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Mittwoch, 26. August 2020

HANSEPERSONALITY Henning Fehrmann: Empowerment statt Mikromanagement für Hamburg.

HANSE DIGITAL INTERVIEW

Technologie-Unternehmer und Mittelstands-Vertreter: Henning Fehrmann.
Foto: Die Familienunternehmer e. V.

91.000 Menschen waren im Juli in Hamburg ohne Arbeit, 8,5% aller Beschäftigten, der höchste Stand seit 15 Jahren. Mit der Corona-Krise sind 368.000 Menschen in 24.000 Betrieben in Kurzarbeit geraten, mehr als 1/3 aller versicherungspflichtig Beschäftigten. Die Krise schlägt durch: Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen sind schwer getroffen, der Hafenumschlag ist um 12% eingebrochen.

Hamburg ist Kaufmannsstadt und Warendrehscheibe. Doch Handel und Hafen haben sich bis heute nicht digitalisiert. Corona wird zum Brennglas - und zum Brandbeschleuniger des Umbruchs. Was muss jetzt getan werden, um Hamburg aus dem Schlick zu ziehen? Wie kann die stolze Elbmetropole nach Corona und Krise wieder auf Kurs kommen? Unser HANSEPERSONALITY ist Familienunternehmer Henning Fehrmann:

Zu Ihrem Unternehmen Fehrmann Technologies gehören die Geschäftsbereiche "Alloys" mit Metallguss-Legierungen einschließlich 3D-Druck sowie "Windows" mit der Kernkompetenz für Schiffsfenster. Sie halten vier Patente, beschäftigen gut 40 Mitarbeiter, darunter 5 Doktoren und investieren im Jahr rd. 20% in Forschung und Entwicklung. Wo hat Sie der Shutdown getroffen und wie haben Sie die vergangenen Krisenwochen durchlebt?

In unserer Arbeitsweise hat uns der Shutdown nicht getroffen, weil unsere Infrastruktur bereits digital war. Homeoffice, Videokonferenzen etc. gehören bei uns seit Jahren zum Alltag. Deshalb waren wir frei, die Corona-Zeit zu nutzen, um Zukunftstechnologien wie Materialentwicklung für den 3D-Druck, Künstliche Intelligenz und Augmented Reality zu pushen und weitere Mitarbeiter einzustellen.

Unsere Geschäftsbereiche "Alloys" (Gussteile und 3D-Druck-Metallpulver) und "Windows" (Schiffs- und Spezialfenster) wurden unterschiedlich vom Shutdown tangiert. Bei der "Alloys" machte er sich kaum bemerkbar; die Auftragslage war und blieb gut, auch weil wir vorrangig für staatliche Endkunden mit lange laufenden Verträgen produzieren.


"Durch Corona haben wir einen Sprung nach vorn gemacht."

Einzig im 3D-Druck-Geschäft sorgte der Shutdown in den meisten F&E-Projekten für mehrmonatige Verzögerungen, doch hat diese Fertigungstechnologie durch die Corona-Krise enorm an Aufmerksamkeit gewonnen. In der Industrie wächst das Bewusstsein dafür, dass 3D-Druck resilient, flexibel und autark macht und zudem die Ressourcen schont und einen geringen CO2-Footprint hat. Dementsprechend steigt die Nachfrage nach Hochleistungs-Metallpulvern, also der „Tinte“ für den 3D-Druck.


Bei den "Windows" haben wir ein V-Szenario erlebt: Einer unserer Lieferanten hatte einen kompletten Lockdown, was zur Störung der Lieferkette führte. Doch jetzt geht wieder die Post ab.

Sie sind seit Jahresbeginn Vorsitzender der Familienunternehmer e. V. in Hamburg, einer Stadt, die in der Krise steckt: Die Mehrheit der Logistikbranche ist laut BVL-Studie in der digitalen Umsetzungsfalle. Einzelhändler rund um die Mö melden bis zu 40% Einbrüche, der Umschlag im Hafen ist um 12% eingebrochen. Wie schlimm hat es die Hamburger Wirtschaft wirklich getroffen? Und in welchen Branchen müssen wir nach Ende des Insolvenzschutzes im 4. Quartal mit Konkursen rechnen?

Die Hamburger Wirtschaft ist insofern nicht schlecht aufgestellt, als dass sie keine Monokultur ist, die von einer einzigen Branche wie z.B. der ohnehin kriselnden Automobilindustrie abhängt. In unserer Stadt verfügen wir über eine große Bandbreite von Wirtschaftszweigen, entsprechend divers ist das Bild der Corona-Auswirkungen. Einige Bereiche wie Gastronomie, Hotellerie, Eventveranstalter und Entertainment wurden von dem staatlich verordneten Berufsverbot schwer getroffen, und es ist absehbar, dass nicht alle Unternehmen die Krise überleben werden. 

"Bei Branchen unter hohem Druck ist es egal, ob Corona oder nicht."

Andere Branchen gingen stabil durch die schwierige Phase, weil sie systemrelevant waren oder über die Möglichkeit verfügten, ihr Angebot an die veränderten Bedingungen anzupassen. Allerdings hat Corona den Druck auf alle Branchen weiter verstärkt, sich zu digitalisieren. Und ehemals starke Wirtschaftszweige wie die Luftfahrt stehen vor großen Herausforderungen, denn sie können für lange Zeit auf keinen Boom mehr hoffen.

Unser Erster Bürgermeister konnte Ihre Frage beim Neujahrsempfang der Familienunternehmer nicht nachvollziehen, 50% des Haushaltsüberschusses 2019 (500 Mio. €) in Digitalisierung zu investieren. In unseren Wahlprüfsteinen und in der Analyse des Koalitionsvertrags sind wir zu dem Ergebnis gekommen: Rot-Grün kann nicht digital. Wenn alles digitalisiert wird, was wird dann aus Hamburg in Zeiten des Umbruchs?

Im besten Fall wird dann aus Hamburg eine Stadt mit einem Verständnis für Kybernetik, also für die Informationsverarbeitung in dynamischen Systemen, deren Regelung und Steuerung. Denn eben dies ist die Basis für ein erfolgreiches Management von Komplexität. 

"Alles, was nicht digitalisiert ist, wird unter Druck geraten."

Politiker wie Unternehmenslenker werden lernen müssen, die durch Digitalisierung zugänglichen Informationen besser zu nutzen, Transparenz zu schaffen und statt Mikromanagement Empowerment zu betreiben. Dazu bedarf es unternehmerischer Qualitäten, die sich gerne auch Politiker zu eigen machen dürfen. Ich denke hierbei an Mut, Entscheidungsfähigkeit und Umsetzungsstärke.

Hamburgs Visionär Klaus von Dohnanyi stellt in seiner ersten Bürgermeisterrede im Übersee-Club 1983 fest: 'Die Zukunft Hamburgs liegt an Land, und nicht am Wasser'. Der niederländische Visionär Hendrik "Ed" Brinksma verlässt nach nur 2,5 Jahren die TU in Harburg. Aus allen staatlichen Hamburger Hochschulen kommen weniger Ausgründungen (2018: 14), als aus der Leuphana in Lüneburg allein (2018: 59). Sie sagen, Hamburg braucht eine Vision. Woher soll diese kommen?

Hamburg steigt im deutschen und europäischen Vergleich ab, weil die Vision fehlt. Deshalb ist es dringend erforderlich, der Stadt eine Vision zu geben. Und dann gilt es, dass sich Wirtschaft, Politik und Gesellschaft dazu committen und alles dafür tun, sie umzusetzen. Der Verband der Hamburger Familienunternehmer hat für Hamburg bereits etwas formuliert. Wir nennen unsere Vision „Große Freiheit 5.0“. Sie nutzt die Stärken der Stadt, setzt auf Ermöglichen statt Behindern und führt sie ins digitale Zeitalter. 


"Nur mit Visionen haben wir eine Chance auf einen Aufbruch."

Machen wir uns einmal die Stärken Hamburgs bewusst: Hierzu gehört die Logistik, bei der wir darauf achten müssen, nicht den Anschluss zu verlieren. Unsere Metropolregion ist eine der weltweit führenden Regionen für 3D-Metalldruck. Zudem haben wir exzellente Cluster wie Material Science mit dem Leuchtturm DESY und dem Zentrum für Hochleistungsmaterialien - das setzt international Maßstäbe. 

Mit Philips, Olympus und etlichen anderen starken Unternehmen verfügt Hamburg über ein starkes Healthcare-Cluster. Und mit der nach wie vor guten Gaming-Szene ließe sich Hamburg als internationaler AR-/VR-/XR-Hotspot ausbauen. Dies sind nur einige der Hamburger Potenziale, die es besser zu nutzen gilt, damit die Stadt in Zukunft wieder an Strahlkraft gewinnt.

Schauen wir ein Stück in Ihre eigene Zukunft: Sie sagen, 'alles wird digitalisiert'. Sie haben mit Achim Tappe einen der führenden Datenspezialisten an Alster und Elbe als CDO an Bord geholt. Als forschendes Unternehmen beschäftigen Sie sich u. a. mit Augmented Reality in Schiffsfenstern. Wie werden Data Science und Software Ihr traditionelles Geschäft mit Bullaugen digitalisieren, die Ihr Großvater genormt hat?

Derzeit entwickeln wir etwas, das weltweiten Pionier-Charakter hat: Augmented Reality-Schiffsfenster, die wir zur SMM, der Weltleitmesse der maritimen Wirtschaft, im Februar 2021 vorstellen werden. Die Fenster bestehen aus beweglichen Head-up-Displays für mehrere User gleichzeitig, die den Augen folgen und den visualisierten Content situativ an das anpassen, was man durch das jeweilige Fenster gerade sieht. 

"Wer spart, will bewahren. Wer investiert, will etwas verändern."


Ihr großer Mehrwert: Alle relevanten Infos werden dort eingeblendet, wo man gerade hinschaut. Man hat also die Realität im Blick und erhält ergänzend digitale Informationen. Diese Fenstersysteme sind hochkomplex und nutzen bestehende wie auch von uns selbst entwickelte Technologien, um der Geschwindigkeit der Augen gerecht zu werden. Sobald sich unsere digitalen Fenster in Schiffen bewährt haben, beschäftigen wir uns damit, sie für andere Branchen nutzbar zu machen.

Zu guter Letzt unsere traditionelle Hamburg-Frage: Wir haben über die Notwendigkeit gesprochen, eine Vision für Hamburg zu entwickeln, Helmut Schmidts "schlafende Schöne" nach 2 Jahrzehnten Abwärtstrend (siehe CHE-Studie) auf Zukunftskurs zu bringen. Wie kann eine "Große Freiheit 5.0" für die Kaufmanns- und Hafenstadt an der Elbe aussehen? Was muss sich in Wissenschaft, Verwaltung und bei Hamburger Unternehmern ändern? Butter bei die Fische!

Beginnen wir mit der Hamburger Verwaltung: Sie muss vom Behinderer zum Ermöglicher werden. Wenn sie dereguliert und Gesetze und Verordnungen so gestaltet, dass sie Unternehmertum und Gestaltung ermöglicht, um Arbeitsplätze zu schaffen, hat sie ihre vordringlichste Aufgabe erledigt. Und – besonders vorteilhaft in Zeiten leerer Kassen – es kostet die Stadt keinen Cent. Allerdings ist die öffentliche Hand finanziell gefordert, übergreifende neue Technologien über die Wissenschaft zu etablieren. Dies können von Corona geschüttelte Unternehmen nicht leisten.

"Es braucht Personen, die Veränderungen wollen und umsetzen."

Was die Unternehmen hingegen leisten können und müssen, ist die Analyse ihrer Daten. Denn – das sollten wir uns bewusst machen – jedes Business ist datengetrieben. Die Daten gab es schon immer – doch dank digitaler Speicher- und Verarbeitungsmedien verfügen wir jetzt über Tools, um unsere Informationen über Kunden, Märkte, Wettbewerber, Produkte und Prozesse zu sammeln und auszuwerten. Data Science hilft uns, bessere Entscheidungen zu treffen, Kosten zu senken und unsere Effizienz zu steigern. Bei Fehrmann digitalisieren wir auf allen Ebenen: Prozesse, Produkte und Geschäftsmodelle. Für Unternehmen, die langfristig am Markt bestehen wollen, führt kein Weg daran vorbei.

Ganz nebenbei hat die Digitalisierung der Wirtschaft Auswirkungen, an die man zunächst nicht zwingend denkt. Arbeiten beispielsweise mehr Mitarbeiter im Homeoffice, reduziert sich der Platzbedarf und damit die Miete. Entgegen der spektakulären Stories digitaler Unternehmen führt Digitalisierung in den meisten Unternehmen erst einmal zu deutlich sinkenden Kosten. Ein Grund mehr, schnellstens damit zu beginnen.


Herzlichen Dank für die offenen Worte!
Das Interview führte Thomas Keup.

*  *  *

 Hanse Digital Statements: 

Corona und Hamburg:
HANSESTATEMENT: Nach Kahrs und Corona: Hamburgs Vertreibung aus dem Paradies.
hansevalley.de/2020/05/hansestatement-hamburg-after-corona.html


Digitalisierung und Senat:
HANSESTATEMENT: 205 Seiten Hamburg analog: Oder warum Rot-Grün digital nicht kann.

hansevalley.de/2020/06/hansestatement-koalitionsvertrag-hamburg-2020-2025.html

Digitalisierung und Senat:
HANSEPOLITICS: Wie Rot-Grün Hamburg in die digitale Zukunft bringen will.
hv.hansevalley.de/2020/06/hansepolitics-koalitionsvertrag-hamburg-2020.html

Digitalisieirung und Verwaltung:
HANSESTATEMENT: Rot-Grün: Digitalstrategie? Echt jetzt?

Digitalisierung und Wirtschaft:
HANSESTATEMENT: Die Digitalisierung wartet nicht auf Hamburg.

 Hanse Digital Background: 

Akademie der Wissenschaften: CHE-Vergleichsanalyse Metropolregion Hamburg:

OECD-Bericht zur Regionalentwicklung: Metropolregion Hamburg

Mittwoch, 11. September 2019

HANSEPERSONALITY Hendrik Klindworth: Neue Prototypenförderung für Hamburg.

HAMBURG DIGITAL INTERVIEW

InnoGames Mitgründer und Geschäftsführer Hendrik Klindworth.
Foto: Thies Rätzke

Es ist eine der ganz großen Erfolgsgeschichten der Gamescity Hamburg: Mit aktuell gut 160 Mio. € Umsatz und 20 Mio. € Gewinn ist InnoGames eine Klasse für sich. Gegründet 2003 als Hobby, ist die zum schwedischen Medienkonzern Modern Times Group gehörende Free2play-Gamesschmiede mit mehr als 400 Mitarbeitern in Hammerbrook ein stiller Riese geworden. 



Das Team von Innogames beim Sommerfest 2019.
Foto: InnoGames

Mit "Die Stämme", "Elvenar", "Forge of Empires", "God Kings", "Grepolis", "Warlords of Aternum", "The West" und "Tribal Wars 2" hat InnoGames langfristig erfolgreiche Simulations- und Strategiespiele entwickelt und damit heftigen Stürmen in der Spielebranche widerstanden. Mit insgesamt mehr als 500 Mio. € Umsatz in 7 Jahren melden die Gebrüder Klindworth für "Forge of Empires" einen Allzeitrekord in der deutschen Gamesindustrie.

Mobile Games auf Android- und iPhones, E-Sports und eine virtuelle Fußball-Bundesliga sind längst ein Massenmarkt und ein nicht zu unterschätzender Teil der Digitalndustrie an Alster und Elbe. Ein Hamburg Digital Interview mit Geschäftsführer und Mitgründer Hendrik Klindworth aus der 6.000 QM-Zentrale in der City Süd: 


Lieber Hendrik Klindworth: Sie kommen ursprünglich aus Stade, haben 2003 neben ihrem Studium an der Universität Oldenburg mit der Programmierung der "Stämme" begonnen und 2007 ihre erste Gamesfirma gegründet. Hand aufs Herz: Was hat Sie damals als angehender IT'ler daran fasziniert, ein Computerspiel zu programmieren?

Unser erstes Spiel "Die Stämme" ist als Hobby entstanden. Mein Bruder Eike und unser gemeinsamer Kindergarten-Freund Michael Zillmer wollten damals ein Spiel für uns und unsere Freunde schaffen. Antrieb war also vor allem unsere Leidenschaft für gute Strategiespiele. 


2019: Forge of Empires erobert den Mars.
Grafik: InnoGames

Als wir kurze Zeit später den Passwortschutz für das Spiel aufgehoben haben gingen die Registrierungen durch die Decke. Wegen des anhaltenden Erfolgs des Spiels, der übrigens bis heute anhält, haben wir uns 2007 dazu entschlossen, InnoGames zu gründen und unsere ganze Aufmerksamkeit auf die Weiter-/Entwicklung von Spielen zu widmen.

Ihre Hauptnutzergruppe sind junge Männer ab 25 Jahren, beim History Game "Forge of Empires" gut 10 bis 15 Jahre älter, beim Fantasy Game "Elvenar" sind die User sogar 40+. Was fasziniert nicht nur Männer, einst mit dem Mauszeiger und heute mit dem dicken Daumen bis zu 12 mal am Tag zu spielen?

Online- und Mobile-Spiele sind eine moderne Form des Entertainments. Wenn wir uns die Statistiken anschauen, werden Spiele in allen Altersgruppen und geschlechterübergreifend gespielt. Smartphones haben einen wesentlichen Teil zu dieser Entwicklung beigetragen. 

Während man früher erst den PC starten musste, um unsere Spiele zu spielen, ist das heute bequem zwischendurch möglich. Anreiz bieten wir vor allem durch die hohe strategische Tiefe und Multiplayer-Aspekte in unseren Spielen. Gerade die Interaktion mit anderen Spielern macht sie so interessant. 

Ein Spiel kostet allein in der Entwicklung zwischen 2 und 5 Mio. € - und es dauert gut 2 Jahre, bis ein neuer Titel auf den Markt kommt. Sie sagen: "Wenn man ein Spiel veröffentlicht hat, geht die Arbeit eigentlich erst los." Wie sieht eine Spieleentwicklung aus und was für Spezialisten sind daran alles beteiligt?

Wir nehmen uns bewusst Zeit für die Entwicklung unserer Titel. Bei uns wird Qualität groß geschrieben. Unsere Spiele sind Free-to-Play-Games und zeichnen sich durch fortlaufende inhaltliche Updates aus. Schließlich möchten wir unseren Spielern immer wieder neue Inhalte bieten. Bei "Forge of Empires" zum Beispiel sorgen wir im Zwei-Wochen-Rhythmus für Updates, so dass Spieler um die fünf Jahre benötigen, um "Forge of Empires" "durchzuspielen".

Um diese Spieltiefe zu erreichen, ist das Zusammenspiel verschiedener Experten nötig: Vom Game Design über Analyse-Teams hin zu Programmierern, Grafikern und natürlich den Kollegen im Marketing. In der Vermarktung unserer Titel spielen wir ganz vorne mit und pflegen enge Partnerschaften mit zum Beispiel Google, Apple oder Facebook.

InnoGames gilt eine der langfristig erfolgreichsten Gamesfirmen zu sein, Sie verweisen auf 15 Jahre "gesteuertes Wachstum" und ein nachhaltiges Business. Die Stämme sind stolze 15 Jahre alt und "Forge of Empires" mittlerweile 7 Jahre im ununterbrochenen Wachstum. Hand aufs Herz: Was ist das Geheimnis ihres Erfolgs?


Der Paladin wacht über InnoGames.
Foto: InnoGames

Was unseren Erfolg ausmacht, ist immer noch vor allem die Leidenschaft für gute Spiele. Daneben sind regelmäßige Updates, neue Features und Erweiterungen der Schlüssel zu unserem Erfolg. Um immer neue Anreize zu schaffen, stehen wir außerdem in engem Kontakt zu unseren Spielern. Wir fragen nach Wünschen, Anregungen und Vorschlägen und nehmen das Feedback der Community sehr ernst. Für uns stehen die Spieler ganz vorne.

Vor 15 Jahren spielten die Meisten mit Flash im Browser ihres PCs, heute zu rd. 40% mit HTML5 auf stationären Rechnern. Mit 60% Mobile Games via Smartphone-Apps hat sich ihr Business spätestens seit 2014 weitgehend gedreht. Schauen wir zusammen in die Zukunft: VR-Games können nur schwer in den Alltag eingebunden werden. Gehört AR- bzw. Mixed Reality die Zukunft der Games?

Richtig, der Trend geht immer mehr Richtung Mobile. Smartphones und Mobile Games sind ein fester Bestandteil im Alltag verschiedenster Nutzergruppen geworden. Gegenüber VR bin ich allerdings skeptisch. InnoGames steht für Spiele, die verbinden. Das ist mit VR wegen der Abschottung von der Umwelt im Prinzip nicht möglich. AR hingegen ist da schon interessanter. Auch hier müssen aber viele Faktoren zusammenkommen um herausragende Erfolge zu erzielen, etwa wie bei "Pokémon Go" vor ein paar Jahren. 

Auf der anderen Seite beobachten wir einen Trend zu immer größeren Displays bei mobilen Endgeräten. Das kommt unseren Titeln natürlich zugute. Wir sind nicht zuletzt auch daher zuversichtlich, mit unseren Spielen auch in den kommenden Jahren weitere Millionen von Spielern weltweit begeistern zu können.


Die Firmenzentrale von InnoGames in Hammerbrook.
Foto: InnoGames

Unser traditionelle Hamburg-Frage: Sie haben rd. 30 offene Stellen in Hamburg. Ihre Mitarbeiter kommen aus mehr als 30 Ländern. Ihre Firmensprache ist seit 2009 Englisch. Hamburg gilt in der Gamesszene eine international bekannte Großstadt zu sein. Was wünschen Sie sich von der Hamburger Verwaltung, aber auch an besseren Bedingungen für Ihre Mitarbeiter?

InnoGames wächst seit 2007 kontinuierlich und ist nachhaltig erfolgreich. Trotzdem wünschen wir uns bessere Bedingungen auf lokaler und nationaler Ebene - vor allem um die Standorte Hamburg und Deutschland voranzubringen. Aktuell haben wir einige regionale Förderprojekte in Deutschland. 

Die Prototypenförderung wurde in Hamburg bekanntlich schon vor Jahren abgeschafft. Dabei profitiert der Standort heute noch von dem Programm. Daran muss die Politik wieder anknüpfen.

Die bundesweite Förderung wurde mit dem Gamesfonds in Höhe von 50 Millionen Euro angekündigt, ausgezahlt wurde davon bisher aber noch nichts. Wenn Hamburg weiterhin Games-Hauptstadt bleiben soll und Deutschland international nicht den Anschluss an andere Länder wie zum Beispiel Kanada verlieren möchte, muss die Politik dringend tätig werden. Da wir viele internationale Kollegen beschäftigen, ist uns außerdem die Digitalisierung aller Verwaltungsdienstleistungen ein großes Anliegen. Und natürlich der Wohnraum. Der ist in Hamburg knapp, gerade was vertretbare Mietpreise angeht.

*  *  *

Vielen Dank für die offenen Worte!
Das Gespräch führte Thomas Keup.





 Hamburg Digital Service: 

Aktuelle Pressemeldungen von InnoGames:
innogames.com/de/presse/presseinformationen/#c933

Deutsche Startups: 
InnoGames wächst auf 160 Millionen Umsatz – Gewinn: 20 Millionen
deutsche-startups.de/2019/06/24/innogames-zahlencheck-2017/

Der Tagesspiegel:
Hamburg gegen den Rest der Welt
tagesspiegel.de/wirtschaft/die-games-branche-waechst-hamburg-gegen-den-rest-der-welt/24215036.html

Presseportal:
InnoGames steigert mobile Umsätze um 37 Prozent - Spieleentwickler wächst nach 12 Jahren am Markt prozentual im zweistelligen Bereich
presseportal.de/pm/79624/4185552

 Hamburg Digital Background: 

HANSEPERSONALITY Oliver Redelfs:
Privater Investmentfonds mit internationalen Experten für Hamburgs Gamesbranche.

http://hv.hansevalley.de/2017/10/hansepersonality-oliver-redelfs.html

Donnerstag, 28. Februar 2019

HANSECHAMPIONS: Otto.de macht ernst mit digitalem Firmenumbau.

HAMBURG DIGITAL REPORT


Mutige Ankündigung: Hier bleibt kein Hermes-Paket auf dem anderen.
Foto: HANSEVALLEY

Ein leuchtend rotes Hinweisschild mit der Aufschrift "OTTO - Under Construction". Eine Pressetour mit Bauhelm durch ein ehemaliges Lagerhaus. Dazu jede Menge Google Smart Speaker, Uculus VR-Brillen und eine vernetzte Bosch-Spülmaschine mitten im Coworking-Space "Collabor8" auf dem Otto-Campus. Wen man in Hamburg auch immer fragt, bekommt man eine Antwort: 'Bei Otto bewegt sich was'. Doch jetzt scheint Deutschlands Multichannel-Händler aus Bramfeld außer Kontrolle geraten zu sein. Ein Hamburg Digital Report:

Die Vorstandsmitglieder der größten Handelsfirma im Familienkonzern Otto Group verzichten freiwillig auf exklusive Eckbüros. Von 1.800 Mitarbeitern in der künftigen Firmenzentrale an der Werner-Otto-Straße haben nur 1.600 überhaupt einen - nicht einmal feststehenden - Arbeitsplatz. Und dann will Otto.de bis zum Jahr 2020 auch noch 3.000 Handelspartner auf die eigene Plattform bringen und Amazon das Fürchten lehren. Die 3. Generation der Hamburger Vorzeigefamilie Otto will es wissen: Benjamin und der Vorstand der Otto GmbH & Co. KG machen Schluss mit Kleckern - und bauen die Firmenzentrale gleich mit um.


Stolz und aufgefrischt: Die bisherige Zentrale des Multichannel-Händlers otto.de
Foto: HANSEVALLEY

"Facts2Go" steht über der Einladung der Presseabteilung der "Einzelgesellschaft OTTO" - umgangssprachlich als "Otto.de" - bekannt. Es ist die Einladung zur Jahrespressekonferenz - und die Ankündigung jeder Menge interessanter Fakten: 4.900 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr weltweit 3,2 Mrd. € - ein Plus von satten 8%. 3.000 der Mitarbeiter arbeiten auf dem Konzerngelände "Otto Campus" in Bramfeld im Norden der Hansestadt. Das neu verglaste Haus 10 neben dem Haupteingang ist die Verwaltung von Otto.de - allein mit 300 Spezialisten im Business Intelligence. Standen im vergangenen Jahr zur Präsentation der Zahlen die neuen Büros der BI-Experten im Mittelpunkt, geht es in diesem Jahr ans Eingemachte.


Vom Marketing über Otto Office zur neuen Otto.de: Innovator Marc Opelt.
Foto: HANSEVALLEY

Nach einem Fußmarsch über den - zum Boulevard mit Treffpunkten umgestalteten - Campus bekommen die rd.  50 Journalisten, Fotografen und Kameraleute Bauhelme verpasst. Hinter einem Schiebetor des vom bekannten Altonaer Architekten Werner Kallmorgen entworfenen Lagerhauses erwartet die Spitze der Hamburger Medienlandschaft eine ... leere Etage. Freudig verkündigt Otto.de-Vorstand Marc Opelt vor beeindruckender Kulisse: Hier entsteht bis 2022 auf 40.000 qm die neue Zentrale des Amazon-Rivalen und Otto.de-Stammhauses - mit einem gebäudehohen Atrium und Platz für 1.800 Mitarbeiter. Das Ganze bietet allein etwa doppelt so viel Fläche wie eines der zum Familienverbund gehörenden ECE-Shoppingcenter.


Die neue "Nr. 4" - das künftige Headquarter der Otto GmbH & Co. KG
Illustration: Otto

Ohne mit der Wimpel zu zucken präsentiert der seit 1990 im Otto-Konzern beheimatete Topmanager die Meldung des Tages: Im neuen "Haus 4" werden die Bereichsvorstände keine eigenen Büros mehr haben, sondern - wie alle Mitarbeiter - in den Shared Office Spaces ihre Arbeit machen und sich in den Social Spaces vernetzen. "Future Work@Otto Campus" ist den Kollegen eine Headline wert, denn nach bescheidenen Anfängen mit dem hauseigenen Coworking-Space "Collabor8" rollt die Otto-Spitze jetzt mit der Büropalmen-Abrissbirne an. So, wie die anderen berühmten Kallmorgen-Hochhäuser - vom Spiegel-Verlag bis zu IBM in Hamburg - neue Mieter und neues Leben eingehaucht bekommen, geht es nun auch der Hausnr. 4 mit ihren beeindruckenden 100 x 50 Metern und 8 Stockwerken an den Kragen.


Ein echter oder ein computergenerierter Sessel? Das wird die Frage.
Foto: HANSEVALLEY

Während Verwaltung und vor allem die Logistik des Handelsriesen von Alvensleben bis Burkunstadt und von Baur bis Hermes angesiedelt wurde, entwickelt sich der "Otto Campus" mit seinen insgesamt 7.000 Mitarbeitern und den Headquartern von Bon Prix, Hermes und Otto.de immer mehr zum Innovations- und Technologiestandort. So präsentieren die Innovationsmanager zur Jahrespressekonferenz 2019 gleich eine ganze Reihe von technologischen Highlights, die unser künftiges Online-Shopping maßgeblich verändern und begleiten werden: Am weitesten fortgeschritten ist die digitale Bilderstellung CGI (Computer-Generated Images). Der mit über 1 Mrd. € größte Online-Möbelhändler der Republik will mit dieser Technik unser Einkaufserlebnis von Möbeln und Stoffen revolutionieren.



Möbel aus schwedischem Möbelhaus wegschleppen kann ja jeder ...
Foto: HANSEVALLEY

Quälen sich Offline-Kunden am Samstag durch kilometerlange Möbelausstellungen und werden in verschlungenen Markthallen verführt ("Ich wollte doch nur ein paar Teelichter mitnehmen"), genießen Otto-Kunden mit der "Yourhome"-Shopping-App auf Android- und iOS-Smartphones bzw. -Tablets die Möbeleinrichtung zu Hause: 1.400 Möbelstücke in allen Farb- und Materialvarianten können sich 1 Jahr nach dem Launch heute über Smartphone- und Tablet-Display in die eigene Wohnung beamen lassen. Bis 2022 sollen 70% aller angebotenen Möbelstücke verfügbar, rückbar, vergrößerbar und gestaltbar im eigenen Mobile-Device als interaktive, computergenerierte Produkte zu bewundern sein. Ein ganz neuer "Elch-Test" ...


Der Otto-Katalog lebt - in der neuen VR-Welt mit Oculus-Brillen.
Foto: HANSEVALLEY

'Was mit Augmented Reality Realität geworden ist, müsste doch auch in virtuellen Welten funktionieren'', dachten sich die Techis auf dem Campus - und entwarfen eine virtuelle Wohnwelt in 3D. Mit Oculus-VR-Brillen durften Hamburgs Journalisten schon mal einen Blick in die Zukunft wagen - und sich kabellos mit der Fernbedienung in der Hand das neue Wohnzimmer zusammenklicken. Und weil Otto durchaus Spaß versteht (.. find ich gut!), wartete in einer Zeitungsablage des neuen virtuellen Wohnzimmers auch gleich ... der Otto-Katalog. Wie gut, dass man kein Amazon Echo-Lautsprecher versteckt hatte. Schon bald wird die Yourhome-VR-App im Oculus-App Store erhältlich sein - mit Otto Katalog, aber ohne Echo-Lautsprecher ...


Schneller als der Hermes-Bote erlaubt: Paketstatus-Abfrage über Android TV.
Foto: HANSEVALLEY

Womit wir bei einem weiteren Top-Thema sind - der digitalen Zukunft des Kundendienstes bei Deutschlands größtem Online-Möbel- und Bekleidungsanbieter. 1995 mit Otto.de online gegangen, gibt es seit 2013 auf der Website "Clara" - den hauseigenen Chatbot zur Abfrage des Paketstatus bei den Hermes-Boten. Nach der fruchtbaren Zusammenarbeit von Otto.de und Google bei einer der ersten AR-Apps mit dem Android AR-Entwicklerkit "ARCor" in 2018 zünden die in Hamburg beheimateten "Online-Riesen" die nächste Stufe ihrer Zusammenarbeit: Ab sofort kann man mit Google Assistent in Android- und iPhones, in Google Dots und Home-Lautsprechern sowie über Fernseher mit Android-TV-Oberfläche dem Paketstatus abfragen oder den "Deal des Tages" kennenlernen.


Kann jetzt auch mit Otto-Kunden schnacken: Android-TV von Sony.
Foto: HANSEVALLEY

Für wen Augmented- und Virtual Reality schon Alltag geworden ist, oder wer smarten Assistenten in Fernsehern und dem Paketdienst doch nicht so ganz traut, für den hat Hamburgs Handelshaus Nr. 1 noch eine richtige Deutschland-Premiere präsent: Schon vor der Übernahme des Tech-Startups "OrderThis" zum 1. März d. J. bastelte Otto.de mit den jungen Profis aus dem hauseigenen Inkubator-Programm der Otto Digital Solutions eine neue Plattform, um Amazon, Edeka, Rewe & Co. das Leben nicht zu leicht zu machen. Am Freitag vergangener Woche launchten die Hamburger ihren neuen Service "Otto Ready" - gegen Dash Buttons und andere Ideen zum automatischen Nachbestellen von Waschmittel, Kaffeebohnen und Entkalker.


Schöne neue Küche: Mit einer Spülmaschine, die selbst bestellen kann.
Foto: HANSEVALLEY

Gemeinsam mit Bosch-Siemens-Hausgeräten (Bosch, Constructa, Neff, Siemens) stellte Otto.de das Geheimnis der Medienwelt vor: Eingebettet in die Smartphone- und Tablet-App für online-vernetzte Wasch-, Spül- und Kaffeemaschinen können Kunden von Otto.de mit wenigen Mausklicks notwendige Verbrauchsmittel nachbestellen - beginnend mit einer vernetzten Spülmaschine und Tabs aus dem Otto-Shop. Durch die Kooperation mit Herstellern hoffen die Hamburger, zur Bestellplattform für Verbrauchsartikel in Küche und Bad zu werden - und den Dash Button von Amazon in Rente zu schicken.


Diese Spülmaschine ist ein Amazon-Schreck: Mit direktem Draht zu Otto.
Foto: HANSEVALLEY

Bei einer spontanen Umfrage unter Kollegen am Rande des Networkings im Coworking-Space "Collabor8" verrieten einige Medienvertreter, sich bis auf Weiteres doch noch zu Budni, DM & Rossmann schleichen zu wollen, um heimlich, still und leise die guten Hausmarken für Wasch- und Spülmaschine mit nach Hause zu bringen... Allerdings ist die Idee eines starken Online-Händlers mit allen bekannten Marken und ihren online-vernetzten Hausgeräten ein cleveres Konzept, Pulver, Tabs und Bohnen aus einer Hand liefern zu können. Spätestens 2035 erwarten Experten, dass alle Hausgeräte online-vernetzt sind - wenn sie nicht im Museum stehen; und alle Hersteller haben vernetzte Geräte in der Pipeline. Eine schöne Perspektive für ein neues Marktsegment.


Künftig als Self-Service Online-Boarding-Portal präsent: Brand Connect.
Foto: HANSEVALLEY

Das Thema Partnerschaften und Plattformen ist denn auch ein zentrales Thema bei Otto.de: Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen rd. 400 Marktplatz-Händler mit 1 Mio. neuen Produkten auf der sich öffnenden Handelsplattform begrüßen. Auch in diesem Jahr sollen weitere 300-400 Marktplatz-Partner dazu kommen. Rd. 1.500 Kandidaten warten im Moment darauf, ihre Produkte über das künftig vollautomatisierte Partnerportal "Brand Connect" onboarden zu können. Bis zum Jahr 2020 erwarten die Otto-Manager 3.000 Handelspartner, die im Rahmen einer fairen Partnerschaft gemeinsam mit Otto.de wachsen wollen.


Vom Katalog-Versender zur Partner-Plattform: Otto.de baut sich um.
Foto: HANSEVALLEY

Im vergangenen, in diesem und in den nächsten Jahren investiert die wichtigste Handelssparte der Otto Group jedes Jahr rd. 100 Mio. € in neue Technologien, in neue Mitarbeiter und in die Weiterbildung - und damit in die weitere Digitalstrategie des größten deutschen Multichannel-Händlers. 100 Mio. € - das sind mehr oder weniger die gesamten Gewinne von Otto.de in einem Jahr. Damit wird klar: Hier wird geklotzt - als Technologieplattform mit State-of-the-Art-Möglichkeiten und Partnerschaft eines Hamburger Familienunternehmens. Mehr als 7 Mio. aktive Kunden im vergangenen Jahr und über 50% mobiler Bestellungen bestätigen den eingeschlagenen Digitalisierungkurs. Damit setzt Otto mit seiner Stamm-Marke die Messlatte für das digitalste Unternehmen Hamburgs in 2019.


Vorbild für 1.800 Mitarbeiter in der Zentrale: der hauseigene Coworking-Space.
Foto; HANSEVALLEY

 Hamburg Digital Background: 
(chronologische Reihenfolge)

OTTO.de - Vom Versender zur Plattform:
otto.de/newsroom/de/kundenfokus/der-größte-umbruch

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OTTO Future Work - Neubau Firmenzentrale:
otto.de/newsroom/de/kultur/otto-vorstände-geben-ihre-büros-auf

OTTO Future Work - Neues Arbeiten bei Otto.de

hotto.de/newsroom/de/future-work

Otto Group - Collabor8 Shared Office Spaces
collabor8-ottogroup.de/

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OTTO CGI - Virtuelle Bilder bei Otto.de:
otto.de/newsroom/de/technologie/was-macht-eigentlich

Otto Group AR + VR - Praktische Beispiele:
ottogroup.com/de/dossier/Virtual-Reality.php

OTTO Yourhome - 1.400 Möbel in einer App:
otto.de/newsroom/de/technologie/noch-mehr-möbel-in-der-virtuellen-welt

OTTO Conversational Shopping - Google Assistent:
otto.de/unternehmen/de/newsroom/news/2017/Google-Home-Pressemitteilung-OTTO.php

OTTO Ready - Der vernetzte Haushalt:
otto.de/newsroom/de/technologie/der-total-vernetzte-haushalt

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OTTO Market - Brand Connect Portal:
https://www.otto.market/ 

 Hamburg Digital Reports: 

HANSECHAMPIONS: Die visionären Trüffelsucher der digitalen Otto Group
hansevalley.de/2018/04/hansechampions-otto-group-innovationen.html

HANSERANKING: Die digitalen Tops + Flops der Hamburger Wirtschaft
hansevalley.de/2018/04/hanseranking-tops-und-flops.html

HANSEMOBILITY: Das Mobile Lab und die Zukunft der Otto Group
hansevalley.de/2017/10/hansemobility-otto-mobile-lab.html


Donnerstag, 8. März 2018

HANSEHISTORY: Das digitale Freilichtmuseum auf dem Hammaburgplatz

Hamburgs Stadtgeschichte beginnt auf dem heutigen Domplatz in der Altstadt, wo die erste Befestigungsanlage der frühmittelalterlichen Siedlung Hammaburg errichtet wurde. Von hier aus entwickelte sie sich zu einer florierenden Hafen- und Handelsmetropole. Nahe dieser Keimzelle entstanden bedeutende Gebäude, wie der Mariendom und das steinerne Stadttor, das noch heute das Hamburger Stadtwappen prägt.
Visualisierung der Hammaburg-Siedlung in der Altstadt.
Illustration: AMH Hamburg
Hamburgs Gedächtnis ist an Museums- und Rathausplatz in Harburg zu Hause. Unter dem Dach des Helms-Museums kümmert sich das Team um den Archäologen und Sammlungsleiter Michael Merkel um die Sichtbarkeit der Hamburger Historie. Im Mittelpunkt: die digitale Hammaburg. Ein Hamburg Digital Report zur virtuellen Kaufmannssiedlung an der Elbe:

Ausstellungen, Kataloge, pädagogische Programme - so sieht die Arbeit eines Archäologischen Museums aus, so sieht die Arbeit der Hamburger Archäologen im Landesmuseum in Harburg aus - zugleich Hamburgs Behörde für Bodendenkmalpflege. Die Stiftung Helms-Museum kümmert sich mit rd. 2,2 Mio. € öffentlichen Mitteln im Jahr und 30 Mitarbeitern um das historische Vermächtnis der einst freiesten Stadt in der Mitte Europas. Die Ergebnisse der Ausgrabungen  werden im Archiv des Archäologischen Museums verwahrt, während sich die Bodendenkmalpflege vor allem mit Zeichnen, Vermessen und Graben beschäftigt.


Das Stammhaus des Helms-Museums in Harburg.
Foto: Wolfgang Meinhart, Lizenz: CC BY-SA 3.0
"Alles unter der Grasnarbe" fällt in die Zuständigkeit des "AMH", bringt Geschäftsführer Thorsten Römer auf den Punkt. Und ergänzt: "Die Inhalte sind eigentlich gesetzt" - z. B. auf dem Domplatz mit seinen 39 weißen - die historischen Umrisse des Mariendoms nachbildenden - Lichtkissen. Thorsten Römer, seit gut 2 Jahren für die Finanzen von Hamburger und Harburger Geschichte zuständig, spricht aus, was heute zählt: "Es geht darum, mit neuen Konzepten an die Nutzer heranzukommen." Auch wenn die 2,5 Mio. Objekte in Harburg zu den größten archäologischen Sammlungen Norddeutschlands zählen.

"Die Hammaburg gehört uns"

"Wir versuchen, digital up-to-date zu sein", unterstreicht Sammlungsleiter Michael Merkel, zuständig für digitale Projekte. Das Digitale ist für ihn längst im Museum angekommen. Bereits 2010 veröffentliche das Landesmuseum eine eigene App, um die Schätze der Kaufmannssiedlung vielen Menschen zugänglich zu machen. Mittlerweile geht man nicht nur in Harburg weg von Apps - und damit hin zu digitalen Inhalten - vor Ort und unterwegs. Mit einem E-Culture-Projekt tragen die Archäologen zusammen mit Partnern, wie der HafenCity Universität, dem E-Culture-Lab und Hamburg@work die Inhalte jetzt in die Stadt.


Soll digital wieder lebendig werden: Die Hammaburg-Siedlung
Illustration: AMH
Seit 1 Jahr forschen Stadtentwickler der HCU mit Archäologen des AMH an der gegenwärtigen Nutzung des zugigen Platzes an Hamburgs ältester Straße, der Steinstraße. 1,4 Mio. € stehen den Partnern in dem 3-jährigen Projekt zur Verfügung, nach der wissenschaftlichen Analyse zunächst einzelne Angebote und schließlich eine lebendige Museumsstätte zu errichten. Einer der entscheidenden Schritte zur Sichtbarkeit Hamburger Geschichte ist die für das Frühjahr geplante Umbenennung des Domplatzes in Hammaburgplatz. 

"Displays sind eigentlich auch Vitrinen"

Mit Displays rund um den Platz sollen im nächsten Schritt die wichtigsten Informationen zur Entstehung der Siedlung jedem zugänglich werden. Der seit 20 Jahren engagierte Sammlungsleiter Michael Merkel umreißt das Ziel der Aktivitäten: "Wir wollen kurz- bis mittelfristig Dauerausstellungen am Hammaburgplatz, der Keimzelle der Stadt Hamburg, etablieren." Zu den Orten von besonderem historischem Interesse gelten das historische Stadttor - heute Wappen der Freien und Hansestadt, der 1. Dom und die Wallanlage um die Hammaburg-Siedlung.


Museumsschaufenster in der Harburger Schloßstraße
Foto: AMH
Bevor das digitale Freilichtmuseum in der historischen Mitte am Hammaburgplatz Realität wird, ist zunächst ein "Schaufenster der Archäologie" geplant, zum Leben erweckt durch Audio- und Videoinhalte, um die Bedeutung des Platzes Touristen wie Hamburgern näher zu bringen. Das Projekt wird eventuell mit weiteren Inhalten per App oder Onlinepräsenz ergänzt. Ein Beispiel, wie ein Museumsfenster ganz praktisch aussehen kann, ist in drei Museumsfenstern in der Harburger Schloßstraße 30 zu erleben.

Weil man in Hamburg nicht nur gründlich, sondern auch vorausschauend arbeitet, steht der künftige Hammaburgplatz am Speersort nicht allein auf weiter Flur. So plant die Stadt einen "digitalen Touristenpfad" - beginnend beim Kreuzfahrtanleger, dem Cruise Center in der Hafencity. Mit der im Dezember vergangenen Jahres präsentierten Speicherstadt-App der Hamburger Kulturbehörde geht es virtuell durch das UNESCO-Weltkulturerbe. Nächste Station ist der Hammaburgplatz mit dem geplanten Freilichtmuseum zur Geschichte der Hafen- und Handelsstadt - mit Digital-Displays, Bischofsturm im Backhus und Museums-Schaufenster.

"Digital gehört heute einfach dazu"

Die historische Besucherroute könnte weiter zum Rathausmarkt und zur Nikolaikirche geführt werden, dem Ort der 1125 erbauten "neuen Burg" von Hamburg - der historischen Keimzelle der Kaufmannssiedlung an der Norderelbe. Dabei soll die Route von der Speicherstadt zur Hammaburg auch mit dem städtischen WLAN-Netz "MobyKlick" ausgeleuchtet werden, um die Angebote jederzeit auf dem Smartphone nutzen zu können. Für die Macher des Archäologischen Museums gehören die neuen Möglichkeiten zur ihrer Arbeit genauso dazu, wie die Dauerausstellung in Harburg und Gastausstellungen.

Die Dauerstellung in Googles VR-Cardboard
Foto: AMH
Michael Merkel fast abschließend zusammen: "Ein Museum ist immer auch das kulturelle Rückgrat einer Gesellschaft". Der langjährige Museumsmacher glaubt wie sein Geschäftsführer an das nebeneinander von persönlichen Erlebnissen vor Ort und virtuellen Möglichkeiten unterwegs. Auf die Zukunft der digitalen Hammaburg angesprochen, können sich die Museumsmacher z. B. virtuelle Museumsbesucher per VR-Brille und individuell angefertigte 3D-Modelle ausgewählter Fundstücke für das heimische Regal vorstellen. So wird das eigene Wohnzimmer zum "musealen Showroom".  

 Hamburg Digital Background: 

Archäologisches Museum Hamburg - Digitale Ausstellung "Mythos Ham(ma)burg" 
http://amh.de/digitales-angebot/unsere-onlinesammlung-auf-google-arts-culture/

Archäologisches Museum Hamburg - Digitale Angebote:
http://amh.de/digitales-angebot/

Archäologisches Museum Hamburg@Google Art Project:
http://amh.de/digitales-angebot/google-art-project/

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Übersicht Smart Square Projekt auf dem Domplatz:
www.hamburg.de/bwfg/8324196/verbundprojekt-der-hafencity-universitaet-hamburg-erweckt-domplatz-wieder-zum-leben/

Übersicht zum historischen Domplatz in Hamburg:
www.hamburg.de/oeffentliche-plaetze/4254702/domplatz/

Broschüre "Der Domplatz - Hamburgs Wiege" (PDF):
www.hamburg.de/contentblob/2713892/acab8d412072401960fedb79d9f7cc75/data/broschuere-domplatz.pdf

Digitale Augmented- und Virtual-App zur Speicherstadt:
www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/10070408/speicherstadt-digital/

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Museumsfenster Harburg - Bericht "Besser im Blick":
www.besser-im-blick.de/feuilleton/3301-lebendiges-schaufenster-in-die-geschichte-harburgs