presse gelaufen ist. Eine der Kernkompetenzen für Deep Fake sind dann auch an einer Uni in München. D. h., wir haben ja positive Beispiele in Deutschland, die sich auf die ganze Welt auswirken - und das muss man dann vielleicht noch stärker nutzen im eigenen Marketing, um zu sagen, was das für einen Impact hat. Das ist natürlich das, was Menschen immer gern wollen, einen Impact. Vielen ist bei Software nicht so ganz klar: Was habe ich denn für einen Impact? Das kann ich ja gar nicht greifen.


Nect-Gründer Benny Bennet Jürgens und Carlo Ulbrich:
Digitale Zukunft entwickelt in Sichtweite des Hamburger Rathauses.
Foto: Nect

Das ist das, wo eine Uni oder eine Stadt Hamburg anpacken muss, wenn sie einen Standort in diese Richtung fördern will. Wenn sie es nicht will, weil sie sagt, wir leben weiter von dem klassischen Handwerk und vom Hafen, ist das ja auch ok. Das kann ja eine Entscheidung sein. Ob ich jetzt die Entscheidung so treffen würde, ich glaube nicht. Wenn man in Richtung Software gehen will, ist das eine große Marketing-Aufgabe.  


Vielen Dank für die offenen Worte!

Das Interview führte Thomas Keup.


* * *


 Hanse Digital Background:  


Spotifiy Podcast:

4 Jahre Nect - Interview mit Benny Bennet Jürgens

 https://open.spotify.com/


HANSESTARTUPS:

Nect - Damit Benny auch wirklich Benny ist

hansevalley.de/2018/01/hansestartups-nect.html




Sonntag, 21. Februar 2021

HANSEINVESTIGATION: Hamburger Senat lässt Informatik-Studiengänge ausbluten.

HANSE DIGITAL INVESTIGATION
* 3. Update 24.02.2021 *

Schluss mit lustig: Die Informatik der UHH geht auf die Barrikaden.
Grafik: Universität Hamburg

Genderstudies werden an der Universität Hamburg groß geschrieben - ganz zur Freude des rot-grünen Senats mit Wissenschafts- und Frauensenatorin Katharina Fegebank. Die Informatik am größten IT-Fachbereich aller Hamburger Hochschulen lässt man jetzt dagegen ausbluten. Zuvor verordnete die Fegebank-Behörde bereits der Technischen Universität in Harburg, ihr Defizit gefälligst selbst auszugleichen. 

Neben fehlenden Professuren zu Zukunftsthemen wie Digitale Transformation und Ethik in Data Science, verunsicherten Studenten und weniger Studienplätzen hat die grüne Wissenschaftsbehörde das erste handfeste Opfer zu verantworten: Auf Grund fehlender Anschlussfinanzierung und unterfinanzierter Hochschulen wird die Hamburger Informatik-Initiative "Ahoi Digital" zu Grabe getragen.

Aktuelle Zahlen, Daten und Fakten sowie Hintergründe und Einordnungen zum Schlusslicht des Informatikstudiums in Deutschland von Chefredakteur Thomas Keup:

Die Ausbildung von jungen Informatikern für die digital-vernetzte Zukunft der Wirtschaft droht in der Freien und Hansestadt einen schweren Rückschlag zu erleiden. Sieben bestehende und geplante Professuren für Informatik an der Universität Hamburg werden durch den umstrittenen Präsidenten Dieter Lenzen kurzfristig ersatzlos gestrichen. Informatik-Studenten müssen sich jetzt Sorgen über Ihr Studium an der Universität machen, die Zahl der Studienplätze für Erstsemester wird sinken.

Ein Informatik-Lehrstuhl wird laut Experten mit rd. 100.000,- € pro Jahr berechnet, was jährliche Einsparungen von fast einer dreiviertel Million Euro bedeutet. Die mit 23 von 74 Hamburger Informatik-Professuren größte IT-Ausbildungsstätte an Alster und Elbe droht mit der aktuellen Rotstift-Politik - wie zuvor bereits die TU in Harburg - auszubluten. Schon jetzt beklagen wissenschaftliche Mitarbeiter fehlende Lehrkräfte und mangelhafte Lehrinhalte. Aus Kreisen der UHH-Informatik wird ein jahrelanges Verschleppen von Berufungen ans Informatikum kritisiert, so die "Eimsbütteler Nachrichten".

2 betroffene "Ahoi Digital"-Professuren, 1 "ITMC"-Stiftungsprofessur

Von den Streichungen auf Grund eines jährlichen - auf den Seiten des Informatik-Bereichs diskutierten - Hochschul-Defizits i. H. v. 20 Mio. € sind allein 13 neu geplante Professuren im Rahmen der Informatik-Initiative "Ahoi Digital" betroffen, ebenso wie eine neu geplante Stiftungsprofessur des von rd. 20 Partnern aus Hamburger Wirtschaft und Verwaltung unterstützten Fachbereichs "IT-Management und -Consulting - ITMC" in Stellingen.

In einer aktuellen Mitteilung schlüsseln die Betroffenen des Fachbereichs Informatik die Auswirkungen der Sparmaßnahmen auf: Durch die Streichung der drei neu geplanten "Ahoi Digital"-Professuren inkl. der "ITMC"-Stiftungsprofessur "Digitale Transformation und Technochange" sind allein 100 künftige Informatik-Studenten direkt betroffen. Durch den Abbau von vier bestehenden Professuren ist die weitere Hochschul-Ausbildung von bis zu 150 Studenten gefährdet. Das sind allein fast 25 % der allgemeinen Informatik-Studienplätze pro Jahr an der Universität Hamburg.

Auslöser für den Sparkurs des Präsidiums ist die Unsicherheit bei der weiteren Finanzierung der Hochschule. Als mögliche Maßnahmen werden auf den Seiten des Fachbereichs Informatik - wie jetzt geschehen - die Nichtberufung von Professoren oder die Nichtbesetzung frei werdender Stellen genannt. Anfang Februar d. J. lobte sich die Fegebank-Behörde noch für die mit insgesamt acht Hamburger Wissenschaftseinrichtungen geschlossenen "Zukunftsverträge" und einer jährlichen Steigerung des Grundbudgets der Einrichtungen von über 3 %.

Februar 2017: Der Informatik-Verantwortlichen von HAW, HCU, TUHH und HCU
freuen Sie über die Unterstützung für mehr Professuren + Studienplätze.
Foto: BWFG Hamburg

Die Anfang 2017 mit großem Aufwand und 32,9 Mio. € Budget - davon allein 13,6 Mio. € aus Hochschulmitteln - als "Informatik-Allianz" gegründete Initiative "Ahoi Digital" der Hamburger Hochschulen HAW, HCU, TUHH und UHH steht mit dem Kahlschlag der Informatik an der Uni vor dem Aus. Die Anschubfinanzierung der Wissenschaftsbehörde lief Ende vergangenen Jahres aus, die Hochschulen müssen "Ahoi Digital"-Professuren seit Jahresbeginn 2021 selbst stemmen. Mit der Plattform sollten bis zu 1.500 neue Studienplätze in den Informatik-Fächern sowie bis zu 35 neue Professuren, 10 Junior-Professuren und 37 Stellen für neue Wissenschaftsmitarbeiter an den vier beteiligten Hochschulen geschaffen werden.

Zu den Themenschwerpunkten der Universität Hamburg gehörten im Rahmen der Landesinitiative der Bereich "Cognitive/Learning Systems" für Robotik, Logistik und Medizin (zusammen mit dem UKE) sowie "Information Governance Technologies" für die digitale Verwaltung (mit der TU in Harburg und dem Hans-Bredow-Institut). "Ahoi Digital" sollte sich insgesamt um die vier Themenfelder "Cross-Modal Learning“, "Cyber-physikalische Systeme und Smarte Systeme“, "Information Governance Technologies“ und "Data Science“ kümmern. Das Ziel, Hamburgs Informatik mit den drei Säulen Lehre, Forschung und Transfer auf Spitzenniveau zu bringen, ist damit weitgehend gescheitert.

Politik und Wirtschaft warnen vor Verlust der Zukunftsfähigkeit.

Wie die Hamburger CDU-Fraktion am Montag zur aktuellen Lage mitteilte, praktiziert die Uni der Hansestadt einen noch umfassenderen Kahlschlag quer durch die MINT-Fächer und darüber hinaus: "Über 1.500 Studienplätze sollen abgebaut werden, davon fast 150 in der Informatik, 174 in Mathematik, minus 220 in der BWL, minus 36 in Jura sowie Einstellung aller Arbeitsgemeinschaften. Auch die Lehramtsstudiengänge trifft es deutlich, hier vor allem in Biologie, Mathe und Physik." Die norddeutsche Metropole droht, ins wissenschaftliche Mittelalter zurückzufallen.

Wohlstand und Attraktivität Hamburgs sind nicht selbstverständlich, sondern das Ergebnis klugen und vorausschauenden Wirtschaftens: Dieses kann in der Zukunft nicht allein auf Hafen, Handel oder Tourismus beruhen. Wir brauchen weitere Standbeine. Ganz vorrangig gehört dazu die Wissenschaft als Innovationstreiber und Anstoßgeber für künftiges unternehmerisches Handeln“, pointiert Dr. Hubert Baltes, Vorsitzender der Landesfachkommission "Wachstum & Innovation“ des Wirtschaftsrates in Hamburg.

Hamburger Persönlichen intervenieren gegen den Kahlschlag.

Auf Grund der aktuellen Entwicklungen intervenieren zahlreiche Hamburger Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung in einer konzertierten Aktion gegen das Zusammenstreichen der Informatik an der städtischen Universität und das ersatzlose Streichen der Stiftungsprofessur für Digitale Transformation. Das HANSEVALLEY vorliegende Schreiben unterzeichneten die "ITMC"-Kuratoriumsmitglieder Karsten Kirsch ("Direkt Gruppe"), Michael Müller-Wünsch ("Otto Group"), Sebastian Saxe (vorm. "HPA"), Dirk Weske ("PPI AG") und Tobias Zierau ("BPC AG").

Der Vorsitzende des "ITMC"-Kuratoriums und frühere Chief Digital Officer der Hamburger Wirtschaftsbehörde und der Hafenverwaltung "HPA" - Sebastian Saxe - erklärte gegenüber HANSEVALLEY: "Ohne Forschung und Lehre gäbe es keine Menschen, die neue Erfindungen oder neue Ideen in die Praxis umsetzen. Statt 'Ahoi Aufbruch' steht 'Ahoi, wir gehen unter' auf der Tagesordnung! Wir dürfen Hamburgs Informatiklandschaft nicht schwächen, sondern müssen diese weiter stärken."

IT-Executive Club, ThIS The Interface Society  und die Rotary-Clubs.

Der "IT-Executive Club" im Digitalcluster "Hamburg@work" mit mehr als 150 IT- und Digital-Experten sowie Vertretung von mehr als 40.000 angestellten IT-Experten in Hamburger und norddeutschen Unternehmen richtete sich mit einer Petition an Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank und Wirtschaftssenator Michael Westhagemann, die Streichungen zu verhindern.

Auch der renommierte Digital-Thinktank "ThIS - The Interface Society" interveniert gegen das Ausbluten der Informatik an der UHH. "ThIS" will in den kommenden Tagen Stellungnahmen Hamburger Persönlichkeiten zum Informatik-Kahlschlag auf der Website digitale-zukunft.hamburg veröffentlichen. Darüber hinaus wurden alle 23 Hamburger Clubs des norddeutschen "Rotary"-Districs 1890 mit rd. 1.200 namhaften Mitgliedern über die Entwicklung informiert.

Sinnbild für das Ausbluten der Informatik an der TU in Harburg.
Foto: HANSEVALLEY

Im Oktober 2020 wurde bereits an der TU in Harburg bekannt, dass die Technische Universität auf Anordnung der Wissenschaftsbehörde das erwartete Defizit von 10,5 Mio. € im laufenden Jahr selbst ausgleichen muss. Im Januar d. J. hatten Vertreter des Studentenparlaments, der Studentenvertretung und des Akademischen Senats an der Technischen Universität Hamburg einen befürchteten Kahlschlag veröffentlicht.

Der öffentliche Brandbrief spricht von sieben Wachstumsprofessuren, die gestrichen werden - darunter eine Ethik-Professur als Grundstein für den neuen Studiengang Data Science, ein Lehrstuhl in Computational Biomechanics und drei Professuren, die essenziell für den digitalen Maschinenbau sind. Auch in Harburg droht die Informatik auszubluten, da die Theoretische Informatik als auch der Bereich Bildverarbeitungssysteme nicht nachbesetzt werden sollen. Um den Forderungen der Behörde nachzukommen, müssen auch südlich der Elbe laufende Berufungsverfahren abgebrochen werden - z. B. jetzt selbst zu finanzierende "Ahoi Digital"-Professuren in der Informatik.

Hamburg trägt die rote Laterne der Informatik-Ausbildung im Land.

Laut des letzten "Länderchecks Informatik" des "Stifterverbandes" liegt die norddeutsche Millionenmetropole mit 3,9 % Anteil Informatikern bei allen Studienanfängern auf dem letzten Platz der Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 7,7 %). Auch bei den Informatikstudiengängen trägt die Freie und Hansestadt mit 4,1 % an den grundständigen Studiengängen die rote Laterne aller Länder. Der Bundesdurchschnitt liegt hier bei 7,8 %. Dahinter steht die insgesamt schwache Anzahl von 74 Hamburger Informatik-Professuren. Zum Vergleich: In der Startupmetropole Berlin mit dem Hochschulverbund aus FUB, HUB und TUB gibt es rd. 190 Informatik-Professuren, in der Technologiemetropole München mit den beiden Spitzenuniversitäten LMU und TUM 150 IT-Lehrstühle.

Nach der Absage des - mit 100 Mio. € geplanten und von den Fraktionen der rot-grünen Regierung wie der bürgerlichen Opposition Anfang 2016 beschlossenen - "Innovations-Wachstums-Fonds" für Tech-Startups in der Skalierungs- und Internationalisierungsphase sind die aktuellen Sparmaßnahmen an Universität Hamburg und Technischer Universität und das Einstampfen der Informatik-Initiative "Ahoi Digital" weitere Rückschläge, die in den traditionellen Dienstleistungsbranchen Handel und Logistik verankerte Wirtschaftsmetropole Hamburg mit Wissenschaft und Innovationen auf Zukunftskurs zu bringen.

Als weitere Unsicherheit gilt die bereits rd. ein halbes Jahr in Verzug geratene Einführung des "Hamburger Digitalbonus" mit bis zu 17.000,- € Zuschuss zur Digitalisierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Die Handelskammer hat die in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein mit 10.000,- bis 50.000,- € praktizierte KMU-Förderung direkt nach der Bürgerschaftswahl gegenüber dem alten und neuen Wirtschaftssenator Michael Westhagemann eingefordert.

Wird vom Bremer Senat auch nach der Corona-Krise nicht im Stich gelassen:
Die Universität Bremen mit mehr als 40 Jahren KI-Kompetenz.
Foto: Michael Ihle

Im Hilferuf an die 23 Hamburger "Rotary"-Clubs vom 16. Februar d. J. werden die Zukunftsinvestitionen der Freien Hansestadt Bremen für die Zeit nach der Corona-Pandemie als beispielhafter Kurs für die Informatik in Norddeutschland vorgestellt. So investiert die Wesermetropole im Rahmen des 181 Mio. € umfassenden Paketes aus dem "Bremen Fonds" allein Maßnahmen zur digitalen Transformation i. H. v. 60 Mio. €. Dazu gehören u. a. umfassende Investitionen in die KI-Forschung mit der Universität Bremen, dem "DFKI"-Standort, dem "AI-Center for Space Robotics" und dem "AI-Center for Health Care" (nachzulesen im Hanse KI Magazin unter hansemachine.de).

Die ausführliche Meldung des Fachbereichs Informatik der Universität Hamburg inkl. der aktuellen Diskussion kann hier nachgelesen werden. Zahlen und Fakten zur Entwicklung der Informatik an der UHH gibt es auf den Seiten des Fachbereichs. Hintergrundinfos zur Informatik an den vier staatlichen Hamburger Hochschulen HAW, HCU, TUHH und UHH sind hier zu finden.

*  *  *

 Hanse Digital Background: 

HANSEINVESTIGATION:
Startup-Förderung in Hamburg Teil 2 - Die Stunde der Wahrheit!

HANSEINVESTIGATION:

Startup-Förderung in Hamburg Teil 1 - Wer sagt hier die Unwahrheit?

HANSESTATEMENT: 

HANSEPOLITICS: 

 Hanse Digital Service: 

HANSEINVESTIGATION - Das Hanse Investigativ Magazin:
www.hanseinvestigation.de

HANSEMACHINE - Das Hanse KI Magazin:
www.hansemachine.de

HANSESCIENCE - Die Hanse Digital Scientists:
www.hansescience.de

HANSESTARTUPS - Das Hanse Startup Magazin:
www.hansestartups.de

Donnerstag, 6. Februar 2020

HANSEPOLITICS: Die bildungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020

HAMBURG DIGITAL RECHERCHE
- Teil 3 Digitalisierung und Bildung -


Informatik-Schnupperkurs des IT-Executive Clubs@Codeweek 2019.
Foto: HANSEVALLEY

"
Hamburgs Schulen sind in Bezug auf die digitale Technik im Schulunterricht bundesweit ganz vorn."


Schulsenator Ties Rabe, 3. Februar 2020, Landesinstitut für Lehrerbildung, Hamburg 

Die Nachricht schlug in Hamburg ein, wie eine Bombe: Niedersachsen führt ab dem Schuljahr 2023/2024 Informatik als Pflichtfach in den 9. und 10. Klassen ein. 1.100 Pädagogen mit Informatik-Background braucht die Landesregierung dafür. Informatik als Pflichtfach fordert auch der IT-Executive Club Hamburg - die Interessenvertretung der 40.000 IT-Fachleute in Hamburger Unternehmen. 

Was macht der rot-grüne Senat für die Zukunft der nächsten Generation? Schulsenator Ties Rabe lädt zur 40 Mio. € schweren Einkaufstour von Laptops, Tablets und Whiteboards ein. 128 Mio. € bekommt die Hansestadt vom Bund im Rahmen des "Digitalpakts Schule" für die Ausstattung ihrer 340 allgemeinbildenden Schulen. 30.000 mobile Geräte sollen angeschafft, 12.500 Klassen- und Arbeitsräume werden für 50 Mio. € mit WLAN ausgestattet.

Der Wettbewerb um die klügsten Köpfe von Morgen hat begonnen. Die Freie und Hansestadt sieht sich mit der flächendeckenden Vernetzung ihrer Schulen mit Breitbandanschlüssen erstklassig aufgestellt. Wie sehen das die Abgeordneten in der Bürgerschaft? Welche Akzente helfen laut Regierungskoalition auf dem Weg zur smarten Schule? Welche Versäumnisse schmiert die Opposition dem SPD-Bildungssenator aufs Fischbrötchen?

Wir haben die Parteien in der Bürgerschaft zu ihren digitalen Positionen und Visionen befragt. Auf der Tagesordnung: die 5 digitalen Top-Themen 1. Wirtschaft, 2. Wissenschaft, 3. Bildung, 4. Verwaltung und 5. Stadtleben. Heute: Die bildungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020:

 Hamburg Digital Wahlprüfsteine 
Digitalisierung und Bildung

An allen 340 staatlichen Schulen gibt es einen Breitbandanschluss und einen nahezu flächendeckenden Anschluss ans Glasfasernetz. Dazu kommen bereits heute 30.000
Computer und 1.800 WLAN-Hotspots. Der Hamburger Senat sieht sich mit der digitalen Infrastruktur und den aktuellen Beschaffungen für 40 Mio. € bundesweit ganz vorn. Dazu kommen aktuell 125 digitale Lerninhalte - entwickelt im Digital Learning Lab von Joachim Herz-Stiftung und der TU Harburg.

1. Thema: Informatik im Unterricht


Welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um in der neuen Legislatur IT-Grundlagen und Programmieren verpflichtend an Hamburger Schulen einzuführen?

SPD Hamburg (2015: 59 Abgeordnete): "Infrastruktur im Fokus"

IT-Grundlagen und Programmieren wird im Unterrichtsfach Informatik erlernt. Informatik wird entsprechend der Ausbildungs- und Prüfungsordnung ausschließlich als Wahlpflichtfach unterrichtet. Eine in den Lehrplänen bzw. für den Unterricht verankerte Verpflichtung, IT-Grundlagen oder Programmieren zu lernen, ist nicht vorgesehen. 

Unser Ziel ist es, alle Schülerinnen und Schüler in unseren Schulen sehr gut auf das Leben und Lernen in der digitalen Welt vorzubereiten. Deshalb werden wir – aufbauend auf die bereits flächendeckend vorhandene Glasfaserversorgung – unsere Schulen so ausstatten, dass in allen Schulfächern und Klassenstufen Laptops, Smartphones und digitale Technik genauso selbstverständlich eingesetzt werden können wie Buch, Arbeitsheft und Füllfederhalter. 

Dazu werden wir in den nächsten fünf Jahren in allen 13.000 Unterrichtsräumen der allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen ein geschütztes WLAN und digitale Tafeln installieren. Für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte werden wir darüber hinaus rund 50.000 Laptops, Tablets und Mikrocomputer beschaffen, damit sie im Unterricht gut lehren und lernen können.

CDU Hamburg (2015: 20 Abgeordnete): "Informatik als Pflichtfach"

Wir müssen Hamburgs Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf die Herausforderungen und Chancen des digitalen Wandels vorbereiten und sie rechtzeitig für die digitale Wissensgesellschaft begeistern. Analog zu Sprachen und klassischen Naturwissenschaften muss Informatik an allen weiterführenden Schulen mindestens als Wahlfach ab Klasse 5 angeboten werden. 

Für die Oberstufe sollten entsprechende Profile entwickelt werden und das Fach allgemeinverpflichtend sein. Schülerinnen und Schüler müssen unter anderem fit gemacht werden in Grundzügen der Programmierung und des Datenschutzes für den späteren Umgang mit innovativen Zukunftstechnologien wie künstlicher Intelligenz, 3D-Druck, Robotik und Blockchain-Modellen, die den sicheren Umgang mit riesigen Datenmengen ermöglichen. 

Genauso wie im Physikunterricht gelehrt wird, wie ein Motor funktioniert, soll das Fach Informatik die Schülerinnen und Schüler dafür sensibilisieren, wie das Internet „funktioniert“. Dazu gehören auch die Grundlagen über die Funktionsweise von Algorithmen. Dieses Wissen soll helfen, Chancen und Risiken der Digitalisierung richtig einzuschätzen.

GRÜNE Hamburg (2015: 15 Abgeordnete): "Informatik-Lehrkräfte nötig"

Eine Verpflichtung der Schulen zur Vermittlung von IT-Grundlagen und zum Programmieren kann es erst geben, wenn sichergestellt ist, dass die entsprechenden Lehrkräfte in entsprechender Anzahl unterrichten. Gleichfalls gibt es bereits an jeder Schule mindestens Projekte und/oder Wahlpflichtkurse, die interessierte Schüler*innen die Inhalte näher bringen.

Seit fast 10 Jahren existieren Schulprojekte zur beispielhaften Entwicklung und Erprobung von Informatikcurricula für die Jahrgangsstufen 5 bis 13 an insgesamt vier Schulen. Allerdings muss auch die Lehrer*innenbildung noch nachwachsen, damit es entsprechendes Personal gibt, das den Unterricht flächendeckend gestalten kann. Ein verpflichtender Unterricht steht bisher also nicht so sehr im Fokus wie die allgemeine Vermittlung von Grundlagen digitaler Bildung im Rahmen von naturwissenschaftlichem oder mathematischen Unterricht.

LINKE Hamburg (2015: 11 Abgeordnete): "Keine verpflichtende IT-Grundlagen"

Digitalisierung erscheint als gesellschaftliches Schicksal, dem die Schulen durch das subjektive Verhalten der Schüler_innen (Nutzung mobiler Endgeräte, Internet und sozialer Medien) wie auch der Lehrer_innen ausgeliefert seien. Dem ist nicht so. Nur Institutionen wie Schulen laufen naturgemäß der rasanten technologischen Entwicklung hinterher. 

Dennoch sollten Lehrkräfte im entsprechenden Fachbereich nach Möglichkeit auf dem neuesten Wissensstand sein. Konkret „IT-Grundlagen“ und „Programmierern“ noch dazu verpflichtend an den Schulen einzuführen, plant DIE LINKE nicht. Fort- und Weiterbildungen, die sich ändernde Lern- und Lehrumgebungen sollen selbstverständlich angeboten werden.

FDP Hamburg (2015: 9 Abgeordnete): "Das digitale Klassenzimmer"

Es ist für uns wichtig, dass Selbstständigkeit, Unternehmertum und IT‐Grundlagen fester Bestandteil der schulischen Bildung werden. IT‐Grundlagen und erste Programmierkenntnisse sind im Zeitalter der Digitalisierung absolut notwendig. Nur so kann eine Basis auch für spätere Berufe gesetzt werden. Zudem muss die dafür notwendige Technik nutzbar gemacht werden. Wir wollen daher das digitale Klassenzimmer in jeder Hamburger Schule. 

Im Unterricht sollen digitale Schulbücher und Lernmaterialien genutzt werden können. Besonders wichtig ist uns die Förderung des spielerischen und interaktiven Erwerbs von Digital‐ und Technologiekompetenz, zum Beispiel durch da  Programmieren kleiner Roboter oder den Einsatz von Lernspielen. Auch der Einsatz von visuellen Programmiersprachen (Blocksprachen) soll ausgeweitet werden, um Schüler an das Thema Programmieren heranzuführen. 

Die Vermittlung digitaler Kompetenzen (z.B. Programmiersprachen, der Umgang mit Themen wie Fake News, Datenschutz oder Cyber‐Sicherheit, Nutzung von Text‐, Datenbearbeitungs‐ und Präsentationsprogrammen) geschieht am effizientesten im Informatikunterricht. Unser Ziel ist es, Informatik als Pflichtfach möglichst früh in den Stundenplan der Sekundarstufe I einzuführen.

AfD Hamburg (2015: 8 Abgeordnete): "Pflichtfach Medienkunde"

Die AfD beabsichtigt den Senat damit zu beauftragen, an jeder weiterführenden Schule
Hamburgs das neue Schulfach der „Medienkunde“ als wöchentlich einstündigen Wahlpflichtkurs einzuführen und in den Bildungsplan der Sekundarstufe I aufzunehmen. Unser Ziel ist es die Medienkompetenz der Schüler auf die Anforderungen der zukünftigen digitalen Gesellschaft auszurichten. 

Hierfür ist nicht nur eine Modernisierung der Ausstattung an den Schulen notwendig, sondern auch den Umgang mit den digitalen Medien zu lehren. Evtl. sollte es ein Grund- und Fortgeschrittenenkurs geben. Daneben soll das Wahlpflichtfach Informatik in ein Pflichtfach umgewandelt werden. Im Vorfeld der Einführung muss der entsprechende Fachkräftebedarf gedeckt werden.


2. Thema: Digitaler Unterricht

Wie wollen Sie die Lehrkräfte auf einen digital-gestützten Unterricht bei verringerter Konzentration online und mobil fokussierter Schüler aus- und weiterbilden?

SPD Hamburg (2015: 45,6%): " Lehrer digital fortbilden"

Schon jetzt werden Lehrkräfte im Rahmen der Aus- und Fortbildung des Landesinstitutes für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) so fortgebildet, dass digitale und analoge Unterrichtsansätze funktional miteinander verknüpft behandelt werden. Ebenso ist das Lernen mit und über digitale Medien ein wichtiger Bestandteil in den Haupt- und Fachseminaren des Lehramtstudiums.

Um den Unterricht weiterzuentwickeln, werden wir Lehrkräfte und Schulgemeinschaften zukünftig noch gezielter fortbilden, den Unterricht mit digitalen Medien bereits in der Ausbildung von Lehrkräften verpflichtend verankern und als Service für die Lehrkräfte eine digitale Lernplattform für den Austausch von digitalen Unterrichtsbeispielen entwickeln.

CDU Hamburg (2015: 15,9%): "Digitale Lernbausteine" 

Die Aus-, Fort- und Weiterbildung zum Themenbereich Digitalisierung sowohl fachlich als auch für den methodischen Einsatz im Unterricht muss systematisch geplant werden. Lehrerinnen und Lehrer müssen die Möglichkeit haben sich so zu qualifizieren, dass sie die IT-Infrastruktur pädagogisch sinnvoll einsetzen können. Entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten müssen angeboten werden.

Neben der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte müssen für einen digital-gestützten Unterricht auch entsprechende Bausteinen zur Unterrichtsgestaltung und zur Unterstützung von differenzierten Lerninhalten bereitgestellt werden.

GRÜNE Hamburg (2015: 12,3%): "Weitreichender Wandel"

Sicherlich wird es in diesem Fall für die Lehrkräfte die größte Umstellung, denn ihre Methoden und Konzepte werden weitreichenden Wandel erfahren. Hier muss sicher auch ein behutsamer Umgang gefunden werden. Gleichwohl werden die neuen Erfordernisse mit Fort- und Weiterbildungen begleitet. Neue Konzepte müssen erprobt und sinnvoll genutzt werden. Der Einsatz neuer Medien darf nicht unreflektiert geschehen.

LINKE Hamburg (2015: 8,5%): "Sinnstiftender Unterricht"

Die Belastung der Kinder und Jugendlichen, nur noch über geringen Aufmerksamkeitsspannen verfügen zu können, ruft hingegen nach einer Abkehr von Dogma der digitalen Bildung, die anscheinend höhere soziale Kosten verursacht, als sie Nutzen bringt. Studien zeigen, dass digitalisierter Unterricht nicht automatisch besserer Unterricht ist/wird. Oberstes Ziel für uns ist immer die Verbesserung der individuellen Lernbiographien. Wenn dafür die Digitalisierung sinnstiftend genutzt werden kann, begrüßen wir das.


FDP Hamburg (2015: 6,3%): "EdTech-Coaches für Schulen"

Digitale Bildung hat das Potenzial durch ganz neue Formen des Lehrens und Lernens die Qualität der Schulbildung außerordentlich anzuheben. Für die Nutzung der Technik müssen Lehrkräfte regelhaft aus‐ und weitergebildet werden. EdTech‐Coaches können Schulen dabei ganzheitlich beraten.

AfD Hamburg (2015: 6,2%): "Eine digitale Bildungscloud"

H. E. hängt die verringerte Konzentrationsfähigkeit der Schüler nicht mit der zunehmend
digitalen Gesellschaft zusammen, sondern ist eher ein Symptom zerfallender Familienstrukturen. Unabhängig hiervon vertritt die AfD die Auffassung, dass nicht jede
Lehrkraft zwingend befähigt sein muss, einen digital-gestützten Unterricht durchzuführen. 

Es geht darum, den Lehrkräften und Schülern verstärkt die Möglichkeit eines digital-gestützten Unterrichts zu bieten. Um dieses Ziel erreichen zu können, muss das Lehrmaterial sowohl digital als auch analog abrufbar sein. Wenn Schüler außerdem das Bedürfnis haben, analog im digital- gestützten Unterricht zu lernen, so muss ihnen auch das Lehrmaterial in Form von Arbeitszetteln oder Büchern zur Verfügung stehen. 

Eine entsprechende Fortbildung der Lehrkräfte im Bereich des digital-gestützten Unterrichts ist unabdingbar. Die Technikaffinität der zukünftigen Lehrkräfte wird den digital-gestützten Unterricht flächendeckend an die Schulen bringen. Um die digitale Bereitstellung der Unterrichtsmaterialien realisieren zu können, muss in der den Schulen übergeordneten Behörde die IT Abteilung gemeinsam mit den Bildungsplanern beauftragt werden, die Digitalisierung des Materials sowie die Erstellung digital-gestützter Unterrichtskonzepte voranzutreiben. 

Zur Umsetzung bedarf es einer Bildungscloud, auf die Lehrkräfte und Schüler dieses Material einsehen und interaktiv bearbeiten können. Die Unterrichtsmaterialen sollen auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand gehalten und immer aktualisiert werden. Das Lehramtsstudium muss entsprechend angepasst werden.


3. Thema: Entwicklung der Schulen

Welche Herausforderungen sehen Sie für die 340 staatlichen Schulen, den Unterricht digital-unterstützt durchführen zu können und wie sollen diese gelöst werden?

SPD Hamburg (Fachsprecher: Hansjörg Schmidt): "Digitale Lehrinhalte"

Die zentrale Herausforderung besteht darin, die digitalen Geräte so einzusetzen, dass dadurch die Qualität des Unterrichts gesteigert wird. Daher müssen die Lehrkräfte einerseits gut fortgebildet werden (s.o.), andererseits geht es darum, für den Unterricht passende digitale Unterrichtsmaterialien zur Verfügung zu haben. Dafür ist z. B. das digital.learning.lab in Kooperation mit der Technischen Universität Hamburg und der Joachim Herz Stiftung entstanden, das von der Behörde für Schule und Berufliche Bildung koordiniert wird. 

Hier werden derzeit bereits mehr als 125 Unterrichtsbausteine zum Erwerb digitaler Kompetenzen im Fachunterricht angeboten, die als Ideen und als Einstieg für den Einsatz digitaler Medien für Lehrkräfte dienen und im Internet frei verfügbar sind. Weitere digitale Unterrichtsbausteine können von Schulen eingestellt werden, sodass sich die Anzahl der digitalen Materialien ständig erweitert. Die zuständige Behörde stellt dabei immer die Qualität dieser Materialien sicher.

CDU Hamburg (Fachsprecher: Carsten Ovens): "Digitale Schulverwaltung"

Wir benötigen für die Aufrechterhaltung der Technik an jeder Schule einen IT-Spezialisten/eine -spezialistin. Bereits heute fehlen in Deutschland über 100.000 IT-Fachkräfte. Umso wichtiger ist es, Schülerinnen und Schüler durch ein frühes und flächendeckendes Angebot des Fachs Informatik für eine Ausbildung oder ein Studium in diesem Bereich zu begeistern.

Es mangelt zudem an einer einheitlichen, flächendeckenden Lösung einer digitalen Verwaltung. Das bedeutet, dass kein flächendeckender Digitalisierungsprozess erkennbar ist, der alle Hamburger Schulen im gleichen Maße einbezieht. Wir brauchen ein einheitliches Betriebssystem und Lizenzen für hochwertige Pädagogik- und Standardsoftware.

GRÜNE Hamburg (Fachsprecher: Farid Müller): "Digitalisierung der Bildung"

Die Herausforderungen sehen wir, neben der Technik und ihrer Wartung, in der Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte und im Wandel, den die Digitalisierung auch im Bildungsbereich vollzieht. Der Bildungsbereich ist genauso betroffen, wie alle anderen gesellschaftlichen Bereiche und jede Bevölkerungsgruppe trifft der Wandel anders. 

LINKE Hamburg (Fachsprecher: Norbert Hackbusch): "Vorsicht vor den GAFAs"

Wesentlicher als die Frage der technischen Nutzung digitaler Lehr- und Lernmittel ist es, den Schüler_innen Kompetenzen zu vermitteln, sich in der digitalen Welt zu orientieren. Hinzu käme eine kritische Bearbeitung der zunehmenden Digitalisierung, deren Profiteure die großen fünf Technologiekonzerne sind – die weder öffentlicher Kontrolle noch Steuerung unterliegen.

FDP Hamburg (Fachsprecher: Michael Kruse): "Ein Lern-Management-System" 

Wir sehen Lösungsmodelle, um den Unterricht an allen Schulen digital‐unterstützt durchführen zu können. Jede Schule soll über ein digitales Lern‐Management‐System verfügen, das aus einer internetgestützten Lernplattform mit Informations‐, Kommunikations‐ und Assessmentfunktionen sowie Schulverwaltungswerkzeugen mit einer integrierten Qualitätsmanagementfunktion besteht. Digitale Lernmaterialien sollten regelhaft zur Ausstattung einer Schule gehören.


AfD Hamburg (Fachsprecher: Peter Lorkowski): "Anreize für digitale Lehrer"

Die größte Herausforderung in der Umsetzung eines digital-gestützten Unterrichts liegt in der nicht hinreichenden Affinität der Lehrkräfte zu diesem Themenbereich. Eine oder mehrere Weiterbildungen werden aus kaum einem Lehrer eine Fachkraft für digital-gestützte Unterrichtsformen machen. Die Politik kann keinen Menschen, auch nicht ihr beamtetes Personal, nach ihrer Agenda beliebig formen. 

Zur besseren Motivation der Lehrkräfte, auf digitalen Unterricht umzusteigen, sind entsprechende Anreize zu schaffen. Daneben muss die schulische Infrastruktur modernisiert werden. Alle Schulen sind mit WLAN auszustatten. Endgeräte sollen in den Fällen zur Verfügung gestellt werden, in denen Schüler kein eigenes Endgerät zur Verfügung haben.

 Hamburg Digital Wahlempfehlung 
Digitalisierung und Bildung

Ergebnis der redaktionellen Auswertung: 

Beim Thema Bildung mit digitaler Ausstattung der Schulen, digitalen Lehrkonzepten für Lehrer und digitalen Lernkonzepten für Schüler sehen wir einige Erfahrung bei zahlreichen Parteien. CDU, FDP und GRÜNE fordern - zurecht - die Einführung von Informatik als Pflichtfach an Hamburgs Schulen. Lediglich Rot-Rot haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt - und nicht mitbekommen, dass Nachbar Niedersachsen Informatik ab 2022/2023 einführen wird.

Digitale Lehrerfortbildung mit digitaler Lernplattform (SPD) bzw. digitalen Lernbausteinen (CDU), EdTech-Coaches (FDP) und eine digitale Bildungscloud (AfD) sind Vorschläge, die sinnvoll sein können. Auch ein Unterricht mit dem Ziel besserer Lernbiographien in Zeiten gesunkener Aufmersamkeitsspannen unabhängig von digitalen Endgeräten (LINKE) ist ein richtiger Gedanke. Wenn die Rathausparteien die Bildung unserer Jüngsten nicht als Spielfeld politischen Taktierens missbrauchen würden, könnte man gemeinsam richtig fortschrittliche Bildung ermöglichen. 

Wie bei den zuvor beleuchteten Themen Wirtschaft und Wissenschaft zeigt sich auch bei der Bildung eine staatstragende Hochmütigkeit der SPD, inhaltlich sinnvolle - jedoch weitgehend unbekannte - Positionen der CDU sowie interessante jedoch unvollständige Vorschläge der FDP. Nach 3 von 5 Themen zeigt sich für uns eine wiederholt inhaltliche Schwäche der GRÜNEN. Interessant, wie man trotz inhaltsarmer Vorstellungen in Hamburg auf fast 30 Prozent kommen kann.

 Hamburg Digital Background: 

Alle aktuell in der Bürgerschaft vertretenen Parteien haben die Möglichkeit bekommen, die Fragen zu den digitalen Wahlprüfsteinen zu beantworten. Die Antworten der Parteien werden in der Reihenfolge der Sitzverteilung von 2015 veröffentlicht: SPD, CDU, Grüne, Linke, FDP und AfD. Eine Ausgrenzung von Parteien und ihren Positionen zur Digitalisierung in Hamburg - z. B. der AfD oder der Linken - findet nicht statt. 

Wir machen keine Politik. Wir beobachten, bewerten und berichten.

Die Antworten werden in der Reihenfolge der Themen und Fragen veröffentlicht. Eine Kommentierung oder Kürzung der Antworten gibt es nicht. Auf Grundlage der Antworten erarbeitet die Redaktion eine sachlich begründete Wahlempfehlung zu jedem Themenkomplex sowie insgesamt zur Digitalpolitik. In die Wahlempfehlung fließen über 1.200 veröffentlichte Digitalnachrichten aus Hamburg, der Metropolregion und Norddeutschland sowie gut 270 Fachbeiträge, Interviews und Statements ein.

HANSECODEX: Die Hanse Digital Präambel

Wir brauchen gute Politik. Dazu braucht es Wähler, die wissen wen sie wählen.

Am 23. Februar d. J. entscheidet Hamburg, wie es in den kommenden fünf Jahren weiter geht: 1.4 Mio. Wahlberechtigte sind aufgerufen, in 17 Wahlkreisen 121 Abgeordneten von 15 Parteien in die Bürgerschaft zu entsenden. Wird SPD-Bürgermeister Peter Tschentscher die ganze Stadt auch digital im Blick behalten oder die GRÜNE-Bürgermeisterin Katharina Fegebank Hamburg zum digitalen Labor entwickeln? 


Die Hamburg Digital Wahlprüfsteine - Thema Digitalisierung und Verwaltung - in der kommenden Woche nur hier auf HANSEVALLEY.


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 Hamburg Digital Wahlprüfsteine: 

Digitalisierung und Stadtentwicklung
HANSEPOLITICS: Die stadtentwicklungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020
https://hv.hansevalley.de/2020/02/hansepolitics-stadtentwicklung-hamburg-2020.html

Digitalisierung und Verwaltung
HANSEPOLITICS: Die verwaltungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020

Digitalisierung und Wissenschaft
HANSEPOLITICS: Die forschungspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020

Digitalisierung und Wirtschaft
HANSEPOLITICS: Die wirtschaftspolitischen Wahlprüfsteine zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2020

 Hamburg Digital Statements: 

Digitalisierung und Stadtentwicklung
HANSESTATEMENT: Klimaschutz-App in Hamburg - auf dem chinesischen Weg?
hv.hansevalley.de/2020/02/hansestatement-klimaschutz-chinaloesung.html

Digitalisierung und Bildung
HANSESTATEMENT: Wenn Du einen toten Gaul durch die Schule reitest ... steig' ab!

Digitalisierung und Wissenschaft
HANSESTATEMENT: Das digitale Wolkenckuckucksheim. Wer hat hier die letzten 5 Jahre eigentlich regiert?
HANSESTATEMENT: Rot-Grün: Digitalstrategie? Echt jetzt?

Digitalisierung und Wirtschaft
HANSESTATEMENT: Die Digitalisierung wartet nicht auf Hamburg.