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Donnerstag, 27. Juni 2019

HANSESTATEMENT: Von Winterhude auf der Elbe in die Welt - an der Digitalisierung vorbeigetrieben.

HAMBURG DIGITAL STATEMENT

Hafen Hamburg: Tourismus-Folklore statt Future Port?
Foto: HANSEVALLEY



Cover der "HW" Juni 2019.
Illustration: Handelskammer Hamburg
Ein lauer Sommerabend unweit der Alster in Winterhude. Hinter den roten Klinkern des Altbaus in der Gryphiusstraße steigt heute noch eine ganz besondere Feier. Wie gut, dass unser Hauptdarsteller auf dem Weg vom Büro in der Speicherstadt noch schnell bei seinem geliebten "Budni" diese weichen und saugstarken Design-Küchentücher mitgenommen hat. Der Strand von Övelgönne und der Blick auf die "Eurogate"-Terminals auf der Verpackung - ach, es ist einfach die schönste Stadt - zwischen Pinneberg und Lüneburg ...

Seine ganz persönliche Perle (Bekannter Status: "Es ist schwierig") ist mit Freundinnen unterwegs und die Lütten zum Glück schon in Träumen versunken. Mit einem guten Schlückchen hat es sich unser digitaler Vorreiter an seinem Schreibtisch bequem gemacht. In seiner Tasche steckt das Objekt seiner Begierde: Die druckfrische und noch jungfräuliche Ausgabe des Kammer-Magazins "HW". Mein Gott, dass er das erleben darf: Als Inbegriff für die digitale Zukunft seiner Stadt auf dem Cover eines Pflichtblatts. Endlich ist er im siebten Himmel - na ja, auf dem Weg dahin.

Wer interessiert sich schon für 20.000 Kopien von "Philipp" ...


Coverbild des Magazins "Philipp" April 2019.
Illustration: Hamburger Abendblatt
Das farblich perfekt abgestimmte Freizeithemd, der legere Sitz des Unkonventionellen, die Frisur dennoch perfekt gestylt, das Lächeln kann nicht strahlender sein, die Geste visionär - es ist zum selbst (ver-)lieben. Mit dieser sozialdemokratischen Souveränität stellt er selbst die Grand Dame der Hamburger Digitalwirtschaft neben sich auf dem Cover in den Schatten. Und dann die Zahl: 55.000 Exemplare in Hamburgs Unternehmen von Industrie, Handel und Gewerbe - ob sie wollen oder nicht.

Wer interessiert sich schon für 20.000 Kopien von "Philipp" - diesem Online-Marketer aus der Schanze? Und wer weiß schon, wie viele Stapel "Abendblatt für Werber" nach den "Online Marketing Rockstars" in den Papiercontainern von "Otto Dörner" hinter den Messehallen verschwunden sind? Ganz anders heute, hier und jetzt: 'Hamburg hat die gleiche DNA wie das Silicon Valley' titelt die Zwangspostille Hamburger Kaufleute. Wer hätte das gedacht, dass ihn sein Auslandsjahr in Berkeley noch einmal eine Titelgeschichte einbringt - damals, 1995, noch jung und (fast) unschuldig ...

Keiner weiß besser, wie lang, hart und beschwerlich der Weg ist ...

Die Vorhänge sind zugezogen, das Licht gedämmt, die Tür verschlossen. Es werden die schönsten Minuten dieses Abends - nach einem stressigen Tag mit Marketing-Startups, ihren Träumen, Pitchdecks und der Hoffnung, tatsächlich in einem Accelerator groß rauskommen zu können. Keiner weiß besser, wie lang, hart und beschwerlich der Weg ist, als er: Gesprächsleiter für seinen Parteivorstand, Sachverständiger einer regionalen Enquete Kommission, "Top 20 Web 2.0 Pionier", "Top 68 der die Internetwirtschaft bewegt", Social Media Direktor, vor allem aber bloggendes Gewissen seiner Partei. Eigentlich hat doch die Partei immer Recht?!

Der Datenschutz verbietet uns, weiter durch dieses sehr private Schlüsselloch in Winterhude zu schauen. Aber wir sind uns sicher, unser Protagonist erlebt in diesen Minuten eine Explosion voller Anerkennung und Hingebung. Wenns am Schönsten ist, ... Ja, Hamburg ist gut zu seinen Butjes. Diese Stadt, die in ihrer Besonderheit einfach unvergleichlich bleibt. Nicht so vorlaut, so verdreckt und gewöhnlich wie Berlin. Hier weiß man, was gut ist und wer die Stadt bewegt - in Politik und Gesellschaft. Das sieht auch der gebürtige Rostocker Oliver so.

Nein, Hamburg ist für Oliver nicht die digitale Hauptstadt ...

Oliver Rößling von 12min.me (re.) + SQUARE-Macher Uve Samuels (li.)
Foto: HANSEVALLEY

Der Basecap-Boy kann auf die größte Event-Community Deutschlands verweisen. Auch er hat Sendungsbewusstsein, wie unser gleich entspannter Cover-Boy aus Winterhude. Der Eppendorfer Familienvater ist ebenfalls Business Developer, "Maker" und "Leader", wie der Genosse von der anderen Seite der Alster. Dabei ist Oliver fast unhanseatisch dreist: Nein, Hamburg ist für ihn nicht die digitale Hauptstadt, sagt er frech der "Welt". Und legt nach: "Wenn Hamburg internationaler Standort sein will, dann müssen wir uns auch endlich öffnen“ - und zielt auf die Mauer in den Köpfen rund um Binnen- und Außenalster ab.

Wie recht er hat, zeigen die erschrockenen Gesichter bei seinem Event "Caps'n'Collars". Dem Innovationsdirektor der Investitionsbank bleibt fast der Wein des Monopol-Caterers der Kammer im Hals stecken: Berater Joachin Sörgel stellt das "Elbvalley" auf den Kopf: "Wachstum in der Welt bedeutet in Hamburg gar nichts". Der Hafenexperte zeigt mit nackten Fingern auf die schrumpfende Hafenwirtschaft - inkl. "HHLA". Während weltweit erhebliche Investitionen in den Ausbau des wachsenden Containerverkehrs gesteckt würden, habe man sich "im gallischen Dorf" Hamburg "eine Komfortzone zugelegt". Dagegen ist HANSEVALLEY in der Kommunikation ja eine Klosterbruderschaft ...
  • Warum hat Hamburg die führende Position als Hafenmetropole verloren?
  • Warum hat Hamburg die führende Position als Medienhauptstadt verloren?
  • Warum hat Hamburg die führende Position als Designmetropole verloren? 

Oder anders gefragt:
  • Warum hat Hamburg die führende Position als Internethauptstadt verloren? 
  • Warum hat Hamburg die führende Position als Gameshauptstadt verloren?
  • Warum hat Hamburg die führende Position als Fintech-Metropole verloren? 

Warum verliert Hamburg gerade den digital-vernetzten Anschluss unter den deutschen und europäischen Metropolen? 

Liegt es an Mitarbeitern der Wirtschaftsbehörde, die das Thema Digitalisierung - wie ihr Senator betont - stets nach bestem (Ge-)Wissen "vorbeigetrieben" haben? Liegt es an einer "Startup-Unit" mit 2 einsamen Mitarbeitern - aber umso mehr Flugmeilen? Liegt es an 2 "Kindergärtnerinnen" eines privaten Startup-Netzwerks, die versuchen alles wegzubeißen, was nicht nach ihrer Nase tanzt? Liegt es an der "Games-City Hamburg" mit jetzt 3 statt nur 1 Mitarbeiter - um endlich Skat kloppen zu können? Liegt es an Key Accountern der Wirtschaftsförderung, die satt, aber auf jeder Party umso durstiger sind? Oder liegt es an der Biotop-Pflege unter dem Titel "Unser Dorf soll schöner werden" - nachzulesen in den staatlichen "Hamburg News"? 


Visualisierung "Hammerbrooklyn Digital-Campus"
Illustration: Hammerbrooklyn Immobilien

Vielleicht liegt es ja auch am Verschieben eines 50 Mio. €-Grundstücks in "Hammerbrooklyn"? Man weiß es nicht, und ahnt es nur ... Wirtschaftssenator Westhagemann rühmt das unrühmliche Gewerbeimmobilien-Projekt in Hammerbrook vorsorglich als "Stadt der Zukunft". Die 2. Notlösung neben dem "Ersten" wird nicht müde, bei jeder Gelegenheit - von Logistik-Interview über Grundsteinlegung bis Wirtschaftsvortrag - seine Lieblingsschlagworte 1. Mobilität, 2. Autonomes Fahren, 3. KI und 4. Wasserstoff zu platzieren, ob es passt oder auch öfter mal nicht. Die hanseatische Höflichkeit verbietet es uns, auch nur an "B.llshit-Bingo" zu denken. Passende Apps mit Freitext-Eingaben für die nächste Senatorenrede laden Sie bitte aus den App Stores herunter. *Werbung*

Nein, das tun wir unsern Lesern nicht (mehr) an ...

Wir sparen uns, über den unerschütterlichen Glauben der harmonisch vereinten Hafenwirtschaft zu schreiben, das "Umlaufbaggern" in der Elbe würde Hamburg seinen verdienten Platz in der ersten Reihe der Weltmetropolen (wieder)bringen. Wir ersparen uns Kommentare über eine spaßbefreite SPD, die mal eben 15% Vertrauen verloren hat und um ihre Führungsrolle bangt. Auch die mütterlichen Grünen sind für uns kein Thema, auch wenn sie sich auf Bezirksebene selbst klonen. Und die hoffnungsgeschwängerte CDU mit unermüdlichem Pfeifen im Walde ist auch kein Thema, ebenso wie ihre PR-Show, aus der 15%-Opposition "ganz nah am Wähler" die Regierungsmehrheit zu rocken. Nein, das tun wir unsern Lesern nicht (mehr) an ...

Der Schweizer Karl Golta könnte dem Geheimnis des "gallischen Dorfes" auf die Spur gekommen sein. In einem Gespräch für ein Hamburg Digital Interview antwortet er: "Vielleicht ist es die Kaufmannsdenke". Seit 19 Jahren lebt und arbeitet der Industrie-Designer an der Elbe, stellt die Menschen und ihr Handeln in den Mittelpunkt. Auf Nachfrage erklärt er, dass Kaufleute ein Produkt entwickeln (oder einkaufen), um es dann so oft und so lange wie möglich zu handeln. Der Prozess der Entwicklung ist damit abgeschlossen. Treffer! Die gute alte Krämerseele lebt in echten und zugereisten Hanseaten bis heute anscheinend fort.

Wenn nur die Digitalisierung mit der Notwendigkeit zur Technik nicht wäre ...

Selbst der analoge Vorzeige-Hamburger Karl Lagerfeld gab in einem Interview im Dezember 2017 gegenüber dem Abendblatt unumwunden zu: "Im Grunde bin ich ein Pfeffersack". Und ergänzt, die Stadt sei "wie eine Tapete" in seinem Hirn. Wenn ich heute die Grundschulklassen am Großen Burstah ihre Hamburg-Fragen beantworten sehe, weiß ich, dass es immer so bleiben wird - wie seit 1189, als sich die gar nicht so ehrbaren Pfeffersäcke ihren Zoll-Freihandels-Brief kurzerhand selbst schrieben - inkl. Signatur von König Barbarossa. Wenn heute nur diese dumme Digitalisierung mit dieser hässlichen Notwendigkeit zur Technik nicht wäre, diese Transformation mit dem Zwang sich anzupassen und dieser Kulturwandel, der uns Hanseaten so gar nicht gut tut ...

In einer illustren Runde von Wirtschaftsförderern aus Hamburg und der Welt bekomme ich an einem lauen Sommerabend eine weitere Bestätigung: Menschen, Städte und Länder, die wenig oder nichts haben, müssen innovativ sein, um etwas zu erreichen. Menschen, Städte und Länder, die alles haben, denken, sie müssen sich nicht bewegen. Das geht solange gut, bis die Hungrigen, die Zielstrebigen, die Kreativen an ihnen vorbei ziehen und die nächste Runde des Geschäfts übernehmen. Bis dahin klebt man in Hamburg den Begriff "Next" gern auf alles, was wenig bis gar nicht innovativ ist. Und da alle - von Sparkasse bis Marketing-Inkubator - mitmachen, fällt es fast gar nicht auf.

Vielleicht sollten wir die Berliner zurück in ihren ostdeutschen Slum schicken ...

Vielleicht sollten wir einen weiteren Preis neben 4.685 Ehrungen in Rathaus und Bezirken einführen - wenn uns schon niemand da draußen versteht. Vielleicht sollten wir auch die Berliner bei Hochbahn, TU Tech oder Uni Hamburg zurück in ihren ostdeutschen Slum schicken?! Denn das berüchtigte "Berlin-Hamburg-Ding" darf einfach nicht fehlen, um sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Und vielleicht sollten wir auch gleich eine neue Mauer bauen, nicht nur in unseren Köpfen, sondern auch gegenüber "Nord-Italien" aka "Nord-Afrika"?! Vielleicht sollten wir weiterhin unsere Kaffeesäcke zählen und hoffen, dass die Welt um uns herum nicht mitbekommt, dass wir einem drittklassigen Hafen an einem verschlickten Fluss 6 Stunden Frachterfahrt hinter der Deutschen Bucht huldigen. 

Hier in Winterhude ist die Welt noch in Ordnung und die 80 Blatt dreifach saugfähigem "Budni"-Zellstoff in besten Händen. Ach, wäre doch ganz Hamburg so kuschelig - und nicht so gierig, wie die Bauträger in "Hammerbrooklyn", so unverschämt, wie die Subventationsritter in Harburg und so unverblümt, wie diese Digital-Blogger. Ach wäre die Welt doch schön ohne Subventionen, Skandale und zum Himmel schreiende Schiebereien. Wie gut, dass es diesen einen Moment gibt, wo er sich über alles selbst liebt - unser Cover-Boy in Baby-Blau. Und Morgen dreht sich wieder alles um dieses Internet und diese verdammten 12% Wählerschaft, die einem den Spaß am Spaß verderben können ...

Autor: Thomas Keup

Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag entspricht nicht unbedingt der Meinung der Redaktion.

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 Hamburg Digital Background: 

HANSESTATEMENT: 
Hamburg Innovation, Hamburg Future, Hamburg What?
hansevalley.de/2019/06/hansestatement-hamburg-innovation-future-something.html


HANSESTATEMENT:
Digitalisierung? Kein Thema mehr für die Hamburger CDU?
hansevalley.de/2019/06/hansestatement-cdu-ovens.html

HANSESTATEMENT:
"Future Hamburg" - ein büschen gestern ... noch morgen.

Sonntag, 1. Juli 2018

HANSEMEDIA: Exklusiver Rundgang durch die Zentrale von Google in Hamburg

HAMBURG DIGITAL MEDIA

Zu Gast bei Google an der ABC-Straße in der Neustadt
Foto: HANSEVALLEY

Oktober 2001: Der amerikanische Suchmaschinen-Anbieter eröffnet in einem unscheinbaren Bürogebäude an der ABC-Straße in der Neustadt seine deutsche Hauptverwaltung. 13 Mitarbeiter gehören zum Gründungsteam des amerikanischen Technologieanbieters aus Mountain View. 

Mai 2007: Google Germany stellt der Öffentlichkeit seine erweiterten und modernisierten Büros im ABC-Bogen unweit des Gänsemarkts vor. Auf 5 Etagen arbeiten mittlerweile 300 Mitarbeiter für den Technologiekonzern. In Hamburg wird das Deutschlandgeschäft für Google und YouTube gesteuert.

Google kümmert sich in Hamburg um zentrale Aufgaben für Deutschland, wie den Branchenvertrieb der Werbeprodukte, das Marketing für Hardware-, Software- und Servicemarken sowie zusammen mit einer Hamburger Agentur die Kommunikation mit Medien und Partnern.

März 2018: Der Tech-Riese eröffnet an seinem über 9 Stockwerke ausgebauten Deutschlandsitz in der Freien und Hansestadt den zweiten dauerhaften Standort der firmeneigenen Bildungseinrichtung - die Google Zukunftswerkstatt. Mehr als 500 Mitarbeiter arbeiten mittlerweile bei Google in Hamburg.

HANSEVALLEY hatte die Chance, zusammen mit weiteren Redaktionen die Zentrale an der ABC-Straße hinter den Kulissen kennenzulernen. Mit diesem Fotoalbum bietet das Hamburg Digital Magazin einen aktuellen Einblick in die bunte Arbeitswelt an der ABC-Straße 19. Viel Spaß beim Entdecken!

Google Germany Hamburg

Google betreibt neben der Deutschlandzentrale einen Entwicklungsstandort mit dem Schwerpunkt Datenschutz in München, der auf bis zu 800 Techis ausgebaut werden soll. Außerdem ist Google in Berlin mit einem Hauptstadtbüro präsent. Weltweit unterhält Google mehr als 70 Niederlassungen in über 40 Ländern sowie 6 regionale "Campus"-Startup-Zentren in London, Madrid, Sao Paulo, Seoul, Tel Aviv und Warschau. 

Struktur von Alphabet und Google im Überblick.
Infographik: Googlewatchblog

Die Google-Holding Alphabet Inc. hat im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz i. H. v. 110 Mrd. $ und einen Gewinn von 12,7 Mrd. $ erwirtschaftet. Die Konzern beschäftigt mit Stand März 2018 weltweit mehr als 85.000 Mitarbeiter und ist mit einem Wert von 732,844 Milliarden US-Dollar die zweitwertvollste Marke der Welt - hinter Apple und vor Microsoft, Amazon und Facebook.

Zu den Hauptwettbewerbern von Google gehören die weiteren "GAFAs": Amazon (Produktsuche, AWS, Appstore, Echo mit Alexa, Fire TV), Apple (iOS, iPhone, iPad, App Store, iCloud) Facebook (Facebook Ads/Mobile Ads) und Microsoft (Bing, Ads, Office, Cloud Services). Dazu kommen die chinesischen "BAT"-Riesen Baidoo (Suche), Alibaba (E-Commerce) und Tensent (WeChat, Internet-Services).

 Hamburg Digital Background: 

Google WatchBlog: Google eröffnet Zukunftswerkstatt in Hamburg
www.googlewatchblog.de/2018/03/google-zukunftswerkstatt-hamburg-digitale/

Google Zukunftswerkstatt: Das digitale Bildungsprogramm für Deutschland
https://learndigital.withgoogle.com/zukunftswerkstatt

Glasdoor: Google Job-Angebote in Hamburg
www.glassdoor.de/Jobs/Google-Hamburg-Jobs-EI_IE9079.0,6_IL.7,14_IC2804376.htm?filter.radius=31

Google in der Wikipedia: Alle Zahlen und Fakten
https://de.wikipedia.org/wiki/Google

Mittwoch, 5. Juli 2017

HANSEELBVALLEY: Die Dropbox von der Elbphilharmonie.

"Snapchat kommt nach Hamburg" strahlte Anfang Juni eine der bekannten Hamburger Presseansprechpartnerinnen im Sitzungssaal der Hamburgischen Bürgerschaft. Die Wirtschaftshauptstadt Hamburg trug ihren Stolz an diesem Tag nur ein wenig nach außen. Und doch: Nach Dropbox, Facebook, Google, Twitch, Twitter und Yelp hatte sich ein weiterer US-Internetriese für das "Elbvalley" entschieden. Hamburg konnte wieder einmal punkten - als Medien- und Marketingmetropole der Republik. 

Doch warum kommen die Internetriesen nach Hamburg? Von geplatzten Baugenehmigungen für den Berliner Google-Campus einmal abgesehen. Seit einem Jahr fühlt sich auch der amerikanische Speicherdienst Dropbox aus San Francisco in der Hafencity äußerst wohl. Eine gute Gelegenheit, aus erster Hand zu erfahren, was die Großen des Internets an Alster und Elbe zieht. Ein Hamburg Digital Report direkt von der Elbphilharmonie:


500 Millionen Menschen nutzen Dropbox weltweit, 200.000 Unternehmen haben den Speicherdienst in ihr Geschäft eingebunden. 16.000 Firmenkunden zählt der amerikanische Clouddienst in der DACH-Region. Zu den Großkunden mit mehr als 2.500 Mitarbeitern gehört Adidas mit seinen Marken Adidas, Reebok und TaylorMade und seiner Konzern- und IT-Zentrale in Herzogenaurach. Hier werkelt Dropbox als umfassende Kollaborationslösung, arbeiten rd. 50% aller Mitarbeiter mit der Speicherlösung. Bei weltweit 60.000 Mitarbeitern dürfte Dropbox allein beim deutschen Sportartikelhersteller rd. 30.000 Accounts betreiben. Dagegen wird die Dropbox bei Mittelständlern eher als einzelnes Tool eingesetzt.


Schnappschuss aus dem Konferenzraum auf die Elphi:
Dropbox DACH-Zentrale in der HafenCity.
Foto: HANSEVALLEY
Drei Teams kümmern sich bei Dropbox um die Geschäftskunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Die Vertriebspartner für den KMU-Sektor - z. B. IT-Systemhäuser - werden von Deutschlands IT-Standort München aus betreut, die mittelständischen Direktkunden in der Europazentrale in Dublin und Großkunden wie Adidas in Hamburg. Die Zahl der Key Accounts hat sich in nur einem Jahr auf 16.000 nahezu verdoppelt, dank des gebürtigen Berliners und langjährigen Vertriebsprofis Oliver Blüher. Seit gut 2 Jahren steuert der Country-Manager aus seinem Büro gegenüber der Elbphilharmonie in der HafenCity das Geschäft in der DACH-Region und den Nordics.

Oliver Blüher: "Der Tag hält viele Überasschungen bereit."

Zu den offiziell nicht bestätigten Referenzen an Alster und Elbe gehören wohl auch die Otto Group und MyTaxi vor seiner Übernahme durch Daimler. Aus Hamburg werden nicht nur deutsche Kunden betreut. Entscheidend ist der Sitz von Geschäftsführung und IT-Abteilung, wie bei der Adidas-Group. Über weitere Zahlen schweigt man sich in den lichtdurchfluteten Büros des Business Centers am Johannes-Dalmann-Haus am Kaispeicher A aus, um Analysten keine unnötigen Anhaltspunkte für Spekulationen und damit Bewertungsgrundlagen bei einem späteren Börsengang zu geben.

Für den 2-fachen Familienvater Blüher scheint Hamburg nur eine Station zu sein. Es ist sein 8. Umzug in 15 Jahren. Zuvor war er gut 2 Jahre für die SAP in Heidelberg, verantwortlich für Cloud Services des deutschen Softwareriesen - in Themen wie HR und Procuremnet, davor mehr als 4 Jahre für das internationale Geschäft der SAP als Chief Operation Officer in Moskau. Er sieht sich selbst als 'Aufbauer' bzw. 'Doer'. "Ich finde es spannender, Dinge in ihre Bahnen reinzubringen", bringt er es im Recherche-Gespräch auf den Punkt. Dropbox ist für ihn eine neue Herausforderung, beginnend Mitte 2015 in der Europa-Zentrale in Dublin.

Dropbox-Kultur: "Es ist ein Mix von Facebook, Google & Linkedin."


Dropbox-Countrymanager Oliver Blüher
Foto: Dropbox
"Da treffen sie Menschen, die sprechen 5 Sprachen fließend", ist der Country-Manager auch heute begeistert von den Fähigkeiten eines 28-jährigen Deutschen im Telefon-Vertrieb, in Deutsch, Englisch, Französisch, Portugiesisch und Rumänisch kommunizieren zu können. Auf die Frage, was für den erfahrenen Vertriebsmann das Besondere bei Dropbox ausmacht, kommt wie aus der Pistole geschossen: "Es sind die Leute, mit denen sie zusammenarbeiten." Bescheiden, intelligent, klar strukturiert, teamorientiert und zugleich erfahren seien sie. Das klingt ein wenig wie aus einer Stellenanzeige.

Tatsächlich scheint Hamburg aus diesem Grund ein nahezu ideales Pflaster für den US-Service zu sein. Auf die Frage, warum sich Dropbox für Hamburg entschieden habe, nennt der langjährige Westphale den Mitarbeiter-Austausch an Alster und Elbe - nicht zuletzt mit anderen Cloud-Anbietern und ihren Sales-Offices, wie Facebook, Google oder Twitter. Zudem ist Hamburg für den konzernerfahrenen Manager ein hervorragender Standort für die Akquise, schließlich ist die Hansestadt ein Hotspot für Medien, Marketing, Handel, Logistik und andere Dienstleistungen.

Dropbox für analytische, schöpferische und kreative Kopfarbeiter.


Für Dropbox ist der Dienstleistungsstandort Hamburg besonders interessant, denn das Speichertool richtet sich vornehmlich an Information- bzw. Knowledge-Worker, die "fallzentrisch" Aufgaben in Engineering, Design, Produktionsplanung, Marketing, PR, Event, Business Development oder Vertrieb erledigten. Dazu kommen koordinierende Berufsgruppen, wie Projektmanager, Linienmanager oder Executive Manager. Dabei positioniert sich der amerikanische Speicherdienst mit seinem Businessangebot vornehmlich an mittelgroße Kunden.

Kleinbetriebe scheint Dropbox an Google mit Gmail und Google Drive verloren zu haben, während Konzerne mit Office 365 und Sharepoint-Servern Microsofts Infrastrukturlösungen nutzen. Dropbox kommt von unten in die Organisationen: "Der Nutzer bringt es mit, weil es ihm hilft, seine Arbeit besser zu machen," erklärt Oliver Blüher den Erfolg des kalifornischen Anbieters. Deutsche Kunden können ihre Dropbox-Daten auf Wunsch auch bei Amazon in Frankfurt/Main hosten lassen. Man hat die deutschen Befindlichkeiten verstanden.

Bis zu 60% der Arbeitszeit gehen für deren Organisation drauf.

Drei eigene Rechenzentren betreibt Dropbox heute an Ost- und Westküste sowie im Landesinneren der USA. 2016 migrierte das kalifornische Speicher-Startup seine rd. 600 Petabyte Daten aus den Amazon Data Centern auf eigene Server. Hier dürften vor allem Kostengründe eine Rolle gespielt haben. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich Amazon Web Services bei großen Datenmengen auch einen "großen Schluck aus der Pulle" gönnt. So laufen die Backupspeicher 10 Jahre nach ihrer Gründung in eigenen Rechenzentren günstiger.

Mit seinen Account-Managern, Solution Architects und Service Mitarbeitern kümmert sich der Wahl-Hamburger um den Großkundenvertrieb und das Key Account-Management. Ein halber Gang des Hamburger Business Centers wird von Dropbox belegt. Mehr ist zum Thema Personalstamm auch nach hartnäckigem Nachfragen nicht zu entlocken. Laut Blüher arbeiten weltweit insgesamt weniger als 2.000 Mitarbeiter bei Dropbox, um die 500 Mio. Nutzer-Accounts zu managen. 

Status Quo Mittelstand: Blech unter der Treppe und im Abstellraum.

Als Beispiel für den professionellen Einsatz der cloudbasierten Kollaborationslösung zeichnet der Countrymanager die Supply Chain bei der Produktentwicklung nach - beginnend bei Ingenieuren und Designern, über Projektmanagern und Einkäufern bis zu Logistikern und Controllern. Verschiedene Disziplinen, Beteiligte, Daten und Inhalte - so werden im Zweifelsfall bis zu 60% der Arbeitszeit für die Organisation der Arbeit aufgewandt, fand McKinsey heraus. Im Fokus der Kritik: Unterschiedliche Tools, wie E-Mail, Messenger und File-Server.

Oliver Blüher wird noch deutlich, nicht ohne Hintergedanken. Zur IT-Infrastrukur bei einem typischen deutschen Mittelständler stellt er fest: "Da steht an 80 Standorten Blech (Anmerkung: IT-Jargon für Server) rum - unter der Treppe oder in Abstellräumen." Womit das in Deutschland gern genutzte Datenschutzargument an dieser Stelle keine Chance mehr haben dürfte. Der clevere Manager setzt noch einen drauf: "Bis 2030 werden bis 98% aller Fileserver in der Cloud erwartet." Vor allem bei neu aufgesetzten Speichern dürfte er recht behalten.

"Wir wollen der Leim sein, die verschiedenen Dienste zu nutzen."

Die wichtigsten Argumente für Dropbox im Unternehmenseinsatz sind u. a. die Integration in Microsofts Verzeichnisdienst Active Directory oder in das Salesforce-CRM. Genauso werden Adobe-, Autocat- und Google-Services unterstützt.  800-1.000 verschiedene Cloud-Services werden in einem Großunternehmen genutzt, viele davon müssen mit dem Datenspeicher harmonieren.  Das Hamburger Team wird für die Migration der Daten und die Integration von Dropbox von bekannten Partner unterstützt, wie Comparex, Ingram oder HP Enterprises. 150 Partner umfassend das Netzwerk über alle Businessservices und Marktsegmente hinweg.

Dropbox ist - wie bei einer US-Tech-Company zu erwarten - äußerst datengetrieben. Im Zweifelsfall gilt : "Was sagen die Daten dazu." Dropbox ist Cash Flow-positiv, EBITDA-profitabel und hat im Moment wohl (noch) nicht vor, einen Exit an der Börse hinzulegen. Stattdessen geht der Dienst mit seiner jüngsten Funktion "Paper" auf Konfrontationskurs zu Google Docs und Microsofts Office 365. "Paper" bietet mit einer Brainstorming-Funktion ein weißes Blatt Papier mit hinterlegten Office-Funktionen, ein Projektmanagementtool mit Basisfunktionen zur Organisation der Arbeit und eine Protokollfunktion, schnell, einfach und interaktiv Meeting-Minutes zur erstellen.

Der nächste große Office-Player neben Microsoft und Google.

Noch sieht die IT-Landschaft - nicht nur in der DACH-Region - äußerst bunt aus. Auf der einen Seite der bekannte "Software-Zoo" unzähliger Fachanwendungen auf Server und Clients. Auf der anderen Seite eine neue "Wölkchen-Bildung", bei der jeder Software-Anbieter die Kunden über hauseigene Speicher an sich bindet - von A wie Adobe über zu S wie SAP. 3 Millionen Organisationen gibt es allein in Deutschland, die ihre Daten speichern müssen. Zieht man 1 Mio. Organisationen ohne Mitarbeiter ab, verbleibt genug zu tun für Oliver Blüher und sein Team an der Elbphilharmonie. Doch davor hat der Speicherexperte aus der Hafencity keine Angst: "Ich bin hier, um etwas aufzubauen." Dafür hat er sich einen guten Standort ausgesucht.

Die schicken Räume der Dropbox in Hamburg:




 Hamburg Digital Background: 

Dropbox Business:
https://www.dropbox.com/de/business

Dropbox Paper:
https://www.dropbox.com/paper

Business Speicher:
https://trusted.de/business-cloud-speicher


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